Seite 1 von 2

Theologie im Alltag

Verfasst: Samstag 2. August 2008, 10:27
von overkott
Es ist schon erstaunlich. Voller Begeisterung kommt ein Freund aus dem Urlaub wieder. Sicher. Es war schön. Sonne, Sand und Allinclusive. Aber das erzählt er eher am Rand. Wichtiger ist ihm ein Buch. Eigentlich Techniker, hatte er endlich einmal Zeit ein philosophisches Buch zu lesen.

Im Grunde ging es darin um die alten Katechismusfragen: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Auch Gottesbeweise werden darin angesprochen. Es geht um Schöpfung und Evolution. Es geht um Zukunft und Weltuntergang. Das Buch wirft diese Fragen auf, referiert, bleibt weitgehend sachlich.

Bei seinem begeisterten Erzählen kommen wir auf die Bibel zu sprechen. Er weiß erstaunlich wenig darüber. Dass die Bibel eigentlich eine Bibliothek ist, zum Beispiel. Dass diese Büchersammlung in mehreren tausend Jahren entstanden ist. Eigentlich hielt er sie für ein ganz normales Buch. Quasi am Stück geschrieben.

Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen. Schade, sagt er. Seine Ausbildung war zu einseitig. Und dabei war er als Jugendlicher lange Jahre in der kirchlichen Jugendarbeit.

Re: Theologie im Alltag

Verfasst: Samstag 2. August 2008, 18:48
von Peregrin
overkott hat geschrieben:Und dabei war er als Jugendlicher lange Jahre in der kirchlichen Jugendarbeit.
Das ist ja die Tragik. Pfadfinder, Jungschar, Ministranten ... viele Kinder schauen da irgendwann vorbei, aber hängen bleibt wenig bis nichts. Was zumeist an den Verantwortlichen liegt, die auch keine Ahnung haben.

In meinen Jahren als Pfadfinderführer hatte ich gewisse Probleme mit unserem angeblichen Arbeitschwerpunkt "Leben aus dem Glauben", denn ich weder wußte ich (nach acht Jahren Stiftsgymnasium!) selber dazu viel beizutragen, noch boten die Ausbildungsbehelfe Brauchbares (jenseits von "Jesus liebt uns"-Gesülze). Da ich aber immerhin erkannte, daß da etwas fehlte, war ich sehr bemüht, den Kontakt zu unserem Pfarrer und Kuraten zu intensivieren, worüber der sich freute und auch oft vorbeikam. Aber jetzt kommt's: Bezüglich der genannten Schwerpunktarbeit hatte der auch keinen Plan.

Re: Theologie im Alltag

Verfasst: Samstag 2. August 2008, 19:37
von regina 32
overkott hat geschrieben: Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen. Schade, sagt er. Seine Ausbildung war zu einseitig. .
Es ist ein Armutszeugnis, aber mir geht es genauso, und ich sag Euch, es ist unglaublich schwer sich da ein etwas breiteres Wissen im Erwachsenenalter anzueignen. Dazu kommt dann noch die Bequemlichkeit (das (un-)gesunde Halbwissen hat ja bis dato auch gereicht) und die Frage woher man das Wissen - auch als Nichtlateiner - bekommen kann, wenn man Abends halbtot vom Tag und den Kindern im Bettchen liegt und nicht so sehr schwere Literatur wünscht....

Re: Theologie im Alltag

Verfasst: Samstag 2. August 2008, 20:30
von meggisusi
regina 32 hat geschrieben:
overkott hat geschrieben: Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen. Schade, sagt er. Seine Ausbildung war zu einseitig. .
Es ist ein Armutszeugnis, aber mir geht es genauso, und ich sag Euch, es ist unglaublich schwer sich da ein etwas breiteres Wissen im Erwachsenenalter anzueignen. Dazu kommt dann noch die Bequemlichkeit (das (un-)gesunde Halbwissen hat ja bis dato auch gereicht) und die Frage woher man das Wissen - auch als Nichtlateiner - bekommen kann, wenn man Abends halbtot vom Tag und den Kindern im Bettchen liegt und nicht so sehr schwere Literatur wünscht....
:ja: :ja: :ja:

Ich hab mal neben dem Beruf das Fernstudium Würzburg angefangen, nach eineinhalb Jahren hab ich total frustriert aufgegeben, weil ich im Tutorium einfach nicht mehr nachkam (und das Tutorium so oft sausen lassen mußte, wg. der blöden Arbeitszeiten (Einzelhandel)) Jetzt versuch ich es allein mit den Lehrbriefen und anderer Lektüre, wobei ich schon einiges von Benedikt XVI gelesen habe und auch glaube verstanden zu haben.

L.G. meggisusi

Re: Theologie im Alltag

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 13:51
von overkott
Peregrin hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Und dabei war er als Jugendlicher lange Jahre in der kirchlichen Jugendarbeit.
Das ist ja die Tragik. Pfadfinder, Jungschar, Ministranten ... viele Kinder schauen da irgendwann vorbei, aber hängen bleibt wenig bis nichts.
Das Problem ist sicher nicht eine kindliche Theologie. Aber wenn sie einem zu klein wird, bekommt man Probleme mit dem Glauben. In Diskussionen zeigt sich häufig, dass Atheisten eine problematische Theologie haben, mit der sie zurecht Probleme haben, die sie aber nicht automatisch Gläubigen unterschieben dürfen.

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 14:06
von overkott
Zur Ergänzung.

Wenn ich mir die Biografien von Nietzsche und Kant anschaue, stelle ich fest, dass sie aus einem protestantischen bzw. pietistischen Umfeld stammen, in der die Schrift, reduziert um das Buch der Weisheit, einen fundamentalen Stellenwert hat und die Bibel eben häufig viel wörtlicher interpretiert wird, als dies die Kirchenväter und mittelalterliche Theologen bis hin zu meinem Spezi-Heiligen getan haben. Statt doppelt mit der Tradition zu brechen (einmal durch die Reformation und zum zweiten Mal durch seine Probleme mit der Reformation), kann man auch die Traditionen katholischer Theologie aufgreifen, die es einem Erwachsenen ermöglichen, Glaube und Vernunft weiterhin zur Deckung zu bringen.

Re: Theologie im Alltag

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 14:10
von Petra
meggisusi hat geschrieben:
regina 32 hat geschrieben:
overkott hat geschrieben: Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen. Schade, sagt er. Seine Ausbildung war zu einseitig. .
Es ist ein Armutszeugnis, aber mir geht es genauso, und ich sag Euch, es ist unglaublich schwer sich da ein etwas breiteres Wissen im Erwachsenenalter anzueignen. Dazu kommt dann noch die Bequemlichkeit (das (un-)gesunde Halbwissen hat ja bis dato auch gereicht) und die Frage woher man das Wissen - auch als Nichtlateiner - bekommen kann, wenn man Abends halbtot vom Tag und den Kindern im Bettchen liegt und nicht so sehr schwere Literatur wünscht....
:ja: :ja: :ja:

Ich hab mal neben dem Beruf das Fernstudium Würzburg angefangen, nach eineinhalb Jahren hab ich total frustriert aufgegeben, weil ich im Tutorium einfach nicht mehr nachkam (und das Tutorium so oft sausen lassen mußte, wg. der blöden Arbeitszeiten (Einzelhandel)) Jetzt versuch ich es allein mit den Lehrbriefen und anderer Lektüre, wobei ich schon einiges von Benedikt XVI gelesen habe und auch glaube verstanden zu haben.

