Sonntagsarbeit

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ar26
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Beitrag von ar26 »

iustus hat geschrieben:Hallo ar26,

ich subsummiere die Einfahrt der Ernte, damit diese nicht verdirbt unter "Tätigkeiten, die mit familiären Verpflichtungen oder wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben zusammenhängen" (es ist m.E. eine familliäre Verpflcihtung, für den Broterwerb zu sorgen),
Kann man so machen, ist mir aber etwas unbestimmt. Hätte jetzt eher Pflichten im Haushalt, die auch Sonntags zu erfüllen sind, darunter verstanden. Gerade weil da nicht "Arbeit" sondern "Tätigkeiten" steht.
iustus hat geschrieben:Wo steht eigentlich, dass der PFARRER von der Vorschrift dispensieren kann?
Keine Ahnung. Zuständigkeitsvermutung meinerseits. Für spezielle Ausnahmen die sachnächste Autorität zuständig zu machen, erschien mir das Klügste.
iustus hat geschrieben:Falls die Gesetzgebung des Landes oder andere Gründe zur Sonntagsarbeit verpflichten, soll dieser Tag dennoch als der Tag unserer Erlösung gefeiert werden, der uns an der „festlichen Versammlung", an der „Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind", teilnehmen läßt (Hebr 12,22-23).
Ich glaube, auch in China sind die meisten Menschen nicht zur Sonntagsarbeit staatlicherseits verpflichtet. Sie ist nur üblich. Wer am Erwerbsleben teilnehmen möchte, muss sich da i.d. R. fügen. Diese Vorschrift ließe sich somit dahingehend interpretieren: Wo es der Staat erlaubt, ist es unproblematisch.

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie ist der gute St. Pius X. da in weniger Worten deutlich und klarer geworden. Auch die Öffnungsklausel des schwerwiegenden Grundes i.V.m. Dispens scheint mir richtig. Etwa so: Damit Mutti nicht arbeiten braucht, und sich um die Kinder kümmern kann, muss Papi eben mal ne Sonderschicht am Sonntag fahren.

iustus
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Beitrag von iustus »

ar26 hat geschrieben:
iustus hat geschrieben:
iustus hat geschrieben:Wo steht eigentlich, dass der PFARRER von der Vorschrift dispensieren kann?
Keine Ahnung. Zuständigkeitsvermutung meinerseits. Für spezielle Ausnahmen die sachnächste Autorität zuständig zu machen, erschien mir das Klügste.
Es sollte auch kein Einwand gegen Deine Ausführung sein. Ich kenne es ja auch aus Erzählungen meiner Verwandten so, die für das Ernten die Dispens vom Pfarrer erhielten.

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Pit
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Beitrag von Pit »

Beim Stichwort Sonntagsarbeit denke ich, sieht es folgendermaßen hierzulande aus:
Polizei,Ärzte etc. arbeiten natürlich auch sonntags.
Stahlstecher (die an den Hochöfen) müssen auch Sonntagsarbeit leisten, weil man einen Hochofen nicht "mal eben" für zwei Tage runterfahren kann.
Und ob ein Landwirt asm Sonntag bei gutem Wetter die Ernte einbringen darf oder nicht, war schon früher nie eine Frage - da half der Pfarrer höchstens noch mit.

Gruß,Pit
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Pit
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Beitrag von Pit »

iustus hat geschrieben:[
...
Ich kenne es ja auch aus Erzählungen meiner Verwandten so, die für das Ernten die Dispens vom Pfarrer erhielten.
Nun, bei meinen Großeltern "up`n hoff" wurde nicht groß um <Dispens gebeten - da wurde geerntet, sobald das Wetter stimmte. Egal, an was für einem Tag .- und wenn in die Ernte, falls schon wieder Regen "im Anmarsch" war, schnell vom Feld musste, dasnn fiel die Sonntagsmesse auch schon mal flach, Ernte war wichtiger.

