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 Lateinschule 
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Beitrag Re: Lateinschule
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Mich würde allerdings mehr das saluatoris irritieren. Verschreibung für salutaris?


Ja, und zwar meine eigene. :nuckel:

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Sicut cervus desiderat ad fontes aquarum, ita desiderat anima mea ad te deus.


Sonntag 7. Februar 2010, 00:47
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Beitrag Re: Lateinschule
Passend zum Threadtitel "Lateinschule" mal etwas zum Thema Latein in der Schule.

Ich las heute eine Art Fahrplan zum Latinum oder wie immer man das nennen mag. Es war ein Entwurf für den Unterricht "Latein als zweite Fremdsprache" in der Sekundarstufe für die Klassen fünf bis neun. In der neunten Klasse - also zum Ende der gesamten Lateinunterrichtszeit - lesen die Schüler als Originaltext u.a. den gallischen Krieg. Erstmals kommen sie in der 8. Klasse mir Originaltexten in Berührung (Fabeln).

Ich hatte nie Latein in der Schule, aber dennoch erscheint mir das etwas dürftig, um es mal vorsichtig zu sagen.

Klasse 9
Zitat:
Originallektüre: Caesar, Bellum Gallicum - Der Krieg gegen die Helvetier: ein bellum iustum? (Obligatorik des Lehrplans: ca. 42 Stunden, Freiraum: ca. 11 Stunden)
Originallektüre: Die Entdeckung und Eroberung der Neuen Welt im Spiegel lateinischer Texte (Vespucci, Petrus Martyr von Anghiera, Las Casas) (Obligatorik: ca. 41 Stunden, Freiraum: ca. 11 Stunden)

Quelle: http://www.standardsicherung.schulminis ... culum1.pdf


http://www.standardsicherung.schulminis ... atein.html

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Montag 8. Februar 2010, 21:05
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Beitrag Re: Lateinschule
Juergen hat geschrieben:
Passend zum Threadtitel "Lateinschule" mal etwas zum Thema Latein in der Schule.

Ich las heute eine Art Fahrplan zum Latinum oder wie immer man das nennen mag. Es war ein Entwurf für den Unterricht "Latein als zweite Fremdsprache" in der Sekundarstufe für die Klassen fünf bis neun. In der neunten Klasse - also zum Ende der gesamten Lateinunterrichtszeit - lesen die Schüler als Originaltext u.a. den gallischen Krieg. Erstmals kommen sie in der 8. Klasse mir Originaltexten in Berührung (Fabeln).

Ich hatte nie Latein in der Schule, aber dennoch erscheint mir das etwas dürftig, um es mal vorsichtig zu sagen.

Klasse 9
Zitat:
Originallektüre: Caesar, Bellum Gallicum - Der Krieg gegen die Helvetier: ein bellum iustum? (Obligatorik des Lehrplans: ca. 42 Stunden, Freiraum: ca. 11 Stunden)
Originallektüre: Die Entdeckung und Eroberung der Neuen Welt im Spiegel lateinischer Texte (Vespucci, Petrus Martyr von Anghiera, Las Casas) (Obligatorik: ca. 41 Stunden, Freiraum: ca. 11 Stunden)

Quelle: http://www.standardsicherung.schulminis ... culum1.pdf


http://www.standardsicherung.schulminis ... atein.html

Wir haben seinerzeit in der 9. und 10. Klasse auch den Bellum Gallicum im Original gelesen - lectio continua sozusagen.

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Montag 8. Februar 2010, 21:14
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Beitrag Re: Lateinschule
Wir haben den gallischen Krieg auch gelesen... allerdings im 2. Semester des Uni-Crashkurses :erschrocken:

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Montag 8. Februar 2010, 21:17
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Beitrag Re: Lateinschule
Niels hat geschrieben:
Wir haben seinerzeit in der 9. und 10. Klasse auch den Bellum Gallicum im Original gelesen - lectio continua sozusagen.

Wir auch, aber das war bei uns der Einstieg in die Lektüre-Phase, wir hatten danach noch vier Jahre ... und heute kommen die Lateiner kaum mehr weiter als bis Cäsar. Plinius kommt noch vor, bei Cicero stopseln sie schon, Seneca wird mühselig, Tacitus brauchen sie erst gar nicht mehr versuchen. Bei den Dichtern ist's ähnlich, Horaz und Catull gehen grad noch, aber mit Vergils Aenaeis ("Arma virumque cano, Trojae qui primus ab oris Italiam fato profugus Laviniaque venit ...") schaut's dann schon mau aus. Ein Lichtblick ist dann allenfalls nochmals Petronius' "Satyricon".

