Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

St. Sebald zu Nürnberg hat in 2025 während der Karwoche zum ersten Mal die englische Tradition der muffled bells praktiziert. Dabei wird ein Leder"Dingsbums" am Klöppel befestigt um den Schall zu dämpfen. Half muffled einseitig beledert und full muffled beidseitig. Beim Tod von Monarchen, Jahresende etc. pp. praktiziert gibt es ein wenig weiterführende Info bei der englischen Wikipedia unter dem Lemma Death knell https://en.wikipedia.org/wiki/Death_knell

Dazu wurde bereits der anscheinend denglische Begriff muffen geprägt, gemuffte Glocken...

https://sebalduskirche.de/wp-content/up ... _Musik.pdf
Diese Entwicklung wird der Öffentlichkeit durch die Abdämpfung der Glocken, das sogenannte Glockenabmuffen, vermittelt

Ab Freitag vor Palmsonntag wird die Kirchengemeinde St. Sebald als erste Kirche in Deutschland die aus England stammende Tradition des „Muffling Bells“ übernehmen.

Bis Gründonnerstagmittag erklingen die Glocken halbgemufft, also nur eine Hälfte jeder Glocke wird gedämpft, die andere schwingt normal. Danach wird das Geläut voll gemufft, und Karfreitag, der intimste und emotionalste Tag der Karwoche, beginnt.

Ob und wie das die Tschörtsch off Inglent während der Karwoche pflegt, konnte ich so fix nicht herausfinden...

Siard
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Siard »

Tja, wenn man selbst nichts hat, fladert man bei anderen. :blinker:
Die Mörder sind wieder unter uns.

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Stimmt :unbeteiligttu: Sogar eine "Segnung der Palmzweige" bot die St.-Sebald-Gemeinde 2025 an. Nicht gerade genuin lutherisch/protestantisch :breitgrins:

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

...und weil es in seiner Art ungewöhnlich ist:
das Heilige Grab Wegberg St. Peter und Paul (Rheinland nicht weit von Mönchengladbach)

der aktuelle Zeitungsartikel:

https://rp-online.de/nrw/staedte/wegber ... -126318111

*Hl. Grab in diesen nördlichen Breiten Deutschlands ist selten
*in einem neugotischen Seitenaltar, der (trotz Beschädigung im Krieg!) erhalten ist und: es wird am Karfreitag geöffnet ... und das in einer Novus Ordo Pfarrei :klatsch:

ansonsten machen das die Pius oder Petrusbrüder in St Afra Berlin diejasowiesoeinenander :patsch: haben :pfeif: (nicht meiner Meinung nach aber... :pfeif: )

Eine sehr interessante Randnotiz dazu aus dem verlinkten Zeitungsartikel:
Ähnliche Altäre schuf er für die Pfarrkirche in Kirchherten, der bis 1992 erhalten blieb, versehen mit imposanten Holzfiguren.
Gute Besserung dem diensteifrigen verantwortlichen Kunstpastor aus Kirchherten :bedrippelt:

Randnotiz zur Randnotiz der Korrektheit wegen:

https://www.kirchblick.de/export/sites/ ... tt_Kht.pdf

Zitat:
Nordseite: Kalvarienberg im
Retabel. Das Grab Christi an
der Mensa
Nun ja, ob dieses Faltblatt älter als 1992 ist, die Presse "ganze Arbeit" geleistet hat oder ein anderer Pastor den Frevel seines Vorgängers revidiert hat müsste eruiert werden...

Ein Foto habe ich finden können vom Grab Christi in Kirchherten:
https://www.kirchblick.de/Kirchen/StMar ... index.html
(Bildergalerie dann durchklicken bis Bild 30 von 51)
Sieht aber nach ganzjähriger "Dauerausstellung" aus... wees ick nich so jenau

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Zeno Kortin
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Zeno Kortin »

Meinen Dank an Fuchsi für die Links und die schönen Bilder!
Die Gutmeinenden sind unberechenbar, und von daher Allgemeingefährlich.
Karl-Herbert Scheer

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Zeno Kortin hat geschrieben:
Freitag 25. April 2025, 17:02
Meinen Dank an Fuchsi für die Links und die schönen Bilder!
Bitte, sehr gerne und immer wieder...
Freut mich, dass jemand ein Faible für den Strang Volksfrömmigjkeit inklusive "Heilige Gräber" hat. Immerhin hat sich dieser Teilaspekt als der ergiebigste in all den Jahren erwiesen :hutab:
LG

