Evangelium in Kurzfassung
- Peter Ernst
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Evangelium in Kurzfassung
Die letzten Sonntage häufen sich wieder die Kurzfassungen der Evangeliumslesung in der Messe. Oft ist es damit ein rechtes Elend: Entweder fehlt z. B. dann die Erläuterung eines Gleichnisses, oder wie am letzten Sonntag, es wird der "sperrige" Teil weggelassen.
Ist es wirklich unzumutbar ein paar Sätze mehr zu lesen oder zu hören?
Gibt es diese Evangelien "light" nur in der Liturgie der deutschen Bistümer, oder weltweit?
Ist es wirklich unzumutbar ein paar Sätze mehr zu lesen oder zu hören?
Gibt es diese Evangelien "light" nur in der Liturgie der deutschen Bistümer, oder weltweit?
Zuletzt geändert von Peter Ernst am Dienstag 26. Juli 2011, 14:41, insgesamt 1-mal geändert.
"Ich hoffe auf das Unverdiente"
Re: Evangelium im Kurzfassung
Zumindest in den USA gibt es sie auch.
In Deutschland muß man zwischen drei Arten der Kürzungen unterscheiden: In vielen Fällen läßt bereits das Lektionar anstößige Stellen weg - teils als direkte Kürzung im Text, teils dadurch, daß diese Stellen "zwischen die Sonntage" fallen.
Anderen Kürzungen sind im Lektionar als Option angegeben - was praktisch fast immer dazu führt, daß sie weggelassen werden.
Die dritte Variante ist die, daß Passagen, die eigentlich zum vorgeschriebenen Text gehören, "aus pastoralen Gründen" weggelassen werden, obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist. Nach wie vor kommt es auch vor, daß Lesungstexte ganz weggelassen und durch andere, nicht notwendigerweise aus der hl. Schrift genommene, ersetzt werden.
Natürlich sagt man dazu nicht "Evangelium light" sondern "Frohbotschaft statt Drohbotschaft".
Korrektur: 2 fehlende Buchstaben ergänzt, einen überzähligen gestrichen.
In Deutschland muß man zwischen drei Arten der Kürzungen unterscheiden: In vielen Fällen läßt bereits das Lektionar anstößige Stellen weg - teils als direkte Kürzung im Text, teils dadurch, daß diese Stellen "zwischen die Sonntage" fallen.
Anderen Kürzungen sind im Lektionar als Option angegeben - was praktisch fast immer dazu führt, daß sie weggelassen werden.
Die dritte Variante ist die, daß Passagen, die eigentlich zum vorgeschriebenen Text gehören, "aus pastoralen Gründen" weggelassen werden, obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist. Nach wie vor kommt es auch vor, daß Lesungstexte ganz weggelassen und durch andere, nicht notwendigerweise aus der hl. Schrift genommene, ersetzt werden.
Natürlich sagt man dazu nicht "Evangelium light" sondern "Frohbotschaft statt Drohbotschaft".
Korrektur: 2 fehlende Buchstaben ergänzt, einen überzähligen gestrichen.
Zuletzt geändert von Bernado am Dienstag 26. Juli 2011, 16:18, insgesamt 1-mal geändert.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)
Re: Evangelium im Kurzfassung
Das Konzil hat doch bestimmt verboten, Bibelstellen vorzulesen, wo die Wörter "Feuer", "Heulen", "Zähneknirschen" und "Wehklagen" vorkommen. 
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Re: Evangelium in Kurzfassung
Es gibt ja sogar eine offzielle "Kurzfassung" des Exsultet. 
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
Re: Evangelium im Kurzfassung
Und "Hölle".HeGe hat geschrieben:Das Konzil hat doch bestimmt verboten, Bibelstellen vorzulesen, wo die Wörter "Feuer", "Heulen", "Zähneknirschen" und "Wehklagen" vorkommen.
Hölle geht gar nicht!
Gruß Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Re: Evangelium im Kurzfassung
Stimmt.Juergen hat geschrieben:Und "Hölle".HeGe hat geschrieben:Das Konzil hat doch bestimmt verboten, Bibelstellen vorzulesen, wo die Wörter "Feuer", "Heulen", "Zähneknirschen" und "Wehklagen" vorkommen.
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Raimund J.
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Re: Evangelium in Kurzfassung
Ich kenne auch eine Gemeinde, wo statt dem Exsultet (der Pfarrer "mag" das nicht) einfach ein paar Strophen von "das neue Morgenrot erglüht" gemeinsam gesungen werden.Niels hat geschrieben:Es gibt ja sogar eine offzielle "Kurzfassung" des Exsultet.
Auch habe ich in der Sakristei schon erlebt, daß eine Lektorin den Pfarrer beplappert mit "so eine lange Lesung ..., kan man da nicht etwas weglassen?" (von beiden Lesungen am Sonntag kann man in der Gemeinde eh nur träumen) und der Pfarrer gibt der Lektorin nach und schlägt vor, was man weglassen könne ...
