Hier wird "sexuell" und "seelisch" in mehreren Sätzen so verrührt, dass niemand mehr weiss, wovon eigentlich die Rede ist. Alle 35.000 können es nicht gewesen sein, und von 2.500 wird wohl der kleinere Teil sexuell mißbraucht worden sein - was überhaupt nichts entschuldigt. Aber das muss man auseinanderhalten.Gegen die katholische Kirche in Irland werden in einem Ermittlungsbericht schwere Missbrauchs-Vorwürfe erhoben: Tausende Kinder sind demnach in kirchlichen Einrichtungen von Nonnen und Priestern sexuell oder seelisch missbraucht oder geschlagen worden. Rund 35.000 Kinder waren bis in die 80er Jahre in Erziehungsanstalten, Schulen oder auch Heimen für Behinderte untergebracht. Rund 2500 Zeugen sagten aus, dort missbraucht oder misshandelt worden zu sein. Der Bericht ist das Ergebnis neun Jahre langer Ermittlungen einer Sonderkommission und wurde in Dublin vorgestellt.
Es ist erfreulich, dass das Wegsehen des Staates thematisiert wird. Wie ich oben ausführte, dürfte das Problem dort gleich gelagert sein.Die Studie wirft Kirche und Staat vor, wissentlich die Augen vor den Zuständen verschlossen zu haben.
Eine blödsinnige Skandalisierung. Würden die Fälle nicht einzeln und diskret behandelt, wäre es ein ungeheurlicher Skandal!Jeder Missbrauchsfall sei von der Kirche als Einzeltat und in Verschwiegenheit behandelt worden.
Man sollte jetzt in aller Ruhe aufarbeiten, was wirklich geschah. Dabei sollten Entschädigungsfragen und voreilige Entschuldigungen erstmal vermieden werden, um Raum für wirkliche Suche nach Gerechtigkeit zu schaffen. Hier steht ein ganzes pädagogisches System auf dem Prüfstand!
Nach Klärung aller Fragen kann man nach der persönlichen Schuld der Einzelnen fragen und über Entschädigungen sprechen, die in bestimmten Fällen zweifelsohne angemessen wären. Pauschalurteile helfen nicht weiter.
