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Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 15:32
von Eremitin
Leider kann ich aus Altersgründen (60) nicht mehr eine Apostolatshelferin werden oder aus anderen Gründen eine Virgo consecrata,aber so ne ganz normale Laiin bin ich eigentlich auch nicht,sondern eher ne "Eremitin",da ich ganz alleine lebe und nur für den HERRN. Ich suche schöne Gebetstexte für die private Ablegung eines Keuschheitsgelübdes,da ich leider keinen Priester dafür begeistern kann ,auch nicht meinen Beichtvater. Ich würde es gerne im Gebet einfach so tun...hat damit jemand Erfahrung oder gibt es ganz offiziell irgendwo ne Chance...bitte um Antwort hier,danke

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 15:41
von Juergen
Eremitin hat geschrieben:…da ich leider keinen Priester dafür begeistern kann ,auch nicht meinen Beichtvater…
Frag doch mal Deinen Bischof.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 15:46
von taddeo
Juergen hat geschrieben:
Eremitin hat geschrieben:…da ich leider keinen Priester dafür begeistern kann ,auch nicht meinen Beichtvater…
Frag doch mal Deinen Bischof.
Wobei man sich der Frage nicht einfach entziehen sollte: Warum raten die Priester davon ab? Selbst ein Beichtvater?
Ganz ohne Grund wird das wohl nicht der Fall sein, und man sollte derlei Rat nicht leichtfertig ablehnen.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 16:01
von Eremitin
Die Priester wollen einfach damit nichts zun tun haben,den Bischof fragen?? na besser nicht ,der ist modernist...ich suche ja auch eher einen Gebetstext in dieser Richtung,so für mich alleines...aber danke für die Antworten.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 16:22
von Juergen
Eremitin hat geschrieben:Die Priester wollen einfach damit nichts zun tun haben,den Bischof fragen?? na besser nicht ,der ist modernist...ich suche ja auch eher einen Gebetstext in dieser Richtung,so für mich alleines...aber danke für die Antworten.
Du hast als Herkunftsort "Hessen" dort stehen. Wen meinst Du denn mit "Modernisten"?
Algermissen?
Tebartz-von Elst?
? ? ?
:detektiv:

Und was bedeutet "Modernist". Erzbischof Becker gilt ja nun auch nicht unbedingt als der konservativste Bischof aller Zeiten (KoBaZ), doch hier im Bistum gabe es z.B. letztes Jahr noch eine Jungfrauenweihe – gespendet durch Weihbischof König.
Auch Algermissen hat schonmal die Jungfrauenweihe gespendet.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 16:39
von lutherbeck
Wenn Du eh alleine lebst - wozu dann so ein Gelübde?

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 18:02
von Athanasius0570
Es gibt ja auch noch die Eremitengelübde nach can. 603 (CIC 1983), dafür ist aber ganz und gar der Diözesanbischof zuständig.
Und das ist halt nicht einfach ein Keuschheitsgelübde sondern ein umfassenderes Projekt...

Robert.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 18:20
von Juergen
Athanasius0570 hat geschrieben:Es gibt ja auch noch die Eremitengelübde nach can. 603 (CIC 1983), dafür ist aber ganz und gar der Diözesanbischof zuständig.
Und das ist halt nicht einfach ein Keuschheitsgelübde sondern ein umfassenderes Projekt...
Diözesaneremiten gibt es m.W. hier im Bistum auch.
Aber sowas zu tun kann nur in Absprache mit dem Bischof sinnvoll sein. Aber da reicht auch kein einfacher Bittbrief o.ä., sondern sowas ist ein längeres Projekt. Hier in der Diözese würde man vermutlich einen Ansprechpartner/Mitarbeiter vom Bischof genannt bekommen, mit dem zusammen das in Angriff genommen werden kann.

Wenn das Ganze natürlich nur eine Form der Selbstverwirklichung sein soll, dann sollte man ganz schnell die Finger davon lassen.



