Zölibat und Co.
"Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Moin zusammen,
Die F.A.Z. berichtet über Priester, die ein solches Leben beginnen.
http://www.faz.net/s/RubC43EEA6BF57E4A ... ntent.html
Grüße, Allons!
Die F.A.Z. berichtet über Priester, die ein solches Leben beginnen.
http://www.faz.net/s/RubC43EEA6BF57E4A ... ntent.html
Grüße, Allons!
Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Mir kommen gleich die Tränen... 
- lutherbeck
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Gamaliel hat geschrieben:Mir kommen gleich die Tränen...
Na ja - dieses Problem ist ja nicht neu, aber doch auch vorhanden...
Ich persönlich kenne übrigens einen Priester, der das für sich eleganter gelöst hat: er und seine "Haushälterin" sind seit Jahrzehnten mehr oder weniger offen ein Liebespaar - nur daß sie den offiziellen Titel der "Haushälterin" nie abgelegt hat - und dafür sogar ein Gehalt von der Kirche bezieht...
Lutherbeck
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".
Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Schon aus einer rein säkularen Sicht ist diese Tränendrüsenpropaganda ein Witz.
In jedem "Job" gibt es heutzutage irgendwelche Unvereinbarkeiten und niemand weint einem Übertreter dieser Regeln eine Träne nach, eher bekommt er ein "selber schuld" zu hören.
Warum sollte das beim "Job" des Priesters anders sein.
(Achtung: Ich mache mir eine solch säkulare Argumentation nicht zu eigen; sie steht hier als argumentum ad hominem.)
In jedem "Job" gibt es heutzutage irgendwelche Unvereinbarkeiten und niemand weint einem Übertreter dieser Regeln eine Träne nach, eher bekommt er ein "selber schuld" zu hören.
Warum sollte das beim "Job" des Priesters anders sein.
(Achtung: Ich mache mir eine solch säkulare Argumentation nicht zu eigen; sie steht hier als argumentum ad hominem.)
- Christiane
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Mein NK-Gemeinschaftspriester würde jetzt erstmal 'nen Sermon darüber halten, dass Priester kein "Job" sondern eine Berufung ist.Gamaliel hat geschrieben: Warum sollte das beim "Job" des Priesters anders sein.
"Die Demokratie feiert den Kult der Menschheit auf einer Pyramide von Schädeln." - Nicolás Gómez Dávila
"Gott kann machen, dass eine Communio entsteht zwischen dem Idiot und dem Arschloch." (Ausspruch auf einem NK-Gemeinschaftstag)
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Evagrios Pontikos
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Was an dem Artikel schade, aber typisch ist: Ehemalige Priester seien also aus dem Zölibat "ausgebrochen", nachdem sie es "gewagt" hätten. Als ob ein zölibatärer Priester erstens ein Gefangener und zweitens ein Duckmäuser sei. Schade. Zwar bin ich evangelischer Pfarrer und verheiratet, aber ich kenne und schätze katholische Priester, die ihr Zölibat überzeugend leben und sehr bewusst bejahen.
Allerdings sehe ich auch das Problem: In unserer westlichen Gesellschaft findet der Reifeprozess des jungen Menschen in der Regel viel später seinen Abschluss, als dies in früherer Zeit der Fall gewesen ist. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Priester bei seinem Versprechen, zölibatär zu leben, noch nicht wirklich wusste, was er da verspricht, wohl höher, als dies früher war.
Trotzdem meine ich: Das Zölibatsversprechen (wie auch das Eheversprechen) ist bindend. Auch das Eheversprechen ist unauflöslich. Nicht der Zölibat ist das Problem, sondern die Unfähigkeit heutiger Menschen zur Verbindlichkeit, sei es in der Ehe, sei es beim Zölibat. Würde der Zölibat grundsätzlich in Frage gestellt, dann wäre auch die Ehe grundsätzlich in Frage gestellt.
Allerdings sehe ich auch das Problem: In unserer westlichen Gesellschaft findet der Reifeprozess des jungen Menschen in der Regel viel später seinen Abschluss, als dies in früherer Zeit der Fall gewesen ist. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Priester bei seinem Versprechen, zölibatär zu leben, noch nicht wirklich wusste, was er da verspricht, wohl höher, als dies früher war.