L.G. meggisusi
Die Würzburger Hefte sind interessant. Aber wirklich weitergeholfen im persönlichen Glauben haben sie mir nicht. Da waren Ignatius-Exerzitien schon besser.
Zum Mitdiskutieren bei "weltanschaulichen" Themen sind die theoretischen Grundlagen allerdings enorm wichtig.
overkott hat geschrieben:Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen.
Verstehe ich nicht: dieses "nicht mitgewachsen". :hmm:

Re: Theologie im Alltag

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 15:12
von overkott
Petra hat geschrieben:
meggisusi hat geschrieben:
regina 32 hat geschrieben:
overkott hat geschrieben: Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen. Schade, sagt er. Seine Ausbildung war zu einseitig. .
Es ist ein Armutszeugnis, aber mir geht es genauso, und ich sag Euch, es ist unglaublich schwer sich da ein etwas breiteres Wissen im Erwachsenenalter anzueignen. Dazu kommt dann noch die Bequemlichkeit (das (un-)gesunde Halbwissen hat ja bis dato auch gereicht) und die Frage woher man das Wissen - auch als Nichtlateiner - bekommen kann, wenn man Abends halbtot vom Tag und den Kindern im Bettchen liegt und nicht so sehr schwere Literatur wünscht....
:ja: :ja: :ja:

Ich hab mal neben dem Beruf das Fernstudium Würzburg angefangen, nach eineinhalb Jahren hab ich total frustriert aufgegeben, weil ich im Tutorium einfach nicht mehr nachkam (und das Tutorium so oft sausen lassen mußte, wg. der blöden Arbeitszeiten (Einzelhandel)) Jetzt versuch ich es allein mit den Lehrbriefen und anderer Lektüre, wobei ich schon einiges von Benedikt XVI gelesen habe und auch glaube verstanden zu haben.

L.G. meggisusi
Die Würzburger Hefte sind interessant. Aber wirklich weitergeholfen im persönlichen Glauben haben sie mir nicht. Da waren Ignatius-Exerzitien schon besser.
Zum Mitdiskutieren bei "weltanschaulichen" Themen sind die theoretischen Grundlagen allerdings enorm wichtig.
overkott hat geschrieben:Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen.
Verstehe ich nicht: dieses "nicht mitgewachsen". :hmm:
Lies mal 1 Kor 13

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 18:04
von meggisusi
www.karl-leisner-jugend.de

vielleicht ein brauchbarer Link
L.G. meggisusi

Re: Theologie im Alltag

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 20:02
von Kurt
overkott hat geschrieben:Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen. Schade, sagt er. Seine Ausbildung war zu einseitig. Und dabei war er als Jugendlicher lange Jahre in der kirchlichen Jugendarbeit.
Eigentlich, sofern die Fundamente überhaupt gelegt wurden, ist dieses Nichtwachsen eine gute Ausgangslage, um sich durch die Zeit zu retten. In den meisten Fällen erreicht nämlich der Glaube der Kindheitszeit niemals mehr diese Höhe.

Schwierig wird es mitunter nur, wenn man damit auf "Fachleute" buw. "Kritiker" stößt.

Re: Theologie im Alltag

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 20:48
von Nueva
meggisusi hat geschrieben:
regina 32 hat geschrieben:
overkott hat geschrieben: Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen. Schade, sagt er. Seine Ausbildung war zu einseitig. .
Es ist ein Armutszeugnis, aber mir geht es genauso, und ich sag Euch, es ist unglaublich schwer sich da ein etwas breiteres Wissen im Erwachsenenalter anzueignen. Dazu kommt dann noch die Bequemlichkeit (das (un-)gesunde Halbwissen hat ja bis dato auch gereicht) und die Frage woher man das Wissen - auch als Nichtlateiner - bekommen kann, wenn man Abends halbtot vom Tag und den Kindern im Bettchen liegt und nicht so sehr schwere Literatur wünscht....
:ja: :ja: :ja:

Ich hab mal neben dem Beruf das Fernstudium Würzburg angefangen, nach eineinhalb Jahren hab ich total frustriert aufgegeben, weil ich im Tutorium einfach nicht mehr nachkam (und das Tutorium so oft sausen lassen mußte, wg. der blöden Arbeitszeiten (Einzelhandel)) Jetzt versuch ich es allein mit den Lehrbriefen und anderer Lektüre, wobei ich schon einiges von Benedikt XVI gelesen habe und auch glaube verstanden zu haben.

