Seite 18 von 20

Verfasst: Samstag 29. September 2007, 16:48
von Ecce Homo
Die Tagespost von heute...
Daraus:
Die Herbst-Vollversammlung der deutschen Bischöfe bedeutete eine Zäsur. Mit den Leitlinien zur Feier der alten Messe (Seite 14) haben die Bischöfe einen Leitfaden zur Umsetzung des Motu proprio „Summorum Pontificum“ vorgelegt. Dem Vernehmen nach sind die Vorschläge der Bischöfe nach Absprache mit der vatikanischen Kommission „Ecclesia Dei“ erarbeitet worden – ein Aspekt, den notorisch misstrauische Traditionalisten hoffentlich zur Kenntnis nehmen.
Ausschlaggebend für den Erfolg des Motu proprio ist nicht die statistische Zunahme der Zahl alter Messen. Ein erweitertes Feld liturgischer Kreativität, etwa bei der Leseordnung, würde die Probleme des Novus Ordo nur seitenverkehrt abbilden, aber nicht lösen. Wichtiger ist ein Klima, das die würdige Feier der römischen Liturgie insgesamt fördert. Wo eine lateinische Vesper ebenso strikt tabu ist wie eine alte Messe, hilft nur ein Bewusstseinswandel.
Mehr bischöfliche Distanz zu kurzatmigen Medienkampagnen könnte auch als Zeichen für mehr Kollegialität gewertet werden. Im Vorfeld der Versammlung war der Eindruck entstanden, dass einzelne Bischöfe lieber vor Journalisten über ihre Mitbrüder reden statt miteinander.

Würzburg: "Geringes Interesse an alter Messe"

Verfasst: Montag 8. Oktober 2007, 09:01
von Raimund J.
Bischof Hofmann zur Umsetzung des Motu Proprio
Geringes Interesse an alter Messe
Bischof Hofmann zur Umsetzung des Päpstlichen Schreibens zur Tridentinischen Messe im Bistum – Gruppen von außen setzen Pfarrer und Pfarreien unter Druck


Würzburg (POW) Mit Sorge beobachtet Bischof Dr. Friedhelm Hofmann, dass derzeit Gruppen von außen versuchten, Pfarrer und Pfarreien im Bistum Würzburg unter Druck zu setzen, Gottesdienste im Tridentinischen Ritus einzuführen. Dagegen zeigten die Befragung der Dekane und die Auswertung der Zuschriften zur Umsetzung des jüngsten Päpstlichen Schreibens „Summorum pontificum – über die Anwendung der römischen Liturgie aus der Zeit vor der Reform von 1970“, dass die große Rückbesinnung auf die alte Liturgie bisher ausgeblieben sei, sagte der Bischof bei der Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken am Samstag, 6. Oktober, in Würzburg.

Bisher seien es einzelne Personen, die die Liebe zur Tridentinischen Messe wach hielten oder neu entdeckten, berichtete der Bischof weiter. „Es sind ganz wenige.“ Nur eine Pfarrei im Bistum Würzburg wolle in unregelmäßigen Abständen die Messe im außerordentlichen Ritus feiern. Darüber hinaus überlege man, an zentralen Orten des Bistums ein regelmäßiges Angebot dieser Messfeier einzurichten, um die Einzelanfragen aufzufangen. Der Errichtung einer Personalpfarrei werde das Bistum Würzburg nicht nachkommen. „Wir dürfen keine Spaltung dulden. Der ordentliche Ritus muss die Form unserer Gemeindemessen bleiben“, unterstrich der Bischof. Diese seien mit einer solchen spirituellen Tiefe zu feiern, dass die Gottesgegenwart und die Heilszusage Gottes für die Mitfeiernden erfahrbar werden könnten.