Trotzdem meine ich: Das Zölibatsversprechen (wie auch das Eheversprechen) ist bindend. Auch das Eheversprechen ist unauflöslich. Nicht der Zölibat ist das Problem, sondern die Unfähigkeit heutiger Menschen zur Verbindlichkeit, sei es in der Ehe, sei es beim Zölibat. Würde der Zölibat grundsätzlich in Frage gestellt, dann wäre auch die Ehe grundsätzlich in Frage gestellt.
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Raimund J.
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Evagrios Pontikos hat geschrieben:
Trotzdem meine ich: Das Zölibatsversprechen (wie auch das Eheversprechen) ist bindend. Auch das Eheversprechen ist unauflöslich. Nicht der Zölibat ist das Problem, sondern die Unfähigkeit heutiger Menschen zur Verbindlichkeit, sei es in der Ehe, sei es beim Zölibat. Würde der Zölibat grundsätzlich in Frage gestellt, dann wäre auch die Ehe grundsätzlich in Frage gestellt.
Danke für dieses klare Statement.
P.S. Interesse am Kreuzgangtreffen?
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
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- lutherbeck
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Habe gestern Abend im Auslandsjournal eine Reportage über die griechisch katholische Gemeinde in der Ukraine gesehen - sehr interessant!
Diese verzeichnet wohl andauernden Zuwachs; ein herausgehobener Wesenszug ist wohl auch, daß deren Priester heiraten dürfen - und der Vatican dazu seinen Segen gibt!
Lutherbeck
Diese verzeichnet wohl andauernden Zuwachs; ein herausgehobener Wesenszug ist wohl auch, daß deren Priester heiraten dürfen - und der Vatican dazu seinen Segen gibt!
Lutherbeck
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".
Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Deren Priester dürfen nicht heiraten. Definitiv nicht.lutherbeck hat geschrieben: ein herausgehobener Wesenszug ist wohl auch, daß deren Priester heiraten dürfen - und der Vatican dazu seinen Segen gibt!
Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Ist sie ja schon, denn zum Modell der Selbstverwirklichung um jeden Preis passt sie ebensowenig wie der Zölibat.Evagrios Pontikos hat geschrieben:
Trotzdem meine ich: Das Zölibatsversprechen (wie auch das Eheversprechen) ist bindend. Auch das Eheversprechen ist unauflöslich. Nicht der Zölibat ist das Problem, sondern die Unfähigkeit heutiger Menschen zur Verbindlichkeit, sei es in der Ehe, sei es beim Zölibat. Würde der Zölibat grundsätzlich in Frage gestellt, dann wäre auch die Ehe grundsätzlich in Frage gestellt.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
sicKilianus hat geschrieben:Deren Priester dürfen nicht heiraten. Definitiv nicht.lutherbeck hat geschrieben: ein herausgehobener Wesenszug ist wohl auch, daß deren Priester heiraten dürfen - und der Vatican dazu seinen Segen gibt!
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Miserere Nobis Domine
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Bereits Verheiratete dürfen zum Priester geweiht werden. Stirbt die Frau, ist eine Wiederverheiratung nicht möglich.
- cantus planus
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Mit solchen Kleinigkeiten nehmen es Ökumenisten nicht so genau. Deshalb kommen sie auch zu bemerkenswert raschen Ergebnissen - die sich ebenso rasch als nicht tragfähig erweisen. Aber das nur am Rande bemerkt. Ich wollte mich zu diesem Thema ja zurückhalten.
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
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- lutherbeck
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Ach ja? Von welcher Kirche hat dann die Reportage denn dann berichtet?lutherbeck hat geschrieben:Habe gestern Abend im Auslandsjournal eine Reportage über die griechisch katholische Gemeinde in der Ukraine gesehen - sehr interessant!
Diese verzeichnet wohl andauernden Zuwachs; ein herausgehobener Wesenszug ist wohl auch, daß deren Priester heiraten dürfen - und der Vatican dazu seinen Segen gibt!
