Veranstaltungen traditionsverbundener Kreise

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
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nomads
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Re: Veranstaltungen traditionsverbundener Kreise

Beitrag von nomads »

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2026, 17:09
Die Kroaten ("antemurale Christianitatis") haben / hatten das Privileg, die römische Messe nicht auf Latein, sondern in einer altkirchenslawischen (kein kroatisches Vernakel!) Variante feiern zu können, dazu noch in einer schwer leserlichen Schrift, der glagolitischen, gedruckt, schon seit dem Mittelalter.
Das erste bekannte Missale stammt aus dem Jahr 1483. Die letzte editio typica ist aus dem Jahre 1927.

Bild
Auf dem Bild ist der Titel abgebildet:
RIMSKI MISAL
SLOVENSKIM JEZIKOM...”
Da steht "in slowenischer Sprache" und nicht auf Kroatisch ?
hatten/haben die Kroaten keine eigene Sprache ?

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Lycobates
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Re: Veranstaltungen traditionsverbundener Kreise

Beitrag von Lycobates »

nomads hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2026, 17:22
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2026, 17:09
Die Kroaten ("antemurale Christianitatis") haben / hatten das Privileg, die römische Messe nicht auf Latein, sondern in einer altkirchenslawischen (kein kroatisches Vernakel!) Variante feiern zu können, dazu noch in einer schwer leserlichen Schrift, der glagolitischen, gedruckt, schon seit dem Mittelalter.
Das erste bekannte Missale stammt aus dem Jahr 1483. Die letzte editio typica ist aus dem Jahre 1927.

Bild
Auf dem Bild ist der Titel abgebildet:
RIMSKI MISAL
SLOVENSKIM JEZIKOM...”
Da steht "in slowenischer Sprache" und nicht auf Kroatisch ?
hatten/haben die Kroaten keine eigene Sprache ?
Das muß generell bedeuten "in slawischer Sprache" (Slavonico sermone). Diese Liturgiesprache ist kein Vernakel, weder serbokroatisch, noch slowenisch, sondern eine ältere südslawische Sprachform, die vermutlich (aber ich bin hier kein Experte) die Vorformen der späteren westsüdslawischen Sprachen umfaßt.
Der Mittelweg ist der einzige Weg, der nicht nach Rom führt (Arnold Schönberg)
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Fac me Tibi semper magis credere, in Te spem habere, Te diligere
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nomads
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Re: Veranstaltungen traditionsverbundener Kreise

Beitrag von nomads »

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2026, 17:43
Das muß generell bedeuten "in slawischer Sprache" (Slavonico sermone). Diese Liturgiesprache ist kein Vernakel, weder serbokroatisch, noch slowenisch, sondern eine ältere südslawische Sprachform, die vermutlich (aber ich bin hier kein Experte) die Vorformen der späteren westsüdslawischen Sprachen umfaßt.
Ich bin auch kein Sprachexperte, aber wenn ich im Google-Übersetzer (der in den letzten Jahren sehr gut geworden ist und fast perfekt übersetzt, wenn die Ausgangssprache keine Fehler enthält) eingebe:
- „SLOVENSKIM JEZIKOM“, erkennt der Googleübersetzer automatisch slowenische Sprache.
- „SLAVENSKIM JEZIKOM“, erkennt der Googleübersetzer automatisch kroatische Sprache.
Für mich würde das Sinn machen, denn mit „slawischer Sprache“ sind alle slawischen Sprachen gemeint:
Ostslawische, Westslawische und Südslawische. Mit „SLOVENSKIM JEZIKOM“ wäre nur die slowenische Sprache gemeint.

