Ecce Homo hat geschrieben:
Sind das Zwiebeln? Was macht man damit laut Klostermedizin?`
[Ich hasse Zwiebeln

]
Es gibt verschiedene Formen und Ursachen von Heuschnupfen, deshalb kann man eigentlich kein pauschales Allheilmittel empfehlen. Weil Petra Tempotaschentücher erwähnt, gehe ich von tränenden Augen und einer laufenden Nase aus, Symptome, die auch beim Zwiebelschneiden auftreten.
Deshalb schlägt hier z.B. die
klassische Homöopathie (Gleiches mit Gleichem behanden) auch
Allium cepa (Küchenzwiebel) als Heilmittel vor, natürlich in hochpotenzierter Form.
Obwohl die Wirkung selbst wissenschaftlich nachgewiesen ist, rätselt man heute noch über die eigentliche Wirkungsweise der Homöopathie. Das ist neben vielfach falscher Anwendung (s.u.) der Hauptgrund warum diese Heilmethode umstritten ist.
Ein weiterer Grund ist natürlich, dass die Pharmalobby dabei nix verdient.
Die sog. "Potenzierung" (mehrfaches Verdünnen und Verschütteln) soll bewirken, dass der Giftstoff selbst kaum noch (oder gar nicht mehr) in der Arznei vorhanden ist, sondern nur noch die "Information" darüber, die dem Körper bei der Selbstheilung hilft.
Schulmediziner und homöopathisch behandelnde Ärzte sind sich insoweit einig, dass die Selbstheilung der wichtigste Faktor der Krankheitsbekämpfung oder -verhinderung ist. Einen schwer angeschlagenen oder gar toten Organismus kann man noch so sehr mit Pharmazie vollstopfen (gemäß dem Prinzip "viel hilft viel"), es findet keine Heilung statt. Eine leichte Erkrankung kann dagegen oft auch allein mit sog. Placebos erfolgreich behandeln (die Wirkung von homöop. Mitteln über den Placeboeffekt hinaus ist nachgewiesen, auch bei Tieren bis hin zu Einzellern).
Ein Erklärungsversuch homöopathischer Mittel ist folgender: Beim gesunden Menschen wird die Krankheitsbekämpfung also auch vom Gehirn gesteuert: es bekommt von angegriffenen Körperteilen Informationen, und veranlasst eine Gegenmaßnahme zur Heilung. Beim Kranken funktioniert diese Informationsübermittlung nicht mehr richtig (besonders bei chronischen Erkrankungen; hier "glaubt" das Gehirn oft den Informationen nicht mehr und richtet eine Art Spamfilter oder Firewall dafür ein, so nach dem Motto: Mir doch egal, lass mich in Ruh'). Die in homöopathischen Mitteln gespeicherten Informationen über die Krankheit können eine "falsch eingerichtete Firewall" oder andere Beschädigungen in der körperinternen Informationsübertragung jedoch übergehen, und so das Gehirn quasi wieder an die ursprünglich gegen die Erkrankung gerichtete richtige Maßnahme "erinnern".
Dabei kommt es nicht auf die Masse der Informationen an (viel hilft viel), genau darauf reagiert das Gehirn ja mit "Spamfiltern", sondern dass es genau die richtige Information ist. So könnte man die erhöhte Wirkung bei größerer Verdünnung des Wirkstoffes erklären.
Die klassische Homöopathie lehnt deshalb auch die leider oft vertriebenen Mixturen (z.B.
diese) verschiedener homöopathischer Wirkstoffen (oft gut gemeint nach dem Motto: der richtige Wirkstoff wird schon dabei sein) entschieden ab, weil auch das zur Reizüberflutung und Abriegelung von Seiten des Gehirns führt, sondern verschreibt immer nur ein Mittel gleichzeitig und nur, wenn das nicht wirkt, nach einer gewissen Pause ein anderes.
Auf Homöopathie allein darf man natürlich nicht vertrauen, bei größeren Sachen sollte man auch zu einem Arzt mit homöpathischer Zusatzausbildung gehen und nicht zu einem reinen Heilpraktiker, weil nur der entscheiden kann, ob eine homöpathische Behandlung zumutbar ist (z.B. wegen der Erstverschlimmerung, siehe
Risiken und Nebenwirkungen), oder ob und in welcherweise die Symptome gleichzeitig mit einem sog. allopathischen (also herkömmlichen) Medikament gelindert werden muss, ob nur eine Operation helfen kann, etc.
PS: Obwohl der Begründer der klassischen Homoöpathie,
Samuel Hahnemann, protestantischer Freimaurer war (beides allerdings nicht besonders engagiert) und öffentliches Aufsehen in Köthen-Anhalt erregte, als er nach dem Tod seiner ersten Frau eine Pariser Malerin heiratete, die 45 Jahre jünger war als er selbst, gibt es heute besonders in Griechenland (vielleicht durch wiederentdeckte Parallelen zur antiken hippokratischen Naturphilosophie) auch orthodoxe Mönche, die Homöopathie betreiben, und auch hier kenne ich einen Mönchspriester, der den Pilgern neben den Sakramenten auch teilweise homöopathische Mittel mit auf den Weg gibt. Also kann man dieses Heilverfahren wirklich als moderne
Klostermedizin bezeichnen.