Lutherbeck
Siehe hier:
"Ehe erlaubt
Das Zölibat bezeichnete der Papst kürzlich noch als Geschenk. Doch in der Ukraine gibt es katholische Priester, die seit Jahren in einer glücklichen Ehe leben - mit dem Segen der Kirche. Sie sind Angehörige der mit Rom unierten Kirche in Osteuropa. Das Zölibat gilt bei ihnen nur für Bischöfe, Mönche und für bei der Diakonweihe noch ledige Priesteramtsanwärter. "
Quelle:
http://auslandsjournal.zdf.de/ZDFde/inh ... 66,.html
Lutherbeck
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".
Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Auf die Reihenfolge kommt es an: ein Priester darf nicht mehr heiraten. Ein bereits verheirateter Mann kann aber zum Priester geweiht werden. Ist zwar nur eine Feinheit aber daher stimmt die Aussage "Deren Priester dürfen heiraten" nicht.lutherbeck hat geschrieben:Ach ja? Von welcher Kirche hat dann die Reportage denn dann berichtet?lutherbeck hat geschrieben:Habe gestern Abend im Auslandsjournal eine Reportage über die griechisch katholische Gemeinde in der Ukraine gesehen - sehr interessant!
Diese verzeichnet wohl andauernden Zuwachs; ein herausgehobener Wesenszug ist wohl auch, daß deren Priester heiraten dürfen - und der Vatican dazu seinen Segen gibt!
Lutherbeck
Siehe hier:
"Ehe erlaubt
Das Zölibat bezeichnete der Papst kürzlich noch als Geschenk. Doch in der Ukraine gibt es katholische Priester, die seit Jahren in einer glücklichen Ehe leben - mit dem Segen der Kirche. Sie sind Angehörige der mit Rom unierten Kirche in Osteuropa. Das Zölibat gilt bei ihnen nur für Bischöfe, Mönche und für bei der Diakonweihe noch ledige Priesteramtsanwärter. "
Quelle:
http://auslandsjournal.zdf.de/ZDFde/inh ... 66,.html
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Evagrios Pontikos
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Und so ist es auch in der orthodoxen Kirche. Wer Priester wird, muss vor der Weihe verheiratet sein. Wenigstens war das bisher so, wenn ich mich richtig an die Biographie von Johannes von Kronstadt erinnere. Ich glaube, dass dies sogar altkirchlicher Brauch in der Gesamtkirche war.holzi hat geschrieben:... Auf die Reihenfolge kommt es an: ein Priester darf nicht mehr heiraten. Ein bereits verheirateter Mann kann aber zum Priester geweiht werden. Ist zwar nur eine Feinheit aber daher stimmt die Aussage "Deren Priester dürfen heiraten" nicht.
Zu bedenken ist auch: Dies würde in der Westkirche das Problem nicht viel kleiner machen. Manche Priesteramtskandidaten würden dann noch schnell, jung und unüberlegt heiraten und die katholische Kirche hätte dann in noch massiverer Weise dasselbe Problem wie die evangelischen Kirche, dass nämlich die Scheidungsrate unter Pfarrern dort inzwischen ebenso hoch ist wie sonst beim Bevölkerungsdurchschnitt. Die evangelische Welt hat deshalb keinen Grund, hier überheblich auf die katholische Kirche herabzublicken. Und die Medien, die süffisant solche Artikel lancieren, wie dies im obigen FAZ-Artikel der Fall ist, werden ja von vielen Leuten beherrscht, deren Ehe (sofern sie überhaupt noch heiraten) auch schon geschieden ist, oft mehrmals. Gerade unter den "Kulturschaffenden" ist die Scheidungsrate ja besonders hoch. "Wer im Glashaus sitzt..."
- lutherbeck
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Als Konsequnez könnte man aus Deinen Aussagen auch ziehen, daß sich die jungen Männer sowohl mit der Absicht Priester als auch Ehemann zu werden Zeit lasssen sollten.
So könnten sie wohlüberlegt und reif ihre Priesterweihe empfangen und später auch heiraten; daß diejenigen, die sich zu noch höheren Weihen berufen fühlen sich frewillig für den Zölibat entscheiden darf natürlich auch sein!

