Kirchensteuer

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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Ralf hat geschrieben:- die Sonderseelsorge: es ist mir bsw. bis heute nicht ersichtlich, warum es Ausländergemeinden gibt, zumal man sich doch einer konkreten Ortskirche befindet, die direkt den Leib Christi verkörpert. Gibt es im Leib Christi nationale Sonderversorgung? ...
Dann aber bitte auch zurück zur lat. Messe, damit alle nix verstehen. 8)

(Wie sprechen bei diesem Punkt - nebenbei bemerkt -über eine Bugett von rund 0.7%)
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Ralf
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Beitrag von Ralf »

...
Zuletzt geändert von Ralf am Mittwoch 2. Februar 2005, 22:46, insgesamt 1-mal geändert.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Juergen
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Beitrag von Juergen »

Ralf hat geschrieben:Ich vertrete die seltsame Ansicht, daß man die Sprache der Mehrheitsbevölkerung lernen sollte, in deren Land man lebt. Tut mir leid.
Aha,
als Integration der Ausländer.

Und was macht die Ausländerseelsorge (außer z.B. auch Messen in der Landessprache anzubieten):
Ausländerseelsorge

Besonders engagiert sich das Erzbistum für die Integration und die Seelsorge ausländischer Christen.
Aber gut: WEG [Punkt] --- 0.7% der Ausgaben gespart. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

------------------------------------------

Ich fand es nebenbei gar nicht schlecht, daß es dort, wo ich ein Jahr im Ausland gelebt habe, eine deutschsprachige Gemeinde gab. Es kamen immer auch einige Touristen in die Messe.
Gruß Jürgen

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Reinhard Gonaus
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Beitrag von Reinhard Gonaus »

Ralf hat geschrieben:1. Wer unbedingt Streicheleinheiten (also nichts anderes als soziales Prestige) für seinen Beruf braucht, sollte sich einmal, zumal wenn er ihn unter christlichem Anspruch durchführt, sehr hinterfragen, was seine eigentliche Motivation dafür ist. Das meine ich sehr ernst.
(...)
Wer keine Streicheleinheiten (also kein soziales Prestige) für seinen Beruf braucht, ist entweder sehr eingebildet oder sehr krank, zumal wenn er ihn unter christlichem Anspruch durchführt und sich auf das Herrenwort berufen kann, dass jeder Arbeiter seines Lohnes wert sei. Das meine ich sehr ernst.
Reinhard
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Geronimo

Beitrag von Geronimo »

In einer Gemeinde, der ich früher mal zugehörte, wirkte jahrzehntelang ein Lehrer ehrenamtllich als Chorleiter, stellte einen Superchor auf die Beine, der weithin bekannt war, und zwei Gemeindemitglieder teilten sich das Orgelspielen - und spielten prima.
In Frankfurt (Bistum Limburg) gibt es seit ewigen Zeiten nur drei volle Stellen für Kantoren. Da ist man es gewöhnt, für sich selbst zu sorgen.

Die Frage ist doch eigentlich - wäre die beliebige Gemeinde X odr Y bereit, einen Kantor oder einen Küster selbst zu finanzieren bzw. einen Pastoralreferenten? Wo würde die eingesammelte Kollekte des Bistums landen? Verwaltet jede Gemeinde ihren eigenen Säckel oder würde es einen Pool geben, aus dem jeder schöpfen könnte?

Geronimo

Kleine Anekdote am Rande: Nachdem dann irgenwann mal ein Kantor (70-Prozent-Stelle) eingestellt wurde, ging es mit der Kirchenmusik in dieser besagten Gemeinde schlagartig bergab. Der Chor wurde systematisch zerschlagen, der Kinderchor nahezu aufgelöst, es wurde keine Nachwuchsförderung mehr betrieben, der Gregorianische Gesang schlief ein, und vom Orgelspiel wollen wir gar nicht erst reden.

