Tridentinische Messorte

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
maliems
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Beitrag von maliems » Samstag 6. Oktober 2007, 11:18

zu Paderborn (gelesen in einem bekannten Forum):

„Schmitz räumt ein, daß ihm die Rückkehr zur Alten Messe nicht leicht fällt. »Und die Begeisterung verstehe ich auch nicht so ganz.«“

Prälat Heribert Schmitz, der in Paderborn die Alte Messe liest, nach dem Portal ‘Jesus.de’ vom 29. September.
------------------------------------------------
Ich gebe ihm recht. Ich bin auch verwundert über den Andrang in der Stadt PB.

Ich glaube das geht auch Lehrern (wie mir) so. Wenn sie mal etwas anders machen, als die letzten Jahrzehnte und finden Zuspruch, wundern sie (ich) mich darüber und denken (denke): aber eigentlich war es doch vorher auch OK.

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Beitrag von ottaviani » Samstag 6. Oktober 2007, 13:56

ich fragge mich ob der hw. herr prälat dann die eignung mitbring die laut SP.
erforderlich ist um nach dem Buch von 1962 die Messe zu zelebrieren

Raphaela
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Beitrag von Raphaela » Samstag 6. Oktober 2007, 15:54

@ottaviani
Soll ich ihn am Montag fragen? :mrgreen: :floet:
- Ich bin werktags in der Früh in PB im Dom Lektorin, ab und zu ist Schmitz in der Sakristei, auch wenn er keine Messe hält

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Beitrag von ottaviani » Samstag 6. Oktober 2007, 16:00

ja frag ihn doch ob er sich für geeignet hält wenn er das eigentlich nicht machen will aber man sollte vor allem die Komission ED fragen ob solche priester als geeignet zu betrachten sind

Ecce Homo
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Beitrag von Ecce Homo » Samstag 6. Oktober 2007, 16:54

...mei, damit triebe man das Ganze ad absurdum -

genauso bin ich sicher, dass es soundsoviele Priester gibt, die die forma extraordinaria zelebrieren, aber die forma ordinaria nicht akzeptieren... :kiss:

Aus dem Schreiben der Bischöfe...
Die notwendige Eignung der Priester für die Zelebration in der außerordentlichen Form des Ritus (vgl. SP Art. 5 § 4) umfasst folgende Anforderungen:
- Allgemeine Eignung, die jeder Priester besitzen muss;
- Annahme der ganzen Liturgie der Kirche in ihrer ordentlichen und außerordentlichen Form (vgl. Begleitschreiben von Papst Benedikt XVI.);- Vertrautheit mit der außerordentlichen Form des Ritus;
- lateinische Sprachkenntnisse.
Zur Erlangung der Vertrautheit mit der außerordentlichen Form des Ritus und zum Erwerb der erforderlichen Sprachkenntnisse werden die Diözesanbischöfe nach Bedarf Angebote zur Fort- und Weiterbildung bereitstellen.
Der erwähnte Bezug im Begleitbrief:
Um die volle communio zu leben, können die Priester, die den Gemeinschaften des alten Usus zugehören, selbstverständlich die Zelebration nach den neuen liturgischen Büchern im Prinzip nicht ausschließen. Ein völliger Ausschluß wäre nämlich nicht in Übereinstimmung mit der Anerkennung des Wertes und der Heiligkeit des Ritus in seiner erneuerten Form.
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Beitrag von ottaviani » Samstag 6. Oktober 2007, 17:01

nein das glaube ich nicht meine liebe den Priester die den -NOM nicht akzepieren nehmen ja das Motu proprio für sicch ja nicht in anspruch den das währe ja ein wiederspruch den doese meinen ja (so wie ich) daß man den NOM ablehnen muß

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Aktivitäten außerhalb der lat. Messfeier

