Ausnahmezustand: http://de.wikipedia.org/wiki/Ausnahmezustand_%28Film%29Nassos hat geschrieben:och, ich fand den Film mit Denzel Washington und Bruce Willis (FBI gegen US Army) recht gut, vor allem ab “Fuck you, Bureau“.
Wie heißt denn nochmal dieser Film?
Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
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Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Kritisiert wird daß Putin sich ein drittes Mal zum Präsident hat wählen lassen. Nach der russischen Verfassung war das rechtmäßig. Was also sollte die ROK dagegen einzuwenden haben? Es gibt keine kirchlichen Regeln darüber wie ein Staatsoberhaupt zu bestimmen ist. Wer darin ein Defizit sieht, der mag vorbringen, wie die Sozialdoktrin der ROK zu erweitern wäre. Nach meinem Dafürhalten würde eine solche Erweiterung zwangsläufig bedeuten, daß sich die Kirche in genuin staatliche Belange einmischt. Hier der Abschnitt in der Sozialdoktrin, in der solchen Vorstellungen eine Absage erteilt wird (letzter Satz):Kirchenjahr hat geschrieben:Ach so, ich vergaß, die USA sind der beste, tollste, schönste Rechtstaat der Welt, wo alles gut ist und Mr. President ein Held.Haiduk hat geschrieben:Die Nominierungsparteitage in den USA sehen doch nicht anders aus.
Die gegenwärtigen Demokratien, unter ihnen auch die mit monarchischen Formen, bedürfen nicht der göttlichen Sanktionierung der Macht. Sie sind eine Erscheinungsform der Macht in der säkularen Gesellschaft, die das Recht jedes mündigen Bürgers auf Willensäußerung auf dem Weg von Wahlen voraussetzt.
Eine Änderung der Herrschaftsform zugunsten einer tieferen religiösen Verwurzelung würde ohne die Vergeistigung der Gesellschaft unweigerlich in Betrug und Heuchelei ausarten, darüber hinaus zur Schwächung dieser Form sowie ihrer Herabwürdigung in den Augen der Menschen führen. Dennoch sollte die Möglichkeit einer solchen geistigen Wiedergeburt der Gesellschaft, infolge derer die religiös höhere Form des Staatsaufbaus als natürlich erachtet wird, nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Unter den Bedingungen der Knechtschaft jedoch rät der Apostel Paulus: „auch wenn du frei werden kannst, lebe lieber als Sklave weiter“ (1 Kor 7.21). Gleichzeitig soll die Kirche ihre Aufmerksamkeit nicht vornehmlich auf die äußerliche Organisation der Gesellschaft, sondern auf den Zustand der Herzen ihrer Mitglieder richten. Vor diesem Hintergrund erachtet die Kirche sich nicht als zuständig, Änderungen an der Herrschaftsform vorzunehmen; in gleicher Richtung ist das Bischöfliche Konzil der Russischen Orthodoxen Kirche von 1994 zu verstehen, das die gesunde kirchliche Position hervorhob, „keinem bestimmten Staatsaufbau sowie keiner der bestehenden politischen Doktrinen den Vorrang einzuräumen“.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)
Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Hier ein Satz aus der Sozialdoktrin der ROK, den man auf die umstrittene Äußerung des Patriarchen anwenden kann:

Gesagt hatte der Patriarch dies:Untersagt ist die Teilnahme der Kirchenleitung und der Geistlichen, folglich auch der ganzen Kirche in ihrer Vollkommenheit, an der Tätigkeit politischer Organisationen, an Wahlaktionen wie etwa öffentlicher Unterstützung an Wahlen beteiligter politischer Gruppierungen oder einzelner Kandidaten, an Wahlkampfwerbung usw.
Wenn man das als Unterstützung liest, dann hat Patriarch Kyrill mit dieser Aussage gegen die Sozialdoktrin verstoßenWas waren die 2000er Jahre denn? Durch ein Wunder Gottes, mit aktiver Beteiligung der Führung des Landes, schafften wir es dieser furchtbaren systemischen Krise zu entkommen. … Als Patriarch, der nur die Wahrheit sagen darf, sollte ich mich nicht von politischen Situation oder Propaganda beeindrucken lassen sondern offen sagen, daß Sie persönlich (=d.h. Putin) eine entscheidende Rolle dabei spielten die verfahrene Situation in unserer Geschichte zu korrigieren.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)
Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Hier noch eine andere Aussage des Patriarchen vom gleichen Treffen am 8. Februar im Danilow-Kloster:
Der Patriarch hat sich durchaus nicht eindeutig für Putin ausgesprochen. Ihn ins Danilow-Kloster einzuladen hat aber Symbolgehalt."It doesn't mean that all of us agree with Your every step, with everything that's going on in the country. We have critical points of view and I speak about it publicly, never restricting myself," he said.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)
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Kirchenjahr
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Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
@ Haiduk
Also ich habe nich kritisiert, dass sich Putin für eine dritte Amtszeit hat wählen lassen. Meine Bedenken richteten sich in meinem Post auf die Art und Weise seiner politischen Bühne zur Erreichung dieses Ziels. Meine Sorge galt dem russischen Volk, dessen auserwählten Führer ein gewogenen Durchschnittsbild eines Parteitags zwischen Nordkorea und den USA abgaben. Ob der kommunistischen Vergangenheit wiegt B. Brechts Zitat um so schwerer : „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat!“ .
