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Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 13:25
von Marion
ich hol mal den Satz aus dem Thread weil das ganz off-topic ist
viewtopic.php?p=286177#p286177
Granuaile hat geschrieben:Ich denke auch, dass ein theologisches Studium ohne ein Mindestmass an christlichem Glauben letztlich oberflächlich oder einseitig bleibt. Wie will man sich in Spiritualität eindenken, wenn man spirituell nichts spürt?
Was muss man spüren wenn man glaubt - oder besser, was spürt man wenn man glaubt?

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 13:46
von civilisation
noiram hat geschrieben:ich hol mal den Satz aus dem Thread weil das ganz off-topic ist
viewtopic.php?p=286177#p286177
Granuaile hat geschrieben:Ich denke auch, dass ein theologisches Studium ohne ein Mindestmass an christlichem Glauben letztlich oberflächlich oder einseitig bleibt. Wie will man sich in Spiritualität eindenken, wenn man spirituell nichts spürt?
Was muss man spüren wenn man glaubt - oder besser, was spürt man wenn man glaubt?
Unendliches Vertrauen.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 13:54
von Lioba
Bei den Worten "spüren " und "spirituell" wird mir immer ein bisschen mulmig, weil sie zu wischi-waschi sind, zu schnell abdriften können in Gefühligkeit und Esoterik.
Vielleicht würde es sich lohnen, über echte christliche Spiritualität zu diskutieren, ihren Bezug zur Dogmatik, zur Ratio.
Stichwort: sobria ebrietas

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 13:54
von Granuaile
civilisation hat geschrieben:
noiram hat geschrieben:ich hol mal den Satz aus dem Thread weil das ganz off-topic ist
viewtopic.php?p=286177#p286177
Granuaile hat geschrieben:Ich denke auch, dass ein theologisches Studium ohne ein Mindestmass an christlichem Glauben letztlich oberflächlich oder einseitig bleibt. Wie will man sich in Spiritualität eindenken, wenn man spirituell nichts spürt?
Was muss man spüren wenn man glaubt - oder besser, was spürt man wenn man glaubt?
Unendliches Vertrauen.
Vertrauen!
Ob dies in jedem Fall unendlich sein muss bzw. ob Grenzen im Vertrauen auf Unglauben schliessen lassen, möchte ich offen lassen. Ich vermute, dass Zweifel zu jedem echten Glauben gehören. Aber darüber muss ich nochmals in Ruhe nachdenken.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 14:03
von civilisation
Granuaile hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:
noiram hat geschrieben:ich hol mal den Satz aus dem Thread weil das ganz off-topic ist
viewtopic.php?p=286177#p286177
Granuaile hat geschrieben:Ich denke auch, dass ein theologisches Studium ohne ein Mindestmass an christlichem Glauben letztlich oberflächlich oder einseitig bleibt. Wie will man sich in Spiritualität eindenken, wenn man spirituell nichts spürt?
Was muss man spüren wenn man glaubt - oder besser, was spürt man wenn man glaubt?
Unendliches Vertrauen.
Vertrauen!
Ob dies in jedem Fall unendlich sein muss bzw. ob Grenzen im Vertrauen auf Unglauben schliessen lassen, möchte ich offen lassen. Ich vermute, dass Zweifel zu jedem echten Glauben gehören. Aber darüber muss ich nochmals in Ruhe nachdenken.
Natürlich können auch Zweifel aufkommen. Kurzfristig, ja. - Aber wenn jemand ständig zweifelt, immer wieder neue Zweifel aufkommen usw., dann sehe ich den Glauben gefährdet - oder gar nicht [mehr] da. Typische Vertreter dieser Gattung wären Ranke-Heinemann oder Drewermann.

