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Herkunft / Quelle(n) von Sprichwörtern und Redewendungen?

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 17:46
von Pit
Hallo !

Was mich seit einiger Zeit intensiver beschäftigt, ist die Herkunft von Sprichwörtern,Redewendungen etc.
Gut, der Ritter, der nicht auf seiner Seite der Turnierschranke blieb, wurde wieder in diese verwiesen, wenn jemand alt wie Methusalem war, war es für die - seinerzeit bibelfesteren - Menschen auch klar, wo der Spruch herstammte, aber warum steht jemand auf dem Schlauch, wie kommt die Kuh vom Eis `runter - und warum kam die Kuh überhaupt aufs Eis und warum hat man manchmal ein Brett vom dem Kopf? Usw. usf.

Gruß, Pit

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 18:43
von Linus
Lieber ein Kreuz am Rücken, als ein Brett vorm Kopf (das versperrt die Sicht auf Ihn) :mrgreen:

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 18:53
von Pit
Ich weiß, wenn jemand in früheren Zeiten (z.B. im Mittelalter) ein Brett vorm Kopf hatte, war er - keineswegs zwingend dumm, sondern schlichtweg Schmied. Die Schmiede schnallten sich ein kleines Brett vor den Kopf, um sich so vor dem Funkenflug beim Schmieden zu schützen, also recht clever die Leute.
Ach noch etwas:
Ein Frau die sich dämlich verhielt, gehörte sehr warscheinlich dem Adel an, denn die dämliche (!), also der Dame angemessene, Lebensweise wurde ihr sehr früh beigebracht, ebenso wie ein Adliger herrlich (!) lebte. Ob dieses herrlich Leben immer so toll war, ist eine andere Frage.

Gruß,Pit
Linus hat geschrieben:Lieber ein Kreuz am Rücken, als ein Brett vorm Kopf (das versperrt die Sicht auf Ihn) :mrgreen:

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 18:56
von Linus
Mir brauchst du die Semantiken nicht zu erklären, mir ist das durchaus bekannt, Pit.

MdbW!

Linus, Herr zu Linkerhand und Jauchengrub :mrgreen:

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 19:00
von Esperanto
Was willst du denn wissen? Ich kann bei RÖHRICH:"Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten" nachsehen.

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 19:11
von Pit
Das hatte ich auch nicht vor, aber ich finde es schon interessant, wo Sprichwörter, Redensarten etc. herkommen, aber auch, wie sehr sich die Bedeutung von Wörtern im Laufe der Zeit verändert hat. Und seien wir ehrlich, gerade in einem Internetforum kommt es fundamental auf die richtige, angemessene Benutzung von Wörtern und Begriffen an, schon allein, um sich ausdrücken zu können.
Was ist Kirche, z.B.?
- das Gebäude?
- die Gemeinschaft der Gläubigen?

Bei vielen Wörten kann es einen unterschiedlichen Sinn ergeben - oder auch Missverständnisse.

Gruß,Pit
Linus hat geschrieben:Mir brauchst du die Semantiken nicht zu erklären, mir ist das durchaus bekannt, Pit.

MdbW!

Linus, Herr zu Linkerhand und Jauchengrub :mrgreen:

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 20:26
von Linus
Pit hat geschrieben:Was ist Kirche, z.B.?
- das Gebäude?
- die Gemeinschaft der Gläubigen?
Sowohl als auch. Wobei in theologischen Phoren meist die 2. Definition diskutiert wird.

Re: Herkunft / Quelle(n) von Sprichwörtern und Redewendungen

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 20:58
von cantus planus
Pit hat geschrieben:[...] wie kommt die Kuh vom Eis `runter - und warum kam die Kuh überhaupt aufs Eis und warum hat man manchmal ein Brett vom dem Kopf? Usw. usf.
Hast du das jemals eine Kuh gefragt?
Bild

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 21:16
von Raphaela
"In den Fettnapf treten" war wohl schon immer etwas Peinliches.
Früher wurden Schinken geräuchert/gepöckelt und dann aufgehängt. Darunter war ein Napf um das Fett aufzufangen.
Wer dort reintrat muss dies also wohl überall verteilt haben

"Etwas auf die hohe Kante legen" kommt von den Betten, die früher eine hohe Kante hatte, zum Teil mit einem Schranken oder ähnlichem. Hier wurden die ganzen Ersparnisse hineingelegt.

