Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

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Niels
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Niels »

Ich lese gerade ein Buch von Egon von Petersdorff.
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Lupus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Lupus »

Paderborner Priesterausbilder: „Sexualität soll nicht verteufelt werden"
Interview mit Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Paderborner Priesterseminars

[/quote]
........................................................................................

Ist nicht Sexualität eine Mitgift Gottes für seine Geschöpfe? Woher kommen denn sonst die Kinder? :pfeif: ;)

+L.
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Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen »

Lupus hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 17:05
Paderborner Priesterausbilder: „Sexualität soll nicht verteufelt werden"Interview mit Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Paderborner Priesterseminars

Ist nicht Sexualität eine Mitgift Gottes für seine Geschöpfe? Woher kommen denn sonst die Kinder? :pfeif: ;)
+L.
Mich verstören eher andere Aussagen, wie z.B.
Menke-Peitzmeyer: Ein wich­ti­ger Punkt ist gleich am An­fang im Rah­men des Be­wer­bungs­ver­fah­rens die Eig­nungs­dia­gno­s­tik der Kan­di­da­ten un­ter Lei­tung ei­nes Psych­ia­ters…
Man stel­le sich das mal vor: Ein (jun­ger) Mann be­wirbt sich im Pries­ter­se­mi­nar und noch be­vor er auf­ge­nom­men wird, schickt man ihn erst ein­mal zu ei­nem Psych­ia­ter, al­so zu ei­nem Arzt mit psych­ia­tri­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Fach­arz­t­aus­bil­dung.

Hallo‽ Geht's noch‽
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Maternus87
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Maternus87 »

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 18:47
Mich verstören eher andere Aussagen, wie z.B.
Menke-Peitzmeyer: Ein wich­ti­ger Punkt ist gleich am An­fang im Rah­men des Be­wer­bungs­ver­fah­rens die Eig­nungs­dia­gno­s­tik der Kan­di­da­ten un­ter Lei­tung ei­nes Psych­ia­ters…
Man stel­le sich das mal vor: Ein (jun­ger) Mann be­wirbt sich im Pries­ter­se­mi­nar und noch be­vor er auf­ge­nom­men wird, schickt man ihn erst ein­mal zu ei­nem Psych­ia­ter, al­so zu ei­nem Arzt mit psych­ia­tri­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Fach­arz­t­aus­bil­dung.

Hallo‽ Geht's noch‽
[/font]


Früher hätte ich Dir rundweg zugestimmt.

Wenn man gewisse Einblicke gewonnen hat, sieht man das ggf. differenzierter. Psychotests, die über wohl und Wehe entscheiden, wie in den USA teilweise praktiziert, sind abzulehen, gegen eine psychologische Assistenz und ggf. Psychoanalyse bei einem gut katholischen, verheirateten, reifen - und unabhängigen - Psychiater ist aber nichts einzuwenden, wenn die Gutachten im Forum internum verbleiben. Neben der physischen gesundheitlichen Eignung sollte auch die Psychische miteinbezogen werden - das gilt aber noch mehr für die Ernennung von Bischöfen und Bestellungen von Verantwortungsträgern wie Seminarvorständen, wo doch vieles weniger optimal gelagert ist, als man bisweilen den Anschein erwecken möchte. :pfeif:

Die aus den USA bekannten Studien zum Missbrauchsskandal wie dessen Vertuschung geben Aufschluss darüber, dass es ein massives Problem mit psychologischen Anomalien gibt, vor allem narzistische Neigungen, die natürlich durch das klerikale Setting ins maßlose gesteigert werden. Wenn die Kirche ihre Kleruskrise bewältigen möchte, sollte sie sich vor der Psychologie nicht fürchten, die ihr und ihren Kandidaten für das Weiheamt aber auch für Bischöfe und Kleriker, die in die Auswahl für das Bischofsamt kommen, nur helfen kann.

