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Leben, was ist das?

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 11:15
von pierre10
Leben, was ist das?

Dass Menschen, Tiere und auch Pflanzen in unterschiedlichster Form leben wissen wir. Aber auch Bakterien, Viren, Einzeller verschiedenster Art zeigen Leben.

Wir Menschen sehen meist unser eigenes Leben als Beispiel für ein „höheres“ Leben an. Wobei wir unendliche viele Facetten unseres eigenen Lebens kaum kennen, nicht wahrnehmen, oft auch einfach nur ignorieren. Manches Leben qualifizieren wir als „nicht erfüllt“, ja als minderwertig ab.

Wann aber ist ein menschliches Leben erfüllt? Geht es mehr um Fortpflanzung, also um unsere Kinder, um ein Leben mit Gott, oder doch die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse, …..

Auf Kommentare freut sich

Pierre

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 12:03
von Gerhard
Du musst m.E. unbedingt auch die Geistseele bei der Definition von Leben ins Spiel bringen.

Diese ist nämlich unsterblich.

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 14:33
von Raphaela
Was heißt für jeden einzelnen denn zu leben?
Ich habe eine Lied, dessen Text ich hier jetzt einfach mal reinstelle:

Refrain:
Leben, dass wollen wir alle. Leben und spüren: So ist es gut. Doch Leben und Leben ist lange nicht das Gleiche. Was ist Leben? Und wann ist es gelungen?

Refrain kommt nach jeder Strofe)

1. Ich will leben, sagt da jemand, meint den Urlaub und das Meer, meint die Sonne und die Yacht, Mädchen und Lachen, Sonnen und Schwimmen: Das ist Leben.
2. Ich will leben sagt da jemand, meint die Arbeit und das Brot, meint die Tüte und den Lohn, Scheine und Münzen, Essen und Trinken: Das ist Leben.
3. Ich will leben sagt da jemand, meint die Freizeit und den Rausch, meint den Abend und die Nacht, Parties und Kinos, Tanzen und Träumen: Das ist Leben.
4. Ich will leben sagt da jemand, meint das Leiden und den Sinn, meint die Schmerzen und den Tod, weinen und klagen, sterben und überleben: Das ist Leben.

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 14:41
von HeGe
Das wahre Leben finden wir nur in Jesus Christus. :ja:

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 16:35
von Gerhard
... und in seiner Kirche. Amen.

Re: Leben, was ist das?

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 19:08
von Idiota
pierre10 hat geschrieben:Leben, was ist das?
Hallo Pierre,
"Leben ist die Spanne zwischen Frage und Antwort.
Wer die Antwort nicht findet hat sein Leben verfehlt.
Wer die Frage nicht stellt, hat nicht gelebt."

Der Satz bezieht sich selbstverständlich auf das irdische Leben.
Herzliche Grüße
Idiota

Hinweise

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 20:20
von sofaklecks
"Das Leben eines Menschen ist nicht viel mehr als eine Aneinandereihung von Fingerzeigen auf das, was bevorsteht. Wenn wir klug genug wären, um diese Hinweise zu erkennen, könnten wir vielleicht unsere Zukunft ändern." (zitiert nach Marisha Pessl, Die alltägliche Physik des Unglücks, S. 43, dort genann als Zitat von Dr. Fellini Loggia aus "Die unmittelbare Zukunft", 1978).

sofaklecks

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 21:50
von Raimund J.
Unser Leben währt siebzig Jahre, / und wenn es hoch kommt, sind es achtzig.
Das Beste daran ist nur Mühsal und Beschwer, / rasch geht es vorbei, wir fliegen dahin.
Ps 90, 10

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 21:59
von Raimund J.
Owê, war sint verswunden alliu mîniu jâr!
ist mîn leben mir getroumet oder ist ez wâr?


(Walther von der Vogelweide)

Neuhochdeutsche Übersetzung:
Wehe, wohin sind alle meine Jahre entschwunden! Habe ich mein Leben geträumt oder ist es wirklich gewesen? Wovon ich immer glaubte, es wäre, war das alles ein Nichts? Demnach habe ich geschlafen und weiß es nicht einmal. Nun bin ich erwacht, und alles, was mir einst wie meine Hand vertraut war, kenne ich nicht mehr. Die Menschen und das Land, in dem ich als Kind erzogen worden bin, die sind mir fremd geworden, gerade als sei es nicht wahr gewesen. Die meine Gespielen waren, die sind nun träge und alt. Bebaut ist das Land, gerodet ist der Wald. Flösse nicht das Wasser, wie es ehdem geflossen, fürwahr, möcht ich glauben, mein Leid würde wahrlich groß. Mancher grüßt mich lässig, der mich früher gut kannte. Die Welt ist überall voller Undank. Wenn ich an so manche herrlichen Tage zurückdenke, die mir entglitten sind wie ein Schlag ins Wasser, immerdar: o weh!