Beitrag von Yohanan » Samstag 6. Oktober 2007, 18:48

iustus schrieb:
Allerdings hatte ich dabei permanent das Gefühl: "Das ist nicht unser Gottesdienst" - es war eben so ganz anders als die Form, die mir zwei Jahrzehnte lang regelmäßig begegnete: Eine "Stillmesse" - eine solche unterscheidet sich schon ganz schön von der ordentlichen "Einheits"form - ein Hochamt weniger.
Ich besuchte im Sommer eine Sontagsmesse in der Damenstiftskirche und fand die Messe schön. Es wurde Orgel gespielt und Gregorianik gesungen. Mitte der Woche dann die Stille Messe. Die mich schon sehr verwundert hat. Ich weiss eigentlich immer noch nicht, warum die wenigen Worte des Priesters an das Volk auch noch geflüstert wurden.

Nun ich habe mir meine Gedanken gemacht und mich schon informiert. Nun ich suchte aus meinem Verständnis nach Pros und Cons und dachte mir, das gilt auch für die Sontagsmesse, dass die Feier des Mysteriums in dieser Weise viele Freistellen lässt und gelassen hat für die verschiedensten Aktivitäten. Für diese Zeremonie wurde große Chormusik komponiert, eine phänomenale Frömmigkeit hat sich im Angesicht dieser hl. Feier entwickelt. Jeder Gläubige ist aktiv im Gebet vertieft und wurde nicht immer von außen in seiner Aufmerksamkeit gefordert, wie es vielleicht in der Neuen Messe vermehrt der Fall ist. Aber ich denke mir, dass sich auch manches von den Gläubigen zusammengereimt worden ist.

Eine Frage, gibt es neben der lateinischen Messe auch andere Zusammenkünfte, die von der Damenstiftskirchen-Gemeinde ausgehen? Vielleicht Katechesen oder anderes. Ich wäre interessiert, daran teilzunehmen, um Gleichgesinnte kennen zu lernen. Oder überhaupt, kennt jemand von euch Kreise in München, die sich informell mit der lateinischen Tradition der Kirche beschäftigen? Ich würde mich freuen.

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Beitrag von Ecce Homo » Samstag 6. Oktober 2007, 20:55

Eben. Damit wird die Communion mit dem Papst nicht gelebt... :mrgreen: :kiss:

Und wenn ein Priester nicht das tun will, was die Kirche tut - dann... :kiss: er tut höchstens das, was er selbst will - oder ein Irrlehrer... :kiss: :mrgreen:
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Beitrag von ottaviani » Sonntag 7. Oktober 2007, 11:51

das zu erklären führt hier zu weit aber ich denke nicht daß es Priester gibt die den außerordentlichen Ritus aufgrund des Motu proprios feiern und den ordentlichen Ritus nicht anerkennen

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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 7. Oktober 2007, 11:55

ottaviani hat geschrieben:das zu erklären führt hier zu weit aber ich denke nicht daß es Priester gibt die den außerordentlichen Ritus aufgrund des Motu proprios feiern und den ordentlichen Ritus nicht anerkennen
Mei, dafür gibt es genug Priester, die nur den außerordentlichen Ritus feiern, und das Motu nicht mal zur Kenntnis nehmen (müssen - sie brauche es ja nicht!), weil es sie ja nicht betrifft - und die auch den ordentlichen Ritus nicht anerkennen...

Ich frage mich nur, auf welchem Boden diese Priester dann stehen...
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Beitrag von ottaviani » Sonntag 7. Oktober 2007, 12:39

auf den boden der kirche laut vatikan

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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 7. Oktober 2007, 12:41

ottaviani hat geschrieben:auf den boden der kirche laut vatikan
Quelle? :hmm:
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Beitrag von ottaviani » Sonntag 7. Oktober 2007, 12:55

hier bitte schreiben der päpstlichen Komissuion Ecclesia Dei vom 27. Oktober 1998
http://www.ewtn.com/library/CURIA/CEDSSPX2.HTM

maliems
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Beitrag von maliems » Sonntag 7. Oktober 2007, 13:06

die äußerung von prälat schmitz ist zwar leicht wertend, aber nicht so, dass er als zelebrant ausfällt. wer in gehorsam die zelebration des alten ritus auf grund der aufforderung seines bischofs annimmt und diesen dann auch "ordentlich" zelebriert, darf schon sagen, dass es ihm schwerfällt und er sich wundert.

natürlich haben solche aussagen grenzen, wo sie die gläubigen verletzen. das ist hier m.E. nicht der Fall.

