Synodaler Weg 2019

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Bruder Donald
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Synodaler Weg 2019

Beitrag von Bruder Donald » Mittwoch 25. September 2019, 23:29

Starke Ansage von Bischof Voderholzer!

Ich habe versprochen, den katholischen Glauben unverkürzt zu vertreten

Daraus:
Ich möchte, dass zu Protokoll gegeben wird, dass es zumindest eine Minderheit von Bischöfen gibt [und aus der Perspektive der Geschichte, die einmal darauf schauen wird, dass es wenigstens eine Minderheit „gab“], die von der Sorge erfüllt ist, dass die wahren Probleme nicht angegangen werden und durch das Wecken von bestimmten Erwartungen und Hoffnungen nur noch mehr Frustration erzeugt wird. Dass es kein Forum „Evangelisierung“ gibt, ist ebenso ein Mangel wie die Tatsache, dass es beim Thema „Laien“ von vorneherein nur um Partizipation geht, statt um eine Theologie einer in Taufe und Firmung gründenden Sendung in alle weltlichen Lebensbereiche hinein (vgl. die Rede vom „Weltcharakter“ der Berufung der Laien im Zweiten Vatikanischen Konzil), um nur zwei der Forumsthemen herauszugreifen.
Wenn ich mit Nein gestimmt habe, heißt das nicht, dass ich mich dem Prozess grundsätzlich verschließe, sondern trotzdem mitzumachen und auch einzubringen gedenke. Ich werde mir nicht den Vorwurf machen lassen, den Dialog zu verweigern, zu dem uns Papst Franziskus ausdrücklich ermutigt hat. Ich erinnere aber daran, dass ich mir nicht viel erwarte, und zwar deshalb, weil ich nicht sehen kann, dass die Voraussetzungen für einen echten „Dialog“ gegeben sind.

Es fehlt m.E. eine von allen Beteiligten anerkannte theologische Hermeneutik und die Bejahung der Prinzipien der katholischen Glaubensbegründung, die eine Berufung auf Schrift, Tradition, Lehramt und Konzilien etc. als stärkste Argumente gelten lässt.
Ich gehe davon aus, dass der Dialog angesichts meines Wahrheitsgewissens mich eher in die Situation bringen wird, Zeugnis zu geben und zu ermahnen, „sei es gelegen oder ungelegen“.
Was den Synodalen Prozess betrifft, so behalte ich mir vor, nach den ersten Erfahrungen gegebenenfalls ganz auszusteigen. Kriterium ist die Beachtung der von Papst Franziskus angemahnten und in der Präambel der Satzung festgehaltenen „Leitplanken“: Primat der Evangelisierung, Sensus ecclesiae, Berücksichtigung der Einheit mit der Weltkirche (und damit Treue zur Lehre der Kirche).
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 26. September 2019, 10:28

Man korrigiere mich wenn ich mich irre aber so wie ich das verstanden habe wird doch nur diskutiert und gegebenenfalls in Rom Wünsche deponiert
warum also solche hysterischen Reaktionen ?

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Amigo
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Amigo » Donnerstag 26. September 2019, 12:00

Ja, eine starke und mutige Ansage. Er ist damit in der deutschen Bischofskonferenz wie es scheint (möge dieser mein Eindruck sich doch bitte als falsch erweisen...!!) Teil einer eher kleinen Minderheit, die sich einem kirchenrechtlich illegitimen und von der Wirkung her vermutlich ruinösen Irrweg querstellen.

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taddeo
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von taddeo » Donnerstag 26. September 2019, 12:08

CIC_Fan hat geschrieben:
Donnerstag 26. September 2019, 10:28
Man korrigiere mich wenn ich mich irre aber so wie ich das verstanden habe wird doch nur diskutiert und gegebenenfalls in Rom Wünsche deponiert
warum also solche hysterischen Reaktionen ?
Das haben die Bischofskongregation und der Päpstliche Rat für die Interpretation von Gesetzestexten kürzlich ziemlich klar bemängelt: Was hier "Synodaler Weg" getauft wurde, ist in Wirklichkeit ein Partikularkonzil, das ohne Genehmigung des Papstes nicht stattfinden dürfte. Es sollen nicht nur "Wünsche" formuliert werden, man will da durchaus verbindliche Beschlüsse fassen (genau das kann ein Partikularkonzil im Prinzip auch). Allerdings zu Themen, die nicht nur die Kirche in Deutschland betreffen, sondern die Weltkirche. Und das geht nun mal nicht.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 26. September 2019, 20:16

