Desperately seeking "Feierlichen Einzug" o. ä.

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Seraph
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Desperately seeking "Feierlichen Einzug" o. ä.

Beitrag von Seraph »

Liebe Leute,

falls einer von Euch öfter You-tube- oder sonstige Filmausschnitte sieht: ich bin grad auf der Suche nach einer Sequenz, in der möglichst viele Kardinäle, Mönche, Gottesdienstbesucher oder ähnliches gleichzeitig eine Kniebeuge machen oder sich hinknien. Ich habe mir seit gestern schon einen Wolf gesucht, bin aber noch nicht fündig geworden. Falls einem von Euch spontan etwas einfällt, wäre ich dankbar für einen Hinweis.

Danke & Grüße
Seraph
Ein düsterer Seraph möchte wohl selbst den dreieinigen Gott erschrecken.
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Leguan
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Beitrag von Leguan »

Ich habe gerade bestimmt 20 Minuten nach dem Video gesucht, das ich im Kopf habe, aber nicht gefunden.
Gibt es wohl nicht mehr, sonst hätte ich es gefunden.

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Seraph
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Beitrag von Seraph »

Leguan hat geschrieben:Ich habe gerade bestimmt 20 Minuten nach dem Video gesucht, das ich im Kopf habe, aber nicht gefunden.
Gibt es wohl nicht mehr, sonst hätte ich es gefunden.
Danke trotzdem fürs suchen. Ich bin mittlerweile - auch mit anderen, ähnlichen Wünschen fündig geworden. Eine gemeinschaftliche Kniebeuge gibts hier -witzigerweise die eigene Truppe.

Grüße
Seraph
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Kilianus
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Beitrag von Kilianus »

Leider nicht besonders vorbildlich. Weder zur Kniebeuge noch zum Altarkuß hat die Mitra etwas auf dem Haupt Seiner Eminenz verloren.

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Seraph
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Beitrag von Seraph »

Kilianus hat geschrieben:Leider nicht besonders vorbildlich. Weder zur Kniebeuge noch zum Altarkuß hat die Mitra etwas auf dem Haupt Seiner Eminenz verloren.
:roll: C what I mean? Das eben meinte ich im anderen Thread zu einer Haltung, in die man sich hineinredet, in der man dann alles und jedes bemängelt und bekrittelt. Weder Seine Eminenz noch der wirklich tolle Zeremoniar haben das verdient.
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Kilianus
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Beitrag von Kilianus »

Yeah man.

In Wirklichkeit finde ich zum Beispiel den Text der Strophen 2ff. wesentlich schlimmer als dieses Detail.

Ich meine auch nicht, daß man z.B. bei der Altarinzens genau mitzählen muß, damit man das Rauchfaß ja nicht einmal zu viel oder einmal zu wenig schwingt. (Wobei die Vorgabe der Züge ja eh aus den Rubriken verschwunden ist. Eigentlich schade um die hübsche Skizze, die da immer dabei war.)

Aber ich finde schon, daß man in der Liturgie Sorgfalt walten lassen sollte. Die Musiker sollten sich redlich bemühen, richtig zu musizieren. Der Küster sollte sich redlich darum bemühen, daß das Altartuch richtig aufliegt, die Kerzen alle brennen usw. Und der eigentliche liturgische Dienst sollte eben auch das machen, was jeweils vorgesehen ist - weil es i.d.R. genau so seinen Sinn hat, wie es vorgesehen ist.

Die Verwendung von Stab und Mitra folgt in der ordentlichen Form (in der ao. Form ist das System ein bißchen anders) einer weitgehend stringenten Logik: Sie sind Zeichen von Autorität. Die kann der Bischof in Anspruch nehmen, wenn er sich ans Volk wendet, also wenn er predigt, segnet, weiht. Aber eben nicht, wenn er sich an Gott wendet, also Gebete spricht oder dem Allerheiligsten bzw. dem Altar (Christussymbol) seine Reverenz erweist.

Ich erwarte natürlich nicht von jedem Christgläubigen, daß er sich in die ganze Fülle der liturgischen Symbole hineinvertieft, sie verinnerlicht und jederzeit korrekt "anwenden" kann. Ich erwarte es noch nicht mal von jedem Priester. Jeder hat andere Begabungen, und die Liturgie ist nicht der einzige Grundvollzug der Kirche. Für die Details bei diesen Grundvollzug hat man z.B. Zeremoniare. Von denen allerdings erwarte ich sehr wohl, daß sie sich auch um die Details kümmern.

Wobei das Problem natürlich meist nicht die Zeremoniare sind. Die Hochwürdigsten und hochwürdigen Herren Zelebranten und Konzelebranten folgen oft einfach nicht...