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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 7. Oktober 2007, 14:03

ottaviani hat geschrieben:hier bitte schreiben der päpstlichen Komissuion Ecclesia Dei vom 27. Oktober 1998
http://www.ewtn.com/library/CURIA/CEDSSPX2.HTM
Daraus:
(Hervorhebungen durch mich)
While it is true that participation in the Mass at the chapels of the Society of St. Pius X does not of itself constitute "formal adherence to the schism", such adherence can come about over a period of time as one slowly imbibes a schismatic mentality which separates itself from the teaching of the Supreme Pontiff and the entire Catholic Church classically exemplified in A Rome and Econe Handbook which states in response to question 14 that the SSPX defends the traditional catechisms and therefore the Old Mass, and so attacks the Novus Ordo, the Second Vatican Council and the New Catechism, all of which more or less undermine our unchangeable Catholic faith.

It is precisely because of this schismatic mentality that this Pontifical Commission has consistently discouraged the faithful from attending Masses celebrated under the aegis of the Society of St. Pius X.

[...]

c. It may still be difficult to characterize the entire Society of St. Pius X, but the documentation which you have submitted witnesses to a consistent condemnation of the new Mass, the Pope and anyone who disagrees with the authorities of the Society in the smallest degree. Such behaviour is not consistent with the practice of the Catholic faith.

d. We reiterate what we stated above: "The Pope is the Supreme legislator in the Church." Communion with him is a fundamental, non-negotiable hallmark of Catholicism which is not determined by those who set themselves up to judge him, but by the Pope himself (cf. Second Vatican Council's Dogmatic Constitution on the Church Lumen Gentium #22-25).

[...]

f. You want to know how authoritative our responses are. We Must indicate to you that this letter accurately reflects the practice and pastoral solicitude of this Pontifical Commission, but it is not an official declaration of the Holy See. Those declarations are fundamentally limited to Quattuor abhinc annos of 3 October 1984 and Ecclesia Dei of 2 July 1988, both of which were published in the Acta Apostolicae Sedis. The Holy Father does not ordinarily make detailed statements on very specific questions such as those which you have submitted. He entrusts such responses to the variou dicasteries and organisms of the Holy See which have competence in particular areas. With regard to the matters which you have brought up, the competence belongs to this Pontifical Commission.
Aha - "laut Vatikan"... "auf dem Boden der Kirche"... :kiss: :D
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Beitrag von ottaviani » Sonntag 7. Oktober 2007, 14:31

ja= nicht exkomuniziert

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Beitrag von Ecce Homo » Sonntag 7. Oktober 2007, 15:41

Aber:
Such behaviour is not consistent with the practice of the Catholic faith.
Das reicht mir zu wissen.
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Beitrag von ar26 » Sonntag 7. Oktober 2007, 20:51

Such behaviour is not consistent with the practice of the Catholic faith.
Das gilt genauso gut für die Königsteiner Erklärung. Schwingt irgendeiner die Schismakeule gegen die betreffende Bischofskonferenz?

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Beitrag von Maurus » Mittwoch 10. Oktober 2007, 02:36

ar26 hat geschrieben:
Such behaviour is not consistent with the practice of the Catholic faith.
Das gilt genauso gut für die Königsteiner Erklärung. Schwingt irgendeiner die Schismakeule gegen die betreffende Bischofskonferenz?
Die Herabwürdigung der Hl. Messe erscheint mir dann doch etwas schwerwiegender.

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Soso,

Beitrag von ar26 » Mittwoch 10. Oktober 2007, 10:58

Kritik an der Liturgiereform (zugegeben diese muss sachlich sein und sich immer hart an den Fakten orientieren) ist schwerwiegender als die Empfehlung, eine Todsünde zu praktizieren?

