Gefallen an der Orthodoxen Kirche

Ostkirchliche Themen.
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Alexander
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Beitrag von Alexander »

spectator hat geschrieben:Alexander, bist Du Dir auch sicher, dass Du die Ablasslehre der Katholiken so entsprechend verstehst, dass Du mit Sicherheit sagen kannst, dass sie zu verwerfen wäre?
Juergen, Robert, Ihr kennt Euch aus: versteh ich die Ablaßlehre etwa falsch? Belehrt mich, wenn es dem so ist.
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
laß die Furcht
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Alexander
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Beitrag von Alexander »

spectator hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben: Felioque im Glaubensbekenntnis. Es ist keine rein theorethische Frage, sondern hat Auswirkungen ins geilstliche Leben [Punkt]
(für mich überhaupt nicht. Das nur so am Rande).
Unsere Einstellung zu Gott und Menschen wird dadurch bestimmt, woran wir glauben. Darum haben die Heiligen so viel Schweiß (und Blut) im Kampf gegen die Irrlehren vergossen. Gnosis, Arianismus, Nestorianertum, Monophysitentum, Monotheletentum, Ikonoklasmus: sie alle verzerrten das Verhältnis Mensch --- Gott. Darum waren sie gefährlich, aus diesem praktischen Grunde.
Herr Gott,
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spectator
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Beitrag von spectator »

Alexander hat geschrieben:
spectator hat geschrieben: Ihre Abfassung (der Dogmen) war nötig (als Antwort auf Irrlehren), aber der Inhalt der Dogmen ist eine komprimierte Darlegung und Bestätigung dessen, was wir aufgrund der Überlieferung glauben.
Ganau! Davon rede ich die ganze Zeit.
Nein, lieber Alexander, das und so hast Du vorher nicht geschrieben, sondern: Spectator, ALLE Dogmen der Kirche sind auf diese Weise definiert worden --- sie waren Antworten auf Irrlehren. – und diese Weise, die ich ins Gespräch brachte, war, dass viele Nichtkatholiken den Glauben ihrer Kirche mit der Aufzählung der (angeblichen) Fehler in der Lehre der RK-Kirche definieren. Das ist nicht dasselbe, was zur Entstehung der Dogmen beigetragen hatte.
Aber lassen wir das; machen wir einfach weiter. ;)
Alexander hat geschrieben: Und die Dogmen (z.B.) von der unbefleckten Empfängnis Mariä und der päpstlichen Unfehlbarkeit sind kein überliefertes Gut, sie lassen sich aus den vorschismatischen Quellen nicht nachweisen...
dass sie sich nicht nachweisen lassen, bedeutet es noch nicht, dass sie falsch (nicht gottgewollt) sein müssen.
Alexander hat geschrieben: Auch die westlichen Theologen können den Gegenteil nicht beweisen.
Die Richtigkeit der Lehre der Orthodoxie lässt sich auch nicht beweisen. Diese „Richtigkeit“ resultiert aus dem Glauben der Orthodoxie, so wie die Richtigkeit des Glaubens der RK-Kirche aus dem Glauben der Kirche resultiert.
Alexander hat geschrieben:Wir hingegen, wir haben nichts "erfunden".
das kann aber auch bedeuten, ihr habt die Worte des Herrn aus Joh 16:12-13 nicht wahr genommen und euch nicht weiterentwickelt. ;)
Alexander hat geschrieben:Wir sind immernoch die gute alte vorschismatische Katholische Kirche. Den sieben Konzilien und den Kirchenvätern treu.
Wir auch.

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Alexander
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Beitrag von Alexander »

spectator hat geschrieben:Wir auch.
Nein, spectator, entweder ihr oder wir (oder noch jemand, oder keiner), zwei einander widersprechende dogmatische Systeme können nicht gleichzeitig wahr sein, so die formale Logik.
Das "wir auch" ist schon deshalb nicht korrekt, da sich das lehrgebeude der römischen Kirche von der dem Zustand vor der Teilung erheblich unterscheidet, was bei uns nicht der Fall ist.
Weiterentwickeln? Dogmatische Weiterentwicklung ist nach unserer Überzeugung nicht möglich. Man kann eben, wie Du es schon gesagt hast, keine neuen Dogmen erfinden, sondern nur das von Anfang an Überlieferte zum Dogma erklären. Der Westen hat neue Dogmen erfunden, die in der Ungeteilten Kirche nicht geglaubt wurden (wie in allen Häresien). Bei uns sieht man die Kontinuität des Lehrgebäudes und der Praxis. Im Westen ist sie gebrochen worden. Es ist nicht anders vom theoretischen Standpunkt her, als in den alten Abspaltungen (Nestorianer, Monophysiten...). Die Orthodoxie ist nicht etwas rein Subjektives (durch diesen in Mode gekommenen fernöstlich-protestantisch-westeuropäisch-humanistischen Glaubensrelativismus könnte man ja auch die erwähnten Nestorianer und Monophysiten rechtfertigen), sondern eine objektive Sache --- die Treue zur Überlieferung. Solche Geschichtchen wie das Felioque, päpstliche Unfehlbarkeit und Mariä unbefleckte Empfängnnis erwachsen aber nicht aus der gesamtchristlichen Überlieferung der Ungeteilten kirche, sondern widersprechen ihr. Somit sind sie erfunden, und nicht nur erfunden, sondern auch irreführend.
Zuletzt geändert von Alexander am Donnerstag 15. September 2005, 22:27, insgesamt 3-mal geändert.
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Alexander
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Beitrag von Alexander »

