Rausch und Ekstase
Verfasst: Donnerstag 14. Juni 2007, 13:44
Rauschartige Zustände und ausgelebter Eros gehören zu den religiösen Grenzerfahrungen im Rahmen der Religions- und Kirchengeschichte.
Dionysos ist in der griechischen Götterwelt ein Gott des Weines, der Fruchtbarkeit und der Ekstase.
Dionysius Areopagita scheint in seiner Mystik in zurückgeschnittener Form daran anzuknüpfen.
Heute sagt man, er sei nicht mit dem von Paulus bekehrten Dionysius zu verwechseln.
Ein gleichnamiger Märtyrer aus Paris und seine Verbindung zur französischen Monarchie verlieh seiner theologischen Argumentation zusätzliches Gewicht.
Der starke Einfluss auf das bonaventuranische Denken, wie es sich im Hexaemeron widerspiegelt, ist von daher verständlich.
Bei Dionysius ist Gott Ursache, Anfang, Wesen, Leben (etc.) aller Dinge (vgl. de divinis nominibus I, 3). Gott ist aber auch als das Eine und Vollkommene jenseits allen Daseins (vgl. de mystica theologia I, 3). Die Frage nach der möglichen Erkenntnis Gottes wird dann derart beantwortet, dass per analogiam die Erkenntnis zur Ursache von Allem geführt werden kann (vgl. de div V, 9), ohne Gott in einem Existierenden jedoch jemals zu erkennen (vgl. de div VII, 3). Eine theologia positiva (kataphatike) muss also von der biblischen Offenbarung Gottes ausgehen (vgl. de myst III), wobei Gott als Über-Seiend, hyperousios , nie erreicht wird. Eine theologia negativa (apophatike) muss sich so um die Unsagbarkeit bemühen (vgl. de myst III, de div XIII), die Verborgenheit aufnehmen und eben nach diesem Dunkel fragen (vgl. de myst I). Die Positionen der theologia positiva und der theologia negativa werden nicht aufgelöst (Interpreten, die diese Auflösung doch sehen, sprechen dann von der via eminentiae), sondern eher in praxi durch eine theologia mystica flankiert, die den Weg „in das mystische Dunkel der Erkenntnis“ (de myst I, 3) soweit möglich bahnen soll.
Insgesamt erscheint Bonaventura als "Fürst aller Mystiker" (eine Formulierung von Leo XIII., die in Abwandlung dem Hexaemeron entnommen sein dürfte) Zustände von Rausch und Ekstase allenfalls anzudeuten und zu zitieren.
Im Allgemeinen sind an die Stelle von Rausch und Ekstase im Christentum Nüchternheit und Wachsamkeit getreten.
Dionysos ist in der griechischen Götterwelt ein Gott des Weines, der Fruchtbarkeit und der Ekstase.
Dionysius Areopagita scheint in seiner Mystik in zurückgeschnittener Form daran anzuknüpfen.
Heute sagt man, er sei nicht mit dem von Paulus bekehrten Dionysius zu verwechseln.
Ein gleichnamiger Märtyrer aus Paris und seine Verbindung zur französischen Monarchie verlieh seiner theologischen Argumentation zusätzliches Gewicht.
Der starke Einfluss auf das bonaventuranische Denken, wie es sich im Hexaemeron widerspiegelt, ist von daher verständlich.
Bei Dionysius ist Gott Ursache, Anfang, Wesen, Leben (etc.) aller Dinge (vgl. de divinis nominibus I, 3). Gott ist aber auch als das Eine und Vollkommene jenseits allen Daseins (vgl. de mystica theologia I, 3). Die Frage nach der möglichen Erkenntnis Gottes wird dann derart beantwortet, dass per analogiam die Erkenntnis zur Ursache von Allem geführt werden kann (vgl. de div V, 9), ohne Gott in einem Existierenden jedoch jemals zu erkennen (vgl. de div VII, 3). Eine theologia positiva (kataphatike) muss also von der biblischen Offenbarung Gottes ausgehen (vgl. de myst III), wobei Gott als Über-Seiend, hyperousios , nie erreicht wird. Eine theologia negativa (apophatike) muss sich so um die Unsagbarkeit bemühen (vgl. de myst III, de div XIII), die Verborgenheit aufnehmen und eben nach diesem Dunkel fragen (vgl. de myst I). Die Positionen der theologia positiva und der theologia negativa werden nicht aufgelöst (Interpreten, die diese Auflösung doch sehen, sprechen dann von der via eminentiae), sondern eher in praxi durch eine theologia mystica flankiert, die den Weg „in das mystische Dunkel der Erkenntnis“ (de myst I, 3) soweit möglich bahnen soll.
Insgesamt erscheint Bonaventura als "Fürst aller Mystiker" (eine Formulierung von Leo XIII., die in Abwandlung dem Hexaemeron entnommen sein dürfte) Zustände von Rausch und Ekstase allenfalls anzudeuten und zu zitieren.
Im Allgemeinen sind an die Stelle von Rausch und Ekstase im Christentum Nüchternheit und Wachsamkeit getreten.