So könnten sie wohlüberlegt und reif ihre Priesterweihe empfangen und später auch heiraten; daß diejenigen, die sich zu noch höheren Weihen berufen fühlen sich frewillig für den Zölibat entscheiden darf natürlich auch sein!
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".
Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Beides ist nicht verkehrt, wird aber erfahrungsgemäß heute schon von sehr vielen Männern praktiziert. Inzwischen sind die meisten Neupriester "Spätberufene", die vor ihrer theologischen Ausbildung schon einen Zivilberuf erlernt und meist auch ausgeübt haben - und das durchschnittliche Heiratsalter steigt auch von Jahr zu Jahr an.lutherbeck hat geschrieben:Als Konsequnez könnte man aus Deinen Aussagen auch ziehen, daß sich die jungen Männer sowohl mit der Absicht Priester als auch Ehemann zu werden Zeit lasssen sollten.
- cantus planus
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Lieber Lutherbeck,
es hat nie jemand bestritten, dass es nicht auch ohne Zölibat gehen würde. Freilich ändert eine Aufhebung des Zölibats nichts an der Problematik der derzeit fehlenden Berufungen: die scheitern nämlich an fehlender Katechese, protestantisierender Aushöhlung des Amtes, vollkommen defizitärem Liturgie- und vor allem Sakramentsverständnis und an der Unsicherheiten unserer Zeit, auch und gerade derzeit in der Kirche, die junge Leute vorsichtig werden lassen, sich auf längere Bindungen einzulassen. Nicht zuletzt sei das Problem der pfarrgemeindlichen Gremien erwähnt, die sich zum außerordentlichen Lehramt aufgeschwungen haben, und gegen die sich viele Priester nicht mehr durchzusetzen vermögen. Unterstützung vom eigenen Bischof kann heute leider auch kein Priester mehr erwarten.
Ein Hauptübel sind die ständigen fruchtlosen Strukturreformen. Was die Bischöfe derzeit treiben, ist das absolut sichere Todesurteil für eine große Zahl von Berufungen in den nächsten Jahrzehnten. Vor allem tragen die neuen Strukturen ja gar nicht, wie hinter den Kulissen längst offen gesagt wird. In spätestens 1 Jahren muss wieder alles umgekrempelt werden, weil die derzeitigen Neuordnungen vom demographischen Zusammenbruch der Volkskirche überholt werden. Dass man das spirituelle Leben der Priester jetzt auch noch erstickt, treibt die Krise auf die Spitze. In einer solchen Situation den Zölibat zu lockern, sorgt nur für einen Berg von Folgeproblemen, für die es keine Lösung gibt, weil es keine Lösung geben kann (siehe EKD). Wer soll einem mehrfach geschiedenen Priester noch glauben, wenn er bei einem Sakrament assistiert und sagt: "Was Gott verbundne hat, darf der Mensch nicht trennen"?
Zum Zölibat darf ich nochmals auf einen meiner alten Beiträge hinweisen: viewtopic.php?p=323418#p323418 (hier auch besonders auf die weiterführenden Links). Ich halte ein Herumwurschteln am Zölibat in der jetzigen Situation für vollkommen falsch, da es nicht um den Zölibat geht, sondern um die Kirche an sich. Der Zölibat wird nur immer vorgeschoben (was man an deinen Beiträgen schön sehen kann. Deshalb überreagiere ich da immer etwas.)
Abschließend darf ich noch einen Beitrag vom lieben Leguan aus einem anderen Zusammenhang zitieren, der mir aus der Seele gesprochen hat, und auf diesen Kontext bezogen auch zutrifft:
es hat nie jemand bestritten, dass es nicht auch ohne Zölibat gehen würde. Freilich ändert eine Aufhebung des Zölibats nichts an der Problematik der derzeit fehlenden Berufungen: die scheitern nämlich an fehlender Katechese, protestantisierender Aushöhlung des Amtes, vollkommen defizitärem Liturgie- und vor allem Sakramentsverständnis und an der Unsicherheiten unserer Zeit, auch und gerade derzeit in der Kirche, die junge Leute vorsichtig werden lassen, sich auf längere Bindungen einzulassen. Nicht zuletzt sei das Problem der pfarrgemeindlichen Gremien erwähnt, die sich zum außerordentlichen Lehramt aufgeschwungen haben, und gegen die sich viele Priester nicht mehr durchzusetzen vermögen. Unterstützung vom eigenen Bischof kann heute leider auch kein Priester mehr erwarten.