Aber denke selbst nochmals nach.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 14:14
von lifestylekatholik
noiram hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:Was muss man spüren wenn man glaubt - oder besser, was spürt man wenn man glaubt?
Unendliches Vertrauen.
Hm, aber das ist doch dasselbe. Glaube auf Latein heißt »fides«, Vertrauen. Glaube auf Isländisch heißt »trú«, Vertrauen. Glaube auf Deutsch heißt -- Vertrauen.
Kluge, 23. Aufl., hat geschrieben:glauben [...] Abgeleitet von *galauba- Adj. ‘vertraut, Vertrauen erweckend’ in gt. galaufs, ahd. giloub, also ‘vertraut machen’. [...]
Glauben ist Vertrauen.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 14:16
von Edi
Lioba hat geschrieben:Bei den Worten "spüren " und "spirituell" wird mir immer ein bisschen mulmig, weil sie zu wischi-waschi sind, zu schnell abdriften können in Gefühligkeit und Esoterik.
Vielleicht würde es sich lohnen, über echte christliche Spiritualität zu diskutieren, ihren Bezug zur Dogmatik, zur Ratio.
Stichwort: sobria ebrietas
Eben, aber da muss man unterscheiden können, nicht dass man es macht wie manche sog. Charismatiker, die meinen, wenn sie sich eigene Gefühle machen, sei das vom hlg. Geist.
Es gibt trotzdem auch Gefühle, die von Gott kommen, nicht umsonst spricht die hlg. Schrift auch von Seligkeit. Diese wird nicht erst im Himmel spürbar. Nur kann man diese Gefühle nicht machen, sondern, Gott bestimmt die Zeit, wo sie kommen oder nicht kommen. Vorraussetzung ist aber Gebet oder geistlicher Gesang oder auch mal nur ein kurzes Wort Gottes.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 16:03
von Lutheraner
lifestylekatholik hat geschrieben:
Kluge, 23. Aufl., hat geschrieben:glauben [...] Abgeleitet von *galauba- Adj. ‘vertraut, Vertrauen erweckend’ in gt. galaufs, ahd. giloub, also ‘vertraut machen’. [...]
Glauben ist Vertrauen.
So ist es! Wer glaubt, der vertraut dem Evangelium.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 16:10
von Marion
Lioba hat geschrieben:Bei den Worten "spüren " und "spirituell" wird mir immer ein bisschen mulmig, ...
Mir auch. Das erweckt den Eindruck, daß man Gotteserfahrungen haben muss - Wenn man also keine hat glaubt man nicht richtig.

Wenn damit allerdings Vertrauen (also nur ein anderes Wort für Glauben) gemeint ist hab ich keine Probleme mit.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 17:10
von lifestylekatholik
Lutheraner hat geschrieben:So ist es! Wer glaubt, der vertraut dem Evangelium.
So ist es! Ich vertraue dem Evangelium in der verbindlichen Auslegung durch das Lehramt der heiligen Mutter Kirche.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Mittwoch 15. Juli 2009, 18:36
von Linus
noiram hat geschrieben:
Lioba hat geschrieben:Bei den Worten "spüren " und "spirituell" wird mir immer ein bisschen mulmig, ...
Mir auch. Das erweckt den Eindruck, daß man Gotteserfahrungen haben muss - Wenn man also keine hat glaubt man nicht richtig.
Die Gotteserfahrung hat man - wenn man sie nicht im Gebet hat in den Sakramenten,und in den Sakramentalien

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Donnerstag 16. Juli 2009, 21:02
von overkott
Linus hat geschrieben:
noiram hat geschrieben:
Lioba hat geschrieben:Bei den Worten "spüren " und "spirituell" wird mir immer ein bisschen mulmig, ...
Mir auch. Das erweckt den Eindruck, daß man Gotteserfahrungen haben muss - Wenn man also keine hat glaubt man nicht richtig.
Die Gotteserfahrung hat man - wenn man sie nicht im Gebet hat in den Sakramenten,und in den Sakramentalien
Sicher gibt es keine Gotteserfahrung ohne Gottes Wort als Ursakrament. Christus hat Gottes Wort offenbart und den Heiligen Geist zum Verständnis der Schrift wie eine Friedenstaube vom Himmel gesandt. Seitdem verstehen wir Gott als die Liebe. Wer die Liebe erfährt, erfährt Gott. Gott ist die Liebe, die das All und alles erfüllt. Auf der wahren Liebe liegt Segen.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Donnerstag 16. Juli 2009, 22:11
von Marion
Linus hat geschrieben:
noiram hat geschrieben:
Lioba hat geschrieben:Bei den Worten "spüren " und "spirituell" wird mir immer ein bisschen mulmig, ...
Mir auch. Das erweckt den Eindruck, daß man Gotteserfahrungen haben muss - Wenn man also keine hat glaubt man nicht richtig.
Die Gotteserfahrung hat man - wenn man sie nicht im Gebet hat in den Sakramenten,und in den Sakramentalien
Kannst du in Worte fassen wie diese Gotteserfahrung in den Sakramenten fühlbar wird? (also diese spirituellen gefühle beschreiben) Ich glaub ich weiß nicht mal was Gotteserfahrung ist. *schäm* Dachte da immer an Erscheinungen. Wikipedia kann mir da auch nicht helfen :/
Nur die Begriffsgeschichte lässt mich da wieder aufhorchen 1965 :panisch:
In allen Religionen gibt es mystische Theologen und Theologinnen, die von ihrer Gotteserfahrung als Gottesschau sprechen. In der kirchlichen Lehre kommt der Begriff „Gotteserfahrung/Gott erfahren“ nicht vor.[1] In der theologischen Literatur taucht der Begriff erst ab 1965 auf.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Donnerstag 16. Juli 2009, 23:08
von Robert Ketelhohn
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
So kommen wir einander doch wieder näher. Die Freude, von der
du sprichst, hätte ich allerdings niemals ein Gefühl genannt. Ich
meinte sinnenhafte „Erfahrungen“. Wahre Freude ist ebenso wie
die Liebe keineswegs notwendig mit dem Sinnlichen verbunden.
Natürlich kann Gott auch die Gefühle als Einfallstor benutzen.
Doch das tun die Dämonen auch, und obendrein gaukeln uns un-
sere Neuronen manches vor. Darum warne ich so nachdrücklich
davor.