Weiter betonte Bischof Hofmann, dass kein Priester zu einer Feier im Tridentinischen Ritus gedrängt werden dürfe. Bei der Benennung geeigneter Priester für die alte Liturgie werde er darauf achten, dass sie diesen außerordentlichen Ritus würdig und verständlich vollziehen könnten. Gleichzeitig müssten diese auch bereit sein, im ordentlichen Ritus Gottesdienste zu feiern. Über eine geeignete Ausbildung solcher Priester werde in der kommenden Zeit noch zu entscheiden sein. Den Delegierten nahm der Bischof die Sorge, mit der Zulassung der Tridentinischen Messe werde das Zweite Vatikanische Konzil ausgehebelt. „Das Konzil ist in seinen Inhalten voll akzeptiert.“

Bereits bei der Eröffnung der Herbstvollversammlung hatte Diözesanratsvorsitzender Karl-Peter Büttner Bedenken gegenüber den neuen Richtlinien des Papstes geäußert. „Ich glaube, ich darf mich immer noch als gut katholisch bezeichnen, wenn ich die Notwendigkeit dieser Maßnahme in Zweifel ziehe.“

Verfasst: Montag 8. Oktober 2007, 09:45
von Robert Ketelhohn

Die manipulative Wortwahl erweckt hier wie auch sonst verbreitet
den Verdacht auf heterodoxe Gesinnung fernab der Katholizität und
der gesunden Lehre.

Das Phänomen zwingt einem als Gläubigem Fragen auf; und zwar
um so mehr, als solche Gesinnung bereits vor vierzig und mehr Jahren
herrschend gewesen und jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertelang
zu solcher Stellung erwachsen und gewuchert sein muß, denn anders
hätte sie nicht von heute auf morgen das Kommando in der römischen
Patriarchalkirche übernehmen können.

Verfasst: Montag 8. Oktober 2007, 09:56
von ar26
Frage an Radio Eriwan: Wer sind die "Gruppen von Außen", die Pfarrer und Pfarreien im Bistum Würzburg "unter Druck setzen"? (1. Absatz)

Antwort: "Einzelne Personen", die die Liebe zur tridentinischen Messe wach halten oder neu entdecken. (2. Absatz)

Die Situation scheint folgendermaßen. Einzelne Personen, die die Alte Messe lieben, wachsen plötzlich zu Gruppen auf, die Pfarrer und Pfarreien "unter Druck setzen". Das klingt ja regelrecht biblisch, die wundersame Tradi-Vermehrung.

Verfasst: Freitag 12. Oktober 2007, 22:08
von Ecce Homo
Nicht direkt eine Pressemeldung, aber... *klick*
Friday, October 12, 2007
Ecclesia Dei developing clarifying guidelines for Summorum Pontificum?
posted by Shawn Tribe

A reader sent in the following Italian language story speaking about the Pontifical Commission Ecclesia Dei developing guidelines on the implementation of Summorum Pontificum: PETRUS - Il quotidiano online sull'Apostolato di Benedetto XVI

Some snippets from the document include the following confirmations from Msgr. Camille Perl:

"It's true, we are redacting a document/instruction on the right interpretation of the Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’."

The document will contain "the definition of some aspects of the papal Motu Proprio as, e.g., the stable group. We will have to clarify what is to be understood as a stable group, how many people precisely have to ask their parish priest to celebrate in the preconciliar rite."

(Asked why many priests and bishops don't accept the MP) "Today, in all areas of society, the sense of obedience and of respect for authority has been lost."

Verfasst: Freitag 12. Oktober 2007, 23:03
von maliems
ich verstehe die letzte frage nicht. ist es wirklich so, dass viele priester und bischöfe das motu proprio nicht akzeptieren? ich habe nicht den eindruck.

soweit ich sehe akzeptieren weitgehend alle die seine gesetzeskraft.

Verfasst: Freitag 19. Oktober 2007, 23:06
von new
Öffentlich bekannt sind Ausführungsbestimmungen die eben teilweise völlig gegen den Sinn des MP gehen.

Und bei Ecclesia Dei dürften dann noch etliche unschöne Einzelfälle bekanntgeworden sein, so dass das Fass nun zum Überlaufen gebracht wurde.

Betrachtet man die Aussagen verschiedener Ortspfarrer in der deutshcsprachrigen Presse, dann scheint die Ablehnung zu überwiegen, leider.

Verfasst: Sonntag 25. November 2007, 13:35
von Leguan
Ein netter Artikel über die traditionellen Gemeinschaften in Frankreich von Elisabeth von Thurn und Taxis.

Das Buch ( Les communautés traditionnelles en France) würde ich mir gerne mal anschauen.
Die Situation in Frankreich wird noch sehr interessant werden. Wenn sich die Trends der letzten Jahre fortsetzen, wird es irgendwann mehr Altritus- als Novus-Ordo-Priester geben.