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Re: Soso,

Beitrag von Maurus » Mittwoch 10. Oktober 2007, 14:57

ar26 hat geschrieben:Kritik an der Liturgiereform (zugegeben diese muss sachlich sein und sich immer hart an den Fakten orientieren) ist schwerwiegender als die Empfehlung, eine Todsünde zu praktizieren?
Das, was Gruppen wie die FSSPX über die Liturgie sagt kann ich nicht mehr als sachliche Kritik ansehen. Die FSSPX wirft der lateinischen Kirche vor, dass Opfer Christi unwürdig darzubringen. Ich kann mir gar keinen größeren Vorwurf vorstellen.

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Beitrag von ottaviani » Mittwoch 10. Oktober 2007, 19:41

und ein berechtigter viorwurf

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Gemach, Gemach

Beitrag von ar26 » Mittwoch 10. Oktober 2007, 19:48

Ich kann Ihre Erregung gut verstehen, daß ist ein großer Vorwurf. Aber,
ich habe auch von Seiten der Anhänger nie eine tiefergehende Rechtfertigung für die Veränderungen gehört, außer dem, was auch bei Ihnen anklingt: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Endlich mal tiefergehende Antworten auf Fragen wie:
Warum ändert man (faktisch) die Zelebrationsrichtung?
Warum verändert man derart tiefgreifend die Texte?
Warum werden derartige Fehlübersetzungen wie für viele auch nach fast vierzig Jahren noch gedultet?
Warum Handkommunion erlaubt?

Viel von diesem Problem wird in folgendem Beitrag, den ich mir erlaube hier einzufügen angesprochen:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Wenn du mal die Orationen des alten und des neuen Ordo Missæ vergleichst, dann wird dir vielleicht auffallen, daß darin heute ein anderer Geist herrscht. Die Rede von unserer Sünde, unserer Schwachheit und unserm Unvermögen ebenso wie der flehentliche Ruf um das Erbarmen Gottes wurden weitgehend eliminiert zugunsten frommen Selbstbewußtseins, das auf eigene Kraft und Gutheit setzt und gelegentlich, wenn uns nicht alles gleich ganz leicht gelingt, Gott um etwas Hilfe bittet, er möge uns doch mal eben zur Hand gehen.

Dies ist in der Tendenz bereits im lateinischen Original des Novus Ordo sehr deutlich greifbar, in der deutschen Übersetzung wird es vollends manifest. Ich weiß, daß viele sich dieses verborgenen Pelagianismus des Novus Ordo nicht bewußt sind. Die Gewöhnung tut ihr Teil. Lex orandi, lex credendi: Das gilt auch hier. Das Gebet lehrt den Glauben, und wenn das Gebet leer ist, dann leert es ihn.

Um also dieser Gefahr zu entgehen, vergleicht selber einmal. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wirst du mir sofort zustimmen, oder deine Reaktion angesichts der Texte des alten Ordo wird sein: O nein, diese altertümliche Sprache versteht man doch kaum mehr, das kann man heutzutage niemandem zumuten.

Ist dies deine Reaktion, dann sage ich dir: Falsch, du kennst dich selber nicht. Deine unwillkürliche Aversion gegen diese Texte kommt nicht von der Sprache oder deren Altertümlichkeit, sondern von der Sache, vom Inhalt: Dieser ist dir zuwider, erscheint so gar veraltet und modernen Menschen gar nicht zumutbar. Wie kann einer es wagen, dich als nichtswürdig und unnütz zu bezeichnen! Bist du nicht deinem Mann und deiner Frau immer treuer Gatte gewesen? Hast gesorgt um deine Familie? Hast sogar freiwillig und ehrenamtlich der Kirche Dienste geleistet?

Das soll doch nun auch mal anerkannt werden, oder? Leistung muß sich lohnen. Klar, alles hast du auch nicht allein geschafft, und manchmal ist’s schon praktisch, wenn einer mitanpackt. Dafür ist Gott doch auch da. Aber dein Lebenswerk, das soll dir keiner nehmen.