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Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen »

Maternus87 hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 19:06
Juergen hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 18:47
Mich verstören eher andere Aussagen, wie z.B.
Menke-Peitzmeyer: Ein wich­ti­ger Punkt ist gleich am An­fang im Rah­men des Be­wer­bungs­ver­fah­rens die Eig­nungs­dia­gno­s­tik der Kan­di­da­ten un­ter Lei­tung ei­nes Psych­ia­ters…
Man stel­le sich das mal vor: Ein (jun­ger) Mann be­wirbt sich im Pries­ter­se­mi­nar und noch be­vor er auf­ge­nom­men wird, schickt man ihn erst ein­mal zu ei­nem Psych­ia­ter, al­so zu ei­nem Arzt mit psych­ia­tri­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Fach­arz­t­aus­bil­dung.

Hallo‽ Geht's noch‽
Früher hätte ich Dir rundweg zugestimmt.

Wenn man gewisse Einblicke gewonnen hat, sieht man das ggf. differenzierter. Psychotests, die über wohl und Wehe entscheiden, wie in den USA teilweise praktiziert, sind abzulehen, gegen eine psychologische Assistenz und ggf. Psychoanalyse bei einem gut katholischen, verheirateten, reifen - und unabhängigen - Psychiater ist aber nichts einzuwenden, wenn die Gutachten im Forum internum verbleiben. Neben der physischen gesundheitlichen Eignung sollte auch die Psychische miteinbezogen werden - das gilt aber noch mehr für die Ernennung von Bischöfen und Bestellungen von Verantwortungsträgern wie Seminarvorständen, wo doch vieles weniger optimal gelagert ist, als man bisweilen den Anschein erwecken möchte. :pfeif:

Die aus den USA bekannten Studien zum Missbrauchsskandal wie dessen Vertuschung geben Aufschluss darüber, dass es ein massives Problem mit psychologischen Anomalien gibt, vor allem narzistische Neigungen, die natürlich durch das klerikale Setting ins maßlose gesteigert werden. Wenn die Kirche ihre Kleruskrise bewältigen möchte, sollte sie sich vor der Psychologie nicht fürchten, die ihr und ihren Kandidaten für das Weiheamt aber auch für Bischöfe und Kleriker, die in die Auswahl für das Bischofsamt kommen, nur helfen kann.
Es sich zwei Paar Schu­he, ob ich ei­nen Kan­di­da­ten vor der Auf­nah­me ins Se­mi­nar zu ei­nem Arzt (Psych­ia­ter) schi­cke, der ein Gut­ach­ten er­stellt (was na­tür­lich im­mer im fo­rum ex­ter­num pas­siert) und dann ent­schei­de, ob er auf­ge­nom­men wird oder nicht; oder ob er ggf. währ­end der Se­mi­nar­zeit von ei­nem Psy­cho­lo­gen be­glei­tet wird oder auch ob Sor­ge da­für ge­tra­gen wird, daß er ei­ne psy­cho­lo­gisch ge­schul­ten Beicht­va­ter hat.
Die Se­mi­nar­zeit dau­ert heut­zu­ta­ge in­kl. sog. Pro­pä­d­eu­ti­kum mind. 7 Jah­re bis zur Dia­ko­nen­wei­he bzw. 8 Jah­re bis zur Pries­ter­wei­he. In die­ser Zeit än­d­er sich aus psy­cho­lo­gi­scher Sicht sehr viel. Ein 19 jäh­ri­ger Ab­i­tu­ri­ent ist eben psy­cho­lo­gisch ge­se­hen et­was ganz an­de­res als ein 25 jäh­ri­ger Di­plo­mant.

Hier liest es sich so als wür­de in Pa­der­born die ers­te Va­ri­an­te be­vor­zugt: psych­ia­tri­sches Gut­ach­ten vor Auf­nah­men ins Se­mi­nar.
Gruß Jürgen

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Vir Probatus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Vir Probatus »

Juergen hat geschrieben:
Mittwoch 20. Februar 2019, 17:52
Maternus87 hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 19:06
Juergen hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 18:47
Mich verstören eher andere Aussagen, wie z.B.
Menke-Peitzmeyer: Ein wich­ti­ger Punkt ist gleich am An­fang im Rah­men des Be­wer­bungs­ver­fah­rens die Eig­nungs­dia­gno­s­tik der Kan­di­da­ten un­ter Lei­tung ei­nes Psych­ia­ters…
Man stel­le sich das mal vor: Ein (jun­ger) Mann be­wirbt sich im Pries­ter­se­mi­nar und noch be­vor er auf­ge­nom­men wird, schickt man ihn erst ein­mal zu ei­nem Psych­ia­ter, al­so zu ei­nem Arzt mit psych­ia­tri­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Fach­arz­t­aus­bil­dung.

