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Allerlei Kopfschmuck

Verfasst: Montag 11. Juli 2011, 14:29
von anneke6
Dieses Thema wurde nicht von anneke6 eröffnet, sondern aus den "Nachrichten aus der Weltkirche III" (Pforte) abgetrennt.
Die Moderation

ad_hoc hat geschrieben:
anneke6 hat geschrieben:Leider kann man auf dem Bild nicht gut erkennen, was für eine Frisur sie hat. Es sieht ein bißchen aus wie hochgesteckte Haare, aber das ist ziemlich unwahrscheinlich.
Nein, das passt schon, einmal vom altersentsprechenden Ausehen, als auch von der Frisur her. Ist zwar schlecht zu erkennen, aber ich gehe davon aus, dass dieses Mädchen lange Haare besass, die man, wenn sie gerade störten, bei der Arbeit beispielsweise, einfach hochgebunden hat. Ich denke, dass man etwas ähnliches zumindest erkennen kann.

Gruß, ad_hoc
Ich habe keine große Ahnung von Gepflogenheiten in Italien…aber "bei uns" trugen Mädchen bis zur Heiratsfähigkeit Zöpfe. Auf denen basierte auch die Hochsteckfrisur der erwachsenen Frauen. Zwei geflochtene Zöpfe werden unter ein speziell gefaltetes ca 1 qm großes, quadratisches Tuch in Schnecken gelegt und festgesteckt. Bei verheirateten Frauen ist das Haar gar nicht mehr zu sehen, bei unverheirateten Frauen ist etwas Haar auf dem Hinterkopf sichtbar. Ich habe diese Frisur nur ein einziges Mal getragen. Es gab nur eine Frau in der Umgebung, die diese Kunst noch praktizierte. Erst einmal durften die Haare nicht gewaschen werden, da die Frisur sonst nicht hält. Dann wurde das taillenlange Haar in zwei Zöpfe geflochten, die mit über 50 Haarnadeln (50 sind in einer Packung) festgesteckt wurden. Die Prozedur dauerte fast 2 Stunden, aber das war auch außergewöhnlich lang und damit verbunden, daß mein Haar sehr glatt ist, und die Nadeln immer wieder rausrutschten.
Wenn die Frisur wirklich fertig ist, sitzt sie bombenfest, man könnte theoretisch leichte Arbeit damit verrichten. Aber die ganzen Haare auf dem Kopf wiegen auch ganz schön was und sind doch nicht besonders bequem. Man hat um 1900 nicht so viel fotografiert, und ich habe kein Foto von einer Frau aus unserer Familie bei der Arbeit…aber ich denke mal, sie trugen die Haare wahscheinlich in hängenden Zöpfen oder im Nacken zusammengewurschtelt und ein einfaches Tuch darüber, um die Haare vor Staub und Dreck zu schützen.

Re: Nachrichten aus der Weltkirche III

Verfasst: Montag 11. Juli 2011, 15:09
von Robert Ketelhohn
anneke6 hat geschrieben:Es gab nur eine Frau in der Umgebung, die diese Kunst noch praktizierte.
Beherrschte die auch noch den Semnonenknoten?

Re: Nachrichten aus der Weltkirche III

Verfasst: Dienstag 12. Juli 2011, 00:40
von ad_hoc
.....oder im Nacken zusammengewurschtelt.....
Vielleicht auch das. Aber so viel Eitelkeit traue ich jedem Mädchen (auch in der fraglichen Zeit) in diesem Alter und in jeder Armutsklasse (Verwahrloste ausgenommen) zu, dass es wenigstens halbwegs ordentlich gekleidet und frisiert sein wollte.
Jetzt wäre nur noch festzustellen, inweiweit sich süditalienische Mädchen von den polnischen weiblichen Haarfrisuren und Trageweisen haben beeinflussen lassen und in welchem Umfang.
;)
Gruß, ad_hoc

Re: Nachrichten aus der Weltkirche III

Verfasst: Dienstag 12. Juli 2011, 02:30
von Robert Ketelhohn
Wieso polnisch?

Re: Nachrichten aus der Weltkirche III

Verfasst: Dienstag 12. Juli 2011, 20:45
von anneke6
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
anneke6 hat geschrieben:Es gab nur eine Frau in der Umgebung, die diese Kunst noch praktizierte.
Beherrschte die auch noch den Semnonenknoten?
Ich wußte bis vor ein paar Jahren noch nicht, daß es diesen Knoten gibt…obwohl ich als Kind schon ein paar Mal Moorleichen gesehen habe. Unter anderem die Moorleiche Windeby II, die damals noch als das "Mädchen von Windeby" bezeichnet wurde…sich dann später mittels DNS-Analyse als Mann entpuppte.
Leider lebt die Dame, die jene Frisur (die vielleicht gar nicht so alt war, wie wir damals als Kinder geglaubt haben) für die Kinder machte, schon seit mehreren Jahren nicht mehr.

Re: Nachrichten aus der Weltkirche III

Verfasst: Dienstag 12. Juli 2011, 20:58
von anneke6
ad_hoc hat geschrieben:
.....oder im Nacken zusammengewurschtelt.....
Vielleicht auch das. Aber so viel Eitelkeit traue ich jedem Mädchen (auch in der fraglichen Zeit) in diesem Alter und in jeder Armutsklasse (Verwahrloste ausgenommen) zu, dass es wenigstens halbwegs ordentlich gekleidet und frisiert sein wollte.
Jetzt wäre nur noch festzustellen, inweiweit sich süditalienische Mädchen von den polnischen weiblichen Haarfrisuren und Trageweisen haben beeinflussen lassen und in welchem Umfang.
;)
Gruß, ad_hoc
Gar nicht wahrscheinlich, denn in der Heimat meiner Urgroßmutter (Mutter des Großvaters mütterlicherseits) trägt man so etwas:

Bei der italienischen Hitze würden die Blumen wahrscheinlich sofort in Flammen aufgehen.
Alltagstauglich ist die "Bamberka" auch nicht, ganz davon abgesehen.
Die Frisur, über die ich schrieb, wird zur Tracht einer anderen Urgroßmutter (Mutter der Großmutter väterlicherseits) getragen. Ich muß mal gucken, ob bich noch ein Foto habe…

Re: Nachrichten aus der Weltkirche III

Verfasst: Dienstag 12. Juli 2011, 22:26
von taddeo
Bild

:hmm:

Re: Allerlei Kopfschmuck

Verfasst: Mittwoch 13. Juli 2011, 14:57
von civilisation
anneke6 hat geschrieben: ... und ein einfaches Tuch darüber ...
Erinnert mich an den Moschee-Besuch der Queen in 2010 ...

Bild

... oder bei großer Kälte gleich dreimal den Kopf einpacken, aber darunter ein einfaches Tuch:


Re: Allerlei Kopfschmuck

Verfasst: Mittwoch 13. Juli 2011, 18:10
von anneke6
Die erste Variante finde ich durchaus schick…

Re: Allerlei Kopfschmuck

Verfasst: Mittwoch 13. Juli 2011, 18:12
von Niels
anneke6 hat geschrieben:Die erste Variante finde ich durchaus schick…
Dito.

Re: Allerlei Kopfschmuck

Verfasst: Mittwoch 13. Juli 2011, 21:36
von ChrisCross
Niels hat geschrieben:
anneke6 hat geschrieben:Die erste Variante finde ich durchaus schick…
Dito.
:daumen-rauf: Erinnert zum Glück auch auf Anhieb an eine Krone.