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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Verfasst: Samstag 5. November 2011, 20:22
von garda
Das ist auch so eine nette protestantische "Kirche":
http://cek-deu.org/cgi-bin/selector.cgi?itype=Obis_DE
Einige dieser Eminenzen & Exzellenzen wirken und weben sogar in meiner unmittelbaren Nachbarschaft :breitgrins:
Na ja, das ist wohl weder Kirche noch protestantisch.

Wer mal nachlesen mag: http://cek-deu.org/cgi-bin/selector.cgi?itype=Fund_DE

Hier wäre Mummenschanz wohl keine Übertreibung.

Hier mal ein Text über "seine Heiligkeit", das Kirchenoberhaupt dieses seltsamen Vereins:

Mit bürgerlichem Namen F.E. Eckard Strohm (eigentlich: F.E.Eckard Prinz v. Strohm), wurde er im Sternzeichen des Zwillings als jüngstes von acht Kindern im Jahr 195 geboren. Bereits in seinem vierten Lebensjahr entdeckte sein Vater, dass Eckard über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügte. Er konnte Verstorbene und Engel sehen und mit ihnen sprechen; war in vollem Bewusstsein seiner vergangenen Leben und kannte die Bibel auswendig inklusive der unrichtigen Passagen und wie die Ereignisse in Wirklichkeit gewesen waren.
Mit zehn Jahren begann Eckard, unter Anleitung seines Vaters zu heilen. Er erlernte die Heilmethode des Magnetismus. Magnetismus ist eine Methode, bei der eigene Energie zur Heilung auf den Patienten übertragen wird. Hierdurch stößt der Heiler sehr schnell an seine Grenzen. Als er sechzehn Jahre alt war, ging Eckard ein knappes Jahr lang auf ein chinesisches Kloster und vervollständigte dort seinen Meistergrad in Tai Mantis Kung Fu. Er war damals der jüngste Kung Fu Meister im Westen. Eckard lernte dort auch, Energie aus der Umwelt zu nehmen und mit dem Geist zu lenken. Während seines Aufenthaltes in China widmete er sich besonders den Heilkünsten. Von dort zurück entwickelte er die Aktive Geistheilung. Das Wort „Geistheilung“ erschuf er, um darzustellen, dass bei dieser Methode der Geist die Energie zur Heilung lenkt. Heute ist das Wort Geistheilung fester Bestandteil im Bereich der Heilkünste, ohne dass die meisten Heiler wissen, wer dieses Wort erschuf und warum.


Der Text stammt aus seiner Kurzbiographie, die problemlos auf der Website zu finden ist. Spätestens hier weiß man, wes Geistes Kind der Mann ist. Nicht umsonst wird in den Grundlagen dieser Pseudokirche der Heilige Geist nicht erwähnt. Er dürfte hier dauerhaft abwesend sein.

P.S. Diese Schwedischen Bischöfinen nehme ich auch nicht wirklich ernst. Wer sich selbst für einen Bischof hält ist noch lange keiner und ihre geistliche Wirkung kann nichts großartiges sein, wenn ich den homosexuellen Rest des Textes lese.

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 05:07
von tanatos
Marcus hat geschrieben: Auch mir fällt es seit einiger Zeit als unangenehm auf, wie sich hier mitunter Nicht-Protestanten gegenüber protestantischen Glaubensgemeinschaften und deren Glieder aufführen. Würden sich beispielsweise liberalere Protestanten in umgekehrter Manier in der Sakramentskapelle über die FSSPX äußern, würde es wahrscheinlich schnell zu Moderationseingriffen und ggf. zu Verwarnungen kommen. Die Klausnerei ist kein „Menschenzirkus“ für schaulustige Nicht-Protestanten, die sich an manchen Missständen innerhalb des Protestantismus offenbar eher belustigen als ernsthaft und sachlich darüber diskutieren wollen. Das möge jetzt bitte auch als Moderationshinweis verstanden werden.
Der Protestantismus an sich ist ein Mißstand, ganz im Gegensatz zum evangelischen Kirchentum bzw. zum Luthertum.
Es liegt in der Natur des Potestantismus, immer neue seltsame Spielarten hervorzubringen, die bis ins Sektierische gehen. Die hier angeführte originelle Gruppe ist ein Beispiel hierfür.
Ein anderes Beispiel hierfür findet sich auf Kirchentagen, wo man als Protestant sogar Menschen zujubelt, die von sich behaupten, selbst ein Gott zu sein (Dalei Lama).
Übrigens habe ich auch schon römische Messen erlebt, die für meine Begriffe viel zu protestantisch waren, und etwa den "Geist von Assisi" halte ich auch für das Beispiel eines römischen Protestantismus.
Als Lutheraner bin ich daran interessiert, hier eine klare Trennlinie zum Unwesen des Protestantismus zu ziehen, da sonst das eigentliche Anliegen der Wittenberger Reformation verschleiert wird.
Auch in anderen Teilforen könnte man gut Mißstände diskutieren, die gibt es etwa auch im Ostkirchentum oder im Römertum. Schade, daß das speziell bei ostkirchlichen Themen nur schwierig möglich ist.