Hallo‽ Geht's noch‽
Früher hätte ich Dir rundweg zugestimmt.

Wenn man gewisse Einblicke gewonnen hat, sieht man das ggf. differenzierter. Psychotests, die über wohl und Wehe entscheiden, wie in den USA teilweise praktiziert, sind abzulehen, gegen eine psychologische Assistenz und ggf. Psychoanalyse bei einem gut katholischen, verheirateten, reifen - und unabhängigen - Psychiater ist aber nichts einzuwenden, wenn die Gutachten im Forum internum verbleiben. Neben der physischen gesundheitlichen Eignung sollte auch die Psychische miteinbezogen werden - das gilt aber noch mehr für die Ernennung von Bischöfen und Bestellungen von Verantwortungsträgern wie Seminarvorständen, wo doch vieles weniger optimal gelagert ist, als man bisweilen den Anschein erwecken möchte. :pfeif:

Die aus den USA bekannten Studien zum Missbrauchsskandal wie dessen Vertuschung geben Aufschluss darüber, dass es ein massives Problem mit psychologischen Anomalien gibt, vor allem narzistische Neigungen, die natürlich durch das klerikale Setting ins maßlose gesteigert werden. Wenn die Kirche ihre Kleruskrise bewältigen möchte, sollte sie sich vor der Psychologie nicht fürchten, die ihr und ihren Kandidaten für das Weiheamt aber auch für Bischöfe und Kleriker, die in die Auswahl für das Bischofsamt kommen, nur helfen kann.
Es sich zwei Paar Schu­he, ob ich ei­nen Kan­di­da­ten vor der Auf­nah­me ins Se­mi­nar zu ei­nem Arzt (Psych­ia­ter) schi­cke, der ein Gut­ach­ten er­stellt (was na­tür­lich im­mer im fo­rum ex­ter­num pas­siert) und dann ent­schei­de, ob er auf­ge­nom­men wird oder nicht; oder ob er ggf. währ­end der Se­mi­nar­zeit von ei­nem Psy­cho­lo­gen be­glei­tet wird oder auch ob Sor­ge da­für ge­tra­gen wird, daß er ei­ne psy­cho­lo­gisch ge­schul­ten Beicht­va­ter hat.
Die Se­mi­nar­zeit dau­ert heut­zu­ta­ge in­kl. sog. Pro­pä­d­eu­ti­kum mind. 7 Jah­re bis zur Dia­ko­nen­wei­he bzw. 8 Jah­re bis zur Pries­ter­wei­he. In die­ser Zeit än­d­er sich aus psy­cho­lo­gi­scher Sicht sehr viel. Ein 19 jäh­ri­ger Ab­i­tu­ri­ent ist eben psy­cho­lo­gisch ge­se­hen et­was ganz an­de­res als ein 25 jäh­ri­ger Di­plo­mant.

Hier liest es sich so als wür­de in Pa­der­born die ers­te Va­ri­an­te be­vor­zugt: psych­ia­tri­sches Gut­ach­ten vor Auf­nah­men ins Se­mi­nar.
Wer heute noch Priester werden will, der muss ja bekloppt sein und deshalb gehört er doch auch in Behandlung [Ironie:off]
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

Petrus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Petrus »

Alles kein Problem.

Wird ein Kandidat abgewiesen, findet er immer noch einen Bischof, der ihn aufnimmt (Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: Eichstätt, St. Pölten).

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Lupus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Lupus »

[/quote]
Wer heute noch Priester werden will, der muss ja bekloppt sein und deshalb gehört er doch auch in Behandlung [Ironie:off]
[/quote]
...............................................................................................................
Nun denn; da bekenne ich mich dazu, vor fast 50 Jahren bekloppt gewesen zu sein und in so manchen widrigen Umständen trotzdem ausgehalten zu haben. "Ich bin nicht Priester geworden um meine Gesundheit zu pflegen." Don Bosco!
+L.
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Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen »

Lupus hat geschrieben:
Donnerstag 21. Februar 2019, 08:54
…Nun denn; da bekenne ich mich dazu, vor fast 50 Jahren bekloppt gewesen zu sein…
Und wann hat sich das Problem dann gelegt?