Marx: „Es gibt keine Stoppschilder aus Rom für den Synodalen Weg“

Ha! Wer's glaubt wird selig!
R. Marx hat geschrieben:„Es wird keinen deutschen Sonderweg ohne Rom bei weltkirchlich relevanten Fragen geben. Aber wir sind bereit, Diskussionsbeiträge für die Weltkirche zu liefern.“
Da ist jemand aber ziemlich kleinlaut. Aber der Kurs steht trotzdem fest: "Wir können unsere Ziele momentan noch nicht realisieren, also stellen wir sie auf weltkirchlicher Bühne zur Diskussion"

Wozu gibt es dann überhaupt den Synodalen Weg, wenn er keine verbindlichen Ergebnisse liefert, sondern nur "Zukunftsvisionen"? :hmm:
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Bruder Donald » Donnerstag 26. September 2019, 20:20

'Synodaler Weg': Zwölf deutsche Bischöfe lehnten Statut ab
kath.net hat geschrieben: Wie kath.net aus gut informierten Kreisen erfahren konnte, gab es trotz eines immensen Drucks auf die Bischöfe durch Kardinal Marx und auch Medien immerhin 12 Gegenstimmen und eine Enthaltung.
kath.net hat geschrieben: Laut Tomasz Kycia, Radio-Korrespondent „Vatican News“, werden die deutschen Bischöfe trotz der Empfehlungen von Papst Franziskus kein zusätzliches Forum für Evangelisierung eröffnen, berichtete die polnischsprachige Ausgabe von „Vatican News“.
Ganz klar: (Neu-)Evangelisierung ist seitens der deutschen Gremienkatholiken nicht erwünscht! Der moderne (deutsche) Katholik soll im Zeitgeiste getauft und erzogen werden!
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Freitag 27. September 2019, 09:27

Wie ist das in Deutschland in der Bischofskonferenz in Österreich hat jeder Diözesanbischof ein Vetorecht wenn allgemein verbindliche Beschlüsse gefasst werden sollen

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 27. September 2019, 09:44

Weihbischof Schwaderlapp: „Den Synodalen Weg betrachte ich mit Sorge“
Den nun durch die Verabschiedung der Satzung begonnene Synodale Weg betrachte ich mit Sorge. Christus und die Evangelisierung stehen nicht im Mittelpunkt. Bezüglich der „Reizthemen“ werden bei manchen Erwartungen geweckt, die nicht erfüllt werden können. Das wird nur zu neuen Enttäuschungen führen. Der Blick auf einen Neuanfang gemäß dem Wort der Hl.Schrift: „Die Freude am Herrn ist eure Stärke“ (Neh 8,10), wird zudem so verstellt. Einen Weg zum Neuanfang vermag ich daher (noch) nicht zu erkennen.
Was mich so ziemlich irritiert:
Trotzdem - oder gerade deswegen - werde ich mich kritisch, aber konstruktiv an diesem Weg beteiligen und wo immer nötig und möglich meine Stimme einbringen.
Das ist jetzt der dritte (?) Bischof, der ähnliches äußert. So viel zur Dialogbereitschaft der SW-Befürworter!
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lauralarissa » Freitag 27. September 2019, 10:30

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 09:44
Was mich so ziemlich irritiert:
Trotzdem - oder gerade deswegen - werde ich mich kritisch, aber konstruktiv an diesem Weg beteiligen und wo immer nötig und möglich meine Stimme einbringen.
Das ist jetzt der dritte (?) Bischof, der ähnliches äußert. So viel zur Dialogbereitschaft der SW-Befürworter!
Was meinst du?

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Bruder Donald » Freitag 27. September 2019, 13:15

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 10:30
Was meinst du?
Die Bischöfe Voderholzer, Woelki und Schwaderlapp haben sich in den letzten 2 Tagen ähnlich geäußert: "Die Großteil der Teilnehmer der DBK haben eine falsche Entscheidung getroffen, es gibt keine ehrliche, offene Diskussionsmöglichkeit, aber wir bleiben als Beobachter und Korrektiv am Tisch. Wenn es ausufert, müssen wir diesen Tisch verlassen."