Ein Hauptübel sind die ständigen fruchtlosen Strukturreformen. Was die Bischöfe derzeit treiben, ist das absolut sichere Todesurteil für eine große Zahl von Berufungen in den nächsten Jahrzehnten. Vor allem tragen die neuen Strukturen ja gar nicht, wie hinter den Kulissen längst offen gesagt wird. In spätestens 1 Jahren muss wieder alles umgekrempelt werden, weil die derzeitigen Neuordnungen vom demographischen Zusammenbruch der Volkskirche überholt werden. Dass man das spirituelle Leben der Priester jetzt auch noch erstickt, treibt die Krise auf die Spitze. In einer solchen Situation den Zölibat zu lockern, sorgt nur für einen Berg von Folgeproblemen, für die es keine Lösung gibt, weil es keine Lösung geben kann (siehe EKD). Wer soll einem mehrfach geschiedenen Priester noch glauben, wenn er bei einem Sakrament assistiert und sagt: "Was Gott verbundne hat, darf der Mensch nicht trennen"?
Zum Zölibat darf ich nochmals auf einen meiner alten Beiträge hinweisen: viewtopic.php?p=323418#p323418 (hier auch besonders auf die weiterführenden Links). Ich halte ein Herumwurschteln am Zölibat in der jetzigen Situation für vollkommen falsch, da es nicht um den Zölibat geht, sondern um die Kirche an sich. Der Zölibat wird nur immer vorgeschoben (was man an deinen Beiträgen schön sehen kann. Deshalb überreagiere ich da immer etwas.)
Abschließend darf ich noch einen Beitrag vom lieben Leguan aus einem anderen Zusammenhang zitieren, der mir aus der Seele gesprochen hat, und auf diesen Kontext bezogen auch zutrifft:
Leguan hat geschrieben:Auch Mariawald kann einem potentiellen Interessenten am Ordensleben nicht das bieten, was einem seit dem zweiten Vatikanum fast nirgendwo mehr geboten wird: Die Sicherheit, daß die Gelübde nicht nur vom Ordensmann gehalten werden müssen, sondern daß er auch das dafür bekommt, wofür er sie abgelegt hat.
Alle, die vor dem Konzil ihre Gelübde abgelegt haben, sind ja auf das schändlichste betrogen worden, und heute kann keiner mehr ewige Gelübde ablegen, ohne im Hinterkopf haben zu müssen, daß nicht evtl. aus Rom eine Anordnung kommt, die alles auf den Kopf stellt, so daß man gezwungen wird, seine Gelübde unter einer Art des Ordenslebens zu führen, auf die man sie nicht abgelegt hat. Es ist klar, daß jemand mit gesundem Menschenverstand es sich unter diesen Umständen lieber zehn statt drei mal überlegt, irgendwo einzutreten.
Die Sicherheit, daß nicht beim ersten Richtungswechsel in Rom alles wieder zurückgekrempelt wird, hat man in Mariawald nicht, sondern nur dort, wo die Überzeugung herrscht, daß die neuen Wege tatsächlich falsch sind und zwangsweise in den Abgrund führen.
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Und immer öfter sind diese Spätberufenen auch schon Witwer, also haben sie durchaus einmal Familie erlebt.taddeo hat geschrieben:Beides ist nicht verkehrt, wird aber erfahrungsgemäß heute schon von sehr vielen Männern praktiziert. Inzwischen sind die meisten Neupriester "Spätberufene", die vor ihrer theologischen Ausbildung schon einen Zivilberuf erlernt und meist auch ausgeübt haben - und das durchschnittliche Heiratsalter steigt auch von Jahr zu Jahr an.lutherbeck hat geschrieben:Als Konsequnez könnte man aus Deinen Aussagen auch ziehen, daß sich die jungen Männer sowohl mit der Absicht Priester als auch Ehemann zu werden Zeit lasssen sollten.