:narr:
Gruß Jürgen

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HeGe
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von HeGe »

Pfarrermangel bei Protestanten

Liegt bestimmt am Zölibat.
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Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen »

Kompetenzteam für das Priesterseminar erweitert

Erzbischof ernennt zwei weitere Lehrbeauftragte für das Erzbischöfliche Priesterseminar
Paderborn, 7. Mai 2019. Mit Professorin Dr. Christiane Koch (Paderborn) und Pastor Dr. Christof Gärtner (Bielefeld) hat das Erzbischöfliche Priesterseminar Paderborn jetzt zwei neue Lehrbeauftragte. Beide Theologen wurden von Erzbischof Hans-Josef Becker zu Beginn des Sommersemesters 2019 zu Dozenten am Priesterseminar ernannt, damit sie zwei wichtige Themenbereiche in der Ausbildung der Priesteramtskandidaten des Erzbistums Paderborn stärken.
Am 11. Mai werden zwei Männer zu Diakonen geweiht

Wenn das so weiter geht, hat das Priesterseminar mehr Dozenten als Priesteramtskandidaten.

(Priesterseminar meint in diesem Zusammenhang den zweijährigen Pastoralkurs nach Ende des 10-semestrigen akademischen Studiums.
Gruß Jürgen

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen »

Diakon Patrick Kaesberg aus Schloß Neuhaus kickte früher in Darmstadt und Aachen
Ex-Fußballprofi empfängt Priesterweihe

Paderborn (WB). Derzeit bereiten sich drei Seminaristen des Erzbischöflichen Priesterseminars Paderborn auf den Empfang des Sakraments der Priesterweihe vor: Erzbischof Hans-Josef Becker wird ihnen am Samstag, 8. Juni, im Dom durch Handauflegung und Gebet die Weihe spenden.…
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Kantorin
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Kantorin »

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 6. März 2019, 14:14
Pfarrermangel bei Protestanten

Liegt bestimmt am Zölibat.
Das scheint eher wie bei Lehrkräften zu sein - mal gibt es zu viele, sodass nicht alle eine Stelle bekommen, daraufhin reguliert sich der "Markt" und es gibt es weniger Studierende. Dann beklagt man einen Mangel an Lehrkräften und bekräftigt, wie gut die Chancen sind, eine Stelle zu bekommen. :pfeif: In meinem Abiturjahrgang (1987) waren mehrere, die Theologie studierten, keine Stelle bekamen und sich umorientieren mussten.

Außerdem wissen alle, dass die Zahl der Gemeindemitglieder und der Pfarrrstellen abnehmen wird.

Ausführlichere Darstellung:
https://www.evangelisch.de/inhalte/1510 ... f-2030-aus
Mein huldreicher Gott kommt mir entgegen. (Psalm 59)

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Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen »

Gruß Jürgen

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen »

Patrick Kaesberg war einst Profi-Fußballer, an diesem Samstag empfängt er mit 32 die Priesterweihe
»Habe mich innerlich lange dagegen gewehrt«

Paderborn (WB). Patrick Kaesberg war nah dran am Profi-Fußballer­dasein. Doch dann merkte der Paderborner, dass Karriere, Geld, und Sex ihn nicht glücklich machten. Kaesberg studierte katholische Theologie. Am Samstag empfängt der 32-Jährige die Priesterweihe. Mit Matthias Band sprach er über Ängste, Schlüsselerlebnisse, »Maria 2.0« und über das, was er den Menschen mit auf den Weg geben will.
Gruß Jürgen

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Niels
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Niels »

Was für eine gruselige neue "Kapelle des Erzbischöflichen Priesterseminars".
:panisch:
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen »

Ich lese im Moment das Buch: Bruno Fritsch: Engelbert Niebecker (1895–1955). Fliegerleutnant, katholischer Geistlicher und Gymnasialdirektor in Borken. Bielefeld 2015 (Borkener Schriften zur Stadtgeschichte und Kultur. Bd. 7). Darin steht auf Seite 39 über den Abiturjahrgang 1932:
Von den 29 Abiturienten geben 21 als geplantes Studienfach Theologie an, nur je einer will Arzt bzw. Ingenieur werden…

