Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

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overkott
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Re: Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

Beitrag von overkott » Montag 2. Januar 2017, 22:28

VR-Brillen machen sich beim Zugriff auf 3D videos bemerkbar: Über Weihnachten sind 65 Prozent aller Zugriffe per Handy erfolgt. Das spiegelt sich auch in den entsprechenden Apps wieder.

https://www.youtube.com/user/klausbellmann

VR-Brillen laufen elektronischen 3D-Brillen offenbar den Rang ab.

Ich persönlich bevorzuge die 3D-Qualität auf LG-TV-Geräten mit Kinobrille über das Highspeed-Internet. Selbst die LG-Geräte unterscheiden sich geringfügig in der Leistungsfähigkeit. Die besseren Geräte liefern ein perfektes Bild mit schöner Raumwirkung vor der Bildoberfläche und natürlicher Tiefe, bei den schwächeren Geräten sieht man zum Teil das Justieren.

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overkott
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Re: Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

Beitrag von overkott » Montag 13. Februar 2017, 13:02

Am längsten schauen Menschen mit Fernsehgerät 3D-Videos. In Osteuropa trifft das auf mehr Menschen zu als in den USA.

In Amerika sehen sich zwar mehr Menschen als anderswo 3D-Videos an, aber sie tun dies mit ganz unterschiedlichen Geräten und entsprechend kürzer.

Der chinesisch-sprachige Raum ist für 3D quasi terra incognita. Nur Taiwan greift mal zu.

Russland ist dagegen für 3D viel aufgeschlossener. Wenn die russische Politik auch noch Zeichen der Entspannung setzen würde...

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overkott
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Re: Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

Beitrag von overkott » Sonntag 18. Juni 2017, 20:37

Gestern war Weihnachten. Das Christkind brachte eine Pappschachtel, mit der man 3D-Filme auch in 360 Grad betrachten kann. Für 7,99 Euro ein ganz beachtliches Ergebnis. Vorausgesetzt: Man hat bereits ein Iphone. Die eigenen 3D Videos wirken wie im 3D-Kino, wenn auch nicht ganz so scharf. Man sieht ein Fliegengitter. Das Bild ist weniger scharf als auf dem 3D-HD-Fernseher von LG.

Aber dafür kann die Pappschachtel eben auch 360 Grad. Jetzt kann ich auch anständig die neuen Videos des Kollegen aus Kalifornien betrachten. Er hat sich gefühlt 1.000 3D-Geräte gekauft. Und irgendwann ist er 360 Grad in 3D ganz verfallen. Dabei hat er hin und wieder ganz originelle Ideen. Schaut man sich einen aktuellen Clip von ihm an, sitzt man in einem Pappkarton mit einem Haufen Spielsachen vor einem curved 3D-Fernseher, in dem der Kollege vor sich hin bloggt. Wenn man ihn nicht die ganze Zeit sehen möchte, kann man im Pappkarton auch an die Decke starren. Sehr originell. Und die 7,99 Euro alle Mal wert.

Anders dagegen ein Bungie-Sprung in einen Canyon in Utah. Das war jetzt nicht so unbedingt das Life-Erlebnis. Alles ging zu schnell. Begeistert war dann vor allem der Springer. Der Canyon war auch von oben schön. Und mit dem Stiching in 360 Grad hat irgendwas nicht richtig geklappt.

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Re: Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

Beitrag von overkott » Montag 19. Juni 2017, 15:03

Storytelling ist für Journalisten ein wichtiges Zauberwort. Vor allem verbindet dieses Journalisten über Grenzen hinweg. Dabei setzt das Wort voraus, dass man ein Gefühl für eine Story hat oder auch weiß, was eine Story ist. Kurz gesagt ist eine Story die Antwort auf die Frage: "Was ist passiert?". Eine Nachricht oder ein Bericht verweist immer auf eine Story. Telling bedeutet, ob man sie der Reihe nach erzählt oder nicht. Mediale Neuentwicklungen werfen die Frage nach dem Storytelling neu auf. Verknüpfte Darstellungen auf dem Tablet zum Beispiel wäre so eine Entwicklung. Oder neuerdings: Filme aus 360-Grad-Clips.

Inzwischen saß ich in einem Düsenjet einer Kunstflugstaffel, schaute zur Seite, sah wie nah die anderen Jets waren und war froh, das Ganze nur virtuell erlebt zu haben. Piloten preisen nämlich gerne ihre Präzision, solange nichts passiert. Die Schnitte im Film haben mich nicht gestört. Mein Sohn fühlte sich beim Umschauen aus der Situation herausgerissen.

Bei anderen Videos dieser Art war 360-Grad lästig, weil das Geschehen gerade dort war, wo ich durch die Kameraeinstellung gerade nicht hingeguckt hatte: Haie schwammen einfach an der falschen Stelle vorbei. Oder der übliche Schnitt wurde ersetzt durch eine Schrift: Jetzt umdrehen! Die Schrecksekunde, dass der Hai fast in die Kamera gebissen hätte, wäre auch mit einer üblichen Kamera und einem harten Schnitt einzufangen gewesen. Aber da ist als zusätzlich sinnliches Element eben noch das Umdrehen des eigenen Körpers.

Mein Sohn war vorerst von der Pappschachtel ganz angetan. Da er sich viel und schnell umgedreht hatte, klagte er über leichten Schwindel. Das Gefühl, wirklich in Syndney zu sein, hatte er tatsächlich. Er wollte die Rillen im Boden der Promenade mit den Füßen fühlen. Er stellte sich vor, dass es schön sein könnte, auf diese Weise ein Urlaubserlebnis noch einmal zu erleben, etwa den Sonnenaufgang über den Bergen oder am Meer. Ob daraus ein starker Wunsch oder sogar ein Kauf wird, kann ich nicht sagen.