L.G. meggisusi
Jo, aus genau diesem Grund hab ich im Juli2008 den Würzburger Fernkurs angefangen. Zuviel Halbwissen, zuwenig fundiertes Wissen über das WIe und WArum die bible zu lesen ist. In den letzten 2 Wochen hab ich die hälfte der Grundkurs briefe durchgearbeitet und sie aufgesogen wie ein Schwamm. Viele Fragen haben sich geklärt, neue sind azugekommen... Im Oktober startet der Belgeitkurs in meiner Erzdiözeses und ich freue mich riesig drauf.

Auch ne Möglichkeit

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 20:56
von sofaklecks
Eine weitere, sehr gute Möglichkeit, die real existerende christliche Theologie kennzulernen, ist der regelmässige Besuch des Kreuzgangs. Zu Risiken und Nebenwirkungen beachte man Davila: Nichts ist dem Glauben abträglicher als der ständige Umgang mit Gläubigen.

sofaklecks

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 21:02
von Nueva
Sofaklecks,
da ist was wahres dran :kiss:

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 21:08
von Robert Ketelhohn
Der Mitmensch ist eine harte Prüfung. Das fängt schon in der Familie an. Allerdings ist es wichtig, über diese Anfechtbarkeit hinauszugelangen, die vor der Sünde des Nächsten kapituliert. Denn dem Nächsten aus dem Weg zu gehen, das ist ja nicht, was uns aufgetragen ist.

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 21:12
von Nueva
Ja, vor allem wenn es soviele "Nächste" gibt *seufz* ind die dann noch in der Pubertät oder in der Troztphase sind...
es ist mnchmal gar nicht so einfach diesem "Nächsten"zu begegnen.
wißt du ein paar Tips, wie man über diese Anfechtbarkeit hinausgelangt?

Könnte

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 21:16
von sofaklecks
Könnte es unter anderem Aufgabe der Religion sein, diese Prüfung dem Mitmenschen dadurch etwas zu erleichtern, dass man ihm einen überzeugenden Glauben vorlebt?

Vorsicht mit der Antwort. Wer sie bejaht, sollte sofort mit einer entsprechenden Gewissenserforschung beginnen.


sofaklecks

Re: Könnte

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 21:30
von Nueva
sofaklecks hat geschrieben:Könnte es unter anderem Aufgabe der Religion sein, diese Prüfung dem Mitmenschen dadurch etwas zu erleichtern, dass man ihm einen überzeugenden Glauben vorlebt?

Vorsicht mit der Antwort. Wer sie bejaht, sollte sofort mit einer entsprechenden Gewissenserforschung beginnen.


sofaklecks
Diese Antwort ist mir zu pauschal. Was dem einen überzeugt, widert den anderen an. Die Menschen sind halt zu unterschiedlich. aber vielleicht meintest du einen authentischen Glauben vorleben. Einen Glauben vorleben, der nicht verurteilt, ein Glaube der Brücken baut und andere in der Hoffnung stärkt.

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 21:36
von Raimund J.
Ist die beste und einfachste Theologie des Alltags nicht das Wort Gottes, das Sonntag für Sonntag (und natürlich auch Werktags) in den Evangelien verkündet und von den Priestern ausgelegt wird?

Ich hatte an diesem Wochenende das Glück zwei hervorragende Predigten hören zu dürfen, einmal zur "Speisung der 5000" und einmal zum Gleichnis des barmherzigen Samariters (12. Sonntag nach Pfingsten; a.o. Form).

Wenn

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 21:46
von sofaklecks
Wenn etwas überzeugt, dann die Wahrheit.

Also kann man überzeugend mit authentisch gleichsetzen.

Nur dass die Wahrheit zu sagen heutzutage ein Luxus ist, den sich kaum jemand mehr leisten kann.

sofaklecks

(Nachtrag zur Erziehung:

Meine eine Nichte war ein sehr schwieriges Kind. Eine Vier nach dem Enneagramm und zwar eine ganz typische. Nach einer Standpauke (sie hatte die Schule geschwänzt, um mit Freunden zu diskutieren), rannte sie wütend aus dem Haus und war um zehn noch nicht zu Hause. Was tun? Meine Schwester und ihr Mann stellten fest, dass sie entweder ihre Tochter richtig erzogen hätten und zu ihr Vertrauen haben könnten oder alles für die Katz war und dann eh kurzfristig nicht zu regeln sei. Sie taten .... nichts. Gebetet haben sie.

