Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Ostkirchliche Themen.
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Robert Ketelhohn
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Nietenolaf hat geschrieben:
Sebastian hat geschrieben:Zu iv.
Das finde ich interessant. Welche Kirchenväter des Ostens meinst Du (z. B.), deren Äußerungen sich für das filioque auslegen lassen?
Augustinus! ;)
Witzbold. Übrigens konnte Augustin vom Hervorgang des Geistes bald ab utroque reden, bald a patre. Bei Tertullian findet sich a patre et a filio ebenso wie a patre per filium.

Aber ihr fragt nach den östlichen Vätern: Ich meine beispielshalber Ephræm den Syrer, Epiphanius und Cyrill von Alexandrien (Ephr. hymn. de defunct. et trin. 11; Epiph. anc. 8; 75; pan. 62, 4; Cyr. Alex. thes. de s. et cons. trin. 34; anath. 9).
Nietenolaf hat geschrieben:Abgesehen von Raphael, der dem menschlichen Verstand und der theologischen Spekulation eine Offenbarungsfunktion zubilligt, sehen wir hier die Tendenz, das "Filioque" als Theologoumenon bzw. als Option darzustellen. Es gibt Für und Wider. M.W. ist das "Filioque" bei den Lateinern spätestens seit 1274 (Lyon II) Pflicht, bzw. dessen Ablehnung wird verdammt:
Lyons II, II:1 hat geschrieben:II.1. On the supreme Trinity and the catholic faith

1. We profess faithfully and devotedly that the holy Spirit proceeds eternally from the Father and the Son, not as from two principles, but as from one principle; not by two spirations, but by one single spiration. ... we, wishing to close the way to such errors, with the approval of the sacred council, condemn and reprove all who presume to deny that the holy Spirit proceeds eternally from the Father and the Son ...
(Das auch zu Pkt. vii. von Robert.)
Ich habe leider keine anderssprachige Quelle, aber "eternally" verstehe ich als "innertrinitarischen" Hervorgang des Hl. Geistes. Damit ist jedenfalls nicht Christi Gabe an die Apostel ("Empfanget den Heiligen Geist") gemeint.
Gewiß. Aber du hast, meine ich, die falschen Abschnitte hervorgehoben. Denn um recht zu verstehen, was hier mit dem filioque gemeint sei, ist zentral, was du im Bekenntnis immerhin noch mit zitiert hast, was im Anathematismus aber in den Pünktchen untergegangen ist:
Lugdunense II hat geschrieben:Fideli ac devota professione fatemur, quod Spiritus Sanctus aeternaliter ex Patre et Filio, non tanquam ex duobus principiis, sed tanquam ex uno principio, non duabus spirationibus, sed unica spiratione procedit; hoc professa est hactenus, praedicavit et docuit, hoc firmiter tenet, praedicat, profitetur et docet sacrosancta Romana Ecclesia, mater omnium fidelium et magistra; hoc habet orthodoxorum Patrum atque Doctorum, Latinorum pariter et Graecorum incommutabilis et vera sententia.
Sed quia nonnulli propter irrefragabilis praemissae veritatis ignorantiam in errores varios sunt prolapsi, Nos huiusmodi erroribus viam praecludere cupientes, sacro approbante Concilio, damnamus et reprobamus, qui negare praesumpserint, aeternaliter Spiritum Sanctum ex Patre et Filio procedere, sive etiam temerario ausu asserere, quod Spiritus Sanctus ex Patre et Filio, tanquam ex duobus principiis, et non tanquam ex uno, procedat.
In treuem und andächtigem Bekenntnis bekennen Wir, daß der Heilige Geist von Ewigkeit her aus dem Vater und dem Sohne, nicht als aus zwei Prinzipien, sondern als aus einem Prinzip, nicht durch zwei Hauchungen, sondern durch eine einzige Hauchung hervorgeht; dies hat die hochheilige Römische Kirche, die Mutter und Lehrerin aller Gläubigen, bis heute bekannt, verkündet und gelehrt, dies hält sie unerschütterlich fest, verkündet, bekennt und lehrt sie; dies enthält die unveränderliche und wahre Auffassung der rechtgläubigen Väter und Lehrer, der lateinischen ebenso wie der griechischen.
Weil aber einige aus Unkenntnis der eben genannten unverbrüchlichen Wahrheit in mannigfaltige Irrtümer geraten sind, wollen Wir solchen Irrtümern den Weg versperren und verurteilen und verwerfen mit Zustimmung des heiligen Konzils diejenigen, die sich unterstehen zu leugnen, der Heilige Geist gehe von Ewigkeit her aus dem Vater und dem Sohne hervor, oder auch in leichtfertigem Unterfangen zu behaupten, daß der Heilige Geist aus dem Vater und dem Sohne als aus zwei Prinzipien und nicht als aus einem hervorgehe. [Übersetzung nach Hünermann]
Das Florentinum hat das bekräftigt und noch ergänzend die bei den östlichen Vätern vorherrschende Formel »aus dem Vater durch den Sohn« – die ja auch über den Text des Constantinopolitanum hinausgeht – faktisch als äquivalent anerkannt.
Nietenolaf hat geschrieben:Es liegt nicht an mir zu erörtern, kraft welcher Autorität oder zu welchem Behufe die Lateiner mitunter das Filioque weglassen. Naheliegend wäre anzunehmen, das sei ein diplomatischer Zug. Jedenfalls hat Ralf aus Sicht des römischen Lehramtes Unrecht, wenn er schreibt, mit "Filioque" sei das Credo ok, ohne aber auch. Wenn es ohne auch ok wäre, könnte man - je nach Bedarf und Auditorium - auch beliebig andere Passagen daraus weglassen.
Wann welche Formel gebraucht wird, ist ganz einfach. Liturgisch gilt im lateinischen Ritus die Fassung mit filioque, im griechischen Ritus ohne. In Dominus Jesus wurde ausdrücklich der Text von Constantinopel zitiert, darum ebenfalls ohne filioque. Sicher ein Signal, aber mehr als Diplomatie, sondern Bekenntnis.
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Robert Ketelhohn
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Nassos hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Nun mal langsam. Keines der sieben großen alten Konzilien hat die theologische Meinung,
der Geist gehe auch vom Sohn aus, verworfen. Sie haben dies andererseits auch nicht gelehrt,
das ist wahr.