Ich habe eben erst wieder ein Beispiel vernommen, wo ich sofort
zugebe, daß Gott selber das „Tor“ der Gefühle benutzt. Da berich-
tete ein Protestant, der mit dem Gedanken an Konversion spielt,
wie sehr ihn die kirchliche Liturgie anspreche, und insbesondere,
wie er, vor dem Allerheiligsten anbetend, die Gegenwart Gottes
„spürte“. Ganz gewiß würde ich hier nicht behaupten, dies „Spü-
ren“ sei Täuschung gewesen.

Und doch würde ich warnen. Dazu mahnen, nicht allein darauf zu
bauen. Ja, eigentlich überhaupt nicht darauf zu bauen, sondern zu
beobachten, ob und wie Gottes Arm ganz konkret, durch objektiv
nachvollziehbare Fakten, ins Leben dieses Protestanten eingegrif-
fen hat.

Was ist die Anfangskatechese der Tradition? – Paulus lehrt uns das
im Hebräerbriefe, wo er vom Glauben handelt, ebenso Augustin de
catechizandis rudibus
. Abraham ist diese Anfangskatechese. Also
betrachte – möchte ich jenem Protestanten sagen – die Geschichte
Abrahams. Ich erzähle sie ihm. Und dann fordere ich ihn auf, sie in
Bezug zu seinem Leben zu setzten. Erkennst du dich in dieser Ge-
schichte? Wo stehst du auf dem Abrahamsweg? Hat Gott dich geru-
fen? Bist du losgezogen? Was hast du zurückgelassen? Hast du eine
Verheißung empfangen? Haben deine Frau, deine Verwandten dar-
über gelacht? Oder hast du gar schon die Erfüllung gesehen?

Solche Fragen sind die eigentliche und beste Katechese. Nicht, als ob
Gott nicht für jeden einen ganz eigenen Plan und vorbereiteten Weg
hätte. Gewiß. Aber die Geschichte des Herrn, des besten aller Päd-
agogen, mit Israel ist nicht nur – wie uns die typologische Exegese
lehrt – Vorausbild der Heilsgeschichte des Neuen Bundes, sondern
gerade auch der individuellen Heilsgeschichte eines jeden Gläubigen.

Darum geht es auch nach Abraham weiter. Die Knechtschaft Ägyp-
tens, die verzweifelte Lage zwischen Rotem Meer und dem Heer Pha-
raos, Gottes machtvolle Rechte, die den Ausweg eröffnet, die Wüste,
mein Murren, Gottes Vorsorge für mich, die ich lange nicht erkennen
und verstehen kann oder will, die Austreibung der feindlichen Völker,
das tränenreiche Exil, die Propheten, die mir meine Wirklichkeit kün-
den: All das gehört zum Weg, den wir als Gläubige zu gehen haben.