Wozu sollte es kirchliche Regeln geben, wie ein Staatsoberhaupt zu bestimmen ist? Die Kirche bestimmt ja auch nicht, wie der Einfuhrbeleg für grün lackierte Wellblechdächer nach Usbekistan auszusehen hat.
Die Sozialdoktrion ist kein Superdogma der ROK, insbesondere wenn es darum geht, Wahlempfehlungen zu geben. Von daher wäre auch ein etwaiger Verstoß des Patriarchen gegen die Sozaildoktionzu verschmerzen, und zwar auch dann, wenn er aus Klugheit lieber geschwiegen hätte. Wenn die Sozialdoktrion den Apostel Paulus zitiert, dann liegt sie ohne Zweifel richtig.
Wer Symphonie mit dem Reich sucht, der sollte in Anbetraht des Untergangs des Reichs im ersten Jahrtausend und den Erfahrungen im zweiten Jahrtausend (http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_M%C ... heologe%29) besondere Vorsicht walten lassen.
Also ich habe nich kritisiert, dass sich Putin für eine dritte Amtszeit hat wählen lassen. Meine Bedenken richteten sich in meinem Post auf die Art und Weise seiner politischen Bühne zur Erreichung dieses Ziels. Meine Sorge galt dem russischen Volk, dessen auserwählten Führer ein gewogenen Durchschnittsbild eines Parteitags zwischen Nordkorea und den USA abgaben. Ob der kommunistischen Vergangenheit wiegt B. Brechts Zitat um so schwerer : „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat!“ .
Wozu sollte es kirchliche Regeln geben, wie ein Staatsoberhaupt zu bestimmen ist? Die Kirche bestimmt ja auch nicht, wie der Einfuhrbeleg für grün lackierte Wellblechdächer nach Usbekistan auszusehen hat.
Die Sozialdoktrion ist kein Superdogma der ROK, insbesondere wenn es darum geht, Wahlempfehlungen zu geben. Von daher wäre auch ein etwaiger Verstoß des Patriarchen gegen die Sozaildoktionzu verschmerzen, und zwar auch dann, wenn er aus Klugheit lieber geschwiegen hätte. Wenn die Sozialdoktrion den Apostel Paulus zitiert, dann liegt sie ohne Zweifel richtig.
Wer Symphonie mit dem Reich sucht, der sollte in Anbetraht des Untergangs des Reichs im ersten Jahrtausend und den Erfahrungen im zweiten Jahrtausend (http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_M%C ... heologe%29) besondere Vorsicht walten lassen.
Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Wie Putin oder irgendwer anderes seinen Wahlkampf macht ist aus kirchlicher Sicht nicht von Interesse.Kirchenjahr hat geschrieben:@ Haiduk
Also ich habe nich kritisiert, dass sich Putin für eine dritte Amtszeit hat wählen lassen. Meine Bedenken richteten sich in meinem Post auf die Art und Weise seiner politischen Bühne zur Erreichung dieses Ziels. Meine Sorge galt dem russischen Volk, dessen auserwählten Führer ein gewogenen Durchschnittsbild eines Parteitags zwischen Nordkorea und den USA abgaben. Ob der kommunistischen Vergangenheit wiegt B. Brechts Zitat um so schwerer : „Unglücklich das Land, das Helden nötig hat!“ .
Wozu sollte es kirchliche Regeln geben, wie ein Staatsoberhaupt zu bestimmen ist? Die Kirche bestimmt ja auch nicht, wie der Einfuhrbeleg für grün lackierte Wellblechdächer nach Usbekistan auszusehen hat.
Die Sozialdoktrion ist kein Superdogma der ROK, insbesondere wenn es darum geht, Wahlempfehlungen zu geben. Von daher wäre auch ein etwaiger Verstoß des Patriarchen gegen die Sozaildoktionzu verschmerzen, und zwar auch dann, wenn er aus Klugheit lieber geschwiegen hätte. Wenn die Sozialdoktrion den Apostel Paulus zitiert, dann liegt sie ohne Zweifel richtig.
Wer Symphonie mit dem Reich sucht, der sollte in Anbetraht des Untergangs des Reichs im ersten Jahrtausend und den Erfahrungen im zweiten Jahrtausend (http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_M%C ... heologe%29) besondere Vorsicht walten lassen.
