Monophysitismus?

Schriftexegese. Theologische & philosophische Disputationen. Die etwas spezielleren Fragen.
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ghiaccio hat geschrieben:Aber du weißt schon, daß er die menschliche Natur nur gleichsam zusätzlich angenommen hat, ER ohne Unterbrechung in jedem Augenblick GOTT blieb.
Es ist ein Trugschluss der sog. Moderne, von der menschlichen Natur auf die Person zu schließen, die Person ist einzig: GOTT
Ghiaccio hat geschrieben:Eine Person (Sohn) die von Ewigkeit vom Vater gezeugt ist und gleich ewig ist wie der Vater.
Die menschliche Natur tritt dieser Person zu, in Jesus Christus ist keine doppelte Personalität
Ghiaccio hat geschrieben:Wahrer Mensch bezieht sich auf die Natur.
Dieser ist es eigen, leiden und sterben zu können.
Die Funktionen der des Menschen mußte die göttliche Person vollziehen, ohne ohne selbst menschliche Person zu sein.
In Jesus Christus sind menschliche und göttliche Natur (ohne einander zu vermischen), aber er ist fortdauernd die eine göttliche Person.
Ghiaccio hat geschrieben:… entfaltet sich
das Dogma der "hypostatischen Union", heißt:
Christus vereint die göttliche Natur und menschliche Natur in einer göttlichen Person.
Ghiaccio, eines vorweg: Du hast hier im Kreuzgang bereits vieles Gute und Richtige geschrieben, das ich unterstütze. Darum ist es mir ein Anliegen, dich in dieser wichtige Sache zu korrigieren, denn aus deinen oben zitierten Aussagen scheint klar ein dem Monophysitismus verwandter Irrtum zu sprechen.

Um so unverständlicher, als du zweimal das von mir lateinisch zitierte Chalcedonense auf deutsch wiedergibst. – Kann er lesen?, frage ich mich. Es scheint, du höbest auf die Formulierung »nicht in zwei Personen geteilt oder getrennt« (οὐκ εἰς δύο πρόσωπα μεριζόμενον ἤ διαιρούμενον) ab. Das verstand sich für mich von selbst (denn die Lehre von zwei Personen ist ja gerade der nestorianische Irrtum).

Mir kam es dagegen auf folgenden Satz besonders an: »Ein und derselbe ist Christus, der einziggeborene Sohn und Herr, der in zwei Naturen unvermischt, unveränderlich, ungetrennt und unteilbar erkannt wird, wobei nirgends wegen der Einung der Unterschied der Naturen aufgehoben ist, vielmehr die Eigentümlichkeit jeder der beiden Naturen gewahrt bleibt und sich in einer Person und einer Hypostase vereinigt« (ἕνα καὶ τὸν αὐτὸν Χριστὸν κύριον μονογενῆ ἐν δύο ϕύσεσιν ἀσυγχύτως, ἀτρέπτως, ἀδιαιρέτως, ἀχωρίστως γνωριζόμενον, οὐδαμοῦ τῆς τῶν ϕύσεων διαϕορᾶς ἀνῃρημένης διὰ τὴν ἕνωσιν, σωζομένης δὲ μᾶλλον τῆς ἰδιότητος ἑκατέρας ϕύσεως καὶ εἰς ἑν πρόσωπον καὶ μίαν ὑπόστασιν συντρεχούσης).

Zwei Naturen vereint in einer Person. Das, scheint’s, hast du nicht gelesen. Aber zitiert. Und nun sogar noch mehr: Du weist in kurzer Zusammenfassung, aber begrifflich im wesentlichen korrekt, neben allerhand Irrlehren wie Arianismus und Nestorianismus ausdrücklich auch Monophysitismus, Monotheletismus und Monenergismus zurück, auf welche deine vorigen Äußerungen gerade hindeuteten.

Wie das? – Mir scheint, du hast ein Problem mit dem Personbegriff. Wir sollten zu klären versuchen, ob dies Problem allein sprachlicher Art oder eben doch begrifflich-sachlich ist.

Du bejahst Jesu menschliche Geistseele, menschlichen Willen, menschliches Tun und Wirken. Du meinst ihm aber die menschliche Person absprechen zu müssen, da er ja nur eine Person sei, nicht zwei, wie die Nestorianer irrig lehrten. Wie aber, frage ich dich, kann es einen menschlichen Willen, kann es eine menschliche Geistseele ohne menschliche Personalität geben?

Indem du Jesu menschliche Personalität leugnest, erweckst du den Eindruck, die menschliche Natur, welche du zwar mit Worten zugestehst, sei gewissermaßen ganz von der göttlichen aufgesogen. Und doch bejahst du Jesu menschliche Seele und menschlichen Willen.

Die Lösung deiner Aporie liegt im Geheimnis der hypostatischen Union. Indem die göttliche Natur sich mit der menschlichen vereint, ist die Person des Logos nun göttlicher und menschlicher Natur zugleich, »unvermischt, unwandelbar, ungeteilt und unscheidbar«. Gott-menschliche Person.

Wir müßten nun auf die Geschichte des Personbegriffs näher eingehen. Der Begriff der Person – lateinisch persona als Übersetzung des griechischen πρόσωπον – ist als Bezeichnung der göttlichen Personen in Anlehnung an die Begriffswelt der Philosophen schon früh auch im christlichen Bereich vorhanden, so etwa schon bei Tertullian; das Nicænum hat ihn ein für alle Male festgelegt.

Seine Interpretation war aber noch lang umstritten; so konnte er auch in Richtung Modalismus changieren. Das Konzil von Chalcedon setzte darum einen erklärenden Begriff hinzu: den der ὑπόστασις, der Hypostase, der freilich seinerseits eine Entwicklung durchgemacht hatte. Zur Zeit des Konzils von Nicæa war er noch eher auf die οὐσία bezogen, das „Wesen“, welchen Begriff man darum lateinisch mit substantia wiedergab, was eigentlich eine Nachbildung des griechischen Worts ὑπόστασις ist.

Ein Jahrhundert später schied man die ὑπόστασις klarer von der οὐσία und faßte sie nun als das individuelle Für-Sich-Sein eines Wesens oder einer οὐσία. Im Lateinischen suchte man dafür nun einen neuen Begriff – nachdem die substantia auf die οὐσία festgelegt war –: und fand zunächst den Begriff der subsistentia. Das war freilich auch noch recht willkürlich, und so suchte man weitere Präzisierung. Boëthius schließlich definierte die persona als rationalis naturæ individua substantia.

Dies also ist mit der ὑπόστασις gemeint, welche das Chalcedonense zur Erklärung des πρόσωπον-Begriffs bringt. Diese Person oder Hypostase des Logos, von Ewigkeit her göttlicher Natur, hat sich in der Inkarnation mit der menschlichen Natur vereinigt. Nicht mit einer menschlichen Person: Das liefe auf nachträglich Adoption des Menschen Jesu durch die Gottheit hinaus, oder auf eine Präexistenz der Seele Jesu, wie es Origenes phantasierte.

Nein, die eine göttliche Person des Logos hat sich die Menschennatur derart vereinigt, daß sie nun ebenso alles Individuelle, Personhafte der göttlichen wie auch der menschlichen Natur umfaßt. Sie ist darum göttliche und menschliche Person zugleich.

Kommen wir uns nun wieder etwas näher?

Dann könnte dir jetzt auch klarer werden, weshalb die Aussage, die Person Jesu Christi sei nur göttlich, nicht aber menschlich, monophysitisch verstanden werden muß.
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Linus
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Beitrag von Linus »

Eldar hat geschrieben:Da sieht man doch wieder die Spaltung. Ich wette mit dir ein Mundkommunikant würde mit mir übereinstimmen.
Ich weiß zwar nicht was das mit dem Thema zu tun hat, aber als angesprochener muss ich dir sagen, du hast deine Wette verloren.