Verfasst: Sonntag 25. November 2007, 14:00
von Ecce Homo
Und wie sieht es mit deiner Prognose mit Gläubigen aus?

Verfasst: Sonntag 25. November 2007, 15:17
von Leguan
Da wird es irgendwann mehr Moslems als Katholiken geben. ;D

Verfasst: Sonntag 25. November 2007, 15:18
von holzi
Leguan hat geschrieben:Die Situation in Frankreich wird noch sehr interessant werden.
Frankreich ist überhaupt sehr interessant. Viele Entwicklungen, die erst Jahrzehnte später bei uns eintraten, konnte man dort recht früh schon beobachten. Sei es die zunehmende Laisierung des Staates, die Entklerikalisierung der Priester (Arbeiterpriester!) etc.

Verfasst: Sonntag 25. November 2007, 20:22
von Linus
Leguan hat geschrieben:Da wird es irgendwann mehr Moslems als Katholiken geben. ;D
Seit wann sind Ketzer Gläubige? :shock: :cry:

Verfasst: Sonntag 25. November 2007, 20:34
von maliems
hallo,

die versendung IK-Nachrichten nov2007 gelesen?

KÖLN:

Der Gottesdienstanzeiger der Basilika St. Aposteln, Köln verzeichnete am Fest des hl. Gregors des Großen: 19.00 Uhr Hl. Messe um die Annahme der Lehren des 2. Vat. Konzils bei den Tridentinern.


Skurril, nicht wahr?

Verfasst: Sonntag 25. November 2007, 21:24
von Kurt
maliems hat geschrieben:hallo,

die versendung IK-Nachrichten nov2007 gelesen?

KÖLN:

Der Gottesdienstanzeiger der Basilika St. Aposteln, Köln verzeichnete am Fest des hl. Gregors des Großen: 19.00 Uhr Hl. Messe um die Annahme der Lehren des 2. Vat. Konzils bei den Tridentinern.


Skurril, nicht wahr?
Die "Tridentiner" müssten sich das mal erlauben:
"Hl. Meßopfer um die Annahme der vorkonziliaren Lehren bei den Modernisten".

:roll: :nein:

Verfasst: Sonntag 25. November 2007, 22:24
von Raimund J.
Gibt es eigentlich Vorschriften bzgl. Messintentionen? Da muss es doch irgendwo vernünftige Grenzen geben?

Verfasst: Sonntag 25. November 2007, 23:53
von cantus planus
Tja, soviel zum Thema "katholische Weite"...

Verfasst: Montag 26. November 2007, 06:03
von Ecce Homo
maliems hat geschrieben:hallo,

die versendung IK-Nachrichten nov2007 gelesen?

KÖLN:

Der Gottesdienstanzeiger der Basilika St. Aposteln, Köln verzeichnete am Fest des hl. Gregors des Großen: 19.00 Uhr Hl. Messe um die Annahme der Lehren des 2. Vat. Konzils bei den Tridentinern.


Skurril, nicht wahr?
Vielleicht meint das die FSSPX... sitzen die nicht auch in Köln...? :/

Verfasst: Montag 26. November 2007, 11:54
von Kurt
Ecce Homo hat geschrieben:Vielleicht meint das die FSSPX... sitzen die nicht auch in Köln...? :/
Vermutlich. So richtig beschäftigt sich ja kaum einer mit so einem Thema, erst recht nicht in Köln, wo sich die Welt ja in Normal (=Kölner) und Anders (=für die man Fürbitte halten muss) aufteilt.

Verfasst: Montag 26. November 2007, 15:44
von Kurt
Kurt hat geschrieben:Aktivitäten im Rheinland - auch in der Lokalredaktion
Das meldet Kreuz.net dazu

Im Prinzip habe ich nichts anderes vom Bistum Aachen erwartet. :roll:
Der Bischof von Aachen wolle nur Priester aus dem eigenen Bistum zulassen – hieß es.
Und das ausgerechnet im Bistum mit dem grössten Priestermangel. Das ist Schikane!

Verfasst: Montag 26. November 2007, 23:21
von ad_hoc
Ein trauriges Beispiel dafür, wie der Bischof von Aachen seinen Gehorsamspflichten nachkommt. Mann muß sich nicht wundern, wenn seine eigenen und womöglich noch exzentrischeren Priester auch ihm von Zeit zu Zeit den Gehorsam verweigern. Was für ein Vorbild.