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Evagrios Pontikos
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Das möchte ich aus evangelischer Sicht voll unterschreiben.cantus planus hat geschrieben:... Ich halte ein Herumwurschteln am Zölibat in der jetzigen Situation für vollkommen falsch, da es nicht um den Zölibat geht, sondern um die Kirche an sich. Der Zölibat wird nur immer vorgeschoben...
Man kann es auch anders sagen: Mensch, Leute! Findet Euch doch endlich damit ab, dass das christliche Abendland und die Volkskirche nicht mehr sind! Es braucht eine Neuevangelisierung Europas, wie es Johannes Paul II. treffend auf den Punkt gebracht hat.
-
Evagrios Pontikos
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
... und vorher leben sie mit Deinem Segen 15 Jahre in "wilder Ehe", oder? Du redest am Problem vorbei. Das Problem ist der Niedergang unserer Gesellschaft, was Verbindlichkeit und Reife angeht. Die Brautpaare, die zu mir kommen und denen ich sage, dass es nicht nach Gottes Willen war, dass sie schon vor der Ehe zusammenleben, machen immer große Augen. Und die Konfirmanden, denen ich sage, dass es Gottes Wille ist, bis zur Ehe zu warten, tippen sich wahrscheinlich nach dem Unterricht an den Kopf.lutherbeck hat geschrieben:Als Konsequnez könnte man aus Deinen Aussagen auch ziehen, daß sich die jungen Männer sowohl mit der Absicht Priester als auch Ehemann zu werden Zeit lasssen sollten.
So könnten sie wohlüberlegt und reif ihre Priesterweihe empfangen und später auch heiraten; daß diejenigen, die sich zu noch höheren Weihen berufen fühlen sich frewillig für den Zölibat entscheiden darf natürlich auch sein!
Das Schlimme ist: Eigentlich weiß es jeder, dass es um die Vollständigkeit der Hingabe geht - bei der Ehe wie beim Zölibat. Und dass dieser Vollständigkeit jedes Ausprobieren widerspricht. Die Worte des großen Johannnes Pauls II. beim Weltjugendtag gelten, so lange es Menschen gibt. Ich zitiere aus der Erinnerung: "Ihr könnt nicht auf Probe lieben. Ihr könnt nicht auf Probe leben. Ihr könnt nicht auf Probe sterben." Eigentlich weiß es jeder...
Merkst Du nicht, dass das Problem ist, dass keiner mehr "wohlüberlegt" sich entscheiden will, sondern dass die Methode heute "try and error" heißt? Wohlüberlegt würde bedeuten, keusch und mit einem geistlichen Lebensstil, beraten durch einen erfahrenen Seelsorger, sich auf die großen Lebensentscheidungen vorzubereiten. Und das liegt nicht im Trend.
- cantus planus
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Amen! Amen!Evagrios Pontikos hat geschrieben:Man kann es auch anders sagen: Mensch, Leute! Findet Euch doch endlich damit ab, dass das christliche Abendland und die Volkskirche nicht mehr sind!
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
@cp und Evagrios: Danke für Eure Beiträge! 
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
- cantus planus
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Dazu Bischof Klaus Hemmerle (+):Evagrios Pontikos hat geschrieben:Merkst Du nicht, dass das Problem ist, dass keiner mehr "wohlüberlegt" sich entscheiden will, sondern dass die Methode heute "try and error" heißt? Wohlüberlegt würde bedeuten, keusch und mit einem geistlichen Lebensstil, beraten durch einen erfahrenen Seelsorger, sich auf die großen Lebensentscheidungen vorzubereiten. Und das liegt nicht im Trend.
Gottes Ruf braucht ein Ja. Wer nie klar ja sagt, wer immer zögert und revidiert, wird seine Hand nicht an den Pflug legen können, ohne zurückzuschauen. Ja zum einen Weg heißt aber immer auch Nein zu anderen Wegen. Wer auf keine seiner Möglichkeiten verzichten, wer keine verschenken will, der kann auch nicht die eine, zu der Gott ruft, ganz ergreifen und realisieren. Lassen, was hinter mir liegt, mich ausstrecken nach dem, was vor mir liegt Besonnener, aufgearbeiteter, aber klarer Abschied. Nur er ermöglicht Treue.
