Schwedische Missionsprovinz

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.
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Petur
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Beitrag von Petur »

Marcus hat geschrieben:Wer kennt „Luther-säätiö“ näher? Das scheint das finnische Pendant zur schwedischen Missionsprovinz zu sein.
In Beziehung mit dieser Gruppe:>>A Finnish professor questions the validity of "schismatic"baptisms<<

http://pietist.blogspot.com/2008/02/fin ... ty-of.html

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Petur
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Beitrag von Petur »

Wenn es hier um Skandinavien geht, möchte ich auch diese neue Gemeinschaft erwähnen:

http://www.nordiskkatolsk.no/

Eine Tochterkirche der Polish National Catholic Church (USA und Kanada), der ehemaligen Mitgliedskirche der Utrechter Union der altkath. Kirchen.

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SpaceRat
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Beitrag von SpaceRat »

Ich glaube es wird Zeit, daß ich auch mal eine neue Kirche gründe...

Das lutherisch-methodistisch-orthodox-altkatholisch-apostolische Bistum der Altchristen in Aachen und Nordwestrheinland...
Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.

Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus »

SpaceRat hat geschrieben:Ich glaube es wird Zeit, daß ich auch mal eine neue Kirche gründe...

Das lutherisch-methodistisch-orthodox-altkatholisch-apostolische Bistum der Altchristen in Aachen und Nordwestrheinland...
Als erstes brauchst Du mal eine Bischofsweihe. So fängt es immer an. Erstmal wird man Bischof, eine Gemeinde findet sich dann schon. Vielleicht. Und um sicherzugehen, daß die Weihe "echt" ist, solltest Du Dich gleich von drei oder vier Vaganten weihen lassen. Und weil Weihen soviel Spaß macht, ist es sicher gut, wenn Du gleich mal ein paar Priester weihst. Vielleicht schaffen die es ja dann, eine Gemeinde herbeizuschaffen.

Die Namensfrage ist natürlich wichtig. Aber ich sehe, die hast Du schon vorbildlich gelöst! :mrgreen:
If only closed minds came with closed mouths.

Allons
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Beitrag von Allons »

SpaceRat hat geschrieben:Ich glaube es wird Zeit, daß ich auch mal eine neue Kirche gründe...

Das lutherisch-methodistisch-orthodox-altkatholisch-apostolische Bistum der Altchristen in Aachen und Nordwestrheinland...
Gründe gleich eine Kirchenprovinz, dann bist du Metropolit, mit den Bistümern Aachen, Rheinland, Bergisches Land und Westfalen, das fördert die innerkirchliche Auseinandersetzung und die können sich nach deiner Entrückung gegenseitig ins Interdikt "tuen".

Beste Grüße, Allons!

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SpaceRat
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Beitrag von SpaceRat »

Allons hat geschrieben:
SpaceRat hat geschrieben:Ich glaube es wird Zeit, daß ich auch mal eine neue Kirche gründe...

Das lutherisch-methodistisch-orthodox-altkatholisch-apostolische Bistum der Altchristen in Aachen und Nordwestrheinland...
Gründe gleich eine Kirchenprovinz, dann bist du Metropolit, mit den Bistümern Aachen, Rheinland, Bergisches Land und Westfalen, das fördert die innerkirchliche Auseinandersetzung und die können sich nach deiner Entrückung gegenseitig ins Interdikt "tuen".
Ich würde, den lokalen Gegegebenheiten, also jeder Straßenseite einen Ortsnamen zu geben, entsprechend locker mit Herzogenrath/Merkstein allein schon 16 Bistümer hinkriegen.

Und für ausreichend Titularbistümer sorgt das RWE - Bereich Tagebaue.
Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.

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SpaceRat
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Beitrag von SpaceRat »

Stephen Dedalus hat geschrieben:
SpaceRat hat geschrieben:Das lutherisch-methodistisch-orthodox-altkatholisch-apostolische Bistum der Altchristen in Aachen und Nordwestrheinland...
Die Namensfrage ist natürlich wichtig. Aber ich sehe, die hast Du schon vorbildlich gelöst! :mrgreen:
Ich glaube, das "orthodox" lasse ich weg, dann ergibt das eine sehr einprägsame Abkürzung...
Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.

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Marcus
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Beitrag von Marcus »

Dann gründe ich die PBSPG!

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Marcus
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Beitrag von Marcus »

PBSPG = Predigerbruderschaft St. Paul Gerhardt :mrgreen:

John Grantham
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Beitrag von John Grantham »

SpaceRat hat geschrieben:
Allons hat geschrieben:
SpaceRat hat geschrieben:Ich glaube es wird Zeit, daß ich auch mal eine neue Kirche gründe...

Das lutherisch-methodistisch-orthodox-altkatholisch-apostolische Bistum der Altchristen in Aachen und Nordwestrheinland...
Gründe gleich eine Kirchenprovinz, dann bist du Metropolit, mit den Bistümern Aachen, Rheinland, Bergisches Land und Westfalen, das fördert die innerkirchliche Auseinandersetzung und die können sich nach deiner Entrückung gegenseitig ins Interdikt "tuen".
Ich würde, den lokalen Gegegebenheiten, also jeder Straßenseite einen Ortsnamen zu geben, entsprechend locker mit Herzogenrath/Merkstein allein schon 16 Bistümer hinkriegen.

Und für ausreichend Titularbistümer sorgt das RWE - Bereich Tagebaue.
Ooooh, kann ich mich um 'ne Bischofsstelle bewerben? Ich verspreche, hart mit den Gegnern unserer Kirche umzugehen*, solange ich 'ne Spitzmütze tragen darf.

Cheers,

John

* - In dem sie nicht zum Bier eingeladen werden.
Der Beweis, dass Gott einen Sinn für Humor hat: Er hat die Menschheit geschaffen.
[ Alt-Katholisch/Anglikanisch in Hannover ]

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Marcus
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Beitrag von Marcus »


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Lutheraner
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Beitrag von Lutheraner »

Erstaunlich ist, dass St.Martini eine reformierte Gemeinde ist. Bei den dort veröffentlichen Beiträgen könnte man den Eindruck bekommen, dass es sich um eine konservative lutherische Gemeinde handelt.
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"

Johannes73
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Beitrag von Johannes73 »

SpaceRat hat geschrieben:Ich glaube es wird Zeit, daß ich auch mal eine neue Kirche gründe...

