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Technik in der Kirche

Verfasst: Montag 14. März 2011, 12:40
von Marion
Mexiko: Kardinal liest Evangelium vom iPad
Kardinal Kardinal Norberto Rivera Carrera trug das Evangelium nicht aus einer gedruckten Bibel vor.[...]
http://kath.net/detail.php?id=3573

Mikrophone, elektrische Kerzen und nun ein iPad ...

Hübsch ist das nicht :nein:

Die Mikrophone kann ich noch nachvollziehen. Wenn die Männer heute keine Stimme mehr haben muss man halt nachhelfen. Die Verschandlichung mit elektrischen Kerzen schon nicht mehr so richtig. Der Tageslichtprojektor ist mir nur in arg armen Regionen wo kein Geld da ist um genügend Bücher zu kaufen nachvollziehbar.

Bei dem iPad fällt mir nun aber nichts ein, was das Hässlichmachen rechtfertigen könnte.

Euch?

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Montag 14. März 2011, 13:01
von lifestylekatholik
Marion hat geschrieben:Die Mikrophone kann ich noch nachvollziehen. Wenn die Männer heute keine Stimme mehr haben muss man halt nachhelfen.
Man musste immer schon nachhelfen. Dafür gibt’s ja Kanzeln mit Decken. Aus meiner beruflichen Erfahrung, auch in großen Sälen, kann ich sagen: Mikrofone schaden stets mehr, als sie nutzen, denn sie führen zu schlechtem Reden.
Marion hat geschrieben:Die Verschandlichung mit elektrischen Kerzen schon nicht mehr so richtig.
Elektrische Kerzen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Marion hat geschrieben:Der Tageslichtprojektor ist mir nur in arg armen Regionen wo kein Geld da ist um genügend Bücher zu kaufen nachvollziehbar.
Kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Kopierer/Drucker sind nicht teurer, und ganze Bücher wirft man eh nicht an die Wand.
Marion hat geschrieben:Bei dem iPad fällt mir nun aber nichts ein, was das Hässlichmachen rechtfertigen könnte.
Schlüssel für den Sakristeischrank vergessen? ;)

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Montag 14. März 2011, 15:36
von Juergen
lifestylekatholik hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Die Verschandlichung mit elektrischen Kerzen schon nicht mehr so richtig.
Elektrische Kerzen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
In manchen Gegenden gibt es aufgrund des Klimas im Sommer nur 3 Alternativen
- gar keine Kerzen
- Kunstoffkerzen mit Öllichteinsatz
- elektrische Kerzen
lifestylekatholik hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Bei dem iPad fällt mir nun aber nichts ein, was das Hässlichmachen rechtfertigen könnte.
Schlüssel für den Sakristeischrank vergessen? ;)
Wenn das Dingen nur auf dem Ambo liegt und nicht rumgetragen wird, ist es doch gehopst wie gesprungen, ob der Text aus einem Buch oder von einem Bildschirm abgelesen wird.

Eine Evangelienprozession mit einem iPad ist freilich eher... :vogel:

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Montag 14. März 2011, 15:46
von holzi
Juergen hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Die Verschandlichung mit elektrischen Kerzen schon nicht mehr so richtig.
Elektrische Kerzen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
In manchen Gegenden gibt es aufgrund des Klimas im Sommer nur 3 Alternativen
- gar keine Kerzen
- Kunstoffkerzen mit Öllichteinsatz
- elektrische Kerzen
Gleich Öllampen wie bei den Griechen!