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Montag 8. Februar 2010, 21:22
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Beitrag Re: Lateinschule
taddeo hat geschrieben:
Niels hat geschrieben:
Wir haben seinerzeit in der 9. und 10. Klasse auch den Bellum Gallicum im Original gelesen - lectio continua sozusagen.

Wir auch, aber das war bei uns der Einstieg in die Lektüre-Phase, wir hatten danach noch vier Jahre ... und heute kommen die Lateiner kaum mehr weiter als bis Cäsar. Plinius kommt noch vor, bei Cicero stopseln sie schon, Seneca wird mühselig, Tacitus brauchen sie erst gar nicht mehr versuchen. Bei den Dichtern ist's ähnlich, Horaz und Catull gehen grad noch, aber mit Vergils Aenaeis ("Arma virumque cano, Trojae qui primus ab oris Italiam fato profugus Laviniaque venit ...") schaut's dann schon mau aus. Ein Lichtblick ist dann allenfalls nochmals Petronius' "Satyricon".

immerhinque... :roll:
Nach dem Bellum Gallicum waren bei uns dann die Metamorphosen an der Reihe:
In nova fert animus mutatas dicere formas...

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Montag 8. Februar 2010, 21:40
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Beitrag Re: Lateinschule
Wir hatten auch erst im dritten Jahr (9. Klasse) den Gallischen Krieg, dafür schon in der 8. die Ars Amatoria von Ovid, in der 10. dann noch irgendwas spätlateinisches Aventinus und was mittelalterliches - weiß nicht mehr was)

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Montag 8. Februar 2010, 22:14
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Beitrag Re: Lateinschule
Ja, die Kinder heute sind alle so blöd und wir waren so gescheit. :breitgrins:

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Montag 8. Februar 2010, 22:16
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Beitrag Re: Lateinschule
Peregrin hat geschrieben:
Ja, die Kinder heute sind alle so blöd und wir waren so gescheit. :breitgrins:

Ich würde es eher so sagen: Bei uns hatten die Lehrer noch mehr Zeit, uns die Gescheitheit durch den Unterricht auszutreiben. Die Kinder heute genießen vielleicht weniger Bildung und müssen noch mehr sinnlose Ausbildung ertragen als wir früher, aber sie kommen unwahrscheinlich schnell und direkt mit dem Leben in Berührung. Leider lernen sie kaum mehr, mit dem Leben umzugehen.

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Montag 8. Februar 2010, 22:39
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Beitrag Re: Lateinschule
Wie wird der Name „Josef“ im Lateinischen wiedergegeben und wie dekliniert: Ioseph (indekl.) oder Iosephus, -i usw. oder noch anders?
Konkreter gefragt: Ist es korrekt, im Hochgebet zu sagen »una cum Papa nostro Benedicto et Episcopo nostro Francisco Iosepho«, wenn der Bischof Franz-Josef heißt?


Montag 8. Februar 2010, 23:06
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Beitrag Re: Lateinschule
Galilei hat geschrieben:
Wie wird der Name „Josef“ im Lateinischen wiedergegeben und wie dekliniert: Ioseph (indekl.) oder Iosephus, -i usw. oder noch anders?
Konkreter gefragt: Ist es korrekt, im Hochgebet zu sagen »una cum Papa nostro Benedicto et Episcopo nostro Francisco Iosepho«, wenn der Bischof Franz-Josef heißt?

Im neuen 2002er Missale heißt es im Canon Romanus "sed et beáti Ioseph, eiúsdem Vírginis Sponsi". Dort wird also Ioseph nicht dekliniert, weil man offensichtlich die hebräische Form zugrunde legt. Wenn man aber vom latinisierten "Josephus" ausgeht, ist die deklinierte Fassung "Josepho" sicher auch nicht falsch.

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Montag 8. Februar 2010, 23:58
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Beitrag Re: Lateinschule
taddeo hat geschrieben:
Galilei hat geschrieben:
Wie wird der Name „Josef“ im Lateinischen wiedergegeben und wie dekliniert: Ioseph (indekl.) oder Iosephus, -i usw. oder noch anders?
Konkreter gefragt: Ist es korrekt, im Hochgebet zu sagen »una cum Papa nostro Benedicto et Episcopo nostro Francisco Iosepho«, wenn der Bischof Franz-Josef heißt?

Im neuen 2002er Missale heißt es im Canon Romanus "sed et beáti Ioseph, eiúsdem Vírginis Sponsi". Dort wird also Ioseph nicht dekliniert, weil man offensichtlich die hebräische Form zugrunde legt. Wenn man aber vom latinisierten "Josephus" ausgeht, ist die deklinierte Fassung "Josepho" sicher auch nicht falsch.

