Mißbrauchsanschuldigungen

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CIC_Fan
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 29. Dezember 2019, 12:07

Protasius hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 11:23
CIC_Fan hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 10:40
die nächste Frage ist läßt der Geistliche den Bischof aufs Privatvermögen zugreifen den ich könnte mir vorstellen daß vielen Betroffenen wenns ans eingemachte geht Kirchenrecht Kirche und Bischof Wurst sind
Solange er Geistlicher ist, hat er mW recht wenig Möglichkeiten sich dagegen zu wehren (das ist übrigens ein Grund gegen die Laisierung von Mißbrauchstätern).
wieso niemand kann ihn zwingen bestenfalls exkommunizieren kann man ihn

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 29. Dezember 2019, 12:09

taddeo hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 11:35
Vir Probatus hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 04:58
Es ging um die Frage, inwieweit Geistliche ein Privatvermögen haben, "das vom Bischof für Entschädigungsleistungen herangezogen werden kann."
Ich wollte nur sagen, daß man dieses Vermögen auch ohne Bankkonten und Immobilen haben kann, in einer Form wo der Bischof davon gar nichts erfährt.
Ein Bischof kann einen bei ihm inkardinierten Kleriker sehr wohl zur detaillierten Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse zwingen, wenn er will.
wie wenn der geistliche nicht dazu bereit ist er kann ihn suspendieren exkommunizieren mehr aber auch nicht

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taddeo
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von taddeo » Sonntag 29. Dezember 2019, 13:36

CIC_Fan hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 12:09
taddeo hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 11:35
Vir Probatus hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 04:58
Es ging um die Frage, inwieweit Geistliche ein Privatvermögen haben, "das vom Bischof für Entschädigungsleistungen herangezogen werden kann."
Ich wollte nur sagen, daß man dieses Vermögen auch ohne Bankkonten und Immobilen haben kann, in einer Form wo der Bischof davon gar nichts erfährt.
Ein Bischof kann einen bei ihm inkardinierten Kleriker sehr wohl zur detaillierten Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse zwingen, wenn er will.
wie wenn der geistliche nicht dazu bereit ist er kann ihn suspendieren exkommunizieren mehr aber auch nicht
Man sieht, daß du vom kanonischen Recht keine Ahnung hast. :achselzuck:

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 29. Dezember 2019, 13:44

dann klär mich auf was kann der Bischof tun

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Siard
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Siard » Sonntag 29. Dezember 2019, 18:25

Meiner Erfahrung nach, haben Kleriker mit krimineller Energie ihr Vermögen vor dem Zugriff von Kirche und Staat recht gut gesichert.
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Stefan
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Stefan » Sonntag 29. Dezember 2019, 19:05

CIC_Fan hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 10:40
die nächste Frage ist läßt der Geistliche den Bischof aufs Privatvermögen zugreifen den ich könnte mir vorstellen daß vielen Betroffenen wenns ans eingemachte geht Kirchenrecht Kirche und Bischof Wurst sind
Das spielt auch eine untergeordnete Rolle. Einem rechtskräftig verurteilten Straftäter, der gegenüber dem Opfer zur Entschädigung verurteilt ist, wird sein Vermögen verpfändet.
Die aktuell verschärften Geldwäschevorschriften gelten auch gegenüber Geistlichen, erst recht rechtskräftig verurteilten.
Was der Bischof daraus macht ist in erster Linie disziplinarisch von Bedeutung, und ob er eine Mitschuld am Mißbrauch hat, z.B. durch unterlassene Weisung, Ausbildung, Kontrollen oder Prävention.
Die letzten beiden Punkte könnten ein Thema für alle religiösen Einrichtungen sein.
Es ist für uns an der Zeit aufzuwachen und uns zu erheben. (Benedikt von Nursia)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von CIC_Fan » Montag 30. Dezember 2019, 08:03