Wehe, wie kläglich führt sich die Jugend auf, deren Denken und Trachten früher so höfisch war! Sie kennen nur noch ihre Sorgen. Wehe, weshalb tun sie das? Wo ich auch hinkomme, keiner ist mehr fröhlich. Tanzen, Lachen, Singen geht in Sorgen unter. Nie sah ein Christenmensch einen so beklagenswerten Haufen. Beobachtet nur, wie den Frauen ihr Kopfputz steht und wie die hochgemuten Ritter bäurische Kleidung tragen. Wir haben unerfreuliche Briefe aus Rom erhalten: man hat uns das Trauern erlaubt und die Freude restlos genommen. Das schmerzt mich tief (lebten wir doch früher so glücklich), dass ich jetzt mein Lachen mit Weinen vertauschen muss. Sogar die Vögel in der Wildnis trauern um uns. Ist es da ein Wunder, wenn ich nicht mehr den Mut aufbringe, mich zu freuen? Aber ach, was rede ich Narr in meiner Erregung? Wer irdischem Glück nachjagt, der hat das himmlische verloren, immerdar: o weh!

Wehe, wie hat man uns mit den Süßigkeiten dieser Welt vergiftet! Ich sehe die Galle mitten im Honig schwimmen. Nach außen hin ist die Welt schön, weiß, grün und rot, doch im Innern ist sie schwarz und finster wie der Tod. Wen sie aber verführt hat, der sehe zu, wo er Rettung findet. Durch geringe Buße wird er von schwerer Sünde erlöst. Daran denkt, Ritter, es ist eure Pflicht! Ihr tragt die leuchtenden Helme und die starken Rüstungen, dazu die festen Schilde und die geweihten Schwerter. Wollte Gott, ich wäre dieses Triumphes würdig! Dann könnte ich dürftiger Bettler reichen Lohn verdienen. Doch fürwahr, ich meine weder ein Stück Land noch der Fürsten Gold. Die Krone der Seligkeit möchte ich für immer erkämpfen: die konnte einst ein einfacher Söldner mit seiner Lanze erringen. Könnte ich die herrliche Kriegsfahrt übers Meer mitmachen, dann würde ich "Heil" singen und nimmermehr: o weh! Nimmermehr: o weh

Verfasst: Donnerstag 9. Oktober 2008, 22:44
von pierre10
Dazu meine Gedanken, niedergeschrieben vor ein paar Jahren.

Leben, das ist..
tief in sich selbst spüren,
dass außen wirklich nur außen ist
und dass es mir nichts anhaben kann,
wenn ich es so will.

Leben ist--
bei jedem Atemzug spüren,
dass das Göttliche tief in mich eindringt,
seine Spuren hinterlässt, mich mit seiner Kraft wandelt,
wenn ich es zulasse.

Leben ist-
wenn ich aufmerksam meinem Herzschlag zuhöre,
fühle wie die neue Kraft in meinem Körper kreist,
jedem Organ neue Energien bringt,
wenn ich es spüren will.

Leben ist…
auf meinen Bauch viel mehr hören als auf meinen Verstand,
dieses tiefe, innere Wissen heraufkommen lassen
in mein Bewusstsein und mit ihm leben,
wenn ich bereit bin.

Leben ist--
bei jedem Schritt fühlen, dass er mich voranbringt,
wenn der Umweg auch noch so groß ist,
was auch die Anderen sagen und denken,
weil ich Ich bin und nicht sie.

Leben ist-
die Energie des Planeten Erde in mich kommen lassen,
sie dankbar anzunehmen und mich von ihr aufrichten lassen,
sie ist jederzeit verfügbar,
wenn ich sie rufe.

Leben ist-,
jeden Tag die Schönheit um mich herum und in mir selbst erkennen,
sie anzunehmen und in mir zu pflegen
als ein kostbares Geschenk,
wenn ich sie sehen will.

Leben ist--
im Anderen und in mir das Positive zu erkennen,
es auszusprechen, anzusprechen
und als Hinweis für meinen Weg zu nehmen,
wenn ich ihn gehen will.

