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Stammzellenforschung - Fluch oder Segen?
Verfasst: Montag 21. Februar 2011, 14:59
von Renate47
Empfängnisverhütung ist eine natürliche Sache, eine völlig andere ist es z.B. durch Maßnahmen wie die "Pille-danach" eine bereits vollzogene Empfängnis Rückgängig zu machen. Meiner persönlichen Meinung nach entspricht das einer Abtreibung. Die Haltung der katholischen Kirche demgegenüber ist mir klar. Allerdings würde ich gerne wissen wie die Haltung der kath. Kirche zum Thema Stammzelleneinlagerung (ein entsprechener Artikel findet sich z.B. hier:
http://www.die-familie.org) ist. Steht die katholische Kirche dem genauso gegenüber wie der Abreibungsthematik. Klar ist, das Stammzellenforschung auch sehr viel gutes bewirken kann, z.B. Bekämpfung von Krankheiten und Entwicklung von Therapien.
Freue mich auf Eure Gedanke
lg Renate
Re: Stammzellenforschung Fluch oder Segen?
Verfasst: Montag 21. Februar 2011, 15:20
von Marion
ANSPRACHE VON BENEDIKT XVI.
Donnerstag, 31. Januar 28
http://www.vatican.va/holy_father/bened ... de_ge.html
Nach der Veröffentlichung der Instruktion Donum vitae im Jahr 1987, die diese Kriterien formuliert hatte, haben viele das Lehramt der Kirche kritisiert und es angeprangert, als wäre es ein Hindernis für die Wissenschaft und für den wahren Fortschritt der Menschheit. Doch die neuen Probleme, die zum Beispiel mit dem Einfrieren von menschlichen Embryonen, mit der Embryonen-Selektion, mit der Präimplantationsdiagnostik, mit der embryonalen Stammzellenforschung und mit den Klon- Versuchen von Menschen verbunden sind, zeigen deutlich, wie mit der künstlichen Befruchtung außerhalb des menschlichen Körpers die zum Schutz der menschlichen Würde errichtete Barriere niedergerissen worden ist. Wenn menschliche Wesen im schwächsten und wehrlosesten Zustand ihrer Existenz selektiert, aufgegeben, getötet oder gar als »biologisches Material« verwendet werden, wie ließe sich dann leugnen, daß sie nicht mehr als ein »Jemand«, sondern als ein »Etwas« behandelt werden, wodurch der Begriff der Menschenwürde selbst in Frage gestellt wird?
http://www.vatican.va/holy_father/bened ... ny_ge.html
Des weiteren wird der Heilige Stuhl nicht müde, bei den betreffenden europäischen Institutionen und den einzelnen Nationen auf die ethischen Probleme im Kontext der embryonalen Stammzellenforschung und der sogenannten „neuartigen Therapien“ hinzuweisen.
Re: Stammzellenforschung Fluch oder Segen?
Verfasst: Montag 21. Februar 2011, 15:25
von taddeo
Marion hat geschrieben:ANSPRACHE VON BENEDIKT XVI.
Donnerstag, 31. Januar 28
http://www.vatican.va/holy_father/bened ... de_ge.html
Nach der Veröffentlichung der Instruktion Donum vitae im Jahr 1987, die diese Kriterien formuliert hatte, haben viele das Lehramt der Kirche kritisiert und es angeprangert, als wäre es ein Hindernis für die Wissenschaft und für den wahren Fortschritt der Menschheit. Doch die neuen Probleme, die zum Beispiel mit dem Einfrieren von menschlichen Embryonen, mit der Embryonen-Selektion, mit der Präimplantationsdiagnostik, mit der embryonalen Stammzellenforschung und mit den Klon- Versuchen von Menschen verbunden sind, zeigen deutlich, wie mit der künstlichen Befruchtung außerhalb des menschlichen Körpers die zum Schutz der menschlichen Würde errichtete Barriere niedergerissen worden ist. Wenn menschliche Wesen im schwächsten und wehrlosesten Zustand ihrer Existenz selektiert, aufgegeben, getötet oder gar als »biologisches Material« verwendet werden, wie ließe sich dann leugnen, daß sie nicht mehr als ein »Jemand«, sondern als ein »Etwas« behandelt werden, wodurch der Begriff der Menschenwürde selbst in Frage gestellt wird?
http://www.vatican.va/holy_father/bened ... ny_ge.html
Des weiteren wird der Heilige Stuhl nicht müde, bei den betreffenden europäischen Institutionen und den einzelnen Nationen auf die ethischen Probleme im Kontext der embryonalen Stammzellenforschung und der sogenannten „neuartigen Therapien“ hinzuweisen.
Es gibt ja nicht nur embryonale Stammzellen, sondern auch andere (etwa adulte), soviel ich weiß. Das Problem für die Kirche sind ja nicht die Stammzellen an sich, sondern deren "Gewinnung".
Re: Stammzellenforschung Fluch oder Segen?
Verfasst: Montag 21. Februar 2011, 15:34
von HeGe
Die Nutzung adulter Stammzellen zu therapeutischen Zwecken wurde, soweit ich weiß, von der Kirche immer als moralisch erlaubte Alternative zur embryonalen Stammzellenforschung und -nutzung angesehen.