Mich interessiert eigentlich nur ob das Konzil (welches is ma wurst) ;) lehrt, ob Jesus seine Gottmenschliche Natur von anfang an hat(also von Ewigkeit her) Oder hat er "nur" die Menschennatur zu irgendeinem Zeitpunkt angenommen.
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ghiaccio
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Beitrag von ghiaccio »

Linus

Zu deiner Frage:
"Und das Wort ist Fleisch geworden" ... in dem Augenblick, als Maria ihr "Fiat ("mir geschehe") sprach.
Die menschliche Natur ist nicht gleichewig mit dem Sohn, aber besteht ewig.
Auch von Ewigkeit "sah" der Dreifaltige Gott die Menschwerdung.
Es ist Sentenz, dass in der Menschwerdung des Sohnes eine Ursache für den Engelsturz war.

(Und durch die Annhame der menschlichen Natur blieb es auch bei der Dreifaltigkeit, es waren nicht plötzlich 4 Personen, aber ein Gott ;) ).
Aber das steht ja eh alles etwas weiter oben ...

Robert
Du stellst immer wieder dar, DU verbindest Natur und Person in einer Weise, wie sie das Dogma genau ausschließt.
(Mein Zitat: "Keine reine menschliche Selbstständigkeit und Personenhaftigkeit in Christus ist mit dieser Einheit vereinbar (contra Nestorius"). Darum mein Hinweis, du musst prüfen, inwieweit du die Lehre verstanden hast, oder ungewollt doch Nestorius zuneigst.


Einschub:
Die Bewusstmachung der Bedeutung dieses Satzes
"Keine reine menschliche Selbstständigkeit und Personenhaftigkeit in Christus ist mit dieser Einheit vereinbar"
ist sehr wichtig.
Die im Machwerk "Sakrileg" Jesus angedichteten Dinge sind gerade und nur dann möglich, wenn man von einer rein selbständigen menschlichen Personenhaftigkeit ausgeht.

Denn dann werden die Menschen bereit sein, alles auch bei Jesus für möglich zu halten, oder aber, wie das Scorsese in seinem gotteslästerlichen Film "The last Temptation" darstellte, im Widerstreit mit Gott, also sich selbst, liege.

Von unserer von Gott geschaffenen menschlichen Person und unseren Erfahrungen auf Jesus zu schließen ist möglich z. B. was Leidensfähigkeit, Ess- und Schlafbedürfnis angeht, wird aber zunehmend problematisch, wenn man in andere Bereiche der Triebe das erweitern will.
Denn: "auch die menschliche Natur ist wahrhaft und wirklich der göttlichen Person des Wortes zu eigen" (Neuner/Roos).
Auf dieser basiert UNSÜNDLICHKEIT, IRRTUMSUNFÄHIGKEIT, wie Das Fehlen auch nur einer UNWISSENHEIT im menschlichen Leben Christi.



Alles was - von der Sache her nicht nötig war - habe ich in meinem letzten Beitrag dargelegt, das ist die katholische Lehre undzwar dogmatische!
Robert, teile die Lehre, oder ggf eben auch nicht, die von Gott geschenkte Freiheit jedes Menschen (auch der Engel) kann nicht zwingen.
Höre aber bitte auf danach zu suchen und dann mit allerlei Klimmzügen mir wider besseren Wissens eine Anhänglichkeit oder gar Verbreitung von Irrlehren zu unterstellen!!


Dieses (dein) Verhalten war es, was mich schon einmal veranlasste zu sagen:
Besser wissen ist etwas anderes als Besserwissen.
Zuletzt geändert von ghiaccio am Donnerstag 27. Juli 2006, 10:11, insgesamt 5-mal geändert.
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Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus »



02.) Konzil von Chalcedon :

" In der Nachfolge der heiligen Väter also lehren wir alle übereinstimmend, unseren Herrn Jesus Christus als ein und denselben Sohn zu bekennen: derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe ist vollkommen in der Menschheit: derselbe ist wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch aus vernunftbegabter Seele und Leib; derselbe ist der Gottheit nach dem Vater wesensgleich und der Menschheit nach uns wesensgleich, in allem uns gleich außer der Sünde; derselbe wurde einerseits der Gottheit nach vor den Zeiten aus dem Vater gezeugt, andererseits der Menschheit nach in den letzten Tagen unsertwegen und um unseres Heiles willen aus Maria, der Jungfrau (und) Gottesgebärerin, geboren; ein und derselbe ist Christus, der einziggeborene Sohn und Herr, der in zwei Naturen unvermischt, unveränderlich, ungetrennt und unteilbar erkannt wird, wobei nirgends wegen der Einung der Unterschied der Naturen aufgehoben ist, vielmehr die Eigentümlichkeit jeder der beiden Naturen gewahrt bleibt und sich in einer Person und einer Hypostase vereinigt; der einziggeborene Sohn, Gott, das Wort, der Herr Jesus Christus, ist nicht in zwei Personen geteilt oder getrennt, sondern ist ein und derselbe, wie es früher die Propheten über ihn und Jesus Christus selbst es uns gelehrt und das Bekenntnis der Väter es uns überliefert hat."

Eine Person (Sohn) die von Ewigkeit vom Vater gezeugt ist und gleich ewig ist wie der Vater.
Die menschliche Natur tritt dieser Person zu, in Jesus Christus ist keine doppelte Personalität,
Genau hier liegt m. E. das Problem. Das Chalcedonense benutzt m. E. den Personbegriff hier, um das Mysterium der Trinität zu beschreiben und deutlich zu machen, daß Christus als der ewige Sohn Gottes eine eigene Person (hypostase) innerhalb des einen Wesens der Gottheit (usia) ist. Der Personbegriff (prosopon) bezeichnet das Maß an Eigenständigkeit innerhalb der göttlichen Einheit. Der Begriff der Person kann aber m. E. unmöglich verwendet werden, um in Christus eine göttliche Person (prosopon) gegen eine menschliche Natur abzugrenzen. Damit wäre die Begrifflichkeit des Chalcedonense völlig falsch angewandt.
Zuletzt geändert von Stephen Dedalus am Donnerstag 27. Juli 2006, 12:14, insgesamt 1-mal geändert.

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ghiaccio
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Beitrag von ghiaccio »

Dedalus

Es bedarf deiner Auslegungen nicht, ein kleines Dogmenhandbuch reicht.
(Mein Zitat: "Keine reine menschliche Selbstständigkeit und Personenhaftigkeit in Christus ist mit dieser Einheit vereinbar (contra Nestorius").


Und eh du oder andere versuchen weiterhin etwas aus meinen Aussagen zu lesen oder hineingeheimsen zu wollen, lese alle meine diesbezüglichen Aussagen.

<gell, Robert, alles im Zusmmenhang sehen, wobei das für die Lehren der Kirche mit "im Lichte der Tradition" viel treffender ausgedrückt wird, doch das selbe im Prinzip heißt. Dieser von dir kürzlich benutzte Satz gilt doch wohl nicht nur, wenn du ihn verwendest, ODER? :D >

Wer dann noch fortfährt zu behaupten, das sei "unscharf" oder "Irrlehre", hat die katholische Lehre entweder selbst nicht verstanden, oder ist Anhänger einer anderen Lehre oder aber mag unbedingt mit mir streiten.
Für den Fall sollte man das nicht unter einem Vorwand tun.