Andererseits ist es gut, dass die Gläuigen mittlerweile die Möglichkeit haben, in solchen Fällen entsprechend zu agieren. Ich warte schon auf die Reaktion aus dem Vatikan und vor allem darauf, wie diese ausfallen wird, um den Bischof nicht vor seinen Schäfchen bloßzustellen.

Gruß, ad_hoc

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 08:28
von Leguan
In meinen Augen die vielleicht bisher interessanteste Pressestimme (S. 29f)zum Thema alter Ritus überhaupt.
Ein äußerst liberaler Priester überwindet seine Vorurteile und liest zum ersten Mal die alte Messe.

[...]As a promoter of the widest range of pluralism within the church, how could I refuse to deal with an approved liturgical form? As a pastor who has tried to respond to people alienated by the perceived rigid conservatism of the church, how could I walk away from people alienated by priests like myself—progressive, “low church” pastors who have no ear for traditional piety? An examination of conscience revealed an imbalance in my pastoral approach: a gracious openness to the left (like feminists, pro-choice advocates, people cohabiting and secular Catholics) and an instant skepticism toward the right (traditionalists).
[...]
As I studied the Latin texts and intricate rituals I had never noticed as a boy, I discovered that the old rite’s priestly spirituality and theology were exactly the opposite of what I had expected. Whereas I had looked for the “high priest/king of the parish” spirituality, I found instead a spirituality of “unworthy instrument for the sake of the people.”
The old Missal’s rubrical micromanagement made me feel like a mere machine, devoid of personality; but, I wondered, is that really so bad? I actually felt liberated from a persistent need to perform, to engage, to be forever a friendly celebrant. [...]

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 08:39
von Robert Ketelhohn
I discovered that the old rite’s priestly spirituality and theology were exactly the opposite of what I had expected. Whereas I had looked for the “high priest/king of the parish” spirituality, I found instead a spirituality of “unworthy instrument for the sake of the people.”
Diese Aussage überrascht mich nun wieder. Sie zeigt, in welchem Ausmaß Dummheit und mangelnde Bildung (oft: von gewissen Lehrern den Schülern bewußt vorenthaltene Bildung) Teil des Problems sind.

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 10:20
von Kurt
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
I discovered that the old rite’s priestly spirituality and theology were exactly the opposite of what I had expected. Whereas I had looked for the “high priest/king of the parish” spirituality, I found instead a spirituality of “unworthy instrument for the sake of the people.”
Diese Aussage überrascht mich nun wieder.
Echt? Mich nicht. Zu diesem Thema hat eine fast vierzigjährige, massive und gründliche Gehirnwäsche stattgefunden. Nicht wenige Christgläubige reiben sich nach dem erstmaligen Besuch einer Alten Messe verwundert die Augen und fragen sich, warum man sie abgeschaffen wollte. Aus purer Angst vor dieser Erkenntnis wollen viele kirchlich "Engagierte" sie zur verbotenen Frucht machen.

Dazu gehört auch die Mär von der "Priesterliturgie" und anderer Diffamierungen, die vom Feld-, Wald- und Wiesenkatholik ungeprüft ins Weltbild gepackt werden.

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 16:51
von Ecce Homo
"Italian bishop suspends priests for insisting on Latin Mass" (CWNews vom 26.11.07)
Rome, Nov. 26, 2007 (CWNews.com) - Bishop Renato Corti of Novara, Itay, has suspended 3 priests who refused to celebrate Mass on Sunday, according to the newspaper La Stampa.

Fathers Alberto Secci, Stefano Coggiola and Marco Pizzocchi refused to celebrate Sunday Masses after Bishop Corti said that they could not exclusively celebrate the traditional Latin Mass.

In Father Alberto Secci’s parish, parishioners insisted that they would only attend a traditional Latin Mass celebrated by Father Secci. Six hundred people signed a petition in support of their parish priest.