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Montag 14. März 2011, 15:52
von Juergen
holzi hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
lifestylekatholik hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Die Verschandlichung mit elektrischen Kerzen schon nicht mehr so richtig.
Elektrische Kerzen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
In manchen Gegenden gibt es aufgrund des Klimas im Sommer nur 3 Alternativen
- gar keine Kerzen
- Kunstoffkerzen mit Öllichteinsatz
- elektrische Kerzen
Gleich Öllampen wie bei den Griechen!
In manchen Kirchen habe ich auch diese roten Dinger gesehen, die man bei uns Allerseelen auf's Grab stellt. - Das ist wohl auch keine wirkliche Alternative.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Montag 14. März 2011, 16:09
von Juergen
Apropos moderne Technik
...Die drei Chöre werden heute im Hochchor sowie in zwei Gruppen vor dem Altarraum des Doms stehen, um für eine möglichst optimale Klangfülle zu sorgen. »So lange ich in Paderborn bin, ist noch kein 16-stimmiges Werk im Dom aufgeführt worden«, betont der gerade erst von einer Grippeerkrankung genesene Berning, der gemeinsam mit der Leiterin der Mädchen-Kantorei, Gabriele Sichler-Karle, für die richtigen Einsätze sorgt. »Wir werden getrennt zu zweit dirigieren«, erläutert die Chorleiterin. »Blickkontakt halten wir über jeweils einen Monitor.« ...

http://www.westfalen-blatt.de/nachricht ... &artikel=1

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Dienstag 15. März 2011, 22:20
von Sursum Corda
Elektrische Kerzen sind schlichtweg scheußlich. Zum Gebrauch auf dem Altar waren sie früher auch, genau wie elektrischeEwig-Licht-Ampeln durchdie Ritenkongregation verboten. Die künstlichen Kerzen mit Federwerkskerze oder Flüssigwachsbehälter haben den Vorteil, daß sie immer gleich lang sind und nicht irgendwann nur noch zu kurze Stummel auf zu hohen Leuchtern brennen. Leider vergilben die Kunststoffkerzen mit der Zeit und sehen dann unschön aus. Akolythenleuchter würde ich immer mit künstlichen Flüssigwachs- oder Federwerkskerzen ausstatten. Die Wachsorgien, die selbst sorgfältige Ministranten mit echten Kerzen veranstalten, sind selbst dem opferwilligsten Küster nicht zuzumuten.
Mikrophonanlagen halte ich in den meisten Fällen für überflüssig. Die Herren Pfarrer können sich ruhig einmal angewöhnen, Festkieferimplantat und Kissen aus dem Mund zu nehmen und laut und deutlich zu sprechen. In unserer Kirche ist die Empfängerkiste des Mikrophons auch noch in die Bugnini-Theke (pardon, Volksaltar, wollte ich sagen) gedübelt. Toll. Das man den Herrn gekreuzigt hat, reicht nicht aus, wir müssen ihm, um beim Bilde zu bleiben, auch noch ins Knie bohren... :auweia:
Im Paderborner Dom fiel vor 2 Jahren in der Vorabendmesse die Mikrophonanlage aus. Dem zelebrierenden Domvikar machte das nichts aus. Er bestieg zur Predigt die Domkanzel und siehe da: alle konnten hören. Selbst mein wirklich schwerhöriger Vater, der neben mir saß, hatte keine Probleme. Das es ein lange vermißtes, sehr schönes Bild war, sei nur nebenbei bemerkt. :daumen-rauf:

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Dienstag 15. März 2011, 22:28
von civilisation