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 07:49
von Stephen Dedalus
'Protestantismus' ist ein Begriff für die Gruppen und Bewegungen, die aus der Reformation hervorgegangen sind. Dazu zählt zweifellos auch das Luthertum und die lutherischen Kirchentümer.

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 07:58
von Paulus Minor
tanatos hat geschrieben: Ein anderes Beispiel hierfür findet sich auf Kirchentagen, wo man als Protestant sogar Menschen zujubelt, die von sich behaupten, selbst ein Gott zu sein (Dalei Lama).
Der Dalai Lama hat nie von sich behauptet, selbst ein Gott zu sein. Die tibetischen Buddhisten betrachten ihn als Inkarnation des Bodhisattva Avalokiteshvara. Ein Bodhisattva ist im Buddhismus kein Gott, sondern eher so etwas wie ein Heiliger. Den Titel "Gottkönig" schreiben ihm unwissende Westler zu. (Genauso könnte man sagen, der Papst hielte sich für Gottvater, da er als "Heiliger Vater" angesprochen wird, genau wie Gottvater in verschiedenen Gebeten und Messtexten.)

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 11:56
von tanatos
Stephen Dedalus hat geschrieben:'Protestantismus' ist ein Begriff für die Gruppen und Bewegungen, die aus der Reformation hervorgegangen sind. Dazu zählt zweifellos auch das Luthertum und die lutherischen Kirchentümer.
... soweit Deine Definition, die ich allerdings nicht teile und die meinen Aussagen auch nicht zugrundelag.

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 13:18
von Stephen Dedalus
Ja klar, Du kannst natürlich ab heute auch Rot Grün und Grün Blau nennen. Aber verständlicher wird es dadurch nicht. Hilft es in einer Diskussion, wenn jemand einen Begriff in einem anderen Sinn benutzt, als er sonst gebräuchlich ist?

Im übrigen sehe ich keinen Anlaß, das Luthertum von der allgemeinen protestantischen Tendenz der Spaltungen und Sektenbildungen auszunehmen. Man schaue nur einmal in die USA, wo neben der ELCA auch die LCMS und die LCWS besteht. In Deutschland gibt es neben der VELKD die SELK und die ELF. M. W. gibt es keine andere kirchliche Tradition, die es geschafft hat, gleich drei konkurrierende Weltbünde zu gründen...

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 13:55
von Marcus
Die LCMS ist keine Abspaltung der ELCA. Vielmehr ist die ELCA eine indirekte Abspaltung der LCMS. Auch ist die SELK keine Abspaltung der VELKD. Darüber hinaus ist das Anglikanertum nicht weniger pluralistisch als das Luthertum.

Was die Begriffe angeht: Zur Klausnerei gibt es eine Beschreibung: „Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.“ Da das Luthertum historisch nichts mit dem Anglikanertum oder dem klassischen Freikirchenwesen zu tun hat, gehört es natürlich zum „Protestantismus“. Das heißt aber natürlich nicht, dass man sich als echter Lutheraner mit dem Neuprotestantismus identifizieren könnte, dessen Missstände hier vor allem im Forum und auch von konservativen Lutheranern allgemein kritisiert werden.

