Ablauf der Taufe - Wortgottesdienst

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Wim1964
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Ablauf der Taufe - Wortgottesdienst

Beitrag von Wim1964 »

www.katholisch.de hat geschrieben:2. Wortgottesdienst

Der Pfarrer – vielleicht auch ein Elternteil oder ein Pate - liest einen Text aus der Bibel vor. Gut eignen sich: Die Taufe Jesu (Markus 1,9-11); Die Segnung der Kinder (Markus 10,13-16); Der Auftrag des Auferstandenen (Matthäus 28,18-20). Nun hält der Pfarrer seine Ansprache.
Hallo,

zum Ablauf der Taufe stellt sich mir zu oben zitierter Passage folgende Frage:
Ist das Lesen des Textes eine Lesung oder entspricht dies dem Evangelium (es sind ja Evangelienstellen genannt). Obliegt dies im zweiten Fall dann nicht ausschließlich dem Priester oder Diakon, der die Taufe zelebriert? Im Falle der Lesung analog zur Messe, wäre dann derjenige, der den Text vorliest wohl freier wählbar?
Und soll die genannte "Ansprache" dann eine Predigt sein? - Klingt mir alles ziemlich ungenau...

Über erhellende Erläuterungen wäre ich sehr dankbar.

Gruß
Wim

quasimodo
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Re: Ablauf der Taufe - Wortgottesdienst

Beitrag von quasimodo »

was glaubst Du, warum man in Deutschland zunehmend Wortgottesdienste am Sonntag feiert, statt um Priesterberufungen zu beten?

Weil sie dann in diesen Wortgottesdiensten das machen und veranstalten, was dem Priester oder Diakon vorbehalten ist. So umgehen sie die liturgischen Vorschriften und das Kirchenrecht, und die ahnungslosen Päpste sagen und machen dagegen nichts, weil die reichste Kirche Europas viel zum Wohl der Kirche mit der Kirchensteuer beisteuert. :)

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Heinrich II
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Re: Ablauf der Taufe - Wortgottesdienst

Beitrag von Heinrich II »

Bei der Taufe meines Sohnes hat eine Freundin die Lesung aus dem NT gelesen und danach wurde nach dem Antwortpsalm ("Der Herr ist mein Hirte") das Evangelium vom Priester vorgetragen. So finde ich das auch richtig.
Wer euch ein anderes Evangelium verkündet, als ihr angenommen habt, der sei verflucht. Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott?

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Wim1964
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Re: Ablauf der Taufe - Wortgottesdienst

Beitrag von Wim1964 »

quasimodo hat geschrieben:was glaubst Du, warum man in Deutschland zunehmend Wortgottesdienste am Sonntag feiert, statt um Priesterberufungen zu beten?

Weil sie dann in diesen Wortgottesdiensten das machen und veranstalten, was dem Priester oder Diakon vorbehalten ist. So umgehen sie die liturgischen Vorschriften und das Kirchenrecht, und die ahnungslosen Päpste sagen und machen dagegen nichts, weil die reichste Kirche Europas viel zum Wohl der Kirche mit der Kirchensteuer beisteuert. :)
Danke - ich weiß schon, dass es massive liturgische Auflösungserscheinungen gibt - wird ja auch hier im Forum intensiv beklagt (auch von mir)

Mein Zitat stammt aber nun mal von der Internetseite, die von der DBK betrieben wird, und lässt mich bezüglich der genannten Fragen etwas ratlos.

Ich bin in liturgischen Fragen nicht umfänglich fit, und weiß schlicht und ergreifend nicht, ob das "Lesen" aus dem Evangelium - bei welcher Gelegenheit auch immer - stets einem Priester oder Diakon vorbehalten ist, oder ob das nur für die Heilige Messe gilt.

Gruß
Wim

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Protasius
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Re: Ablauf der Taufe - Wortgottesdienst

Beitrag von Protasius »

Wim1964 hat geschrieben:
quasimodo hat geschrieben:was glaubst Du, warum man in Deutschland zunehmend Wortgottesdienste am Sonntag feiert, statt um Priesterberufungen zu beten?