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Dienstag 15. März 2011, 22:39
von anneke6
In manchen Wallfahrtskirchen fand ich es schön, wenn man, obwohl drinnen kein Platz mehr war, draußen über die Lautsprecher noch mithören konnte. Ob jede kleine Dorfkirche eine Induktionsschleife braucht, das wage ich auch zu bezweifeln. Der Einsatz der Stimme ist auch etwas, das man erlernen kann. Ich war mal Schauspielerin (vor allem als Kind, allerdings) und bin, was die Stimme angeht, ein Naturtalent…aber andere lernen es auch.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Dienstag 15. März 2011, 22:45
von Berolinensis
Sursum Corda hat geschrieben:Elektrische Kerzen sind schlichtweg scheußlich. Zum Gebrauch auf dem Altar waren sie früher auch, genau wie elektrischeEwig-Licht-Ampeln durchdie Ritenkongregation verboten. Die künstlichen Kerzen mit Federwerkskerze oder Flüssigwachsbehälter haben den Vorteil, daß sie immer gleich lang sind und nicht irgendwann nur noch zu kurze Stummel auf zu hohen Leuchtern brennen.
Die sind natürlich im alten Ritus ebenfalls verboten.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Mittwoch 16. März 2011, 08:44
von Juergen
Sursum Corda hat geschrieben:Im Paderborner Dom fiel vor 2 Jahren in der Vorabendmesse die Mikrophonanlage aus. Dem zelebrierenden Domvikar machte das nichts aus. Er bestieg zur Predigt die Domkanzel und siehe da: alle konnten hören.
Alle?
Auch die Leute, die Hasenkamp oder Pfarrwinkel saßen?

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Mittwoch 16. März 2011, 11:09
von Jeremias
Ich finde Mikrofone in manchen Kirchen gar nicht so schlecht. Hängt von der Akustik ab... In meiner Kirche bin ich ganz froh über die Dinger, sonst wäre kaum was zu verstehen. Solange sie nicht zu auffällig sind...

Elektrische Kerzen finde ich eher unschön, aber streckenweise sind sie wahrscheinlich nötig. Aber lieber so oft wie möglich normale Kerzen. Wobei ich als Messdiener die Federkerzen nicht mehr missen möchte. Solange man daran denkt, die Kerzen regelmässig zu prüfen...

IPad-Evangeliumslesungen und Ähnliches finde ich grauenhaft. Das Evangeliar ist ein Gegenstand des Ritus, nicht etwas Fremdes wie Mikrofone oder so. Sondern etwas, mit dem durch die Kirche prozessiert wird. Das kann man genausowenig wie den Kommunionskelch oder das Segnungskreuz ersetzen! Oder haben wir demnächst ein Iphone mit Kreuz-jpg, dass dann vom Priester geschwenkt wird? :kotz:

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Mittwoch 16. März 2011, 11:13
von Juergen
Jeremias hat geschrieben:Oder haben wir demnächst ein Iphone mit Kreuz-jpg, dass dann vom Priester geschwenkt wird? :kotz:
Karfreitag ist es dann eine Animation mit Enthüllung des Kreuzes. :auweia:

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Mittwoch 16. März 2011, 11:14
von civilisation
Marion hat geschrieben:
Mexiko: Kardinal liest Evangelium vom iPad
Kardinal Kardinal Norberto Rivera Carrera trug das Evangelium nicht aus einer gedruckten Bibel vor.[...]
http://kath.net/detail.php?id=3573

Mikrophone, elektrische Kerzen und nun ein iPad ...

Hübsch ist das nicht :nein:
Hat er eigentlich das iPad nach Verkündigung des Evangeliums durch einen Kuß geehrt?

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Mittwoch 16. März 2011, 11:17
von Juergen
civilisation hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:
Mexiko: Kardinal liest Evangelium vom iPad
Kardinal Kardinal Norberto Rivera Carrera trug das Evangelium nicht aus einer gedruckten Bibel vor.[...]
http://kath.net/detail.php?id=3573

Mikrophone, elektrische Kerzen und nun ein iPad ...

Hübsch ist das nicht :nein:
Hat er eigentlich das iPad nach Verkündigung des Evangeliums durch einen Kuß geehrt?
...und anschließend damit gesegnet?

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Donnerstag 17. März 2011, 12:04
von Paul Heliosch
Das Mikrophon zeitigt meiner Meinung nach mehrere Konsequenzen, u.a.:

Das Mikrofon wird wesentlicher Mittler der Botschaft, daraus ergibt sich zuweilen eine gewisse hingebungsvolle (weil zentral dem Mikrophon zugewandte) Haltung des Zelebranten - ("Wo bitte ist das Mikro?")