Denkste, erwidere ich. Einen Sсhеіßdreck hast du dir verdient. Nichts hast du geleistet, was am Ende zählt. Und nichts ist dir nötiger als das Gebet nach Art des Psalms 50 (51), nach Art der alten Orationen des früheren römischen Ritus. Wehe dem Hirten, der dich darum bringt.
Als ich einmal an meiner alten alma mater in einem Vortrag des damaligen FSSPX-Distrikt-Oberen über die Alte Messe, dessen Vortragsstil im übrigen von mir, der ich damals noch keine altrituelle Erfahrung hatte, als angenehm empfunden wurde, saß, stellte ich folgendes fest. Ein Theologie-Professor im Auditorium widersprach in seiner Wortmeldung sehr heftig (logisch und nicht zu beanstanden). Aber die Art und Weise seiner Wortmeldung ließ auf spontane Erregung schließen, obwohl er freiwillig und in Kenntnis des Themas und des Referenten gekommen war. Das war gespielte Erregung (Roland Koch, 2002 im Bundesrat lässt grüßen), die dazu diente, einer sachlichen Diskussion auszuweichen und dennoch eine Wortspende loszuwerden. Schade eigentlich, denn sein Verweiß auf Hochgebet I als gleichwertiger Ausdruck des Opfercharakters wäre eine Erörterung wert gewesen.
Zuletzt geändert von ar26 am Mittwoch 10. Oktober 2007, 22:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Bericht aus Paderborn

Beitrag von Sursum Corda » Mittwoch 10. Oktober 2007, 21:55

ottaviani hat geschrieben:ja frag ihn doch ob er sich für geeignet hält wenn er das eigentlich nicht machen will aber man sollte vor allem die Komission ED fragen ob solche priester als geeignet zu betrachten sind
Halt, Ottaviani, nicht so schnell schießen. Ich habe mir den Artikel auf "jesus.de" einmal durchgelesen - nun ja, da schreibt ein Journalist so , wie man das halt gewohnt ist. wer weiß, was der H.H. Prälat alles gesagt hat, das nacher nicht oder nicht richtig geschrieben wurde. Ich habe langjährige Erfahrung mit Lokalreportern, wenn die keinen vorgefertigten Text bekommen und selbst von der Materie wenig Ahnung haben, schreiben sie die tollsten Dinge. Zurück zum Thema: Dass sich ein Priester, der diesen Ritus Jahrzehnte nicht mehr gefeiert hat, auch erst wieder in ihm "zurechtfinden" muß, dürfte ganz klar sein. Ich war bislang jedesmal in der Hl. Messe und habe nichts zu beanstanden, die Hl. Messe wurde würdig zelebriert. Natürlich müssen sich jüngere Gläubige ohne entsprechende Erfahrung auch erst einmal in den Ritus hereinfinden, aber mittlerweile haben sich auch alle daran gewöhnt, daß z.B. das Vaterunser größtenteils vom Priester allein gebetet wird etc. Und das nun manche Gläubige fast die ganze Messe durchknien, während andere die Haltung entsprechend der Liturgie ändern, ist ja wohl überall so, da helfen auch keine Belehrungen etc., das ist ein Phänomen beider Meßriten, hier weniger, dort mehr. In den letzten Messen wurde auch gepredigt, was ich positiv empfand. Prälat Schmitz hat dabei auf mich keineswegs den Eindruck gemacht, als komme er einer lästigen Pflicht für ein paar verschrobene Gläubige nach. Wenn ein Priester in seinem Alter auf Bitten hin noch einmal "zurückkehrt", sollte man dafür auch dankbar sein. Ich jedenfalls freue mich über diese Messe und sehe dafür auch eine gewisse Zukunft hier in Paderborn, ist doch der größere Teil der je etwa 100 (beim ersten Mal mehr) Gläubigen eindeutig nicht dem Seniorenalter zuzurechnen, kommt also nicht aus einer traditionellen Anhänglichkeit an diesen Ritus zur Messfeier. Die Sache wird sich gut entwickeln, wenn nicht immer alle alles besser wissen wollen, da bin ich überzeugt.