Wikipedia beschreibt den Protestantismus m. E. ziemlich genau:
Wikipedia hat geschrieben:Mit dem (ursprünglich politischen) Begriff Protestanten werden im engeren Sinne die Angehörigen der christlichen Konfessionen bezeichnet, die im deutschen und im französischen Sprachraum durch die Reformation des 16. Jahrhunderts entstanden sind…

…Von Ernst Troeltsch wurde die Unterscheidung von „Altprotestantismus“ und „Neuprotestantismus“ zum Thema der kirchlichen Diskussion gemacht.[1] Altprotestantismus bezieht sich danach auf die protestantische Bewegung unmittelbar zur Reformationszeit bis ins 17. Jahrhundert, die in dieser Zeit noch wesentlichen mittelalterlichen und katholischen Grundsätzen hinsichtlich der Rolle der Kirche folgte. Hierzu zählt auch die Lutherische Orthodoxie.

Erst mit dem Druck der Aufklärung im 18. Jahrhundert setzten sich die protestantischen Grundideen in der Lebenspraxis verstärkt um. Besonderen Rang bekamen nun die Prinzipien der Freiwilligkeit und der persönlichen Überzeugung. Die Existenz eines säkularen Staates wurde nun als selbstverständlich betrachtet, so dass die Identität von göttlichem Recht (Lex Dei) und, zumeist noch als Naturrecht verstandenem, weltlichen Recht (Ius naturae) in den Hintergrund trat. So ermöglichte die kritische Weltsicht der Aufklärung auch den Beginn der Bibelkritik. Die theologische Dogmatik wandelte sich von einer Begründung des Protestantismus zu einem innerkirchlichen Diskurs…

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Protestantismus

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 15:01
von taddeo
Marcus hat geschrieben:Die LCMS ist keine Abspaltung der ELCA. Vielmehr ist die ELCA eine indirekte Abspaltung der LCMS.
:D
Das wäre eine absolut fiese Millionen-Frage bei "Wer wird Millionär":

Aus welchem Fachgebiet stammt diese Aussage?
a) Theologie
b) Chemie
c) Medizin
d) Physik

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 16:27
von Niels
taddeo hat geschrieben:
Marcus hat geschrieben:Die LCMS ist keine Abspaltung der ELCA. Vielmehr ist die ELCA eine indirekte Abspaltung der LCMS.
:D
Das wäre eine absolut fiese Millionen-Frage bei "Wer wird Millionär":

Aus welchem Fachgebiet stammt diese Aussage?
a) Theologie
b) Chemie
c) Medizin
d) Physik
:kugel:

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 18:26
von tanatos
Marcus hat geschrieben:Die LCMS ist keine Abspaltung der ELCA. Vielmehr ist die ELCA eine indirekte Abspaltung der LCMS.
Worauf beziehst Du dich? Auf die recht kleine Association of Evangelical Lutheran Churches (AELC), die im Zuge der Seminex-Kontroverse den einengenden Wandel der Missouri-Synode zu eine Kirche der reinen konfessionalistischen Nabelschau (wovon sich die SELK als Schwesterkirche ebenso wie heutige Minderheitskreise innerhalb der LCMS ja zum Glück [Punkt]) nicht mitmachen wollte? Oder auf ganz was anderes?

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 18:35
von Marcus
Du liegst richtig. Ich bezog mich auf die AELC, die später mit der LCA zur heutigen ELCA fusionierte.

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Sonntag 6. November 2011, 18:38
von Marcus
Niels hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Marcus hat geschrieben:Die LCMS ist keine Abspaltung der ELCA. Vielmehr ist die ELCA eine indirekte Abspaltung der LCMS.
:D
Das wäre eine absolut fiese Millionen-Frage bei "Wer wird Millionär":

Aus welchem Fachgebiet stammt diese Aussage?
a) Theologie
b) Chemie
c) Medizin
d) Physik
:kugel:
Sollen wir aus der Frage eine Publikumsumfrage machen? :D :kugel: :freude:

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Montag 7. November 2011, 08:48
von Lutheraner
Paulus Minor hat geschrieben:
tanatos hat geschrieben: Ein anderes Beispiel hierfür findet sich auf Kirchentagen, wo man als Protestant sogar Menschen zujubelt, die von sich behaupten, selbst ein Gott zu sein (Dalei Lama).
Der Dalai Lama hat nie von sich behauptet, selbst ein Gott zu sein. Die tibetischen Buddhisten betrachten ihn als Inkarnation des Bodhisattva Avalokiteshvara. Ein Bodhisattva ist im Buddhismus kein Gott, sondern eher so etwas wie ein Heiliger. Den Titel "Gottkönig" schreiben ihm unwissende Westler zu. (Genauso könnte man sagen, der Papst hielte sich für Gottvater, da er als "Heiliger Vater" angesprochen wird, genau wie Gottvater in verschiedenen Gebeten und Messtexten.)
Da bin ich ja froh, dass man noch nicht auf die Idee kam den Papst auf den Kirchentag einzuladen.

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Montag 7. November 2011, 08:51
von Lutheraner
tanatos hat geschrieben:Es liegt in der Natur des Potestantismus, immer neue seltsame Spielarten hervorzubringen, die bis ins Sektierische gehen.
Die protestantische Zersplitterung (die genau genommen in anderen Traditionen auch existiert, nur ist sie dort nicht so sichtbar) empfinde ich sogar in gewisser Weise als Stärke: Man beschäftigt sich ernsthaft mit dem Glauben.

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Montag 7. November 2011, 10:24
von Linus
oder dem was davon in homöopathischen Dosen dann noch übrig ist....

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Montag 7. November 2011, 10:56
von Marcus
Protestanten lernen halt auch von Katholiken immer gerne etwas hinzu. Bei Euch reicht ja das Spektrum auch von traditionalistisch bis modernistisch. Alles zwar offiziell in der Gemeinschaft mit dem Papst. Faktisch ist es den meisten dann aber doch egal, was Rom sagt. Hauptsache man findet Gleichgesinnte, durch die man sich in seinem eigenen Glauben gestärkt fühlen darf.

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Montag 7. November 2011, 11:18
von Ewald Mrnka
Marcus hat geschrieben:Protestanten lernen halt auch von Katholiken immer gerne etwas hinzu. Bei Euch reicht ja das Spektrum auch von traditionalistisch bis modernistisch. Alles zwar offiziell in der Gemeinschaft mit dem Papst. Faktisch ist es den meisten dann aber doch egal, was Rom sagt. Hauptsache man findet Gleichgesinnte, durch die man sich in seinem eigenen Glauben gestärkt fühlen darf.
:breitgrins:

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Montag 7. November 2011, 12:27
von Lutheraner
Linus hat geschrieben:oder dem was davon in homöopathischen Dosen dann noch übrig ist....
Eben nicht. Die "homöopatischen Christen" zersplittern sich nicht. Warum auch, über nebensächliche Dinge streitet man nicht...

Re: "Bischöfinnen" etc.

Verfasst: Montag 7. November 2011, 15:51
von asderrix
Linus hat geschrieben:oder dem was davon in homöopathischen Dosen dann noch übrig ist....
So schlimm sind die Irrtümer der RKK auch wieder nicht, im einstelligen Prozentbereich kannst du da schon bleiben. :blinker:

Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Verfasst: Dienstag 8. November 2011, 08:03
von Granuaile
ChrisCross hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben:
Gallus hat geschrieben:Die Früchte stetiger Erneuerung:

http://wdtprs.com/blog/211/11/ein-fest ... nser-gott/

:kugel:
Das Bild mit den drei BischöfInnen ist unglaublich "gut".
Bilder sagen oft mehr als eine lange Abhandlung.
Und ich dachte es wären nur zwei Frauen :tuete:
Die Person in der Mitte ist Anders Wejryd, der Erzbischof von Uppsala, also ein Mann.
Ewald Mrnka hat dies eigentlich richtig geschrieben: "BischöfInnen", also mit grossem "I", aber das wird auf einer konservativen Website eben gerne übersehen. :breitgrins:

Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen"

Verfasst: Dienstag 8. November 2011, 15:20
von tanatos
Granuaile hat geschrieben: Ewald Mrnka hat dies eigentlich richtig geschrieben: "BischöfInnen", also mit grossem "I", aber das wird auf einer konservativen Website eben gerne übersehen. :breitgrins:
http://www.legakids.net/eltern-lehrer/i ... -stoerung/ :freude: