| Autor |
Nachricht |
|
Knecht Ruprecht
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08 Beiträge: 4207 Wohnort: FFB
|
 Klaus Berger - Der nächste Reformator?
Laut spiegel.de konnte der Mann aufgrund seiner Ansichten (also seines Glaubens) nicht Priester werden können. Ich kenne die Dinge nicht, um die es da ging, jedoch vermute ich einfach, dass er der römisch-katholischen Lehre nicht zustimmte. Jetzt wird dem Mann von der Seiten der EKD, zu der er gewechselt ist, vorgeworfen, er sei ein Katholik, der sich als Evangele tarnt, um die Evangelen zu missionieren?
Da der Mann nicht zur Kirche gehört, soll der mir egal sein. Doch vielleicht gründet er ja eine neue Kirche, eine deutsch-katholisch-evangelische Kirche. In der sich deutsche frustrierte Katholiken/-innen und ebensolche Evangelen/-nnen zusammen tun. Ich mein, auf der Welt gibt es sicherlich hunderttausend selbsternannte Kirchen mit den unterschiedlichsten Glaubensaussagen , eine mehr oder weniger macht doch nichts aus.
http://www.kath.net/detail.php?id=11854
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,382264,00.html
|
| Dienstag 1. November 2005, 13:53 |
|
 |
|
Petra
Moderator
Registriert: Sonnabend 4. Oktober 2003, 19:30 Beiträge: 6387
|
Du tust Klaus Berger unrecht. - Er ist ein Neutestamentler, der selbst einigen katholischen Kollegen zu "konservativ" ist. Außerdem gab es für sein letztes Buch "Jesus" eine Pressevorstellung und dort lobende Worte von deinem deutschen Lieblingskardinal, der höchstpersönlich anwesend war.
Bergers beruflicher Lebensweg war sicher nicht so glatt, wie er sich das gewünscht hätte. Dass er trotz diesem Troubel vom Glauben her katholisch geblieben ist, muss man anerkennen. Das war sicher nicht leicht.
|
| Dienstag 1. November 2005, 15:04 |
|
 |
|
Knecht Ruprecht
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08 Beiträge: 4207 Wohnort: FFB
|
Petra hat geschrieben: Du tust Klaus Berger unrecht. - Er ist ein Neutestamentler, der selbst einigen katholischen Kollegen zu "konservativ" ist. Außerdem gab es für sein letztes Buch "Jesus" eine Pressevorstellung und dort lobende Worte von deinem deutschen Lieblingskardinal, der höchstpersönlich anwesend war.
Bergers beruflicher Lebensweg war sicher nicht so glatt, wie er sich das gewünscht hätte. Dass er trotz diesem Troubel vom Glauben her katholisch geblieben ist, muss man anerkennen. Das war sicher nicht leicht.
Ich habe geschrieben, dass ich von den Vorgängen, wieso er nicht Priester werden konnte, keine Ahnung habe. Nur schließe ich darauf, dass es am Glauben bzw. seinen Anliegen liegen musste. Ein zu katholisch gibt es nicht, nur ein zu wenig katholisch.
|
| Dienstag 1. November 2005, 15:12 |
|
 |
|
Petra
Moderator
Registriert: Sonnabend 4. Oktober 2003, 19:30 Beiträge: 6387
|
Es war 1967 als er Probleme hatte, Priester zu werden. Und das hatte (nach seinen eigenen Angaben) damit zu tun, dass er in seiner Dissertation eine These vertrat, die erst 1991 von der kath. Kirche akzeptiert wurde.
|
| Dienstag 1. November 2005, 15:14 |
|
 |
|
Stephen Dedalus
Altmoderator
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28 Beiträge: 4525
|
Klaus Berger ist ein interessanter Kopf.
Aber bevor er irgendwas irgendwohin reformiert, soll er sich mal entscheiden, wo er selber steht. Das Verwirrspiel um seine Kirchenzugehörigkeit ist jedenfalls vollkommen daneben. Einmal behauptet er, er sei Ende der 60er Jahre in die Evangelische Kirche eingetreten, dann wieder spricht er so, als sei er katholisch geblieben. Zugleich zeigte er immer froh seinen Kirchensteuerbescheid herum, auf dem zu lesen war, daß er ev. Kirchensteuer zahlte.
Ja, was denn nun, Herr Berger? 
|
| Dienstag 1. November 2005, 15:25 |
|
 |
|
Knecht Ruprecht
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08 Beiträge: 4207 Wohnort: FFB
|
Dann soll sich der Mann mal vor der Kirche erklären. Wie er sich das vorstellt, seine weggeworfene Unterhose wieder anzuziehen.
|
| Dienstag 1. November 2005, 15:46 |
|
 |
|
Dr. Dirk
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 09:03 Beiträge: 1439
|
Ich habe ihn am Wochenende bei einer Tagung gehört. Der Mann ist definitiv katholisch (zumindest das, was er sagt). Und er sagt auch, dass die ganze Fakultät immer gewusst hat, dass er katholisch ist.
Die Angriffe scheinen ihn sehr mitzunehmen - besonders gut drauf war er nicht. Kann man wohl auch verstehen.
Wenn er allerdings evangelische Kirchensteuer bezahlt, müsste er aus der katholischen Kirche ausgetreten sein, ist also höchstens "im Herzen" katholisch, dafür aber exkommuniziert. Oder wie? 
|
| Dienstag 1. November 2005, 19:56 |
|
 |
|
Stefan
Altadministrator
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 17:22 Beiträge: 3005
|
Ich habe Klaus Berger vor 2-3 Jahren persönlich erlebt, und zwar auf einer Tagung von "Pro-Missa-Tridentina". Dort hat er einen bemerkenswerten Vortrag über die Anbetung gehalten. Er machte schon damals keinen Hehl daraus, daß er in Heidelberg bei den Evangelischen einen Lehrstuhl für NT-Exegese innehatte. Er sei ein Weile in Tübingen gewesen, habe aber schleunigst die Flucht ergriffen, was wohl kein Kompliment für die fachlichen Qualitäten der dort anzutreffenden Kollegen sein sollte.
Ferner sprach er davon, daß er sich dem Orden der Zisterzienser (ich vermute mal als Oblate) angeschlossen habe. An seiner Katholizität kann kein größerer Zweifel bestehen als an der anderer bekannter Theologen in der katholischen Szene.
Man kann ihm maximal vorwerfen, daß er eine gewisse Volksnähe vertritt und seien Bücher, nach seinem Selbstzeugnis, auch für den Laien lesbar und verständlich zu schreiben versucht.
Ein Klassiker ist immer noch sein Referat über den "Zustand der katholischen Kirche", welches immer noch bei den Benediktinern zu finden ist:
Referat von Klaus Berger
|
| Dienstag 1. November 2005, 20:26 |
|
 |
|
Stefan
Altadministrator
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 17:22 Beiträge: 3005
|
Hier das Referat von PMT - Enthalten im damaligen Rundbrief:
Dienst vor Gottes Thron
|
| Dienstag 1. November 2005, 20:32 |
|
 |
|
Knecht Ruprecht
Registriert: Sonntag 5. Oktober 2003, 21:08 Beiträge: 4207 Wohnort: FFB
|
Gibt es in der Kirchenordnung eigentlich eine Beschränkung bezüglich der Kirchenaustritte? Bei der Taufe und Heirat hat sich die Kirche festgelegt, dass jeder nur ein Mal darf. Wie sieht es denn mit Kirchen und Religion Ein- und Austritten aus? Darf man da öfter als beim Ehefrau/Ehemann?