Tja… kein Vergleich zu heute.
Gruß Jürgen

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen »

Gruß Jürgen

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Andi19

Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Andi19 »

Juergen hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 18:47
Lupus hat geschrieben:
Dienstag 19. Februar 2019, 17:05
Paderborner Priesterausbilder: „Sexualität soll nicht verteufelt werden"Interview mit Michael Menke-Peitzmeyer, Regens des Paderborner Priesterseminars

Ist nicht Sexualität eine Mitgift Gottes für seine Geschöpfe? Woher kommen denn sonst die Kinder? :pfeif: ;)
+L.
Mich verstören eher andere Aussagen, wie z.B.
Menke-Peitzmeyer: Ein wich­ti­ger Punkt ist gleich am An­fang im Rah­men des Be­wer­bungs­ver­fah­rens die Eig­nungs­dia­gno­s­tik der Kan­di­da­ten un­ter Lei­tung ei­nes Psych­ia­ters…
Man stel­le sich das mal vor: Ein (jun­ger) Mann be­wirbt sich im Pries­ter­se­mi­nar und noch be­vor er auf­ge­nom­men wird, schickt man ihn erst ein­mal zu ei­nem Psych­ia­ter, al­so zu ei­nem Arzt mit psych­ia­tri­scher und psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Fach­arz­t­aus­bil­dung.

Hallo‽ Geht's noch‽
Ich bin etwas überrascht über deine Entrüstung.
Das ist in vielen Orden mittlerweile Usus, weshalb also nicht auch in Paderborn?
Deutschland ist da vielleicht etwas hinten an, aus dem europäischen Ausland kenne ich es nicht anders.
Natürlich kann man es gut oder weniger gut finden :breitgrins:

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Siard
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Siard »

Ich finde allerdings, daß man auch alle schon Geweihten zur psychatrischen Eignungskontrolle schickt – die in Leitungspositionen am besten regelmäßig.

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Coelestin
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Coelestin »

Heute ist in Lincoln Priesterweihe
- unter Ausschluß der Öffentlichkeit natürlich, wegen der Weltepidemie mit keinen Toten.
- für den außerordentlichen Ritus.
- Dort wurde kein Psychater zur Auslese benötigt,
a) denn nicht mal 70%tig kann ein Psychater aushelfen (um mal gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen)
b) er hat auch ganz andere Vorraussetzungen für den Menschen in der Gesellschaft (außer er ist zufällig katholisch und aktiver Christ!)
c) Der Hl. Josef zum Beispiel wird bei A. K. Emmerich als Außenseiter beschrieben, von seinen Brüder gehänselt. (Wie der hl. Josef in Ägypten ja auch. Das "Mamasöhnchen".) Und Don Bosco sollte in die Irrenanstalt, (was aber schief ging :klatsch: wer die Geschichte kennt.)
Es wurden mal die Handschriften verschiedener Heiliger einem Graphologen vorgelegt. Bei den meisten sagte er hochgradig kriminell und so weiter. (Wie der Coronatest in Tansania Motoröl, eine Papaya und eine Ziege positiv getestet hat usw.)
Ein viel besserer Test sind Demütigungen oder eine lange Probezeit, bei unsicheren Kandidaten. Die Nicht-Berufenen springen schnell ab. Der Pfarrer von Ars und Don Bosco haben durchgehalten, zum Glück für die Kirche.

Die Priesterweihe dauert noch an (1. Juni 2020 18.32 Uhr)
Ein Punkt noch, typisch St. Petrusbruderschaft, eine Kirche zum Abwinken. Das sind Tiefgaragen schöner. Keine Ausnahme siehe Wiegratzbad oder Stuttgart Zuffenhausen! :angewidert:
http://s3.amazonaws.com/livemass/index.html
rotbraunes ANTI-sozialistisch “Der Edle strebt nach Harmonie, nicht nach Gleichheit. Der Gemeine nach Gleichheit, nicht nach Harmonie.”Konfuz.
"Unsere Ökonomie => Schweinezucht = produktiv, Kind-Großziehen = unproduktiv" Fried.List, dt.Ökonom

Marcus, der mit dem C
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Marcus, der mit dem C »

Lieber Coelestin,

das ist die Risen Christ Cathedral von Lincoln, ich hoffe Du wirfst der Petrusbruderschaft nicht vor, für das Aussehen der Kathedrale verantwortlich zu sein, die 1965 geweiht wurde, also vor Gründung der Pius- bzw. Petrusbruderschaft. ;D Trotz der Kathedrale hat die Diözese Lincoln es unter den Exzellenzen Flavin und Bruskewitz deutlich geschafft ein katholisches Profil zu bewahren.
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von HeGe »

kath.net hat geschrieben: Priesterausbildung künftig an weniger Standorten?

Deutsche Bischofskonferenz hat Pläne vorgestellt, zur Qualitätssicherung die Priesterausbildung an wenigen Orten zu zentralisieren.

Bonn (kath.net) Die Priesterausbildung in Deutschland könnte künftig auf einige wenige Standorte beschränkt werden, wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) am Dienstag mitteilte. Eine Arbeitsgruppe habe sich einige Monate lang mit dem Thema der Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland befasst. Der entsprechende Abschlussbericht schlägt vor, angehende Priester nur noch in München, Münster und Mainz studieren zu lassen. [...]
München, Münster und Mainz. "Qualitätssicherung". :roll: Da wurden ja die richtigen Seminare ausgesucht. :irritiert:

Bestehen bleiben sollen daneben Lantershofen für Spätberufene und das Seminar "Redemptoris Mater" des NK in Bonn. Wenn man noch halbwegs nach kirchlicher Lehre studieren will, muss man aber wohl versuchen, nach Heiligenkreuz zu kommen.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von holzi »

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 13:59
Bestehen bleiben sollen daneben Lantershofen für Spätberufene und das Seminar "Redemptoris Mater" des NK in Bonn. Wenn man noch halbwegs nach kirchlicher Lehre studieren will, muss man aber wohl versuchen, nach Heiligenkreuz zu kommen.
Oder Wigratzbad und Zaitzkofen. Und ob alle Orden bei der angedachten Zentralisierung auch mitmachen wollen? :achselzuck:
In Regensburg haben wir beispielsweise heuer keinen einzigen diözesanen Weihekandidaten, aber drei aus einem Orden: ein Prämonstratenser, ein Oratorianer und ein Augustiner-Chorherr.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Robert Ketelhohn »

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 13:59
München, Münster und Mainz. "Qualitätssicherung". :roll: Da wurden ja die richtigen Seminare ausgesucht. :irritiert:
„Qualitätssicherung“ heißt:
  1. Ausschluß eventueller Glaubensreste,
  2. Prüfung auf Eignung zum Cinæden.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von holzi »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 15:19
HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 13:59
München, Münster und Mainz. "Qualitätssicherung". :roll: Da wurden ja die richtigen Seminare ausgesucht. :irritiert:
„Qualitätssicherung“ heißt:
  1. Ausschluß eventueller Glaubensreste,
  2. Prüfung auf Eignung zum Cinæden.
Letzteren Begriff musste ich erst nachschlagen. Grusel!
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Petrus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Petrus »

Man könnte das Münchner Priesterseminar einfach schließen und die Kandidaten ins Herzogliche Georgianum umsiedeln. Card. Marx dürfte allerdings ebensowenig begeistert sein wie damals Döpfner und Ratzinger (diese Lösung gabs schon mal), weil das Georgianum exemt und damit dem Zugriff des Diözesanbischofs entzogen ist.

Petrus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Petrus »

holzi hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 16:23
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 15:19
HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 13:59
München, Münster und Mainz. "Qualitätssicherung". :roll: Da wurden ja die richtigen Seminare ausgesucht. :irritiert:
„Qualitätssicherung“ heißt:
  1. Ausschluß eventueller Glaubensreste,
  2. Prüfung auf Eignung zum Cinæden.
Letzteren Begriff musste ich erst nachschlagen. Grusel!
Punkt b. kann ich aus eigener Anschauung (nicht: Erfahrung) bestätigen.