Ralf
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Beitrag von Ralf »

...
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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Geronimo hat geschrieben:...Verwaltet jede Gemeinde ihren eigenen Säckel oder würde es einen Pool geben, aus dem jeder schöpfen könnte? ...
In der Gemeinde, in der ich aufgewachsen bin, würde man sich vielleicht sogar freuen, wenn es so wäre, daß sie ihr Geld selbst verwalten.
Früher konnten alle Einnahmen (aus Miete, Pacht, etc.) in der Gemeinde bleiben.
Heute werden wie zu einem großen Teil an das Bistum abgeführt und die Gemeinde bekommt ihr Geld nach sog. "Schlüsselzuweisungen" (Richtet sich u.a. nach der Gemeindegröße). Damit steht die Gemeinde finanziell schlechter da, wie vor der Regelung der Schlüsselzuweisungen.

Da kommt es sehr auf die Gemeinde an: Eine Flächengemeinde, mit viel eigenem Grund und Boden aber wenigen (dafür "zahlungskräftigen") Katholiken hatte damals naturgemäß mehr Geld zu verfügung, als eine Stadtgemeinde mit kleiner Fläche und vielen "sozialen Brennpunkten".

Die Schlüsselzuweisungen haben natürlich den "Vorteil", daß finanziell schwache Gemeinden, von den finanziell starken Gemeinden automatisch unterstützt werden.

Nebenbei:
Es gibt auch heute noch Gemeinden, die keinen Pfennig Kirchensteuer bekommen. Z.B. die Probsteigemeinde in Dortmund. Die haben selbst so große Einnahmen, daß diese bei weitem das übersteigen, was sie selbst ausgeben.
Gruß Jürgen

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Geronimo

Beitrag von Geronimo »

*Neidischschiel`*

Jaja, ich weiß, das Bistum Limburg ist schon fast Diaspora .... ;)

Geronimo

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Die Kirche wird aus den finaziellen Engpässen verschlankt, erneuert und gestärkt hervorgehen. Die Herde wird wesentlich kleiner, aber gesünder sein. Die Aussicht auf die Zukunft stimmt optimistisch.

Juergen
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Beitrag von Juergen »

Ewald Mrnka hat geschrieben:...Die Herde wird wesentlich kleiner, aber gesünder sein....
Da habe wir ihn wieder: den Wahn von der "kleinen Heerde". Die "kleine Heerde" der Engagierten und "wahren Christen" steht der Menge der "uneigentlichen Christen", die nur ab und zu mal zur Kirche kommen gegenüber. --- Das ganze hat eine Tendenz zur Sekte. Aber das schrieb bzw. zitierte ich ja schonmal.
Gruß Jürgen

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Reinhard Gonaus
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Beitrag von Reinhard Gonaus »

Ralf hat geschrieben:
Reinhard Gonaus hat geschrieben:(...)
Wer keine Streicheleinheiten (also kein soziales Prestige) für seinen Beruf braucht, ist entweder sehr eingebildet oder sehr krank, zumal wenn er ihn unter christlichem Anspruch durchführt und sich auf das Herrenwort berufen kann, dass jeder Arbeiter seines Lohnes wert sei. Das meine ich sehr ernst.
Hmmm.

1. Woher kannst Du solche Diagnosen stellen?
2. Ich kenne das Jesuswort nicht, daß "jeder Arbeiter seines Lohnes wert" sei. Wo steht das?
1. Das ist keine Diagnose sindern wissenschaftlich gesichertes Wissen über den Menschen. Lernt man in jeder pädagogischen und psychologischen Ausbildung. Ohne Streicheleinheiten (also soziales Prestige) kann der Mensch nicht leben, geschweige denn arbeiten.
2. Lk 10,7 und 1Tim 5,18.
Reinhard
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Die Herde wird sich wesentlich verkleinern. Sie verkleinert sich schon lange und das mit zunehmender Tendenz. Das ist statistisch belegbar. Was hat das, bitteschön, mit "Wahn" zu tun?