Das lutherisch-methodistisch-orthodox-altkatholisch-apostolische Bistum der Altchristen in Aachen und Nordwestrheinland...
Immerhin reicht es aus, sich in deren Schatten zu profilieren und deren Mitarbeit für eigene Zwecke auszunutzen; entweder man respektiert andere Religionsgemeinschaften (man muss nicht mit deren Gedanken übereinstimmen) oder man lässt es sein. Die Fahne nach dem gerade wehenden Wind zu hängen ist nicht sehr redlich :sauer: (man kann sich mal in diversen anderen Foren der vom Autor verballhornten Kirchen umsehen, das liest sich dort anders :ikb_disgust: )
Man möge mir die harrschen Worte etwas nachsehen, aber das ist oberfaul.

conscientia
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Wichtiger Beitrag Neuen unabh. kath. Kirchen 1

Beitrag von conscientia »

SpaceRat hat geschrieben:
Stephen Dedalus hat geschrieben:
SpaceRat hat geschrieben:Das lutherisch-methodistisch-orthodox-altkatholisch-apostolische Bistum der Altchristen in Aachen und Nordwestrheinland...
Die Namensfrage ist natürlich wichtig. Aber ich sehe, die hast Du schon vorbildlich gelöst! :mrgreen:
Ich glaube, das "orthodox" lasse ich weg, dann ergibt das eine sehr einprägsame Abkürzung...

conscientia
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Wichtiger Beitrag Neue unabh. kath. Kirchen 2

Beitrag von conscientia »

John Grantham hat geschrieben:
SpaceRat hat geschrieben:
Allons hat geschrieben:
SpaceRat hat geschrieben:Ich glaube es wird Zeit, daß ich auch mal eine neue Kirche gründe...

Das lutherisch-methodistisch-orthodox-altkatholisch-apostolische Bistum der Altchristen in Aachen und Nordwestrheinland...
Gründe gleich eine Kirchenprovinz, dann bist du Metropolit, mit den Bistümern Aachen, Rheinland, Bergisches Land und Westfalen, das fördert die innerkirchliche Auseinandersetzung und die können sich nach deiner Entrückung gegenseitig ins Interdikt "tuen".
Ich würde, den lokalen Gegegebenheiten, also jeder Straßenseite einen Ortsnamen zu geben, entsprechend locker mit Herzogenrath/Merkstein allein schon 16 Bistümer hinkriegen.

Und für ausreichend Titularbistümer sorgt das RWE - Bereich Tagebaue.
Ooooh, kann ich mich um 'ne Bischofsstelle bewerben? Ich verspreche, hart mit den Gegnern unserer Kirche umzugehen*, solange ich 'ne Spitzmütze tragen darf.

Cheers,

John

* - In dem sie nicht zum Bier eingeladen werden.

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Marcus
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Beitrag von Marcus »

Zeigt wie intolerant der Liberalismus in Staat, Kirche und Gesellschaft in Wirklichkeit ist:

Verfolgung bekenntnistreuer Pfarrer in Skandinavien

Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

Ich habe nicht alles durchgelesen, aber damit der finnische Text wörtlich übersetzt wird, habe ich diesen den Mann meiner Kusine weitergeleitet, der ist nämlich Finne.
Sobald die Übersetzung da ist, werde ich sie hier veröffentlichen.


Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

Raphaela hat geschrieben:
Ich habe nicht alles durchgelesen, aber damit der finnische Text wörtlich übersetzt wird, habe ich diesen den Mann meiner Kusine weitergeleitet, der ist nämlich Finne.
Sobald die Übersetzung da ist, werde ich sie hier veröffentlichen.
Wie versprochen, die Übersetzung. Leider gibt es Worte, die man nicht übersetzen kann, da es kein deutsches Wort dafür gibt, daher hat mein Schwager das Ganze zusammengefasst. Gleichzeitig versuche ich es noch etwas zu ändern, da sein Deutsch leider nicht so gut ist.
Er hat mir geschrieben, dass es ein Bericht aus einer Tageszeitung der Stadt Hyvinkää ist und am 17.11. 07 erschienen ist. Hier der Inhalt:

Im März 07 ist die Pastorin Petra zu ihrer Arbeitsstelle gekommen, um einen Gottesdienst zu halten. Es waren auch andere Pastoren da. Petra meinte, dass sie für diesen Gottesdienst mit dem Dienst an der Reihe wäre. Andere stimmten ihr zu. Ein Pastor ist darauf sofort gegangen und ein anderer, der geblieben ist, sagte:"Wenn du bleibst, gehe ich!" Nach seiner Ansicht kann er nicht mit weiblichen Kollegen arbeiten, was er auch der Evangelischen Vereinigung (Sley) gesagt hätte.Diese hatte garantiert, dass keine Pastorin für diese Kirche kommen würde und so war er überrascht, das Petra im Dienstplan stand.

Das war die Zusammenfassung.
Noch eine Nebenbemerkung, auch wenn sie nicht dazu gehört: In Zukunft kann man wahrscheinlich auch im Internet finnisch gut übersetzen, da mir mein Schwager gleichzeitig geschrieben hat, da er gerade an einer Üersetzungsseite fürs Internet arbeitet: englisch - finnisch

Allons
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Beitrag von Allons »

Raphaela hat geschrieben:Im März 07 ist die Pastorin Petra zu ihrer Arbeitsstelle gekommen, um einen Gottesdienst zu halten. Es waren auch andere Pastoren da. Petra meinte, dass sie für diesen Gottesdienst mit dem Dienst an der Reihe wäre. Andere stimmten ihr zu. Ein Pastor ist darauf sofort gegangen und ein anderer, der geblieben ist, sagte:"Wenn du bleibst, gehe ich!" Nach seiner Ansicht kann er nicht mit weiblichen Kollegen arbeiten, was er auch der Evangelischen Vereinigung (Sley) gesagt hätte.Diese hatte garantiert, dass keine Pastorin für diese Kirche kommen würde und so war er überrascht, das Petra im Dienstplan stand.
@ Raphaela & ungenannter Übersetzer: Danke

@ Marcus: Du hattest offensichtlich fast völlig recht: Verfolgung bekenntnistreuer Pfarrer[innen] in Skandinavien. :D

Grüße, Allons!