,,Sonst" scheint dem Mann ja nichts vorzuwerfen sein. Ausser Jahrzehnte die Eucharestie misshandelt zu haben oder war er nie beim ,,Abendmahl"?
|
| Dienstag 1. November 2005, 20:43 |
|
 |
|
Dr. Dirk
Registriert: Montag 6. Oktober 2003, 09:03 Beiträge: 1439
|
|
| Dienstag 1. November 2005, 21:55 |
|
 |
|
Stefan
Altadministrator
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 17:22 Beiträge: 3005
|
Bemerkenswert - der Fall könnte, vorausgesetzt die bisherigen Recherchen entsprechen der Wahrheit - einen Präzendenzfall im Staatskirchenrecht bedeuten (oder Berger als Münchhausen der Theologie entlarven).
Wie dem auch sein, was er geschrieben hat, wird ja nicht falscher. Und darüberhinaus führt er den konfessionalistischen Einwohnermeldeamts-Schwachsinn ad absurdum.
|
| Dienstag 1. November 2005, 22:36 |
|
 |
|
Stephen Dedalus
Altmoderator
Registriert: Dienstag 7. September 2004, 15:28 Beiträge: 4525
|
Stefan hat geschrieben: Wie dem auch sein, was er geschrieben hat, wird ja nicht falscher. Und darüberhinaus führt er den konfessionalistischen Einwohnermeldeamts-Schwachsinn ad absurdum.
Hallo Stefan,
aber hier geht es - wie obiges Dokument zeigt - nicht um Einwohnermeldeamtsschwachsinn. Die Urkunde wurde ja von der Hamburgischen Ev.-luth. Kirche ausgestellt. Berger ist also bei der Kirche übergetreten, nicht beim Amt!
Abgesehen davon bin ich auch der Meinung, er sei *im Herzen* katholisch geblieben. Das zeigen ja auch seine Bücher. Nur darf er jetzt nicht so tun, als sei er niemals evangelisch geworden. Das ist - wie man oben sieht - eine glatte Lüge.
Gruß
Stephen
|
| Mittwoch 2. November 2005, 09:10 |
|
 |
|
Petra
Moderator
Registriert: Sonnabend 4. Oktober 2003, 19:30 Beiträge: 6387
|
Aber es ist doch seltsam, dass seine "Katholizität" erst jetzt auffallen sein soll?
|
| Mittwoch 2. November 2005, 09:38 |
|
 |
|
Ragnar
Registriert: Mittwoch 13. Juli 2005, 21:03 Beiträge: 643
|
Stephen Dedalus hat geschrieben: Abgesehen davon bin ich auch der Meinung, er sei *im Herzen* katholisch geblieben. Das zeigen ja auch seine Bücher. Nur darf er jetzt nicht so tun, als sei er niemals evangelisch geworden. Das ist - wie man oben sieht - eine glatte Lüge.
Hmm,
wenn er im Herzen katholisch blieb,
war er nie evangelisch...
das ist wie mit den Heiden,
die sich taufen liessen,
weil es das Stammesoberhaupt so beschlossen hat,
aber im Herzen blieben sie Heiden,
bis Heute...
_________________ Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist...
!Nichts
|
| Mittwoch 2. November 2005, 10:14 |
|
 |
|
spectator
Registriert: Dienstag 2. März 2004, 10:25 Beiträge: 1216
|
Stephen Dedalus hat geschrieben: Abgesehen davon bin ich auch der Meinung, er sei *im Herzen* katholisch geblieben. Das zeigen ja auch seine Bücher. Nur darf er jetzt nicht so tun, als sei er niemals evangelisch geworden. Das ist - wie man oben sieht - eine glatte Lüge. was im deutschen Katholizismus nichts ungewöhnliches ist. Wenn’s ihnen passt, dann sind sie mehr Protestanten oder sonnt etwas und wenn’s ihnen wieder zu heiß wird, dann sind sie auf einmal wieder Katholiken. 
|
| Mittwoch 2. November 2005, 10:18 |
|
 |
|