Gruß,Pit
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Linus
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Beitrag von Linus »

ar26 hat geschrieben: Im übrigen wird auch ein chinesischer Katholik, der am Sonntag arbeiten muss, weil der Sonntag in China kein Feiertag ist, keine schwere Sünde begehen. Er hat ja auch keine Wahl.
In Lignano (Pineta) gibts für die Touristisch beschäftigten am Montag spätabends (21 Uhr) die Möglichkeit den Sonntag "nachzufeiern". Da ich mit einer Köchin verheiratet bin, die die längste Zeit ihrer Berufskarriere in Stellen mit Sa/So/Feiertagsarbeit beschäftigt war, finde ich das zugehen auf die "Verhinderte gläubige Bevölkerung" sehr gut. (Wir gingen selbstverständlich Sonntags in die Sonntagsmesse, Montag abend gabs eine normale Montagsmesse (mit einem etwas unpünktlichen (+15 Minuten) Pfarrer, die Leute schienen das aber gewohnt zu sein, sie begannen zu "Meßbeginn" mit dem Rosenkranz der zur Messe unterbrochen wurde, der Rest folfgte dem Schlußssegen.
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Linus
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Beitrag von Linus »

Pit hat geschrieben:Und ob ein Landwirt asm Sonntag bei gutem Wetter die Ernte einbringen darf oder nicht, war schon früher nie eine Frage - da half der Pfarrer höchstens noch mit.
Naja, so ist das wohl kaum. Selbst mit der Billigung des Pfarrers wirkt die sonntägliche Sozialkontrolle "Meßbesuch" (hier exakt 37 Minuten mit Predigt) durch die anwesenden Bauern viel zu stark....
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Pit
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Beitrag von Pit »

Linus hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Und ob ein Landwirt asm Sonntag bei gutem Wetter die Ernte einbringen darf oder nicht, war schon früher nie eine Frage - da half der Pfarrer höchstens noch mit.
Naja, so ist das wohl kaum. Selbst mit der Billigung des Pfarrers wirkt die sonntägliche Sozialkontrolle "Meßbesuch" (hier exakt 37 Minuten mit Predigt) durch die anwesenden Bauern viel zu stark....
Ich habe ja auch nicht gésagt, man bräuche nie gehen, aber wenn es "eng wurde", z.B. weil es bald Regen geben konnte, dann hatte die Ernte Vorrang.

Gruß,Pit
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Linus
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Beitrag von Linus »

Pit hat geschrieben:Ich habe ja auch nicht gésagt, man bräuche nie gehen, aber wenn es "eng wurde", z.B. weil es bald Regen geben konnte, dann hatte die Ernte Vorrang.

Gruß,Pit
Kaum mehr. Hier laufen Ernteausfälle unter "biologische Landwirtschaft" - es wird ja auch nicht mehr gedüngt....
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Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. »

Pit hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Und ob ein Landwirt asm Sonntag bei gutem Wetter die Ernte einbringen darf oder nicht, war schon früher nie eine Frage - da half der Pfarrer höchstens noch mit.
Naja, so ist das wohl kaum. Selbst mit der Billigung des Pfarrers wirkt die sonntägliche Sozialkontrolle "Meßbesuch" (hier exakt 37 Minuten mit Predigt) durch die anwesenden Bauern viel zu stark....
Ich habe ja auch nicht gésagt, man bräuche nie gehen, aber wenn es "eng wurde", z.B. weil es bald Regen geben konnte, dann hatte die Ernte Vorrang.

Gruß,Pit
Also bis die Sonntagsmesse aus war, ging noch zu meiner Jugendzeit hier landwirtschaftlich gar nichts. Bis zur Mittagszeit wird ja eh kein Heu eingefahren, da hängt sonst noch zu viel Feuchtigkeit drin. Man hat sich grundsätzlich so gerichtet, dass am Sonntag möglichst nicht gearbeitet werden brauchte. Und wenn in der Heu-Erntezeit doch mal was gemacht werden musste, dann hat man versucht dabei so wenig Getöse wie möglich zu machen. Es war auch hier früher so üblich, dass der Pfarrer ausdrücklich beim Sonntagsgottesdienst verkündet hat, dass an diesem Sonntag ausnahmsweise einmal Erntearbeiten erlaubt sind.