Der Zelebrant kann (auch bei permanenter Einschränkung des Stimmorgans) wahlweise hauchend / röchelnd / flüsternd / krächzend / überzeugungslos / unbetont / leise / unbeteiligt / nuschelnd / müde / gelangweilt / ... Botschaften verlautbaren, um, wenn schon nicht inhaltlich, dann wenigstens akustisch verstanden zu werden.

Den Gläubigen wird es ermöglicht, sich nunmehr gleichmässig im Kirchenraum zu verteilen (bis hinauf zur Empore, hinter die Orgelpfeiffen) unter Einhaltung des grösstmöglichen Abstands zu Personen, deren Nähe vermeintlich zu meiden sei.

OHNE Mikrofon jedoch sähe m.E. die Situation gänzlich anders aus, weil unmittelbarer und daher kommunikativer.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Donnerstag 17. März 2011, 12:06
von Marion
civilisation hat geschrieben:Passend zu Mikrophonen:

http://www.youtube.com/watch?v=ALhF5qd5B3k
:freude: :D :freude:

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Donnerstag 17. März 2011, 12:09
von Paul Heliosch
:freude: :klatsch: (...eine bemerkenswert sinnige Handlung)

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Donnerstag 17. März 2011, 14:40
von Maurus
Berolinensis hat geschrieben:
Sursum Corda hat geschrieben:Elektrische Kerzen sind schlichtweg scheußlich. Zum Gebrauch auf dem Altar waren sie früher auch, genau wie elektrischeEwig-Licht-Ampeln durchdie Ritenkongregation verboten. Die künstlichen Kerzen mit Federwerkskerze oder Flüssigwachsbehälter haben den Vorteil, daß sie immer gleich lang sind und nicht irgendwann nur noch zu kurze Stummel auf zu hohen Leuchtern brennen.
Die sind natürlich im alten Ritus ebenfalls verboten.
Ich ergänze mal, dass es natürlich Ausnahmen davon gibt. Nach dem II. Weltkrieg war Wachs so knapp, dass man örtlich die gewöhnliche Kerzenanzahl (2 für Stille Messe, 6 für Hochamt etc) reduziert hat und das ewige Licht elektrisch aufrechterhalten hat. Es finden sich dazu Nachweise in Amtsblättern deutscher Diözesen. Unter gewöhnlichen Umständen ist der Fall natürlich klar.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Donnerstag 17. März 2011, 16:42
von Juergen
Das verrückteste in Bezug auf elektr. Kerzen etc. habe ich mal in Israel erlebt. Die Kirche - ich glaube es waren dort Franziskaner - war verschlossen und so haben wir freundlich gefragt. Einer der Patres lies uns, mit einer Fernbedienung bewaffnet, durch eine Seitentür in die Kirche.

Ein Druck auf die Fernbedienung... klick... das ewige Licht ging an.
Ein erneuter Druck... klick... das Licht in der Kirche ging an.
Noch ein Druck... klick... die Klimaanlage ging an.

:D

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Donnerstag 17. März 2011, 17:09
von Berolinensis
Juergen hat geschrieben:Das verrückteste in Bezug auf elektr. Kerzen etc. habe ich mal in Israel erlebt. Die Kirche - ich glaube es waren dort Franziskaner - war verschlossen und so haben wir freundlich gefragt. Einer der Patres lies uns, mit einer Fernbedienung bewaffnet, durch eine Seitentür in die Kirche.

Ein Druck auf die Fernbedienung... klick... das ewige Licht ging an.
Ein erneuter Druck... klick... das Licht in der Kirche ging an.
Noch ein Druck... klick... die Klimaanlage ging an.