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
besser könnte man es nicht auf den punkt bringenNiels hat geschrieben:@cp und Evagrios: Danke für Eure Beiträge!
martin v. tours
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila
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- cantus planus
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Und das in ökumenischer Übereinstimmung, wohlgemerkt!
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- lutherbeck
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Toll - erst fallen die kath. Prister über mich her, dann die evangelischen Pfarrer - vielen Dank auch...Evagrios Pontikos hat geschrieben:... und vorher leben sie mit Deinem Segen 15 Jahre in "wilder Ehe", oder? Du redest am Problem vorbei. Das Problem ist der Niedergang unserer Gesellschaft, was Verbindlichkeit und Reife angeht. Die Brautpaare, die zu mir kommen und denen ich sage, dass es nicht nach Gottes Willen war, dass sie schon vor der Ehe zusammenleben, machen immer große Augen. Und die Konfirmanden, denen ich sage, dass es Gottes Wille ist, bis zur Ehe zu warten, tippen sich wahrscheinlich nach dem Unterricht an den Kopf.lutherbeck hat geschrieben:Als Konsequnez könnte man aus Deinen Aussagen auch ziehen, daß sich die jungen Männer sowohl mit der Absicht Priester als auch Ehemann zu werden Zeit lasssen sollten.
So könnten sie wohlüberlegt und reif ihre Priesterweihe empfangen und später auch heiraten; daß diejenigen, die sich zu noch höheren Weihen berufen fühlen sich frewillig für den Zölibat entscheiden darf natürlich auch sein!
Das Schlimme ist: Eigentlich weiß es jeder, dass es um die Vollständigkeit der Hingabe geht - bei der Ehe wie beim Zölibat. Und dass dieser Vollständigkeit jedes Ausprobieren widerspricht. Die Worte des großen Johannnes Pauls II. beim Weltjugendtag gelten, so lange es Menschen gibt. Ich zitiere aus der Erinnerung: "Ihr könnt nicht auf Probe lieben. Ihr könnt nicht auf Probe leben. Ihr könnt nicht auf Probe sterben." Eigentlich weiß es jeder...
Merkst Du nicht, dass das Problem ist, dass keiner mehr "wohlüberlegt" sich entscheiden will, sondern dass die Methode heute "try and error" heißt? Wohlüberlegt würde bedeuten, keusch und mit einem geistlichen Lebensstil, beraten durch einen erfahrenen Seelsorger, sich auf die großen Lebensentscheidungen vorzubereiten. Und das liegt nicht im Trend.
Und das nur, weil ich suche, frage...
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Nein, Lutherbeck- hier geht es nicht um dich persönlich. Schliesslich hat ja niemand dir vorgeworfen, dass du bewusst unsittlich oder inkonsequent lebst oder das bei anderen unterstützen willst. Du hast einfach auf der Suche nach dem Honig der christlichen Gemeinschaft in ein Wespennest gestochen.
Die Zölibatsdiskussion ist in einer höchst unerfreulichen Phase gelandet-als Generalangriff auf die katholische Kirche. Dazu kommt, dass aktuell die ev. Landeskirchen eben kein gutes Vorbild in dieser Hinsicht geben. Statt ein Beispiel für die Gemeinden zu geben, herrscht in manchen Pfarrhäusern das blanke Chaos. Während dörfliche Gemeinderäte da noch gegenhalten, indem sie notfalls auf die Versetzung eines Pfarrers drängen, akzeptieren andere Gemeinden das sogar gerne, weil dadurch der Anspruch an´s eigene Leben guten Gewissens gesenkt werden kann.
Tipp: wenn du was bei Katholens oder den Orthodoxen nicht verstehst- frag einfach nach, sachlich ohne Vorurteil. Die meisten Foris werden dir gerne antworten und Unwissenheit nicht krumm nehmen wenn sie merken, dass es kein Angriff sein soll und das dein Interesse echt ist.
