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Nassos
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Beitrag von Nassos » Dienstag 24. August 2010, 02:24

Homers einzige Deutschübersetzung

Ein Film, der an der Odysee anlehnt, ist "Oh brother where art thou?"

Kurz sprachen wir auch mit LaudaSion bei letzten ÖFT über die Odysee... und die Aussprache im Altgriechischen...
Ich glaube; hilf meinem Unglauben

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holzi
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Beitrag von holzi » Dienstag 24. August 2010, 08:10

Galilei hat geschrieben:Mein erster Kontakt zu Homer war übrigens dies hier.
Leider ist die ganze Sendung heute aus dem Kinderfernsehen verschwunden.
Ich erinnere mich noch von früher her an "Unterwegs mit Odysseus":
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

Paul
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Beitrag von Paul » Donnerstag 2. September 2010, 15:37

Im Oktober gebe ich den Klassiker "Warum liebe ich meine Kirche?" neu heraus. Ich erlaube mir deshalb ganz unverschämt, Werbung in eigener Sache zu machen:

Warum liebe ich meine Kirche?
nach Jakob Scherer
neu durchgesehen und überarbeitet von Paul Karl

Die katholische Kirche erlebt heute einen noch nie dagewesenen Ansehensverlust in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Medien zeichnen das Bild einer grausamen, finsteren Institution, die seinen Priestern eine unmenschliche, zölibatäre Lebensweise aufzwinge und die gewöhnlichen Gläubigen, speziell die Frauen diskriminiere, u.a. weil sie diese nicht zum Priesteramt zulässt.
Angewidert von der Sündhaftigkeit Einzelner, die in der medialen Hetzjagd zur Anklage gegen Glaube und Kirche als solcher aufgebauscht wird, lassen sich viele tief verunsichern, um sich von ihrer Mutter Kirche innerlich oder äußerlich abzuwenden.
Viele fragen sich: Kann ich auf meine Kirche überhaupt noch stolz sein? Kann ich sie noch lieben? Muss ich mich ihrer nicht schämen?
Ja, es gibt allen Grund seine Mutter Kirche aus ganzer Kraft, aus ganzer Seele und aus ganzem Herzen zu lieben. Warum? – Dieses Buch gibt eine Antwort darauf.
Es zeigt in anschaulicher Weise die wunderbaren Eigenschaften und Errungenschaften unser Mutter Kirche auf. Ihre Wirkungen sind nicht allein auf das Geistige beschränkt, sondern sie richten sich auch auf Gesellschaft, Kultur, Bildung und das leibliche Wohl. Das Buch schildert, was die Kirche so liebenswert macht; es schildert, warum es gut ist, katholisch zu sein, und warum Menschen überhaupt katholisch werden; es schildert aber auch, aus welchen Gründen einzelne wirklich vom Glauben abfallen.
Der geneigte Leser wird nach der Lektüre mit neuem Mut und Eifer aus ganzem Herzen sprechen können: „Ich liebe meine Kirche!“ Sie ist die von Christus gestiftete Heilsinstitution, sie ist der „Mystische Leib Christi“ – unsere Heimat und unser Heil. Ihr gilt die göttliche Prophezeiung: „...die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16, 18).
Nach „Warum muss ich leiden?“ hat der Herausgeber Paul Karl mit „Warum liebe ich meine Kirche?“ einen weiteren im Acker verborgenen Schatz ausgegraben.
Das vorliegende Buch wurde 1911 von Prälat Jakob Scherer verfasst und fand damals weite Verbreitung zur Erbauung von Jugend und Volk. Doch ist es von solch einer zeitlosen Aktualität, dass man meinen könnte, es wäre erst in den letzten Monaten geschrieben worden!
Die vorliegende Ausgabe wurde neu durchgesehen, aktualisiert und überarbeitet. Dabei wurde genau darauf geachtet, dass die Handschrift des Autors gut und deutlich erkennbar erhalten blieb.

Broschur, 14,8 x 21 cm, 114 Seiten,
10 EUR (D, A)
Erscheinungsdatum Mitte/Ende Oktober 2010

Das Buch ist nicht im Buchhandel erhältlich.
Verbindliche Vorbestellungen bitte an:


Hrsg. Paul Karl,
Käthe-Kollwitz-Straße 18 b,
84085 Langquaid
karlvs@me.com
Fax: 0049 (0) 9452 9336917
Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen (Gal 6,2).

Vulpius Herbipolensis
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Beitrag von Vulpius Herbipolensis » Donnerstag 2. September 2010, 21:29

Galilei hat geschrieben:... und eine neuere von einem Herrn Schrott (nur Ilias).
:erschrocken: :aengstlich: :panisch: :panisch: :panisch:
Meines Erachtens hat der Gute vollkommen an der Textgattung vorbeiübersetzt; hier ein Beispiel für den "Stil" dieser Übertragung, wie er sie jetzt nennt - immerhin etwas weniger unpassend als "Übersetzung":
R. Schrott [i](Hom. Α, 565 - 583)[/i] hat geschrieben:(565) "bleib nur still sitzen auf deinem thron und tu, was ich dir sag;
ich warne dich: die andren götter werden dir keine hilfe sein;
muss ich denn wirklich erst aufstehen und dir ein paar langen?
da weiteten sich heras augen ich nerv mal wieder bisschen: diesmal aber vor angst;
sie biss sich auf die zunge, ihre ellenbogen weiss am sessel --
(570) und die himmelsgötter waren wie vor den kopf geschlagen.
einzig der für seine geschicktheit bekannte héphaistos ergriff
das wort und kam seiner mutter hera gedankenschnell zu hilfe:
was für ein schwarzer tag! nicht auszuhalten dass ihr euch
wie zwei dohlen streitet, bloss wegen ein paar sterblicher -
(575) und alles in einen ehekrieg ausartet dass einem beim essen
der appetit vergeht vor dem, was da jetzt in der luft liegt ...
der mutter werde ich gut zureden - sie weiss es ja am besten
dass sie zu unsrem vater nett sein muss, damit er nicht wieder
in seine schimpfereien ausbricht und uns dieses fest verdirbt.
(580) denn hat ers wirklich drauf angelegt, unser blitzeschleuderer
haut er uns von unseren hockern - der ist ja weit stärker als wir.
nein -- sei lieber nett zu ihm und schmier ihm honig ums maul:
du wirst sehen, bald ist er wieder unser grundgütiger alter zeus!"
Und noch eine weitere "Entscheidungshilfe"!

Vulpius

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Beitrag von Vulpius Herbipolensis » Donnerstag 2. September 2010, 22:44

Auch net schlecht:
Homer, Ilias griechisch und deutsch, übertragen von Hans Rupé mit Urtext, Patmos-Verlag, Artemis & Winkler (12. Auflage 2004), ISBN 3-7608-1541-3
Als Textprobe die selbe Stelle wie aus Schrotts "Übertragung":
H. Rupé [i](Hom. Α, 565 - 583)[/i] hat geschrieben:(565) Sitze doch ruhig und schweig, beherzige meine Gebote!
Kaum wohl schützte dich sonst der Unsterblichen Schar im Olympos,
Trät' ich herzu und legte an dich die unnahbaren Hände!
Also Zeus; da erschrak die farrenäugige Here,
Saß in Schweigen gehüllt und bezwang des Herzens Erregung.
(570) Aber es murrten im Hause des Zeus die Uranoskinder.
Jetzt begann Hephaistos, der kunstberühmte, zu reden,
Seiner Mutter zuliebe, der lilienarmigen Here:
Wahrlich, heillos wird's noch zuletzt und nicht zu ertragen,
Wenn ihr beiden euch gar um Sterblicher willen so streitet
(575) Und im Kreise der Götter ein Lärmen erhebet! Ach nimmer
Schwelgt man beim köstlichen Mahle, nachdem das Niedrige siegte!
Ich nun rate der Mutter, wiewohl sie selber Verstand hat,
Unserm Vater mit Liebe zu nahen, damit er nicht wieder
Schelte, der Vater Zeus, und uns verwirre die Mahlzeit.
(580) Denn sobald er es wollte, der blitzesgewaltige Herrscher,
Schmettert' er uns von den Thronen; denn er ist mächtig vor allen.
Auf denn, rede ihm zu mit sanft beruhigenden Worten!
Gleich wird dann der Olympier uns mit Gnade begegnen.
Was natürlich nicht heißt, daß ich daran nie etwas auszusetzen hätte (siehe hier), aber im großen und ganzen: :daumen-rauf:

Vulpius

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka » Freitag 3. September 2010, 05:14

Vulpius Herbipolensis hat geschrieben:Auch net schlecht:
Homer, Ilias griechisch und deutsch, übertragen von Hans Rupé mit Urtext, Patmos-Verlag, Artemis & Winkler (12. Auflage 2004), ISBN 3-7608-1541-3
Als Textprobe die selbe Stelle wie aus Schrotts "Übertragung":
H. Rupé [i](Hom. Α, 565 - 583)[/i] hat geschrieben:(565) Sitze doch ruhig und schweig, beherzige meine Gebote!
Kaum wohl schützte dich sonst der Unsterblichen Schar im Olympos,
Trät' ich herzu und legte an dich die unnahbaren Hände!
Also Zeus; da erschrak die farrenäugige Here,
Saß in Schweigen gehüllt und bezwang des Herzens Erregung.
(570) Aber es murrten im Hause des Zeus die Uranoskinder.
Jetzt begann Hephaistos, der kunstberühmte, zu reden,
Seiner Mutter zuliebe, der lilienarmigen Here:
Wahrlich, heillos wird's noch zuletzt und nicht zu ertragen,
Wenn ihr beiden euch gar um Sterblicher willen so streitet
(575) Und im Kreise der Götter ein Lärmen erhebet! Ach nimmer
Schwelgt man beim köstlichen Mahle, nachdem das Niedrige siegte!
Ich nun rate der Mutter, wiewohl sie selber Verstand hat,
Unserm Vater mit Liebe zu nahen, damit er nicht wieder
Schelte, der Vater Zeus, und uns verwirre die Mahlzeit.
(580) Denn sobald er es wollte, der blitzesgewaltige Herrscher,
Schmettert' er uns von den Thronen; denn er ist mächtig vor allen.
Auf denn, rede ihm zu mit sanft beruhigenden Worten!
Gleich wird dann der Olympier uns mit Gnade begegnen.
Was natürlich nicht heißt, daß ich daran nie etwas auszusetzen hätte (siehe hier), aber im großen und ganzen: :daumen-rauf:

Vulpius
Das hört sich gut an und ist nach meinem Empfinden dicht an Voß.
Schrotts Übertragung finde ich barbarisch.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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Beitrag von Vulpius Herbipolensis » Freitag 3. September 2010, 14:10

Zweifellos!
Dr. Paul Dräger hat geschrieben:(4) Verkennung der Stilhöhe

Oben war schon von der "unsäglichen Trivialisierung, Infantilisierung bzw. Vulgarisierung der Diktion" die Rede. Zu begründen versucht hatte Schrott diesen Stil in den "Sieben Prämissen einer neuen Übersetzung der Ilias" unter dem Stichwort "Dekorum" folgendermassen:7

"bei all dem (scil. "Jammern und Lügen der Menschen" bzw. "voyeuristischen Zynismus der Götter") wahrt das Original jedoch sein Dekorum [...] Insofern drückt sich in diesem Dekorum die Zensur und Selbstzensur jeder höfischen Standesdichtung aus. Heute unerheblich geworden, benennt diese Fassung deshalb dort, wo nur umschrieben und angedeutet wird, das eigentlich Implizierte etwas deutlicher. [...] Sie (scil. Schrotts Wortwahl) akzentuiert nur genauer <,> als es Dekorum und Formelsprache zugelassen hätten."

Ausgerechnet der altertumswissenschaftliche Dilettant Schrott will also "das eigentlich Implizierte", das die professionelle Homer-Philologie seit den Bemühungen der antiken Homer-Gelehrten, also seit etwa 2500 Jahren, herauszuarbeiten versucht, im Handstreich definitiv erkannt haben, um es dann genauer zu akzentuieren"! Eine solche Überheblichkeit ist schon wieder bewundernswert. Für Schrotts "etwas deutlichere Benennung des eigentlich Implizierten" hier ein paar Beispiele:

Droht Odysseus in 2,262 dem Thersites die Wegnahme von "Mantel und Hemd und was deine Scham umhüllt" an, legt Schrott dem Herrscher von Ithaka Gossensprache in den Mund: "den mantel, das hemd und den fetzen über den eiern". -- Sagt Achill über Agamemnon in 9,377: "denn den Verstand hat ihm genommen der ratsinnende Zeus", heisst es bei Schrott "dem hat doch zeus ins hirn geschissen!" -- Sagt Menelaos in 17,19 zu Euphorbos: "Zeus, Vater, nicht schön ist es, sich übermässig zu rühmen", wird daraus bei Schrott: "bei zeus - was bist du doch ein arrogantes arschloch!" [weitere Beispiele in der Langfassung].

Diese infantile Anal- bzw. Fäkalsprache wird noch gesteigert durch einen altmännerhaft-lüsternen Sexualslang:

3,447f.: "während sich die beiden (Paris/Helena) liebten, dass die bettpfosten wackelten" (Homer: "Die beiden nun betteten sich auf dem gurtdurchzogenen Lager"). -- 9,336f.: "soll er sie doch vögeln / und mit ihr glücklich sein" (Homer: "bei der liegend / er sich ergötzen soll"). -- 14,313-315, Zeus zu Hera[!]: "geh doch später; / und lieber mit mir jetzt ins bett - auch wir haben ja schon / ewig nicht ..." (Homer: "wir beide aber, wohlan, wollen uns, in Liebe gelagert, ergötzen"). -- 14,324, Zeus zu Hera[!]: "und nicht einmal bei [...] alkmene [...] stand er mir so" (Homer: "auch nicht Alkmene (hat solches Verlangen in mir geweckt"). -- 15,32, Zeus zu Hera[!]: "haben dich etwa die götter geschickt, damit du mit mir bumst?" (Homer: "damit du siehst, ob dir hilft Liebe und Bett, / auf dem du dich mit mir vereinigt hast, von den Göttern kommend").

Schrotts Rechtfertigung für diese Vulgarisierung der Homerischen Dezenz arbeitet mit Vorstellungen über griechische Literatur, die naive Selbstprojektion, und über ihre Rezeption, die -- nach eigenem Eingeständnis -- "Spekulation" sind (Replik [wie n.7] p. 474):

"wäre der Text wirklich so grillparzerisch getragen<,> wie ihn uns die Übersetzungen bisher präsentiert haben, kein Mensch hätte sich 24 Stück solcher Gesänge angehört. Das dazu auch Drastik und Verstoss gegen das Dekorum gehören, scheint mir offensichtlich [...] Sexuelle Motivik und Anlass für Obszönität gibt's ja auch noch in der Textform des Epos, die wir haben, mehr als genug."

Falls es Obszönität bei Homer tatsächlich gäbe -- es gibt sie aber nicht --: Glaubt Schrott allen Ernstes, dass dann erst er hätte kommen müssen, um sie bewusst zu machen? Ist Schrotts geradezu begeistert vorgetragene gossensprachliche Diktion nicht vielmehr eine jeder Subtilität bare Geschmacksverirrung -- und dies bei jemandem, der sich selbst als Poesie-Experten und "Dichter" bezeichnet?

Mittelbar hierher gehört auch die Sucht nach Erzielung platter Pointen: (1) geschmack- und stillose Kalauer (1,122: "hochherrscherlicher argeier, du habgierigster geier von allen"; auch gereimt, 11,365: "mach ich dich halt beim nächsten mal kalt"); (2) Sucht nach zeugmatischer Ausdrucksweise (11,676f.: "seine hinterwäldler nahmen / die beine in die hand und wir ihnen die ochsen ab"); (3) Literatur- und Bibel-Zitate, die es in der ersten europäischen Dichtung naturgemäss nicht geben kann (1,285: "agamemnon der hörte es wohl - doch es fehlte ihm der glaube"); (4) Anachronismen (2,380: "das letzte stündlein hat dann geschlagen" [vor Erfindung der Uhr!]); (5) die Kulturdifferenz nivellierende Fremdwörter (10,321-327: "explorieren, adjudizieren, penetrieren, deliberieren"); (6) Austriazismen (9,940: "angetrenzt" ['besudelt']; 14,457: "hatschen" ['hinken']; 23,782: "die göttin da hat mich ums haxel gehauen" [Homer: 'mir die Füsse beschädigt']). -- Stilhöhe setzt als Grundbedingungen voraus: souveräne Beherrschung der Muttersprachengrammatik, Nuancensensibilität, Gespür für das treffende Wort. Homer war in alledem Vorbild für die griechische Literalität. Schrott bleibt auch dahinter meilenweit zurück: mangelnde Grammatizität der deutschen Sprache (Appositionen im falschen Kasus, "brauchen" ohne "zu", falsche Konjunktive, falsche Rektionen; besonders hässlich die 'absoluten Partizipien im Nominativ', Muster 1,470: "der hunger gestillt, kamen die knaben mit den mischkrügen"). -- (Die ungezählten Druckfehler runden das Bild passend ab; seitenweise Belege für alles Genannte in der Langfassung).

Des Rätsels Lösung? In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk; ausgestrahlt am 13.3.2006; damals sass Schrott an seiner "Übertragung") antwortet Schrott auf die Frage "Wie viele Sprachen sprechen Sie? Wie viele Dialekte beherrschen Sie?":

"Tja, als Tiroler versuche ich ja immer noch das Schriftdeutsche zu lernen, obwohl es immer heisst, wir würden[!] kein Hochdeutsch können. [...] Ich bin also ohne Koketterie immer noch dabei, Deutsch zu lernen, d.h. das ganze Repertoire der Sprache, ihre ganzen Stilregister zu beherrschen, um sie einsetzen zu können."

Was hier offenbar wird, stimmt fast schon wieder heiter: Wir haben eine "Übertragung" aus dem Homerischen Altgriechisch ins Neuhochdeutsche vor uns, deren Verfasser weder das Homerische Altgriechisch noch das Neuhochdeutsche wirklich beherrscht -- ein in der neueren Geschichte der deutschen Homer-Übersetzung einzigartiges Kuriosum.

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Galilei
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Beitrag von Galilei » Samstag 4. September 2010, 12:46

Danke für Deine Antworten, Vulpi.

Schreibt Schrott wirklich alles klein? Allein das wäre für mich ein Grund, da nicht hineinzugucken.

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Beitrag von Vulpius Herbipolensis » Samstag 4. September 2010, 13:40

Ja, durchgehend. Und auch die Interpunktion ist teilweise katastrophal.
Latacz' Übersetzung, von der hier im dreizehnten und vierzehnten Absatz ebenfalls die Rede ist, interessiert mich hingegen sehr.
Nach allem, was ich bisher gehört habe, muß sie wirklich hervorragend sein. Leider konnte ich bisher nicht einmal Auszüge aus ihr finden.

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Lioba
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Beitrag von Lioba » Sonntag 5. September 2010, 17:06

Der Artikel ist von 2008, vielleicht ist das Buch noch gar nicht herausgekommen. Im Net finde ich nur Kommentare zur Ilias.
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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Beitrag von Galilei » Dienstag 7. September 2010, 21:32

Vulpius Herbipolensis hat geschrieben:Latacz' Übersetzung, von der hier im dreizehnten und vierzehnten Absatz ebenfalls die Rede ist, interessiert mich hingegen sehr.
Nach allem, was ich bisher gehört habe, muß sie wirklich hervorragend sein. Leider konnte ich bisher nicht einmal Auszüge aus ihr finden.
Lioba hat geschrieben:Der Artikel ist von 2008, vielleicht ist das Buch noch gar nicht herausgekommen. Im Net finde ich nur Kommentare zur Ilias.
Das wird ein mehrbändiges Werk, von dem einzelne Bände bereits erschienen sind. Müsste in der UB zu bekommen sein, ggf. über Fernleihe. Oder schau mal hier. (Ich hoffe der Link tut’s.)

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Beitrag von Peregrin » Mittwoch 8. September 2010, 00:50

Ewald Mrnka hat geschrieben:
Trät' ich herzu und legte an dich die unnahbaren Hände!
Also Zeus; da erschrak die farrenäugige Here,
Das hört sich gut an und ist nach meinem Empfinden dicht an Voß.
Da lernt man auch noch was über häusliche Streitschlichtung. Aber wie kommt man eigentlich auf "farrenäugig"? Soweit ich mich erinnere, haben wir in der Schule immer "kuhäugig" übersetzt, was zugegebenermaßen auch seltsam anmutete.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Beitrag von Ewald Mrnka » Mittwoch 8. September 2010, 05:13

Peregrin hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben:
Trät' ich herzu und legte an dich die unnahbaren Hände!
Also Zeus; da erschrak die farrenäugige Here,
Das hört sich gut an und ist nach meinem Empfinden dicht an Voß.
Da lernt man auch noch was über häusliche Streitschlichtung. Aber wie kommt man eigentlich auf "farrenäugig"? Soweit ich mich erinnere, haben wir in der Schule immer "kuhäugig" übersetzt, was zugegebenermaßen auch seltsam anmutete.
Ich fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln, da sehe ich oft kuhäugige Frauen; "farrenäugig" kommt mir dagegen auch fremd vor.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
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Beitrag von Lioba » Mittwoch 8. September 2010, 12:52

Vermutlich weil "kuhäugig" was ja ursprgl ein Kompliment war inzwischen negativ besetzt ist. Farren ist eigentlich der Stier, aber hier ist es wohl eher als Gattungsname gebraucht worden.
Gibt es nicht irgendwo auch eine Beschreibung von Helenas Augen oder Blick?
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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Beitrag von Ewald Mrnka » Mittwoch 8. September 2010, 14:07

Lioba hat geschrieben:Vermutlich weil "kuhäugig" was ja ursprgl ein Kompliment war inzwischen negativ besetzt ist. Farren ist eigentlich der Stier, aber hier ist es wohl eher als Gattungsname gebraucht worden.
Gibt es nicht irgendwo auch eine Beschreibung von Helenas Augen oder Blick?
Kann mich nur an die "blauäugichte" Tochter des Zeus erinnern.
Bei meiner nächsten Lektüre werde ich darauf achten.
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Beitrag von Vulpius Herbipolensis » Mittwoch 8. September 2010, 16:01

Galilei hat geschrieben:Das wird ein mehrbändiges Werk, von dem einzelne Bände bereits erschienen sind. Müsste in der UB zu bekommen sein, ggf. über Fernleihe. Oder schau mal hier. (Ich hoffe der Link tut’s.)
:daumen-rauf: Bloß "Álexándros góttgleich" irritiert mich etwas: Mit der Zeit hört es sich an, als hieße Paris mit Nachnamen "Gottgleich" :D . Warum denn nicht z. B. "... dér/dén gottgleíche(n) Páris"? Hat auch nicht mehr Silben. :achselzuck:
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Beitrag von Nassos » Mittwoch 8. September 2010, 23:27

Vielleicht ein Tolkienfan? "Thorin Eichenschild" (der eichenschildige Thorin :irritiert: )
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Beitrag von Lioba » Mittwoch 8. September 2010, 23:34

Danke, Ewald! Wenn du noch was findest, sag' s mir. :huhu:
Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben.
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Re:

Beitrag von Ewald Mrnka » Donnerstag 9. September 2010, 08:07

Lioba hat geschrieben:Danke, Ewald! Wenn du noch was findest, sag' s mir. :huhu:
Versprochen, ich lese die Ilias/Odyssee (Voß) ungefähr im Zweieinhalbjahresabstand zur Erholung.
Nach der "Sonnenfinsternis" werde ich beginnen; ich werde Dir berichten, wenn ich etwas über die Augen der Damen gefunden habe.
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Beitrag von Lioba » Donnerstag 9. September 2010, 11:21

:schmatz:
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Beitrag von Galilei » Dienstag 14. September 2010, 22:15

Hier eine Übersicht der lieferbaren Homer-Ausgaben mit Verweisen auf bisher hier aufgeführte Textproben und Rezensionen (ohne Auswahlausgaben; Preise bezogen auf Deutschland). Ergänzungen sind erwünscht. Mein Dank gilt Vulpio Herbipolensi für mehrere wertvolle Beiträge.

Roland Hampe:
  • Reclam: Ilias, 1986, Tb., 8 €
  • Reclam: Odyssee, 1986, Tb., 7 €
  • Reclam: Odyssee, 2010, Tb., 18,80 € (zweisprachig)
Karl Ferdinand Lempp (Prosaübersetzung):
  • Insel: Ilias und Odyssee, 2009, 68 € (2 Bde.)
  • Insel: Odyssee, 2010, Tb., 8,95 €
Christoph Martin:
  • Rowohlt: Odyssee, 2005, Tb., 9,95 €
Hans Rupé (Leseprobe):
  • Artemis und Winkler (Tusculum): Ilias, 2008, 59,90 € (zweisprachig)
Anton Weiher:
  • Artemis und Winkler (Tusculum): Odyssee, 2007, 59,90 € (zweisprachig)
Wolfgang Schadewaldt (Ilias in freien Rhythmen, Odyssee in Prosa):
  • Artemis und Winkler: Ilias, 2007, 24,90 €
  • Artemis und Winkler: Odyssee, 2007, 24,90 €
  • Rowohlt: Odyssee, 2008, Tb., 9,95 €
  • Insel: Ilias, 2009, Tb., 10 €
Raoul Schrott (generelle Kleinschreibung; Leseprobe; Rezension; Rezension):
  • Fischer Taschenbuch: Ilias, 2010, Tb., 12,95 €
  • Hanser: Ilias, 2008, 34,90 €
Kurt Steinmann (Rezension):
  • Manesse: Odyssee, 2007, 89,90 €
Johann Heinrich Voß (Hexameter-Übersetzung – der Klassiker):
  • Zweitausendeins: Ilias und Odyssee, 2008, Tb., 7,99 € (zweisprachig)
  • Hamburger Lesehefte: Ilias, 2005, Tb., 4,90 € (überarbeitete Übersetzung)
  • Hamburger Lesehefte: Odyssee, 2010, Tb., 3,70 €
  • Anaconda: Ilias, 2009, 5,95 €
  • Anaconda: Odyssee, 2010, 5,95 €
  • dtv: Ilias und Odyssee, 2002, Tb., 12,90 €
  • Insel: Ilias und Odyssee, 2004, Tb., 14 €
  • Albatros: Ilias und Odyssee, 2003, 9,95 €
  • Fischer Taschenbuch: Ilias, 2009, Tb., 12,50 €
  • Fischer Taschenbuch: Odyssee, 2008, Tb., 9,50 €
  • Diogenes: Ilias, 1980, Tb., 12,90 €
  • Diogenes: Odyssee, 1986, Tb., 9,90 €
  • Artemis und Winkler: Ilias, 2001, 19,90 €
  • Artemis und Winkler: Odyssee, 2001, 18 €
  • Reclam: Ilias und Odyssee, 2010, 39,95 € (folgt anders als andere Ausgaben der letzten zu Vossens Lebzeiten erschienenen Auflage)
  • Artemis und Winkler: Ilias und Odyssee, 1996, 48 €
  • Albatros: Odyssee, 2009, 7,95 €
  • dtv: Ilias, 2004, Tb., 8 €
  • Insel: Odyssee, 2005, Tb., 12 €
  • und für die bayerische Fraktion: Kuckuck und Straps: Odyssee, 1987, Tb., 12,50 € (griechisch/deutsch/bairisch: »Muserl varrod-ma den Mo, den wo-s aso bäs umanandghaut / hod, wia de heilige Stod vo Troja is zgrundganga damois«)

civilisation
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Re: Buchempfehlungen

Beitrag von civilisation » Freitag 10. Dezember 2010, 12:38

Kein Buch im eigentlichen Sinne, sondern eine großformatige Broschüre:

Heute lag in meinem Postfach das Mitteilungsblatt der "Gemeinschaft vom Hl. Josef" aus Kleinhain (Ö). Es handelt sich dabei um eine Sondernummer, die der Hl. Katharina von Siena gewidmet ist (Anlaß ist der 40. Jahrestag ihrer Erhebung zur Kirchenlehrerin).

Die 64 Seiten folgen den Spuren ihrer Lebensstationen Siena-Pisa-Avignon-Val d'Oreia-Florenz-Rom.

Mein erster Eindruck (äußerlich): Gelungen, mit sehr vielen Bildern.

Das Mitteilungsblatt kann kostenlos bezogen werden.

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Hubertus
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Re: Buchempfehlungen

Beitrag von Hubertus » Freitag 10. Dezember 2010, 12:40

civilisation hat geschrieben:Kein Buch im eigentlichen Sinne, sondern eine großformatige Broschüre:

Heute lag in meinem Postfach das Mitteilungsblatt der "Gemeinschaft vom Hl. Josef" aus Kleinhain (Ö). Es handelt sich dabei um eine Sondernummer, die der Hl. Katharina von Siena gewidmet ist (Anlaß ist der 40. Jahrestag ihrer Erhebung zur Kirchenlehrerin).

Die 64 Seiten folgen den Spuren ihrer Lebensstationen Siena-Pisa-Avignon-Val d'Oreia-Florenz-Rom.

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Das Mitteilungsblatt kann kostenlos bezogen werden.
Hab's schon seit acht Tagen. :P
Bin aber trotzdem noch nicht zum lesen gekommen.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Buchempfehlungen

Beitrag von civilisation » Freitag 10. Dezember 2010, 12:42

Hubertus hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:Kein Buch im eigentlichen Sinne, sondern eine großformatige Broschüre:

Heute lag in meinem Postfach das Mitteilungsblatt der "Gemeinschaft vom Hl. Josef" aus Kleinhain (Ö). Es handelt sich dabei um eine Sondernummer, die der Hl. Katharina von Siena gewidmet ist (Anlaß ist der 40. Jahrestag ihrer Erhebung zur Kirchenlehrerin).

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Bin aber trotzdem noch nicht zum lesen gekommen.
Ich komm halt nur mit Müh' und Not zum Postfach ... bei diesem Sch....wetter.
:traurigtaps:

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Re: Buchempfehlungen

Beitrag von Hubertus » Freitag 10. Dezember 2010, 15:11

civilisation hat geschrieben:
Hubertus hat geschrieben:
civilisation hat geschrieben:Kein Buch im eigentlichen Sinne, sondern eine großformatige Broschüre:

Heute lag in meinem Postfach das Mitteilungsblatt der "Gemeinschaft vom Hl. Josef" aus Kleinhain (Ö). Es handelt sich dabei um eine Sondernummer, die der Hl. Katharina von Siena gewidmet ist (Anlaß ist der 40. Jahrestag ihrer Erhebung zur Kirchenlehrerin).

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Bin aber trotzdem noch nicht zum lesen gekommen.
Ich komm halt nur mit Müh' und Not zum Postfach ... bei diesem Sch....wetter.
:traurigtaps:
:patsch: Postfach! :patsch:
Ja klar - tut mir leid, ich wollt Dich nicht aufziehen. Bei mir sind sind's bis zum Briefkasten ja nur fünf Schritte.
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cantus planus
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OT aus "Kurze Fragen - kurze Antworten III"

Beitrag von cantus planus » Mittwoch 15. Dezember 2010, 20:31

Zum hier mehrfach erwähnten Roman "Sire" des Jean Raspail: mehrere Nutzer, auch ich, hatten heute Probleme, das Buch zu bestellen. Angeblich ist es vergriffen. Man findet es aber noch bei Amazon oder direkt beim Herausgeberverlag: http://www.novaetvetera.de/nova/nova_32.html
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten III

Beitrag von Thomas_de_Austria » Mittwoch 15. Dezember 2010, 21:14

cantus planus hat geschrieben:Zum hier mehrfach erwähnten Roman "Sire" des Jean Raspail: mehrere Nutzer, auch ich, hatten heute Probleme, das Buch zu bestellen. Angeblich ist es vergriffen. Man findet es aber noch bei Amazon oder direkt beim Herausgeberverlag: http://www.novaetvetera.de/nova/nova_32.html
Na ja, dann eben auf Amazon bestellen ...