Weil sie dann in diesen Wortgottesdiensten das machen und veranstalten, was dem Priester oder Diakon vorbehalten ist. So umgehen sie die liturgischen Vorschriften und das Kirchenrecht, und die ahnungslosen Päpste sagen und machen dagegen nichts, weil die reichste Kirche Europas viel zum Wohl der Kirche mit der Kirchensteuer beisteuert. :)
Danke - ich weiß schon, dass es massive liturgische Auflösungserscheinungen gibt - wird ja auch hier im Forum intensiv beklagt (auch von mir)

Mein Zitat stammt aber nun mal von der Internetseite, die von der DBK betrieben wird, und lässt mich bezüglich der genannten Fragen etwas ratlos.

Ich bin in liturgischen Fragen nicht umfänglich fit, und weiß schlicht und ergreifend nicht, ob das "Lesen" aus dem Evangelium - bei welcher Gelegenheit auch immer - stets einem Priester oder Diakon vorbehalten ist, oder ob das nur für die Heilige Messe gilt.

Gruß
Wim
In der tridentinischen Matutin wird der Anfang des Evangeliums (z.B. Aus dem hl. Evangelium nach N. In jener Zeit..., also kein Dominus vobiscum etc.) vom dranseienden Lektor gesungen, in Frauenklöstern von der zuständigen Lektorin. Insofern kann es keine absolute Regel sein, dass der Vortrag des Diakons dem Diakon oder Priester vorbehalten ist. Was dem Diakon etc. vorbehalten ist, ist die liturgische Grußformel "Der Herr sei mit euch". Ich nehme an, dass es für die ordentliche Form ähnlich sein wird.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

quasimodo
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Re: Ablauf der Taufe - Wortgottesdienst

Beitrag von quasimodo »

Wim1964 hat geschrieben:Danke - ich weiß schon, dass es massive liturgische Auflösungserscheinungen gibt - wird ja auch hier im Forum intensiv beklagt (auch von mir)

Mein Zitat stammt aber nun mal von der Internetseite, die von der DBK betrieben wird, und lässt mich bezüglich der genannten Fragen etwas ratlos.

Ich bin in liturgischen Fragen nicht umfänglich fit, und weiß schlicht und ergreifend nicht, ob das "Lesen" aus dem Evangelium - bei welcher Gelegenheit auch immer - stets einem Priester oder Diakon vorbehalten ist, oder ob das nur für die Heilige Messe gilt.

Gruß
Wim
in der Kirche Deutschlands gilt:
- Was von der Obrigkeit der Kirche vorgeschrieben oder empfohlen wird, wird nicht beachtet.
- Was erlaubt ist, bekommt einen dogmatischen Wert, wird ausgeweitet und vollzogen.
Es gibt auch in anderen Ländern Missbrauch in Liturgie und Pastoral, aber kein der Länder finanziert die Kirche so, wie Deutschland, deshalb erlaubt sich Deutschland die Stimme über die Entscheidungen der Kirche zu erheben.

vielleicht findest Du hier: http://www.liturgie.de/liturgie/pub/lit ... online.pdf
Anhaltspunkte, die Deine Fragen beantworten.

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Seraph
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Re: Ablauf der Taufe - Wortgottesdienst

Beitrag von Seraph »

Protasius hat geschrieben: In der tridentinischen Matutin wird der Anfang des Evangeliums (z.B. Aus dem hl. Evangelium nach N. In jener Zeit..., also kein Dominus vobiscum etc.) vom dranseienden Lektor gesungen, in Frauenklöstern von der zuständigen Lektorin. Insofern kann es keine absolute Regel sein, dass der Vortrag des Diakons dem Diakon oder Priester vorbehalten ist. Was dem Diakon etc. vorbehalten ist, ist die liturgische Grußformel "Der Herr sei mit euch". Ich nehme an, dass es für die ordentliche Form ähnlich sein wird.
So ist es auch. Der Vortrag des Evangeliums in der Heiligen Messe ist dem Diakon bzw. dem Priester vorbehalten. In anderen Gottesdiensten bzw. bei Prozessionen ist das nicht so. Oft genug ist gar kein Diakon oder Priester da.
Ein düsterer Seraph möchte wohl selbst den dreieinigen Gott erschrecken.
(Mother Mary Francis)

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Wim1964
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Re: Ablauf der Taufe - Wortgottesdienst

Beitrag von Wim1964 »

Vielen Dank.

Wim

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