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Es gibt nun ein Foto des Heiligen Grabes in der Klosterkirche Marienfeld, Kreis Gütersloh, Nordrhein-Westfalen. es ist Teil der Patroclus Möller Orgel aus dem 18. Jahrhundert, wird aber in einschlägigen Schriften nicht erwähnt. Vor Jahren, WIMRE 2014, war es während der Osterzeit geöffnet und auch als Titelbild auf dem Pfarrbrief abgebildet.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... lOrgel.jpg

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Christi Himmelfahrt in Wuppertal-Beyenburg:

wer sich die Zeit und Muße nimmt, der schaue sich die Lokalzeit Geschichten vom 29.5.2025 in der WDR Mediathek an. Respektive den Beitrag über das Beiern in Beyenburg. Für "Evangeliche (sic!)" erklärt :D : Beiern - besondere Art des Glockenläutens

Ansonsten zu empfehlen bei Googel Bildersuche die entsprechenden Suchparameter eingeben. Die Vorschau funzt, alles andere verschwindet zum Teil hinter Paywall. Für "Evangeliche (sic!)" erklärt :D : "Alles" und "zum Teil" in diesem Zusammenhang sind als Blödelei zu verstehen. :breitgrins:

Man sieht aus Beyenburg schöne Blumenteppiche, die es wert sind, in diesem Strang gepostet zu werden.

Schöne Grüße

P.S.: Bilder v. 2016 und etwas Hintergrundinfo: https://www.wupperfocus.de/himmelfahrt-prozession-2016/

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Heute (2. Freitag im Juli) in Bad Wurzach: Heilig-Blut-Ritt.

Eine Broschüre dazu:

https://www.bad-wurzach.de/fileadmin/Da ... onsweg.pdf

Hintergrund-Info (nicht unbedingt für Foranden, eher für eventuell "feindsenderlesende" Pastoralreferenzen*glottal stop*Innen):

*Der zweite Freitag im Juli steht in mittelbarer Verbindung zum Fest des kostbaren Blutes am 2. Juli, allerdings nicht mehr aktuell (Novus ordo) begangen.
*ein Freitag steht ebenfalls "so irgendwie" in Verbindung zum "kostbaren Blut"

Anmerkung interessant: zu diesem Pilgerfest rollen Pilgersonderzüge heran :klatsch:

https://www.moorbahn.eu/sonderzuege-zum ... blut-fest/
Am Freitag, 11. Juli, steht die Stadt Bad Wurzach im Zeichen des Heilig-Blut-Fests. Erstmals seit vielen Jahren fahren zu diesem Anlass wieder Sonderzüge, ideal zur Hin- und Rückfahrt für Fahrgäste aus Wangen, Kißlegg, Wolfegg und Alttann. Es gelten die regulären Tarife des öffentlichen Nahverkehrs, also auch das Deutschlandticket und die verschiedenen bodo-Tickets.
Nun ja, ob die auch analog zu den Kevelaerzügen früher mit Birken und Fahnen und Monogrammen geschmückt werden? Immerhin fahren welche :daumen-rauf:

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

https://www.ueberlingen-bodensee.de/eve ... 7310e0-0-0

Schwedenprozessionen in Überlingen. Es gibt anscheinend die erste un die zweite im Jahreslauf... zurückgehend auf den Dreissigjährigen Krieg. Auf was auch sonst.. Moment - Kopfklatsch - auf den Zusammenbauversuch eines Ikearegals... Sorry Flachwitz... :D

Hier ein YT-Video:

https://www.youtube.com/watch?v=Obnsxb9Ogrc

zwei silberne Figuren werden mitgetragen...

..bei min 12 etwa sagt der Pfarrer, er gehe ohne Schuhe, ob das ein Brauch oder eine individuelle Entscheidung ist/war geht nicht klar daraus hervor...

weitere Info dazu
https://haraldboettger.blog/2024/05/12/alter-schwede/

erste im Mai zweite im Juli
Am Sonntag den 11. Juli 1632, als die Bürgerschaft vormittags in den Kirchen versammelt war, stan­den zum ersten Mal schwedische Truppen unter Herzog Bernhard von Weimar vor den Toren der Stadt. Dank der Entschlossenheit und Tatkraft der Bürger gelang es, den Feind zum schnellen Abzug zu zwingen. Die Juli-Prozession ist die Kundgebung der Dankbarkeit für die Rettung 1632.
Die zweite Belagerung erfolgte vom 23. April bis 16. Mai 1634. Verschiedene Versuche des schwedischen Feldmarschalls Gustav Horn, die Bürger zur freiwilligen Übergabe der Stadt zu veranlassen, wurden abgelehnt. Die Überlinger vermochten der Belagerung und der Beschie­ßung der Stadt mit Erfolg stand zu halten.

Neben der Tapferkeit vergaßen die Überlinger in jenen bösen Tagen nicht das Beten um den Bei­stand des Himmels. Vor dem großen Sturmangriff am 29. April erschien einigen frommen Bürgern am Luzienberg die Gottesmutter, die die Überlin­ger zum Durchhalten ermahnte. Am 16. Mai musste General Horn mitsamt seinen schwedi­schen Truppen wieder abziehen.
Wiederum gelobte die Bürgerschaft „für uns und unsere Nachkommen zu ewigen Zeiten geltend, dass wir und unsere Nachkommen den Tag des feindlichen Abzuges alljährlich mit Prozession, Te Deum und anderem Gottesdienst heiligen und feierlich halten und das Bildnis der Jungfrau Ma­ria mit ihrem Kinde in einem Kranz eingeschlos­sen, silbern herstellen und als Siegeszeichen bei der Prozession umtragen zu lassen.

Dieses Gelübde wird gehalten bis zum heutigen Tag mit der Prozession im Mai.

Randbemerkung im YT-Video sagt der Pfarrer eindeutig (am Ende) der CDU-Abgeordnete möge in Berlin die richtige Richterin wählen... :pfeif:

Nun ja, folgt nun ein Missbrauchsskandal? Und, falls nicht: Sollte er seinen Bademantel schomma raushängen?

Nachtrag: Die Messe:

zu sehen drei Figuren auf Tragegestell:

https://www.youtube.com/watch?v=JQWq0soPDbE

Und: ad Dominum... :)

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Eine Negativ-Schlagzeile, leider, aber es gibt dramatischeres, trotzdem ein weiterer Tiefpunkt im ländlichen bzw. Kleinstadt-Katholizismus im Dunstkreis des ehem. kath. Milieus:

Kräuterweihe zu Mariä Himmelfahrt in Warendorf endet dies Jahr (2025)

https://www.die-glocke.de/kreis-warendo ... 1753269369
Eine zeitintensive Aufgabe ist es, die Kräuter im Vorfeld zu sichten und zu sammeln. In den vergangenen fünf Jahren sei die Beteiligung immer weiter zurückgegangen

...

Rund zwei Tage haben sie immer damit verbracht, Schafgarbe, Wilde Möhre, Goldrute, Lavendel, Salbei, Rosmarin und noch vieles mehr zu sichten und sammeln.

...

Zum Binden waren immer genug Frauen dabei – hier helfen auch die Frauen der anderen Gemeinschaften mit. Aber auch aus dieser Gruppe konnte man niemanden für das Sammeln begeistern.

...

Eigentlich war für dieses Jahr die letzte Aktion geplant, aus gesundheitlichen Gründen können die drei Frauen dies nicht mehr leisten. Einen Plan B gibt es nicht, sodass in diesem Jahr eine Tradition endet.
Nun ja, ansonsten gibts bei esoterischen Wanderungen anscheinend keinen Nachwuchsmangel. Bei Protestantens wird auch gern esoterisch-niederschwelligreligiös gewandert. Dass die älteren Damen tatsächlich nicht mehr so können ist nicht zu kritisieren - nur dass kein Nachwuchs rekrutierbar ist, werfe ich:
*den jüngeren KfD-Frauen
*der Pfarreileitung
*dem Diözesanwasserkopf
vor.
:narr:

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Fuchsi hat geschrieben:
Samstag 16. August 2025, 16:20

Nun ja, ansonsten gibts bei esoterischen Wanderungen anscheinend keinen Nachwuchsmangel. Bei Protestantens wird auch gern esoterisch-niederschwelligreligiös gewandert.
...und kein Problem Klientel zu rekrutieren gibt es auch bei anderen als esoterisch-protestantischen Wanderungen:

Die Bestätigung steht "heute inne Zeitung":

Hinweis Termin: Beerenwanderung am bla blubten 8. um bla blub Uhr... 3 Stunden Dauer...


so so... das geht also... hmmm... Man ersetzte Kräuter durch Beeren und schon fluppt datt :D

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Fuchsi hat geschrieben:
Mittwoch 20. August 2025, 10:09
Fuchsi hat geschrieben:
Samstag 16. August 2025, 16:20

Nun ja, ansonsten gibts bei esoterischen Wanderungen anscheinend keinen Nachwuchsmangel. Bei Protestantens wird auch gern esoterisch-niederschwelligreligiös gewandert.
...und kein Problem Klientel zu rekrutieren gibt es auch bei anderen als esoterisch-protestantischen Wanderungen:

Die Bestätigung steht "heute inne Zeitung":

Hinweis Termin: Beerenwanderung am bla blubten 8. um bla blub Uhr... 3 Stunden Dauer...


so so... das geht also... hmmm... Man ersetzte Kräuter durch Beeren und schon fluppt datt :D
Ergänzung: andernorts im Münsterland wurden bestehende Kräuterweihen schon vor längerer Zeit abgewürgt :pfeif:

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Auch hier, aus dem D-Ticket-Strang:

Halte ich im weiten Umkreis für einmalig: Weihnachtsbäume mit echten Kerzen in der ev. Paulikirche Soest. Angezündet nur zur Christvesper am Heiligabend.