P.S.:
Angemessen wäre es, du nähmest deine erwähnte Aussage ( Dedalus: dann kann er nicht
"in erster Linie wahre Gottheit" sein")
zurück.
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FranzSales
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Beitrag von FranzSales »

[Aber du weisst schon, dass er die menschliche Natur nur gleichsam zusätzlich angenommen hat, ER ohne Unterbrechung in jedem Augenblick GOTT blieb.
Das ist zu unpräzise. Auch mir kam beim Lesen Deines Statements der Gedanke auf, dass es hier nach Monophysitismus zumindest "riecht". Es klang hier so, als ob die menschliche Natur gleichsam in der göttlichen aufgegangen wäre.
4. Synode von Toledo 633
Derselbe Christus, unser Herr Jesus, einer aus der Dreifaltigkeit, hat – abgesehen von der Sünde – einen an Seele und Leib vollkommenen Menschen angenommen, er blieb dabei, was er war, er nahm an, war er nicht war; er war gleich dem Vater in seiner Göttlichkeit, er war geringer als der Vater in seiner Menschlichkeit und besaß in einer Person die Eigenschaften zweier Naturen; Naturen waren nämlich in ihm zwei, Gott und Mensch, nicht aber zwei Söhne und zwei Götter, sondern die eine und selbe Person in beiden Naturen.
Konzil von Frankfurt 794
Wir bekennen unseren Herrn Jesus Christus als wahren Gott und wahren Mensch in einer Person. Er blieb also die Person des Sohnes in der Trinität, zu welcher Person die menschliche Natur hinzukam, damit auch eine Person sei Gott und Mensch – nicht ein vergöttlichter Mensch oder ein erniedrigter Gott, sondern Gott-Mensch und Mensch-Gott; wegen der Einheit der Person ist der eine Sohn Gottes zugleich Menschensohn, vollkommener Gott und vollkommener Mensch. Vollkommen ist der Mensch aber nur mit Leib und Seele.
Deine jetzige Klarstellung mit den zwei Naturen und der einen göttlichen Person. Präziser wäre m.E. gewesen von Jesus Christus nach der Inkarnation als dem "Gott-Mensch" zu sprechen.
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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ghiaccio
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Beitrag von ghiaccio »

FranzSales hat geschrieben:...

Deine jetzige Klarstellung mit den zwei Naturen und der einen göttlichen Person. Präziser wäre m.E. gewesen von Jesus Christus nach der Inkarnation als dem "Gott-Mensch" zu sprechen.
ghiaccio schrieb:
Verfasst am: Di, 25. Jul 2006, 22:53 ...
In Jesus Christus sind menschliche und göttliche Natur (ohne einander zu vermischen), aber er ist fortdauernd die eine göttliche Person.

Es stimmt nicht, wenn du von "jetzige Klarstellung" sprichst!

Gottmensch

Mitnichten ist Gottmensch präziser!,
Man kann es nämlich im Sinne der Lehre interpretieren oder eben auch entgegen dieser.
Gerade die von dir bewusst gewählte Schreibweise "Gott-Mensch"
- um deine Formulierung aufzugreifen - "riecht zumindest" nach einem nicht mehr katholischem Verständnis der Lehre, da sie den Schluß nahelegt:
Gott und Mensch stünden sich gegenüber als eigenständige Personen.
Tatsächlich aber:
"Keine reine menschliche Selbstständigkeit und Personenhaftigkeit in Christus ist mit dieser Einheit vereinbar".

Die göttliche Person gestaltet sich auch in der menschlichen Natur.

P.S.:
Der Begriff "Gottmensch" ist vor allem durch die Bücher von Maria Valtorta bekannt (ja, Paulus verwendet ihn auch, aber wenn man den Begriff hört, ist zumeist der erste Gedanke an die Aufzeichnungen Valtortas) und durch diese wohl auch geprägt.

Das Problem ist dabei, dass diese unter dem Titel "Der Gottmensch" von der Kirche auf den Index (Liste der für Katholiken verbotenen Bücher setzte).
Die bisweilen zu hörenden Einwände, da stehe aber soviel schönes darinnen, oder der Index existiere ja nimmer, sind nicht sehr tragfähig, denn die Aufhebung des Indexes wollte nicht ausdrücken, dass es nun freigestellt sei, welche Bücher man lese, noch sollte die Bewertung durch die Kirche damit rückgängig gemacht werden.

Ob die wohlwollenden Äusserungen Pius XII zu dieser Schrift authentisch sind, war für mich nicht zu verifizieren.

Leider ist für mich bisher nicht in Erfahrung zu bringen gewesen, welche Aussagen in dem Buch der Entscheidung der Kirche zugrunde lagen.
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Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus »

ghiaccio hat geschrieben:Angemessen wäre es, du nähmest deine erwähnte Aussage ( Dedalus: dann kann er nicht
"in erster Linie wahre Gottheit" sein")
zurück.
Warum soll ich an dieser Aussage etwas zurücknehmen? Wenn wir die Inkarnation ernstnehmen, können wir die beiden Naturen in Christus nicht gegeneinander gewichten. Jesus kann dann nicht "in erster Linie" Gott oder Mensch sein. Er ist beides voll und ganz.

Wie Du dies (außer im temporalen) Sinne, der hier aber klar nicht gemeint ist, belegen willst, ist mir ein Rätsel.
"Keine reine menschliche Selbstständigkeit und Personenhaftigkeit in Christus ist mit dieser Einheit vereinbar (contra Nestorius").
Niemand spricht hier von einer rein menschlichen Personenhaftigkeit. Mein Eindruck hier ist, daß alle Diskutanten nur klar feststellen wollen, daß es keine Personhaftigkeit Christi gibt, die von seiner menschlichen Natur getrennt ist. Die menschliche Natur tritt in der Inkarnation nicht nur hinzu, sondern die Inkarnation bedeutet doch, daß die menschliche Natur Teil der Person Christi wird. Würdest Du dem widersprechen wollen?

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ich hoffte, es sei vielleicht doch nur ein Streit um Worte, Ghiaccio. Aber es scheint mehr zu sein. Zudem bist du völlig verstockt und willst dich nicht belehren lassen.
Ghiaccio hat geschrieben:Robert
Du stellst immer wieder dar, DU verbindest Natur und Person in einer Weise, wie sie das Dogma genau ausschließt.
(Mein Zitat: "Keine reine menschliche Selbstständigkeit und Personenhaftigkeit in Christus ist mit dieser Einheit vereinbar (contra Nestorius"). Darum mein Hinweis, du mußt prüfen, inwieweit du die Lehre verstanden hast, oder ungewollt doch Nestorius zuneigst.
»Dein Zitat« ist bislang nur ein Selbstzitat, denn eine Quelle hattest du oben nicht genannt (hab’ ich’s überlesen, dann korrigier mich). Abgesehen davon ist der Satz ja völlig richtig, wie ich im vorigen Beitrag schrieb. Vielleicht liest du den erst noch einmal, langsam, laut und Wort für Wort. Dieser Satz richtet sich gegen die nestorianische Häresie, neben der göttlichen Hypostase eine zweite, menschliche Hypostase in Christo zu sehen.

Jesus Christus ist aber nur ein Individuum, das ist: eine Person. Soweit folgst du der gesunden Lehre. Nun erklärst du aber, diese Person sei die Person des Logos – soweit auch noch völlig korrekt – und darum ausschließlich göttliche und nicht menschliche Person. Da sitzt der Fehler.

Das Problem ist: Aufgrund der Offenbarung sowie notwendiger philosophisch-theologischer Schlüsse aus ihr wissen wir zweierlei: erstens, daß Jesus Christus nur Einer ist; zweitens, daß Er das ewige Wort des Vaters und der Sohn Mariens ist, der Jungfrau, also ebensowohl Gott als auch Mensch.

Das Konzil von Chalcedon hat genau diese Frage gelöst – oder besser: entschieden, denn im Grunde bleibt die Aporie bestehen, denn wirklich verstehen können wir es nicht –: ein Christus, eine Person in zwei Naturen. Diese eine Person Jesu Christi, die Hypostase des Logos, ist darum sowohl göttliche Person als auch menschliche Person. Darum redet man von der hypostatischen Union: Einung beider Naturen in der einen Hypostase, das ist: in der einen Person.