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Marcus
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Beitrag von Marcus »

Allons hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben:Im März 07 ist die Pastorin Petra zu ihrer Arbeitsstelle gekommen, um einen Gottesdienst zu halten. Es waren auch andere Pastoren da. Petra meinte, dass sie für diesen Gottesdienst mit dem Dienst an der Reihe wäre. Andere stimmten ihr zu. Ein Pastor ist darauf sofort gegangen und ein anderer, der geblieben ist, sagte:"Wenn du bleibst, gehe ich!" Nach seiner Ansicht kann er nicht mit weiblichen Kollegen arbeiten, was er auch der Evangelischen Vereinigung (Sley) gesagt hätte.Diese hatte garantiert, dass keine Pastorin für diese Kirche kommen würde und so war er überrascht, das Petra im Dienstplan stand.
@ Raphaela & ungenannter Übersetzer: Danke

@ Marcus: Du hattest offensichtlich fast völlig recht: Verfolgung bekenntnistreuer Pfarrer[innen] in Skandinavien. :D

Grüße, Allons!
Das finde ich nicht witzig. Es wurde kein Frau verfolgt. Die beiden Pfarrer haben vielmehr aus Gewissensgründen nicht am Gottesdienst der Pfarrerin teilgenommen bzw. der Zweite hat ihr zu verstehen gegeben, dass er gehen werde, wenn sie bliebe.

Man kann niemanden dazu zwingen, an einem Gottesdienst teilzunehmen, den eine Frau hält, wenn dieser davon überzeugt ist, dass es der göttlichen Ordnung widerspräche. Als Christen haben wir uns dem Willen Gottes unterzuordnen und nicht dem Menschenwort. Dass er deswegen jetzt vor Gericht steht, ist eine Frechheit. Das Gleichbehandlungsgesetz in Finnland kann nicht soweit gehen, dass Christen in Glaubensangelegenheiten vorgeschrieben wird, wie sich zu verhalten haben. Hierdurch wird die Religions- und Gewissensfreiheit negativ berührt.

Allons
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Beitrag von Allons »

Marcus hat geschrieben:Das finde ich nicht witzig. Es wurde kein Frau verfolgt. Die beiden Pfarrer haben vielmehr aus Gewissensgründen nicht am Gottesdienst der Pfarrerin teilgenommen bzw. der Zweite hat ihr zu verstehen gegeben, dass er gehen werde, wenn sie bliebe.

Man kann niemanden dazu zwingen, an einem Gottesdienst teilzunehmen, den eine Frau hält, wenn dieser davon überzeugt ist, dass es der göttlichen Ordnung widerspräche. Als Christen haben wir uns dem Willen Gottes unterzuordnen und nicht dem Menschenwort. Dass er deswegen jetzt vor Gericht steht, ist eine Frechheit. Das Gleichbehandlungsgesetz in Finnland kann nicht soweit gehen, dass Christen in Glaubensangelegenheiten vorgeschrieben wird, wie sich zu verhalten haben. Hierdurch wird die Religions- und Gewissensfreiheit negativ berührt.
Ich stimme Dir größtenteils zu. Wenn in dieser Kirche Frauenordination grundsätzlich nicht in Betracht kommt, muß auch der Gesetzgeber dieses respektieren.

Wir kennen die Situation nicht. In diesem Fall aber hat die Kirche der beiden ja wohl offensichtlich die Pfarrerin ordiniert und in Dienst genommen. Das ist der entscheidende Unterschied. Diese Entscheidung ihres Dienstherrn (ich will jetzt nicht mal auf die *kirchliche* Entscheidung hinaus) haben die beiden "Kollegen" zu respektieren und ZUSÄTZLICH gefälligst jegliches diskriminierende Verhalten zu unterlassen. Offenes Mobbing um auf operativer Ebene subjektiv als falsch empfundene Entscheidungen zu korrigieren ist imho nicht tolerabel. Von da her bleibe ich bei meiner Wertung.

Besten Gruß im Wochenende, ab in die Heia, Allons!

Allons
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Beitrag von Allons »

Allons hat geschrieben:ab in die Heia
meinte latürnich den Autor, nicht den Leser.. 8)

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Marcus
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Beitrag von Marcus »

Allons hat geschrieben:
Marcus hat geschrieben:Das finde ich nicht witzig. Es wurde kein Frau verfolgt. Die beiden Pfarrer haben vielmehr aus Gewissensgründen nicht am Gottesdienst der Pfarrerin teilgenommen bzw. der Zweite hat ihr zu verstehen gegeben, dass er gehen werde, wenn sie bliebe.

Man kann niemanden dazu zwingen, an einem Gottesdienst teilzunehmen, den eine Frau hält, wenn dieser davon überzeugt ist, dass es der göttlichen Ordnung widerspräche. Als Christen haben wir uns dem Willen Gottes unterzuordnen und nicht dem Menschenwort. Dass er deswegen jetzt vor Gericht steht, ist eine Frechheit. Das Gleichbehandlungsgesetz in Finnland kann nicht soweit gehen, dass Christen in Glaubensangelegenheiten vorgeschrieben wird, wie sich zu verhalten haben. Hierdurch wird die Religions- und Gewissensfreiheit negativ berührt.
Ich stimme Dir größtenteils zu. Wenn in dieser Kirche Frauenordination grundsätzlich nicht in Betracht kommt, muß auch der Gesetzgeber dieses respektieren.