Wir entwickeln uns ja auch weiter, spactator, :D nur nicht durch das Hinzuerfinden von Glaubensinhalten.
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spectator
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Beitrag von spectator »

Alexander hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:Wir auch.
Nein, spectator, entweder ihr oder wir (oder noch jemand, oder keiner), zwei einander widersprechende dogmatische Systeme können nicht gleichzeitig wahr sein, so die formale Logik.
aber Deine Feststellung: „oder keiner“ ist auch kein Ergebnis der formalen Logik, sondern kann nur auf die Nichterfüllung der Bedingungen hinweisen – also ein undefinierter Zustand.
Findet Gott diesen Zustand als nichtakzeptabel ?
Alexander hat geschrieben: Weiterentwickeln? Dogmatische Weiterentwicklung ist nach unserem Überzeugen nicht möglich.
ja, nach eurer Überzeugung. Ist aber diese Überzeugung absolut und durch Beweise oder zusätzliche (sagen wir: außerordentliche) göttliche Offenbarung gesichert?
Wenn ja, bitte um Ausführung/Darstellung dieser.
Wenn nein, dann seid ihr nicht besser dran, als die Katholiken.
Alexander hat geschrieben: Der Westen hat neue Dogmen erfunden...
erfunden - nach eurer Überzeugung. Wer sagt, dass eure Überzeugung besser als die unsere ist? Gott? – Gott hat Deine Ausführungen bis jetzt nicht bestätigt, lieber Alexander.
Alexander hat geschrieben:Bei uns sieht man die Kontinuität des Lehrgebäudes und der Praxis.
bei uns auch.
Alexander hat geschrieben: Im Westen ist sie gebrochen worden.
wodurch/womit?
Alexander hat geschrieben: Die Orthodoxie ist nicht etwas rein Subjektives...
die Lateiner auch nicht.
Alexander hat geschrieben:Solche Geschichtchen wie das Felioque, päpstliche Unfehlbarkeit und Mariä unbefleckte Empfängnnis erwachsen aber nicht aus der gesamtchristlichen Überlieferung der Ungeteilten Kirche, sondern widersprechen ihr.
nach eurer Überzeugung.
Alexander hat geschrieben: Somit sind sie erfunden, und nicht nur erfunden, sondern auch irreführend.
nach eurer Überzeugung.
Alexander hat geschrieben:Wir entwickeln uns ja auch weiter, spactator, :D
das hoffe ich auch für euch.
Alexander hat geschrieben:nur nicht durch das Hinzuerfinden von Glaubensinhalten
wodurch denn dann? Durch die Aufzählung der von euch deklarierten Fehlern in der katholischen Lehre? Alexander, das ist ein gefährlicher Weg. Ein Irrweg.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Alexander hat geschrieben:Nein, spectator, entweder ihr oder wir (oder noch jemand, oder keiner), zwei einander widersprechende dogmatische Systeme können nicht gleichzeitig wahr sein, so die formale Logik.
Du bist doch recht westlich angekränkelt, Alexander. Das klingt eher nach katholischer Apologetik des 19. Jahrhunderts. ;D
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rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Nietenolaf
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Beitrag von Nietenolaf »

spectator hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben:Weiterentwickeln? Dogmatische Weiterentwicklung ist nach unserem Überzeugen nicht möglich.
ja, nach eurer Überzeugung. Ist aber diese Überzeugung absolut und durch Beweise oder zusätzliche (sagen wir: außerordentliche) göttliche Offenbarung gesichert?
Wenn ja, bitte um Ausführung/Darstellung dieser.
Hl. Ap. Paulus (Hebr. 13:8 ) hat geschrieben:"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit."