Auch in Vulgata und Nova Vulgata wird nicht dekliniert. Gibt es in kirchenamtlichen Texten Belege für die Form „Iosephus“?


Dienstag 9. Februar 2010, 00:07
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Beitrag Re: Lateinschule
Galilei hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Galilei hat geschrieben:
Wie wird der Name „Josef“ im Lateinischen wiedergegeben und wie dekliniert: Ioseph (indekl.) oder Iosephus, -i usw. oder noch anders?
Konkreter gefragt: Ist es korrekt, im Hochgebet zu sagen »una cum Papa nostro Benedicto et Episcopo nostro Francisco Iosepho«, wenn der Bischof Franz-Josef heißt?

Im neuen 2002er Missale heißt es im Canon Romanus "sed et beáti Ioseph, eiúsdem Vírginis Sponsi". Dort wird also Ioseph nicht dekliniert, weil man offensichtlich die hebräische Form zugrunde legt. Wenn man aber vom latinisierten "Josephus" ausgeht, ist die deklinierte Fassung "Josepho" sicher auch nicht falsch.

Auch in Vulgata und Nova Vulgata wird nicht dekliniert. Gibt es in kirchenamtlichen Texten Belege für die Form „Iosephus“?


Mir fällt spontan dies hier ein:
Jorge Arturo Medina Estévez hat geschrieben:
Annuntio vobis gaudium magnum; habemus Papam:
Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum,
Dominum Josephum Sanctae Romanae Ecclesiae Cardinalem Ratzinger
qui sibi nomen imposuit Benedictum XVI

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Dienstag 9. Februar 2010, 00:13
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Beitrag Re: Lateinschule
Von Heinrich Ignaz Franz Biber gibt es die "Litaniae de Sancto Josepho", habe ich gelesen. Kann sein, daß die Deklination erst im Mittel- bzw. Kirchenlatein üblich wurde. Auch in allen kirchlichen Matrikelbüchern, die ich bisher in der Hand hatte (und das sind einige Hundert aus dem 16. bis 20. Jahrhundert), wird in den lateinischen Tauf-, Trauungs- und Beerdigungseinträgen ausnahmslos immer "Josephus" geschrieben und exakt durchdekliniert.

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Dienstag 9. Februar 2010, 00:19
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Beitrag Re: Lateinschule
Der biblische Name Joseph wird als indeklinabel behandelt. Das gilt prinzipiell für den ganzen alten Bund, für den Patriarchen ebenso wie für den Nährvater Jesu.

Im Neuen Bund (und sogar im hellenistischen Judentum) gilt dagegen die griechische bzw. lateinische Form, also Maskulinum der o-Deklination.

Diese deklinierte Variante dringt dann sekundär gelegentlich in Gebetsformeln und Datumsangaben ein, auch wenn der Nährvater Jesu gemeint ist.

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Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.


Dienstag 9. Februar 2010, 03:00
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Beitrag Re: Lateinschule
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Der biblische Name Joseph wird als indeklinabel behandelt. Das gilt prinzipiell für den ganzen alten Bund, für den Patriarchen ebenso wie für den Nährvater Jesu.

Im Neuen Bund (und sogar im hellenistischen Judentum) gilt dagegen die griechische bzw. lateinische Form, also Maskulinum der o-Deklination.

Diese deklinierte Variante dringt dann sekundär gelegentlich in Gebetsformeln und Datumsangaben ein, auch wenn der Nährvater Jesu gemeint ist.

Danke für eure Antworten. :)
Nach Roberts Regel müsste der Bischof dann also dekliniert werden, sein biblischer Namenspatron hingegen nicht (was für das 1. Hochgebet heißt, dass hier beide Formen nebeneinander auftauchen).

Interessante Beobachtung dazu: In der Liturgia Horarum von 2000 (Nachdruck der 2. Auflage 1985) steht am 25. August „S. Ioseph de Calasanz, presbyteri“ im Kalender, in der Oration wird der Name nicht dekliniert; im MR 2002 heißt es dann „S. Iosephi de Calasanz, presbyteri“ und in den Orationen wird dekliniert. Im alten Schott (1951) steht dieser Heilige am 27. August und wird dekliniert.
Der biblische Josef wird in allen dreien nicht dekliniert.

Roberts Regel scheint übrigens nicht für alle Patriarchen des Alten Testaments zu gelten:
Canon Romanus hat geschrieben:
et sacrificium Patriarchæ nostri Abrahæ


Dienstag 9. Februar 2010, 17:56
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