Juergen hat geschrieben:Besonders hervorgehoben wird in der Antwort:
…Die Beichte hilft uns, uns selbst zu vergeben und damit aufzuhören, uns selbst ständig Vorwürfe zu machen.…

Anselm Grün redet letztlich einem Pelagianismus bzw. einer Form der Selbsterlösung das Wort.
Da geht es dann in der Beichte um rein psychologische Effekte:
…Die Psychologie sagt uns, dass das Ritual in die Tiefen unseres Unbewussten hineinreicht, in denen diese inneren Widerstände gegen Vergebung Macht haben. Durch die Beichte werden diese Widerstände entmachtet und wir fühlen uns wieder als Menschen unter Menschen, befreit von allen Selbstvorwürfen.
Der Mensch soll sich seine Sünden selbst vergeben. Der Ritus wird zu einem Akt mit psychologischem Effekt. Wichtig ist nur die Wirkung auf die menschliche, irdische, vergängliche Psyche. Gott und das Heil der ewigen Seele spielen keine Rolle. Aber was ist dann der Unterschied zwischen einer Beichte und einem Gespräch mit einem Psychologen?
Aber der Priester tritt in einer
Antwort auch gar nicht mehr
in persona Christi auf:
Es ist sicher sinnvoll, vor der Hochzeit zu beichten. Denn es tut durchaus gut, einem Priester als dem Vertreter der menschlichen Gemeinschaft und der Kirche, sein Leben hinzuhalten und so alles loszulassen, was einen belastet…
Der Priester ist nur noch ein »Vertreter der menschlichen Gemeinschaft und der Kirche«. Aber wie kann ein solcher Vertreter jemandem die Sünden vergeben? Wie kann er sagen »ICH spreche Dich los…«? Das geht doch nur, wenn er bei dem Vollzug nicht mehr aus sich selbst spricht als menschliche Person, sondern
in persona Christi handelt.
Doch nach A. Grün ist ja offenbar
Absolution ohne Beichte möglich. Todsünden begeht gemäß A. Grün ohnedies kaum jemand und das ganze Beichten ist bei anderen Sünden sowieso nicht notwendig. Das stimmt zwar rein rechtlich, doch unterstützt er damit die Leute, die sagen: „Ich gehe nicht zur Beichte. Weiß nicht was ich sagen soll. Hab ja keinen umgebracht.“ Daß auch das Bekennen der läßlichen Sünden hilfreich ist und das Gewissen schult, wird unterschlagen.
Zur Erinnerung:
KKK hat geschrieben:1458 Das Bekenntnis der alltäglichen Fehler, der läßlichen Sünden, ist genaugenommen nicht notwendig, wird aber von der Kirche nachdrücklich empfohlen. Das regelmäßige Bekenntnis unserer läßlichen Sünden ist für uns eine Hilfe, unser Gewissen zu bilden, gegen unsere bösen Neigungen anzukämpfen, uns von Christus heilen zu lassen und im geistigen Leben zu wachsen. Wenn wir in diesem Sakrament öfter das Geschenk der Barmherzigkeit Gottes empfangen, wird es uns drängen, selbst barmherzig zu sein wie er.