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cantus planus
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten III

Beitrag von cantus planus » Mittwoch 15. Dezember 2010, 21:16

Thomas_de_Austria hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Zum hier mehrfach erwähnten Roman "Sire" des Jean Raspail: mehrere Nutzer, auch ich, hatten heute Probleme, das Buch zu bestellen. Angeblich ist es vergriffen. Man findet es aber noch bei Amazon oder direkt beim Herausgeberverlag: http://www.novaetvetera.de/nova/nova_32.html
Na ja, dann eben auf Amazon bestellen ...
Da sind angeblich auch nur noch eine Handvoll Exemplare vorhanden.
Ich verstehe das nicht. :achselzuck:
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten III

Beitrag von Thomas_de_Austria » Mittwoch 15. Dezember 2010, 21:18

Hm, na ja, das steht öfters einmal, dass nur noch ein paar Exemplare vorhanden seien. Manches ist halt selten ... ;D

Cornelius
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten III

Beitrag von Cornelius » Donnerstag 16. Dezember 2010, 22:35

cantus planus hat geschrieben:Zum hier mehrfach erwähnten Roman "Sire" des Jean Raspail: mehrere Nutzer, auch ich, hatten heute Probleme, das Buch zu bestellen. Angeblich ist es vergriffen. Man findet es aber noch bei Amazon oder direkt beim Herausgeberverlag: http://www.novaetvetera.de/nova/nova_32.html
Es ist das beste und schönste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe! Wer noch ein Exemplar davon ergattern kann, der möge das tun. Sofort, ich befehle es! :D Allein schon das Vorwort von Josef Johannes Schmid ist ein "Appetithäppchen", das sich zu lesen lohnt und das die Vorfreude auf die Lektüre nochmals hebt.
Mehrerlei fand ich besonders bemerkenswert während der Lektüre:
1) Die gesamte Historie Frankreichs ist in der eigentlichen Handlung um Philippe Pharamond de Bourbon, die im Jahr 1999 stattfindet, präsent und mit ihr im engsten Bezug stehend.
2) Die Charaktere der Hauptfiguren - ob Sympathieträger oder Antipathen - kristallisieren sich durch ihr Handeln, Sprechen und Denken glasklar heraus. Es liegen im Roman fast schon Charakterstudien vor.
3) Der Plot, also der Handlungsverlauf ist atemberaubend und sensationell. Ich las nur wenige Seiten und schon konnte ich mir alles wirklich und plastisch vorstellen. Der Vergleich ist vielleicht etwas unpassend, aber die beschriebene Handlung erschien mir im positiven Sinne "adventurehaft".

FAZIT: Für die Lektüre dieses Buches habe ich gern auf ein paar Nachtstunden verzichtet, was ich ansonsten nicht gerne tue, weil ich es morgens bereue.

Lieben Gruß
Cornelius
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten III

Beitrag von Robert Ketelhohn » Freitag 17. Dezember 2010, 00:04

Bei Amazon findet sich eine ziemlich negative Rezension, die durchaus nicht
unbegründet scheint. Wie stellt ihr, die ihr das Buch kennt, euch dazu?
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

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Benedikt
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten III

Beitrag von Benedikt » Freitag 17. Dezember 2010, 00:09

Robert Ketelhohn hat geschrieben:Bei Amazon findet sich eine ziemlich negative Rezension, die durchaus nicht
unbegründet scheint. Wie stellt ihr, die ihr das Buch kennt, euch dazu?
Die Argumentation ist zwar begründet, aber nach dem Lesen bleibt der Eindruck zurück, beim Rezensenten handle es sich um einen griesgrämigen Meckerheini. Natürlich wären weitaus bessere Romane zu dem Topos denkbar und gerade die halbfertigen Charaktere sind mitunter ein Manko. Aber "Sire" ist nunmal ein politischer Roman und auch als solcher zu bewerten, insofern trifft die Kritik nicht, weil sie wesentliches auslässt.

Entscheidend beim politischen Roman ist doch vor allem, dass man der politischen Aussage des Autoren zustimmt. Wer hohe Literatur erwartet, wird natürlich enttäuscht sein.
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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