Leben ist--
das Böse und das Unrecht als Spiegel zu sehen,
wie wir einmal waren oder vielleicht sein können:
uns im Verstehen zu üben,
der erste Schritt zur Liebe.

Lieben ist--
erst einmal in mich selbst reinzufühlen,
was in mir ist, wie ich mich sehe und fühle,
ob ich mich annehmen kann oder will
so wie ich bin.

Lieben ist,.
mich selbst zu lieben, intensiv und ohne Vorbehalte,
und damit mich wohlzufühlen,
Vertrauen in mich und meine Entscheidungen zu haben,
weil ich mich liebe.

Lieben ist--
meine Gefühle anderen zeigen zu können,
ausstrahlen meine Freude und mein Vertrauen
als Geschenk für die Menschen um mich herum,
weil ich sie liebe.

Lieben ist--
auch für die dazusein, die noch in sich verschlossen sind
und sich nicht öffnen können,
es könnte ihr Schlüssel sein zu dem versteckten inneren Schloss,
sie nehmen es an.

Lieben ist--
die Menschen zu lieben ohne Bedingungen,
anzunehmen so wie sie sind,
denn ich will ja auch angenommen werden
so wie ich bin.

Leben ist bedingungslos lieben


Pierre

Verfasst: Freitag 10. Oktober 2008, 07:47
von Gerhard
pierre10 hat geschrieben: Lieben ist--
die Menschen zu lieben ohne Bedingungen,
anzunehmen so wie sie sind,
denn ich will ja auch angenommen werden
so wie ich bin.

Leben ist bedingungslos lieben
Tut mir leid, Pierre, ich muss Dir hier widersprechen. Es wäre schön, die scheinbare totale Freiheit zu haben. Aber sobald ein anderer Mensch bei uns ist, haben wir diese nicht mehr.

Verfasst: Freitag 10. Oktober 2008, 12:34
von pierre10
Schade, lieber Gerhard für Deine wenig guten Erfahrungen.

Pierre, liebevoll lächelnd

Verfasst: Freitag 10. Oktober 2008, 12:38
von Gerhard
Lieber Pierre, ich habe nicht gewertet. Die "totale Freiheit" ist eine scheinbare. "Es wäre schön" ist ein Ausdruck des normalen Egoismus.

Verfasst: Freitag 10. Oktober 2008, 20:17
von Raphaela
Gerhard hat geschrieben:Lieber Pierre, ich habe nicht gewertet. Die "totale Freiheit" ist eine scheinbare. "Es wäre schön" ist ein Ausdruck des normalen Egoismus.
Pierre hat auch nichts von der totalen Freiheit geschrieben, sondern von bedingungslos lieben! Für mich ist da ein sehr großer Unterschied.
Lies doch mal 1. Kor 13 über die Liebe

Und noch etwas: Ein Mensch kann wirklich nur zu einer Persönlichkeit reifen, wenn als Kind die Liebe zu ihm nicht an Bedingungen geknüpft sind.

Verfasst: Freitag 10. Oktober 2008, 23:16
von pierre10
@Rafaela

genau so sehe ich das auch. Wir sollten dann einmal darüber diskutieren, was denn nun Freiheit, und auch noch totale Freiheit ist, so wie was ist Wahrheit und totale Wahrheit? Vielleicht gibt es als Steigerung auch noch die absolute Wahrheit?

Pierre, mit einem Lächeln für Dich.

Verfasst: Freitag 10. Oktober 2008, 23:52
von anneke6
Ein kleiner Gedanke, der mir gerade eben kam…sag mal, Pierre, kann es sein, daß ihr Franzosen immer wieder auf "das Leben" zu sprechen kommt? Dein Landsmann hier scheint auch davon besessen zu sein.
Bitte nicht böse sein, ich will euch nicht vergleichen, aber irgendwie auffällig ist es schon, daß ich jedes Mal, wenn ich etwas Französisches lese, auf das Wort leben komme…
naja, c'est la vie!

Verfasst: Samstag 11. Oktober 2008, 08:21
von Gerhard
Raphaela hat geschrieben:
Gerhard hat geschrieben:Lieber Pierre, ich habe nicht gewertet. Die "totale Freiheit" ist eine scheinbare. "Es wäre schön" ist ein Ausdruck des normalen Egoismus.
Pierre hat auch nichts von der totalen Freiheit geschrieben, sondern von bedingungslos lieben! Für mich ist da ein sehr großer Unterschied.
Lies doch mal 1. Kor 13 über die Liebe

Und noch etwas: Ein Mensch kann wirklich nur zu einer Persönlichkeit reifen, wenn als Kind die Liebe zu ihm nicht an Bedingungen geknüpft sind.
Liebe Raphaela,

die Aussagen "die Menschen zu lieben ohne Bedingungen, anzunehmen so wie sie sind" sind in meinen Augen nicht katholisch.


lg
Gerhard

PS: Das Hohelied der Liebe ist mir bekannt. Die Bibel besteht aber aus mehr Inhalten.