Eben das meint ja der Begriff der Natur. Wenn die Person menschlicher Natur ist, dann ist sie eine menschliche Person. Oder was verstehst du unter dem Begriff „Natur“? ’n Klotz am Been?

Denn bei dir gelangt die menschliche Natur nicht zur Personhaftigkeit, gegen den ausdrücklichen, an sich unmißverständlichen Wortlaut von Chalcedon. Daß du dennoch mit Worten gegen den Monotheletismus den eigenen menschlichen Willen Jesu festhältst, ist kurios. Wer, meinst du, – und das beantworte nun wirklich einmal – sei denn der Träger jenes menschlichen Willens Jesu Christi?

Und noch eine Frage: Bist du eigentlich eine Person?

Für den Rest habe ich jetzt absolut keine Zeit mehr, bloß dies noch:

Ghiaccio (zu Franz Sales) hat geschrieben:Es stimmt nicht, wenn du von "jetzige Klarstellung" sprichst!
Exakt. Du hast überhaupt nichts klargestellt, sondern beharrst darauf, die Person Jesu für nur göttlich und nicht menschlich zu erklären. Wohin dir dabei die menschliche Natur verdampft, die du mit Worten bekennst, das weiß der Geier.
Ghiaccio hat geschrieben:Alles was - von der Sache her nicht nötig war - habe ich in meinem letzten Beitrag dargelegt, das ist die katholische Lehre, und zwar dogmatische!
Robert, teile die Lehre, oder ggf eben auch nicht, die von Gott geschenkte Freiheit jedes Menschen (auch der Engel) kann nicht zwingen.
Höre aber bitte auf danach zu suchen und dann mit allerlei Klimmzügen mir wider besseren Wissens eine Anhänglichkeit oder gar Verbreitung von Irrlehren zu unterstellen!!
Danke, gleichfalls, könnte ich nun sagen. Ich will aber noch eins hinzufügen. Der bisherige Diskussionsverlauf zeigt mir folgendes Bild, das wahrscheinlich der Wirklichkeit nicht so ferne liegt: Im Herzen bist du ein kleiner Monophysit, für den die Menschheit Jesu mehr eine theoretische Sache ist, mit der du nicht so recht was anfangen kannst. Du willst einen großen Gott zum Anbeten, und zuviel Menschliches stört dich dabei. Nun gehört das Menschliche freilich doch dazu, das weißt du, aber instinktiv geht dein Bestreben darauf, es in den Hintergrund zu drängen. So deutest du die bekannten Lehrsätze der Kirche derart aus, daß sie dein solcherart beschriebenes Verlangen nicht allzusehr stören. Dabei kommt dir zupaß – solang du mit dir allein bist –, daß du die hier relevanten philosophischen Begriffe (wie physis, prosopon, hypostasis etc.) nicht wirklich verstanden hast. Du zurrst und zuppelst dir das zurecht, bis es (dir) paßt. Nun kommt aber einer daher und sagt: Horch ma, da haste wat verdreht! – Au weh! Da ist das Geschrei groß.
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FranzSales
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Beitrag von FranzSales »

Gerade die von dir bewusst gewählte Schreibweise "Gott-Mensch"
- um deine Formulierung aufzugreifen - "riecht zumindest" nach einem nicht mehr katholischem Verständnis der Lehre, da sie den Schluß nahelegt:
Gott und Mensch stünden sich gegenüber als eigenständige Personen.


Die Aussage Gott-Mensch ist so katholisch und rechtgläubig wie nur irgendwie. Nur mit dieser Bezeichnung ist die Zweinaturenlehre klar dargestellt. Mit Valorta hat das gar nichts zu tun, wie Du schon an den Begriffen der Synode von Frankfurt aus dem 9. Jdh. erkennen kannst.
Und bereits Augustinus konnte sagen:

"Ich behaupte: (dort war) das Wort, der Geist und der Leib: Gott und Mensch. Wenn ich beides (von ihm) aussagen will, wenn ich zweierlei Wirklichkeiten aussagen will, so verwende ich den zusammenfassenden Ausdruck: Gott-Mensch. (Also) sowohl wahrer Gott wie auch wahrer Mensch. Nichts Falsches in der Menschheit, nichts Falsches in der Gottheit: (eben) Gott und Mensch. Befragst du mich aber über den Menschen (Christus), so sage ich erneut ein Zweifaches: eine menschliche Seele und ein menschliches Fleisch. Du bist wegen (deiner) Seele und (deines) Fleisches ein Mensch; jener ist der Christus wegen (seines) Gott- und Menschseins. Das ist es, was ich behaupte»(Predigt 237,2).

So schreibt auch Theodoret:
"Als wahrhaftigen Gott und wahrhaftigen Menschen bekennen wir uns Herrn Jesus Christus, und wir teilen den Einen nicht in zwei Prosopa (Personen), sondern glauben, daß zwei Naturen unvermischt geeint sind.“


Aber wahrscheinlich waren die auch nicht wirklich katholisch! :jump:

In der sog. Unionsformel aus dem Jahr 433 wird nicht mehr von Hypostasen gesprochen, sondern diese läuft auf den Begriff Prosopon zu und zeigt, wie sich in den Auseinandersetzungen um das Verständnis der Menschwerdung sich der Personbegriff langsam herausgebildet hat.

„ Wir bekennen, daß unser Herr Jesus Christus, der einziggeborene Sohn Gottes, vollkommener Gott und vollkommener Mensch aus vernünftiger Seele und Leib, vor den Weltzeiten aus dem Vater nach der Gottheit, aber am Ende der Tage als derselbe um unseretwillen und um unserer Errettung willen aus Maria der Jungfrau nach der Menschheit geboren wurde, dem Vater wesensgleich nach der Gottheit und derselbe uns wesensgleich nach der Menschheit. Denn es ist eine Einigung der Naturen erfolgt. Einen Christus, Einen Sohn, Einen Herrn bekennen wir daher.
Gemäß dieser Vorstellung von der unvermischten Einigung bekennen wir die heilige Jungfrau als Gottesmutter, weil der Gott-Logos Fleisch und Mensch geworden ist und unmittelbar von der Empfängnis an den aus ihr genommenen Tempel (d.i. sein Leib) mit sich vereinigt hat.
Wir wissen aber, daß die von Gott lehrenden Männer die evangelischen und apostolischen Worte über unseren Herrn teils gemeinsam auf eine Person (Prosopon) beziehen, teils gleichsam auf zwei Naturen verteilen und die gottgemäßen Worte der Gottheit Christi, die niedrigen aber entsprechend seiner Menschheit erklären.“



Der Theologe Maximus Confessor ging 200 Jahre nach den oben beschriebenen theologischen Diskussionen der Frage nach, ob Jesus einen menschlichen Willen hatte.

