Alles rund ums Stundengebet...

Klöster, Klerus, Laienschaft. Besondere Nachfolge.

Stundengebet?

Betet ihr alle Horen des Stundengebets?
10
10%
Betet ihr Laudes und Vesper (evt. Komplet)?
41
39%
Betet ihr gelegentlich einzelne Horen?
32
31%
Habt ihr das Stundengebet noch nicht entdeckt?
21
20%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 104

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Maurus
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Beitrag von Maurus » Freitag 22. Februar 2008, 00:51

Ecce Homo hat geschrieben:
HL. CYRILL (KONSTANTIN), Mönch,
UND HL. METHODIUS, Bischof, Glaubensboten
bei den Slawen, Patrone Europas
Off vom F (Com Ht: StG II 1282), Te
Deum
Worauf bezieht sich das "Te Deum"? Auf die Lesehore? Mein Lektionar sieht kein Te Deum vor...

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Freitag 22. Februar 2008, 06:11

Doch, bei mir stand es drin... Lektionar S. 229. Gerade eben gebetet - vor der Oration... ;)
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Ihr seid im Gebet ... mal schauen, ob/wann ich hier wieder reinsehe ...

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Linus
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Beitrag von Linus » Freitag 22. Februar 2008, 11:44

Jau. Genau. Danke im Übrigen Ecce. Gilt die Kommemorationsregel immer?
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Freitag 22. Februar 2008, 16:36

Was heißt "immer"? :hmm:
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Linus
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Beitrag von Linus » Freitag 22. Februar 2008, 16:50

Ecce Homo hat geschrieben:Was heißt "immer"? :hmm:
Immer: an Kommemoratoinsfähigen Tagen, unanhängig von sopnstigen Gegebenheiten (etwa Unterschiede in Fastenzeit, Weihnachten Ostern)
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Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Freitag 22. Februar 2008, 21:13

Eigentlich mache ich das schon so... :)
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Maurus
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Beitrag von Maurus » Dienstag 26. Februar 2008, 00:11

Ecce Homo hat geschrieben:Doch, bei mir stand es drin... Lektionar S. 229. Gerade eben gebetet - vor der Oration... ;)
Ja, an Kathedra Petri. Aber nicht an Cyrill und Methodius.

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Beitrag von Ecce Homo » Dienstag 26. Februar 2008, 06:22

Maurus hat geschrieben:
Ecce Homo hat geschrieben:Doch, bei mir stand es drin... Lektionar S. 229. Gerade eben gebetet - vor der Oration... ;)
Ja, an Kathedra Petri. Aber nicht an Cyrill und Methodius.
Kann ja auch nicht drin stehen - weil C + M im Stundenbuch nicht als Fest gekennzeichnet ist - im Direktorium aber schon. Also betet man´s. Vielleicht weil die beiden als Patrone Europas nur in Europa als Fest gefeiert werden, differiert die Angabe im Stundenbuch, das ja weltweit gilt - könnte ich mir vostellen...

Da im Zweifelsfall schon ins Direktorium schauen... Ich hab das Te Deum in jedem Fall auch bei C + M gebetet.----
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Sascha
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Frage

Beitrag von Sascha » Montag 21. April 2008, 17:53

Hallo ich habe eine Frage:

Ich bete ab und an das Stundengebet und habe eine Frage dazu:
Warum betet man die Psalmen?
Manchmal kommen da Dinge vor, die auf mich zutreffen (z.B. die Schlinge die mir die Feinde heimlich legten usw.).
Warum bete ich Dinge die ich nicht stimmen und eigentlich betet man es ja auch nicht sondern liest es eher.

Was sagt ihr dazu?

Gottes Segen
Sascha
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cantus planus
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Beitrag von cantus planus » Montag 21. April 2008, 20:02

Wenn man das Stundengebet vollzieht, ist das kein privates Gebet, auch wenn man alleine ist. In diesem Augenblick tritt man in die weltweite Gemeinschaft der betenden Kirche.

Da es sich beim Stundengebet - zu dem die Vesper gehört - nicht um eine private Frömmigkeitsübung (wie etwa der Rosenkranz), sondern um die Teilnahme an der offiziellen Liturgie der Kirche handelt, ist es notwendig, dafür gewisse Grundstrukturen zu schaffen.