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D »

Ewald Mrnka hat geschrieben:Die Herde wird sich wesentlich verkleinern. Sie verkleinert sich schon lange und das mit zunehmender Tendenz. Das ist statistisch belegbar. Was hat das, bitteschön, mit "Wahn" zu tun?
Typische Piussekten-Kirchturmsicht. Noch nie gab es weltweit so viele Katholiken wie heute. Die Europäer sollten sich nicht so wichtig nehmen. Sie sind ein zunehmend kleiner werdendes Segment in der Weltkirche. Und dies weniger der Kirchenaustritte wegen, als vielmehr auf Grund der Mission und des Wachstums der Bevölkerungen auf anderen Kontinenten, nicht zuletzt auch wegen des demographischen Selbstmordes, der sich in nahezu allen Ländern Europas vollzieht.

Das Ideal von der kleinenen Herde, die so besonders christlich ist, wurde unter dem Begriff "Montanismus" von der Kirche als Irrlehre verworfen. Bei den Piusbrüdern - zumindest ihren Anhängern - scheinen ja alte Irrlehren fröhliche Auferstehung zu feiern. Erst Marcionismus, jetzt Montanismus. Was noch?
Zuletzt geändert von Erich_D am Freitag 31. Dezember 2004, 19:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Juergen
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Beitrag von Juergen »

@Ewald Mrnka

Die Frage ist aber doch, ob man darüber - wie Du es zu sein scheinst - erfreut sein soll, oder doch besser nicht.
Gruß Jürgen

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Ralf
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Beitrag von Ralf »

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Zuletzt geändert von Ralf am Mittwoch 2. Februar 2005, 22:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Erich_D
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Beitrag von Erich_D »

Reinhard Gonaus hat geschrieben:
Ralf hat geschrieben:
Reinhard Gonaus hat geschrieben:(...)
Wer keine Streicheleinheiten (also kein soziales Prestige) für seinen Beruf braucht, ist entweder sehr eingebildet oder sehr krank, zumal wenn er ihn unter christlichem Anspruch durchführt und sich auf das Herrenwort berufen kann, dass jeder Arbeiter seines Lohnes wert sei. Das meine ich sehr ernst.
Hmmm.

1. Woher kannst Du solche Diagnosen stellen?
2. Ich kenne das Jesuswort nicht, daß "jeder Arbeiter seines Lohnes wert" sei. Wo steht das?
1. Das ist keine Diagnose sindern wissenschaftlich gesichertes Wissen über den Menschen. Lernt man in jeder pädagogischen und psychologischen Ausbildung. Ohne Streicheleinheiten (also soziales Prestige) kann der Mensch nicht leben, geschweige denn arbeiten.
2. Lk 10,7 und 1Tim 5,18.
Dazu auch recht eindeutig 1 Kor 9, 9 - 14.
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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Nicht aufregen Ralf.
Oder hat wer behauptet, daß Ärzte automatisch Psychologen oder Pädagogen sind?
Gruß Jürgen

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Erich_D
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Beitrag von Erich_D »

Ralf hat geschrieben:
Reinhard Gonaus hat geschrieben:1. Das ist keine Diagnose sindern wissenschaftlich gesichertes Wissen über den Menschen. Lernt man in jeder pädagogischen und psychologischen Ausbildung.
Soso. Und wo steht das? (Im übrigen habe ich einen Beruf, bei dem immer wieder "wissenschaftlich gesichertes Wissen über den Menschen" fällt. Mag woanders anders sein.)
Da hat Reinhard Gonaus recht und ist eigentlich eine Binsenweisheit (wundert mich, dass Du das in Abrede stellst oder nicht zu wissen scheinst?). Gerade Du als Arzt solltest doch über die Notwendigkeit positiven Feedbacks Bescheid wissen? Zählen nicht gerade Ärzte zu jener Berufsgruppe, die durch häufige "Burnouts" gekennzeichnet ist?
Frustrierende persönliche Kontakte sind neben stressiger Arbeit der wichtigste Faktor für einen Burnout. Jeder Mensch braucht Bestätigung in seiner Arbeit. Verschaffen Sie sich ein positives Feedback bei Ihren Kollegen, Ihren Schülern, Patienten oder Kunden. Vermeiden Sie Fragen im Sinne von "Wie war ich?", aber versichern Sie sich, dass Ihre Arbeit gut ankommt. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, stellen Sie klar, was Sie besser machen können. Unterschätzen Sie nicht die Folgen eines Burnouts. Außer den emotionalen Schäden, wie Angstzuständen, Selbstvertrauensverlust und Depressionen können auch körperliche Schäden wie Übermüdung, Kopfschmerzen sowie Magen-/Darmbeschwerden auftreten. Ein Burnout hat meistens auch negative Auswirkungen auf Ihr Privatleben. - Quelle
Zugestanden: nicht unbedingt der beste Link, aber - falls notwendig - kann ich Dir einige andere herausfinden(googeln).
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Ralf
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Beitrag von Ralf »