Ohne Gewähr, denn eine spontane Abstellung dieses Brauches kann niemals ganz ausgeschlossen werden, doch in 2025 solls das wohl noch geben. Und hoffentlich noch weiterhin viele Jahre.

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Eine Kuriosität aus NRW, der Nikolaus in Hamm, mit Lutherrose im Bischofsstab:

ab min 58:10 sec.

https://www.ardmediathek.de/video/lokal ... A4ODhkM2Yy

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Was in diesem Strang noch gar nicht so detailliert zur Sprache kam, sind die Wurzelkrippen, regional auch Stubbenkrippen genannt. Da wird das Grundgerüst aus Baumwurzeln zusammengesetzt, oft sehr große Krippenlandschaften. Anlässlich der Jahreszeit geb ich da schon vorher was zum Besten, idealerweise kann dadurch ein Leser einen guten Tipp erheischen. Oder auch nur "Lese-Stuff" geliefert bekommen.

*Ganz oben steht dabei die Wurzelkrippe in St. Suitbertus in Rheinbrohl. Fraglich ist, ob Links hilfreich sind oder der geneigte Interessent diese selbst ergoogelt? Die Figuren sind im Nazarenerstil.

*Eine schöne Krippe, wirklich sehenswert, steht in einer Klassizismus-Kirche in Glandorf bei Osnabrück. Immerhin ist der Stall dort aus Wurzeln/Stubben und so einige derer als Beiwerk. Mit Rheinbrohl kann es die Anzahl der verwendeten Stubben nicht aufnehmen. Die Figuren sind im Nazarenerstil.

*Bislang nur online gefunden, aber eine Überprüfung der Tatsachen steht im Raum, ist ein Stubbenkrippenkonglomerat in der Nähe von Essen/Oldenburg. Es sollen dort neogotische Dorfkirchen mit gut erhaltener Ausstattung mit großzügigen Stubbenkrippen-Landschaften geschmückt sein. Die Figuren sind im Nazarenerstil. Es sind die Krippen in:
**Essen (Oldb.) Bakum-Carum St. Johannes Evangelist.
**Essen (Oldb.) Bakum-Lüsche St. Josef
**Essen (Oldb.) Bakum-Bevern St. Marien
*Groß aber nicht Stubbe und auch nicht Nazarener soll die Krippe in Essen (Oldb.) St. Bartholomäus sein. Sicher auch sehenswert.

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Fuchsi hat geschrieben:
Dienstag 16. Dezember 2025, 10:59
*Bislang nur online gefunden, aber eine Überprüfung der Tatsachen steht im Raum, ist ein Stubbenkrippenkonglomerat in der Nähe von Essen/Oldenburg. Es sollen dort neogotische Dorfkirchen mit gut erhaltener Ausstattung mit großzügigen Stubbenkrippen-Landschaften geschmückt sein. Die Figuren sind im Nazarenerstil. Es sind die Krippen in:
**Essen (Oldb.) Bakum-Carum St. Johannes Evangelist.
**Essen (Oldb.) Bakum-Lüsche St. Josef
**Essen (Oldb.) Bakum-Bevern St. Marien
*Groß aber nicht Stubbe und auch nicht Nazarener soll die Krippe in Essen (Oldb.) St. Bartholomäus sein. Sicher auch sehenswert.
Und nun der angekündigte Bericht über die Realität vor Ort. Die Krippen halten tatsächlich das, was sie per Bildersuche versprechen. Teil sogar weit mehr :klatsch:

In Bevern ist die größte der drei Wurzelkrippen der Region. Sie beeindruckt vor allem durch ihre Größe, sie nimmt dreiviertel des Chorraumes ein und geht dank der Hintergrund-Tannen bis hoch in das Gewölbe. Feine Details wie Blumen und Dekorationen wie Felsen, Steine, Wasserläufe fehlen dort. Immerhin Hirtenfeuer und Trocken-Ziehbrunnen. Über der aus Wurzeln gemachten Krippenhöhle sind aber ein paar Efeuranken und Rote Beeren meine ich stilvoll positioniert.