Stefan hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 19:05
CIC_Fan hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 10:40
die nächste Frage ist läßt der Geistliche den Bischof aufs Privatvermögen zugreifen den ich könnte mir vorstellen daß vielen Betroffenen wenns ans eingemachte geht Kirchenrecht Kirche und Bischof Wurst sind
Das spielt auch eine untergeordnete Rolle. Einem rechtskräftig verurteilten Straftäter, der gegenüber dem Opfer zur Entschädigung verurteilt ist, wird sein Vermögen verpfändet.
Die aktuell verschärften Geldwäschevorschriften gelten auch gegenüber Geistlichen, erst recht rechtskräftig verurteilten.
Was der Bischof daraus macht ist in erster Linie disziplinarisch von Bedeutung, und ob er eine Mitschuld am Mißbrauch hat, z.B. durch unterlassene Weisung, Ausbildung, Kontrollen oder Prävention.
Die letzten beiden Punkte könnten ein Thema für alle religiösen Einrichtungen sein.
das ist mir schon klar ich dachte es geht darum wie der Bischof Entschädigungszahlungen aus Privatvermögen von Klerikern tätigen kann

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taddeo
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von taddeo » Montag 30. Dezember 2019, 10:56

CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 30. Dezember 2019, 08:03
Stefan hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 19:05
CIC_Fan hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 10:40
die nächste Frage ist läßt der Geistliche den Bischof aufs Privatvermögen zugreifen den ich könnte mir vorstellen daß vielen Betroffenen wenns ans eingemachte geht Kirchenrecht Kirche und Bischof Wurst sind
Das spielt auch eine untergeordnete Rolle. Einem rechtskräftig verurteilten Straftäter, der gegenüber dem Opfer zur Entschädigung verurteilt ist, wird sein Vermögen verpfändet.
Die aktuell verschärften Geldwäschevorschriften gelten auch gegenüber Geistlichen, erst recht rechtskräftig verurteilten.
Was der Bischof daraus macht ist in erster Linie disziplinarisch von Bedeutung, und ob er eine Mitschuld am Mißbrauch hat, z.B. durch unterlassene Weisung, Ausbildung, Kontrollen oder Prävention.
Die letzten beiden Punkte könnten ein Thema für alle religiösen Einrichtungen sein.
das ist mir schon klar ich dachte es geht darum wie der Bischof Entschädigungszahlungen aus Privatvermögen von Klerikern tätigen kann
Es gibt für Kleriker bisher kein ausdrückliches kanonisches Disziplinarrecht. Das schränkt die Handlungsmöglichkeiten eines Ordinarius leider ziemlich ein.

Allerdings gibt es EINE Handhabe, die bei Klerikern erfahrungsgemäß besser wirkt als alle anderen Ermahnungen oder Weisungen: nämlich die über den Geldbeutel. Wenn ein Kleriker schuldhaft seine Aufgaben und Pflichten verletzt und/oder seinen Dienst nicht ausübt (zB ein des Mißbrauchs überführter und deswegen suspendierter Priester), hat er auch keinen Anspruch mehr auf ein normales Gehalt. Der Bischof kann das bis auf ein lebensnotwendiges Mindestmaß kürzen und einbehalten und zB für Entschädigungsleistungen verwenden.

Und ich habe schon öfter gehört, daß so eine Maßnahme sehr schnell zu einer umfassenden Kooperation jedes Klerikers führt ... :pfeif:

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Vir Probatus » Freitag 10. Januar 2020, 18:55

Pastoralsprech vom Allerfeinsten:

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... 0-100.html

Daß der Mann sich nicht schämt.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 11. Januar 2020, 09:00

taddeo hat geschrieben:
Montag 30. Dezember 2019, 10:56
CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 30. Dezember 2019, 08:03
Stefan hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 19:05
CIC_Fan hat geschrieben:
Sonntag 29. Dezember 2019, 10:40
die nächste Frage ist läßt der Geistliche den Bischof aufs Privatvermögen zugreifen den ich könnte mir vorstellen daß vielen Betroffenen wenns ans eingemachte geht Kirchenrecht Kirche und Bischof Wurst sind
Das spielt auch eine untergeordnete Rolle. Einem rechtskräftig verurteilten Straftäter, der gegenüber dem Opfer zur Entschädigung verurteilt ist, wird sein Vermögen verpfändet.
Die aktuell verschärften Geldwäschevorschriften gelten auch gegenüber Geistlichen, erst recht rechtskräftig verurteilten.
Was der Bischof daraus macht ist in erster Linie disziplinarisch von Bedeutung, und ob er eine Mitschuld am Mißbrauch hat, z.B. durch unterlassene Weisung, Ausbildung, Kontrollen oder Prävention.
Die letzten beiden Punkte könnten ein Thema für alle religiösen Einrichtungen sein.
das ist mir schon klar ich dachte es geht darum wie der Bischof Entschädigungszahlungen aus Privatvermögen von Klerikern tätigen kann
Es gibt für Kleriker bisher kein ausdrückliches kanonisches Disziplinarrecht. Das schränkt die Handlungsmöglichkeiten eines Ordinarius leider ziemlich ein.