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 22:22
von taddeo
Eine Fernsehsendung, die regelmäßig solche Redewendungen erklärt, ist "Wissen macht Ah!" auf KiKa. Meine Kinder sind davon ganz begeistert.

Re: Herkunft / Quelle(n) von Sprichwörtern und Redewendungen

Verfasst: Mittwoch 19. Dezember 2007, 22:50
von Kurt
cantus planus hat geschrieben:
Pit hat geschrieben:[...] wie kommt die Kuh vom Eis `runter - und warum kam die Kuh überhaupt aufs Eis und warum hat man manchmal ein Brett vom dem Kopf? Usw. usf.
Hast du das jemals eine Kuh gefragt?
Bild
Was hat das Bild mit Kühen zu tun? Ich sehe nur zwei identische Delphine. :roll:

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 17:00
von Pit
Nun, die schon sprichwörtliche hohe Kante ist noch (mehr oder weniger) bekannt und nachvollziehbar, aber warum - um bei den Möbeln zu bleiben - schiebt man etwas auf die sprichwörtliche lange Bank?
Und etwas "saisonbedingtes":
"Guten Rutsch" kommt nicht von rutschen, sondern vom jiddischen "Guten (oder auch goden,guden) Rosh" udn das wiederum vom jüdischen Neujahrsfest Rosh haShana. Mit dem "Guten Rosh" (guten Anfang) wünscht man sich also einen guten (Jahres)anfang!

In dem Sinn
Gruß und viel Masel,
Pit
Raphaela hat geschrieben:"In den Fettnapf treten" war wohl schon immer etwas Peinliches.
Früher wurden Schinken geräuchert/gepöckelt und dann aufgehängt. Darunter war ein Napf um das Fett aufzufangen.
Wer dort reintrat muss dies also wohl überall verteilt haben

"Etwas auf die hohe Kante legen" kommt von den Betten, die früher eine hohe Kante hatte, zum Teil mit einem Schranken oder ähnlichem. Hier wurden die ganzen Ersparnisse hineingelegt.

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 20:01
von Esperanto
Naja, das ist wohl ein judenfreundliche Erklärung. In Wahrheit rutscht man auf dem Jahresendschnee ins neue Jahr. Du kommst nicht so ohne weiteres von ROSCH zu RUTSCH. Von diesen pseudo-hebräischen Erklärungen gibt es noch mehr.
AUF DIE LANGE BANK SCHIEBEN stammt aus dem Rechtswesen: vielleicht der Vorläufer des Aktenschrankes, sodass die Akten für Prozesse, die erstmal nicht so wichtig waren oder noch nicht anstanden, auf der langen Bank geparkt wurden. Ist aber nicht sicher.

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 21:06
von holzi
Esperanto hat geschrieben:AUF DIE LANGE BANK SCHIEBEN stammt aus dem Rechtswesen: vielleicht der Vorläufer des Aktenschrankes, sodass die Akten für Prozesse, die erstmal nicht so wichtig waren oder noch nicht anstanden, auf der langen Bank geparkt wurden. Ist aber nicht sicher.
Doch das stimmt fast, und diese Lange Bank steht - ebenso wie der gleichfalls sprichwörtliche Grüne Tisch - im alten Rathaus in Regensburg. Die "Lange Bank" war im Reichsaal, wo von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation tagte. Der Grüne Tisch steht immer noch im Kurfürstenzimmer, wo im kleinen Kreis manche Entscheidungen getroffen wurden.

Siehe auch hier

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 21:53
von Linus
holzi hat geschrieben:
Esperanto hat geschrieben: Die "Lange Bank" war im Reichsaal, wo von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation tagte. ]
Was heißt tagte? Der Tagt weiterhin. er ist erstens immerwährendund zweitens wurde der mW formal nie aufgelöst. :ja:

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 22:00
von Kurt
Linus hat geschrieben:
holzi hat geschrieben:
Esperanto hat geschrieben: Die "Lange Bank" war im Reichsaal, wo von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation tagte. ]
Was heißt tagte? Der Tagt weiterhin. er ist erstens immerwährendund zweitens wurde der mW formal nie aufgelöst. :ja:
Gibt es eigentlich eine Interessensvertretung der Monarchisten / HRRDN-Anhänger? So nach dem Motto: Wiederherstellung des Römischen Reiches in den Grenzen von 1804 ?