...
Zuletzt geändert von Ralf am Mittwoch 2. Februar 2005, 22:43, insgesamt 2-mal geändert.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

Juergen
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Beitrag von Juergen »

Ralf hat geschrieben:Dachte immer, der Glaube soll auch in den Arbeits-Alltag hineinreichen. War vielleicht naiv.
Nicht naiv.
Eher ein idealistischer Träumer.
:floet:
Gruß Jürgen

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Beitrag von Juergen »

Ralf hat geschrieben:Im übrigen wäre ich als direkt Betroffener schon begeistert, wenn Kirche nicht ständig gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen würde. Der Marburger Bund hat in einer Studie herausgefunden, daß en gros kommunale Träger von Krankenhäuser das ärztliche Personal besser behandeln als kirchliche Träger.
Ralf hat geschrieben:Dachte immer, der Glaube soll auch in den Arbeits-Alltag hineinreichen. War vielleicht naiv.
Siehst Du, da ist deine Arbeitszeit eine gelebte Caritas.

Also nicht über die Kirche als Arbeitgeber beschweren, sondern ihr dankbar sein, daß sie deinen Idealismus aktiv unterstützt.

:mrgreen:
Gruß Jürgen

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Ralf
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Beitrag von Ralf »

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Zuletzt geändert von Ralf am Mittwoch 2. Februar 2005, 22:43, insgesamt 1-mal geändert.
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ottaviani
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Beitrag von ottaviani »

Erich_D hat geschrieben:
ottaviani hat geschrieben:ach ja was ich geschrieben habe gilt für österreich die bischofskonferenz hat hier voll bamel das es gelingt die kirchensteuer zu fall zu bringen weil keine partei das hier das wieder einführen würde die hätten alle wahlen auf jahre verloren
Das verstehe ich nicht. Es gibt ja in Österreich keine Kirchensteuer, sondern "nur" einen Kirchenbeitrag, der von der katholischen Kirche (deren Kirchenbeitragsstellen) eingehoben wird (also nicht - wie in Deutschland - vom Staat). Die deutsche Kirchensteuer, nebenbei angemerkt, ist derzeit im Durchschnitt mehr als dreimal so hoch wie der durchschnittliche österreichische Kirchenbeitrag.

Durch dieses System (Selbsteinhebung) würde sich in Wahrheit substanziell nicht viel ändern. Die Kirche würde weiterhin ihren Mitgliedern Beiträge vorschreiben (nun halt Mitgliedsbeiträge wie sie jeder Verein seinen Mitgliedern vorschreiben kann), sie selber weiterhin via ihren Beitragstellen einheben, könnte weiterhin im Verzugsfalle den Exekutor bemühen. Es würde sich meines Erachtens nicht viel ändern.
das ist nicht ganz richtig die kirche bekommt vom staat die daten und kann mit staatlicher hilfe auf bezahlen des beitrag bestehen daß ist mit einem eigenen gesetz geregelt und das soll wegfallen