Seit langem haben sich Beter vom Schatz der Psalmen angesprochen gefühlt. Das schreibst du ja selbst. Und bei jedem Stundengebet findet man einen Vers, der einen unmittelbar anspricht und mit verblüffender Genauigkeit auf die aktuelle Lebenssituation passt. Jemand anderer, der auch gerade betet, findet einen anderen Satz. Allen gemeinsam ist der Vollzug des gemeinsamen Gebets - das nicht weniger Gebet ist, weil es "nur" gelesen wird. Das Lesen eines Gebetstextes ist - aufrichtige innere Teilnahme vorausgesetzt - genauso Gebet wie das Singen eines geistlichen Liedes.

Ferner handelt es sich beim Psalter um ein Buch der Heiligen Schrift, die nach unserem Glauben die Überlieferung des Wortes Gottes enthält. Daher ist es wunderbar, sich - auch wenn man alleine betet - in einer riesigen betenden und das Wort Gottes betrachtenden Gemeinschaft zu finden.

Für weitere Instruktionen lies einmal die "Allgemeine Einführung in das Stundengebet (AES)", die vorne im ersten Band enthalten ist. Oder google mal. Sie muss irgendwo auch online zu finden sein.

Verschiedene Liturgiefachbücher erklären wunderbar die Struktur und den Inhalt des Stundengebets.

Das Beten der Psalmen ist seit Jahrhunderten nicht nur in der Tagzeitenliturgie üblich, sondern auch in der Heiligen Messe. Fast das gesamte Grundrepertoire der Gregorianik (ca. 8. Jahrhundert - ohne die später entstandenen Beiträge) rekrutiert sich aus dem Psalmen. Die Heilige Messe war also mit Introitus, Graduale, Communio etc. durchsetzt mit Versen aus dem Psalter. Das ist leider mit der Liturgiereform fast vollständig verloren gegangen. Allerdings wird nach der Ersten Lesung in der Messe noch ein sogn. "Antwortpsalm" gesungen - wenn man zwei Lesungen hat, was leider an vielen Orten nicht mehr üblich ist.

Das Gebet der Kirche hat immer aus den Psalmen gelebt.
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‎Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky

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Sascha
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Beitrag von Sascha » Dienstag 22. April 2008, 16:52

cantus planus hat geschrieben:Wenn man das Stundengebet vollzieht, ist das kein privates Gebet, auch wenn man alleine ist. In diesem Augenblick tritt man in die weltweite Gemeinschaft der betenden Kirche.

Da es sich beim Stundengebet - zu dem die Vesper gehört - nicht um eine private Frömmigkeitsübung (wie etwa der Rosenkranz), sondern um die Teilnahme an der offiziellen Liturgie der Kirche handelt, ist es notwendig, dafür gewisse Grundstrukturen zu schaffen.

Seit langem haben sich Beter vom Schatz der Psalmen angesprochen gefühlt. Das schreibst du ja selbst. Und bei jedem Stundengebet findet man einen Vers, der einen unmittelbar anspricht und mit verblüffender Genauigkeit auf die aktuelle Lebenssituation passt. Jemand anderer, der auch gerade betet, findet einen anderen Satz. Allen gemeinsam ist der Vollzug des gemeinsamen Gebets - das nicht weniger Gebet ist, weil es "nur" gelesen wird. Das Lesen eines Gebetstextes ist - aufrichtige innere Teilnahme vorausgesetzt - genauso Gebet wie das Singen eines geistlichen Liedes.

Ferner handelt es sich beim Psalter um ein Buch der Heiligen Schrift, die nach unserem Glauben die Überlieferung des Wortes Gottes enthält. Daher ist es wunderbar, sich - auch wenn man alleine betet - in einer riesigen betenden und das Wort Gottes betrachtenden Gemeinschaft zu finden.

Für weitere Instruktionen lies einmal die "Allgemeine Einführung in das Stundengebet (AES)", die vorne im ersten Band enthalten ist. Oder google mal. Sie muss irgendwo auch online zu finden sein.

Verschiedene Liturgiefachbücher erklären wunderbar die Struktur und den Inhalt des Stundengebets.