Allerdings gibt es EINE Handhabe, die bei Klerikern erfahrungsgemäß besser wirkt als alle anderen Ermahnungen oder Weisungen: nämlich die über den Geldbeutel. Wenn ein Kleriker schuldhaft seine Aufgaben und Pflichten verletzt und/oder seinen Dienst nicht ausübt (zB ein des Mißbrauchs überführter und deswegen suspendierter Priester), hat er auch keinen Anspruch mehr auf ein normales Gehalt. Der Bischof kann das bis auf ein lebensnotwendiges Mindestmaß kürzen und einbehalten und zB für Entschädigungsleistungen verwenden.

Und ich habe schon öfter gehört, daß so eine Maßnahme sehr schnell zu einer umfassenden Kooperation jedes Klerikers führt ... :pfeif:
es ging ja darum daß er Vermögen hat und eben nicht mehr bereits ist als Priester zu wirken also sich verabschiedet somit kann der Bischof eben nicht auf ein Privatvermögen zugreifen um kirchlicherseits Entschädigungen zu zahlen
ich glaub wir sind in der Diskussion von verschiedenen Voraussetzungen ausgegangen

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von HeGe » Montag 13. Januar 2020, 11:36

HeGe hat geschrieben:
Dienstag 17. Dezember 2019, 15:53
Vatican News hat geschrieben: Missbrauch: Der Nuntius in Frankreich tritt zurück

Papst Franziskus hat den Rücktritt des Apostolischen Nuntius in Frankreich akzeptiert. Das teilte der Vatikan am Dienstag mit. Im März hatte die Pariser Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen des Verdachts sexueller Übergriffe gegen Erzbischof Luigi Ventura eingeleitet. [...]
Am Samstag wurde jetzt ein Nachfolger ernannt: https://press.vatican.va/content/salast ... 00042.html
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von CIC_Fan » Montag 13. Januar 2020, 13:24

eine sehr erstaunliche Wahl da muß ordentlich Porzellan zertrümmert worden sein

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von HeGe » Mittwoch 15. Januar 2020, 14:09

Vatican News hat geschrieben: Frankreich: Ehemaliger Priester gesteht Missbrauch

Der ehemalige Priester Bernard Preynat, wegen dessen Nichtanzeige sich auch Kardinal Philippe Barbarin vor der französischen Justiz verantworten muss, hat mehrere Missbrauchsdelikte zugegeben. [...]
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von HeGe » Donnerstag 16. Januar 2020, 14:44

ZdK berät über Missbrauchs-Entschädigungen

(Für den Missbrauch des Wortes "katholisch" in ihrem Namen sollten die tatsächlich eine Entschädigung zahlen. ;) ) Was die ansonsten zum Thema Entschädigung bei sexuellen Missbrauch zu kamellen hätten, wüsste ich nicht.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Stefan » Samstag 18. Januar 2020, 14:21

Stefan hat geschrieben:
Dienstag 24. Dezember 2019, 12:14
Zu der Physiognomie der 68er Revolution gehörte, daß nun auch Pädophilie als erlaubt und als angemessen diagnostiziert wurde.
Das ist der entscheidende Satz, und er ist zutreffend.
Hierzu eine Offenlegung - in völlig säkularem Kontext.
Der Artikel beweist, wie eindeutig Pädophilie im 68er Kontext verankert war:

https://www.nzz.ch/feuilleton/gabriel-m ... ld.1534344

Daraus:
Im Verständnis diverser Intellektueller sollte die sexuelle Revolution der 68er auch Kinder erfassen, sprich: sie aus den Fesseln der stieren Familie befreien und sie ihre Sexualität entdecken lassen – je nach Situation auch unter Anleitung oder zusammen mit einem Erwachsenen. So wurde in den 1970er Jahren etwa ein Tag der «sexualité des enfants» gefeiert, die Fotografin Irina Ionesco veröffentlichte Nacktbilder ihrer 11-jährigen Tochter im «Playboy», vom Vorbild der alten Griechen war viel die Rede, und alles, was Rang und Namen hatte, äusserte sich in offenen Briefen zum Thema.
Zuletzt geändert von Hubertus am Samstag 18. Januar 2020, 15:05, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitatformat an Forumsregel angepaßt.
Es ist für uns an der Zeit aufzuwachen und uns zu erheben. (Benedikt von Nursia)