Ommmmmmmmmmmmmmmmm. :chinese:

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 21:17
von Reinhard
Eremitin hat geschrieben:Leider kann ich aus Altersgründen (60) nicht mehr eine Apostolatshelferin werden oder aus anderen Gründen eine Virgo consecrata,aber so ne ganz normale Laiin bin ich eigentlich auch nicht,sondern eher ne "Eremitin",da ich ganz alleine lebe und nur für den HERRN. Ich suche schöne Gebetstexte für die private Ablegung eines Keuschheitsgelübdes,da ich leider keinen Priester dafür begeistern kann ,auch nicht meinen Beichtvater. Ich würde es gerne im Gebet einfach so tun...hat damit jemand Erfahrung oder gibt es ganz offiziell irgendwo ne Chance...bitte um Antwort hier,danke
Seinerzeit habe ich selber für 1 Jahr unter Privatgelübde gelebt, um meine Berufung zu klären. Mit dem Hintergrund kann ich Dir nur sagen: nicht ein konkreter Text ist wichtig, sondern tatsächlich, dass Du es nicht "auf eigene Faust" machst !

Die Begleitung durch einen geistlichen Vater oder eine geistliche Mutter (es muss also nicht zwingend der Beichtvater sein) ist deshalb so wichtig, damit man sich nicht in fruchtlose Sackgassen verrennt.
Ich gehe mal davon aus, dass Du dazu so etwas wie eine Berufung verspürst, aber die findet eigentlich immer im Kontext der Kirche statt. (es sei denn, Du bist wirklich eine Heilige, die ein perfektes, direktes Verhältnis zu Gott hat ;) )

Also: bete darüber, sprich mit einem geistlichen Begleiter darüber - ich würde Dir dazu sogar ausdrücklich Ignatianische Exerzitien empfehlen, denn so eine Woche in Schweigen und Gebet, in Begleitung, schafft doch schon einiges an Klarheit.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 21:54
von Seraph
Eremitin hat geschrieben:Leider kann ich aus Altersgründen (60) nicht mehr eine Apostolatshelferin werden oder aus anderen Gründen eine Virgo consecrata,aber so ne ganz normale Laiin bin ich eigentlich auch nicht,sondern eher ne "Eremitin",da ich ganz alleine lebe und nur für den HERRN. Ich suche schöne Gebetstexte für die private Ablegung eines Keuschheitsgelübdes,da ich leider keinen Priester dafür begeistern kann ,auch nicht meinen Beichtvater. Ich würde es gerne im Gebet einfach so tun...hat damit jemand Erfahrung oder gibt es ganz offiziell irgendwo ne Chance...bitte um Antwort hier,danke
Sprich doch einen Priester an, bei dem du das Gefühl hast, er hat zu Themen wie Keuschheit und Berufung auch wirklich ein Verhältnis. Ein Privatgelübde kann vor einem Priester abgelegt werden, muß es aber nicht, das heißt, du kannst "auch so" geloben, was du geloben willst. (Im Unterschied zu einem Gelübde oder Versprechen, das die Kirche förmlich durch den Bischof entgegengenommen hat, kann von einem Privatgelübde ein Priester entbinden. An sich ist es aber sinnvoll, sich einen geistlichen Begleiter zu suchen und sich von ihm beraten zu lassen.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 22:26
von Gamaliel
Seraph hat geschrieben:Im Unterschied zu einem Gelübde oder Versprechen, das die Kirche förmlich durch den Bischof entgegengenommen hat, kann von einem Privatgelübde ein Priester entbinden.
Nicht jeder Priester:
CIC 1983 hat geschrieben:Can. 1196 — Außer dem Papst können aus gerechtem Grund von privaten Gelübden dispensieren, unter der Voraussetzung, daß die Dispens nicht wohlerworbene Rechte Dritter verletzt:

1° der Ortsordinarius und der Pfarrer alle ihnen Untergebenen wie auch die Fremden;
[...]
3° diejenigen, denen der Apostolische Stuhl oder der Ortsordinarius die Dispensvollmacht übertragen hat.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Samstag 16. Februar 2013, 22:52
von Seraph
Gamaliel hat geschrieben:
Seraph hat geschrieben:Im Unterschied zu einem Gelübde oder Versprechen, das die Kirche förmlich durch den Bischof entgegengenommen hat, kann von einem Privatgelübde ein Priester entbinden.
Nicht jeder Priester:
CIC 1983 hat geschrieben:Can. 1196 — Außer dem Papst können aus gerechtem Grund von privaten Gelübden dispensieren, unter der Voraussetzung, daß die Dispens nicht wohlerworbene Rechte Dritter verletzt:

1° der Ortsordinarius und der Pfarrer alle ihnen Untergebenen wie auch die Fremden;
[...]
3° diejenigen, denen der Apostolische Stuhl oder der Ortsordinarius die Dispensvollmacht übertragen hat.
Ah, da schau her, wieder was gelernt.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 11:49
von Athanasius0570
Wenn das Gelübde auf Zeit abgelegt wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich davon entbinden lassen möchte, geringer.

Ich würde auch bei einem Privatgelübde einen möglichst "offiziellen" Text wählen, in diesem Fall z. B. aus der Jungfrauenweihe.

Robert.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 12:07
von Eremitin
Oh,da habe ich aber doch eine Menge interessanter Antworten bekommen,ja herzlichen Dank euch allen...ich bin keine echte Eremitin,sondern eine alleinlebende Frau,die lange zeit die kranke Mutter gepflegt aht und in einem Lehrberuf tätig war...mein Glaube ist mir halt das wichtigste im leben--einen geistlichen Begleiter habe ich bisher nicht gefunden,auch keinen festen Beichtvater...ich kenne aber eine virgo consecrata und werde mich da weiter orientieren... ich wollte eigentlich nur einen vielleicht offiziellen geistlichen Text,den ich aber alleine vor dem Tabernakel beten möchte....ich komme aus dem Bistum Mainz.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 12:12
von lutherbeck
Eremitin hat geschrieben:Oh,da habe ich aber doch eine Menge interessanter Antworten bekommen,ja herzlichen Dank euch allen...ich bin keine echte Eremitin,sondern eine alleinlebende Frau,die lange zeit die kranke Mutter gepflegt aht und in einem Lehrberuf tätig war...mein Glaube ist mir halt das wichtigste im leben--einen geistlichen Begleiter habe ich bisher nicht gefunden,auch keinen festen Beichtvater...ich kenne aber eine virgo consecrata und werde mich da weiter orientieren... ich wollte eigentlich nur einen vielleicht offiziellen geistlichen Text,den ich aber alleine vor dem Tabernakel beten möchte....ich komme aus dem Bistum Mainz.
Noch einmal meine Frage: warum als ältere (bitte verzeih) alleinstehende Frau ein Keuschheitsgelübde ablegen?

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 12:29
von Salmantizenser
lutherbeck hat geschrieben:
Eremitin hat geschrieben:Oh,da habe ich aber doch eine Menge interessanter Antworten bekommen,ja herzlichen Dank euch allen...ich bin keine echte Eremitin,sondern eine alleinlebende Frau,die lange zeit die kranke Mutter gepflegt aht und in einem Lehrberuf tätig war...mein Glaube ist mir halt das wichtigste im leben--einen geistlichen Begleiter habe ich bisher nicht gefunden,auch keinen festen Beichtvater...ich kenne aber eine virgo consecrata und werde mich da weiter orientieren... ich wollte eigentlich nur einen vielleicht offiziellen geistlichen Text,den ich aber alleine vor dem Tabernakel beten möchte....ich komme aus dem Bistum Mainz.
Noch einmal meine Frage: warum als ältere (bitte verzeih) alleinstehende Frau ein Keuschheitsgelübde ablegen?

Warum sollte ein Mönch, der sowieso im Kloster ist, Armut, Keuschheit, Gehorsam geloben? Schau mal bei Thomas von Aquin, Summe Theologiae, IIa IIae q.88 a. 6, der erklärts Dir :)

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:13
von lutherbeck
Nett - aber ich habe dieses Buch gerade nicht zur Hand...

Mal im Ernst: wieso sollte jemand, der z. B. Keuschheit sowieso schon lange lebt, darüber noch ein Gelübde ablegen? Wäre es nicht besser, ein Gelübe zu etwas abzulegen, das ich noch nicht lebe - etwa Armut o. ä.?

:achselzuck:

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:24
von Reinhard
Lutherbeck:       Es gibt verschiedene, oft sehr persönliche Gründe, dass man ein Gelübde vor Gott ablegen möchte.
Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, dass sich das lohnt, wenn die Zeit dazu reif ist, - und dass die Beziehung zu Gott darin intensiver wird und wächst !


Eremitin:     Das würde ich auch sagen: für den Einstieg sollten es unbedingt zeitliches Gelübde sein. Du wirst Dich noch wundern, was für Fragen in Dir aufkommen, wenn Du erst einmal unter dem Gelübde lebst.
Außerdem ist auch der Einstieg bei "normalen" Orden ein zeitlicher - aus gutem Grund.

Zu Deiner Frage sind mir heute Morgen beim aufwachen noch einige Dinge durch den Kopf gegangen.

Ein Privatgelübde wird sich ja sinnvollerweise an den Evangelischen Räten orientieren - und da muss man vorab einiges auch inhaltlich noch für sich klären.
  • Keuschheit heißt ja nicht, seine Sexualität "weg zu machen", sondern ein keusches Leben soll fruchtbar werden. Dazu ist unbedingt nötig, sich mit seiner eigenen Sexualität zu versöhnen, und das schließt meistens auch das Heilwerden von Verletzungen in der eigenen Geschichte ein. Sonst behindert das Deine Hinwendung zu Gott. Insbesondere, wenn man lange Zeit für einen anderen Menschen da war, hinterlässt das oft seelische Wunden.
    Zu Keuschheit gehört auch die Keuschheit der Worte. In beschaulichen Orden geht das so weit, dass man wirklich nur das absolut nötigste spricht, um Gottes Reden nicht zu stören. Es ist die Frage, wie weit Du da für Dich gehen willst.
  • Armut heißt im Orden, allen Privatbesitz abzugeben. Aber, was soll das für Dich heißen, wo Du keinen Orden hast ? - wie weit willst / musst Du mit der Armut gehen ? Da wäre also auch noch etwas zu klären.
  • Gehorsam ist enorm wichtig für ein geistliches Leben. Aber, was bedeutet das, wenn Du keine Oberin hast ? - das wäre also auch noch zu klären.
Schließlich wäre da noch die Frage der stabilitas loci - wie weit willst Du die einhalten, was soll die bei Dir bedeuten ?

Da sind also so einige Fragen, die Du für Dich im Vorfeld klären musst. Und eigentlich kannst Du dann daraus nur selber Dein Weihegebet schreiben, weil es ja Deine persönliche Antwort auf diese Fragen ist.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:43
von Athanasius0570
lutherbeck hat geschrieben:Nett - aber ich habe dieses Buch gerade nicht zur Hand...

Mal im Ernst: wieso sollte jemand, der z. B. Keuschheit sowieso schon lange lebt, darüber noch ein Gelübde ablegen? Wäre es nicht besser, ein Gelübe zu etwas abzulegen, das ich noch nicht lebe - etwa Armut o. ä.?

:achselzuck:
Ein Gelübde ist kein guter Vorsatz! Sondern eine Selbstverpflichtung. Und solange man etwas nicht gelobt hat, ist es eine fromme Übung nach eigenem Gutdünken.
Mit dem Gelübde (- jetzt bezogen auf die Evangelischen Räte) opfere ich Gott einen Teil meiner Eigenliebe auf und mache mich auf den Weg einer besonderen Nachfolge Christi.

Robert.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 13:49
von songul
Eremitin hat geschrieben:Oh,da habe ich aber doch eine Menge interessanter Antworten bekommen,ja herzlichen Dank euch allen...ich bin keine echte Eremitin,sondern eine alleinlebende Frau,die lange zeit die kranke Mutter gepflegt aht und in einem Lehrberuf tätig war...mein Glaube ist mir halt das wichtigste im leben--einen geistlichen Begleiter habe ich bisher nicht gefunden,auch keinen festen Beichtvater...ich kenne aber eine virgo consecrata und werde mich da weiter orientieren... ich wollte eigentlich nur einen vielleicht offiziellen geistlichen Text,den ich aber alleine vor dem Tabernakel beten möchte....ich komme aus dem Bistum Mainz.
Ein Kloster käme für dich nicht in Frage?

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 18:28
von Eremitin
mit 60 kannst du nicht mehr in ein Kloster,heutzutage suchen sie nur junge frauen,alte haben wir genug,meinte zu mir eine oberin einmal..wer soll die alle pflegen...alle orden machen mit 40 schluss,viele auch mit 30...nun,da haben sie dann halt keinen nachwuchs.

soviel zum Kloster--ich lebe ja schon seit 30 jahren alleine und es geht mir auch nicht um alle evangelischen Räte,sondern nur um ein Gelübde der Ehelosigkeit....quasi das bekräftigen,was ich schon so lange lebe...
danke für alles,was ihr mir geschrieben habt,auch wenn manches na ja ist...internet ist halt geduldig,also danke für alle ernstzunehmenden antworten.
Dem geistlichen Leben sozusagen eine Form geben,das habe ich gemeint.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 18:39
von songul
Eremitin hat geschrieben:mit 60 kannst du nicht mehr in ein Kloster,heutzutage suchen sie nur junge frauen,alte haben wir genug,meinte zu mir eine Oberin einmal..wer soll die alle pflegen...alle orden machen mit 40 schluss,viele auch mit 30...nun,da haben sie dann halt keinen Nachwuchs.
Das stimmt nicht ganz...es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Klöstern hier in D und anderswo, die nehmen schon auch mal eine Frau die älter ist als 40.
Das weiß ich.
Man muss natürlich gesund sein und es regelt sich in der Regel in dem man sich über einen längeren Zeitpunkt regelmäßig dort einfindet und eben auch zeigen kann, ob man überhaupt Gemeinschaftsfähig ist.
Das ist nämlich heutzutage das Hauptproblem vieler - auch vieler Jüngerer.
Harte Arbeit (wie früher) ist in den meisten Klöstern eh nicht mehr sehr vorhanden.
Übrigens sind da auch traditionellere Klöster dabei...
Ernsthaftes Fragen und ein gesundes Glaubensleben sind auch ein Schlüssel dahin.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 18:43
von Reinhard
Eremitin hat geschrieben:Dem geistlichen Leben sozusagen eine Form geben,das habe ich gemeint.
Genau darauf habe ich erstmal mit einigen "Teasern" geantwortet, so gut ich konnte. :blinker:

Ansonsten ist dies für mich selbst - im Ehestand, mit Kindern, die jetzt aus dem Haus gehen - nach wie vor eine Frage, an der ich buchstabiere. Und da ist das Stichwort, das ich oben gab, "Igantianische Exerzitien", auch ganz aktuell für mich - ich würde sagen das Mittel der Wahl, um in meinen Fragen Klarheit zu bekommen. Auch das Stichwort "Innere Heilung" zieht sich wie ein roter Faden durch meine Biographie - mit der ganzen Verzweiflung, die dem teilweise vorangegangen ist.
(Schau einfach mal meine Beiträge durch, da habe ich immer mal was dazu erzählt, dann verstehst Du besser was ich meine.)

Mit dieser Frage stehst Du also durchaus nicht allein ! :streichel:

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 18:54
von gottsucherin
Liebe Eremtin,
deine Aussage, dass alle Orden keine "älteren" Frauen nehmen, stimmt so nicht. Bei den Benediktinerinnen werden teilweise auch ältere aufgenommen.
Aber das Gemeinschaftsleben ist sicher nicht jedermanns Sache, vor allem, wenn du seit 30 Jahren alleine lebst.
Was hältst du von einer Oblation/einer Drittordensgemeinschaft?
Nachtrag:
Ich würde jedoch kein Privatgelübde ablegen ohne Beistand eines geistlichen Begleiters.
Zum geistlichen Leben gehören in meinen Augen nämlich auch Demut und Gehorsam. Da kann ein geistlicher Begleiter durchaus ein Korrektiv sein.
Mit hat vor vielen, vielen Jahren nämlich ein Bischof "geweissagt", ein Jahr später würde ich einen Schleier tragen. Es war nach der feierlichen Profess einer Ordensschwester. Das hat mich sehr verunsichert - mein damaliger geisticher Begleiter hat mich beruhigt. In diesem Wort des Bischofs täte sich nicht Gottes Wille kund, der würde immer so reden.
Tja, der Bischof hatte Recht, aber nicht so wie es ihm vorschwebte. Ein Jahr später habe ich geheiratet. Auch ein Bischof kann irren und fallen. Jener ist durchaus über seinen Stolz gestolpert. Aber es steht mir nicht zu zu richten.
Kommt mir heute nur grade in den Sinn, als ich die Papstworte beim Angelusgebet gehört habe. Die Versuchungen des Bösen können ganz subtil sein.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 18:58
von gottsucherin
Reinhard hat geschrieben:Schließlich wäre da noch die Frage der stabilitas loci - wie weit willst Du die einhalten, was soll die bei Dir bedeuten ?
Die stabilitas loci geloben doch nur die Benediktiner (und Artverwandte), dachte ich. Die sind doch nicht von Haus aus in einem Gelübde dabei, oder?

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 19:58
von Gamaliel
gottsucherin hat geschrieben:
Reinhard hat geschrieben:Schließlich wäre da noch die Frage der stabilitas loci - wie weit willst Du die einhalten, was soll die bei Dir bedeuten ?
Die stabilitas loci geloben doch nur die Benediktiner (und Artverwandte), dachte ich. Die sind doch nicht von Haus aus in einem Gelübde dabei, oder?
Ein Privatgelübde enthält genau das, wozu sich der Gelobende verpflichten möchte, und sonst gar nichts.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 21:11
von cantus planus
gottsucherin hat geschrieben:Jener ist durchaus über seinen Stolz gestolpert. Aber es steht mir nicht zu zu richten.
Schade, wenn's damit nicht klappt. :breitgrins:

Re: Privatgelübde

Verfasst: Sonntag 17. Februar 2013, 22:44
von Seraph
Athanasius0570 hat geschrieben:Wenn das Gelübde auf Zeit abgelegt wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich davon entbinden lassen möchte, geringer.

Ich würde auch bei einem Privatgelübde einen möglichst "offiziellen" Text wählen, in diesem Fall z. B. aus der Jungfrauenweihe.
.
Das geht schon deshalb nicht, weil das Propositum der Jungfrauenweihe seinem ganzen Wesen nach auf Ewigkeit und öffentliche Entgegennahme durch den Bischof ausgelegt ist.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Montag 18. Februar 2013, 01:03
von Theresita
Welchen Sinn soll denn so ein Keuschheitsgelübde machen ? Du lebst doch jetzt schon 30 Jahre alleine.
Das hört sich jetzt vielleicht blöd an: aber mit 60 Jahren noch ein Keuschheitsgelübde abzulegen,finde ich ein bißchen komisch. Zur Keuschheit sind doch sowieso alle gerufen.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Montag 18. Februar 2013, 09:02
von Athanasius0570
Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, ist es ein Unterschied, ob man einfach keusch/ehelos lebt oder ob man diesen (oder einen anderen) Evangelischne Rat als Berufung erkennt und annimmt.

Die unverständige Frage, wozu ein (Keuschheits-)Gelübde ablegen, kommt mir so vor, als würde man einem in ärmsten Verhältnissen lebenden Menschen sagen, der sich zur besonderen Nachfolge Jesu in Besitzlosigkeit berufen fühlt: Wozu willst du das Gelübde der Armut ablegen, du hast ja sowieso nichts....

Robert.

Re: Privatgelübde

Verfasst: Montag 18. Februar 2013, 12:32
von Benedikt
Eremitin hat geschrieben:Oh,da habe ich aber doch eine Menge interessanter Antworten bekommen,ja herzlichen Dank euch allen...ich bin keine echte Eremitin,sondern eine alleinlebende Frau,die lange zeit die kranke Mutter gepflegt aht und in einem Lehrberuf tätig war...mein Glaube ist mir halt das wichtigste im leben--einen geistlichen Begleiter habe ich bisher nicht gefunden,auch keinen festen Beichtvater...ich kenne aber eine virgo consecrata und werde mich da weiter orientieren... ich wollte eigentlich nur einen vielleicht offiziellen geistlichen Text,den ich aber alleine vor dem Tabernakel beten möchte....ich komme aus dem Bistum Mainz.
Ich würde dir gerne eine Liste mit Geistlichen/Ordensleuten schicken, die ich empfehlen könnte. Komme selber aus der Region. Schalte doch bitte "Privatnachrichten" frei - das geht über den Link oben "Persönlicher Bereich", dann weiter "Einstellungen"-"Persönliche Einstellungen"-"Andere Mitglieder dürfen mir Private Nachrichten schicken".

Re: Privatgelübde

Verfasst: Montag 18. Februar 2013, 12:34
von HeGe
Theresita hat geschrieben:Welchen Sinn soll denn so ein Keuschheitsgelübde machen ? Du lebst doch jetzt schon 30 Jahre alleine.
Das hört sich jetzt vielleicht blöd an: aber mit 60 Jahren noch ein Keuschheitsgelübde abzulegen,finde ich ein bißchen komisch. Zur Keuschheit sind doch sowieso alle gerufen.
Ein konsequent keusches Leben für Gott ist wohl doch ein wenig mehr als nur der Verzicht auf den reinen Geschlechtsakt oder Kinder und erfasst letztlich das gesamte Leben. Ein solch konsequentes Leben fordert auch jemand jenseits eines gewissen Alters noch heraus.