Deutsche Pfarrgemeinden in der Provinz, live!
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore
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Re: Evangelium in Kurzfassung
Ich hätte da einen Vorschlag. Diese Gemeinde könnte an jedem "normalen" Sonntag im sogenannten "Jahreskreis" folgendes "Evangelium" nehmen: "In jener Zeit sprach Jesus."
Kurz, knapp, klar.
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civilisation
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Re: Evangelium in Kurzfassung
In Schweinfurt würde es etwas länger ausfallen:Niels hat geschrieben:Ich hätte da einen Vorschlag. Diese Gemeinde könnte an jedem "normalen" Sonntag im sogenannten "Jahreskreis" folgendes "Evangelium" nehmen: "In jener Zeit sprach Jesus."
Kurz, knapp, klar.
"In jener Zeit sprach Jesus. Ich aber spreche heute zu Euch."
Re: Evangelium in Kurzfassung
Daß nicht alle Texte der Evangelien oder Apostelbriefe den Gläubigen vorgelesen werden, sondern eine bestimmte Auswahl, ist alte kirchliche Tradition und zB auch in den Ostkirchen so. Daß man Perikopen aber um einzelne Sätze verkürzt hat, damit sie nicht so anstößig sind, ist mit Tradition nicht zu rechtfertigen.
Was die so beliebten Kurzfassungen angeht, ist das letztlich auch eine Folgeerscheinung der Liturgiereform mit ihren zwei nichtevangelischen Sonntagslesungen. Der Wortgottesdienst ist mittlerweile bei ordentlicher Ausführung so dominant, daß der Opfergottesdienst nur noch als rudimentäres Anhängsel erscheint. Man singe mal einen Introitus oder ein Lied mit 3 Strophen, das Kyrie, das echte Gloria (beides womöglich noch mehrstimmig), dann den Psalm nach der ersten und das Halleluja nach der zweiten Lesung - und dann noch ein Evangelium mit 2 Seiten wie neulich, und eine normale Predigt mit 10 Minuten ... da kann's einem fast vergehen.
Bei uns in der Pfarrei gibt es grundsätzlich nur eine Lesung am Sonn- und Feiertag. Allerdings hat der Pfarrer leider auch eine gewisse Vorliebe für die verkürzten Fassungen. Prinzipiell fände ich es am sinnvollsten, wenn es immer nur eine Lesung gäbe, die und das Evangelium aber grundsätzlich ohne Kürzungsmöglichkeit.
Was die so beliebten Kurzfassungen angeht, ist das letztlich auch eine Folgeerscheinung der Liturgiereform mit ihren zwei nichtevangelischen Sonntagslesungen. Der Wortgottesdienst ist mittlerweile bei ordentlicher Ausführung so dominant, daß der Opfergottesdienst nur noch als rudimentäres Anhängsel erscheint. Man singe mal einen Introitus oder ein Lied mit 3 Strophen, das Kyrie, das echte Gloria (beides womöglich noch mehrstimmig), dann den Psalm nach der ersten und das Halleluja nach der zweiten Lesung - und dann noch ein Evangelium mit 2 Seiten wie neulich, und eine normale Predigt mit 10 Minuten ... da kann's einem fast vergehen.
Bei uns in der Pfarrei gibt es grundsätzlich nur eine Lesung am Sonn- und Feiertag. Allerdings hat der Pfarrer leider auch eine gewisse Vorliebe für die verkürzten Fassungen. Prinzipiell fände ich es am sinnvollsten, wenn es immer nur eine Lesung gäbe, die und das Evangelium aber grundsätzlich ohne Kürzungsmöglichkeit.
Re: Evangelium in Kurzfassung
Eben wie im alten Ritus.taddeo hat geschrieben:Prinzipiell fände ich es am sinnvollsten, wenn es immer nur eine Lesung gäbe, die und das Evangelium aber grundsätzlich ohne Kürzungsmöglichkeit.
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Re: Evangelium in Kurzfassung
Ja, das finde ich dort durchaus besser als im "neuen". Man verkündigt das Wort Gottes nicht besser, indem man die Dosis erhöht.Niels hat geschrieben:
Eben wie im alten Ritus.taddeo hat geschrieben:Prinzipiell fände ich es am sinnvollsten, wenn es immer nur eine Lesung gäbe, die und das Evangelium aber grundsätzlich ohne Kürzungsmöglichkeit.
Die Byzantiner etwa sind da auch logischer: Liturgie ist Liturgie, ob am Werktag mit dem Dorfpopen oder am Hochfest mit dem Patriarchen - und deshalb gibt es dort immer eine Lesung aus dem Apostel und eine aus dem Evangelium. Punkt.
Re: Evangelium in Kurzfassung
Volle Zustimmung. 
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