Am Morgen, als mein Schwager das Haus verliess, kam die Tochter, Sie hatte auf einer Bank in der Nähe frierend die nacht verbracht. "Frühstück steht schon auf dem Tisch!" meinte mein Schwager und alle taten, als sei nichts gewesen. "Eine saubere Familie", meinte meine Nichte. "Kommt man nachts nicht nach Hause,interessiert das kein Schwein,aber fehlt man ne Stunde in der Schule, geht die Welt unter!" Alles lachte und dann wurde die Sache gekärt und das Thema war gegessen und hat sich nie wiederholt.)

Re: Wenn

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 22:40
von overkott
sofaklecks hat geschrieben:Wenn etwas überzeugt, dann die Wahrheit.

Also kann man überzeugend mit authentisch gleichsetzen.

Nur dass die Wahrheit zu sagen heutzutage ein Luxus ist, den sich kaum jemand mehr leisten kann.

sofaklecks

(Nachtrag zur Erziehung:

Meine eine Nichte war ein sehr schwieriges Kind. Eine Vier nach dem Enneagramm und zwar eine ganz typische. Nach einer Standpauke (sie hatte die Schule geschwänzt, um mit Freunden zu diskutieren), rannte sie wütend aus dem Haus und war um zehn noch nicht zu Hause. Was tun? Meine Schwester und ihr Mann stellten fest, dass sie entweder ihre Tochter richtig erzogen hätten und zu ihr Vertrauen haben könnten oder alles für die Katz war und dann eh kurzfristig nicht zu regeln sei. Sie taten .... nichts. Gebetet haben sie.

Am Morgen, als mein Schwager das Haus verliess, kam die Tochter, Sie hatte auf einer Bank in der Nähe frierend die nacht verbracht. "Frühstück steht schon auf dem Tisch!" meinte mein Schwager und alle taten, als sei nichts gewesen. "Eine saubere Familie", meinte meine Nichte. "Kommt man nachts nicht nach Hause,interessiert das kein Schwein,aber fehlt man ne Stunde in der Schule, geht die Welt unter!" Alles lachte und dann wurde die Sache gekärt und das Thema war gegessen und hat sich nie wiederholt.)
Nichts ist teurer als die eigene Überzeugung. Wer nicht auf Linje ist, wird rund gemacht.

Re: Wenn

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 22:50
von Robert Ketelhohn
sofaklecks hat geschrieben:Eine Vier nach dem Enneagramm
  • Das bloß als Randbemerkung zum Thema „Bildung und Aberglaube“ im Nachbarstrang … :ikb_laughing:[/size]

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 22:54
von Robert Ketelhohn
Nueva hat geschrieben:Weißt du ein paar Tips, wie man über diese Anfechtbarkeit hinausgelangt?

Höchstens theoretisch. In der Praxis scheitere ich zu oft dran …

Re: Wenn

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 22:59
von Petra
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
sofaklecks hat geschrieben:Eine Vier nach dem Enneagramm
  • Das bloß als Randbemerkung zum Thema „Bildung und Aberglaube“ im Nachbarstrang … :ikb_laughing:[/size]
Naja, was Achter eben so glauben :roll:

Verfasst: Sonntag 3. August 2008, 23:01
von Nueva
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Nueva hat geschrieben:Weißt du ein paar Tips, wie man über diese Anfechtbarkeit hinausgelangt?

Höchstens theoretisch. In der Praxis scheitere ich zu oft dran …
Das ist zumindest sehr sehr ehrlich...

Verfasst: Montag 4. August 2008, 01:23
von ad_hoc
Für die fragende Nueva und den antwortenden R. K. :

IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT
:)
Gruß, ad_hoc

Verfasst: Montag 4. August 2008, 01:29
von Robert Ketelhohn
Es kann nur einen geben.