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Alexander
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Beitrag von Alexander »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben:Nein, spectator, entweder ihr oder wir (oder noch jemand, oder keiner), zwei einander widersprechende dogmatische Systeme können nicht gleichzeitig wahr sein, so die formale Logik.
Du bist doch recht westlich angekränkelt, Alexander. Das klingt eher nach katholischer Apologetik des 19. Jahrhunderts. ;D
Ihr Westler seid griechisch beeinflußt (Aristoteles, dessen Konstrukte ich hier nutze). :P
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spectator
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Beitrag von spectator »

Nietenolaf hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben:Weiterentwickeln? Dogmatische Weiterentwicklung ist nach unserem Überzeugen nicht möglich.
ja, nach eurer Überzeugung. Ist aber diese Überzeugung absolut und durch Beweise oder zusätzliche (sagen wir: außerordentliche) göttliche Offenbarung gesichert?
Wenn ja, bitte um Ausführung/Darstellung dieser.
Hl. Ap. Paulus (Hebr. 13:8 ) hat geschrieben:"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit."
Lieber Nietenolaf,
es gibt keinen Beweis dafür und auch keine außerordentliche göttliche Offenbarung, die bestätigen könnte, dass die lateinische Kirche nicht an diesen, den selben Christus glaubt.

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Nietenolaf
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Beitrag von Nietenolaf »

spectator hat geschrieben:Lieber Nietenolaf,
es gibt keinen Beweis dafür und auch keine außerordentliche göttliche Offenbarung, die bestätigen könnte, dass die lateinische Kirche nicht an diesen, den selben Christus glaubt.
Einverstanden. Wer wollte das beweisen?

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spectator
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Beitrag von spectator »

Nietenolaf hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:Lieber Nietenolaf,
es gibt keinen Beweis dafür und auch keine außerordentliche göttliche Offenbarung, die bestätigen könnte, dass die lateinische Kirche nicht an diesen, den selben Christus glaubt.
Einverstanden. Wer wollte das beweisen?
sowohl für die Richtigkeit des Glaubens der lateinischen Kirche als auch für die der Orthodoxie gibt es auch keine Beweise.

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Alexander
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Beitrag von Alexander »

spectator hat geschrieben:
Nietenolaf hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:Lieber Nietenolaf,
es gibt keinen Beweis dafür und auch keine außerordentliche göttliche Offenbarung, die bestätigen könnte, dass die lateinische Kirche nicht an diesen, den selben Christus glaubt.
Einverstanden. Wer wollte das beweisen?
sowohl für die Richtigkeit des Glaubens der lateinischen Kirche als auch für die der Orthodoxie gibt es auch keine Beweise.
Und die ganzen alten Häresien läßt Du auch gelten, was?
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
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spectator
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Beitrag von spectator »

Alexander hat geschrieben:Ihr Westler seid griechisch beeinflußt. :P
überhaupt nicht, lieber Alexander.


Alexander hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:
Nietenolaf hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:Lieber Nietenolaf,
es gibt keinen Beweis dafür und auch keine außerordentliche göttliche Offenbarung, die bestätigen könnte, dass die lateinische Kirche nicht an diesen, den selben Christus glaubt.
Einverstanden. Wer wollte das beweisen?
sowohl für die Richtigkeit des Glaubens der lateinischen Kirche als auch für die der Orthodoxie gibt es auch keine Beweise.
Und die ganzen alten Häresien läßt Du auch gelten, was?
ich bin nicht der, der entscheiden muss, bzw. nicht der, der die Pflicht hat, die ihm verliehene Entscheidungsmacht anzuwenden.
Zuletzt geändert von spectator am Donnerstag 15. September 2005, 22:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Nietenolaf
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Beitrag von Nietenolaf »

spectator hat geschrieben:
Alexander hat geschrieben:Ihr Westler seid griechisch beeinflußt. :P
überhaupt nicht, lieber Alexander.
Hm, ich bin zwar kein Fan von solchem Hin- und Herschieben des schwarzen Peters, aber denke doch an Thomas von Aquin.

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Nietenolaf
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Beitrag von Nietenolaf »

Alexander hat geschrieben:@Nietenolaf, könntest Du bitte die Sache mit der Askese übernehmen?
Nun, diese Aufgabe ist enorm, denn hier ginge es darum, das Gebetsleben der beiden Traditionen zu vergleichen.

Ich denke zwar tatsächlich, daß die augenscheinlichsten Unterschiede eben nicht in den theologischen Ebenen wie der des filioque oder z.B. des "Fegfeuers" liegen, sondern genau hierin: in der Gebetspraxis. Aber mir ist ein Vergleich eben deshalb doch kaum möglich. Man muß natürlich wissen, daß der rechte Glaube und das rechte Handeln Grundlage für die rechte Lobpreisung (Orthodoxie) Gottes sind. Das heißt also: sieht man irgendwelche wesentlichen Unterschiede in der Art der Gottesschau, so sind diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch einen anderen Glauben, will heißen: durch andere dogmatische Grundlagen hervorgebracht.