Das Zeigt mir deutlich: es geht nicht um eine Klärung des zukünftigen Weges. Dieser steht (längst) fest in Form von Durchsetzung progressiv-modernistisch kirchenpolitischer Ziele. Wer dagegen ist, hat nicht zu sagen, eine Diskussion darüber ist nicht erwünscht! Also genau das Gegenteil davon wie jemand hier meinte (bin mir nicht sicher ob du das warst), dass alles diskutiert und beherzigt wird.
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lauralarissa » Freitag 27. September 2019, 14:22

Bruder Donald hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 13:15
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 10:30
Was meinst du?
Die Bischöfe Voderholzer, Woelki und Schwaderlapp haben sich in den letzten 2 Tagen ähnlich geäußert: "Die Großteil der Teilnehmer der DBK haben eine falsche Entscheidung getroffen, es gibt keine ehrliche, offene Diskussionsmöglichkeit, aber wir bleiben als Beobachter und Korrektiv am Tisch. Wenn es ausufert, müssen wir diesen Tisch verlassen."

Das Zeigt mir deutlich: es geht nicht um eine Klärung des zukünftigen Weges. Dieser steht (längst) fest in Form von Durchsetzung progressiv-modernistisch kirchenpolitischer Ziele. Wer dagegen ist, hat nicht zu sagen, eine Diskussion darüber ist nicht erwünscht! Also genau das Gegenteil davon wie jemand hier meinte (bin mir nicht sicher ob du das warst), dass alles diskutiert und beherzigt wird.
Das Ganze wird sowieso ausgehen wie das Hornberger Schießen. Wirklich relevante Entscheidungen kann man in Deutschland nicht treffen. Also beschließt man eine Frauenquote in der Leitung (bzw. erhöht die vorhandene Quote), ermöglicht die Gemeindeleitung durch Laien (aber natürlich nur unter Kontrolle des leitenden Pfarrers der Großgemeinde) und gibt ein paar Hochglanzbroschüren raus.
Ach ja, man sagt noch, dass man Homosexuellen mit Achtung begegnet, aber Mitarbeiter mit Homo-Ehe wirft man weiterhin raus.
Ändern wird sich nichts ...

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von HeGe » Freitag 27. September 2019, 14:49

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 14:22
Das Ganze wird sowieso ausgehen wie das Hornberger Schießen. Wirklich relevante Entscheidungen kann man in Deutschland nicht treffen. Also beschließt man eine Frauenquote in der Leitung (bzw. erhöht die vorhandene Quote), ermöglicht die Gemeindeleitung durch Laien (aber natürlich nur unter Kontrolle des leitenden Pfarrers der Großgemeinde) und gibt ein paar Hochglanzbroschüren raus.
Ach ja, man sagt noch, dass man Homosexuellen mit Achtung begegnet, aber Mitarbeiter mit Homo-Ehe wirft man weiterhin raus.
Ändern wird sich nichts ...

Laura
Und wieso ist das so? Weil man sich lieber mit diesen Strukturfragen beschäftigt, die wie du richtig sagst, nicht singulär in Deutschland entschieden werden können, statt sinvollerweise darüber zu diskutieren, wie wir in Deutschland die frohe Botschaft wieder effektiv unter die Leute bringen können.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lauralarissa » Freitag 27. September 2019, 16:07

HeGe hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 14:49
...sinvollerweise darüber zu diskutieren, wie wir in Deutschland die frohe Botschaft wieder effektiv unter die Leute bringen können.
Ich höre diesen Vorwurf immer wieder von konservativer Seite, wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat.

Warum in aller Welt nehmen die Bischöfe der reichsten Bistümer Deutschlands (z.B. Köln) nicht Geld in die Hand und bitten die gut verdienenden konservativen Laien um Spenden und intiieren einen großen Prozess zur Neuevangelisierung in Deutschland?

Was spricht denn dagegen?

Laura

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von HeGe » Freitag 27. September 2019, 16:10

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 16:07
HeGe hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 14:49
...sinvollerweise darüber zu diskutieren, wie wir in Deutschland die frohe Botschaft wieder effektiv unter die Leute bringen können.
Ich höre diesen Vorwurf immer wieder von konservativer Seite, wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat.