Lüsche punktet vor allem durch die akkurat angelegte Mooslandschaft mit ein paar Rindenstücken als Felsen oder so, alles sehr passend aufgestellt. Vor allem der historische Krippenstall alias Vintage ist beachtenswert!

In Carum ist die Krippe am liebevollsten und detailreich aufgestellt, Ein Wasserbecken, ein plätschernder Brunnen, ein Zaun, wirklich vom Feinsten. Die drei Könige laufen über eine Brücke hoch im Wurzelgebirge. Originell. Ebenfalls oben im Gebirge ist mit kleiner dimensionieren Figuren eine weiter entfernte Schafherde plus Hirten dargestellt. Ein älteres größeres Hintergrundbild ist in die Landschaft integriert. Nach meinem Geschmack ist das die schönste der drei. Als Überraschungsgast trifft man in Carum auf zwei ausgewachsene Dachse und: Einen Fuchs! Aber auch in Bevern sind einige mitteleuropäische Tiere an der Krippe. Es balzen dort Auerhähne :)

In allen drei Kirchen bietet die frei zugängliche Orgelbühne einen guten privilegierten Blick auf Krippenlandschaft und Kirchenraum. Unbedingt hochgehen!

Interessanter Kollateralschaden: In Thuine ist die Pfarrkirche sehenswert, pittoresker verwiebelter Turmhelm, ein klassizistischer Orgelprospekt, dazu passende Wangen der Kirchenbänke, ein Epithaph augenscheinlich Renaissance. Der jahreszeitliche Kracher ist die Wehnachtskrippe die ich Hermann Wältring zuschreiben würde ohne jemals studiert zu haben. Leider etwas platzsparend aufgebaut, könnte man mehr draus machen.

Schlussatz: Krippenlandschaft Essen (Oldenburg): Ein lohnendes Ziel auch mit weiter Anfahrt.

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Frohes Neues! :hutab:

Ergänzend noch 2 Zeugnisse der Volksfrömmigkeit:

*1.: Nochmal Krippen im Oldenburger Münsterland


*2.: Weihnachtliches aus Schlesien.

zu1.:
Das Oldenburger Münsterland scheint ein lohnendes Studienobjekt für Krippchen schauen zu sein. Die Googel-Recherche katapultiert so etliches, was alles gar nicht hier berücksichtigt werden kann. Daher noch die wirklich herausragenden Spitzen:

Steinfeld St. Johannes Baptist, große Landschaft
Steinfeld-Kroge Herz Jesu eine weitere große Stubbenkrippe
Steinfeld-Mühlen St. Bonaventura, aufwendig aufgestellt

Bislang ist dieses ein theoretischer Bericht, eine Realisierung ist möglich, evtl. dann ein realer Bericht.

zu 2.:

https://www.silesia-news.de/2020/12/21/ ... derbelebt/

Mehr zum Weihnachtszepter:
https://jbc.jelenia-gora.pl/Content/196 ... _20762.pdf

In Niederschlesien, im evangelischen Bereich, hat es bis in das 19. Jahrhundert sogenannte Weihnachtszepter gegeben. Weihnachtszepter waren mit Kerzen und Schmuck verzierte Konstrukte, deren Habitus man sich am besten im Link zu Gemüte führt. Es wurde durch den Christbaum verdrängt, doch eine kleine Ortschaft behielt diesen Brauch bis zuletzt 1944. Daher war die Ortschaft laut Angabe in der Region bekannt (Besuchermagnet?). Die Weihnachtszepter erhellten die Kirche, indem sie auf die Brüstung der Empore gestellt wurden. In Görlitz besteht anscheinend eine Initiative, die diesen Brauch wiederaufleben lassen möchte. Immerhin rühmt man sich in Görlitz der Pflege einer "Schlesischen Weihnacht".

Passender Einwurf: fraglich ist, ob folgendes hier bereits gepostet wurde (?): Der Siebenstern in Bad Bevensen eine analoge Art die Kirche zu erhellen. Nur ohne weiteren Schmuck und mit weniger Kerzen, 7 pro Siebenstern im Vergleich zu "ca. 16" auf dem Weihnachtszepter.

https://www.bad-bevensen.de/weihnachtstipps

Etwas ´runterscrollen da sieht man ein gutes Bild und bissl Info dazu. Offensichtlich ist der Siebenstern für einen jeden Adventssonntag, während das Weihnachtszepter nur für die Christvesper am Heiligen Abend üblich war. In welcher Form diese Konstrukte auch im Privathaushalt verwendet wurden ist mir etwas unklar geblieben.