Da Alexander die Askese ansprach, so kann ich anfügen, daß, vergleicht man die Gebetspraxis des Ostens mit der des Westens, so wird im Westen erstaunlicherweise genau das empfohlen, was die asketische Praxis des Ostens streng verbietet. Als Beispiel mag Ignatius von Loyola mit seinen "Geistlichen Übungen" dienen.

Was darin u.a. für eine Meditation empfohlen wird, sind Dinge, wie: "Stelle dir im Geiste riesige Flammenzungen vor und Seelen, die wie in brennende Leiber eingesperrt sind. Höre die Verwünschungen und Flüche, das Heulen und Schreien, die Lästerungen gegen Jesus Christus und Seine Heiligen. Rieche den Rauch, den Schwefel, der Zersetzung und Verwesung. Stelle dir vor, daß du selbst diese Flammen spürst. Gedenke der Seelen, die in der Hölle verweilen, und danke dem Herrn dafür, daß Er es nicht zuließ, dein Leben hier zu beennden."

Für das Gebet werden sinnliche Bilder heraufbeschworen.

Das ist aber geistlicher Selbstmord. Das ist nichts anderes als Götzendienst.

Ignatius ist nun keine Ausnahme. Es seien die Namen der Theresa von Ávila (+1582) oder der seligen Angela von Foligno (+1309) erwähnt. Ihre "mystischen Offenbarungen" sind - vom asketischen, nüchternen, die Geister unterscheidenden Standpunkt - Irrungen einer ziemlich schlimmen Kategorie, zumindest, wenn man diese Visionen für Gnadengaben hält. Die heraufbeschworenen Gesichte antworten nämlich: Theresa wälzt sich in ihrer Zelle, während ein Engel sie mit einem goldenen Speer pfählt, Angela hält das Kreuz Christi in mystischer Verzückung für ihr Ehelager mit dem Gekreuzigten. Das ist schon starker Tobak, und es sind Heilige der römischen Kirche. Theresa von Ávila ist eine Kirchenlehrerin der römischen Kirche.

Wie kommt's, oder was halte ich für das Problem?

Das Problem ist die Vertauschung des Himmlischen durch das Irdische, des Geistlichen durch das Seelische (Sinnliche). Emotionen statt Gebet. Eine Unterordnung des Geistes. Nun, in welcher dogmatischen Eigenart der Lateiner kam das vor? Wie gesagt, Pauschalisierungen seien mir ferne. Aber die Heiligen sind die Früchte des Geistes, sie sind die Gipfel, an welchen man das Gebirge mißt. Es geht ja z.B. bei Ignatius und Theresa nicht um irgendwelche wildgewordenen Bayern, sondern um solche großen Berggipfel.

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

@nietenolaf

Lieber Nietenolaf, ich weiß nicht, ob das zu Deinen Bemerkungen über den hl. Ignatius oder über die hl. Theresia paßt, aber ich habe gelesen, daß zum Beispiel Stigmatisierte nur in der Kirche des Westen vorkommen; bei Euch gibt es das offenbar nicht.

Euer Blick ist ja auch mehr auf die Auferstehung gerichtet als auf die Passion. Im Westen ist es wohl eher umgekehrt.

Es gibt also unübersehbare Unterschiede, ich möchte sagen: in der religiösen Mentalität. Die Orthodoxen kommen mir vergleichsweise ruhiger, unaufgeregter, gelassener vor.

Bitte verreiß mich nicht, wenn ich mich ungeschickt und falsch ausgedrückt habe.

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spectator
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Beitrag von spectator »