Die Zölibatsdiskussion ist in einer höchst unerfreulichen Phase gelandet-als Generalangriff auf die katholische Kirche. Dazu kommt, dass aktuell die ev. Landeskirchen eben kein gutes Vorbild in dieser Hinsicht geben. Statt ein Beispiel für die Gemeinden zu geben, herrscht in manchen Pfarrhäusern das blanke Chaos. Während dörfliche Gemeinderäte da noch gegenhalten, indem sie notfalls auf die Versetzung eines Pfarrers drängen, akzeptieren andere Gemeinden das sogar gerne, weil dadurch der Anspruch an´s eigene Leben guten Gewissens gesenkt werden kann.
Tipp: wenn du was bei Katholens oder den Orthodoxen nicht verstehst- frag einfach nach, sachlich ohne Vorurteil. Die meisten Foris werden dir gerne antworten und Unwissenheit nicht krumm nehmen wenn sie merken, dass es kein Angriff sein soll und das dein Interesse echt ist.
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M. v. Ebner- Eschenbach
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- cantus planus
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Fairerweise muss ich zugeben, dass man meine Aussagen durchaus so auffassen kann. Letzteres wage ich zu bezweifeln, da Lutherbeck, dessen sonstigen Beiträge ich durchaus schätze, hier schon mit einem ziemlichen Sendungsbewusstsein aufläuft. Da muss man Gegenwind aushalten können. Es ist unredlich, dann sofort nach Strangschließung zu rufen.Lioba hat geschrieben:Schliesslich hat ja niemand dir vorgeworfen, dass du bewusst unsittlich oder inkonsequent lebst oder das bei anderen unterstützen willst.
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Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
Es bleibt mir unerklärlich, warum so viele Leute so viel Zeit opfern, um ein Geschäft zu führen, dass diejenigen, die es betrifft gar nicht führen wollen. Dieser Satz ist nicht auf die Diskussion hier gemünzt, sondern auf die fortwährend in der Gesellschaft stattfindende. Es kann mir doch kein Mensch erzählen, dass Millionen Menschen nichts bessere zu tun haben, als sich darum zu bemühen, dass 0,001% der Bevölkerung (oder wie viele das auch sein mögen) heiraten dürfen. Komplett irrational ist das.
Re: "Das Leben nach dem Zölibat" FAZ- Artikel
@Maurus
Ich glaube, man darf nicht unterschätzen welchen Symbolgehalt gerade der säkularisierte Mensch dem Zölibat entnimmt.
Der Zölibat verweist unmißverständlich auf ein Leben nach dieser irdischen Existenz. Dabei bringt er auch den Aspekt der geistigen "Belohnung" und damit eines "Belohners" ins Spiel. Schließlich ist es ärgerlich, daß nicht nur einzelne "Spinner" den Zölibat halten, sondern dies quasi straff organisiert ganze Gruppen der Bevölkerung tun, er wird damit zu etwas Überindividuellem, gleichsam Objektivem erhoben.
Das all dies einem rein auf´s Diesseits ausgerichteten, hedonistisch konditionierten, jede moralische Verantwortung für sein Handeln abstreitenden Menschenschlag auf die Nerven - besser: auf´s Gewissen - gehen kann, scheint mir plausibel.
Insofern ist mir das eifrige Bemühen vieler Zeitgenossen, um die Abschaffung eines Instituts, das sie unmittelbar gar nicht betrifft, gut verständlich.
Ich glaube, man darf nicht unterschätzen welchen Symbolgehalt gerade der säkularisierte Mensch dem Zölibat entnimmt.
Der Zölibat verweist unmißverständlich auf ein Leben nach dieser irdischen Existenz. Dabei bringt er auch den Aspekt der geistigen "Belohnung" und damit eines "Belohners" ins Spiel. Schließlich ist es ärgerlich, daß nicht nur einzelne "Spinner" den Zölibat halten, sondern dies quasi straff organisiert ganze Gruppen der Bevölkerung tun, er wird damit zu etwas Überindividuellem, gleichsam Objektivem erhoben.
Das all dies einem rein auf´s Diesseits ausgerichteten, hedonistisch konditionierten, jede moralische Verantwortung für sein Handeln abstreitenden Menschenschlag auf die Nerven - besser: auf´s Gewissen - gehen kann, scheint mir plausibel.
Insofern ist mir das eifrige Bemühen vieler Zeitgenossen, um die Abschaffung eines Instituts, das sie unmittelbar gar nicht betrifft, gut verständlich.