Wir kennen die Situation nicht. In diesem Fall aber hat die Kirche der beiden ja wohl offensichtlich die Pfarrerin ordiniert und in Dienst genommen. Das ist der entscheidende Unterschied. Diese Entscheidung ihres Dienstherrn (ich will jetzt nicht mal auf die *kirchliche* Entscheidung hinaus) haben die beiden "Kollegen" zu respektieren und ZUSÄTZLICH gefälligst jegliches diskriminierende Verhalten zu unterlassen. Offenes Mobbing um auf operativer Ebene subjektiv als falsch empfundene Entscheidungen zu korrigieren ist imho nicht tolerabel. Von da her bleibe ich bei meiner Wertung.

Besten Gruß im Wochenende, ab in die Heia, Allons!
Lieber Allons,

Du sprichst hier genau den Punkt an, auf den ich hinaus wollte.

Die Kirche ist der Leib Christi und wir sind als Christen Glieder des Leibes Christi. Folglich gehört die Kirche auch nicht uns, sondern Unserem Herrn und Heiland Jesus Christus, der auch das Haupt Seiner Kirche ist. Daher ist es falsch zu glauben, dass die Kirchenleitung oder eine Synode die Macht hätte, einfach bestimmen zu können, was wahr und was falsch ist. Die Kirche ist kein Staat und auch keine sonstige öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Körperschaft bzw. Verein, wo die Mehrheit in der Legislative eben diese Frage verbindlich entscheiden kann. Vielmehr hat sie das Wort Gottes zu respektieren bzw. sich dem göttlichen Wort unterzuordnen und daher sämtliche göttliche Gebote und Verbote zu beachten und durchzusetzen. Natürlich gab es in der Kirche schon immer Lehrstreitigkeiten, die beizulegen waren, wozu man Konzile einberief, welche unter dem Beistand des Heiligen Geistes darüber befanden, was orthodox und was heterodox ist. Da Jesus Christus dem Apostel Petrus bereits verhieß, dass die Pforten der Hölle die Kirche niemals überwinden werden, kann man darauf vertrauen, dass es zu allen Zeiten eine rechtgläubige Kirche gab und auch zukünftig geben wird. Lehrentscheidungen, die von der ganzen Kirche bzw. einem ökumenischen Konzil festgestellt wurden, können daher auch nicht fehlbar sein. Ebenso kann etwas, was schon immer Glaube der ganzen Kirche war, nicht fehlbar sein.

Ich stelle aber zunehmend fest, dass die Kirche vom Staat bzw. der Gesellschaft mehr und mehr als gesellschaftliche oder gar staatliche Einrichtung verstanden wird, die sich den gesellschaftlichen Entwicklungen bzw. dem Wandel der Gesellschaft, vor allem in ethischer Hinsicht, auch anzupassen hat. Wenn nach der staatlichen Ordnung Männer und Frauen also gleichberechtigt sind, weil die Vertreter des Volkes das zurecht so in der Verfassung manifestierten, muss sich nach der Auffassung vieler auch die Kirche dem anpassen. Wo Frauen also nicht ins Predigtamt ordiniert oder zu Priesterinnen geweiht werden, spricht ein nicht unerheblicher Teil der Gesellschaft schon gerne mal von Diskriminierung. Was die Bibel als Wort Gottes dazu sagt, ist irrelevant, weil diese ja nur das Weltbild der Menschen vor 2000 Jahre wiedergäbe oder nachträglich von den „sexistischen Kirchenväter“ durch Hinzufügungen oder Auslassungen verfälscht worden sei. Auf die Kirche lastet also ein gesellschaftlicher, ja z. T. staatlicher Druck. So gaben liberale Politiker vom britischen Unterhaus der Kirche von England unmissverständlich zu verstehen, dass man auch per Gesetz die Weihe von Bischöfinnen durchsetzen könnte. Während sich die röm.-kath. Kirche als Weltkirche, deren geistlicher Oberhaupt selbst Staatsoberhaupt und absoluter Kirchenmonarch ist, so schnell nicht von einigen westeuropäischen Staaten und Politikern vereinnahmen lässt, sieht es in den protestantischen Landes- oder Staatskirchen anders aus. Wo Staatskirchen bestehen, hat der Staat nämlich auch hoheitliche Gewalt über die Kirche, wodurch es ihm auch möglich ist, seinen Willen letztlich politisch in der Kirche durchzusetzen und wo Landeskirchen bestehen, setzen sich die Synoden meist aus relativ vielen gewählten Laienvertreter zusammen, die nicht selten bekannte Persönlichkeiten aus der Gesellschaft oder Politik sind oder zumindest politisch oder als Lobbyisten selbst aktiv sind. Wenn man sich mal manche „kirchliche Wahlkämpfe“ ansieht, könnte man glatt meinen, dass diese in manchen Fällen politische Wahlkämpfe im negativen Sinne noch übertreffen.