Die Gefühle helfen uns manchmal auf diesem Weg. Aber selten. Meist
hindern sie und leiten uns ab vom Weg in die Irre. Darum ist es so nö-
tig, daß wir uns an Fakten orientieren. Wobei wir allein übrigens oft
aufgeschmissen sind, weil blind für unser eigenes Leben. Ohne einen
geistlicher Führer, der uns die Fakten zeigt und deutet, geht es kaum.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 07:40
von overkott
noiram hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:
noiram hat geschrieben:
Lioba hat geschrieben:Bei den Worten "spüren " und "spirituell" wird mir immer ein bisschen mulmig, ...
Mir auch. Das erweckt den Eindruck, daß man Gotteserfahrungen haben muss - Wenn man also keine hat glaubt man nicht richtig.
Die Gotteserfahrung hat man - wenn man sie nicht im Gebet hat in den Sakramenten,und in den Sakramentalien
Kannst du in Worte fassen wie diese Gotteserfahrung in den Sakramenten fühlbar wird? (also diese spirituellen gefühle beschreiben) Ich glaub ich weiß nicht mal was Gotteserfahrung ist. *schäm* Dachte da immer an Erscheinungen. Wikipedia kann mir da auch nicht helfen :/
Nur die Begriffsgeschichte lässt mich da wieder aufhorchen 1965 :panisch:
In allen Religionen gibt es mystische Theologen und Theologinnen, die von ihrer Gotteserfahrung als Gottesschau sprechen. In der kirchlichen Lehre kommt der Begriff „Gotteserfahrung/Gott erfahren“ nicht vor.[1] In der theologischen Literatur taucht der Begriff erst ab 1965 auf.
Du hörst Gottes Wort "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan." in der Kirche und freust dich. Anschließend spürst du, dass jemand Hilfe braucht, und hilfst ihm.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 08:41
von Ralf
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
So kommen wir einander doch wieder näher. Die Freude, von der
du sprichst, hätte ich allerdings niemals ein Gefühl genannt. Ich
meinte sinnenhafte „Erfahrungen“. Wahre Freude ist ebenso wie
die Liebe keineswegs notwendig mit dem Sinnlichen verbunden.
Natürlich kann Gott auch die Gefühle als Einfallstor benutzen.
Doch das tun die Dämonen auch, und obendrein gaukeln uns un-
sere Neuronen manches vor. Darum warne ich so nachdrücklich
davor.

Ich habe eben erst wieder ein Beispiel vernommen, wo ich sofort
zugebe, daß Gott selber das „Tor“ der Gefühle benutzt. Da berich-
tete ein Protestant, der mit dem Gedanken an Konversion spielt,
wie sehr ihn die kirchliche Liturgie anspreche, und insbesondere,
wie er, vor dem Allerheiligsten anbetend, die Gegenwart Gottes
„spürte“. Ganz gewiß würde ich hier nicht behaupten, dies „Spü-
ren“ sei Täuschung gewesen.

Und doch würde ich warnen. Dazu mahnen, nicht allein darauf zu
bauen. Ja, eigentlich überhaupt nicht darauf zu bauen, sondern zu
beobachten, ob und wie Gottes Arm ganz konkret, durch objektiv
nachvollziehbare Fakten, ins Leben dieses Protestanten eingegrif-
fen hat.

Was ist die Anfangskatechese der Tradition? – Paulus lehrt uns das
im Hebräerbriefe, wo er vom Glauben handelt, ebenso Augustin de
catechizandis rudibus
. Abraham ist diese Anfangskatechese. Also
betrachte – möchte ich jenem Protestanten sagen – die Geschichte
Abrahams. Ich erzähle sie ihm. Und dann fordere ich ihn auf, sie in
Bezug zu seinem Leben zu setzten. Erkennst du dich in dieser Ge-
schichte? Wo stehst du auf dem Abrahamsweg? Hat Gott dich geru-
fen? Bist du losgezogen? Was hast du zurückgelassen? Hast du eine
Verheißung empfangen? Haben deine Frau, deine Verwandten dar-
über gelacht? Oder hast du gar schon die Erfüllung gesehen?

Solche Fragen sind die eigentliche und beste Katechese. Nicht, als ob
Gott nicht für jeden einen ganz eigenen Plan und vorbereiteten Weg
hätte. Gewiß. Aber die Geschichte des Herrn, des besten aller Päd-
agogen, mit Israel ist nicht nur – wie uns die typologische Exegese
lehrt – Vorausbild der Heilsgeschichte des Neuen Bundes, sondern
gerade auch der individuellen Heilsgeschichte eines jeden Gläubigen.