Wenn wir Kinder dann beim Sonntagsausflug im evangelischen Nachbarlandkreis Traktoren auf dem Feld gesehen haben wirkte das sehr , sehr exotisch auf uns. Wir bedauerten die armen Evangelen :)
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ifugao
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Beitrag von ifugao »

Pit hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:Und ob ein Landwirt asm Sonntag bei gutem Wetter die Ernte einbringen darf oder nicht, war schon früher nie eine Frage - da half der Pfarrer höchstens noch mit.
Naja, so ist das wohl kaum. Selbst mit der Billigung des Pfarrers wirkt die sonntägliche Sozialkontrolle "Meßbesuch" (hier exakt 37 Minuten mit Predigt) durch die anwesenden Bauern viel zu stark....
Ich habe ja auch nicht gésagt, man bräuche nie gehen, aber wenn es "eng wurde", z.B. weil es bald Regen geben konnte, dann hatte die Ernte Vorrang.

Gruß,Pit

Das kann ich nur bestätigen.
Mir hat ein alter Mann aus einem oberbayrischen Dorf einmal folgende Geschichte erzählt die ihn sehr beeindruckt hat.
Es war wohl etwa um 1920 und es stand die Ernte bevor. Eine sehr gute. Es war wohl so gegen Sonntagmorgen als erstes Donnergrollen hörbar wurde. Ein Bauer lief zum Pfarrer und weckte ihn. Aus dem Schlaf gerissen war sein einziger Kommentar: "Weckt`s alle die laufen kener. Jetzad muaß a jeder ran."
Schmiß sich in Arbeitsklamotten und half mit.
Als die ersten Regentropfen fielen war die Ernte geschafft.
Das ganze Dorf stand um den Pfarrer. Das einzige was er sagte war: "D`mess is morgn in der Früh."
Es waren wohl auch alle da.

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Pit
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Beitrag von Pit »

Raimund Josef H. hat geschrieben: ....
Bis zur Mittagszeit wird ja eh kein Heu eingefahren, da hängt sonst noch zu viel Feuchtigkeit drin. ... Es war auch hier früher so üblich, dass der Pfarrer ausdrücklich beim Sonntagsgottesdienst verkündet hat, dass an diesem Sonntag ausnahmsweise einmal Erntearbeiten erlaubt sind.
...
Klar, wir reden von Ausnahmen, aber ich kann die genug Landwirte nennen, die -wenn die Regenwolken aufziehen - nicht erst den Pfarrer fragen, ob sie - nacxh der <Messe - wenn es schon eine Stunde regnet, die Ernte einfahren dürfen.

Gruß,Pit
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Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

iustus hat geschrieben:Es ist vielleicht ganz sinnvoll, bei dieser Katechismus-Diskussion mal auf den aktuellen hinzuweisen:

Der aktuelle Katechismus zur Arbeitsruhe am Sonntag.

Und hier aus dem noch aktuelleren Kompendium des Katechismus:
Die Christen heiligen den Sonntag und die anderen gebotenen Feiertage, indem sie an der Eucharistie des Herrn teilnehmen.
Das heißt für diejenigen, denen es wirklich nicht möglich ist, zu Messe zu kommen, um eine Dispenz zu bitten. Ein guter Beichtvater gibt diese Dispenz glücklicherweise nicht zu schnell, da die meisten heutzutage ja mobil sind und auch schon mal mit dem Auto an einen anderen Ort in die Messe fahren können und zu eine andern Uhrzeit wie sonst gehen können.
Ich selber muss sehr oft schauen, wo ich denn nun zur Messe gehe. Schwierig ist so etwas leider an 2. Feiertagen, wie z. B. Pfingstmontag.... Da lassen viele Gemeinden einfach ihre Abendmesse ausfallen!

Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

ar26 hat geschrieben:
iustus hat geschrieben:Wo steht eigentlich, dass der PFARRER von der Vorschrift dispensieren kann?
Keine Ahnung. Zuständigkeitsvermutung meinerseits. Für spezielle Ausnahmen die sachnächste Autorität zuständig zu machen, erschien mir das Klügste.
CIC

Can 88:
" Der Ortsordinarius kann von Diözesangesetzen und, sooft dies nach seinem Urteil zum Wohl der Gläubigen beiträgt, von Gesetzen dispensieren, die von einem Plenar- oder Provinzialkonzil oder von der Bischofskonferenz erlassen wurden."

