Klöster als Zentren geistlicher Erneuerung?
Klöster als Zentren geistlicher Erneuerung?
Könnte von Klostergemeinschaften Erneuerung und Reevangelisation ausgehen?
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach
M. v. Ebner- Eschenbach
- cantus planus
- Beiträge: 24273
- Registriert: Donnerstag 20. Juli 2006, 16:35
- Wohnort: Frankreich: Département Haut-Rhin; Erzbistum Straßburg
Re: Klöster als Zentren geistlicher Erneuerung?
Ja. Fast jede große Reform ging in irgendeiner Weise aus dem monastischen Leben hervor - immer nach einer Phase des Niedergangs. Man studiere einmal die Geschichte von Cluny. Es gibt ein hervorragendes Buch von Joachim Wollasch.
Ein großer Wirkungskreis, von echter Erneuerung ganz zu schweigen, Ausstrahlung in eine ganze Diözese oder darüber hinaus: das setzt natürlich ein gesundes, kraftvolles Klosterleben voraus. Ich berfürchte, im deutschen Sprachraum haben wir derzeit kein Kloster, das diese Wirkung entfalten könnte. Die Gemeinschaften sind entweder zu klein oder zu alt.
Ich habe schon mehrfach betont, dass das Ausmach des kirchlichen Niedergangs noch nicht schlimm genug ist. Daher sehen sich die Bischöfe nicht zu echten Reformen genötigt. Das kommt erst nach dem demographischen Zusammenbruch in den kommenden zwei Jahrzehnten und dem zu erwartenden Fall des Kirchensteuersystems. Dann freilich werden die Klöster quasi automatisch zu geistlichen Zentren werden. Ich schlage auch seit langem die Wiederentdeckung der Kollegiatstifte oder Oratorien in Deutschand vor. Ich sehe überhaupt nur darin eine Lösung für die Zukunft. Die Priester systematisch als Einzelkämpfer in immer größeren und komplexeren Strukturen zu verheizen, ist der sichere Weg, die Kirche in Deutschland auszulöschen. Ich habe den Verdacht, dass es den Bischöfen derzeit genau darum geht. Wobei ich allerdings beim Motiv im Dunkeln tappe. Aber zurück zum Thema...
Ich habe dazu auch schon Verschiedenes ausgeführt:
Ein großer Wirkungskreis, von echter Erneuerung ganz zu schweigen, Ausstrahlung in eine ganze Diözese oder darüber hinaus: das setzt natürlich ein gesundes, kraftvolles Klosterleben voraus. Ich berfürchte, im deutschen Sprachraum haben wir derzeit kein Kloster, das diese Wirkung entfalten könnte. Die Gemeinschaften sind entweder zu klein oder zu alt.
Ich habe schon mehrfach betont, dass das Ausmach des kirchlichen Niedergangs noch nicht schlimm genug ist. Daher sehen sich die Bischöfe nicht zu echten Reformen genötigt. Das kommt erst nach dem demographischen Zusammenbruch in den kommenden zwei Jahrzehnten und dem zu erwartenden Fall des Kirchensteuersystems. Dann freilich werden die Klöster quasi automatisch zu geistlichen Zentren werden. Ich schlage auch seit langem die Wiederentdeckung der Kollegiatstifte oder Oratorien in Deutschand vor. Ich sehe überhaupt nur darin eine Lösung für die Zukunft. Die Priester systematisch als Einzelkämpfer in immer größeren und komplexeren Strukturen zu verheizen, ist der sichere Weg, die Kirche in Deutschland auszulöschen. Ich habe den Verdacht, dass es den Bischöfen derzeit genau darum geht. Wobei ich allerdings beim Motiv im Dunkeln tappe. Aber zurück zum Thema...
Ich habe dazu auch schon Verschiedenes ausgeführt:
Nutzer seit dem 13. September 2015 nicht mehr im Forum aktiv.
Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky
Re: Klöster als Zentren geistlicher Erneuerung?
Im ev. Bereich als Beispiel- ausgerechnet die " bösen Hochkirchler" in St. Wigbert haben blühendes Gemeindeleben hervorgebracht, manchmal denke ich, man war kirchlicherseits froh, Schwarz absägen zu können, weil solche Ergebnisse nicht ins Bild einer fortschrittlichen Landeskirche passen.
Übrigens sind für mich gerade die ev. zölibateren Gemeinschaften ein Indiz dafür, dass das monastische Leben ein notwendiger Bestandteil des christlichen Lebens ist.Beginnend mit den Diakonissen bis hin zu den ev. Benediktinern von heute.Wenn etwas sich Jahrhunderte nach seiner offiziellen Abschaffung wieder Bahn bricht, dann steckt da ein vitales Bedürfnis dahinter.Vielleicht muss das kirchliche System noch stärker zerfallen, ehe man wach wird. Ich habe schon Hoffnung, dass von den Klöstern eine grosse Kraft ausgehen kann.
Übrigens sind für mich gerade die ev. zölibateren Gemeinschaften ein Indiz dafür, dass das monastische Leben ein notwendiger Bestandteil des christlichen Lebens ist.Beginnend mit den Diakonissen bis hin zu den ev. Benediktinern von heute.Wenn etwas sich Jahrhunderte nach seiner offiziellen Abschaffung wieder Bahn bricht, dann steckt da ein vitales Bedürfnis dahinter.Vielleicht muss das kirchliche System noch stärker zerfallen, ehe man wach wird. Ich habe schon Hoffnung, dass von den Klöstern eine grosse Kraft ausgehen kann.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
M. v. Ebner- Eschenbach
M. v. Ebner- Eschenbach