Aufgrund der staatsähnlichen Strukturen in den Kirchen, die hier den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts haben, auch wenn sie kein Teil der staatlichen Hoheitsverwaltung sind, ist es also klar, dass die Pfarrer und Kirchendiener als Kirchenbeamte der „Kirche“ gegenüber zum absoluten Gehorsam verpflichtet sind, kirchliches Gesetze zu wahren und zu verteidigen haben. Beschließt also die Synode ein Gesetz, wonach Frauen ins Predigtamt ordiniert werden können, hat der verbeamtete Pfarrer als treuer Diener das natürlich zu beachten und zur Not auch noch als Beamter zu verteidigen. Weigert sich jetzt ein anderer Pfarrer, Frauen als Pfarrerinnen anzuerkennen, liefert er seinem Dienstvorgesetzten damit einen Grund, ein beamtenrechtliches Disziplinarverfahren gegen ihn in die Wege zu leiten, das im schlimmsten Fall als förmliches Disziplinarverfahren zu einer Entfernung aus dem Dienst führen kann. Letztlich wird der Pfarrer also nicht deshalb bestraft oder gerügt, weil er als Diener Christi an Wort und Sakrament etwa seine Pflichten als Hirte verletzt hätte, sondern weil er sich als Beamter, indem er nicht bereit war Kirchengesetze zu respektieren, die nach seinem Dafürhalten im Widerspruch zum Wort Gottes stehen, widerrechtlich verhielt. Der Pfarrer ist aber als solcher ein Diener Christi und kein Diener einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Wo Kirchenrecht im Widerspruch zum göttlichen Recht steht, besteht für ihn auch keine Pflicht zum Gehorsam. Daher sind Strafen wegen Verletzung von widergöttlichen Kirchengesetze vor Gott letztlich auch null und nichtig. Jetzt davon zu sprechen, dass ein Pfarrer, der sich aus Gewissensgründen weigert, am Gottesdienst einer Pfarrerin teilzunehmen oder gar mit ihr einen solchen zu leiten, diese diskriminieren würde, weil die Kirche ja die Frauenordination legitimiert habe, geht also völlig fehl. Der Pfarrer lehnte die Gottesdienstteilnahme nicht ab, weil er ein Sexist und die Frau für ihn ein „minderwertiges Wesen“ ist, sondern weil er vor seiner Ordination gelobt hatte, „sein Amt in Treue zur Bibel und den Lutherischen Bekenntnisschriften zu führen und das Wort Gottes lauter und rein zu predigen, und die Sakramente gemäß der Einsetzung Christi zu spenden, das Beichtgeheimnis zu wahren und ein gottgefälliges Leben mit seinem Haus zu führen“ und dieses Gelöbnis für ihn mehr als nur ein „frommes Sprüchlein“ ist. Wäre der Mann kein Pfarrer, sondern etwa „Richter am Landgericht“, der sich geweigert hätte, einer Kammer mit einer „Vorsitzenden Richterin am Landgericht“ anzugehören bzw. mit ihr zusammen bzw. unter deren Leitung zu verhandeln, dann hättest Du natürlich mit Deinem Diskriminierungsvorwurf Recht. Nur Staat und Kirche sind nun einmal zwei völlig verschiedene Bereiche.

Ein Pfarrer schuldet keiner Staatskirche oder einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft Gehorsam, sondern der Kirche Christi samt allen göttlichen Geboten und Verboten. Nur soweit die Gesetze einer jeweiligen kirchlichen Einrichtung damit konform gehen oder zumindest ihnen nicht widersprechen, schuldet ein Pfarrer diesen auch Gehorsam, und zwar um des Friedens und der Einheit willen und der Ordnung halber.

Viele Grüße

Marcus

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Lutheraner
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Beitrag von Lutheraner »

Hallo Marcus,

der Pfarrer wurde Ende letzten Jahres zu einer Geldstrafe verurteilt. Offenbar war er in dieser Gemeinde als Aushilfe tätig oder Urlaubsvertretung. Normalerweise kann so etwas wohl eher nicht passieren, da den Gemeinden fest Pfarrer zugeordnet sind. Ein Pfarrer, der gegen die FO ist, sollte sich natürlich in eine Gemeinde ohne Pfarrerinnen zurückziehen.

Man kann sich darüber aufregen, man kann darüber diskutieren, aber ändern können zumindest wir daran erstmal nichts. Der "Finnischer Lutherischer Evangeliumsverein" (SLEY ), der die FO ablehnt, könnte ja eine Frekirche gründen. Warum macht er es nicht? Da die Kirchensynode die FO mit einer breiten Mehrheit von über 75% beschlossen hat, wird es da in absehbarer Zeit auch keine Umkehr geben.
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"

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Marcus
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Beitrag von Marcus »

Lutheraner hat geschrieben: Man kann sich darüber aufregen, man kann darüber diskutieren, aber ändern können zumindest wir daran erstmal nichts. Der "Finnischer Lutherischer Evangeliumsverein" (SLEY ), der die FO ablehnt, könnte ja eine Frekirche gründen. Warum macht er es nicht? Da die Kirchensynode die FO mit einer breiten Mehrheit von über 75% beschlossen hat, wird es da in absehbarer Zeit auch keine Umkehr geben.
Vielleicht aus dem selben oder einem ähnlichen Grund, weshalb Du oder die Glieder der KSBB noch in der Landeskirche verbleiben?

Ich hatte mir auch vor ein paar Monaten darüber Gedanken gemacht, warum z. B. die St.-Ansgar-Brüder, die ihren lutherischen Mitbrüdern im Amt die Gültigkeit ihrer Ordinationen absprechen und es daher als Pfarrer vorziehen, sich über einen Notbischof an der kirchlichen Ordnung vorbei die Priesterweihe spenden zu lassen, überhaupt in der VELKD blieben und sich nicht der RKK anschlössen, denen sie im Amts- Sakraments- und Kirchenverständnis doch eigentlich näher stünde als dem deutschen Landeskirchenluthertum. Kurzsichtig gedacht: Sie wollten sich letztlich von niemanden etwas sagen lassen, sich keiner kirchlichen Autorität unterordnen, stattdessen ihre eigene Kirche in der Kirche sein und ihren Beamtenstatus als Pfarrer samt den Versorgungsansprüchen nicht verlieren. Bei näherem Überlegen bin ich allerdings zu dem Ergebnis gekommen, dass ich ihnen damit wohl großes Unrecht getan habe. Denn letztlich sagt ihnen ihr Gewissen, dass die Weihen in der VELKD ungültig seien uns sie sich als Pfarrer eine Priesterweihe von außerhalb verschaffen müssten, um ihrer Gemeinde, der sie sich durchaus als Hirten verpflichtet fühlen, gültige Sakramente spenden zu können. Außerdem vertreten sie letztlich auch viele Ansichten zu aktuellen kirchlichen Themen, die ich ohne weiteres absegnen würde. Würden sie einfach konvertieren, ließen sie damit ihre Herde im Stich, die ein soteriologisches Problem bekommen könnte, wenn sie dann nach dem Verständnis der St.-Ansgar-Brüder von ungültig geweihten Pfarrern und Pfarrerinnen versorgt würden. Außerdem müssen die Glieder des Apostolats von St. Ansgar wie auch andere Hochkirchler im Dienst der Landeskirchen genug Anfeindungen ertragen, so dass es gemein wäre, ihnen schlicht zu unterstellen, sie würden nicht konvertieren, um die Freiheiten in der Landeskirche auszunutzen, um dort selbst Kirche spielen zu können.

