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Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 14:33
von San Marco
Ein befreundetes Paar (evangelisch mit Tendenz zur katholischen Kirche) haben ihren Sohn bewusst nicht taufen lassen. Erst ist jetzt 8 Jahre alt und die Taufe soll doch stattfinden.
In diesem Zusammenhang fiel auf, dass er Junge einen Vornamen hat, der überhaupt nicht christlich ist.
Die Eltern würden gerne nach der Taufe als Zeichen der Zugehörigkeit einen christlichen Namen als zweiten Vornamen hinzufügen.
Hat jemand Erfahrung damit ? Auch bei Hinzufügungen im Erwachsenalter ? Konvertiten ?
Ich habe nur ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gefunden (siehe u.a. hier):
http://www.beliebte-vornamen.de/279-namensaenderung.htm
Allerdings hat mir ein Täufling (38 Jahre alt) zu Ostern erzählt, dass sein Standesamt es abgelehnt hat, zu RONNY wunschgemäß noch den Namen JOHANNES einzutragen. Er habe schon "zu lange am Rechtsverkehr" teilgenommen.
P.S.
Wer zum Islam konvertiert, hat wohl keinerlei Probleme beim Standesamt.
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 14:43
von HeGe
Was für ein Vorname ist es denn? Häufig gibt es doch irgendwo einen Heiligen, der dazu passt.
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 14:56
von San Marco
HeGe hat geschrieben:Was für ein Vorname ist es denn? Häufig gibt es doch irgendwo einen Heiligen, der dazu passt.
Bei Kai gibt es keinen Heiligen.
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 15:02
von HeGe
Üblicherweise nimmt man bei Kai wohl Papst Caius (22.04.) oder den Ordensgründer Kajetan (07.08.) als Namenspatron.

Ist aber zugegebenermaßen eher behelfsmäßig.
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 15:03
von Dschungelboy
Ich glaube dem lieben Gott ist es ziemlich egal, welchen Namen man hat...

Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 15:08
von San Marco
Dschungelboy hat geschrieben:Ich glaube dem lieben Gott ist es ziemlich egal, welchen Namen man hat...

Ja [Punkt] Der Junge soll aber eben einen zweiten Vornamen bekommen der eindeutig christlich ist. Z.B. Christian, Franziskus oder Paul.
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 15:12
von Dschungelboy
Na gut, dann auf die Schnelle:
Einschlägig ist hier das immer noch geltende NamÄndG (Gesetz über die Änderung von Vornamen und Familiennamen) von 1938 - das eingeführt wurde, um sich eines jüdisch klingenden Namens zu entledigen
Für eine Namensänderung muss ein zwingender Grund vorliegen. Es gibt wohl auch ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, das die Religionszugehörigkeit als zwingenden Grund anerkannt hat, allerdings ging es da um einen Übertritt zum Islam.
Vielleicht einfach mal nach NamÄndG und dazugehörigen Urteilen googeln.
Hab aber die Befürchtung, dass es wohl eher schlecht ausschaut...
Die meisten Urteile, die ich auf die Schnelle gefunden haben, bescheiden eine religiöse Motivation negativ:
6. Die Eintragung des eigenen Namens in den Personenstandsregistern bzw. in den Personalausweis dient allein der Identitätsfeststellung und ist nicht dazu gedacht, Nachweis für den eigenen Glauben zu führen und diesen zu dokumentieren. (VG Berlin v. 01.07.2010, Az: 3 A 244.08
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 16:56
von Niels
Kasnn man im Personalausweis nicht einen Ordens-/Künstlernamen eintragen lassen?
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 17:07
von Juergen
Niels hat geschrieben:Kasnn man im Personalausweis nicht einen Ordens-/Künstlernamen eintragen lassen?
Im Moment kann mal es mal wieder.
Bis 2007: ja
2007 bis 2010: nein
seit 2010: ja
In fast allen anderen europäischen Ländern: nein — Das liegt wohl daran, weil es dort Tempolimit auf Autobahnen gibt, oder so ähnlich.
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 17:09
von Niels
Danke für die Info, Jürgen!

Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 17:11
von Niels
Juergen hat geschrieben:Niels hat geschrieben:Kasnn man im Personalausweis nicht einen Ordens-/Künstlernamen eintragen lassen?
Im Moment kann mal es mal wieder.
Bis 2007: ja
2007 bis 2010: nein
seit 2010: ja
In fast allen anderen europäischen Ländern: nein — Das liegt wohl daran, weil es dort Tempolimit auf Autobahnen gibt, oder so ähnlich.
Ich nenne mich dann Nikolaus Anselm Benedikt Chrysostomus Houdini Urks.
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 21:14
von Maurus
Niels hat geschrieben:Juergen hat geschrieben:Niels hat geschrieben:Kasnn man im Personalausweis nicht einen Ordens-/Künstlernamen eintragen lassen?
Im Moment kann mal es mal wieder.
Bis 2007: ja
2007 bis 2010: nein
seit 2010: ja
In fast allen anderen europäischen Ländern: nein — Das liegt wohl daran, weil es dort Tempolimit auf Autobahnen gibt, oder so ähnlich.
Ich nenne mich dann Nikolaus Anselm Benedikt Chrysostomus Houdini Urks.
Was ist mit "Dagobert"?

Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 21:22
von Juergen
Maurus hat geschrieben:Niels hat geschrieben:Juergen hat geschrieben:Niels hat geschrieben:Kasnn man im Personalausweis nicht einen Ordens-/Künstlernamen eintragen lassen?
Im Moment kann mal es mal wieder.
Bis 2007: ja
2007 bis 2010: nein
seit 2010: ja
In fast allen anderen europäischen Ländern: nein — Das liegt wohl daran, weil es dort Tempolimit auf Autobahnen gibt, oder so ähnlich.
Ich nenne mich dann Nikolaus Anselm Benedikt Chrysostomus Houdini Urks.
Was ist mit "Dagobert"?
Das läuft dann beim Meldeamt so:
Beamter:
Wie soll der zusätzliche Name lauten?
Niels:
Dagobert
*duck*
…
*flücht*
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 22:12
von Robert Ketelhohn
Re: Zusätzlicher Vorname - Erfahrungen
Verfasst: Dienstag 14. Mai 2013, 22:29
von San Marco
Dschungelboy hat geschrieben:
Die meisten Urteile, die ich auf die Schnelle gefunden haben, bescheiden eine religiöse Motivation negativ:
6. Die Eintragung des eigenen Namens in den Personenstandsregistern bzw. in den Personalausweis dient allein der Identitätsfeststellung und ist nicht dazu gedacht, Nachweis für den eigenen Glauben zu führen und diesen zu dokumentieren. (VG Berlin v. 1.7.21, Az: 3 A 244.8
Das habe ich gerade nachgelesen. Allerdings ging es hier um das etwas seltsame Ansinnen, viele Jahre nach der Taufe die Namen der Paten als Vornamen hinzuzufügen.
http://openjur.de/u/28286.html
Hier sind auch in den Gründen Verweise zu dem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts im Fall der Voranstellung von "Kaj" an "Seraphine" nach der Taufe der Minderjährigen.
Zitat: "als es dort um eine minderjährige Klägerin ging, die bei einer Taufe nach
römisch-katholischem Ritus nachweislich den neuen Namen „Kaj“ erhalten hatte und anlässlich dieses für sie prägenden Ereignisses der Taufe und unter Bezugnahme auf dieses Ereignis unmittelbar zeitlich nachfolgend die öffentlich-rechtliche Namensänderung begehrt hatte".
Ob das bei einer
evangelischen Taufe überhaupt als Basis gegenüber dem Standesamt angeführt werden kann ?