Nietenolaf hat geschrieben:Das heißt also: sieht man irgendwelche wesentlichen Unterschiede in der Art der Gottesschau, so sind diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch einen anderen Glauben, will heißen: durch andere dogmatische Grundlagen hervorgebracht.
gut, aber dann stehen wir immer noch vor der Frage: ist dieser andere Glaube falsch? – wenn ja, dann muss man das beweisen – ein Bezug auf die Gebetserfahrungen der Kirchväter (des Ostens) reicht nicht.
Nietenolaf hat geschrieben:Da Alexander die Askese ansprach, so kann ich anfügen, daß, vergleicht man die Gebetspraxis des Ostens mit der des Westens, so wird im Westen erstaunlicherweise genau das empfohlen, was die asketische Praxis des Ostens streng verbietet.
Nein, lieber Nietenolaf.
Vermutlich kommst Du zu diesem Schluss nur deshalb, weil diese Gebetspraxis sehr auffallend wirkt, aber wenn auch diese empfohlen wird, so kann mich auch der Papst nicht an solche Gebetspraxis binden.
Nietenolaf hat geschrieben:Als Beispiel mag Ignatius von Loyola mit seinen "Geistlichen Übungen" dienen.
(...)
Ignatius ist nun keine Ausnahme. Es seien die Namen der Theresa von Ávila (+1582) oder der seligen Angela von Foligno (+1309) erwähnt. Ihre "mystischen Offenbarungen" sind - vom asketischen, nüchternen, die Geister unterscheidenden Standpunkt - Irrungen einer ziemlich schlimmen Kategorie...
Die Kirche hat diese Gebetserfahrungen nicht verworfen, es bedeutet aber nicht, dass diese für mich oder für irgendeinen Katholiken bindend sind.
Nietenolaf hat geschrieben:Wie kommt's, oder was halte ich für das Problem?

Das Problem ist die Vertauschung des Himmlischen durch das Irdische, des Geistlichen durch das Seelische (Sinnliche). Emotionen statt Gebet. Eine Unterordnung des Geistes. Nun, in welcher dogmatischen Eigenart der Lateiner kam das vor?
Nietenolaf, wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann muss ich Dir eine weitere Frage stellen: Glaubst Du denn wirklich, dass Dogmen Gebetserfahrungen bewirken/erzeugen können?

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spectator
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Beitrag von spectator »

Lieber Nietenolaf,
es gibt auch andere Beispiele in der lateinischen Kirche (Du kennst diese Beispiele auch - auch von mir ;) ).
Nehmen wir mal einfach das Leben des heiligen Romuald von Camaldoli. In seinen Gebetserfahrungen, die er seinen Schülern mitteilte, bezog er sich oft auf die Mystik und Gebetspraxis des Ostens:

Die kleine Regel des Meister Romuald ist uns von seinem Jünger Jan überliefert. Jan war einer der fünf Märtyrer, die in Polen im Jahr 1003 den Märtyrertod fanden. Diese Regel wurde vom Bruno von Querfurt, einem anderen Jünger, in seinem Werk "Hagiographie der fünf Brüder Märtyrer" redigiert (Kap. 19) und stellt eine Zusammenstellung vieler Maximen aus dem Mönchsleben des ersten Jahrtausends dar.. Es ist ein besonderer Text mit Metaphern, in dem der Betende mit einem Fischer und der Heilige Geist mit einer Mutter verglichen wird. Es ist ein erstes Anknüpfen an Romualds und an die Kamaldulenser Tradition, die am Anfang des zweiten Jahrtausends auf den Boden der benediktinischen Regel verpflanzt wurde.
Der aus dem christlichen Osten stammende Text ist für den Hesychasmus typisch, in der Haltung dessen, der schweigend vor Gott steht.
Die mystische Gebetserfahrung Romualds basiert auf seiner persönlichen Heiligkeit, der vollkommenen Reue des Herzens und der tiefen Weisheit der Heiligen Schrift, insbesondere der Psalmen ("Hagiographie des hl. Romuald", Kap. 9,31,50).
”Nimm Platz in deiner Zelle, als wenn du im Paradies wärest.
Lass die ganze Welt hinter dir und vergiss sie.
Erforsche deine Gedanken, wie ein erfahrener Fischer, der nach dem Fisch Ausschau hält.
Der Pfad, dem du nachgehen sollst, ist in den Psalmen – verlasse ihn niemals.
Tratst du erst vor kurzem ins Kloster ein und erlangst du trotz deines guten Willens nicht das, wonach dich verlangt, so nutze jede passende Gelegenheit, in deinem Herzen Psalmen zu singen und sie mit eigenem Verstand zu verstehen.
Wenn jedoch dein Verstand wandert, während du liest, gebe nicht nach; eile zurück und wende deinen Verstand den Wörtern noch mal zu.
Sei dir vor allem dessen bewusst, dass du in der Gegenwart Gottes weilst, verhalte dich also so wie jemand, der vor dem Kaiser steht. Reinige dich gänzlich und sei in Erwartung froh über die Güte des Herrn wie ein Küken, das nur das isst, was die Mutter ihm bringt."
(Quelle)



P.S. und doch ist Romuald ein Lateiner. ;)

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

@nietenolaf
@Alexander

Weshalb gründet man denn nicht eine Deutsche Orthodoxe Kirche?
Die könnte sich doch dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel unterstellen.

Ist das vorstellbar, oder liege völlig verkehrt?