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Re: Gemach, Gemach

Beitrag von Maurus » Mittwoch 10. Oktober 2007, 23:27

ar26 hat geschrieben:Ich kann Ihre Erregung gut verstehen, daß ist ein großer Vorwurf. Aber,
ich habe auch von Seiten der Anhänger nie eine tiefergehende Rechtfertigung für die Veränderungen gehört, außer dem, was auch bei Ihnen anklingt: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Da ich davon ausgehe, dass du Katholik bist: Wie kommst du darauf, dass der Stellvertreter Christi auf Erden vor Laien oder einer Priesterbruderschaft rechtfertigen müsse? Der Papst kann seine Autorität frei ausüben.
Endlich mal tiefergehende Antworten auf Fragen wie:
Warum ändert man (faktisch) die Zelebrationsrichtung?
Warum verändert man derart tiefgreifend die Texte?
Warum werden derartige Fehlübersetzungen wie für viele auch nach fast vierzig Jahren noch gedultet?
Warum Handkommunion erlaubt?
Alles sehr interessante Fragen, über die auch schon viel diskutiert wurde. Nur erschließt sich aus ihnen nicht, dass die ganze Kirche einen unwürdigen Kult betreibt.

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Beitrag von ar26 » Mittwoch 10. Oktober 2007, 23:52

Der Papst ist ganz so frei in seiner Amtsausübung auch nicht. Er ist an das göttliche Recht gebunden und an die Überlieferung. Natürlich ist es zuforderst seine Aufgabe, zu bestimmen, wo die Grenzen des genannten sind.

Ansonsten kommt der Papst bzw. die kirchliche Autorität an der normativen Kraft des faktischen, nämlich an der Frage nach dem Warum einer Totalrevision aller liturgischen Bücher nicht vorbei. Wenn diejenigen Dinge, die vorher das zentrale und wichtigste im Leben des Gläubigen gewesen sind, plötzlich derart in Frage gestellt werden, dann ist es dem Zweifler nicht vorwerfbar, daß Zweifel in ihm hervorsteigen, die sein Herz, seinen Verstand und sein Gewissen eine Antwort erwarten lassen. Dies gilt im übrigen heute, wo wir, dem Hl. Vater sei Dank, eine Gegenüberstellung von alt und neu haben, ebenso.

Im übrigen waren meine Fragen nicht dazu gedacht, die Unwürdigkeit des neuen Missale zu beweisen. Ein derartiges Beweisansinnen hab ich gar nicht. Ich erwarte lediglich, daß man den Wunsch der Gläubigen respektiert, die sich vollständig an das alte Missale gebunden fühlen, auch außschließlich mit diesem zu leben.

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Beitrag von Maurus » Donnerstag 11. Oktober 2007, 14:35