Can 90
§ 1: "Von einem kirchlichen Gesetz darf nicht ohne gerechten und vernünftigen Grund dispenziert werden, unter Berücksichtigung der Umstände des Falles und der Bedeutung des Gesetzes, vom den dispensiert wird. Andernfalls ist die Dispenz unerlaubt und, wenn sie nicht vom Gesetzgeber selbst oder dessen Oberen gegeben wurde, auch ungültig."
§ 2:" Im Zweifel über das Genügen des Dispensgrundes wird die Dispens gültig und erlaubt gewährt."

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incarnata
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Beitrag von incarnata »

Aus meiner Kindheit kenn ich das auch noch so wie Raimund; aber mittlerweile
geben sich die Bauern sehr großzügig Erntedispens;nachmittags bei entsprechenden Wetterlagen allgemeines Trekkergefahre und morgens sieht
man in der Messe auch nur noch einen Teil.

Wir Ärzte haben`s da ja locker-aber ich habe dennoch ein schlechtes Gewissen,
wenn ich meine Arztbriefe,die die Helferin am Montag schreibt am Sonntag
diktiere,weil ich am Samstag auf dem Berg oder im See war.
Und wie steht`s eigentlich mit der Hausfrauenarbeit ? Meine Mutter ist nicht davon abzubringen die große Wäsche der Woche Sonntags zu waschen,da da der Strom billiger ist und ich ihr beim Aufhängen der großen Stücke helfen kann.
Klopfen am Sonntag ist allerdings immer noch verpönt !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

Nueva
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Beitrag von Nueva »

incarnata hat geschrieben:Aus meiner Kindheit kenn ich das auch noch so wie Raimund; aber mittlerweile
geben sich die Bauern sehr großzügig Erntedispens;nachmittags bei entsprechenden Wetterlagen allgemeines Trekkergefahre und morgens sieht
man in der Messe auch nur noch einen Teil.

Wir Ärzte haben`s da ja locker-aber ich habe dennoch ein schlechtes Gewissen,
wenn ich meine Arztbriefe,die die Helferin am Montag schreibt am Sonntag
diktiere,weil ich am Samstag auf dem Berg oder im See war.
ringen dUnd wie steht`s eigentlich mit der Hausfrauenarbeit ? Meine Mutter ist nicht davon abzubie große Wäsche der Woche Sonntags zu waschen,da da der Strom billiger ist und ich ihr beim Aufhängen der großen Stücke helfen kann.
Klopfen am Sonntag ist allerdings immer noch verpönt !

Das wäre zu schön, wenn die Hausfrauenarbeit auch am Sonntag ruhen könnte, *seufz*. Bei uns wäre das gar nicht möglich, ohne dass ich am Montag doppelt-und 3fache Arbeit hätte. Die Geschirr- und Wäschberge würden sich nur so türmen. ..Und am Montag würd ich schon beim Anblick die Krise bekommen und die Flucht ergreifen. Deswegen heißt es bei uns: Am Sonntag helfen ALLE ohne zu murren mit, die halt eben anfallenden Arbeiten zu machen.
Der Sonntag ist eine Einladung Gottes zur Ruhe zu kommen und IHN zu feiern. Mein Beichtvater hat mir mal gesagt, Familienarbeit ist auch ein Dienst an Gott und wenn man dadurch am sonntäglichen Gottesdienst gehindert ist (weil die Kinder mal wieder krank sind z.B.), ließe sich das ja an einem anderen Wochentag entspannt nachholen. :ja:

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc »

Gesunde Einstellung, Nueva.
Früher hieß es ja mal, man sollte sich der knechtlichen Arbeit enthalten.
Aber die tägliche Haushaltsarbeit läßt sich eben kaum auf den nächsten Tag verschieben.

Gruß, ad_hoc
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Nueva
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Beitrag von Nueva »

wo steht das??
Von einigen österreichischen Gehöften weiß ich, allerdings nur aus Erzählungen, dass die Knechte, denen am meisten Vertrauen entgegengebracht wurde, am Sonntag während die Herrschaften beim Kirchgang waren, die Verantwortung für den Hof übertragen bekamen. Als Knecht sonntags daheimbleiben zu dürfen, war also ein Ehre.