Daraus kann man schließen, daß es – soweit es diese Konzilien angeht – keine sichere Lehre
und darum Freiheit der theologischen Meinung gebe.
Hallo Robert,

könntest Du das etwas näher erläutern? Es hört sich nämlich so an, wie "alles was nicht explizit von den großen alten Konzilien verworfen wurde, könnte richtig sein".
Ich glaube aber nicht, das du dies meintest.
Nein, das meinte ich nicht, denn 1 + 1 ist nicht 4, obgleich das kein Konzil verworfen hat. – Eher so: Die Konzilien haben sich bei den trinitarischen Definitionen nicht mit der Frage des Verhältnisses von Sohn und Geist oder mit der Rolle des Sohnes beim Hervorgang des Geists befaßt. Die Väter haben dies aber sehr wohl getan – über die Konzilien also hinausgehend –, und zwar im Osten wie im Westen. Sie haben dabei eindeutig die „Monarchie des Vaters“ und den einen Ursprung des Geists bewahrt – wiederum im Osten wie im Westen –, sind aber im Osten mehrheitlich zu andern Formulierungen gekommen als im Westen. Keiner ist dabei auf die Idee gekommen, die etwas anders Formulierenden als häretisch zu betrachten. Man sah sich gemeinsam auf dem Boden von Nicæa und Constantinopel, ob man nun sagte aus „beiden“ oder „aus dem Vater durch den Sohn“.

Die Polemik darüber entstand lange später, und zunächst nur wegen des Zusatzes zum Konzilstext im Westen. Erst anläßlich weiterer Streitpunkte schaukelte dieser Zwist sich auch auf dogmatischer Ebene hoch, doch auch dies noch jahrhundertelang, ohne kirchentrennend zu sein.

Darum meine ich, daß wir gut daran täten, die theologische Diskussionskultur der Orthodoxie des 4. und 5. Jahrhunderts, ja auch noch des 6. bis 8., in dieser Frage wiederzuentdecken.
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Juergen
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Juergen »

Im Kreuzgang können wir das Problem einfach lösen: Die Westkirchler labern die Ostkirchler mit langem Wortschall unter, bis die mit offenem Mund und staunenden Augen dastehen. :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D
Gruß Jürgen