ar26 hat geschrieben:Der Papst ist ganz so frei in seiner Amtsausübung auch nicht. Er ist an das göttliche Recht gebunden und an die Überlieferung. Natürlich ist es zuforderst seine Aufgabe, zu bestimmen, wo die Grenzen des genannten sind.
Wo auch immer diese Grenzen liegen - eine Rechtfertigungspflicht göttlichen Rechts gegenüber Laien und Priessterbruderschaften gehört sicher nicht dazu.
Ansonsten kommt der Papst bzw. die kirchliche Autorität an der normativen Kraft des faktischen, nämlich an der Frage nach dem Warum einer Totalrevision aller liturgischen Bücher nicht vorbei. Wenn diejenigen Dinge, die vorher das zentrale und wichtigste im Leben des Gläubigen gewesen sind, plötzlich derart in Frage gestellt werden, dann ist es dem Zweifler nicht vorwerfbar, daß Zweifel in ihm hervorsteigen, die sein Herz, seinen Verstand und sein Gewissen eine Antwort erwarten lassen. Dies gilt im übrigen heute, wo wir, dem Hl. Vater sei Dank, eine Gegenüberstellung von alt und neu haben, ebenso.
In diesem Zusammenhang stellt sich aber auch die Frage, wie all das praktisch über Nacht verschwinden konnte. Wie Priester, die noch gestern die alte Messe zelebrierten auf einmal zu deren Verächtern wurden.
Die Totalrevision ist mir auch schleierhaft, die Zelebrationsrichtung und die Muttersprache aber ergeben sich aus dem, was sich in der liturgischen Bewegung seit Anfang des 20 Jh. abgespielt hat. Ob man das für gut oder schlecht hält ist in diesem Fall gar kein Thema.
Im übrigen waren meine Fragen nicht dazu gedacht, die Unwürdigkeit des neuen Missale zu beweisen. Ein derartiges Beweisansinnen hab ich gar nicht. Ich erwarte lediglich, daß man den Wunsch der Gläubigen respektiert, die sich vollständig an das alte Missale gebunden fühlen, auch außschließlich mit diesem zu leben.
Das erwarte ich allerdings auch. Denn alles andere ist auch kein sehr christliches Verhalten.

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Beitrag von holzi » Donnerstag 11. Oktober 2007, 15:06

Bericht zu Messen im Alten Stil in Regensburg:

Gestern abend (10.10.) war die erste der künftig wohl regelmäßig stattfindenden Werktagsmessen, in der wunderschönen Rokokokapelle Maria Schnee im ehemaligen Kath. Waisenhaus. (ein wahres Kleinod - aber eigentlich nahezu unbekannt!) Der Gottesdienst um 17:00 Uhr (vorher Rosenkranz) war mit geschätzten gut 40 Personen m.E. sehr gut besucht, etliche Besucher mussten stehen. Das Alter der Besucher war recht bunt gemischt, etliche ältere Leute, aber auch viele jüngere (20-30 Jahre). Wenn man bedenkt, dass hier fast nur reine Mundpropaganda am Werk war, finde ich das eine recht stattliche Zahl. Sollte sich dieses Niveau dauerhaft stabilisieren, müsste vermutlich eine etwas größere Kirche gesucht werden. Ich bemerkte auch, dass die beiden Ministranten noch etwas ungelenk zu Werke gingen, aber mit einiger Übung wird auch hier Routine einziehen, es war ja noch kaum Gelegenheit, viel zu üben.
Alles in allem ein hoffnungsvoller Beginn. Wir müssen zwar noch auch Sonntagsmessen warten, aber auch eine Werktagsmesse im Alten Stil war früher (vor Summorum Pontificum) hier undenkbar.
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Beitrag von ottaviani » Donnerstag 11. Oktober 2007, 15:12

ich darf dir verraten auch die sonntagsmesse kommt bals es ist nur noch die frage wo

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Beitrag von holzi » Donnerstag 11. Oktober 2007, 15:16

ottaviani hat geschrieben:ich darf dir verraten auch die sonntagsmesse kommt bals es ist nur noch die frage wo
Soweit ich weiss, entweder in St. Johann oder der Alten Kapelle. In Hl. Kreuz wäre es auch superschön, aber die Schwestern wollen keinen Alleingang ohne ihre Ordensoberen machen. Die Messen dort sind eh schon eher klassisch ad orientem gehalten, mit Gregorianik der Schwesternschola und viel Latein, da merkt kaum noch einer den Unterschied zum Alten Ritus.
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Beitrag von ottaviani » Donnerstag 11. Oktober 2007, 15:27

wobei nach dem MP währe das kein Problem wenn das die Schwestern allein machen MP Artikel 3

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Beitrag von holzi » Donnerstag 11. Oktober 2007, 15:30

ottaviani hat geschrieben:wobei nach dem MP währe das kein Problem wenn das die Schwestern allein machen MP Artikel 3
Rechtlich nicht, aber sie wollen keinen Alleingang machen. Interessant wäre da viel eher der alten Dominikanische Ritus - aber den kann kaum noch jemand.
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