„ Von gleicher Hypostase (Subjektsein) ist, was mit einem anderen zu einer und derselben Hypostase zusammengefügt ist, wie es sich verhält bei Seele und Leib und allem anderen, was bei unterschiedlicher und andersartiger Natur gemäß der Hypostase geeint ist. Wenn also etwas mit einem anderen in Einheit verbunden ist, dann existiert es als dasselbe gemäß der Hypostase … es ist also die hypostatische Union, die die unterschiedlichen Wesenheiten oder Naturen zu einer Person und ein und derselben Hypostase (Subjektsein) zusammenführt und bindet. ….
Wenn wir von einer Einigung gemäß der Hypostase sprechen, dann erkennen und bekennen wir, daß die Einigung der Naturen zu einer Hypostase erfolgt ist. …
Durch seine Gottheit wurde er nicht gehindert, Mensch zu werden, noch wurde er durch seine Menschwerdung im Gottsein gemindert, der eine und selbe besteht ganz in beiden Naturen …

Opuscula theologica, Ambiguorum liber II um 640 bzw. um 630

Und zuletzt:

"So bekennen wir einen Christus und Herrn. Dabei beten wir nicht etwa einen Menschen mit dem Wort (gemeint ist der ewige Sohn Gottes) zusammen an, damit nicht durch die Wörter „mit“ und „zusammen“ die Vorstellung einer Scheidung eingeführt wird. Wir beten vielmehr einen und denselben Christus an. Denn sein Leib ist dem göttlichen Wort nicht fremd. Mit diesem Leibe thront er ja auch zur Rechten des Vaters, weil wiederum nicht zwei Söhne an der Seite des Vaters sitzen, sondern ein Sohn entsprechend der Einigung mit dem eigenen Fleisch. Wollten wir aber die Einigung der Person nach als unverständlich oder nicht angemessen ablehnen, so wären wir gezwungen, zwei Söhne anzunehmen. Dann kämen wir nämlich nicht umhin, zwischen einem Menschen einerseits, der durch den Namen „Sohn“ allenfalls geehrt wäre, und andererseits dem Wort Gottes, dem von Natur aus Name und Wirklichkeit der Sohnschaft zueigen ist. Es darf demnach der eine Herr Jesus Christus nicht in zwei Söhne gespalten werden. …. Die Schrift (d.h. die Bibel) sagt ja nicht, das Wort habe sich mit der Person eines Menschen vereinigt, sondern es sei selber Fleisch geworden. ……
Die Worte des Heilandes aber, die sich im Evangelium finden, verteilen wir nicht auf zwei Hypostasen (Subjekte) oder Personen. Der eine und einzige Christus ist nicht zwiespältig, obwohl er aus zwei und zwar zwei verschiedenen Wirklichkeiten besteht. Diese sind aber zu einer unteilbaren Einheit verbunden, wie etwa auch der Mensch aus Leib und Seele besteht und doch nicht zweifach, sondern aus beiden Teilen ist. Wir lassen daher gemäß dem rechten Glauben die menschlichen wie auch göttlichen Aussagen von einem gesprochen sein."

Cyrill von Alexandrien, aus dem Brief an Nestorius, 430
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

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ghiaccio
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Beitrag von ghiaccio »

Franzl


Den Stein, den man wirft ("riecht zumindest") muss man nicht nur selbst heben, sondern auch fangen können, wenn er zurückgeworfen wird.


das "Nicht katholischsein" habe nicht ich ins Spiel gebracht, auch nicht in diesem Strang jemanden angehängt.
Umgekehrt, wenn man jemanden Irrlehren andichtet, dann tut man dies.


Du wolltest meinem Eindruck wie man sagt "nachkarten" <Zitat: jetzige Klarstellung ...>, und da du den nur zurückgeworfenen Stein nicht fangen konntest, wird ein Begriff begründet, der in der in Rede stehenden Dogma eben bewusst nicht erwandt wird, eben weil er zumindest interpretationsfähig ist.


Ein Dogma aber will seinem Wesen nach möglichst keinen Interpretationsspielraum lassen.

P.S.:
Ansonsten sollte man möglichst nah an dem bleiben, was der aufgegriffene Artikel aussagt, und nicht das daraus machen, was einem für die Darstellung der eigenen Person oder Position günstiger erscheint und den Schreiber des angegriffenen Artikels ziemlich doof aussehen lassen soll. ;)
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Beitrag von ghiaccio »

Robert

Du gebärdest dich auch in deiner Wortwahl als das, was man als Oberlehrer bezeichnet, der am liebsten Noten an die Beiträge schreiben würde.
Es darf niemand so bescheid wissen in "deinem Forum" wie du, oder gar besser.

Um diesem Selbstverständnis mehr Kraft zu verleihen, bewertest du nicht nur die Beiträge, sondern be- und verurteilst rasch den Menschen.
"Du urteilst dennoch schnell über deine Gesprächspartner."

Deinen eigenen Satz, an andere gerichtet, solltest du beherzigen.


Wie seh es dir um den Streit (man könnte auch schulmeistern sagen) mit mir gelegen ist und nicht um die , Sache, denn spätestens nach der "Klarstellung" wäre sie entschieden.

Doch du bekrittelst die Aussage
"Keine reine menschliche Selbstständigkeit und Personenhaftigkeit in Christus ist mit dieser Einheit vereinbar
als "meine Selbstaussage", um sodann die Note zu verteilen, dass du gegen sie nichts einwendest.

Es hängt die Wahrheit nicht davon ab, wer eine Aussage macht, sondern von ihrem Inhalt. Und wenn du mich noch sonstwie findest, ändert das nicht deshalb entwas an der Aussage, die Wahrheit ist aus sich heraus wahr, bleibt es, selbst wenn sie der Esel kündete.

Du denkst gar nicht erst, so zeigen deine Beiträge, stimmt das was er sagt, habe ich vieleicht - wenn auch in bester Absicht - über das Ziel hinaus geschossen, du willst beharren, merkst aber wieder nicht, dass das, was du anderen vorhälst, viel mehr deine Haltung bist: verstockt!!

Eine über das Dogma hinausgehende Interpretation deinerseits ist eben nicht Dogma, sondern bestenfalls Sentenz.

Du hast einen Ball geworfen, nämlich den unverschämten Vorwurf der Irrlehre. Ich habe diesne Ball aufgenommen, doch nicht einfach zurückgeworfen, sondern versucht unter seiner Oberfläche das hervorzuholen, was darunter verborgen ist, nämlich die tatsächliche kath. Lehre.


An dieser hast du deinen persönlichen Ergänzungen vorgenommen, weshalb dann der Eindruck naheliegt, wer diese Lehre ergänzt muss meinen, ihr fehle etwas. Deshalb sollte jeder, auch du (frei nach Cäsar ;-) ) sich die Farge stellen udn gefallen lassen, ob er nicht zuviel anderes zu glauben, was selbst die Kirche zum Glauben verbindlich vorlegt.


Es ist in der Sache, nämlich die Lehre der Kirche, alles und nicht nur einmal gesagt worden.
Für mich ist dieser Themenstrang deshalb an seinem logischen Ende.
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FranzSales
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Beitrag von FranzSales »

Den Stein, den man wirft ("riecht zumindest") muss man nicht nur selbst heben, sondern auch fangen können, wenn er zurückgeworfen wird.
Den Ball gebe ich gerne zurück in der Erwartung von Dir eine theologisch substanziierte Antwort zu erhalten. Mehr als heiße Luft findet man leider nicht.
Für mich ist dieser Themenstrang deshalb an seinem logischen Ende.
Du bist immer noch Antworten auf die klaren Fragen von Robert schuldig geblieben.
Eine über das Dogma hinausgehende Interpretation deinerseits ist eben nicht Dogma, sondern bestenfalls Sentenz
Geschwafel! :sauer: Es geht hier genau darum, was das Dogma bedeutet. Und der klare Wortlaut der Lehrentscheidungen spricht doch gegen Dich und die katholische Tradition.
"Herr Jesus Christus, wir beten Dich an und benedeien Dich. In Deinem Heiligen Kreuz hast Du die Welt erlöst."

Stephen Dedalus
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Beitrag von Stephen Dedalus »

ghiaccio hat geschrieben: Doch du bekrittelst die Aussage
"Keine reine menschliche Selbstständigkeit und Personenhaftigkeit in Christus ist mit dieser Einheit vereinbar
als "meine Selbstaussage", um sodann die Note zu verteilen, dass du gegen sie nichts einwendest.