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Robert Ketelhohn
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Nietenolaf hat geschrieben:
Bernado hat geschrieben:Da finde ich es besonders kennzeichnend und gleichzeitig traurig, daß niemand die vorgeschlagene "salvatorische Klausel" aufgegriffen hat:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Angesichts all dessen könnte man vorschlagen, auszuschließen sei nicht, wer diese oder jene Position in der Sache verträte, sondern wer die Vertreter einer andern Position unbedingt ausschließen will.
Habe ich. An der Stelle stünde die "salvatorische Klausel" im Widerspruch zum Römischen Lehramt (Lyons 2, II:1). Siehe bitte oben.
Nach dem, was ich eben geschrieben habe, und mit der Präzisierung von Florenz, kann dies Anathema eigentlich nur den noch treffen, der auch die Trinitätstheologie der Kappadozier verwirft.
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

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Juergen
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Juergen »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:http://www.zvab.com/refineQuickSearch.d ... mit=Suchen
:auweia: Aua.
Ein Systemfehler ist aufgetreten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.
Gruß Jürgen

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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Nassos hat geschrieben:Da die orthodoxe Kirche sagt, es sei ein Irrtum …
Ach.
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:Haben die östlichen Bischöfe damals alle gepennt? Oder haben sie es nicht verstanden, waren sie theologisch zu ungebildet?
Was versprichst du dir von solcher aggressiven und beleidigenden Wortwahl? :achselzuck:
Finde ich nicht aggressiv, denn er erwartet ja die Antwort: nein.
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Juergen hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:http://www.zvab.com/refineQuickSearch.d ... mit=Suchen
:auweia: Aua.
Ein Systemfehler ist aufgetreten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.
:D Der Systemfehler ist der Preis: US$ 334,45.
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Juergen hat geschrieben:Da es im Osten keine Theologie gibt
:kugel: :freude: :kugel: :freude: :kugel: :ikb_death:
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Da es im Osten keine Theologie gibt, weil die wenigen Konzilien angeblich schon alles entschieden haben und es dort nur noch Katechese gibt (das habe sie mit dem Islam - der seltsamerweise auch aus dem Osten stammt - gemeinsam), wird der Osten das filioque sowieso nie verstehen.
Falsch, es gibt nur keine Dogmenentwicklung.
Doch, natürlich.
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Joseph hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:Die Kirche hat sich immer mit fraglichen Irrlehren in ihr beschäftigt - und das Aufkommen des filioque hatte über Jahrhunderte keinen schismatischen Effekt, war über Jahrhunderte nicht kirchentrennend. Haben die östlichen Bischöfe damals alle gepennt? Oder haben sie es nicht verstanden, waren sie theologisch zu ungebildet? Oder haben sie es einfach anders eingeordnet?
Nun Ralf, damals gab es weder Internet, Foren, Blogs, Telefon, Fax, Zeitungen, air travel und die Leute lebten in ihrer anatolischen Gemeinde ziemlich unbeleckt davon was in Spanien oder Frankfurt-Sachsenhausen geschah. Wenn Kunde von filoquen usw. in den zuständigen Kreisen auftauchte dann geschah das alle Jubeljahre und meist in fraglichen Übersetzungen.
Nein, das ist eine ganz falsche Vorstellung. Die römische Post funktionierte damals ganz hervorragend.
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

lifestylekatholik hat geschrieben:Ich hab mal eine dieser etwas verwirrten Fragen, die manchmal eben auftauchen.

Bei Johannes heißt es ja:
Johannes 5, 19 (Einheitsübersetzung) hat geschrieben:Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn.
Entspringt demnach das Hervortreten des Hl. Geistes keinem »Tun« des Vaters, weil das ja dann der Sohn ebenso täte?
Das ist das Zentralargument bei Augustin und Cyrill von Alexandrien. Bei
Epiphanius, glaube ich, auch – müßte ich aber noch mal nachlesen.

Mann, Mann – das wollte ich eigentlich erst später bringen! ;D
Dann gibt es da aber noch das de meo accipiet – das geht in Richtung ex patre
per filium
.
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Peregrin hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:Ich hab mal eine dieser etwas verwirrten Fragen, die manchmal eben auftauchen.