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Alexander
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Beitrag von Alexander »

Ewald Mrnka hat geschrieben:Es gibt also unübersehbare Unterschiede, ich möchte sagen: in der religiösen Mentalität. Die Orthodoxen kommen mir vergleichsweise ruhiger, unaufgeregter, gelassener vor.
Ja, es ist ja auch die Leidenschaftslosigkeit, die man anstrebt (Gott hat ja keine Leidenschaften).
Kurzum, das spritiuelle Leben der Orthodoxie entpricht dem, was man noch in den asketischen Zeugnissen der ungeteilten Kirche findet. (lest mal diese Zeugnisse --- sie sind sehr erbaulich). Im Westen hat man sich nach der Trennung davon fortentwickelt, was sehr tiefe und bedauerliche Folgen hat (was Wunder: Dogmatik ist ja ein Teil der Askese; die westlichen Heiligen der ungeteilten Kirche weinen wohl angesichts der ganzen Misere unter ihren Nachfolgern). Also: zurück zu der Orthodoxie!
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Beitrag von spectator »

Alexander hat geschrieben:Kurzum, das spritiuelle Leben der Orthodoxie entpricht dem, was man noch in den asketischen Zeugnissen der ungeteilten Kirche findet. (lest mal diese Zeugnisse --- sie sind sehr erbaulich). Im Westen hat man sich nach der Trennung davon fortentwickelt...
Alexander, das ist eure Überzeugung allein.
Das ist nicht die ganze Wirklickeit der ganzen Kirche des Westens.

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Alexander
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Beitrag von Alexander »

Ewald Mrnka hat geschrieben:@nietenolaf
@Alexander
Weshalb gründet man denn nicht eine Deutsche Orthodoxe Kirche?
Es gibt nicht genug orthodoxe Deutsche. Sie sind hier auf verschiedene Gemeinden verschiedener Patriarchate verteilt, es gibt ganz wenige Gemeinden mit Deutsch als liturgische Hauptsprache.
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
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Beitrag von Alexander »

Zumal eine "Deutsche Orthodoxe Kirche" oder "Europäische Orthodoxe Kirche" sinnvollerweise eine autokephale Ortskirche sein müßte, das heißt mit einem eigenen Vorsteher und nicht in einer Abhängigkeit von Konstantinopel.
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
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nicht über mich herrschen.
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Nietenolaf
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Beitrag von Nietenolaf »

Mein teurer Spectator,
spectator hat geschrieben:...und doch ist Romuald ein Lateiner. ;)
Na, wunderbar. Ich meinte ja auch, daß ich nicht pauschalisieren will. Romuald ist ein Lateiner, aber wie hat die Hl. Theresa denn - im Gegensatz zu ihm - den Titel einer Kirchenlehrerin verliehen bekommen? Niemand bestreitet, daß es hier und da sowohl gesunde als auch kranke Spiritualität gibt. Aber es werden irgendwie die falschen Dinge akzentuiert und zum Ideal erhoben. Vom Hl. Romuald hörte ich beispielsweise erstmals von Dir. Die Hl. Theresa z.B. usw. hingegen mit ihrer seltsamen Mystik sind überall bekannt.
spectator hat geschrieben:Nietenolaf, wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann muss ich Dir eine weitere Frage stellen: Glaubst Du denn wirklich, dass Dogmen Gebetserfahrungen bewirken/erzeugen können?
Hierzu ein eindeutiges Ja. Das heißt, vielleicht nicht "bewirken/erzeugen", aber doch beeinflussen. Sieh Dir die Auswüchse an Texten an, die es im Zusammenhang mit den Erscheinungen in Rotterdam gibt. Das ist vollkommen verquer. Ein Extrembeispiel, aber es zeigt in Deutlichkeit, was woanders vielleicht nur unbemerkt und unterschwellig erfolgt.
Zuletzt geändert von Nietenolaf am Freitag 16. September 2005, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Nietenolaf »

Alexander hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben:@nietenolaf
@Alexander
Weshalb gründet man denn nicht eine Deutsche Orthodoxe Kirche?
Es gibt nicht genug orthodoxe Deutsche.
Dazu habe ich scheinbar eine dezent andere Meinung als Alexander.