:D
Fehlt nur noch: noch ein Druck... klick... Säusel-Gregorianik/Händel vom Band.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Freitag 18. März 2011, 09:53
von Maurus
Berolinensis hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Das verrückteste in Bezug auf elektr. Kerzen etc. habe ich mal in Israel erlebt. Die Kirche - ich glaube es waren dort Franziskaner - war verschlossen und so haben wir freundlich gefragt. Einer der Patres lies uns, mit einer Fernbedienung bewaffnet, durch eine Seitentür in die Kirche.

Ein Druck auf die Fernbedienung... klick... das ewige Licht ging an.
Ein erneuter Druck... klick... das Licht in der Kirche ging an.
Noch ein Druck... klick... die Klimaanlage ging an.

:D
Fehlt nur noch: noch ein Druck... klick... Säusel-Gregorianik/Händel vom Band.
Naja, das wäre bloß unpassend. Die Sache mit dem Ewigen Licht dagegen offenbar ein gravierendes Unwissen, warum es so etwas überhaupt gibt und dass das nicht bloß für Touristen ist. Das ist wirklich schlimm.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Freitag 18. März 2011, 09:54
von Berolinensis
Maurus hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Das verrückteste in Bezug auf elektr. Kerzen etc. habe ich mal in Israel erlebt. Die Kirche - ich glaube es waren dort Franziskaner - war verschlossen und so haben wir freundlich gefragt. Einer der Patres lies uns, mit einer Fernbedienung bewaffnet, durch eine Seitentür in die Kirche.

Ein Druck auf die Fernbedienung... klick... das ewige Licht ging an.
Ein erneuter Druck... klick... das Licht in der Kirche ging an.
Noch ein Druck... klick... die Klimaanlage ging an.

:D
Fehlt nur noch: noch ein Druck... klick... Säusel-Gregorianik/Händel vom Band.
Naja, das wäre bloß unpassend. Die Sache mit dem Ewigen Licht dagegen offenbar ein gravierendes Unwissen, warum es so etwas überhaupt gibt und dass das nicht bloß für Touristen ist. Das ist wirklich schlimm.
Ist doch bloß ein Symptom der "anthropozentrischen Wende".

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Freitag 18. März 2011, 11:09
von Maurus
Berolinensis hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
Berolinensis hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Das verrückteste in Bezug auf elektr. Kerzen etc. habe ich mal in Israel erlebt. Die Kirche - ich glaube es waren dort Franziskaner - war verschlossen und so haben wir freundlich gefragt. Einer der Patres lies uns, mit einer Fernbedienung bewaffnet, durch eine Seitentür in die Kirche.

Ein Druck auf die Fernbedienung... klick... das ewige Licht ging an.
Ein erneuter Druck... klick... das Licht in der Kirche ging an.
Noch ein Druck... klick... die Klimaanlage ging an.

:D
Fehlt nur noch: noch ein Druck... klick... Säusel-Gregorianik/Händel vom Band.
Naja, das wäre bloß unpassend. Die Sache mit dem Ewigen Licht dagegen offenbar ein gravierendes Unwissen, warum es so etwas überhaupt gibt und dass das nicht bloß für Touristen ist. Das ist wirklich schlimm.
Ist doch bloß ein Symptom der "anthropozentrischen Wende".
Hm, weiß ich nicht so genau. Vielleicht nichtmal das. Der beschriebene Pater hat etwas von einem Museumswärter: "So sah das früher aus". Die Kirche als Versuchsaufbau.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Montag 11. April 2011, 18:03
von Juergen
Eine Neuheit von der Frankfurter Musikmesse, die letzte Woche stattfand.


Das ist kein Scherz, sondern ein Mikrofonständer:

Bild

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Samstag 16. April 2011, 13:35
von overkott
Juergen hat geschrieben:Eine Neuheit von der Frankfurter Musikmesse, die letzte Woche stattfand.


Das ist kein Scherz, sondern ein Mikrofonständer:

Bild
Ja, und? Wo ist das Problem?