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Seraph
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Beitrag von Seraph »

Kilianus hat geschrieben: Wobei das Problem natürlich meist nicht die Zeremoniare sind. Die Hochwürdigsten und hochwürdigen Herren Zelebranten und Konzelebranten folgen oft einfach nicht...
Ita est. Wir können nicht wissen, woran es letztendlich liegt, wobei ich noch zu bedenken geben möchte, daß bei dieser doch recht speziellen Architektur der Kardinal auf halbem Wege des Einzugs vor der Kniebeuge die Mitra kurz abgenommen und gleich wieder aufgesetzt bekommen müßte. Wenn ich mir dazu überhaupt was überlegen müßte, dann eher das, daß man bei aller Liebe zum Detail aufpassen muß, daß man nicht ungewollt ins leicht Groteske abgleitet.

Zu Deinen anderen Ausführungen: natürlich sollen die Dienste sich bemühen, ihr Bestes zu tun. Wem aber beim Einzug zu einem solch festlichen Ereignis eher oder vorwiegend auffällt, daß trotz aller Bemühungen womöglich ein Altartuch nicht richtig aufgelegen, eine Kerze den Dienst eingestellt, Herr Prälat Sowieso sein Birett vergessen hat (der Kardinal dagegen bei der Kniebeuge die Mitra auf dem Haupt behält), der Trompeter eine Zumutung gewesen wäre und was dergleichen Kommentare oftmals mehr sind, der hat in meinen Augen einen etwas unglückseligen Blick aufs Ganze.

Persönlich fällt mir sowas vergleichsweise selten auf. Dagegen weiß ich noch, daß ich das Hochamt schön fand und mit einem der Weihekandidaten besonders durchs gegenseitige Gebet verbunden bin. Schon deshalb wäre mir eher wichtig, daß ein Einzug in erster Linie weniger nach "vorbildlich" sondern eher nach Freude und innerer Beteiligung des Volkes Gottes strebt - da ist mir dann der Kardinal, der hier den Abstecher macht, um die "die Kindlein" zu segnen, auch viel näher.

Just my 2 cents,
Seraph
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Maurus
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Beitrag von Maurus »

Seraph hat geschrieben:
Kilianus hat geschrieben: Wobei das Problem natürlich meist nicht die Zeremoniare sind. Die Hochwürdigsten und hochwürdigen Herren Zelebranten und Konzelebranten folgen oft einfach nicht...
Ita est. Wir können nicht wissen, woran es letztendlich liegt, wobei ich noch zu bedenken geben möchte, daß bei dieser doch recht speziellen Architektur der Kardinal auf halbem Wege des Einzugs vor der Kniebeuge die Mitra kurz abgenommen und gleich wieder aufgesetzt bekommen müßte. Wenn ich mir dazu überhaupt was überlegen müßte, dann eher das, daß man bei aller Liebe zum Detail aufpassen muß, daß man nicht ungewollt ins leicht Groteske abgleitet.
Nach dem Zeremoniale ist die Mitra nicht abzusetzen, wenn sie gleich darauf wieder aufzusetzen wäre.

Kilianus
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Beitrag von Kilianus »

Das greift in diesem Fall für die Kniebeuge, aber nicht für den Altarkuß. Letzterer sieht mit Stab und Mitra ja auch ein wenig verkrampft aus.

Seraph, ich will Dir doch überhaupt nicht die Freude an dieser Liturgie nehmen. Ich habe ja auch nicht gesagt, daß das jetzt völlig unsäglich und beim besten Willen gerade noch gültig war.

Ich finde aber schon, daß man auch mal über solche Details unterhalten kann. Zumindest an einem passenden Ort - den Kreuzgang halte ich für einen solchen.

Gerade Zeichen wie die Pontifikalien - die ihren Träger ja zunächst einmal überhöhen - sind schließlich zu allererst dafür da, daß man sie in den richtigen Momenten ablegt.

Zeichen, mit denen man schlampig umgeht, verlieren ihre Aussagekraft. Dann sollte man sie besser ganz weglassen.

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Linus
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Beitrag von Linus »

Wärs also richtig gewesen: Antreten zur Kniebeuge, weg mit Mitra und Stab dann zum Altar altarkuß und wieder den Bischof pontifizieren? :hmm:
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Kilianus
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Beitrag von Kilianus »

Hast Du den Film gesehen? Sondersituation Hedwigskathedrale: Kniebeuge auf der Hälfte des Einzugs.

Andersrum gesagt: Altarkuß folgt nicht unmittelbar auf die Kniebeuge.

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