Wenn aber in der ROK-Sozialdoktrin steht, daß die Teilnahme der Kirchenleitung an Wahlaktionen einzelner Kandidaten untersagt ist und das vom Patriarchen beim Treffen im Danilow-Kloster Gesagte zu einer Kontroverse in Russland führte, dann tendiere ich doch dazu den Kritikern des Patriarchen an dem Punkt recht zu geben.
(Die ROK-Sozialdoktrin definiert schließlich wie das Ideal der Symphonia konkret umzusetzen ist. Ich kann mich schlecht für die Symphonia aussprechen und dann meine eigenen Regeln mißachten. Die Idee würde damit diskreditiert.)
Das Problem ist nur, daß "Unterstützung eines Kandidaten" ein ziemlich unbestimmter Begriff ist. Was der Patriarch sagte, bezog sich allein auf die Vergangenheit und war so gesehen auch keine Wahlempfehlung. Von einer Unterstützung Putins kann nur die Rede sein, wenn man die von den Medien transportierte Symbolik des Treffens mit einbezieht. Wenn man das aber macht könnte man diese Vorgabe in der Sozialdoktrin so weit auslegen, daß öffentliche Treffen des Patriarchen mit einem Bewerber während des Wahlkampfes ganz zu unterbleiben hätten. Das wirft dann wieder das Problem auf, daß sich der Beginn eines Wahlkampf schlecht terminieren läßt.
Wenn man es gar zu weit auslegt, dann käme dabei wahrscheinlich heraus, daß man den Patriarchen fast gar nicht mehr bei Treffen mit Politikern sieht. Vielleicht wäre das richtig?
Oder es hätte auch Treffen mit den vier anderen Präsidentschaftskandiaten geben müssen.
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Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)
Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Men in Black.....me thinksNassos hat geschrieben: Wie heißt denn nochmal dieser Film?
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Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Dieses.Haiduk hat geschrieben: Oder es hätte auch Treffen mit den vier anderen Präsidentschaftskandiaten geben müssen.
Orthodoxer. Physikdidaktiker. Rollenspieler. Liberaler. Konservativer. Modernist. Ökumenist.
Alles Titel, mit denen man mich bedenken kann, die deswegen mich trotzdem nicht gänzlich beschreiben.
Alles Titel, mit denen man mich bedenken kann, die deswegen mich trotzdem nicht gänzlich beschreiben.
Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Besser mit gar keinem.Jeremias hat geschrieben:Dieses.Haiduk hat geschrieben: Oder es hätte auch Treffen mit den vier anderen Präsidentschaftskandiaten geben müssen.
Putin hätte nicht bei dem Treffen am 8. Februar im Danilow-Kloster dabei sein sollen. Der Patriarch und die Vertreter der anderen Religionen hätten dann immer noch über die Schreihälse der Opposition reden können. Darum ging es ja auch:
Es ist überhaupt kein Problem, wenn sich der Patriarch und die Vertreter der anderen Religionen zum Verlauf des Wahlkampfes äußern und die Medien das dann zur besten Sendezeit bringen. Es sollte nur halt nicht so sein, daß man dem Patriarchen die Unterstützung eines Kandidaten vorwerfen kann.Kirill called opposition demands to "ear-piercing shrieks" and said the protesters represented a minority of Russians. He said Western consumer culture was admired by many of Putin's opponents and was a major threat to Russia.
"The majority, I assure you, are those who agree with what I am saying," Kirill said.
Kirill's speech was echoed by leaders of other faiths.
"You had it right, the fact that they (opposition protests) took place on Saturday suggests that it was not a Jewish business," Russia's chief rabbi, Berel Lazar, told Putin.
"We joked in the synagogue that it would have been better to come for a prayer on that day."
The gathering was also attended by four muftis from predominantly Muslim Russian regions, a Buddhist lama, an Armenian bishop and representatives of Roman Catholics and other Christian churches.
"Muslims know you, Muslims trust you, Muslims are wishing you success," said mufti Ravil Gainutdin. Mufti Ismail Berdiyev from the turbulent North Caucasus added: "You are the only person who has shown the United States its place."
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Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Interessante Allegorie. Die Außerirdischen sind die Häretiker, die MiB (wie [Punkt]) die Verteidiger des rechten Glaubens....Joseph hat geschrieben:Men in Black.....me thinksNassos hat geschrieben: Wie heißt denn nochmal dieser Film?
HeGe hat den Film richtig benannt. Der Originaltitel ist The Siege.
Ich glaube; hilf meinem Unglauben
Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Gehe ich recht in der Annahme, dass sich in Russland eine Regierung zu Beginn ihrer Amtszeit den Segen bekommt?
Ich glaube; hilf meinem Unglauben
Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
Hier die Nachricht vom 7. Mai 2012, dem Tag der Übernahme des Präsidentenamtes durch Putin.Nassos hat geschrieben:Gehe ich recht in der Annahme, dass sich in Russland eine Regierung zu Beginn ihrer Amtszeit den Segen bekommt?

Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)
Re: Orthodoxe Kirche und Staatsoberhäupter
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