Wobei ich taddeo recht gebe, problematisch ist m.E. vor allem die Gewinnung der Stammzellen. Bei der Gewinnung embryonaler Stammzellen sterben unzählige Menschen.
Wenn es nun eine Möglichkeit gäbe, diese zu gewinnen, ohne das Kind zu töten, wäre die Sache vielleicht etwas anders zu beurteilen.

Re: Stammzellenforschung Fluch oder Segen?
Verfasst: Montag 21. Februar 2011, 16:02
von Juergen
Wenn Stammzellen z.B. aus Knochenmark, Haut, Nabelschnurblut etc. gewonnen werden, ist es ehtisch wohl unproblematisch.
Embryonale Stammzellenforschung gehört jedoch geächtet.
Re: Stammzellenforschung Fluch oder Segen?
Verfasst: Montag 21. Februar 2011, 17:20
von taddeo
Juergen hat geschrieben:Wenn Stammzellen z.B. aus Knochenmark, Haut, Nabelschnurblut etc. gewonnen werden, ist es ehtisch wohl unproblematisch.
Richtig, aus Nabelschnurblut geht ja das auch. Das habe ich vergessen.
Dagegen ist aus sittlicher Sicht sicher nichts einzuwenden.
Re: Stammzellenforschung Fluch oder Segen?
Verfasst: Montag 21. Februar 2011, 17:36
von civilisation
Nachdem das Stammzellengesetz im Jahre 28 geändert wurde, gab es in Radio Vatikan einen Bericht darüber:
http://storico.radiovaticana.org/ted/st ... uscht.html
daraus:
Die Kirche werde bei ihrer Position bleiben und sich weiterhin für die Forschung mit adulten Stammzellen einsetzen, so der Mainzer Kardinal und langjährige Bischofskonferenz-Vorsitzende Karl Lehmann schon vor der Abstimmung. Hier müsse der Schwerpunkt liegen, meint CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. „Was ich besonders wichtig finde, ist, dass wir nun nicht als Bremser der Forschung auftreten, sondern dass wir ganz bewusst die Alternativen unterstützen. Das ist zum Beispiel in kirchlichen Krankenhäusern möglich, die die Therapie der adulten Stammzellen vorantreiben. Wir müssen uns alle gemeinsam – also katholische Laien und die Amtskirche –für diese positiven Möglichkeiten einsetzen. Dies müssen wir nicht nur mit Worten sondern auch mit praktischen Taten tun.“
Re: Stammzellenforschung - Fluch oder Segen?
Verfasst: Montag 8. Oktober 2012, 12:44
von Niels
Re: Stammzellenforschung - Fluch oder Segen?
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2012, 17:59
von Samuel
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das eine gute Nachricht: Eine Alternative zur Benutzung embryonaler Stammzellen.
Re: Stammzellenforschung - Fluch oder Segen?
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2012, 18:30
von Protasius
Samuel hat geschrieben:
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das eine gute Nachricht: Eine Alternative zur Benutzung embryonaler Stammzellen.
Ich würde eher vom kleineren Übel als einer guten Nachricht sprechen.
Re: Stammzellenforschung - Fluch oder Segen?
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2012, 18:43
von Juergen
Protasius hat geschrieben:Samuel hat geschrieben:
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das eine gute Nachricht: Eine Alternative zur Benutzung embryonaler Stammzellen.
Ich würde eher vom kleineren Übel als einer guten Nachricht sprechen.
Ich sehe dort ethisch keine Probleme.
Die Idee als Zukunftsmusik ist: Jemand ist krank und hat es z.B. an der Bauchspeicheldrüse. Nun entnimmt man dem Kranken ein paar Körperzellen und programmiert die zu Stammzellen um, um daraus ein neuen Organ züchten zu können. Da es aus körpereigenen Zellen besteht, gibt es keine Gefahr, daß es vom Körper abgestoßen wird.
Klar, so weit ist man noch lange nicht.
Re: Stammzellenforschung - Fluch oder Segen?
Verfasst: Dienstag 9. Oktober 2012, 21:03
von Peregrin
Juergen hat geschrieben:Protasius hat geschrieben:Samuel hat geschrieben:
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das eine gute Nachricht: Eine Alternative zur Benutzung embryonaler Stammzellen.
Ich würde eher vom kleineren Übel als einer guten Nachricht sprechen.
Ich sehe dort ethisch keine Probleme.
Ich auch nicht. Schön wird auch deutlich gemacht, worauf die hiesige Wissenschaft ihre Ressourcen und Energien hätte verwenden können, statt fürs Verwursten von Babies Stimmung zu machen.
Re: Stammzellenforschung - Fluch oder Segen?
Verfasst: Mittwoch 10. Oktober 2012, 01:07
von HeGe
Peregrin hat geschrieben:Ich auch nicht. Schön wird auch deutlich gemacht, worauf die hiesige Wissenschaft ihre Ressourcen und Energien hätte verwenden können, statt fürs Verwursten von Babies Stimmung zu machen.
Das heißt bitte "Zellhaufen", nicht "Babies".

Wir wollen doch keine Deckmäntelchen herunterreißen.