Kirche und Technik

Verfasst: Mittwoch 14. September 2011, 11:58
von overkott
Zuweilen, wenn man sich mit Medienleuten in der Kirche unterhält, hat man den Eindruck, die Kirche stehe Technik gleichgültig, wenn nicht ablehnend gegenüber. Zum Beispiel sei 40 Jahre Farbfernsehen eigentlich kein kirchliches Thema. Vor dem Hintergrund, dass wir soeben den kirchlichen Welttag der sozialen Kommunikationsmittel begangen haben, kann man darüber nur staunen. Denn dieser kirchliche Medientag beschäftigt sich ausgerechnet mit Technik. Natürlich ist die kirchliche Perspektive auf Technik ethisch. Es geht also um den verantwortlichen Umgang mit Technik. Natürlich setzt das zunächst voraus, dass man die Technik versteht. Deshalb hat die Kirche ein ureigenes Interesse an neuen Entwicklungen im Bereich der Medien. Davon zeugt auch die positive Würdigung und das beachtliche Engagement in diesem Bereich. Daher verursacht die Zurückhaltung anderer kirchlicher Medienleute Kopfschütteln.

Re: Kirche und Technik

Verfasst: Mittwoch 14. September 2011, 13:48
von overkott
Nun gibt es in der Kirche unterschiedliche Medienleute. Manche sollten eigentlich über neue Entwicklungen berichten, andere entscheiden über den Kauf neuer Technik. Dabei tragen die Entscheider ein Risiko: Habe ich auf das richtige Pferd gesetzt oder galoppiert die Entwicklung in die falsche Richtung? Eine Fehlinvestition könnte hohe Kosten verursachen.

Das muss keineswegs nur BTX sein. Auch die Anschaffung von Fernsehapparaten könnte zum Problem werden. Kaum ist die HD-Technik auf dem Markt, steht auch schon die nächste Entwicklung vor der Tür. Haben wir unsere Flachbildschirme zu früh gekauft?

Keineswegs. Zwar kommt ein Umstieg auf die nächste Technik in Frage, wenn die jetzt noch neuen Geräte abgeschrieben sind. Aber warum sich darüber den Kopf zerbrechen, wenn der Einstieg in die nächste Technik schon mit alter oder der jetzt noch neuen bereits realisiert werden kann. Kann sie? Warum wurde sie noch nicht?

Natürlich kommt irgendetwas Neues hinzu. Geräte sind es jedenfalls nicht. Auch muss kein kompletter Bestand umgewandelt werden auf eine Technik, die vielleicht beim nächsten Gerätekauf schon wieder out oder besonders in, weil integriert, sein könnte. Minimale Kosten entstehen sicher auch. Aber vor allem ist es eine Frage des Know How. Wenn man's raus, ist es einfach.

Re: Kirche und Technik

Verfasst: Mittwoch 14. September 2011, 15:55
von overkott
Jetzt gibt es kirchliche Medienleute, die reagieren nervös auf das Wort katholisch. Die Idee, eine technische Entwicklung im Spiegel der Kirchengeschichte zu betrachten, behagt ihnen gar nicht. Na, ja. Gerade das Thema Kirche und Raum durchzieht die sakrale Kunstgeschichte. Dies beginnt mit der Architektur und setzt sich über Skulptur und Malerei bis in die Liturgie fort. Vor allem die Dimension der Höhe hat Architektur und Malerei inspiriert. Insbesondere im Barock dient die Malerei der Fortsetzung der Höhe bis in den Himmel. Die räumliche Wirkung im Dienst der theologischen Botschaft hat also immer schon kirchliche Künstler fasziniert. Natürlich haben diese die räumliche Wirkung nicht erfunden, sondern vorgefunden. Vielleicht sind Anfänge räumlicher Darstellung in steinzeitlichen Höhlen etwas weit hergeholt, aber griechische und römische Szenenmalerei diente der römischen Kirche sicher als Vorbild auch für die barocke Kunst. War das bereits 3D? Im Prinzip schon.