Es hängt die Wahrheit nicht davon ab, wer eine Aussage macht, sondern von ihrem Inhalt. Und wenn du mich noch sonstwie findest, ändert das nicht deshalb entwas an der Aussage, die Wahrheit ist aus sich heraus wahr, bleibt es, selbst wenn sie der Esel kündete.
Robert hat klar nachgewiesen, daß diese Aussage im Kontext der Diskussion keineswegs das belegt, was Du damit gerne belegen möchtest. Um nichts anderes geht es doch.
Du hast einen Ball geworfen, nämlich den unverschämten Vorwurf der Irrlehre. Ich habe diesne Ball aufgenommen, doch nicht einfach zurückgeworfen, sondern versucht unter seiner Oberfläche das hervorzuholen, was darunter verborgen ist, nämlich die tatsächliche kath. Lehre.

Es ist in der Sache, nämlich die Lehre der Kirche, alles und nicht nur einmal gesagt worden.
Für mich ist dieser Themenstrang deshalb an seinem logischen Ende.
Interessant. Leider muß ich nach dem Diskussionsverlauf feststellen, daß der Vorwurf Roberts, Du verträtest hier eine Form des Monophysitentums, nur umso klarer im Raum stehen bleibt. Auch dieses Posting von Dir erschöpft sich in Vorwürfen und Behauptungen, trägt aber zur Sache nichts bei.

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ghiaccio
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Beitrag von ghiaccio »

Dedalus

Du schriebst:
.. keine Personhaftigkeit Christi gibt, die von seiner menschlichen Natur getrennt ist. Die menschliche Natur tritt in der Inkarnation nicht nur hinzu, sondern die Inkarnation bedeutet doch, daß die menschliche Natur Teil der Person Christi wird. Würdest Du dem widersprechen wollen?

Das (von mir fett) unterlegte ist die Lehre der Kirche.
(und um diesde zweifelsfrei darzulegen ging es).
Der Widerspruch, den du siehst, zu
"tritt nur hinzu"
existiert aber nicht tatsächlich.
Statt "hinzutreten" würde auch vermählt passen.
(Wäre dem nicht so, wäre die menschliche Natur des ewigen Wortes präexistent gewesen, was wieder eine Irrlehre wäre.
Doch das Wort ist in der Zeit Fleisch geworden).



Was nun deine Aussage:
dann kann er nicht "in erster Linie wahre Gottheit" sein
angeht

Mag es tatsächlich eine Frage der Lesart sein und hier tatsächlich mehr ein Missverstädnis vorliegen, was mir angesichts des oben fettgedruckt zitierten so scheint.
Doch die uns Wenschen so erscheinenden christlichen Paradoxa, sind nicht nur keine, sondern dem Gläubigen steter Quell der Betrachtung und Freude, z.B.:.

wahrer Gott - wahrer Mensch
immerwährende Jungfrau - Mutter Gottes
Drei Personen - EIN Gott


Und so las ich auch deine Ausage, nämlich als menschlich angesehenes Paradoxum und deshalb auzuschließen.

Der Sohn IST wesensgleich mit dem Vater, auch nachdem das Wort Fleisch geworden ist, also ganz Gott.
Die Fähigkeiten wie UNSÜNDLICHKEIT, IRRTUMSUNFÄHIGKEIT, FEHLEN aller UNWISSENHEIT, die der menschlichen Natur Christi eigen, sind keine Frucht - wie das Gnadenprivileg der Sündenlosigkeit und der ihr entspringenden Vorzüge bei Maria - sondern Kraft des Wortes, das nun Fleisch angenommen hat.


In diesem Sinne - und so vermute ich, hat es der Urheber gemeint - ist er zuerst wahrer Gott und kann somit schon sein.
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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

Ach Jungs ihr zerfleischt euch aufgrund einer Tatsache das jeder das gleiche meint nur andere Begrifflichkeiten verwendet.
Daran ist Nestorius schon gescheitert der ebenfalls die Erkentnisse von Chaldekon lehrte aber falsch verstanden wurde, bzw. man aus der unglückliche Formulierung des Nestorius falsche Schlussfolgerungen auf die Kriche zukommen sah.

Alles in allem kommt ihr mir hier derzeit wie ein kleiner Gartenzwergehaufen vor der sich darum streitet ob das braune Ding "Erdapfel" oder "Kartoffel" heist.

LG
Fiore
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ghiaccio
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Beitrag von ghiaccio »

Franz


Nimm dir deinen Nickgeber mit seinen Worten zu Herzen. ;)


Auch mit noch so frechen Bemerkungen kannst du meinen Beiträgen keine andere, als die ihnen innewohnende Aussagekraft geben

Auch sind wir hier weder von der Schule, wo man sich versucht beim Lehrer versucht lieb Kind zu machen, indem man dort schmeichelt auf Kosten anderer.


Da wir auch nicht vor Gericht sind, bleibt mir auch die Form, wie ich Fragen beantworte, überlassen. Eine für das Thema geeignetere als die die Dogmen kurz darzulegen kann es da nicht geben.

Wenn diese dann von dir als heiße Luft bezeichnet werden, weil du dich an meinem Schreibstil oder was ich dir sagte störst, kann ich und will ich dir das nicht nehmen, wir sind in einem Forum.
darum kommentiere ich solch Nicklichkeiten ungern, der doch mehr ausagen über den Schreiber, als über den, dem sie zugedacht sind

Du kannst es weiter denken und hier mit allerlei Wortpfeffer gewürzt immer und immer wieder schreiben. doch das Wesen eines Dogmas ist, das es so weit wie irgend möglich selbst erklärt und so wenig wie möglich Interpretationsspielraum läßt.


Die hier eingestellten Texte der Dogmen sind so eindeutig.


P.S.:

Dem hier sich un(v)erhofft nun gebildeten Triumvirrat sei die Farge gestellt.
Sollte dieses Spiel nicht ein Ende nehmen, da wir uns - wie es scheint, da es jeder bekundet, Zustimmung zur vollen Lehre der Kirche gibt ?

Wir könnne aber aber, wie die Kirchengeschichte berichtet, wie die Kesselflicker sogar um ein Wort streiten. Na ja, dies ist auch wieder ein Trost, dass selbst die Heiligen sich fetzten.
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ghiaccio
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Beitrag von ghiaccio »

Dedalus

war dein letzter Beitrag wirklich nötig??


(Belege doch mal einen Vorwurf von mir, der nicht eine Sachdarstellung ist).
Zuletzt geändert von ghiaccio am Donnerstag 27. Juli 2006, 14:15, insgesamt 1-mal geändert.
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ghiaccio
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Beitrag von ghiaccio »

FioreGraz hat geschrieben:Ach Jungs ihr zerfleischt euch aufgrund einer Tatsache das jeder das gleiche meint nur andere Begrifflichkeiten verwendet.
Daran ist Nestorius schon gescheitert der ebenfalls die Erkentnisse von Chaldekon lehrte aber falsch verstanden wurde, bzw. man aus der unglückliche Formulierung des Nestorius falsche Schlussfolgerungen auf die Kriche zukommen sah.

Alles in allem kommt ihr mir hier derzeit wie ein kleiner Gartenzwergehaufen vor der sich darum streitet ob das braune Ding "Erdapfel" oder "Kartoffel" heist.

