Tanz in den Mai
Verfasst: Mittwoch 30. April 2014, 14:01
Inwieweit knüpfen die Maiandachten an die Maienköniginnenzeit an etwa durch kirchliche Tanzlieder?
...vor allem sind´s der Blümlein drei, die lass kein Sturm entlauben,overkott hat geschrieben:Maria, Maienkönigin dich will der Mai begrüßen;
o segne ihn mit holdem Sinn und uns zu deinen Füßen!
Maria, dir befehlen wir, was grünt und blüht auf Erden.
O lass es eine Himmelszier in Gottes Garten werden!
Mangels Quellenlage und durchgehender Überlieferung können solche Fragen leider nicht umfassend beantwortet werden. Die Forschungslücken sind einfach zu groß.overkott hat geschrieben:Inwieweit knüpfen die Maiandachten an die Maienköniginnenzeit an etwa durch kirchliche Tanzlieder?
Ich glaube, der Mai als Wonnemonat hat überhaupt eine erhebende Bedeutung im Leben der Frauen. Maria durfte da einfach nicht fehlen. Gerade auf dem Land hat die Blumenpracht der Gärten auch die Kirche verziert. Und liegt da der Gedanke an Gottes Garten nicht nahe?Didymus hat geschrieben:Mangels Quellenlage und durchgehender Überlieferung können solche Fragen leider nicht umfassend beantwortet werden. Die Forschungslücken sind einfach zu groß.overkott hat geschrieben:Inwieweit knüpfen die Maiandachten an die Maienköniginnenzeit an etwa durch kirchliche Tanzlieder?
Grundsätzlich kann man sagen, daß die meisten unserer Feste und Bräuche kirchlichen Ursprungs sind.
Im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nahmen die Wissenschaftler an, nahezu das gesamte eruopäische Brauchtum sei heidnischen Ursprungs und - da man es nicht unterdrücken konnte - von Missionaren sozusagen "getauft" worden. Diese Sicht ist wissenschaftlich mittlerweile überholt, geistert aber nach wie vor durch die Populärliteratur, wird von unzureichend informierten Journalisten am Leben erhalten und von Neoheiden (z.B. "Keltenfreunden", Esoterikern usw.) liebevoll gepflegt.
Wissenschaftlich seriöses Grundlagenwerk ist das sehr zu empfehlende Buch von Dietz-Rüdiger Moser: Bräuche und Feste im christlichen Jahreslauf. (ISBN-13: 978-3222120695) Meines Wissens leider nur antiquarisch erhältlich.
Wie schon oben erwähnt sind die meisten Feste und Bräuche kirchlichen Ursprungs. Es kann aber durchaus auch Ausnahmen geben. Der erste Mai war sicherlich schon in vorchristlicher Zeit ein besonderer Tag. Der Nachweis, ob es eine direkte Linie vom heidnischen Brauchtum zu Maiandachten und kirchlichen Tanzliedern gibt, dürfte schwierig sein, da die ersten Maiandachten erst im späten 18. Jahrhundert nachzuweisen sind und dann im 19. Jahrhundert populär wurden - zu einer Zeit also, als Europa schon jahrhundertelang christlich geprägt war.
Liturgisch gesehen ist die eigentlich marianische Zeit der Advent: Hier steht die Erinnerung an die frohe Erwartung der schwangeren Gottesmutter in Einklang mit der frohen Erwartung des Weihnachtsfestes und vor allem auch mit der Erwartung der Wiederkunft Christi. Zu erwähnen sind die in dieser Zeit gelesenen Schriften des Alten Bundes, die auch Maria vorausdeuten, die Roratemessen und Bräuche wie das "Frauentragen".overkott hat geschrieben:Ich glaube, der Mai als Wonnemonat hat überhaupt eine erhebende Bedeutung im Leben der Frauen. Maria durfte da einfach nicht fehlen. Gerade auf dem Land hat die Blumenpracht der Gärten auch die Kirche verziert. Und liegt da der Gedanke an Gottes Garten nicht nahe?
Das ist eine gute Betrachtung. Mit Maria wissen wir auch, dass Gott der Vater ist und keine Frau. Ein Bote des Herrn verkündete ihr das Wort und sie überkam der heilige Geist im Schatten der Tugend des Höchsten. Jesus war stets mit dem Vater im Geist eins. Deshalb überrascht auch nicht, dass Paulus den Mann als Gottes Abbild sah und die Frau als seinen Abglanz. Als Glorie Gottes geht Maria das Wort im Herzen wiegend durch den Mai. Sie ist, wie schon seit Ambrosius und Bonaventura bekannt, das Vorbild aller Frauen, die Christus durch ein Leben in Tugend zur Welt bringen.Didymus hat geschrieben:Liturgisch gesehen ist die eigentlich marianische Zeit der Advent: Hier steht die Erinnerung an die frohe Erwartung der schwangeren Gottesmutter in Einklang mit der frohen Erwartung des Weihnachtsfestes und vor allem auch mit der Erwartung der Wiederkunft Christi. Zu erwähnen sind die in dieser Zeit gelesenen Schriften des Alten Bundes, die auch Maria vorausdeuten, die Roratemessen und Bräuche wie das "Frauentragen".overkott hat geschrieben:Ich glaube, der Mai als Wonnemonat hat überhaupt eine erhebende Bedeutung im Leben der Frauen. Maria durfte da einfach nicht fehlen. Gerade auf dem Land hat die Blumenpracht der Gärten auch die Kirche verziert. Und liegt da der Gedanke an Gottes Garten nicht nahe?
Der Mai ist als Marienmonat erst seit der Barockzeit populär geworden. Wie schon gesagt, es ist schwer nachzuweisen, inwieweit dies an frühere Bräuche anknüpft.