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Reinhard Gonaus
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Beitrag von Reinhard Gonaus »

ottaviani hat geschrieben:
Erich_D hat geschrieben:
ottaviani hat geschrieben:ach ja was ich geschrieben habe gilt für österreich die bischofskonferenz hat hier voll bamel das es gelingt die kirchensteuer zu fall zu bringen weil keine partei das hier das wieder einführen würde die hätten alle wahlen auf jahre verloren
(...)
Durch dieses System (Selbsteinhebung) würde sich in Wahrheit substanziell nicht viel ändern. Die Kirche würde weiterhin ihren Mitgliedern Beiträge vorschreiben (nun halt Mitgliedsbeiträge wie sie jeder Verein seinen Mitgliedern vorschreiben kann), sie selber weiterhin via ihren Beitragstellen einheben, könnte weiterhin im Verzugsfalle den Exekutor bemühen. Es würde sich meines Erachtens nicht viel ändern.
das ist nicht ganz richtig die kirche bekommt vom staat die daten und kann mit staatlicher hilfe auf bezahlen des beitrag bestehen daß ist mit einem eigenen gesetz geregelt und das soll wegfallen
Nein. Die Überlassung der Daten wurde in den Siebzigerjahren abgeschafft und ist seither verboten. Die Kirche muss auf ihre eigenen Datensätze, sprich Tauf-, Sterbe- und Apostatenbücher, zurückgreifen. Anfang der Neunziger wurden diese Daten von den Diözesen überprüft und digitalisiert.
Nur hinsichtlich der Daten vor 1938 ist die Kirche dem Staat gegenüber auskunftspflichtig, weil bis dahin die kirchlichen Matriken zugleich die staatlichen waren.
Ich weiß das. Meine Frau war fünf Jahre lang in dieser Aktion beschäftigt.
Ein Wegfall des Kirchenbeitragsgesetzes ist wohl nicht denkbar, solange die Kirche eine öffentlich-rechtliche Körperschaft ist. Sowas verträgt sich nicht mit einer privatrechtlichen Finanzierungsgrundlage. Aber auch in diesem Fall wäre der Beitrag ein geschuldeter, einklagbarer Rechtstitel, wie beim Bienenzüchterverein oder sonstwem.
Reinhard
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Knecht Ruprecht
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Beitrag von Knecht Ruprecht »

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Tamira
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Kirchensteuer

Beitrag von Tamira »

Hallo,


gestern hat mir ein Kollege erzählt (er ist nicht in der Kirche), daß seine Frau jetzt aus der (evangelischen) Kirche austreten würde, weil sie jetzt für ihn die Kirchesteuer bezahlen müßte, nachdem sie geheiratet haben. So wurde es ihnen erzählt.

Stimmt das?

Es kann doch eigentlich nicht sein, daß der Ehepartner für den anderen die Kirchensteuer mitbezahlen muß, wenn dieser keine zahlt (muß oder braucht), weil der andere entweder ausgetreten , nicht getauft, Buddist oder sonst was ist.

Weiß da jemand Näheres?

Liebe Grüße
Tamira
Wenn jemand sagt, ich liebe Gott, aber seinen Bruder hasst, dann ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er dann Gott lieben, den er nicht sieht? (1 Joh 4,20)

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Angelika
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Beitrag von Angelika »

Hallo Tamira,

ich weiß es auch nur vom Hörensagen, also nicht aus einer eigener Erfahrung oder so:

Ehepaare werden steuerlich gemeinsam veranlagt, so dass das gemeinsame Einkommen für die Berechnung der Kirchensteuer zugrunde gelegt wird. Der Betrag richtet sich also nach dem gemeinsamen Einkommen, unabhängig davon ob nur einer oder beide Mitglied einer Kirche sind.

Gruß
Angelika
Zuletzt geändert von Angelika am Freitag 10. Juni 2005, 11:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Wenn nur einer der Ehegatten einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft angehört, für die Kirchensteuerpflicht besteht, wird bei gemeinsamer Veranlagung die Kirchensteuer nur anteilig für den kirchensteuerpflichtigen Gatten fällig, also die Hälfte; bei Zugehörigkeit zu verschiedenen Körperschaften würde hälftig geteilt.

Ist einer kirchensteuerpflichtig, der andere aber nicht, wird also bei gemeinsamer Veranlagung das Einkommen des nicht kirchensteuerpflichtigen Teils zur Berechnung der Steuerschuld mit herangezogen. Ist dies das höhere Einkommen, so zahlt man am Ende mehr, im umgekehrten Fall weniger Kirchensteuer.