Ralf
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Ralf » Samstag 18. Januar 2020, 23:51

Zum gleichen Fall wie von Stefan verlinkt hier aus der FAZ:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 83098.html

Nahezu alle bekannten Linksintellektuellen haben Pädophilie unterstützt.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 19. Januar 2020, 07:54

HeGe hat geschrieben:
Donnerstag 16. Januar 2020, 14:44
ZdK berät über Missbrauchs-Entschädigungen

(Für den Missbrauch des Wortes "katholisch" in ihrem Namen sollten die tatsächlich eine Entschädigung zahlen. ;) ) Was die ansonsten zum Thema Entschädigung bei sexuellen Missbrauch zu kamellen hätten, wüsste ich nicht.
Wenn die Missbrauchsopfer aus Kirchensteuermitteln in dieser Höhe entschädigt werden sollten, ist es an der Zeit und in meinen Augen auch legitim, aus dem Kirchensteuerzahlverein auszutreten.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Stefan » Sonntag 19. Januar 2020, 08:40

Es ist zwar richtig, dass Entschädigungen nichts mit Kirchensteuern zu tun haben, aber eine in Teilen zweckentfremdete Verwendung rechtfertigt noch lange keinen Austritt - angesichts des Schunds, den unsere Gesellschaft anderweitig mit Geld anstellt. Die fehlenden Kirchensteuermittel würden das nur verstärken.
Es ist für uns an der Zeit aufzuwachen und uns zu erheben. (Benedikt von Nursia)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 19. Januar 2020, 08:47

Stefan hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 08:40
Es ist zwar richtig, dass Entschädigungen nichts mit Kirchensteuern zu tun haben, aber eine in Teilen zweckentfremdete Verwendung rechtfertigt noch lange keinen Austritt - angesichts des Schunds, den unsere Gesellschaft anderweitig mit Geld anstellt. Die fehlenden Kirchensteuermittel würden das nur verstärken.
Sie reden wie Ihr Namensvetter Ackermann.
Wenn einige Ministerialbürokraten Geld aus dem Fenster werfen, sind die weder zivilrechtlich noch strafrechtlich zu belangen, sondern die Allgemeinheit hat das zu bezahlen.
Ich habe neulich einen Unternehmer getroffen, der ist nur wegen dieser Aussage von Ackermann, diesem Grüssaugust für die Missbrauchsopfer, aus dem KV und der Kirche ausgetreten.
Vor solchen Leuten ziehe ich den Hut.
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Petrus » Sonntag 19. Januar 2020, 15:39

Vir Probatus hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 08:47
Ackermann, diesem Grüssaugust für die Missbrauchsopfer
ich bin Deiner Meinung, konnte das aber nicht so präzis formulieren. Danke.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Sonntag 19. Januar 2020, 18:32

Ralf hat geschrieben:
Samstag 18. Januar 2020, 23:51
Zum gleichen Fall wie von Stefan verlinkt hier aus der FAZ:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 83098.html

Nahezu alle bekannten Linksintellektuellen haben Pädophilie unterstützt.
Wichtig ist in diesem Kontext aber unbedingt, dass ein Unrecht dadurch, dass es auch noch weitere begehen, nicht entschuldbar wird. Relativierungen dieser Art finde ich unerträglich.

Insofern erreicht man nichts mit einem Fingerzeig auf andere Täter. Kehren muss man vor der eigenen Haustür.

Und gerne historisch klären, wie die Sicht auf Missbrauch sich im Laufe der letzten Jahrzehnte und auch als Funktion soziologischer Gruppen entwickelt hat.

Gruß

Irmgard

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Stefan » Sonntag 19. Januar 2020, 18:42

Pädophile - ob klerikal oder nicht - gehören nicht vor die Haustüre, egal bei wem.
Daher muss gleicher Massstab für alle Pädophile gelten: ab in den Bau, Schmerzensgeld für die Opfer.
Es ist unfair, wenn es Linksintellektuellen milder ausgelegt wird.

Die Quellen von Ralf und mir belegen nur den Hinweis Benedikts XVI, der darauf hingewiesen hat, dass die 68er - im Gegensatz zur Kirche - Pädophilie nicht verurteilt, sondern gutgeheissen, empfohlen und beworben haben.