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 22:01
von Pit
Der Reichstag zu Regensburg wurde de facto nicht aufgelöst, aber sehr wohl das Heilige Römische Reich, und damit hat sich der Reichstag ebenfalls erledigt.

Gruß,Pit
Linus hat geschrieben:
holzi hat geschrieben:
Esperanto hat geschrieben: Die "Lange Bank" war im Reichsaal, wo von 1663 bis 1806 der Immerwährende Reichstag des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation tagte. ]
Was heißt tagte? Der Tagt weiterhin. er ist erstens immerwährendund zweitens wurde der mW formal nie aufgelöst. :ja:

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 22:23
von Peregrin
Kurt hat geschrieben: Gibt es eigentlich eine Interessensvertretung der Monarchisten / HRRDN-Anhänger? So nach dem Motto: Wiederherstellung des Römischen Reiches in den Grenzen von 1804 ?
Hier zB, aber das wird nicht die einzige sein.

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 22:28
von Kurt
Peregrin hat geschrieben:Hier zB, aber das wird nicht die einzige sein.
Aus dem dortigen Monarchieforum:
Der hochwürdigste EB Levebvre stammt eigentlich aus Deutschland, da er auf altem Reichsgebiet geboren wurde.
8)

Oder:
Was ist „Rechts“?
Persönlichkeit, Vertikalität, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarität, Föderalismus und Vielfalt.
Was ist „Links“?
Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-Nämlichkeit, Zentralismus und Einfalt.
;D

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 22:32
von Pit
Peregrin, das Thema ist offtopic, denn es geht hier definitiv um Sprichwörte/Redewendungen und deren Herkunft/Hintergrund und nicht (!) um politische Diskussionen.

Gruß,Pit
Peregrin hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben: Gibt es eigentlich eine Interessensvertretung der Monarchisten / HRRDN-Anhänger? So nach dem Motto: Wiederherstellung des Römischen Reiches in den Grenzen von 1804 ?
Hier zB, aber das wird nicht die einzige sein.

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 22:34
von Peregrin
Soso.
Pit hat geschrieben: Der Reichstag zu Regensburg wurde de facto nicht aufgelöst, aber sehr wohl das Heilige Römische Reich, und damit hat sich der Reichstag ebenfalls erledigt.

Verfasst: Donnerstag 20. Dezember 2007, 22:36
von Pit
Kurt, auch das Thema ist in diesem Thread offtopic.
Bitte beim Thema bleiben.
Ich habe nur kurz das Ende des Heiligen Römischen Reiches erwähnt, weil dieses im Zusammenhang mit der im Reichssaal (?) stehenden "langen Bank" in Zusammenhang gebracht wurde.
Da es mir als dem "Begründer" des Threads de facto wirklich nur um Sprichwörter und Redewendungen geht, werde ich hier im Thread auch auf keine politische Debatte eingehen.

Gruß,Pit
Kurt hat geschrieben:
Peregrin hat geschrieben:Hier zB, aber das wird nicht die einzige sein.
Aus dem dortigen Monarchieforum:
Der hochwürdigste EB Levebvre stammt eigentlich aus Deutschland, da er auf altem Reichsgebiet geboren wurde.
8)

Oder:
Was ist „Rechts“?
Persönlichkeit, Vertikalität, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarität, Föderalismus und Vielfalt.
Was ist „Links“?
Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-Nämlichkeit, Zentralismus und Einfalt.
;D

Verfasst: Sonntag 23. Dezember 2007, 23:17
von Kurt
holzi hat geschrieben: Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
Es gibt wirklich schöne Graphiken zu dem Thema bei Wikipedia:

Bild

Wenn jemand gute Online-Quellen mit Landkarten dieser Art kennt: Bitte her damit. Ich wusste z.B. gar nicht, dass meine Ecke hier früher mal zu Niederlothringen gehörte. Und dass der Osten früher ziemlich weit im Westen lag.

Verfasst: Montag 24. Dezember 2007, 14:03
von holzi
Pit hat geschrieben:Ich habe nur kurz das Ende des Heiligen Römischen Reiches erwähnt, weil dieses im Zusammenhang mit der im Reichssaal (?) stehenden "langen Bank" in Zusammenhang gebracht wurde.
Exakt, die Bank steht - mit grüner Husse - an der Westlichen Wand des Reichssaales. Zum Reichssaal hier einige Bilder: http://images.google.de/images?hl=de&cl ... a=N&tab=wi

Schöne Weihnachtstage
Holzi