Das Beten der Psalmen ist seit Jahrhunderten nicht nur in der Tagzeitenliturgie üblich, sondern auch in der Heiligen Messe. Fast das gesamte Grundrepertoire der Gregorianik (ca. 8. Jahrhundert - ohne die später entstandenen Beiträge) rekrutiert sich aus dem Psalmen. Die Heilige Messe war also mit Introitus, Graduale, Communio etc. durchsetzt mit Versen aus dem Psalter. Das ist leider mit der Liturgiereform fast vollständig verloren gegangen. Allerdings wird nach der Ersten Lesung in der Messe noch ein sogn. "Antwortpsalm" gesungen - wenn man zwei Lesungen hat, was leider an vielen Orten nicht mehr üblich ist.

Das Gebet der Kirche hat immer aus den Psalmen gelebt.
Vielen Dank für Deine Ausführliche Antwort. Allerdings hätte ich da noch eine Frage: Wäre es dann nicht sinnvoller persönlich zu beten?

Gruß
Sascha
P.S. Ich fahre bald nach Köln und freue mich sehr darauf :-)
Gott ist allmächtig.

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anneke6
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Beitrag von anneke6 » Dienstag 22. April 2008, 17:00

Dies ist keine Frage des entweder/oder. Das Gebet der Kirche und das persönliche Gebet gehen Hand in Hand.

Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. » Dienstag 22. April 2008, 19:09

cantus planus hat geschrieben: Allerdings wird nach der Ersten Lesung in der Messe noch ein sogn. "Antwortpsalm" gesungen - wenn man zwei Lesungen hat, was leider an vielen Orten nicht mehr üblich ist.
Auch wenn nur eine Lesung ist, kann danach der Antwortpsalm gesungen
werden.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Nec laudibus, nec timore

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Beitrag von cantus planus » Dienstag 22. April 2008, 22:54

Wird erfahrungsgemäß aber nirgendwo gemacht. Man kann froh sein, wenn es überhaupt ein "Halleluja" gibt. Ich erlebe immer wieder, dass da einfach irgendein Lied gesungen wird.
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anneke6
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Beitrag von anneke6 » Dienstag 22. April 2008, 23:29

Also wir machen das hier immer, auch an Werktagen, wenn es keine zweite Lesung gibt.

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Seraph
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Beitrag von Seraph » Mittwoch 23. April 2008, 09:35

anneke6 hat geschrieben:Also wir machen das hier immer, auch an Werktagen, wenn es keine zweite Lesung gibt.
Dito. Und der einzige Zelebrant, der in der Sonntagabendmesse die 2. Lesung gerne mal weglassen möchte, sieht sich jeweils einem kollektivem "Aber dann wollen wir wenigstens den Antwortpsalm singen(!!)!" der versammelten Dienste gegenüber. Seither streicht er die 2. Lesung auch deutlich seltener. :P

Grüße
Seraph

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Benedictus
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Beitrag von Benedictus » Mittwoch 23. April 2008, 09:55

cantus planus hat geschrieben:Allerdings wird nach der Ersten Lesung in der Messe noch ein sogn. "Antwortpsalm" gesungen - wenn man zwei Lesungen hat, was leider an vielen Orten nicht mehr üblich ist.
Ja, leider. Bei uns wurde mit dem Weggang des alten Pfarrers die zweite Lesung komplett gestrichen. Sie erfolgt nur noch an Hochfesten. Begründung: Sonst dauert die Messe zu lange. Ich finde es schade. Ist es denn wirklich ausschlaggebend, ob eine Messe 50 oder 55 Minuten dauert?

Gruss, Benedictus
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Seraph
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Beitrag von Seraph » Mittwoch 23. April 2008, 10:06

Benedictus hat geschrieben:Begründung: Sonst dauert die Messe zu lange. Ich finde es schade. Ist es denn wirklich ausschlaggebend, ob eine Messe 50 oder 55 Minuten dauert?
Das ist es noch nicht einmal - wann dauert denn eine Lesung mal fünf Minuten? Ich habs noch nicht mitgestoppt, aber ich nehme an, einmal im Jahr, wenn Susanna in der Langfassung im Bade sitzt.

Grüße
Seraph

conscientia
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Beitrag von conscientia » Mittwoch 23. April 2008, 10:27

es ist nicht die aufgabe eines zelebranten, eine lesung zu streichen.
da müssen laien kompromisslos sein: wenn die kirche lesung, psalm, lesung, evangelium vorsieht, haben sich alle dran zu halten.
das gilt auch laien, wenn sie eine lesung streichen wollen.
aufgabe der seelsorgerInnen: kantoren suchen und finden und zur ausbildung an die kirchenmusikerInnen vermitteln.