Bei Johannes heißt es ja:
Johannes 5, 19 (Einheitsübersetzung) hat geschrieben:Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn.
Entspringt demnach das Hervortreten des Hl. Geistes keinem »Tun« des Vaters, weil das ja dann der Sohn ebenso täte?
Was ist mit dem Zeugen des Sohnes, tut das der Sohn ebenso oder entspricht das auch keinem "Tun" des Vaters?
Das ist jeweils das „in allem gleich außer“ anzuwenden.
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Mary
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Mary »

Juergen hat geschrieben:Im Kreuzgang können wir das Problem einfach lösen: Die Westkirchler labern die Ostkirchler mit langem Wortschall unter, bis die mit offenem Mund und staunenden Augen dastehen. :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D

Offener Mund? Staunende Augen?? :nein:

Nun, im Falls der "westlichen" Orthodoxen Mary verhält es sich so: Die ist in sich gegangen und hat ihre Streitlust geopfert zugunsten der Pflichten und Freuden, die das "real life" bietet. :ja:

In diesem Sinne wünsche ich weiter fröhliche "Wahrheitsfindung"...

Lg Maria
Who is so great a God as our God? You are the God who does wonders!

Raphael

Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Raphael »

Juergen hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:
MND hat geschrieben: Die orthodoxe Kirche einigt sich auf keine Irrtümer
Das filioque ist kein Irrtum! :)
Damit wäre das Problem ja gelöst :klatsch:
[quote=""Die fantastischen Vier""]Es könnt' alles so einfach sein, isses aber nicht![/quote]
;D

Ralf

Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Ralf »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Klasse, aber …
http://www.zvab.com/refineQuickSearch.d ... mit=Suchen
:auweia: Aua.
Hier ist's nicht ganz so teuer:

http://www.amazon.de/gp/product/311174 ... sib_rdr_dp

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songul
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von songul »

Ralf hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Klasse, aber …
http://www.zvab.com/refineQuickSearch.d ... mit=Suchen
:auweia: Aua.
Hier ist's nicht ganz so teuer:

http://www.amazon.de/gp/product/311174 ... sib_rdr_dp
Hier dürfte es so ziemlich umsonst sein:

http://books.google.de/books?id=W8FXkmZ ... q=&f=false

LG Songul

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Bernado
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Bernado »

Nassos hat geschrieben:
Ich bohre jetzt mal nach: warum war das NC an sich der RKK nicht ausreichend? Es steht explizit drin, wie der Sohn zum Vater steht, was dessen Göttlichkeit angeht.
Welchen Unterschied genau macht dann das filioque? Ich erkläre diese Frage mal genauer: wäre ich Arianer, und würde die Göttlichkeit des Sohnes vehement abstreiten, dann würde mich das filioque nicht ein Quentchen beeindrucken.
Nachdem Robert jetzt eigentlich das wesentliche gesagt hat, hier nur noch ein paar Randbemerkungen zu Deinem Nachbohren.

Ich denke, Du traust Dir und mir da etwas zu viel zu. Ich glaube nicht, daß wir uns heute in die Haut eines Arianers des 6. Jh. in Spanien versetzen können - und in die Haut eines gegen ihn auftretenden rechtgläubigen Bischofs ebenfalls nicht. Vielleicht ging es aber auch gar nicht um die (wenigen) in der Wolle gefärbten eingewanderten Arianer, sondern um die in Hispanien seit Jahrhunderten rechtgläubige autochthone Christenheit.

Ein Blick in das Geschichtsbuch läßt vermuten, daß der Charme der Formel des "Filioque" darin bestand, daß sie (mit welcher Psychologie auch immer) funktionierte: Der Übergang der in Hispanien herrschenden arianischen Westgoten zur Einen Kirche verlief relativ reibungslos. Ein zweiter Blick zeigt, daß Konstantinopel an den hispanischen Entwicklungen durchaus nicht unbeteiligt war: Während in Rom und Italien im 6. und 7. Jh. alles drunter und drüber ging, stand der hispanische Süden weitgehend unter politischer Kontrolle der Byzantiner und enthielt große Oasen relativer Ruhe. Kirchlich war er freilich stark lateinisch geprägt - aber keinesfalls ausschließlich, denn der mozarabische Ritus enthält mehr östliche Elemente als der römische. (Zumindest als spätere Formen der römischen Liturgie, die ihrerseits stark von Afrika her beeinflußt wurden).

Aber das sind alles Randbemerkungen. Entscheidend ist die von Robert jetzt auch noch mit Hinweisen auf östliche Väter untermauerte Tatsache, daß das Filioque nicht aus theologischen, sondern aus politischen Gründen kirchentrennend überdeterminiert wurde - Jahrhunderte nach seinem Aufkommen und auf beiden Seiten. Wer sich heute daran festkrallt, hat keine starke Position.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

Ralf

Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Ralf »

songul hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Klasse, aber …
http://www.zvab.com/refineQuickSearch.d ... mit=Suchen
:auweia: Aua.
Hier ist's nicht ganz so teuer:

http://www.amazon.de/gp/product/311174 ... sib_rdr_dp
Hier dürfte es so ziemlich umsonst sein:

http://books.google.de/books?id=W8FXkmZ ... q=&f=false

LG Songul
Ist nur 'ne Vorschau, keine voll eingescannte Version.