Ein paar eigene Gedanken: evangelische Schlesier im Westen eckten selbst bei ihren evangelischen Glaubenbrüdern gelegentlich an. Das Transeamus auf katholischer Seite konnte sich etablieren. Sollte es Bestrebungen geben das Weihnachstzepter überregional zu reanimieren, die es nicht gibt, aber wenn, dann gäbe es oft in evangelischen Kirchen gar keine Emporen mehr, als Beispiel Stadtkirche Lengerich, dort wurde sie m. W. entfernt. Nun ja, wollen wir dem Brauch für Görlitz und nicht unbeding flächendeckend das Beste wünschen :klatsch:

In den dennoch zahlreich vorhandenen ev. Emporenkirchen würde dann inzwischen die Affinität nachgeborener Schlesier zu diesen Dingen fehlen.

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Ein Spassbeitrag mit realem Hintergrund, es ist bereits so etwas vorgekommen:

Zum Brauchtum gehört inzwischen, den Kaplan aus dem südindischen Kerala mit der katholischen Landjugend zusammen auf dem Treckeranhänger im Schnee bei Minusgraden Tannenbäume einsammeln zu lassen. :D

Das kommt dann Montag in die Zeitung :breitgrins:

Und nun beginnt ersteinmal die volksfromm ereignisarme Zeit bis Ostern... :schnarch: :gaehn:

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Zur Weihnachtszeit noch ein bisschen ergänzendes und näher erläuterndes Feuilleton:

Kürzlich beschrieb ich die echten Kerzen in einer Soester Kirche und davon findet man partout kein Bild im Netz. Aber ich wäre kein Fuchs(i) wenn ich nicht auch anders ein Ergebnis liefern könnte:

https://www.youtube.com/watch?v=UHxGdHv9uOc

In der Kirche Bergstedt zu Hamburg gehörend gibt es einen vergleichbaren Baum, welcher mit echten Äpfeln und brennenden Kerzen geschmückt ist. Die Kerzenhalter sind die gleichen wie in Soest und ab min17 und 55 sec. kann der geneigte Interessent sich zumindest halbwegs delektieren bzw überzeugen lassen, dass es sowas gibt.

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Weitere Nachlese, Ergänzungen und im Anschluss Verblüffendes aus der Schweiz zum Thema echte Kerzen am Christbaum:

*Hier sieht man in einer Corona-Notausgabe der Christvesper Soest ein paar der Kerzenhalter aus St. Pauli
https://www.youtube.com/watch?v=wRx_f06BTls

*Hier sieht man in einer anderen Corona-Notausgabe den Weihnachtsbaum in St. Pauli aber ohne Flammen:
ab min 10 33 sec etwa:
https://www.youtube.com/watch?v=ZpULWjG0D8o

*Hier sieht man den Weihnachtsbaum im unweit von Soest gelegenen Neuengeseke Johannes Baptist mit elektrischen und echten Kerzen (evangelisch)
https://www.youtube.com/watch?v=YE0iKLE6Zgc

*Ein wenig weitere evangelische Weihnachtslichtereien auch aus Soest beim Quempas in der Wiesenkirche der Lichterbogen über dem Klappaltar!
https://www.youtube.com/watch?v=a0FGpgmVgbE

*Soester Gloria, nun ja, passt mittlerweile irgendwie zum Thema
https://www.youtube.com/watch?v=eQaLZ5d_1UU

Jetzt aber zum Novum:

in der Schweiz gibt es das Anzünden von Kerzen auf dem Christbaum mit Zündschüren, bei TikTok bereits viral, daher bei mir vorbei gegangen:

*Reformierte Kirche Enge/Zürich:
https://www.youtube.com/shorts/52pcS_7QeCE

*Reformierte Kirche Wädenswil
https://www.youtube.com/watch?v=VFq5-fVJF4s

*Rheinfelden christkatholische (altkatholische) Kirche: Christbaum mit Lunte Fricktaler Zeitung (Artikel)
https://www.nfz.ch/2020/12/christbaum-mit-lunte.html

*im endeffekt eher unspektakulär-herkömmliches Entzünden in Malters aber dennoch mit Zündschnüren, etwas schwierig schleppend verlaufen aber dafür katholisch!
https://www.youtube.com/watch?v=bEGupAFCGi0

*Fraumünster Zürich:
https://www.youtube.com/watch?v=wIfEi-UKdac

*Predigerkirche Basel
https://www.youtube.com/watch?v=qwkVodnoCMY

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Nachtrag zu den Zündschnur-Christbäumen, als neue Antwort da das Bearbeiten-Fenster bereits geschlossen ist:

*https://www.appenzellerzeitung.ch/ostsc ... -ld.419385 Wattwil Altenheim

*https://www.tagesanzeiger.ch/wachskerze ... 6841168050

Der Tagesanzeiger heute zunächst frei lesbar, jetzt beim Wiederaufrufen der Seite hinter Paywall.