Raimund J.
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Beitrag von Raimund J. » Mittwoch 23. April 2008, 10:32

conscientia hat geschrieben: seelsorgerInnen
conscientia hat geschrieben: kirchenmusikerInnen
Sieh an, ich dachte die ganze Zeit, Deine Tastatur sei kaputt und könne keine Grossbuchstaben erzeugen. Jetzt müssten diese nur noch an der richtigen Stelle stehen. ;)
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Beitrag von Seraph » Mittwoch 23. April 2008, 11:08

conscientia hat geschrieben:es ist nicht die aufgabe eines zelebranten, eine lesung zu streichen.
Na ja, im Zweifelsfalle hat der Zelebrant das Kommando - ich sehe meine Aufgabe auch nicht darin, dem Zelebranten zu sagen, was er alles nicht haben kann. Wenn er eine Lesung streichen will, dann streicht er halt eine, auch wenns bedauerlich ist. Und wenn er "Susanna" in der Kurzfassung lesen lassen möchte, dann macht er das, obwohl derjenige, der diese Geschichte nicht kennt, dann nur Bahnhof versteht.

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Beitrag von Benedictus » Mittwoch 23. April 2008, 12:08

Seraph hat geschrieben: Das ist es noch nicht einmal - wann dauert denn eine Lesung mal fünf Minuten?
Naja, es kommt (zumindest bei uns) ja noch hinzu, dass nach der ersten Lesung dann nochmal ein Lied (kein Antwortpsalm! :sauer: ) gesungen wird. Damit kommt man dann schon auf 5 Minuten.

Gruss, Benedictus
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Beitrag von anneke6 » Mittwoch 23. April 2008, 12:08

Ich kann nicht so recht verstehen, warum bei der Messe gehetzt werden muß. Ich war einmal in einer kleinen Kirche (ca 100 Sitzplätze, davon etwa 50 besetzt.) Vorabendmesse. Es gab keine zweite Lesung, und es wurde ein Kommunionhelfer eingesetzt — ohne jegliche Notwendigkeit.

:shock:

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Beitrag von Benedictus » Mittwoch 23. April 2008, 12:13

anneke6 hat geschrieben:Ich kann nicht so recht verstehen, warum bei der Messe gehetzt werden muß.
Naja, wenn ich mich so umhöre, dann scheinen doch nicht wenige der sonntäglichen Kirchgänger der Meinung zu sein, dass eine Messe so schnell wie möglich rum sein muss. (Übrigens auch eine ganze Reihe von der "aktiven" Sorte, die ich in einem anderen Thread hier mal erwähnt habe.)

Ich vermute, dass bei vielen der sonntägliche Kirchgang doch noch irgendwie "Pflicht" ist, die man möglichst schnell hinter sich bringen möchte, um dann Zeit für andere Dinge zu haben. Anders kann ich mir das nicht erklären, warum sich einige Leute beschweren und beim Rausgehen genervt auf die Uhr schauen, wenn die Messe mal eine Stunde oder gar eine Stunde zehn Minuten gedauert hat.

Gruss, Benedictus
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Beitrag von anneke6 » Mittwoch 23. April 2008, 12:16

Wenn man bedenkt, wie lange einige orthodoxe Liturgien dauern, so sind wir doch wirklich noch von der schnellen Partie.

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kurtklein
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Beitrag von kurtklein » Donnerstag 24. April 2008, 21:35

um wieder auf das Thema zurückzukommen
cantus planus hat geschrieben:Wenn man das Stundengebet vollzieht, ist das kein privates Gebet, auch wenn man alleine ist. In diesem Augenblick tritt man in die weltweite Gemeinschaft der betenden Kirche....
... Daher ist es wunderbar, sich - auch wenn man alleine betet - in einer riesigen betenden und das Wort Gottes betrachtenden Gemeinschaft zu finden.
:jump: :jump: :jump:

Hab mich als praktischer Stundengebeter :hmm: noch nicht mit der Theorie auseinandergesetzt. @ cantus: Danke, du hast mich mit deinen Ausführungen beschenkt. Bin gespannt was passiert, wenn ich meine Komplet heute nicht mehr alleine sondern in einer rieseigen Gemeinschaft bete :freude:
schön dass sich in diesem Strang wieder einmal etwas tut.