Verfasst: Samstag 11. Oktober 2008, 08:27
von pierre10
anneke6 hat geschrieben:Ein kleiner Gedanke, der mir gerade eben kam…sag mal, Pierre, kann es sein, daß ihr Franzosen immer wieder auf "das Leben" zu sprechen kommt? scheint auch davon besessen zu sein.
Bitte nicht böse sein, ich will euch nicht vergleichen, aber irgendwie auffällig ist es schon, daß ich jedes Mal, wenn ich etwas Französisches lese, auf das Wort leben komme…
naja, c'est la vie!
Deine Frage ist völlig berechtigt. Ich habe den Eindruck, dass die romanischen Völker eine andere Beziehung zum Leben haben als die germanischen Länder.

Aber das kann sich auch ändern. Früher sagte man, dass für den Deutschen Lebensziel Arbeit sei, für den Franzosen aber Leben das eigentliche Ziel sein müsste.

Und da wir uns immer mehr mit Menschen aus anderen Kulturkreisen vermischen.....

Auf jeden Fall habe ich es nie bereut, vor 50 Jahren die Entscheidung getroffen zu haben, in Frankreich zu leben, wohl auch aus meiner Vita heraus verständlich.

Pierre wohl eher frankophil und trotzdem nicht germanophob.

Verfasst: Samstag 11. Oktober 2008, 08:29
von pierre10
[quote="Gerhard"]
die Aussagen "die Menschen zu lieben ohne Bedingungen, anzunehmen so wie sie sind" sind in meinen Augen nicht katholisch.


lg
Gerhard

Das ist wohl eher christlich???? oder sollte ich mich da irren?

Pierre

Verfasst: Samstag 11. Oktober 2008, 09:31
von Raphaela
Gerhard hat geschrieben: Liebe Raphaela,

die Aussagen "die Menschen zu lieben ohne Bedingungen, anzunehmen so wie sie sind" sind in meinen Augen nicht katholisch.


lg
Gerhard

PS: Das Hohelied der Liebe ist mir bekannt. Die Bibel besteht aber aus mehr Inhalten.
Und warum sind diese Ausagen deiner Meinung nach nicht katholisch?

Verfasst: Samstag 11. Oktober 2008, 12:05
von Robert Ketelhohn
Das frag’ ich mich auch.

Verfasst: Samstag 11. Oktober 2008, 19:56
von Gerhard
Frauen :freude:

Der Mensch ist nicht automatisch göttlich, glaube ich. Die Erbsünde spricht dagegen.

Verfasst: Samstag 11. Oktober 2008, 22:51
von pierre10
Natürlich kann ich nur für mich schreiben, und da hat die sogen. Erbsünde einfach keinen Platz. Für mich ist sie ein Machtmittelchen der RKK.

Pierre, der nun weiß Gott nicht sündenfrei ist.

Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 09:59
von Raphaela
pierre10 hat geschrieben:Natürlich kann ich nur für mich schreiben, und da hat die sogen. Erbsünde einfach keinen Platz. Für mich ist sie ein Machtmittelchen der RKK.

Pierre, der nun weiß Gott nicht sündenfrei ist.
Habe jetzt zweimal lesen müssen und glaube die Aussage trotzdem och nicht ganz verstanden zu haben. Was ist ein Machtmittelchen? - Die Erbsünde?

Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 11:13
von pierre10
Raphaela hat geschrieben:
pierre10 hat geschrieben:Natürlich kann ich nur für mich schreiben, und da hat die sogen. Erbsünde einfach keinen Platz. Für mich ist sie ein Machtmittelchen der RKK.

Pierre, der nun weiß Gott nicht sündenfrei ist.
Habe jetzt zweimal lesen müssen und glaube die Aussage trotzdem och nicht ganz verstanden zu haben. Was ist ein Machtmittelchen? - Die Erbsünde?
Vielleicht war ich zu unklar in meiner Aussage.

Wenn ich einem Menschen Schuld einreden kann, wie z.B. beim Thema Erbsünde, dann erhalte ich Macht über ihn. Es stellt sich ja auch die Frage, in wie weit es Sünde überhaupt geben kann.