Was wiegt schwerer?
Es ist für uns an der Zeit aufzuwachen und uns zu erheben. (Benedikt von Nursia)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Hubertus » Sonntag 19. Januar 2020, 21:19

"Missbrauch in Kirche: Fast alle Verfahren in Bayern eingestellt" (BR)

Daraus:
Eineinhalb Jahre nach der Veröffentlichung der großen Missbrauchsstudie der katholischen Kirche haben die Behörden in Bayern in keinem einzigen Fall Anklage erhoben[,] [...] fast alle Ermittlungen gegen verdächtige Kirchenleute [...] [sind] eingestellt worden.
Als Gründe werden im Art. Tod der Beschuldigten, Verjährung oder die Tatsache genannt, daß die Beschuldigungen sich nicht erhärten ließen.


Schwere Vorwürfe erhebt indessen der Kriminologe Christian Pfeiffer:
Ebd. hat geschrieben:Es war doch von vornherein klar, dass die Ermittlungen fast durchweg eingestellt werden müssen. [...] Das war eine große Geste, die die Menschen erstmal beruhigen sollte. Das war alles nur Show - mehr nicht.
Insbesondere der Münchner Kardinal Marx als Vorsitzender der DBK wird von ihm kritisiert:
Tagesspiegel hat geschrieben: [Pfeiffer] sollte die Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche ursprünglich leiten - und fordert nun den Rücktritt von Marx vom DBK-Vorsitz. Sein Vorwurf: Marx habe eine ehrliche, transparente Aufarbeitung des Skandals verhindert.
Brisant, da Marx ja als shooting star unter Franz gilt. Auf die weitere Entwicklung darf man gespannt sein.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Irmgard » Sonntag 19. Januar 2020, 22:36

Stefan hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 18:42
Pädophile - ob klerikal oder nicht - gehören nicht vor die Haustüre, egal bei wem.
Daher muss gleicher Massstab für alle Pädophile gelten: ab in den Bau, Schmerzensgeld für die Opfer.
Es ist unfair, wenn es Linksintellektuellen milder ausgelegt wird.

Die Quellen von Ralf und mir belegen nur den Hinweis Benedikts XVI, der darauf hingewiesen hat, dass die 68er - im Gegensatz zur Kirche - Pädophilie nicht verurteilt, sondern gutgeheissen, empfohlen und beworben haben.

Was wiegt schwerer?
Selbstverständlich müssen da gleiche Maßstäbe gelten. Aber die Frage, was da schwerer wiegt ist so eine Relativierung, die ich persönlich nicht akzeptabel finde. Es ist einfach schlimm,

Gruß Irmgard

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Bruder Donald » Montag 20. Januar 2020, 09:31

Den Pfeiffer mag ich ja noch weniger, als den Marx.

Und dabei heißt es doch, eine Krähe sticht der anderen kein Auge heraus...
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von HeGe » Montag 20. Januar 2020, 11:03

Irmgard hat geschrieben:
Sonntag 19. Januar 2020, 18:32
Ralf hat geschrieben:
Samstag 18. Januar 2020, 23:51
Zum gleichen Fall wie von Stefan verlinkt hier aus der FAZ:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... 83098.html

Nahezu alle bekannten Linksintellektuellen haben Pädophilie unterstützt.
Wichtig ist in diesem Kontext aber unbedingt, dass ein Unrecht dadurch, dass es auch noch weitere begehen, nicht entschuldbar wird. Relativierungen dieser Art finde ich unerträglich.

Insofern erreicht man nichts mit einem Fingerzeig auf andere Täter. Kehren muss man vor der eigenen Haustür.

Und gerne historisch klären, wie die Sicht auf Missbrauch sich im Laufe der letzten Jahrzehnte und auch als Funktion soziologischer Gruppen entwickelt hat.