Kommen wir wieder auf Finnland zurück. Die bibel- und bekenntnistreuen Pfarrer in Finnland sind davon überzeugt, dass die Frauenordination gegen die göttliche Ordnung verstößt, was logischerweise zur Folge hat, dass man nicht davon ausgehen kann, dass auf dem Handeln einer Pfarrerin der göttliche Segen liegt. Das wirkt sich letztlich auf die Soteriologie und Ekklesiologie aus. Wo nämlich keine gültige Sakramente mehr verwaltet werden und keine Gewissheit besteht, dass das Wort Gottes gepredigt wird, kann auch keine sichtbare Kirche sein. Wo kein gültiges Abendmahl ist, kann die Gemeinde auch nicht das Sakrament (gibt es ja nicht) zur Vergebung ihrer Sünden und Stärkung des Glaubens erlangen. Und gerade die Schwachgläubigen haben die Arznei Abendmahl bitter nötig. Denn ohne Glaube keine Rechtfertigung.

Würden also alle rechtgläubigen Pfarrer der Finnischen Kirche einer Freikirche beitreten und es keinen Widerstand mehr in der Kirche gegen die ganzen Fehlentwicklungen geben, gäbe es innerhalb der Finnischen Kirche auch keine sichtbare Kirche mehr. Wo Pfarrerinnen dienen, ist das nicht der Fall und wo Pfarrer fungieren, welche die Sakramente nicht ordnungsgemäß verwalten oder nicht das Evangelium Christi rein predigen, ist das ebenfalls nicht der Fall. Sobald Frauen ins Bischofsamt kommen und damit selbst zum Ordinator werden, reißt dann auch endgültig die apostolische Sukzession ab. Sämtliche Ordinationen, an denen eine Frau beteiligt war, wären null und nichtig. Das wäre auch nicht als Notordination interpretierbar, da ja die Möglichkeit bestanden hätte, über gültig ins Predigtamt ordinierte Bischöfe gültige Ordinationen an Männern zu vollziehen. So hätte man es aber schlicht mit einem Akt gegen die göttliche Ordnung zu tun, der keinen Segen zu erwarten braucht. Und in der Tat lässt sich feststellen, dass alle Kirchen, welche die Frauenordination und eventuell noch die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare eingeführt haben, sich m.o.w. stark in einer Krise befinden, die Fronten zwischen den Flügeln verhärtet sind, das Gemeindeleben nach und nach stirbt, man sich nicht mit christlicher Liebe, sondern mit Feindseligkeiten begegnet und Schismen größeren Umfanges drohen (siehe Anglikanische Gemeinschaft). Dafür blühen aber zumeist dadurch neu entstandene, konservative Freikirchen regelrecht auf.

Sowohl die finnischen als auch die schwedischen Pfarrer wollen kein Schisma, sondern weiterhin als Konservative in ihrer Kirche verbleiben und es somit auch anderen konservativen Christen ermöglichen, in der Kirche weiterhin eine geistige Heimat zu haben, obwohl sie es in einer konservativen ev.-luth. Freikirche mit Sicherheit leichter hätten. Man ist aber bereit, das Kreuz auf sich zu nehmen, um auch in den liberalen Großkirchen für die dortigen Christen Dienst an Wort und Sakrament zu leisten.

Allons
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Beitrag von Allons »

Marcus hat geschrieben: Die Kirche ist der Leib Christi und wir sind als Christen Glieder des Leibes Christi. Folglich gehört die Kirche auch nicht uns, sondern Unserem Herrn und Heiland Jesus Christus, der auch das Haupt Seiner Kirche ist. Daher ist es falsch zu glauben, dass die Kirchenleitung oder eine Synode die Macht hätte, einfach bestimmen zu können, was wahr und was falsch ist......
Lieber Marcus,

OK, von welcher Kirche reden wir jetzt also ? Vom Leib Christi ? Oder von der Organisation Kirche als staatlicher Verwaltung ? In Deutschland, wie auch anderswo, sind beide sicherlich nicht leicht zu trennen. Aus Deinen Worten leite ich ab, dass Du einer Synode die Fähigkeit abspricht, in Glaubensangelegenheiten zu entscheiden, weil die Synode eben nur ein Verwaltungssubjekt ist und kein Konzil. Dann würde mich mal interessieren wann für Dich ein "vollmächtiges" Konzil beginnt: Alle Landeskirchen? Alle Landeskirchen plus VELKD plus SELK? Der Lutherische Weltbund plus Rom? Das nächste wahrhaft ökumenische Konzil wird imhhho entweder gar nicht oder im himmlischen Jerusalem stattfinden. Solange werden wir uns vermutlich mit Synoden über Wasser halten müssen. :) Aber davon mal ab:

Ich denke nicht, dass sich irgenteine Synode ihre Entscheidungen leicht gemacht hat. Schon gar nicht die Entscheidung zur Frauenordination. Ich kann nur vermuten, dass alle solche Synoden zumindest in der festen Absicht handelten, den mutmaßlichen Willen Christi umzusetzen. Das Gegenteil anzunehmen (und das klingt aus Deinen Argumenten heraus) halte ich schon für starken Tobak.

Es hat zu allen Zeiten Differenzen zwischen der sozialen Organisation Kirche und dem Ideal der Kirche als Leib Christi gegeben. Gelegentlich waren diese Differenzen so schmerzvoll, dass einige die Konsequenz zogen, zugunsten ihrer persönlichen/gemeinschaftlichen Definition des Leibes Christi eine neue soziale Organisation aufzumachen. Das finde ich auch höchst legitim. Aber im Sinne Deiner folgenden Ausführungen kann ich ich nur sagen: Ein verbeamteter Pfarrer teilt nunmal das gleiche Schicksal seiner Kirche. Er ist eben zugleich Pfarrer und Beamter seiner Organisation. Von mir aus vergleichbar einem RiLG. Wo er dieses nicht vereinbaren kann muß er eines lassen. Man kann nicht zween Herren dienen.