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spectator
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Beitrag von spectator »

Nietenolaf hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:...und doch ist Romuald ein Lateiner. ;)
Na, wunderbar. Ich meinte ja auch, daß ich nicht pauschalisieren will. Romuald ist ein Lateiner...
ja, und er ist kein Einzelfall.
Nietenolaf hat geschrieben:...aber wie hat die Hl. Theresa denn - im Gegensatz zu ihm - den Titel einer Kirchenlehrerin verliehen bekommen?
lieber Nietenolaf, ich muß Dir ehrlich beichten, dass diese Art der Spiritualität und manche Gestalten in der Reihe der Heiligen noch nie so richtig mein Interesse geweckt haben. Nicht einmal Johannes von Kreuz. Männer wie: Benedikt von Nursia, Romuald von Camaldoli, Bruno von Köln - mit ihrer Spiritualität und ihrer „Neigung“ (der Welt zu entsagen; ihr den Rücken zu kehren) haben schon immer mein Interesse viel mehr geprägt, als irgendwelche Privatoffenbarungen oder Visionen, die man eh nicht glauben muss und die eh für die Katholiken nicht bindend sind.
Und wie die hl. Theresa den Titel "Kirchenlehrerin" bekommen hat, tja, da müsste man diejenigen fragen, die den Papst um die Heiligsprechung gebeten haben und die, die sich mit ihrer Lebensbeschreibung und Spiritualität befasst haben. Denn das Heiligsprechungsverfahren wird oft auf die Bitten des Volkes eingeleitet. Ich kann Dir dazu keine gute und ausführliche Antwort liefern.
(Wenn man mich fragen würde, warum wurde Romuald oder Bruno heilig gesprochen, dann bin ich bereit in die Landesbibliothek Stuttgart bei Gelegenheit zu fahren und ein entsprechenden Vortrag vorbereiten.) ;)

Nietenolaf hat geschrieben:Niemand bestreitet, daß es hier und da sowohl gesunde als auch kranke Spiritualität gibt. Aber es werden irgendwie die falschen Dinge akzentuiert und zum Ideal erhoben.
ich denke, das stimm nur teilweise. Diese „Dinge“ werden vor allem vom Volk und im Volksglauben akzentuiert, weil sie eine gewisse Sensation auslösen und darstellen. Der Sensationssüchtige und mit heidnischem Blech bedeckte Volksglaube braucht vielleicht eine solche "Akzentuierung" in der er sich an solche „Spiritualität“ und "Dinge" klammern kann, die nichts fordern, aber einen „Beweis“ für die Existenz des Übernatürlichen liefern (in der deutschen Sprache fängt das schon bei der Benennung der Wochentage an ;) : Sonntag – von der Sonne, Montag – vom Mond u.a.). Selbst im kommunistischen Russland, glaube ich, war Sonntag und Ostern nicht nach irgendwelchen heidnischen „Gottheiten“ oder Himmelskörper benannt, oder?
Nietenolaf hat geschrieben:Vom Hl. Romuald hörte ich beispielsweise erstmals von Dir.
tja, da ging es Dir nicht besser als mir. Ich hörte zwar vom hl. Romuald schon viel früher (im Ausland), aber als ich vor ca. 12 Jahren nach Infos über ihn und die Kamaldulenser in deutschen Bibliotheken suchte, war das ein Drama. Man hat mir ein fotokopiertes Buch in italienischer Sprache besorgt, das ich innerhalb von 2 Wochen zurückgeben musste. Erst das Internet und meine Reisen nach Italien und Polen brachten etwas Licht in die Hinterlassenschaft des lutherischen Reformationsgeistes. ;)
Nietenolaf hat geschrieben:Die Hl.Theresa z.B. usw. hingegen mit ihrer seltsamen Mystik sind überall bekannt.
Die Lieblingsheiligen des Volkes sind vor allem die, die nichts fordern (oder besser gesagt, deren Forderungen nicht bekannt sind) und aus deren Leben man irgendwelchen Schauspiel machen kann (wie z.B.: der hl. Martin und die Gans oder der hl. Franziskus und die Vöglein )
Wenn sich aber die Katholiken in die Lebensbeschreibung solcher wie Franz von Assisi tatsächlich vertiefen würden, dann hört der Spaß auf, denn all das, was man den Kindern über ihn erzählt, ist nur eine „kinderfreundliche“ Interpretation seines Lebens, nicht aber seiner Spiritualität. Leider bleiben die "kinderfreundlichen" Erzählungen über das Leben der Heiligen in den Katholiken unverändert bis zum Erwachsenenalter und prägen somit den katholischen Volksglauben der Masse.
Nietenolaf hat geschrieben:
spectator hat geschrieben:Nietenolaf, wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann muss ich Dir eine weitere Frage stellen: Glaubst Du denn wirklich, dass Dogmen Gebetserfahrungen bewirken/erzeugen können?
Hierzu ein eindeutiges Ja. Das heißt, vielleicht nicht "bewirken/erzeugen", aber doch beeinflussen.
Tja, ich glaube das jedenfalls nicht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Lebensbeschreibungen und die Spiritualität solcher wie Benedikt (und der Benediktiner), Romuald (und der Kamaldulenser), Bruno (und der Kartäuser), haben mich schon viel früher interessiert als die Dogmen der Kirche. Vielleicht hängt das auch mit der Umgebung zusammen, in der man aufwächst (das glaube ich sogar ziemlich fest). Bei mir war es eher umgekehrt – die Spiritualität dieser Männer (und ihres Erbes – die Ordensgemeinschaften) hat mein Interesse für die Dogmen und Gesetze der Kirche erweckt, die eben eine eindeutige und fordernde Richtschnur angeben (na ja, entweder sitze ich auf dem richtigen oder dem falschen Dampfer ;) ).
Nietenolaf hat geschrieben: Sieh Dir die Auswüchse an Texten an, die es im Zusammenhang mit den Erscheinungen in Rotterdam gibt. Das ist vollkommen verquer. Ein Extrembeispiel, aber es zeigt in Deutlichkeit, was woanders vielleicht nur unbemerkt und unterschwellig erfolgt.
Nieteolaf, für mich sind solche Erscheinungen mit ihren Texten Bedeutungslos. Ich habe die Texte nicht gelesen und sie interessieren mich auch nicht, deshalb kann ich dazu nicht viel sagen. Ich war nie in solchen Walfahrtsorten wie Lourdes, Fatima, Tschenstochau, oder Medjugorje und werde wahrscheinlich diese Orte nie im Leben besuchen. Warum sollte ich? Außerdem, es kann niemanden mehr geben, der etwas neues sagt, als das, was Gott durch seine Propheten, seinen Sohn und die Apostel offenbarte. So also alles, was in irgendwelchen Privatoffenbarungen, wenn auch seriös, gesagt wird, kann man eh von der allgemeinen Offenbarung, die wir aus der Heiligen Schrift kennen, ableiten.
Da stellt sich dann die Frage: wozu also überhaupt noch irgendwelche Privatoffenbarungen?
Na ja, vielleicht muß der Volksmenge die Richtung ab und zu auf die Art und Weise gezeigt werden, weil selbst kann sie weder mit der Heiligen Schrift noch mit der Lehre der Kirche etwas anfangen. ;)