Father Stefano Coggiola’s parishioners were reportedly divided over their pastor’s decision. While one group supported the priest’s decision, another complained that their children did not like the Mass celebrated in Latin.
Is ne hübsche Spaltung... :/

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 16:55
von Ecce Homo
Interessant sind unter diesem Artikel auch die Kommentare von Lesern:
My Kids didn't like taking naps either,eating vegetables or cleaning their rooms, but I made them do it because I was the one who knew better.
What to do? What to do? Do people who want Mass is their native language have a right to have it said in their native tongue? What if a parish priest refuses to say Mass in the native tongue which 1/2 of his parishioners want? What to do? Is the priest being disobedient to the moto proprio? I wonder what that bishop of the Vatican Liturgy Consistory would say? Arrogance? What to do?
So now in Novara children dictate which Mass should be celebrated. The privileged sons of Europeans are not to be contradicted, or else they will join guerrilla bands in Colombia.
Let's be fair -- the priests weren't suspended because of their insistence on celebrating the Mass in Latin; they were suspended because they refused to celebrate Mass on Sunday. I cannot imagine a father letting his children go hungry just because he can't give them filet mignon. I'm not excusing the bishop's attitude, but it sounds as though there's more to this story.

Verfasst: Dienstag 27. November 2007, 21:57
von Kurt
Ecce Homo hat geschrieben:Is ne hübsche Spaltung... :/
Lt. Motu Proprio ist Zwietracht zu vermeiden. Probleme dieser Art gibt es nur, wo gemauert wird.

Verfasst: Mittwoch 28. November 2007, 00:41
von ad_hoc
Probleme dieser Art gibt es nur, wo gemauert wird.
In diesem Fall bezweifle ich das. Ich denke, dass sich nun die Geister zu trennen beginnen.

Gruß, ad_hoc

Verfasst: Mittwoch 28. November 2007, 13:11
von Maurus
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
I discovered that the old rite’s priestly spirituality and theology were exactly the opposite of what I had expected. Whereas I had looked for the “high priest/king of the parish” spirituality, I found instead a spirituality of “unworthy instrument for the sake of the people.”
Diese Aussage überrascht mich nun wieder. Sie zeigt, in welchem Ausmaß Dummheit und mangelnde Bildung (oft: von gewissen Lehrern den Schülern bewußt vorenthaltene Bildung) Teil des Problems sind.
Es stellt sich doch die Frage, ob das nicht die Ursache des Problems ist.

Verfasst: Mittwoch 28. November 2007, 14:47
von maliems
hallo, habe leider gerade keine zeit für ausfürlicher...

auf der webseite von st. aposteln köln soll es ganz ausführlich gegen die alte messe gehen.

wer lust u zeit hat und es findet, kann es ja mal hier reinstellen.

Verfasst: Mittwoch 28. November 2007, 14:54
von Kurt
maliems hat geschrieben:hallo, habe leider gerade keine zeit für ausfürlicher...

auf der webseite von st. aposteln köln soll es ganz ausführlich gegen die alte messe gehen.

wer lust u zeit hat und es findet, kann es ja mal hier reinstellen.
Gesucht, Gefunden:

http://gemeinden.erzbistum-koeln.de/st_ ... ntina.html
St. Aposteln und Missa tridentina