Warum in aller Welt nehmen die Bischöfe der reichsten Bistümer Deutschlands (z.B. Köln) nicht Geld in die Hand und bitten die gut verdienenden konservativen Laien um Spenden und intiieren einen großen Prozess zur Neuevangelisierung in Deutschland?

Was spricht denn dagegen?

Laura
Wieso soll das plötzlich eine Frage des Geldes sein? :hae?:
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lauralarissa » Freitag 27. September 2019, 16:14

HeGe hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 16:10
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 16:07
HeGe hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 14:49
...sinvollerweise darüber zu diskutieren, wie wir in Deutschland die frohe Botschaft wieder effektiv unter die Leute bringen können.
Ich höre diesen Vorwurf immer wieder von konservativer Seite, wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat.

Warum in aller Welt nehmen die Bischöfe der reichsten Bistümer Deutschlands (z.B. Köln) nicht Geld in die Hand und bitten die gut verdienenden konservativen Laien um Spenden und intiieren einen großen Prozess zur Neuevangelisierung in Deutschland?

Was spricht denn dagegen?

Laura
Wieso soll das plötzlich eine Frage des Geldes sein? :hae?:
Na ja - es gibt zwei Stoßrichtungen:
1. Das Engagement des einzelnen Laien - d.h. was der einzelne zur Neuevangelisierung beiträgt.
2. Die strukturelle Seite - und dafür braucht es (leider) Geld... (allein für die Hochglanzbroschüren und professionellen Internetseiten :D )

Laura

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Protasius » Freitag 27. September 2019, 16:46

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 16:14
HeGe hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 16:10
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 16:07
HeGe hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 14:49
...sinvollerweise darüber zu diskutieren, wie wir in Deutschland die frohe Botschaft wieder effektiv unter die Leute bringen können.
Ich höre diesen Vorwurf immer wieder von konservativer Seite, wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat.

Warum in aller Welt nehmen die Bischöfe der reichsten Bistümer Deutschlands (z.B. Köln) nicht Geld in die Hand und bitten die gut verdienenden konservativen Laien um Spenden und intiieren einen großen Prozess zur Neuevangelisierung in Deutschland?

Was spricht denn dagegen?

Laura
Wieso soll das plötzlich eine Frage des Geldes sein? :hae?:
Na ja - es gibt zwei Stoßrichtungen:
1. Das Engagement des einzelnen Laien - d.h. was der einzelne zur Neuevangelisierung beiträgt.
2. Die strukturelle Seite - und dafür braucht es (leider) Geld... (allein für die Hochglanzbroschüren und professionellen Internetseiten :D )

Laura
Die Tatsache, daß man sich dagegen ausgesprochen hat beim Synodalen Weg ein Forum zur Evangelisierung einzurichten, spricht mE dafür, daß das weniger eine Frage des Geldes ist, sondern eine Frage des Willens bzw. Unwillens.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lauralarissa » Freitag 27. September 2019, 16:56

Protasius hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 16:46
Die Tatsache, daß man sich dagegen ausgesprochen hat beim Synodalen Weg ein Forum zur Evangelisierung einzurichten, spricht mE dafür, daß das weniger eine Frage des Geldes ist, sondern eine Frage des Willens bzw. Unwillens.
Die Forderung nach einem separaten Forum kommt vor allem von konservativer Seite und wird gegen die anderen Foren ausgespielt ("Uns geht es um den Glauben, euch nur um Strukturen"!).
Wenn den konservativen Gruppierungen das Thema so wichtig ist, sollen sie einen entsprechenden Kongress organisieren. Sie sehen den synodalen Prozess ja sowieso kritisch, dann müssen sie sich daran doch nicht abarbeiten, sondern selbst kreativ werden.

Laura

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Protasius » Freitag 27. September 2019, 17:44

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 16:56
Protasius hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 16:46
Die Tatsache, daß man sich dagegen ausgesprochen hat beim Synodalen Weg ein Forum zur Evangelisierung einzurichten, spricht mE dafür, daß das weniger eine Frage des Geldes ist, sondern eine Frage des Willens bzw. Unwillens.
Die Forderung nach einem separaten Forum kommt vor allem von konservativer Seite und wird gegen die anderen Foren ausgespielt ("Uns geht es um den Glauben, euch nur um Strukturen"!).
Wenn den konservativen Gruppierungen das Thema so wichtig ist, sollen sie einen entsprechenden Kongress organisieren. Sie sehen den synodalen Prozess ja sowieso kritisch, dann müssen sie sich daran doch nicht abarbeiten, sondern selbst kreativ werden.