Gruß

Irmgard
Aber es hilft bei der Ursachenforschung. Es wird ja gerne von interessierten Kreisen das Gefühl erweckt, Missbrauch ein spezifisch kirchliches Phänomen und durch den Zölibat und "patriarchale Machtstrukturen" und ähnliches Blabla besonders gefördert. Wenn es aber extrinsische Ursachen waren, die einen möglichen Anstieg der Fälle bewirkt haben, wie eben die gelockerte Moral der 68er, müsste man damit ganz anders umgehen und ganz andere Konsequenzen daraus ziehen.
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Ralf » Montag 20. Januar 2020, 11:18

CIC_Fan hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 09:15
Schwerer wiegt Geistliche die da schuldig geworden sind einfach zu versetzen und nicht aus dem Verkehr zu ziehen aber nach außen hin alles hätte man der Gesellschaft moralische Vorschriften zu machen
Moralische Vorschriften zu machen ist der Linken ja nicht wirklich fremd (wie man u.a. derzeit wieder erleben darf).

Es ist alles zum :kotz:

Insofern ist es auch keine Relativierung, sondern einen - berechtigte - Gleichsetzung des Bösen.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Petrus » Montag 20. Januar 2020, 11:20

mein Punkt dabei ist immer noch:

eine Institution, die behauptet, für andere (alle?) Menschen moralische Maßstäbe vorgeben zu müssen,

möchte sich doch bittschön gern gelegentlich mal "an der eigenen Nase zupfen".

ansonsten - ist man "unglaubwürdig".

meine Meinung, gern zur Diskussion gestellt.

Petrus.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Bruder Donald » Montag 20. Januar 2020, 11:44

Petrus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 11:20
mein Punkt dabei ist immer noch:

eine Institution, die behauptet, für andere (alle?) Menschen moralische Maßstäbe vorgeben zu müssen,

möchte sich doch bittschön gern gelegentlich mal "an der eigenen Nase zupfen".

ansonsten - ist man "unglaubwürdig".

meine Meinung, gern zur Diskussion gestellt.

Petrus.
Erlaubt denn die Institution als solche Missbrauch oder haben sich viele einzelne da etwas erlaubt, von dem sie wissen, dass es falsch ist und die Institution es weder erlaubt oder vorschreibt?

Dass im Verlauf auch Täter gedeckt wurden, ist eine schreiende Ungerechtigkeit und ein fehlverhalten für sich, aber bleiben wir doch bei den Fakten:

Viele einzelne haben entgegen den Vorschriften bzw. Moralischen Grundsätze ihrer Gemeinschaft verstoßen.

Die Institution als ganzes jetzt für die Fehlverhalten einzelner haftbar zu machen, ist ein ganz perfider Trick, diese Institution liebendgerne mundtot zu machen. Denn: Ändert sich durch diese Fehlverhalten dieser Einzelpersonen etwas an der Richtigkeit und wichtigkeit der grundsätzlichen Botschaft? Ich denke nicht.

Wenn man aber meint, immer die Institutionen haftbar zu machen, dann müssen auch andere die gleiche Kritik erhalten und ebenso hinterfragt werden.
Fangen wir doch mit Familien an oder mit Pfadfindern oder mit waldorfschulen...
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Ralf » Montag 20. Januar 2020, 11:46

Petrus hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 11:20
mein Punkt dabei ist immer noch:

eine Institution, die behauptet, für andere (alle?) Menschen moralische Maßstäbe vorgeben zu müssen,

möchte sich doch bittschön gern gelegentlich mal "an der eigenen Nase zupfen".

ansonsten - ist man "unglaubwürdig".

meine Meinung, gern zur Diskussion gestellt.

Petrus.
Das stimmt. Insofern sitzen Linke wie bspw. die Grünen als auch die Kirche im selben Boot.

Allerdings - und das ist Stefans Punkt - hat die Kirche nie versucht, ihre Verbrechen zu legalisieren.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Petrus » Montag 20. Januar 2020, 12:10

Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 11:44
Viele einzelne haben entgegen den Vorschriften bzw. Moralischen Grundsätze ihrer Gemeinschaft verstoßen.
danke, Bruder Donald.

welche Viele einzelne meinstest Du denn?

und, damit wir uns richtig verstehen:

Klarnamen sind von mir nicht erwünscht. ich kenne genug davon.

Petrus
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Re: Mißbrauchsanschuldigungen

Beitrag von Petrus » Montag 20. Januar 2020, 12:13

Ralf hat geschrieben:
Montag 20. Januar 2020, 11:46

Allerdings - und das ist Stefans Punkt - hat die Kirche nie versucht, ihre Verbrechen zu legalisieren.
dazu gern, Ralf, noch eine Nach-Frage, von mir:

Du meintest in Deinem Beitrag, "die Kirche" hätte Verbrechen begangen.

Welche denn?

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