Verfasst: Montag 4. August 2008, 01:55
von ad_hoc
Richtig. Da holt man sich die Ruhe und die Kraft.
;)

Gruß, ad_hoc

Off topic

Verfasst: Montag 4. August 2008, 08:11
von sofaklecks
@Petra,

ich hätte eher auf eine Eins getippt.

sofaklecks, Eso-Eumel

Re: Off topic

Verfasst: Montag 4. August 2008, 10:34
von Petra
sofaklecks hat geschrieben:@Petra,

ich hätte eher auf eine Eins getippt.

sofaklecks, Eso-Eumel
Entweder oder. Aber bestimmt nicht dazwischen. ;)

Petra, Eso-Eumeline

Re: Theologie im Alltag

Verfasst: Montag 4. August 2008, 10:36
von Petra
overkott hat geschrieben:
Petra hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Entsprechend einfach ist seine Theologie. Im Prinzip stecken geblieben in den Kinderschuhen. Nicht mitgewachsen.
Verstehe ich nicht: dieses "nicht mitgewachsen". :hmm:
Lies mal 1 Kor 13
Verstehe ich trotzdem nicht, dieses „Kinderglauben“.

Bedeutet es, jemand sieht Gott als alten Mann mit langem weißen Bart und ist sicher, wirklich alles, um das er bittend betet, wird umgehend erfüllt? – Bei einigen Leuten, die von Kinderglauben reden, habe ich den Verdacht, sie wollen Unzeitgemäßes wie z.B. Wunder oder Mariä Verkündigung zu Kinderkram erklären.

(Diesen Verdacht habe ich bei Dir, Overkott, nicht.)

Verfasst: Montag 4. August 2008, 13:59
von ad_hoc
Petra hat geschrieben:
Bedeutet es, jemand sieht Gott als alten Mann mit langem weißen Bart und ist sicher, wirklich alles, um das er bittend betet, wird umgehend erfüllt? – Bei einigen Leuten, die von Kinderglauben reden, habe ich den Verdacht, sie wollen Unzeitgemäßes wie z.B. Wunder oder Mariä Verkündigung zu Kinderkram erklären.
Wie sich jeder einzelne Gott vorstellt, ist letztendlich von verschiedenen Faktoren habhängig. Ein Kind hat eine andere Gottesvorstellung als ein Erwachsener; und selbst bei den Erwachsenen ist das Gottesbild abhängig von ihrer religiösen Bildung und Vorstellungskraft.
Jemand, der "kitschig" denkt, hat ein anderes Erscheinungsbild Gottes als jemand, der von sich überzeugt ist, "rational" zu denken. Überhaupt sollte der Ausdruck "Kitsch" gerade in religiösen Belangen nochmals überdacht werden. Ich habe einfach zu oft erlebt, welche Verehrung Gott von denjenigen Menschen gerade über Kitsch-Bilder, Kitsch-Figuren, sonstigen Kitsch-Vorstellungen etc. zufließt, denen gar nicht bewußt ist, dass es sich um "Kitsch" handelt. Da ist dann wohl doch deren Interpretation entscheidender als die Interpretation und Beurteilung eines Außenstehenden.

Dazu gäbe es mehr zu sagen, scheint mir aber im Moment nicht notwendig.

Wir können davon ausgehen, dass Gott alle Bitten erfüllt, die in der notwendigen Intention vorgetragen werden; unter Umständen nicht in der Art und Weise, wie sich der Bittende dies vostellt, ganz sicher aber in einer Art und Weise, wie es Gott gefällt und wie er es für den Bittenden als sinnvoll erachtet.
Insofern bleibt keine Bitte vor Gott unbeachtet.

Gruß, ad_hoc

Verfasst: Montag 4. August 2008, 14:01
von ad_hoc
Hallo sofaklecks

Die Hartnäckigkeit der Eso-Eumelei hat mich nun doch neugierig gemacht.
Welcher Nummer würdest denn Du mich zuordnen? Ich schau mir das dann mal an. ;)

Gruß, ad_hoc