waren Thema auf den beiden letzten Sitzungen des Arbeitskreises Gemeindeaufbau am 3. September und 5. November. Das Motu proprio Papst Benedikts XVI. vom Sommer gestattet den außerordentlichen Ritus der bis 1970 gebräuchlichen tridentinischen Messe erneut, wenn sich ein genügend großer Kreis von Menschen dafür findet. Dieser päpstliche Erlass führte zu einer wichtigen und guten Auseinandersetzung um die Bedeutung und Ausrichtung der Liturgien an St. Aposteln im Hinblick auf die Gemeinde und die ganze Stadt. Über 40 Personen haben an den Gesprächen teilgenommen und dem Pfarrer ihre Meinung gesagt und ihn beraten.
Auch wenn durchaus Verbesserungen vorstellbar sind, wurde einmütig große Zufriedenheit über die Art und Weise der Liturgiefeiern an St. Aposteln geäußert, auch Einverständnis über die Breite der Stile: von der Familienmesse über die charismatischen Gottesdienste bis hin zum gregorianisch lateinischem Hochamt. Gerade letzteres wurde als der entscheidende Beitrag angesehen, mit dem St. Aposteln schon immer das verwirklicht hat, was Papst Benedikt mit seinem Erlass bezwecken will: die Befruchtung der Liturgie des II. Vatikanums durch die Liturgie des Tridentinums und umgekehrt. So befinden sich in den lateinischen Hochämtern der Sonn- und Feiertage zahlreiche Gläubige, die die tridentinische Messe schätzen und Wesentliches von ihrer Gebetsatmosphäre und Theologie in St. Aposteln finden. Darum ist die Bitte zur Feier der tridentinischen Messe nur vereinzelt ausgesprochen worden – aber immer im Respekt und in Dankbarkeit für das lateinische Hochamt.
St. Aposteln wird die tridentinische Messe also nicht als offenes Angebot präsentieren und diesem außergewöhnlichen Ritus keine normalen Messzeiten zuordnen, sondern im Bedarfsfall mit den Gläubigen eine außerordentliche Zeit absprechen, an der dann der Pfarrer von St. Aposteln selbst die tridentinische Messe feiern würde, kein von außen kommender Geistlicher mit einem Interessentenkreis, der nichts mit der Pfarrarbeit und Cityseelsorge von St. Aposteln zu tun hat! Denn das war einhellige Meinung: Egal, wer es ist – Gottesdienst in St. Aposteln soll in Einheit mit der Gemeinde und mit dem Bischof gefeiert werden, Separatismus ist nicht erwünscht. Und der Kreis, der Außergewöhnliches will, kann es auch verwirklichen, wenn seine Teilnehmer/innen an der Pastoral von St. Aposteln ernsthaft mitwirken, so wie es die Markusgemeinschaft der Charismatischen Erneuerung seit zehn Jahren an St. Aposteln vorbildlich tut: Sie feiert ihre außergewöhnlichen charismatischen Gottesdienste, aber in Offenheit zur Gemeinde, sie besucht auch die normalen Pfarrgottesdienste, sie beteiligt sich am Arbeitskreis Gemeindeaufbau und an der Caritasarbeit, beim Pfarrfest hilft sie mit und veranstaltet Exerzitientage für die Stadt und die Gemeinde. Wer so seine Loyalität für das Ganze beweist, der hat wohl das Evangelium und den Papst verstanden.
Im Übrigen sind gerade heute die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz zum Erlass des Papstes veröffentlicht worden. Erstaunt und dann doch nicht wieder verwundert liest man dort, was der Arbeitskreis Gemeindeaufbau an St. Aposteln diskutiert und erarbeitet hat – eine wunderbare Übereinstimmung von Obrigkeit und Basis: „Die Möglichkeit zur Messfeier in der außerordentlichen Form muss vom Prinzip der Harmonie zwischen dem Interesse und Wohl der antragstellenden Gläubigen und der ordentlichen Hirtensorge für die Pfarrei unter der Leitung des Bischofs getragen sein. Die Zulassung der außerordentlichen Form darf nicht bestehende Spannungen verstärken oder gar neue Spaltungen hervorrufen. Die Pfarrgottesdienste werden in der ordentlichen Form gefeiert. An Sonntagen kann eine Messe in der außerordentlichen Form hinzutreten, nicht jedoch die Messe in der ordentlichen Form ersetzten. Den Antrag auf Genehmigung durch den Pfarrer können Gruppen von Laien innerhalb einer Pfarrei bzw. innerhalb eines Pfarrverbands, die unter Leitung eines Pfarrers steht, stellen. Wenn Gruppen aus Mitgliedern verschiedener Pfarreien bzw. Pfarrverbänden bestehen, ist der Antrag an den Diözesanbischof zu richten.“
P.S. Ein Verdacht: Hätten nach dem II. Vatikanum die Gemeinden das lateinische Hochamt mit Sorgfalt und Freude gepflegt, wären uns wahrscheinlich die ganzen ideologischen Grabenkämpfe um die tridentinische Messe erspart geblieben.

Verfasst: Mittwoch 28. November 2007, 16:33
von Maurus
Also keine Fundamentalopposition - und im Bedarfsfall will der Pfarrer dem Gesuch nachkommen. Unklar ist, wie konkret die Bitten wohl waren.
P.S. Ein Verdacht: Hätten nach dem II. Vatikanum die Gemeinden das lateinische Hochamt mit Sorgfalt und Freude gepflegt, wären uns wahrscheinlich die ganzen ideologischen Grabenkämpfe um die tridentinische Messe erspart geblieben.
Eine sehr interessante (und vermutlich nicht ganz von der Hand zu weisende) Theorie.

Verfasst: Mittwoch 28. November 2007, 21:25
von Peregrin
Was ist ein "außergewöhnlicher charismatischer Gottesdienst"?