Laura
Das ist jetzt inkonsequent; erst wirfst du die Konservativen vor sich nicht einzubringen, und wenn sie das dann tun, ist es auch nicht recht und sie sollen was eigenes machen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von taddeo » Freitag 27. September 2019, 18:38

Protasius hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 17:44
... erst wirfst du die Konservativen vor sich nicht einzubringen, und wenn sie das dann tun, ist es auch nicht recht und sie sollen was eigenes machen.
Dazu zwingt man ja die "Konservativen" schon seit Jahrzehnten, ihr eigenes Süppchen zu kochen. Innerhalb des Amtskirchen-Mainstreams sind das schon viel länger die Gläubigen "an den Rändern", als dieser Begriff überhaupt existiert. Nur dass zu denen sich nie ein Papst verirrt. Noli turbare circulos meos.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lauralarissa » Freitag 27. September 2019, 19:06

taddeo hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 18:38
Protasius hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 17:44
... erst wirfst du die Konservativen vor sich nicht einzubringen, und wenn sie das dann tun, ist es auch nicht recht und sie sollen was eigenes machen.
Dazu zwingt man ja die "Konservativen" schon seit Jahrzehnten, ihr eigenes Süppchen zu kochen. Innerhalb des Amtskirchen-Mainstreams sind das schon viel länger die Gläubigen "an den Rändern", als dieser Begriff überhaupt existiert. Nur dass zu denen sich nie ein Papst verirrt. Noli turbare circulos meos.
Na ja ... und was war mit der Wiederzulassung der Alten Messe?

Das Gefühl, dass man gezwungen wird, sein eigenes Süppchen zu kochen, teilen die Konservativen mit den Progressiven.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Juergen » Freitag 27. September 2019, 20:21

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 19:06
Na ja ... und was war mit der Wiederzulassung der Alten Messe?
Da sie nie verboten war, konnte sie auch nicht „wiederzugelassen“ werden.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Niels » Freitag 27. September 2019, 20:51

Juergen hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 20:21
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 19:06
Na ja ... und was war mit der Wiederzulassung der Alten Messe?
Da sie nie verboten war, konnte sie auch nicht „wiederzugelassen“ werden.
Eben.
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Niels » Freitag 27. September 2019, 20:54

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 19:06
Das Gefühl, dass man gezwungen wird, sein eigenes Süppchen zu kochen, teilen die Konservativen mit den Progressiven.

Laura
Wenn alle Suppenköche/-innen das depositum fidei teilen, sollte sich das Problem lösen lassen.
Bild
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Hanspeter » Freitag 27. September 2019, 21:31

Niels hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 20:54
Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 19:06
Das Gefühl, dass man gezwungen wird, sein eigenes Süppchen zu kochen, teilen die Konservativen mit den Progressiven.

Laura
Wenn alle Suppenköche/-innen das depositum fidei teilen, sollte sich das Problem lösen lassen.
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Tun sie aber leider nicht.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 28. September 2019, 11:12


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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Bruder Donald » Samstag 28. September 2019, 11:44

Lauralarissa hat geschrieben:
Freitag 27. September 2019, 14:22
Das Ganze wird sowieso ausgehen wie das Hornberger Schießen. Wirklich relevante Entscheidungen kann man in Deutschland nicht treffen. Also beschließt man eine Frauenquote in der Leitung (bzw. erhöht die vorhandene Quote), ermöglicht die Gemeindeleitung durch Laien (aber natürlich nur unter Kontrolle des leitenden Pfarrers der Großgemeinde) und gibt ein paar Hochglanzbroschüren raus.
Ach ja, man sagt noch, dass man Homosexuellen mit Achtung begegnet, aber Mitarbeiter mit Homo-Ehe wirft man weiterhin raus.
Ändern wird sich nichts ...
Dann viel Lärm um nichts?
Man veranstaltet ein riesiges Theater um den Synodalen Weg, es werden Aufbrüche in eine neue goldene Zukunft beschworen und am Ende kann man davon eh nichts tatsächlich umsetzen? Wozu dann das ganze? Warum regen sich die Konservativen auf?
Ich kann nur inständig hoffen, dass sich nicht ändert. Aber das reale Problem bleibt dennoch: Das unkatholische Gift und das modernistische Schreckgespenst bleiben dennoch in den Köpfen und werden weiterhin weitere Generationen theologisch vergiften!
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Juergen » Samstag 28. September 2019, 12:09

Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Juergen » Samstag 28. September 2019, 13:16

Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lauralarissa » Samstag 28. September 2019, 13:54

Leerer Post

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Juergen » Samstag 28. September 2019, 13:56

Blauer Post

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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Lauralarissa » Samstag 28. September 2019, 14:45

Juergen hat geschrieben:
Samstag 28. September 2019, 13:56
Blauer Post
Ich gebe zu: Ich habe auf dem Handy versucht, einen Beitrag zu posten und mich dann völlig mit den Zitaten verhakt - und konnte ihn nicht mehr löschen, sondern nur editieren...

Inhalt:
Hagenkord als geistlicher Begleiter ist genial!
Ich stimme Jürgen also ausnahmsweise mal zu!

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Irmgard
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Re: Synodaler Weg 2019

Beitrag von Irmgard » Samstag 28. September 2019, 16:52

Ich muss auch zugeben, dass ich eher mit enttäuschten Hoffnungen als mit Ergebnissen rechne, die dazu geeignet wären, einen für alle Beteiligten sinnvollen Weg in die Zukunft zu weisen.

Bischof Genn hat in seinem Impuls übrigens deutlich auf den Bedeutung der Evangelisierung hingewiesen:
https://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/ ... ziskus.pdf

Es gehen beim synodalen Weg zu viel Dinge durcheinander. Ich finde beispielsweise, dass die Aufklärung der Missbrauchsvorfälle und der Umgang damit, die ja Auslöser des synodalen Weges waren, erst einmal gar nichts mit der Frage der Partizipation von Frauen und auch nicht unbedingt etwas mit dem Zölibat zu tun haben, sondern eher mit Machtstrukturen. Sonst dürfte es Missbrauch in Sportvereinen, Schulen und insbesondere in der Familie ja gar nicht geben.

Die "Frauenfrage" unter dem Hintertürchen Missbrauchsaufarbeitung zu plazieren, kann nur zu enttäuschten Erwartungen führen. Und mit dem Hinweis auf die Weltkirche wird ja auch schon deutlich, dass da keine signifkanten Änderungen durchsetzungsfähig wären. Von der Weihefrage jetzt erst mal abgesehen.

Es hat jetzt noch nicht mal etwas mit "konservativ" oder "progressiv" zu tun, wenn man für Deutschland festhalten muss, dass die Anzahl der Priester bereits jetzt so gering ist (und noch geringer werden wird), dass der "normale" Kontakt, den man als Katholik mit seiner Pfarrgemeinde hat eher ein Pastoralreferent oder -referentin ist. Die dürfen ja beide keine Sakramente spenden, erledigen aber oft den Großteil der sonstigen priesterlichen Aufgaben in einer Gemeinde. In Münster werden morgen immerhin 30 neue Referenten fürs Bistum beauftragt, während nur 2 Priester geweiht wurden dieses Jahr. Gleichzeitig nehmen etliche Priester eine Auszeit, weil sie die Tätigkeit in einer Großgemeinde in den Burnout treibt. Wenn ich da den Bischöfen zuhören muss, die von Charismen reden, die jeder habe und die gleichwertig seien und und und, dann ist das unehrlich. Ein Priester hat eine herausragende Stellung. Punkt. Und wer nicht Priester werden kann (oder darf, je nach Sichtweise und unabhängig vom Geschlecht), der wird eben auch keine herausragende Stellung einnehmen in einer Gemeinde. Alles andere ist Augenwischerei. Der Ruf nach der Neuevangelisierung ist doch dem Wunsch geschuldet, dass es dann zu mehr Priesterberufungen kommen möge.

Eine echte Neuevangelisierung, wenn sie denn sich wirklich von Grund auf auf das Evangelium beruft, mag vielleicht Erstaundliches zu Tage bringen. Seid vorsichtig, um was ihr bittet, es könnte euch gewährt werden...

Gruß
Irmgard

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