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Siard
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Siard »

holzi hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 14:46
Und ob alle Orden bei der angedachten Zentralisierung auch mitmachen wollen? :achselzuck:
In der Regel sind die Niederlassungen in D auf das Wohlwollen der Bischöfe angewiesen (besonders was Geld angeht). Da kann es heißen: Friß oder stirb.
holzi hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 14:46
In Regensburg haben wir beispielsweise heuer keinen einzigen diözesanen Weihekandidaten, aber drei aus einem Orden: ein Prämonstratenser, ein Oratorianer und ein Augustiner-Chorherr.
:breitgrins:

Petrus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Petrus »

Siard hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 17:48
In der Regel sind die Niederlassungen in D auf das Wohlwollen der Bischöfe angewiesen (besonders was Geld angeht). Da kann es heißen: Friß oder stirb.
Das kommt darauf an. Die Mönchsorden (zu anderen Gemeinschaften kann ich mangels Wissen nichts sagen) kriegen, soweit mir bekannt, kein Geld von der jeweiligen Diözese.

Scheyern z. B. (das kenne ich ein bißchen sehr gut) hat eine FOS, eine BOS, Waldbesitz, eine verpachtete Alm, eine eigene Brauerei, eine verpachtete Metzgerei, eine verpachtete Gastwirtschaft. Und natürlich auch einen Freundeskreis, dem anzugehören ich die Ehre habe. Auch mein Mitgliedsbeitrag hilft da mit. Und das Kloster kriegt keinen Pfennig Kirchensteuer.

Venio dürfte sich finanzieren aus den Einkünften der Schwestern (die ja alle "weltliche" Berufe haben).

Ansonsten: Ettal hat ein Internat, Plankstetten hat einen Mönch mit einem wohl stattlichen Professorengehalt.

edit: ach ja, fast hätte ich das verdrängt: Und Münsterschwarzach hat den Anselm Grün :blinker:

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taddeo
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von taddeo »

Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 19:02
... Plankstetten hat einen Mönch mit einem wohl stattlichen Professorengehalt.
Um bei diesem Beispiel zu bleiben: Plankstetten hat vor allem eigene Wirtschaftsbetriebe. Bildungshaus, Metzgerei, Bäckerei, Wirtshaus, Klosterladen etc.

Was du völlig unterschlägst: Die meisten Orden stellen den Bistümern Priester für Seelsorge zur Verfügung. Plankstetten etwa ist nicht nur Kloster, sondern seit der Säkularisation auch Pfarrei. Für diese Seelsorgsdienste in Form von Gestellungsverträgen erhalten die Klöster selbstverständlich Geld von den Diözesen. Das ist eine sehr lukrative Sache.

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Siard
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Siard »

Petrus hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 19:02
Das kommt darauf an. Die Mönchsorden (zu anderen Gemeinschaften kann ich mangels Wissen nichts sagen) kriegen, soweit mir bekannt, kein Geld von der jeweiligen Diözese.
Wetten, daß …
Priestergehälter, Professorengehälter u.s.w.
Was glaubst Du, wie man die bekommt? Ohne Bischöfe läuft da idR nichts. Zuschüsse zur Baulast nicht zu vergessen, Aufträge an Klosterbetriebe ….
Natürlich bekommen sie keinen direkten Anteil an der Kirchensteuer (das habe ich auch nicht behauptet), aber die Bischöfe haben viele Möglichkeiten das Leben leichter oder auch viel schwerer zu machen.
taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 21:20
Um bei diesem Beispiel zu bleiben: Plankstetten hat vor allem eigene Wirtschaftsbetriebe. Bildungshaus, Metzgerei, Bäckerei, Wirtshaus, Klosterladen etc.
Damit allein kommt man nicht allzu weit.
taddeo hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juni 2020, 21:20
Was du völlig unterschlägst: Die meisten Orden stellen den Bistümern Priester für Seelsorge zur Verfügung. Plankstetten etwa ist nicht nur Kloster, sondern seit der Säkularisation auch Pfarrei. Für diese Seelsorgsdienste in Form von Gestellungsverträgen erhalten die Klöster selbstverständlich Geld von den Diözesen. Das ist eine sehr lukrative Sache.
Die Gestellungsgelder der Diözesen sind selbst in Österreich für die meisten Klöster zum Leben nötig. Das Stiftungsgut und die Betriebe tragen mit etwas Glück vielleicht die Baulasten.

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