Artikel "ähnlich" dem Tagesanzeiger: https://refhorgen.ch/wp-content/uploads ... me_ZSZ.pdf

Der Baum darf/sollte nicht älter als 4 TAge sein. Die Kerzen müssen zur Vorbereitung ersteinmal kurz entzündet und der Docht hernach zerfasert werden. Dann wickle/knote man die Lunte um den Docht. Trotz dieser zeitaufwändigen Prozedur läuft die Zündschnur nicht immer durch und es werden Terpentin und andere Helferleins in Betracht gezogen. Eine Trefferquote von 60% der Kerzen gilt als Masstab in etwa. Die Lunte muss ein paar mal neu entzündet werden. Wenn es denn aber auf Anhieb 100%ig so richtig fluppt, ist der Sigrist ein erfahrener Vollprofi :klatsch:

WIMRE waren es einige reformierte Gemeinden auf der "Schnupfenseite des Zürichsees" (https://de.wikipedia.org/wiki/Pfn%C3%BCselk%C3%BCste). Ich meine mich u. a. Stäfa und Horgen gelesen zu haben

*https://www.instagram.com/reel/DSfi0cnlfup/
Stadtkirche Brugg

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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Dieses Thema lässt sich noch ausführen, das Zeitfenster bearbeiten des letzten Beitrages ist zu, daher "schon wieder eine Antwort":

Nah am Bodensee: Rorschach (von D aus grenznah erreichbar), ref. Kirche, auch dort wird (hoffentlich immer noch) Zündgarn verwendet:

https://www.ref-rorschach.ch/bericht/1609


Reformierte Kirche Zug:

https://www.instagram.com/reel/DSu4W5hjAII/



Ein informatives "How to do" aus der reformierten Kirche Richterswil:

https://www.refrichterswil.ch/publikati ... che_kommt/

Hier: u. a. Docht zerfasern und in Lavendelöl tränken, wird nicht zuvor kurzzeitig und vorübergehend ("präparativ") angezündet, Nota bene "Spezialkerzen mit langem Docht" was auch immer dort benötigt wird... :achselzuck: ein cm soll der Docht lang sein - hört sich recht herkömmlich an :hmm:

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Grenznah: das Münster in Schaffhausen:
https://www.ref-sh.ch/kg/sjm/bericht/2791
Die Kerzen auf dem riesigen Christbaum wurden dieses Jahr wiederum mit einer Zündschnur angezündet
Und noch zwei Verdachtsfälle für Christbäume mit Zündschnur in der Schweiz:

Rorschach - oben bereits genannt: diesmal kath. Kirche

Ziefen (grenznah bei Basel) ref. Kirche St. Blasius


Hier habe ich jetzt und nun einen "Notausknopf" installiert. Da könnte der mittlerweile möglicherweise genervte Forand draufdrücken - sprich Bescheid sagen! :unbeteiligttu: :pfeif:
Zuletzt geändert von Fuchsi am Freitag 30. Januar 2026, 19:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Sascha B.
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Sascha B. »

Wir benötigen kein "Notaus", eher Fotos/Videos :breitgrins:

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Sascha B. hat geschrieben:
Freitag 30. Januar 2026, 19:06
Wir benötigen kein "Notaus", eher Fotos/Videos :breitgrins:
Hmm, diese habe ich ja verlinkt, einbínden bekomm ich nicht hin... nicht einmal "Youtube" :achselzuck: :hmm: :/

Oder bedeutet das: "Mehr davon"! ?

Zunächst ersteinmal Danke für Dein Feedback. :hutab:

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Sascha B.
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Sascha B. »

Mehr davon. Und generell mehr aus der Volksfrömmigkeit, da ich diese Sachen sehr Interessant finde.
Da kann meiner Meinung nach garnicht genug kommen.

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

Sascha B. hat geschrieben:
Freitag 30. Januar 2026, 20:04
Mehr davon. Und generell mehr aus der Volksfrömmigkeit, da ich diese Sachen sehr Interessant finde.
Da kann meiner Meinung nach garnicht genug kommen.
Gerne, ich tu mein Bestes, und: Danke nochmals :hutab:

Spoiler: ich habe da ein bisschen was zum Thema "Krippen und Weihnachtsbäume"-Tradition aus den Niederlanden. Das ist dann noch gerade in der Saison plus Nachspielzeit. Müsste ich dann demnächst nur noch bissel polieren, rauspicken und dann posten... :)

LG :huhu:

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

So, bevor am Montag die Weihnachtszeit tatsächlich endet, noch ein Quempas-Hinweis:

https://www.kirchenkreis-prignitz.de/na ... er-quempas

Der Perleberger Quempas soll laut niederschwellig eruierbarer Info einer der letzten oder der letzte "evangelische Quempas" wie er "üblich war" sein. Früh am Weihnachtstagmorgen mit Lichtern auf den Emporen und so... Die Melodie ist die hinlänglich bekannte, aber eine interessante, möglicherweise altertümliche Variation davon:

https://www.youtube.com/watch?v=BOW8IHpH4UA

ergänzend dazu nochmal das ganze Quempas in Latein aus Hamburg zur üblichen Melodie:

https://www.youtube.com/watch?v=wXtE-qjStdU

Die Lunten-Christbäume lassen sich auch bei intensiverer Recherche nicht mehr vertiefen.
Die Niederlande-Krippen kommen dann die Tage nachgereicht...

Fuchsi
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Re: Zeugnisse der Volksfrömmigkeit rund um das Kirchenjahr

Beitrag von Fuchsi »

https://brabantinbeelden.nl/verhalen/de ... ld-comment

Und nun ein bisschen "Weihnachten" spät in der Zeit. Kurzes Resumee: Aufgefallen ist mir bei den historischen Niederlande-Krippen die auffallend geringe Grundfläche auch "früher". Es stehen nahezu alle Figuren im Stall oder einige wenige nah davor. Sogar Hirten, Schafe, Könige. Weitläufige Krippenlandschaften wie sie in D damals noch mehr als heute gang und gebe sind hat es dort wohl weder in Kirchen noch in Privathaushalten gegeben. :achselzuck: :hmm: Und obwohl Moos bei den NL-Krippen auch als Tradition gilt, sind oft nur ein paar Tannenzweige rund um den Stall die einzige Zierde. Auffallend ist der Wert der auf Kerzen bei der Krippe gelegt wird, aber wo ich das las, finde ich gerade nicht wieder. Um nachzurecherchieren läuft mir die Zeit davon, es wäre dann wahrscheinlich bereits Ostern, wenn ich dieses Thema erst perfektioniert ausgearbeitet veröffentliche...

https://brabantinbeelden.nl/verhalen/ka ... -kerstboom

Bei diesem nostalgischen Niederlande-Christbaum-Link fällt das Fehlen von Lametta auf. Scheint dort keine weit verbreitete Tradition zu sein. Interessant der fähnchengeschmückte Baum. Ich meine sogar kleine Miniaturlampions zu erkennen... dazu durchforste man beide Links, da Baum und Krippe nicht strikt getrennt thematisiert werden.


Ein kleiner Sermon zu den Christbäumen in NL: Es steht dort im Link zu lesen, dass der Kerstboom bei niederländischen Katholiken in den Kirchen damals als "heidnisch" galt, bei NL-Protestantens in deren Kirchen aber verbreitet war. In D galt der Christbaum als "protestantisch, nicht explizit heidnisch. In einem der vergangenen Jahre las ich als Kommentar unter einem Protestants-Kerk-Kerstboom-Youtube-Video (21. Jahrhundert) den Kommentar eines offensichtlich "Bevindelijk Gereformeerden", der nun aus seiner streng protestantischen Sicht den Kerstboom als heidnisch bezeichnete und nicht in Kirchen haben wollte. Interessanter Mentalitätswechsel... :hmm:

dazugefriemelt<.
In diesem Beitrag etwas fehlplatziert, aber auch keinen eigenen Betrag wert ist die Sache, dass in der Klosterkirche Neuzelle die Weihnachtskrippe auf blauen Tüchern steht. Klar, auch Moos und andere Dinge dazu, aber ein Hirte läuft übers Wasser wie der Neugeborene dann später in seinem Leben... ein König kniet auf dem Wasser neben einer Moosinsel. Da aber diese Messe (kürzlich) bei K-TV übertragen wurde und daher als "katholisch/nicht verstuhlkreist" einzuschätzen ist, lasse ich mal meine "Giftpfeile" im Köcher. Daher kommt das auch nicht an die ganz große Glocke in dem Pleiten Pech und Pannen-Strang. Verwundert hat mich diese seltsame, eigentlich für ausgesprochen reform"katholische" Pfarreien reservierte Art der Darstellung (Tücher! Wirrwarr! sogar blau statt wenigstens grün oder beige!) schon, eben weil das in einer recht katholischen Gemeinde so gehandhabt wurde. :achselzuck: :hmm:

https://www.youtube.com/watch?v=87VJ8mqP2jk ab min 57 : 9 sec. Krippe eingeblendet.

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