Heutzutage scheint es für manche Berufe wirklich schwer zu sein, nicht am Sonntag zu arbeiten? dürfen Katholiken überhaupt in solchen Berufen arbeiten? Ich kenne einige, die sind lieber arbeitslos, als dass sie das Sonntagsgebot brechen würden. Kann mir nicht vorstellen, dass das im sinne Gottes ist.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc »

Wo das steht, Nueva? Was weiß ich.... Es wurde jedenfalls so gesagt.
Und - es hat ja nicht nur Bauern und Knechte gebeben. ;)

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Nueva
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Beitrag von Nueva »

ahhhsoooooo ;)

Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. »

Nueva hat geschrieben: Ich kenne einige, die sind lieber arbeitslos, als dass sie das Sonntagsgebot brechen würden. Kann mir nicht vorstellen, dass das im sinne Gottes ist.
Na ich hoffe doch, daß die Einhaltung seiner Gebote im Sinne Gottes ist.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Nueva
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Beitrag von Nueva »

Du bist also der Meinung, ein Familienvater soll keinen Beruf annehmen, an dem er Sonntags arbeiten muss? Die Familie soll lieber von HartzIv leben und Sonntags in den Gottesdienst gehen, als wie z.B. als Arzt, Techniker, Pilot etc den Lebensunterhalt für seine Familie zu verdienen? :hmm: :hmm:

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ar26
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Beitrag von ar26 »

@Nueva

Die Einstellung, lieber arbeitslos zu bleiben, anstatt zumindest kurzfristig auch am Sonntag zu arbeiten, wenn es denn gar nicht anders geht, halte ich nicht für katholisch. Sie scheint mir auch vorgeschoben zu sein. Es würde auch niemand sagen, lieber lasse ich meine Familie verhungern, als das ich Sonntags arbeite. Immerhin nimmt so jemand die erzwungene Solidarität anderer dreist in Anspruch. Es gibt neben dem Feiertagsgebot schließlich auch noch das 7./10. Gebot.

Und in die Messe kann man allemal gehen, notfalls eben in die Vorabendmesse.

Insgesamt halte ich einen derartigen Fall, wie die ihn geschildert hast, für eine schwere Ausnahme entsprechend dem Katechismus des Hl. Papstes Pius X., bei dem unter Dispens des Pfarrers, notfalls des Ortsordinarius gearbeitet werden darf.
Zuletzt geändert von ar26 am Montag 11. August 2008, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.

Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. »

Die notwendigen Sonntagsdienste im Bereich der von Dir genannten Berufe sind je per se kein Verstoss gegen das Sonntagsgebot. Im Katechismus ist ja das auch recht grosszügig beschrieben. Ansonsten muss natürlich jeder selbst seinem Gewissen folgen. Wenn jemand aus christlichen Motiven heraus auf die grosse Karriere verzichtet, ist dagegen meines Erachtens nach nichts zu sagen.
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Beitrag von Nueva »

Danke für eure Antworten.
In diesem Fall ging es nicht um die große Karriere und das schnelle Geld, sondern darum, wer ein "besserer" oder "anständigerer" Katholik
ist. Aber diese Frage scheint ja nun geklärt zu sein.
Im Moment trifft mich das Thema "Sonntagsarbeit" ziemlich hart, da mein Mann die letzten Sonntage (im Ausland) arbeiten mußte und unser Familien daheim ziemlich aus den Fugen geriet. An einen Gottesdienstbesuch war von meiner Seite gar nicht zu denken, mehr als eine kleine Familienandacht kam überhaupt nicht zu Stande.
Achso, ja mein arbeitender Mann, der schaffte es in einen Gottesdienst zu gehen. Er verstand zwar kein Wort, aber das war nicht so tragisch :mrgreen:
Aber Mutter sitzt daheim mit einer Kinderschat und kann nicht uas dem Haus. *schmoll*

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ar26
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Beitrag von ar26 »

Man sollte ohne Not ohnehin nichts tun, was dem christlichen Leben abträglich ist.