Leider nur in aller Kürze, Beste Grüße, Allons!

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Lutheraner
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Beitrag von Lutheraner »

Marcus hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben: Man kann sich darüber aufregen, man kann darüber diskutieren, aber ändern können zumindest wir daran erstmal nichts. Der "Finnischer Lutherischer Evangeliumsverein" (SLEY ), der die FO ablehnt, könnte ja eine Frekirche gründen. Warum macht er es nicht? Da die Kirchensynode die FO mit einer breiten Mehrheit von über 75% beschlossen hat, wird es da in absehbarer Zeit auch keine Umkehr geben.
Vielleicht aus dem selben oder einem ähnlichen Grund, weshalb Du oder die Glieder der KSBB noch in der Landeskirche verbleiben?
Ja, wahrscheinlich. Aber als einfacher Gläubiger habe ich es einfacher. Ein Pfarrer, der strikt gegen die FO ist, muss damit rechnen irgendwann eine Regionalbischöfin oder Stadtdekanin vorgesetzt zu bekommen. Oder sein Kirchenvorstand beruft eine Pfarrerin in seine Gemeinde. Dann hat er ein Problem.
Marcus hat geschrieben: Denn letztlich sagt ihnen ihr Gewissen, dass die Weihen in der VELKD ungültig seien uns sie sich als Pfarrer eine Priesterweihe von außerhalb verschaffen müssten, um ihrer Gemeinde, der sie sich durchaus als Hirten verpflichtet fühlen, gültige Sakramente spenden zu können.
Es mag ja sein, dass die St.Ansgar-Brüder so denken, aber das ist nicht lutherisch. Man kann die sog. Apostolische Sukzession für eine gute Ordnung halten, aber sie ist nicht notwendig. Da sind sich die Gliedkirchen des LWB einig (und ILC sowie CELC sowieso, da sie meines Wissens im Gegensatz zum LWB keine Mitgliedskirchen mit sog. historischen Bischofsamt haben).

Marcus hat geschrieben: Und in der Tat lässt sich feststellen, dass alle Kirchen, welche die Frauenordination und eventuell noch die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare eingeführt haben, sich m.o.w. stark in einer Krise befinden, die Fronten zwischen den Flügeln verhärtet sind, das Gemeindeleben nach und nach stirbt, man sich nicht mit christlicher Liebe, sondern mit Feindseligkeiten begegnet und Schismen größeren Umfanges drohen (siehe Anglikanische Gemeinschaft). Dafür blühen aber zumeist dadurch neu entstandene, konservative Freikirchen regelrecht auf.
Wo blühen diese konservativen Freikirchen denn in Europa auf? Selbst die "Evangelische Allianz" hat schon öffentlich zugestanden, dass das Wachstum bei den Freikirchen stockt.

Ich halte die FO für ein Symptom einer Fehlentwicklung, aber nicht für ihre Ursache.
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"

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Lutheraner
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Beitrag von Lutheraner »

Allons hat geschrieben:Ich denke nicht, dass sich irgenteine Synode ihre Entscheidungen leicht gemacht hat. Schon gar nicht die Entscheidung zur Frauenordination. Ich kann nur vermuten, dass alle solche Synoden zumindest in der festen Absicht handelten, den mutmaßlichen Willen Christi umzusetzen. Das Gegenteil anzunehmen (und das klingt aus Deinen Argumenten heraus) halte ich schon für starken Tobak.
Hier ein Bayern war das so: Der Landesbischof Dietzfelbinger (Gott habe ihn selig) war gegen die FO und hat das vor allem mit dem ökumenischen Konsens begründet. Zu der damaligen Zeit gab es keinen Pfarrermangel, es ist nicht so, dass die Kirche Pfarrerinnen gebraucht hätte, um ihrem Verkündigungsauftrag nachzukommen. Es gab somit gar keine Notwendigkeit hier eine Änderung einzuführen, sondern man wollte gesellschaftliche Entwicklungen auch in der Kirche umsetzen. Die FO war im Grunde wohl ein Sieg der 68-er, ich werfe den Beteiligten auch vor, dass es ihnen nicht primär darum ging einen Willen Christi umzusetzen.
Gebracht hat es nichts: Die Gottesdienstbesucherzahlen gingen gerade ab dieser Zeit drastisch zurück. Ich glaube nicht, dass dieser Rückgang direkt mit der Einführung der FO zusammenhängt, die Pfarrerinnen wurden ja erst nach und nach ordiniert, sondern für mich ist das ein Beleg, dass die FO die Kirche nicht gestärkt hat und damit war sie eine überflüssige und wohl auch schädliche "Reform".
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"

Johaennschen
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Beitrag von Johaennschen »

Lutheraner hat geschrieben:Ich halte die FO für ein Symptom einer Fehlentwicklung, aber nicht für ihre Ursache.
Da stimme ich Dir voll und ganz zu!
Der zitierte Satz von Marcus sollte also eher lauten:
Und in der Tat lässt sich feststellen, dass alle Kirchen, welche die Frauenordination und eventuell noch die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare eingeführt haben, sich m.o.w. stark in einer Krise bef[a]nden [und sie genau deswegen überhaupt nur einführen konnten!]
Am Wochenende habe ich mich aus Langeweile durch diesen über 80-seitigen Thread zur Pristerinnenweihe gequält. :sleep:
Aufgefallen ist mir dabei, daß die Apologeten der Frauenordination das Geschlecht des Menschen nicht zu seinem Wesen zählen (entgegen Gen 1,27) und/oder die Inkarnation des Logos als Mann zu einem Zufall erklären (50/50 sozusagen) und dann folgerichtig die Berufung der Zwölf auch nicht als absichtsvolles Anvertrauen des sakramentalen Amtes an Männer interpretieren können.
Da steckt natürlich ne Menge Gender drin und auch scheint man sich für (heute) schlauer zu halten als die alte Kirche und Christus selbst (damals).
Jaja, das könnte man von uns Protestanten teilweise auch behaupten :mrgreen:
Im Endeffekt glauben FO-Apologeten einfach mehr an den Menschen als an Gott und aus diesem Irrglauben (der mit 68 letztendlich identisch ist) entstehen dann auch die angesprochenen Mißbräuche. Der Irrglaube ist aber der Grund für das alles und er zeigt sich wahrscheinlich weniger augenscheinlich auch an vielen anderen Stellen. "Wehret den Anfängen!"
Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht.
Nicolás Gómez Dávila

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Marcus
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Beitrag von Marcus »

Lieber Allons!