Re: Kirche und Technik

Verfasst: Donnerstag 6. Oktober 2011, 08:48
von overkott
Wenn man sich auch kirchlicherseits mit einer Technik beschäftigt, dann sollte die Auseinandersetzung in scholastischer Tradition natürlich kritisch sein. Deshalb sollte man nicht nur danach fragen, was spricht für 3D, sondern auch: Was spricht dagegen? Deshalb sollte man nicht Beiträge mit den Gegenargumenten löschen, selbst wenn sie humorvoll polemisch gemeint sind.

Verbirgt sich hinter dem eigentlich lächerlichen - weil der 16-Stunden-Realität widersprechenden - Argument: "3D ist für mich eine Reizüberforderung." die Idee "Trauben, die mir zu hoch hängen, sind sauer."? - Müssen wir auf 3D ohne Brille warten, wo wir Sonnenbrillen und Schuhe tragen?

Was die Entwicklung anbelangt, haben wir 3D: Wir schließen das Laptop an den normalen Fernseher an, rufen 3D bei youtube auf und dann kreisen Objekte vor unserm Fernseher. Wir rufen youtube-Filme oder sonstige Internetfilme aus unserem präparierten Player auf und sehen alle Filme in 3D. Wir kombinieren TV-Software mit unserm Player und sehen alle Programme in 3D: in voller Farbe.

Aber es gibt auch Dateiformate, die nur in 2D akzeptabel sind, weil sich die Farben nicht anständig justieren lassen, und welche, die wir uns auf dem Fernseher auch in 2D überhaupt nicht mehr anschauen möchten, weil die Kompression zu stark ist. Gibt's alles.

Kirchliche Filme eignen sich da besonders für 3D, wo es um Raum geht. Denn räumliches Sehen ist das Wesen von 3D.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Donnerstag 6. Oktober 2011, 09:19
von Vir Probatus
Berolinensis hat geschrieben:Ein Druck auf die Fernbedienung... klick... das ewige Licht ging an.
Ein erneuter Druck... klick... das Licht in der Kirche ging an.
Noch ein Druck... klick... die Klimaanlage ging an.

:D
Fehlt nur noch: noch ein Druck... klick... Säusel-Gregorianik/Händel vom Band.[/quote]

Naja, das wäre bloß unpassend. Die Sache mit dem Ewigen Licht dagegen offenbar ein gravierendes Unwissen, warum es so etwas überhaupt gibt und dass das nicht bloß für Touristen ist. Das ist wirklich schlimm.[/quote]
Ist doch bloß ein Symptom der "anthropozentrischen Wende".[/quote]
Es ist im Ausland absolut normal, daß wegen bestehender Feuerschutzvorschriften das ewige Licht elektrisch ist oder nach dem Gottesdienst gelöscht wird.
Ebenso normal sind dort die für uns etwas irritierenden (Emergency-)Exit -Schilder und -Leuchten.

Re: Technik in der Kirche

Verfasst: Donnerstag 6. Oktober 2011, 09:35
von Protasius
Berolinensis hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Das verrückteste in Bezug auf elektr. Kerzen etc. habe ich mal in Israel erlebt. Die Kirche - ich glaube es waren dort Franziskaner - war verschlossen und so haben wir freundlich gefragt. Einer der Patres lies uns, mit einer Fernbedienung bewaffnet, durch eine Seitentür in die Kirche.

Ein Druck auf die Fernbedienung... klick... das ewige Licht ging an.
Ein erneuter Druck... klick... das Licht in der Kirche ging an.
Noch ein Druck... klick... die Klimaanlage ging an.

:D
Fehlt nur noch: noch ein Druck... klick... Säusel-Gregorianik/Händel vom Band.
In San Giovanni Evangelista in Ravenna plärrt aus einem Lautsprecher (die Sorte, die wie ein Megaphon aussieht) im Vorhof wirklich Gregorianik vom Band (war zumindest vor 3 Jahren noch so).