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Lycobates
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Re: Veranstaltungen traditionsverbundener Kreise

Beitrag von Lycobates »

nomads hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2026, 18:11
Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2026, 17:43
Das muß generell bedeuten "in slawischer Sprache" (Slavonico sermone). Diese Liturgiesprache ist kein Vernakel, weder serbokroatisch, noch slowenisch, sondern eine ältere südslawische Sprachform, die vermutlich (aber ich bin hier kein Experte) die Vorformen der späteren westsüdslawischen Sprachen umfaßt.
Ich bin auch kein Sprachexperte, aber wenn ich im Google-Übersetzer (der in den letzten Jahren sehr gut geworden ist und fast perfekt übersetzt, wenn die Ausgangssprache keine Fehler enthält) eingebe:
- „SLOVENSKIM JEZIKOM“, erkennt der Googleübersetzer automatisch slowenische Sprache.
- „SLAVENSKIM JEZIKOM“, erkennt der Googleübersetzer automatisch kroatische Sprache.
Für mich würde das Sinn machen, denn mit „slawischer Sprache“ sind alle slawischen Sprachen gemeint:
Ostslawische, Westslawische und Südslawische. Mit „SLOVENSKIM JEZIKOM“ wäre nur die slowenische Sprache gemeint.
Zwischen slovenskim und slavenskim gibt es nur einen Ablaut, ähnlich wie man den im Ostslawischen, etwa zwischen Weißrussisch und Großrussisch, hat.
Man muß hier von einer älteren Sprachform ausgehen, da daß Meßbuch nicht in einer modernen südslawischen Sprache (Slowenisch oder Serbokroatisch, oder gar Bulgarisch-Makedonisch) geschrieben ist.

Im Altkirchenslawischen bedeutet словѣньскъ (slověnĭskŭ) das allgemeine Wort für "Slawisch", also vor der Ausformung der einzelnen, heute existierenden Sprachen. (Siehe https://en.wiktionary.org/wiki/%D1%81%D ... 0%BA%D1%8A)

Meiner Meinung nach, aber ein Slawist darf sich hier gern in die Diskussion einschalten, bedeutet "slovenskim jezikom" also "in slawischer Sprache", nicht in slowenischer, wenn auch das Wort später diese spezifischere Bedeutung erlangt haben mag. Das erhellt auch aus dem lateinischen "slavonico idiomate", mit "slavonicus" ist keine spezifische slawische Sprache, sondern allgemein das Wort "slawisch" gemeint.
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Sascha B.
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Re: Veranstaltungen traditionsverbundener Kreise

Beitrag von Sascha B. »

Es dürfte sich um diese Form des Kirchenslawischen handeln

https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchensl ... enslawisch

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nomads
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Re: Veranstaltungen traditionsverbundener Kreise

Beitrag von nomads »

Lycobates hat geschrieben:
Sonntag 2. August 2026, 19:06
Meiner Meinung nach, aber ein Slawist darf sich hier gern in die Diskussion einschalten, bedeutet "slovenskim jezikom" also "in slawischer Sprache", nicht in slowenischer, wenn auch das Wort später diese spezifischere Bedeutung erlangt haben mag. Das erhellt auch aus dem lateinischen "slavonico idiomate", mit "slavonicus" ist keine spezifische slawische Sprache, sondern allgemein das Wort "slawisch" gemeint.
es wird wohl so sein, wie Du schreibst.
Aber ehrlich gesagt, wundert mich das alles sehr.
Wenn man eine Sprache als Kulturgut erhalten will, dann sollten Kinder diese in der Schule lernen. Wenn sie aber in der Schule nicht gelernt wird, dann wird sie auch nicht als Sprache überleben und verständlich bleiben, wenn man nur am Sonntag oder ab und zu in dieser betet/singt.
Außerdem möchte ich nicht die hl. Messe in einer Sprache feiern, die ich nicht verstehe – wie z.B. in Zagreb, als ich 1996 mit einer Studentengruppe kurz einen Gottesdienst besuchte (ich weiss nicht mal ob das eine hl. Messe war), der auf Altkirchenslawisch gesungen wurde. Wir konnten nichts verstehen.

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