Darum geht es auch nach Abraham weiter. Die Knechtschaft Ägyp-
tens, die verzweifelte Lage zwischen Rotem Meer und dem Heer Pha-
raos, Gottes machtvolle Rechte, die den Ausweg eröffnet, die Wüste,
mein Murren, Gottes Vorsorge für mich, die ich lange nicht erkennen
und verstehen kann oder will, die Austreibung der feindlichen Völker,
das tränenreiche Exil, die Propheten, die mir meine Wirklichkeit kün-
den: All das gehört zum Weg, den wir als Gläubige zu gehen haben.

Die Gefühle helfen uns manchmal auf diesem Weg. Aber selten. Meist
hindern sie und leiten uns ab vom Weg in die Irre. Darum ist es so nö-
tig, daß wir uns an Fakten orientieren. Wobei wir allein übrigens oft
aufgeschmissen sind, weil blind für unser eigenes Leben. Ohne einen
geistlicher Führer, der uns die Fakten zeigt und deutet, geht es kaum.
Sehr gut.

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 11:03
von Linus
noiram hat geschrieben:
Linus hat geschrieben:
noiram hat geschrieben:
Lioba hat geschrieben:Bei den Worten "spüren " und "spirituell" wird mir immer ein bisschen mulmig, ...
Mir auch. Das erweckt den Eindruck, daß man Gotteserfahrungen haben muss - Wenn man also keine hat glaubt man nicht richtig.
Die Gotteserfahrung hat man - wenn man sie nicht im Gebet hat in den Sakramenten,und in den Sakramentalien
Kannst du in Worte fassen wie diese Gotteserfahrung in den Sakramenten fühlbar wird? (also diese spirituellen gefühle beschreiben) Ich glaub ich weiß nicht mal was Gotteserfahrung ist. *schäm*
Natürlich:
haptisch: du kannst das Taufwasser, die Kommunion,das Chrisam, den Ehering fühlen - ebenso den Herrenleib.....
olfaktorisch: Chrisam riecht, ebenso wie Weihrauch
visuell: du kannst dern Herrenleib und das Blut sehen, das Wasser das Chrisam, die Hände (bei der Weihe und bei Firmung) ebenso.
Auditiv: du kannst das Evangelium hören, das getaufte Kind (das still wird wenns Salz auf die Zunge kriegt)....
gustatorisch: der Herrenleib und das Blut sind schmeckbar, das Salz (bei der Taufe) auch....


Lauter Gotteserfahrungen die arg objektiv sind. (Gefühlsschwärmerei ist ja nicht mit Gotteserfahrung gleichzusetzen.)

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 11:22
von lifestylekatholik
Linus hat geschrieben:haptisch: du kannst das Taufwasser, die Kommunion,das Chrisam, den Ehering fühlen - ebenso den Herrenleib.....
olfaktorisch: Chrisam riecht, ebenso wie Weihrauch
visuell: du kannst dern Herrenleib und das Blut sehen, das Wasser das Chrisam, die Hände (bei der Weihe und bei Firmung) ebenso.
Auditiv: du kannst das Evangelium hören, das getaufte Kind (das still wird wenns Salz auf die Zunge kriegt)....
gustatorisch: der Herrenleib und das Blut sind schmeckbar, das Salz (bei der Taufe) auch....


Lauter Gotteserfahrungen die arg objektiv sind. (Gefühlsschwärmerei ist ja nicht mit Gotteserfahrung gleichzusetzen.)
Nee, nee. Wasser kommt ooch ausn Wasserhahn, Oblaten sitzen unter jeder Makrone, Badeöl jibs in Supermarkt, Ringe bein Juwelier uffn Kaiserdamm, Räucherstäbchen beim Inder umde Ecke, ne Pulle Wein jibs bei mein Vater sein Jeburtstach und Salz streuste ooch zuhause ins Leinöl.

Wat soll das objektiv mit Gotteserfahrung zu tun haben?

Re: Spirituelle notwendige Gefühle im Glauben

Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 11:37
von Linus
Daß ich daran Glaube,(Hebräer 11,1) daß das was mit Gott zu tun hat und mit dem an Ihm hängenden Heil- im Gegensatz zum Wein, den ich abends mit meinem Eheweib kippe.