Raphael hat geschrieben:overkott hat geschrieben:Raphael hat geschrieben:Es braucht eine Person, um die Liebe und die Wahrheit in Übereinstimmung zu bringen und diese Person war, ist und bleibt zuvörderst Jesus Christus. Es bleibt an uns, IHN zu rühmen!
Wahrheit und Liebe brauchen zur Übereinstimmung keine Person, sondern manchen den Menschen zum Menschen. Die Identität von Wahrheit und Liebe ist zuvörderst der Vater, der sich im Sohn äußert, dessen Geist wir preisen.
Unfug, natürlich braucht's dafür die EINE Person, nachdem sich die Menschheit in den geschichtlichen Abläufen derartig tief in die Sünde verstrickt hatte, daß sie aus sich selbst heraus zur Wahrheit und zur Liebe nicht zurückgefunden hätte.
In Gott sind Sein und Sollen, Wahrheit und Liebe eins. Diese Einheit entfaltet sich personal im Vater, im Sohn und im heiligen Geist.
Raphael hat geschrieben:overkott hat geschrieben:Der Papst differenziert zurecht zwischen Sein und Schein, zwischen dem Selbst und der Schale und er zitiert in diesem Zusammenhang zurecht den heiligen Augustinus: Christus ist mir innerlicher als ich mir selbst. Er ist das Zentrum von allem, wie Bonventura diesen Gedanken weiter denkt. Der gute Kern bleibt, auch wenn die Welt vergeht.
Der gute Kern ist jedoch nicht das strukturlose Gerede von Theologen (genauer: Theolunken), die die Voraussetzungslosigkeit für die ultimative Voraussetzung halten.
Du hast recht: Alles kommt aus Gottes Fülle als prinzipielle Voraussetzung, von nichts kommt nichts.
overkott hat geschrieben:Wer die Begrifflichkeit des Apostels aufgreift, kann nicht an seiner Theologie vorbei.
Die Begrifflichkeit des Apostels ist paradox, denn er findet Kraft in der Schwäche.
Nimm das Bild vom Senfkorn: Ist im Kern des Kleinsten nicht schon prinzipiell das Größte enthalten?
overkott hat geschrieben:Daher können wir den Papst in diesem Punkt nur verstehen, wenn wir nicht am Buchstaben kleben. Wir können fragen: Warum war das Kreuz seinen älteren Brüdern ein Ärgernis? Warum nicht den jüngeren?
Bei dieser Betrachtungsweise, entlarven sich dann auch Buchstabenverdreher mehr als Bonavent(o)uristen denn als Bonventuraner.
Das kann ich dem Papst nicht vorwerfen. Er folgt wie Bonaventura ganz der augustinischen Tradition.
Das Kreuz war und ist den Juden ein Ärgernis, weil es ihre Schandtaten offenbar macht, während es für die Jünger Jesu zum Baum des Lebens wurde.
Das ist neben dem "ewigen Ärgernis" die zweite Form des Missverständnisses. Denn Juden wie Paulus und Griechen wurde das Kreuz zum Baum des Lebens.
Man darf die jesuanischen Handlungen nicht auf Unkonventionalität reduzieren, denn durch und mit dem Neuen Bund hat ER auch neue Konventionen gesetzt.
Jesus hat auch weiterhin aus Bechern und Kelchen getrunken.
overkott hat geschrieben:Aus dem Buch Jesaja verstehen wir die Lehre vom leidenden Gottesdiener als traditionell. Das ist Paulus in seinem Damaskuserlebnis aufgegangen: Warum verfolgst du mich? fragt Christus ihn. Von seinem Geist erfüllt, wurde Paulus die Lehre vom Kreuz zur Tugend und Weisheit Gottes.
Eben, weil der Völkerapostel bereit war zu einer wirklichen
metanoia, die sich nicht im rahneristischen Geschwurbel entlädt.
1Kor 3,22 Paulus, Apollos, Petrus, Welt, Leben, Tod, Gegenwart und Zukunft: alles gehört euch;
1Kor 3,23 ihr aber hört auf Christus, und Christus hört auf Gott.