Im christlichen Verständnis bedeutet Sünde ein Verstoß gegen die Gebote. Also muss ich zuerst Grenzen setzen, und den Überschreiter der Grenzen dann "abstrafen". Wobei die Auslegung der Gebote sich in den Jahrhunderten sicher verändert hat.

Da scheint mir der Begriff Ethik angemessener, wenn es um die Verhaltensweisen der Menschen geht. Nur ist hier die Abgrenzung noch offener als beim Begriff Sünde.

(aus Wiki: Die allgemeine Ethik – die im Folgenden einfach als Ethik bezeichnet wird – wird heute als eine philosophische Disziplin verstanden, deren Aufgabe es ist, Kriterien für gutes und schlechtes Handeln und die Bewertung seiner Motive und Folgen aufzustellen.)

Pierre, der sich viele Gedanken zu diesem Thema macht

Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 23:57
von Nietenolaf
pierre10 hat geschrieben:Wenn ich einem Menschen Schuld einreden kann, wie z.B. beim Thema Erbsünde, dann erhalte ich Macht über ihn. Es stellt sich ja auch die Frage, in wie weit es Sünde überhaupt geben kann.
Die Erbsünde ist keine Schuld, sondern der Zustand, in dem Du lebst. Nicht die Kirche oder sonstwer hat Macht über Dich, sondern der Tod, wenn Du nicht mit Jesum bist.

Für Dich als Freund von "Wiki": "Erbsünde"

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 00:02
von anneke6
Ich dachte, diesen augustinischen Begriff gibt es bei euch nicht?

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 00:04
von Nietenolaf
anneke6 hat geschrieben:Ich dachte, diesen augustinischen Begriff gibt es bei euch nicht?
Meinst Du, es "gibt" bei uns Augustinus nicht? Übrigens ist "Ursünde" eine bessere Verdeutschung.

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 00:14
von anneke6
Nee, das meinte ich nicht. ;) Ich meinte nur: Ich dachte immer, daß die Konzeption der Erbsünde, so wie Augustinus sie definiert hat, in der orthodoxen Theologie nicht angenommen wird.
Auch habe ich den Eindruck, daß Augustinus, obwohl er natürlich auch für "euch" existiert, nicht so eine große Rolle spielt wie bei uns Römern.
Und ich hoffe, ein gewisser Herr, der Augustinus als Firmungsnamen wählte, haut mich jetzt nicht ungespitzt in den Boden, aber in meiner Frömmigkeit spielt er keine große Rolle.

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 11:32
von overkott
Für mich spielt Augustinus auch keine größere Rolle als Bonaventura. Er ist ein Hervorragender aus der Gemeinschaft der Heiligen.

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 19:22
von incarnata
Warum soll nicht auch Pierre einmal einen Gedanken äussern,der auch ins katholische Weltbild passt ! Dass Lieben heisst,Menschen bedingungslos so anzunehmen,wie sie sind-das ist durchaus gut katholisch-seine Gedanken zur Erbsünde sind es dagegen nicht ! Die bedingungslose göttliche Liebe hat uns Jesus Christus vorgelebt z.B. in seinem Umgang mit Sündern und Zöllnern und für die ganze Menschheit durchgezogen bis zum Tod am Kreuz ! er hat nicht die Sünde gutgeheissen,aber sich den Sündern liebevoll zugewandt,ja ihre Schuld auf sich genommen,so daß er schliesslich aus Sicht der Welt "zur Sünde geworden ist"-dadurch aber hat er den Menschen aus dem Gefängnis der SÜnde dh. der Abgeschnittenheit von GOTT befreit und zum wahren Leben geführt.Daraus ergibt sich: wahres Leben in Fülle wie die wirkliche Freiheit besteht darin in Christi Nachfolge und mit der Kraft des Hl. Geistes der Vereinigung mit dem ewigen Vater zuzustreben.!

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 19:26
von Gerhard
incarnata hat geschrieben:Dass Lieben heisst,Menschen bedingungslos so anzunehmen,wie sie sind-das ist durchaus gut katholisch-seine Gedanken zur Erbsünde sind es dagegen nicht !
Diese Gedanken gehören ganz klar zusammen. Wenn Pierre die Erbsünde nicht anerkennt (!), dann ist für ihn der Mensch grundsätzlich gut.

Dasa dies katholisch sein soll, will mir nicht in den Sinn.

Warum gibt es dann Abtötung und Buße? Wir brauchen keine Priester, wenn wir alle heilig sind.