LG
Fiore
;)


Dankdir für die Mühe/den Versuch ... mal schauen
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Linus
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Beitrag von Linus »

FioreGraz hat geschrieben: Alles in allem kommt ihr mir hier derzeit wie ein kleiner Gartenzwergehaufen vor der sich darum streitet ob das braune Ding "Erdapfel" oder "Kartoffel" heist.
Weder noch es heißt Krumbirn. :kiss:
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FranzSales
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Beitrag von FranzSales »

Dem hier sich un(v)erhofft nun gebildeten Triumvirrat sei die Farge gestellt.
Sollte dieses Spiel nicht ein Ende nehmen, da wir uns - wie es scheint, da es jeder bekundet, Zustimmung zur vollen Lehre der Kirche gibt ?
Ist denn klar, dass hier alle bekennen: Ein Christus, zwei Naturen (göttlich/menschlich/unvermischt) und zwei Willen?
Dann soll es so sein! :)

Wir könnne aber aber, wie die Kirchengeschichte berichtet, wie die Kesselflicker sogar um ein Wort streiten. Na ja, dies ist auch wieder ein Trost, dass selbst die Heiligen sich fetzten.
Die haben sich nicht nur gefetzt, sondern auch geprügelt und gemeuchelt! Wir sind doch wirklich human und demütig ... :mrgreen:

Ganz so banal wie Fiore die Diskussion darstellt ist sie natürlich nicht. Je nachdem, was man zu sehr betont, kann (nicht muss!) man in einer Häresie landen. Betone ich die Göttlichkeit zu sehr, wird die Inkarnation geleugnet. Betone ich die Menschlichkeit zu sehr, dann wird die Göttlichkeit Christi geleugnet. Für beide Richtungen bietet die Kirchengeschichte reichlich Lehrstoff.
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ghiaccio
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Beitrag von ghiaccio »

Franz
schrieb u.a.


"Betone ich die Menschlichkeit zu sehr, dann wird die Göttlichkeit Christi geleugnet. Für beide Richtungen bietet die Kirchengeschichte reichlich Lehrstoff."

Das ist einfach so.


Da ich zwar denke es ist in meinen Texten stehend, aber nicht sicher bin, zugleich aber auch nicht alles nachlesen mag:
das Dogma beinhaltet zwei unabhängige Willen


Und wie Fiore schreibt, ihm scheint es zumindest so,
und im Wesentlichen mir auch.
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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

Ganz so banal wie Fiore die Diskussion darstellt ist sie natürlich nicht. Je nachdem, was man zu sehr betont, kann (nicht muss!) man in einer Häresie landen.
Banal ist die Dikussion nicht, aber "klauberisch", würde man jeden so genau durchquetschen, würde man wohl selbst bei Leuchten wie Augsutinus und Thomas von Aquin genügend Häresien finden um die gesamte Kirche ins Wanken zu bringen. Auch wenn sie das was man ihnen dann unterstellt gar nicht gelehrt haben sondern genau das Gegenteil, nur irgendjemand hat es falsch verstanden oder falsch interpretiert, wie beim alten Nestorius.

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Sakristan
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Beitrag von Sakristan »

Das sind die echten Haarspalter.

Den Vergleich mit den Kartoffeln fand ich gut.

Und
FioreGraz hat geschrieben: würde man jeden so genau durchquetschen, ....
Gäbe wohl eine Riesenportion Kartoffelpüree
:freude:
*duckundwech*

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

Sakristan hat geschrieben:Das sind die echten Haarspalter.

Den Vergleich mit den Kartoffeln fand ich gut.

Und
FioreGraz hat geschrieben: würde man jeden so genau durchquetschen, ....
Gäbe wohl eine Riesenportion Kartoffelpüree
:freude:
*duckundwech*
Nein Erdäpfelpüree steht schon bei der Synode vom Gartenzaun. Die schon besagt das der Erdapfel zwei NAturen in sich vereint nämlich Kartoffelsalat und Erdäpfelpüree.

LG
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Beitrag von Sakristan »

:jump:

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FranzSales
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Beitrag von FranzSales »

Banal ist die Dikussion nicht, aber "klauberisch", würde man jeden so genau durchquetschen, würde man wohl selbst bei Leuchten wie Augsutinus und Thomas von Aquin genügend Häresien finden um die gesamte Kirche ins Wanken zu bringen.
Das stimmt! :mrgreen: Sollte uns das nicht zu denken geben und demütig machen? Der (potentielle) Ketzer steckt in uns allen. Es reicht schon manchmal aus zur falschen Zeit im falschen Jahrhundert zu sein ... 8)
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Johannes22101988
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Re:

Beitrag von Johannes22101988 »

ghiaccio hat geschrieben:Wer suchet, der findet ...[

AUCH ein Haar in der Suppe" und sei es, dass er dazu den Kopf solange schüttelt, bis eines von seinem Haupt fällt um wenigstens so endlich eines zu finden.

S. Dedalus
schrieb:Wenn Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist, wie wir im Glaubensbekenntnis jeden Sonntag bekennen, dann kann er nicht
"in erster Linie wahre Gottheit" sein.

Ich denke auch, daß die monophysitischen Tendenzen in den Postings von ghiaccio unübersehbar waren. Ich bin überrascht. Auf Jesus.de ist mir häufig aufgefallen, daß die Evangelikalen mit der Christologie Probleme haben, meist im Zusammenhang mit Diskussionen um die Hl. Jungfrau Maria. Weil die Evangelikalen die Rolle der Gottesmutter aus ihrer Theologie herausschreiben wollen, gerät ihnen die Inkarnation zu einem Prozeß, in dem Gott die Seele und Maria den Zellhaufen beigesteuert hat.

Mich wundert allerdings, auch bei den katholischen Traditionalisten hier solche Unschärfen wahrzunehmen.

Um was geht es tatsächlich?
Ich schrieb:

1.)
Aber du weisst schon, dass er die menschliche Natur nur gleichsam zusätzlich angenommen hat, ER ohne Unterbrechung in jedem Augenblick GOTT blieb.

Es ist ein Trugschluss der sog. Moderne, von der menschlichen Natur auf die Person zu schließen, die Person ist einzig: GOTT

2.) Konzil von Chalcedon :

" In der Nachfolge der heiligen Väter also lehren wir alle übereinstimmend, unseren Herrn Jesus Christus als ein und denselben Sohn zu bekennen: derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe ist vollkommen in der Menschheit: derselbe ist wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch aus vernunftbegabter Seele und Leib; derselbe ist der Gottheit nach dem Vater wesensgleich und der Menschheit nach uns wesensgleich, in allem uns gleich außer der Sünde; derselbe wurde einerseits der Gottheit nach vor den Zeiten aus dem Vater gezeugt, andererseits der Menschheit nach in den letzten Tagen unsertwegen und um unseres Heiles willen aus Maria, der Jungfrau (und) Gottesgebärerin, geboren; ein und derselbe ist Christus, der einziggeborene Sohn und Herr, der in zwei Naturen unvermischt, unveränderlich, ungetrennt und unteilbar erkannt wird, wobei nirgends wegen der Einung der Unterschied der Naturen aufgehoben ist, vielmehr die Eigentümlichkeit jeder der beiden Naturen gewahrt bleibt und sich in einer Person und einer Hypostase vereinigt; der einziggeborene Sohn, Gott, das Wort, der Herr Jesus Christus, ist nicht in zwei Personen geteilt oder getrennt, sondern ist ein und derselbe, wie es früher die Propheten über ihn und Jesus Christus selbst es uns gelehrt und das Bekenntnis der Väter es uns überliefert hat."

Eine Person (Sohn) die von Ewigkeit vom Vater gezeugt ist und gleich ewig ist wie der Vater.
Die menschliche Natur tritt dieser Person zu, in Jesus Christus ist keine doppelte Personalität,

3.)
Wahrer Mensch bezieht sich auf die Natur.
Dieser ist es eigen, leiden und sterben zu können.
Die Funktionen der des Menschen mußte die göttliche Person vollziehen, ohne ohne selbst menschliche Person zu sein.

In Jesus Christus sind menschliche und göttliche Natur (ohne einander zu vermischen), aber er ist fortdauernd die eine göttliche Person.