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Sascha
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Tag heiligen?

Beitrag von Sascha » Donnerstag 24. April 2008, 21:58

Sollen die Stundengebete nicht auch den Tagesablauf heiligen oder so?

Sind folgende Worte das gleiche?
- Stundengebet
- Hore
-Brevier
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incarnata
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Beitrag von incarnata » Donnerstag 24. April 2008, 21:59

Ein Priester,dem ich meine Trägheit beichtete,daß ich mir zwar vorgenommen habe,täglich Stundengebet zu beten,das dann aber doch nicht immer tue
(vielleicht weil ich stattdessen im Kreuzgang surfe) hat mich mit dem Gedanken
vertröstet,daß die anderen Beter dann ja für mich mitbeten.Das "etwas für andere
mittun" ist ja ein sehr schöner verbreiteter katholischer Brauch-aber die Gefahr das
als Vorwand für Faulheit zu nehmen besteht auch.Ich kenne auch Familien,wo immer nur ein Mitglied"mit für die anderen" in die Sonntagsmesse geht !
Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende
Licht aus der Höhe.......(Lk1,76)

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Beitrag von Linus » Donnerstag 24. April 2008, 22:18

Bloß, incarnata, das Glied der Kirche, das Zunge ist, kann schwelich das Glied am Herzmuskel ersetzen. Beten muß man schon selber.
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Re: Tag heiligen?

Beitrag von anneke6 » Donnerstag 24. April 2008, 23:20

Sascha hat geschrieben:Sollen die Stundengebete nicht auch den Tagesablauf heiligen oder so?

Sind folgende Worte das gleiche?
- Stundengebet
- Hore
-Brevier
Ja, mit dem Stundengebet wird der Tag geheiligt.
Zu den Begriffen:
Stundengebet ist der Oberbegriff für das Gebet der Kirche, das im Westen auch als Tagzeitenliturgie bezeichnet wird.
Hore bezeichnet einen einzelnen Teil des Stundengebetes im Laufe des Tages. Die "großen Horen" sind Laudes (früh morgens) und Vesper (später Nachmittag/Abend) Alles andere sind kleine Horen. Sie sind mehr oder weniger fest an eine bestimmte Tageszeit gebunden. In Klöstern und Gemeinschaften werden sie immer um die selbe Zeit gebetet. Wenn man als Laie das kann, sollte man dies auch so einrichten.
Brevier bezeichnet das Buch, aus dem gebetet wird. Die offizielle Bezeichnung des Buches im deutschen Sprachraum ist: "Die Feier des Stundengebets". Manchmal wird das Stundengebet auch umgangssprachlich als "Breviergebet" bezeichnet, so etwa in: "Ach, Sie beten das Brevier?"
Zuletzt geändert von anneke6 am Donnerstag 24. April 2008, 23:28, insgesamt 1-mal geändert.

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anneke6
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Beitrag von anneke6 » Donnerstag 24. April 2008, 23:27

@ Incarnata: Ich weiß jetzt nicht, ob Du einer Gemeinschaft angehörst, oder Dich sonst verpflichtet hast, das Stundengebet zu beten. Aber grundsätzlich ist es für Laien nicht geboten — im Gegensatz zur Sonntagsmesse — und es ist keine Sünde, es nicht oder nur unregelmäßig zu verrichten. Wenn man es trotzdem tut: umso besser.
Ich selbst bete auch nicht viel. Morgens und abends kurz, und im Laufe des Tages etwa 1 Stunde. Ich strenge mich an, dies jeden Tag zu tun. Wenig, aber mit treue.
Absolut nicht beten wäre für mich absolut nicht drin.

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Seraph
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Beitrag von Seraph » Freitag 25. April 2008, 09:37

Linus hat geschrieben:Beten muß man schon selber.
Nicht unbedingt – zum einen heißt es schon im Römerbrief:
"So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können.
Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein. "


Zum anderen - ohne der oben genannten Meinung das Wort reden zu wollen - ist es ja gerade auch Aufgabe der beauftragen Beter, für jene zu beten, die nicht beten können oder wollen. Als beauftragter Beter kann ich mir eine solche Auffassung (dann beten halt die anderen für mich mit) dagegen m. E. nur zu eigen machen, wenn ich wegen Krankheit o. ä. vom Beten einzelner Tagzeiten dispensiert werde oder bin.

Grüße
Seraph

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