@Nueva
Gibt es in Deiner Gegend keinen pensionierten Priester, der eh seine Privatmesse zu Hause liest? So einen könntest Du doch mal einladen.

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Beitrag von Nueva »

@ar 26

An sowas hab ich auch schon gedacht...und überlegt...
Nur, wie erfahre ich sowas?? Und wie stelle ich kontakt zu so einem Priester her??
Ich glaube, da darf Gott helfen...ich geh dann mal in den Fürbittsthread...

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ar26
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Beitrag von ar26 »

Vielleicht mal im Ordinariat anrufen.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc »

Es scheint hier ja welche zu geben, welche den Sender K-TV für entbehrlich halten. :hmm:
Aber Pfarrer Buschor erklärte das mal ganz gut:
Wer also am Sonntag daran gehindert ist, die Hl. Messe in einer Kirche mitzufeiern, für den ist es durchaus statthaft, die Hl. Messe bei K-TV in andächtiger und würdiger Weise, also auch ihne Ablenkungsmöglichkeiten, mitzufeiern und die Hl. Kommunion zumindest geistiger Weise zu empfangen.

Gruß, ad_hoc
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Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

ad_hoc hat geschrieben:Es scheint hier ja welche zu geben, welche den Sender K-TV für entbehrlich halten. :hmm:
Aber Pfarrer Buschor erklärte das mal ganz gut:
Wer also am Sonntag daran gehindert ist, die Hl. Messe in einer Kirche mitzufeiern, für den ist es durchaus statthaft, die Hl. Messe bei K-TV in andächtiger und würdiger Weise, also auch ihne Ablenkungsmöglichkeiten, mitzufeiern und die Hl. Kommunion zumindest geistiger Weise zu empfangen.

Gruß, ad_hoc
Was ist mit denen die kein Kabel haben, oder gar keinen Fernsehen?
Wenn nur die Fernsehmesse von K-TV gelten würde, dann müssten sich wirklich viele Leute zwingen in die Messe zu gehen, selbst, wenn sie dazu nicht in der Lage sind.
Zum Glück gibt es jedoch auch bei ARD und ZDF Messen und im Radio.
K-TV ist also entbehrlich

Nueva
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Beitrag von Nueva »

Nicht nur k-Tv ist entbehrlich, auch der Fernseher als solcher. wir haben schon seit Jahren keinen mehr.

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overkott
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Beitrag von overkott »

Ich bin jetzt nicht so medienfeindlich. Zeitungen, Radio, Fernsehen und Internet finde ich prinzipiell gut. Überhaupt gehört Kommunikation zum Menschen.

Wir sollten mal über eine Theologie des Wortes nachdenken, dass das dreifaltige Wort in sich Kommunikation ist, sich in die Schöpfung mitgeteilt hat und durch Jesus Christus ein menschliches Gesicht bekommen hat, zum Beispiel. Und diese Selbstmitteilung ist kein Monolog, sondern findet Antwort im Beten der Kirche.

Gut, auch Medien sollten kein Monolog der Regierung oder eines Finanzmagnaten sein, sondern den kommunikativen Austausch der gesellschaftlichen Gruppen fördern. Das können nicht nur öffentlich-rechtliche, sondern auch private. Das ist klar. Also, auch K-TV, meinetwegen.

Nueva
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Beitrag von Nueva »

Natürlich gehört Kommunikation zum Menschen. Und gerade deshalb finde ich das Fernsehen für ein Familienleben absolut störend. Die Kommunikation, die durch's Fernsehen entsteht halte ich pesönlich nicht gerade für göttlich. stell dir mal vor, die ganze Familie hockt vor'm fernseher und das einzige, was miteinander gesprochen wir: Magst noch Cola/Eis/bier/chips/...können wir mal umschalten etc...? Für so eine Sache ist mir meine Lebenszeit zu schade. Wenn Kommunikation, dann schon richtig in Gemeinschaf über ein Thema (kann auch ein Video/DVD sein) oder auch ein Spiel. Aber was das Fernsehen an Diskussion anbieten, z.b. in den Talkshows, ne danke, das isrt pädagogosich nicht besonders wertvoll.

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