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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Miserere Nobis Domine hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Da es im Osten keine Theologie gibt, weil die wenigen Konzilien angeblich schon alles entschieden haben und es dort nur noch Katechese gibt (das habe sie mit dem Islam - der seltsamerweise auch aus dem Osten stammt - gemeinsam), wird der Osten das filioque sowieso nie verstehen.
Falsch, es gibt nur keine Dogmenentwicklung.
Doch, natürlich.
Vielleicht habe ich mich undeutlich ausgedrückt, aber es gibt in der römischen Kirche eine gewisse Tendenz, später das Gegenteil von dem als richtig zu lehren, was früher als richtig gelehrt wurde. Zum Beispiel sind die Lehre des Konzils von Konstanz und die LEhre des 1. Vatikanums zum Verhältnis von Papst und Konzil miteinander unvereinbar.

So etwas gibt es in der Orthodoxie nicht.

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Juergen
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Juergen »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Zum Beispiel sind die Lehre des Konzils von Konstanz und die LEhre des 1. Vatikanums zum Verhältnis von Papst und Konzil miteinander unvereinbar.
:auweia:
Gruß Jürgen

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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Ilija »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Miserere Nobis Domine hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Da es im Osten keine Theologie gibt, weil die wenigen Konzilien angeblich schon alles entschieden haben und es dort nur noch Katechese gibt (das habe sie mit dem Islam - der seltsamerweise auch aus dem Osten stammt - gemeinsam), wird der Osten das filioque sowieso nie verstehen.
Falsch, es gibt nur keine Dogmenentwicklung.
Doch, natürlich.
Vielleicht habe ich mich undeutlich ausgedrückt, aber es gibt in der römischen Kirche eine gewisse Tendenz, später das Gegenteil von dem als richtig zu lehren, was früher als richtig gelehrt wurde. Zum Beispiel sind die Lehre des Konzils von Konstanz und die LEhre des 1. Vatikanums zum Verhältnis von Papst und Konzil miteinander unvereinbar.

So etwas gibt es in der Orthodoxie nicht.
MND, es gefällt mir was ich in letzter Zeit von dir lese. Die Kathos haben wirklich die Angewohnheit später das Gegenteil zu predigen von dem was vorher als richtig gepredigt wurde. Manchmal habe ich das Gefühl das den Herren Kardinäle und Päpste langweilig wird und sich deshalb immer etwas neues ausdenken und später sind sie sich zu Stolz den Fehler einzugestehen und das obwohl sie das eigentlich wissen. Selbst, wenn das Filioque wegen Arius ins Glaubensbekenntnis dazu gekommen ist dann ist es doch jetzt kein Problem es wieder heraus zu nehmen oder? Sie geben keine Fehler zu denn dann würde ihr Dogma der Unfehlbarkeit nicht nur des Papstes wanken sondern auch der Römischen Kirche. Manchmal verstehe ich euch Kathos hier nicht, ihr versucht uns immer voll zulabbern das das Filioque keine Theologische Änderung mit sich bringt und nebene das originalcredo genauso wichtig ist und dann das später das das Filioque richtig sei...Ich wiederhole mich nicht so gerne aber ich muss euch sagen, das ihr im Irrtum seid und das nicht nur mit dem Filioque...

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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von lifestylekatholik »

Ilija hat geschrieben:Selbst, wenn das Filioque wegen Arius ins Glaubensbekenntnis dazu gekommen ist dann ist es doch jetzt kein Problem es wieder heraus zu nehmen oder?
So ist es.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Ralf

Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Ralf »

Ilija hat geschrieben:Selbst, wenn das Filioque wegen Arius ins Glaubensbekenntnis dazu gekommen ist dann ist es doch jetzt kein Problem es wieder heraus zu nehmen oder?
Ilija, Robert hatte bereits angemerkt, daß das filioque nur im lateinischen Ritus gebraucht wird innerhalb der Einen Kirche. Was tangiert es Dich also? Es tangiert katholische byzantinische Christen ja auch nicht.