Es gibt nur einen Leib Christ und damit auch nur eine Kirche Christi, der jeder Christ auch angehört. Eine christliche Gemeinde ist zwar auch Kirche Jesu Christi an ihrem Ort, das ändert aber nichts daran, dass es letztlich nur eine Kirche gibt.

Eine Synode muss natürlich Entscheidungen fällen, vor allem wenn Streitereien aufgetreten sind. Diese Entscheidungen können aber nicht als unfehlbar gelten. Nur die Kirche in ihrer Gesamtheit ist unfehlbar. Wenn aber eine Synode Entscheidungen fällt, kann sie sich allerdings nicht das Recht anmaßen, einfach zu entscheiden, was wahr und was falsch ist. Vielmehr ist sie an das Wort Gottes gebunden. Und was die Rolle der Frau in der christlichen Gemeinde angeht, darüber äußerst sich die Bibel so klar und deutlich, dass es über diese Frage keine Diskussion geben dürfte, wenn man sie für Ernst nehmen und nicht im Wege der historisch-kritischen Exegese unliebsame Verse als Grundlage letztlich ausschließen würde. Der außerbiblische Teil der kirchlichen Überlieferung käme als weiterer Zeuge gegen die FO in Betracht.

Ich habe genug Argumente von Befürwortern der Frauenordination schon mitbekommen. Im Grunde steht da fest, dass die „freuenfeindlichen Passagen“ entweder hinzugefügt worden seien oder man die Verse im Kontext der Zeit lesen müsste, da es zu der Zeit viele Menschen wohl als anstößig empfanden, Frauen als Presbyterinnen/Priesterinnen zu akzeptieren. Dass zu der damaligen Zeit allerdings die Heidenchristen die größte Fraktion bildeten und gerade die griechischen wie auch die römischen Heiden Priesterinnen kannten, hätte daran wohl kein Katechumene oder frisch bekehrter Christ aus diesem Kulturkreis Anstoß genommen. Oder man spielt die geschlechtsspezifischen Funktionen einfach herunter oder ignoriert sie völlig. Gender Mainstream lässt grüßen. Man scheint auch offenbar zu denken, dass nur jemand, der ein hohes Amt, Macht und Ansehen hat, etwas zähle und weil gerade ein Pfarramt oder vielleicht noch besser ein Bischofsamt ein solches Amt ist, sieht man es als diskriminierend an, wenn Frauen in der kirchlichen Hierarchie eben nicht aufsteigen können. Von der feministischen sowie von der 68er-Bewegung ging daher durchaus Druck auf die Landeskirchen aus. Die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in der christlichen Gemeinde und Familie ist aber eindeutig in der Schrift manifestiert.

Lutheraner hat es übrigens erwähnt wie es letztlich in der Bayerischen Landeskirche bei der Einführung der Frauenordination zuging. Ähnlich war es auch in Schaumburg-Lippe. Dort ging man sogar soweit, den Ruhestand des FO-kritischen Bischofs abzuwarten und sich dann einen Bischof zu wählen, den man für dieses Vorhaben brauchte. Und wenn ich an Schweden denke, wo sich die Synode zunächst gegen die FO aussprach, aber aufgrund des politischen Drucks bald ihre Auffassung änderte, braucht mir wirklich niemand zu sagen, dass die Synoden die Einführung der FO aus ernsthafter christlicher Überzeugung eingeführt hätten. Was nämlich in der Bibel steht und bis ins 20 Jahrhundert hinein allgemeiner christlicher Konsens war (reicht aus, um den Konsens als unfehlbar zu betrachten), hatte bei den Entscheidungen dann letztlich doch nicht mehr gezählt. Die Entscheidungen waren durchaus politisch motiviert. Manche mehr, manche weniger.

Prof. Dr. Reinhard Slenczka hielt übrigens vor der Synode der Evang.-Luth. Kirche von Schaumburg Lippe am 5. 10. 1991 einen interessanten
Vortrag zum Thema Frauenordination.

Gruß Marcus

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Marcus
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Beitrag von Marcus »

Johaennschen hat geschrieben:
Lutheraner hat geschrieben:Ich halte die FO für ein Symptom einer Fehlentwicklung, aber nicht für ihre Ursache.
Da stimme ich Dir voll und ganz zu!
Der zitierte Satz von Marcus sollte also eher lauten:
Und in der Tat lässt sich feststellen, dass alle Kirchen, welche die Frauenordination und eventuell noch die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare eingeführt haben, sich m.o.w. stark in einer Krise bef[a]nden [und sie genau deswegen überhaupt nur einführen konnten!]

Sicherlich befanden sich die betreffenden Kirchen schon damals in einer Krise. Deren Lage hat sich aber durch die Einführung der Frauenordination und Liberalisierung der Sexualmoral aber keineswegs gebessert, nein eher noch weiter verschlechtert. Die Krise in den Landeskirchen fing doch schon mit dem Aufblühen des Rationalismus an. Wer sich gegen die göttliche Ordnung und damit gegen Gott stellt, braucht dafür jedenfalls keinen Segen zu erwarten.
Zuletzt geändert von Marcus am Montag 24. November 2008, 16:31, insgesamt 1-mal geändert.

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