Diesen Beiträgen wurde Irrlehre (Monophysitismus) unterstellt - von der ich mich gar bekehren! solle -
bzw. unübersehbare monophysitistische Tendezen herausgelesen, die zudem als Unschärfe von Traditionalisten analysiert wurde.

Bevor man jemanden aufgrund seines Eindruckes der Irrlehre bezichtigt, wäre der notwendige und zudem einfachste Weg, man fragt nach, wie etwas zu verstehen bzw. gemeint ist.
Das war nun nicht der Fall. (drum auch die diesem Beitrag vorangestellte Eingangsbemerkung)

Da Irrlehren wie dessen Vorwurf sehr ernste Sachen sind und ebenso die Irrlehre wie der unberechtigte Vorwurf selbiger grossen Schaden anzurichten vermögen, ist eine ausführlichere Darlegung, als durch die Zitation des obenstehenden Konzilstextes geschehen, angezeigt.


Dedalus, der nicht katholisch ist, könnte es vielleicht nicht wissen, als er seinen obigen Beitrag schrieb, doch gibt er selbst an, sich sehr gut im Katholischen auszukennen.

Deshalb sei - unahängig von der behaupteten Lehrfrage - in sein Stammbuch geschrieben:
Jeder Katholik (eigentlich auch jeder andere Christ) muss in der Tradition stehen, auch das ist Teil des Credo!

Wer die Tradition verlässt, hört auf rechtgläubig katholisch zu sein.
Traditionsbewusst zu sein ist katholische Selbstverständlich- wie Notwendigkeit.
Es bedarf also keines Etikettes "Tradition", das man sich anheftet, um sich selbst abzugrenzen, ebensowenig des betitelns, die zudem fast immer abwertend intendiert ist.

Nun zur in Rede stehenden Lehrfrage.
Da das Thema ebenso komplex wie schwierig, eines ins andere greift, bedarf es des etwas längeren Ausfluges in die Dogmen und , um der Vollständigkeit willen, einiger dogmatischer Entscheidungen (aber nur als Link wink ) :

Bereits in der Frühzeit der Kirche war die Gottheit Jesu Christi lehr- und damit glaubensmäßig stark umkämpft.

'Einer aus der allerheiligsten Dreifaltigkeit', der einzige Sohn des Vaters nahm in der Zeit, gezeugt durch den Hl Geist aus der Jungfrau Maria menschliche Natur an.

Die Lehre von der wahren Gottheit Christi (contra Juden)
und seiner wahren Menschheit (contra Gnosis)
bilden das Fundament des Christusdogmas,
aus beiden heraus entfaltet sich
das Dogma der "hypostatischen Union", heißt:

Christus vereint die göttliche Natur und menschliche Natur in einer göttlichen Person.

Keine reine menschliche Selbstständigkeit und Personenhaftigkeit in Christus ist mit dieser Einheit vereinbar (contra Nestorius).

Diese natürliche Gottessohnschaft ist einzig, es existiert daneben keine gnadenhafte Annahme Jesu an Sohnes statt. (contra Adoptianismus).
In Jesus sind zwei und bleiben gewahrt zwei eigenständige Naturen (nicht zwei Personen), unvermischt, doch untrennbar. (contra Monophysistismus).

Wegen der menschlichen Natur, hat Christus einen menschlichen Geist (contra Apollinaris < hat nix mit dem Mineralwasser zu tun wink>
eine menschliche Seele (contra Arius),
einen freien menschlichen Willen <Anm.: Gebet Jesu in Gethsemane>,
wie ein eigenes menschliches Handeln (contra Monotheletismus + Monergetismus).
Aber dieser Unterschied zur göttlichen Natur ist keine Trennung, denn auch die menschliche Natur ist der göttlichen Person des Wortes (dem Sohne) zu eigen!

Deshalb ist die Unsündlichkeit und Irrtumsunfähigkeit Christi auch in seinem menschlichen Leben, wie das Fehlen jeglichen Nichtwissen/Nichtkennens gegeben.

Synode von Rom, im Jahr 382
http://theol.uibk.ac.at/leseraum/texte/25-8.html
Konzil von Ephesus (3 ökum.) 431 und die 12.Sätze des Cyrills von Alexandrien
http://theol.uibk.ac.at/leseraum/texte/25-11.html

Robert sollte aufgrund seiner Beiträge, so u.a.:
" die Person sei nicht Mensch, nur Gott, auch noch in Majuskeln geschrieben"
prüfen, ob er die Lehre der Kirche wirklich verstanden hat, denn was er sagt klingt nahe Nestorius.

In der einen Person Jesu Christi sind zwei Naturen, so wie oben ausführlich dargelegt!

Dedalus scheint mir kaum zu wissen, wovon er schreibt, denn wie könnte er - in Kenntnis der Lehre - sonst aussagen:
"Wenn Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist, wie wir im Glaubensbekenntnis jeden Sonntag bekennen, dann kann er nicht "in erster Linie wahre Gottheit sein".
Doch, denn ER ist in keinem Augenblick nicht Gott, auch der Natur nach Mensch, eben auch wie oben ausführlich beschrieben.


Es ist komplex, schwer zu verstehen, deshalb kann es nicht wundern, wenn man da rasch nicht nur unscharf wird.

Aber weil das so ist, muss man mit voreilig erhobenen Irrlehrervorwürfen um so zurückhaltender sein!

Sehr Sehr Interessant, muss meinen Hut ziehen :daumen-rauf:

also heisst es doch, dass jener den wir jesus CHRISTUS NENNEN VOR ALLEN ZEITEN in seiner GOTTHEIT ALS DAS LEBENDIGE WORT und vor ca. 2 Jahren in seiner Menschlichen als jesus. Also heisst es doch das wie diesen Menschensohn Verehren und ANBETEN, da er ja aus dem VATER ist bzw. eines Wesens mit ihm, also die selbe "substanz". Und jetzt unser KÖNIG, HOHEPRIESTER und PROPHET im "Exil", der zur richtigen Zeit kommen wird und herrschen wird für IMMER, oder sehe ich es falsch.

Irr ich jetzt oder ist es so :hae?:
Wer die kirche nicht als mutter sieht, kann GOTT nicht als VATER sehen.

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Niels
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Re: Re:

Beitrag von Niels »

Johannes22101988 hat geschrieben:Und jetzt unser KÖNIG, HOHEPRIESTER und PROPHET im "Exil", der zur richtigen Zeit kommen wird und herrschen wird für IMMER, oder sehe ich es falsch.

Irr ich jetzt oder ist es so :hae?:
Wenn Du die himmlische Herrlichkeit als "Exil" bezeichnen willst...
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Johannes22101988
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Re: Re:

Beitrag von Johannes22101988 »

Niels hat geschrieben:
Johannes22101988 hat geschrieben:Und jetzt unser KÖNIG, HOHEPRIESTER und PROPHET im "Exil", der zur richtigen Zeit kommen wird und herrschen wird für IMMER, oder sehe ich es falsch.

Irr ich jetzt oder ist es so :hae?:
Wenn Du die himmlische Herrlichkeit als "Exil" bezeichnen willst...
Naja deswegen auch in anführungszeichen ;)
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overkott
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Re: Monophysitismus?

Beitrag von overkott »

Mit göttlicher Natur ist sicher die geistliche Natur des aus dem Geist Geborenen gemeint, nicht?

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Johannes22101988
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Re: Monophysitismus?

Beitrag von Johannes22101988 »

overkott hat geschrieben:Mit göttlicher Natur ist sicher die geistliche Natur des aus dem Geist Geborenen gemeint, nicht?
wenn du denn heiligen Vater, der alles geschaffen hast meinst auf jeden fall. :blinker:

Sorry habe habe vor geraumer Zeit ein bisschen geirrt. Verzeiht mir bitte. :heul:

Nen gesegneten Tag
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