Ehegatten können sich steuerlich allerdings auch getrennt veranlagen lassen. Dann zahlt jeder für sich. Allerdings wird man diese Entscheidung in aller Regel nicht von der Kirchensteuer abhängig machen, sondern von den Auswirkungen bei der Einkommenssteuer.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Die Kirchensteuer ist ein Anachronismus. sie gehört abgeschafft.

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Alexander
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Beitrag von Alexander »

Ewald Mrnka hat geschrieben:Die Kirchensteuer ist ein Anachronismus. sie gehört abgeschafft.
Die Kirche schafft, sie schafft nicht ab:)
Den Kirchenzehent hat niemand abgeschafft. Im Alten Testament sieht man, welchen Zorn Gottes man auf sich lenkt, wenn man dieser Pflicht nicht nachkommt.

Maleachi, Kapitel 3: 8 Ist's recht, daß ein Mensch GOtt täuschet, wie ihr mich täuschet? So sprechet ihr: Womit täuschen wir dich? Am Zehnten und Hebopfer.

9 Darum seid ihr auch verflucht, daß euch alles unter den Händen zerrinnet; denn ihr täuschet mich allesamt.

10 Bringet aber die Zehnten ganz in mein Kornhaus, auf daß in meinem Hause Speise sei; und prüfet mich hierin, spricht der HErr Zebaoth, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

11 Und ich will für euch den Fresser schelten, daß er euch die Frucht auf dem Felde nicht verderben soll, und der Weinstock im Acker euch nicht unfruchtbar sei, spricht der HErr Zebaoth,...
Zuletzt geändert von Alexander am Sonntag 12. Juni 2005, 23:10, insgesamt 1-mal geändert.
Herr Gott,
großes Elend ist über mich gekommen.
Meine Sorgen wollen mich erdrücken,
ich weiß nicht ein noch aus.
Gott, sei gnädig und hilf.
Gib Kraft zu tragen, was du schickst,
laß die Furcht
nicht über mich herrschen.
(D. Bonhoeffer)

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asderrix
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Beitrag von asderrix »

Alexander hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben:Die Kirchensteuer ist ein Anachronismus. sie gehört abgeschafft.
Die Kirche schafft, sie schaft nicht ab:)
Den Kirchenzehent hat niemand abgeschafft. Im Alten Testament sieht man, welchen Zorn Gottes man auf sich lenkt, wenn man dieser Pflicht nicht nachkommt.

Maleachi, Kapitel 3: 8 Ist's recht, daß ein Mensch Gott täuschet, wie ihr mich täuschet? So sprechet ihr: Womit täuschen wir dich? Am Zehnten und Hebopfer.

9 Darum seid ihr auch verflucht, daß euch alles unter den Händen zerrinnet; denn ihr täuschet mich allesamt.

10 Bringet aber die Zehnten ganz in mein Kornhaus, auf daß in meinem Hause Speise sei; und prüfet mich hierin, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

11 Und ich will für euch den Fresser schelten, daß er euch die Frucht auf dem Felde nicht verderben soll, und der Weinstock im Acker euch nicht unfruchtbar sei, spricht der Herr Zebaoth,...
Ich bin auch überzeugt, das der Segen Gottes auf dem liegt, der den Zehnten gibt;
Aber:
Ist Kirchensteuer = Zehnter??

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Edi
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Beitrag von Edi »

Ewald Mrnka hat geschrieben:Die Kirchensteuer ist ein Anachronismus. sie gehört abgeschafft.
Wenn die Steuersätze dazu noch niedriger werden als bisher, falls, was anzunehmen ist, eine CDU-Regierung kommt, dann kriegen die Kirchen ja noch weniger als bisher.
Ich glaube manche Hauptberufliche müssten sich mehr anstrengen, auch geistlich, wenn die Kirche wie in andern Ländern von freiwilligen Spenden leben müsste oder die Berufschristen und die Sitzungschristen aller möglicher Kirchenorganisationen würden halt bald weniger, was sicher nicht einmal schaden würde.

Zu asderrix Frage: die Kirchensteuer beträgt je nach Einkommen zwischen etwa 1 und 3,5 % vom Bruttoeinkommen. Sie beträgt etwa 8 % von der Einkommensteuer.

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