360-Grad-Clips haben eine Stärke darin, den Zuschauer an den Ort des Geschehens zu versetzen, an dem er sich selbst umschauen kann. Man kann auch zwei oder drei Clips wie in einem normalen Film hintereinandersetzen. Das wäre dann ein weiteres Element in einem Multimedia-Projekt, einer separaten App oder einer Youtube-Playlist.

Mit dem Wort Storytelling kann man das Ganze noch ein bisschen aufpeppen.

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Re: Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

Beitrag von overkott » Montag 19. Juni 2017, 22:59

Ich hatte gestern ja schon erzählt, dass durch die Rasterung das Bild bei Google Cardboard nicht ganz scharf ist. Aber die Raumwirkung ist perfekt. Dabei gibt es zwei wesentliche Bildeindrücke: 1. das Kinoerlebnis, 2. das Fernrohrerlebnis.

Ad 1.) Das Kinoerlebnis hat man zum Beispiel bei meinen Filmen. Man sitzt quasi im optimalen Abstand zur Kinoleinwand. Alle extremen Einstellungen sind gemäßigt. Zusätzliche Tiefe wird auf das Normalmaß reduziert. Extreme Popouts werden bis auf eine dezente Wirkung zurückgefahren.

Ad 2.) Das Fernrohrerlebnis bedeutet, dass es kein rechteckiges Bild gibt, sondern ein kreisrundes. Dieses Bild stellt sich zum Beispiel bei Google Streetview ein. Man sieht dann quasi eine Straße oder einen Innenraum durch ein Fernglas in 3D. Höhe und Tiefe beim hoch- und runterschauen wirken natürlich. Man hat einen naturnahen Eindruck vom Ort. Außerdem kann man darin gewissermaßen herumlaufen. Auch das ist beeindruckend. Vor allem für 7,99 Euro.

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Re: Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

Beitrag von overkott » Dienstag 20. Juni 2017, 20:15

Ein 3. Argument für VR-Brillen ist der nahtlose Ablauf der Playlists. Die verschiedenen Videos einer Playlist wirken wie ein Gesamtfilm. Für die Gestaltung eines einzelnen Videos erweist sich ein Vor- und Abspann meist als vorteilhaft.

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Re: Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

Beitrag von overkott » Mittwoch 21. Juni 2017, 21:17

Was 4K anbelangt, darf man bei der Cardboard Box mit dem Iphone nicht zu viel erwarten. Es handelt sich dabei um einen theoretischen Wert. Der Hinweis mit dem Fliegengitter gilt auch für 4K.

Das hängt zusammen mit der Verkleinerung und Vergrößerung auf dem kleinen Display und schmeckt ungefähr wie Apfelsaft mit 100 Prozent Fruchtgehalt, also gar nicht mal so schlecht.

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Re: Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

Beitrag von overkott » Freitag 23. Juni 2017, 08:15

Man darf davon ausgehen, dass die Cardboard-Box-Erfahrung für 7,99 Euro, so toll sie auch bereits ist, noch nicht das Ende der Fahnenstange bedeutet. Brillen mit erheblich besserer Bildschärfe kosten mehr, sind zum Teil so teuer wie ein Fernseher. Die Oculus Rift stellt dabei mit 583 Euro noch nicht einmal die Obergrenze dar. Als beste Brille gilt die HTC Vive zu einem Preis von 899 Euro.

Da auf dem LG-3D-Fernseher die 3D-Filme so natürlich und scharf erscheinen wie ein Blick durch die Fensterscheibe, kommt der Kauf einer solchen Brille für uns nicht in Frage.

NEU: Google entwickelt VR und 3D weiter. Auf der VidCon in Anaheim, Kalifornien, stellte Google gestern entsprechende Projekte für Youtube und Daydream vor. Das neue Format heißt VR180 und soll Virtual Reality vereinfachen. Das Sichtfeld wird eingeschränkt, schnelles Umdrehen und Schwindel werden damit verhindert, die Produktion wird erleichtert. Einerseits können Videos wie bisher erstellt und editiert werden. Andererseits will Google mit Partnern wie YI, Lenovo und LG Kameras für VR180 von Grund auf neu entwickeln. Wunschzettel für Weihnachten können bereits ausgefüllt werden:

http://www.thewrap.com/youtube-daydream ... ty-format/

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Re: Kommt mit Oculus Rift ein neuer Quantensprung?

Beitrag von overkott » Freitag 23. Juni 2017, 09:12

ziphen hat geschrieben:
Freitag 12. Juni 2015, 11:18
Es geht voran. In San Francisco hat man nun die Konsumentenversion der Oculus Rift vorgestellt. Einen Termin für den Verkaufsstart gibt es aber noch nicht.

Wer nicht weiß, worum es geht, kann z.B. mal auf der Themenseite bei bei heise.de schauen oder einfach mal in die Folge 2.5 von c't uplink reinschauen, ab Min 12:39, wo die Redakteuere der c't die zweite Entwicklerversion vorstellen.

Reaktionen und Eindrücke einiger Mitarbeiter des Heise Verlags(?), die die Oculus Rift DK2 ausprobieren.
Die HDK2 ist mit 499 Euro etwas günstiger, gilt aber als buggig.

Wer die Neuentwicklung VR180 schon vor Weihnachten erleben möchte, kann dies hier tun:

https://www.youtube.com/watch?v=oeln0ds ... nA&index=1

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