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Ilija
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Ilija »

Ralf hat geschrieben:
Ilija hat geschrieben:Selbst, wenn das Filioque wegen Arius ins Glaubensbekenntnis dazu gekommen ist dann ist es doch jetzt kein Problem es wieder heraus zu nehmen oder?
Ilija, Robert hatte bereits angemerkt, daß das filioque nur im lateinischen Ritus gebraucht wird innerhalb der Einen Kirche. Was tangiert es Dich also? Es tangiert katholische byzantinische Christen ja auch nicht.
Was soll der Angriff auf uns Ralf? Das ist doch ein orthodoxer Unterforum oder? In diesem Dikutiert ihr dieses leidige Thema so lange durch und Quatsch uns voll damit, und wenn einer von uns etwas dazu sagt, dann fragt einer von euch auch noch was UNS das tangiert? Wenn es uns nix angeht dann diskutiert es doch bei euch weiter. Bei uns gibt es kein Filioque und wird es nie geben....

Nur zur Info, das Filioque wird nie in der EINEN Kirche gebraucht auch nicht bei denen die den westlichen Ritus benutzen :patsch:

(In Trauer) Ilija
Zuletzt geändert von Ilija am Montag 16. November 2009, 21:17, insgesamt 1-mal geändert.

Ralf

Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Ralf »

Ilija hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:
Ilija hat geschrieben:Selbst, wenn das Filioque wegen Arius ins Glaubensbekenntnis dazu gekommen ist dann ist es doch jetzt kein Problem es wieder heraus zu nehmen oder?
Ilija, Robert hatte bereits angemerkt, daß das filioque nur im lateinischen Ritus gebraucht wird innerhalb der Einen Kirche. Was tangiert es Dich also? Es tangiert katholische byzantinische Christen ja auch nicht.
Was soll der Angriff Ralf? Das ist doch ein orthodoxer Unterforum oder? In diesem Dikutiert ihr dieses leidige Thema und Quatsch uns somit voll damit und wenn einer von uns etwas dazu sagt, dann fragt einer von euch was UNS das tangiert? Wenn es uns nix angeht dann diskutiert doch bei euch weiter. Bei uns gibt es kein Filioque und wird es nie geben....


(In Trauer) Ilija
Von den Ostkirchen verlangt doch auch niemand ein filioque im Credo. Deswegen verstehe ich das Problem ja auch nicht.

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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Ilija »

Ralf hat geschrieben: Von den Ostkirchen verlangt doch auch niemand ein filioque im Credo. Deswegen verstehe ich das Problem ja auch nicht.
Ralf, weil es in einer EINEN KIRCHE nur EIN GLAUBENSCREDO geben kann und nicht zwei verschiedene wie bei eurer Römisch Katholischen Kirche mit ihren Unirten. Wenn ihr euch ein wenig mehr mit der Orthodoxen Kirche beschäftigen würdet dann würde euch dabei ein Licht aufgehen.

Ralf

Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Ralf »

Also sind die katholischen Byzantiner gar nicht in der Katholischen Kirche, weil sie ein anderes Credo haben?

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Bernado
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Bernado »

lifestylekatholik hat geschrieben:
Ilija hat geschrieben:Selbst, wenn das Filioque wegen Arius ins Glaubensbekenntnis dazu gekommen ist dann ist es doch jetzt kein Problem es wieder heraus zu nehmen oder?
So ist es.
Der Meinung bin ich nicht. Ich sage nicht, es wäre unmöglich herauszunehmen - aber problemlos wäre das nicht.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Ilija
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Ilija »

Ralf hat geschrieben:Also sind die katholischen Byzantiner gar nicht in der Katholischen Kirche, weil sie ein anderes Credo haben?
Junge, wenn ich von der EINEN KIRCHE spreche dann meine ich damit Sicherlich nicht die Römische Kirche denn die ist bei aller Freundschaft nicht Bestandteil der EINEN KIRCHE. Stell dich doch nicht so doof...Bei euch ist es egal was im Credo steht denn es ist euch nur Wichtig das ihr den Papst folgt. Bei uns ist das anders...

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Bernado
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Re: Trennung zwischen Ost und West: das Filioque

Beitrag von Bernado »

Ralf hat geschrieben: Ilija, Robert hatte bereits angemerkt, daß das filioque nur im lateinischen Ritus gebraucht wird innerhalb der Einen Kirche. Was tangiert es Dich also? Es tangiert katholische byzantinische Christen ja auch nicht.
Das ist so nicht richtig. Salopp ausgedrückt: Die müssen es zwar nicht singen, aber glauben.
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