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Alexander
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Beitrag von Alexander »

Schön ist es, sich an der Lehre der Heiligen zu laben und durch diesen lauteren Quell durch und durch lauter zu werden.

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Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
laß die Furcht
nicht über mich herrschen.
(D. Bonhoeffer)

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

@Alexander
@nietenolaf

Wie ist das mit der Sprache in der Liturgie?

Ich habe gehört, daß man grundsätzlich in der jeweiligen Landessprache zelebriert - allerdings soll die Sprache bei den Griechen sehr altertümlich sein und bei der Russen soll man das mittelalterliche Kirchenslawisch verwenden.

Ist das so richtig?

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Alexander
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Beitrag von Alexander »

Ewald Mrnka hat geschrieben:@Alexander
@nietenolaf

Wie ist das mit der Sprache in der Liturgie?

Ich habe gehört, daß man grundsätzlich in der jeweiligen Landessprache zelebriert - allerdings soll die Sprache bei den Griechen sehr altertümlich sein und bei der Russen soll man das mittelalterliche Kirchenslawisch verwenden.

Ist das so richtig?
Das ist so richtig. Die Georgier benutzen meines Wissens auch eine mittelalterliche Sprachstufe.
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spectator
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Beitrag von spectator »

Alexander hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben:@Alexander
@nietenolaf

Wie ist das mit der Sprache in der Liturgie?

Ich habe gehört, daß man grundsätzlich in der jeweiligen Landessprache zelebriert - allerdings soll die Sprache bei den Griechen sehr altertümlich sein und bei der Russen soll man das mittelalterliche Kirchenslawisch verwenden.

Ist das so richtig?
Das ist so richtig. Die Georgier benutzen meines Wissens auch eine mittelalterliche Sprachstufe.
wird noch das Altkirchenslavisch als Liturgiesprache benutzt?

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Nietenolaf
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Beitrag von Nietenolaf »

spectator hat geschrieben:wird noch das Altkirchenslavisch als Liturgiesprache benutzt?
Nein, sondern (in der russischen Kirche) das sogenannte Synodalkirchenslawisch; es ist eine Anpassung des Altkirchenslawisch an die veränderte Lautsprache und gilt seit dem 17. Jh. Es unterscheidet sich vom Altkirchenslawischen recht merklich. Es fehlen viele Laute, z.B. die Nasale. Die gibt es ja im Russischen nicht mehr, dafür im Polnischen. Auch fehlen die vorderen reduzierten Vokale (Ъ und Ь, usw.), bzw. sie haben keinen Lautwert mehr (das hat das Bulgarische bewahrt). Und so weiter...

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