Auf den Rabenklippen bleichen Knabenrippen
und der Mond verkriecht sich ins Gewölk.
Rings im Kringel schnattern schwarze Ringelnattern
und der Uhu naht sich mit Gebölk.
Mit den Tatzen kratzen bleiche Katzenfratzen
an dem Leichenstein der Modergruft.
Furchtbar, schrecklich, grässlich, gräulich, eklig,
hässlich tönt ihr Wehgewimmer durch die Luft.
Tief im Moore brodelt's und im Chore jodelt's
in die rabenschwarze Nacht hinaus.
Keine Brandungslücke, keine Landungsbrücke
gibt's in diesem Meer von Angst und Graus.
Selbst ein dummer Stänker wird ein stummer Denker,
wenn er so viel Grauses hört und schaut.
Trinkt noch schnell 'nen Bittern,
sinkt zur Stell' mit Zittern
mit 'ner Kreidehaut ins Heidekraut.
Drum ihr tollen Zecher, hebt die vollen Becher,
besser sitzt es sich doch hier beim Wein.
Als auf Rabenklippen, wo die Knabenrippen
bleichen bei des Neumonds finstrem Schein!
(Heinrich Seidel, 1842-1906)
*je nach Comment:
Trinken, wer auch immer einem zuprostet,
eine Cigarre rauchen
und im Inoffizium/Fidulitas eine Rede über ein aus der Corona gestelltes Thema halten.