Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Bezüglich der Beine…eine Chrysostomus-Liturgie mit 15 Minuten* Stundengebet davor können meine römisch-katholischen Beine ausstehen. Aber für eine Vigil mit 12 Lesungen müßte ich mir wohl einen Rolator besorgen.
*Das will nicht heißen, daß das ganze Stundengebet nur 15 Minuten dauerte, aber das war der Zeitpunkt, zu dem ich gekommen bin…
*Das will nicht heißen, daß das ganze Stundengebet nur 15 Minuten dauerte, aber das war der Zeitpunkt, zu dem ich gekommen bin…
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Stimmt, wenn ich bei uns vor der Liturgie das Stundengebet lesen, sind es auf jeden Fall mehr als 15 Minutenanneke6 hat geschrieben: *Das will nicht heißen, daß das ganze Stundengebet nur 15 Minuten dauerte, aber das war der Zeitpunkt, zu dem ich gekommen bin…
- Nietenolaf
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Kommt natürlich drauf an, welche Stunden Du vor der Liturgie liest. Ich kenne 'ne Gemeinde, die fangen früh halb Zehn mit der 1. an! Ansonsten sind 15 Minuten für die 3. und 6. ein flottes, aber machbares Tempo. Knapp 20 Minuten ist dafür m.E. normal. Solange, wie die eigentliche Proskomidie (nur die Gabenbereitung) eben dauert.Ilija hat geschrieben:Stimmt, wenn ich bei uns vor der Liturgie das Stundengebet lesen, sind es auf jeden Fall mehr als 15 Minuten
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- Sebastian
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Ich komme auf ca. 25 Minuten vor der Liturgie für 3 und 6 Stunde.Nietenolaf hat geschrieben:Kommt natürlich drauf an, welche Stunden Du vor der Liturgie liest. Ich kenne 'ne Gemeinde, die fangen früh halb Zehn mit der 1. an! Ansonsten sind 15 Minuten für die 3. und 6. ein flottes, aber machbares Tempo. Knapp 20 Minuten ist dafür m.E. normal. Solange, wie die eigentliche Proskomidie (nur die Gabenbereitung) eben dauert.Ilija hat geschrieben:Stimmt, wenn ich bei uns vor der Liturgie das Stundengebet lesen, sind es auf jeden Fall mehr als 15 Minuten
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
ich bin noch nie auf den Gedanken gekommen, in der Liturgie irgendwelche "Abschnitte" zeitlich zu erfassen. (Ich finde das irgendwie unziemlich, aber ist nur meine Meinung). Ich erinnere mich da an einen Beitrag mit Milli- oder Nanosekunden.... 
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Das kann man jetzt zurecht als "römische Seuche" bezeichnen: eine Predigt darf nicht länger als 10 Minuten, eine Andacht nicht länger als 30 Minuten, eine Messe nicht länger als 60 Minuten dauern. Sonst läuft die Gemeinde hinterher Amok. Es braucht Jahre, um dieses Zeitraster zu durchbrechen. Einer "meiner" Kapläne hier hat es nach drei Jahren etwas geschafft. Aber ein paar ältere Leute gehen dennoch demonstrativ nach 60 Minuten raus, weil das Mittagessen pünktlich auf den Tisch gehört...Nassos hat geschrieben:ich bin noch nie auf den Gedanken gekommen, in der Liturgie irgendwelche "Abschnitte" zeitlich zu erfassen. (Ich finde das irgendwie unziemlich, aber ist nur meine Meinung). Ich erinnere mich da an einen Beitrag mit Milli- oder Nanosekunden....
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Soviel dürfte es auch hier sein…die Dame, die die Stunden liest, ist ziemlich flott — wenn man der Liturgiesprache kaum mächtig ist, kommt man nicht mehr mit. Lediglich das Magnifikat habe ich heraushören könnnen. Und das ist für Römer eigentlich immer verwirrend, da es bei uns zum Abendgebet gehört…Sebastian hat geschrieben:Ich komme auf ca. 25 Minuten vor der Liturgie für 3 und 6 Stunde.Nietenolaf hat geschrieben:Kommt natürlich drauf an, welche Stunden Du vor der Liturgie liest. Ich kenne 'ne Gemeinde, die fangen früh halb Zehn mit der 1. an! Ansonsten sind 15 Minuten für die 3. und 6. ein flottes, aber machbares Tempo. Knapp 20 Minuten ist dafür m.E. normal. Solange, wie die eigentliche Proskomidie (nur die Gabenbereitung) eben dauert.Ilija hat geschrieben:Stimmt, wenn ich bei uns vor der Liturgie das Stundengebet lesen, sind es auf jeden Fall mehr als 15 Minuten
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- Sebastian
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Um 12.00 sind die Kartoffeln wohl am heißesten ...cantus planus hat geschrieben:Aber ein paar ältere Leute gehen dennoch demonstrativ nach 60 Minuten raus, weil das Mittagessen pünktlich auf den Tisch gehört...
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Genau.Sebastian hat geschrieben:Um 12.00 sind die Kartoffeln wohl am heißesten ...cantus planus hat geschrieben:Aber ein paar ältere Leute gehen dennoch demonstrativ nach 60 Minuten raus, weil das Mittagessen pünktlich auf den Tisch gehört...

Das Schärfste habe ich letztes Jahr bei der Firmung erlebt: hinten in der Kirche saß ein älterer Herr, und nahm still und aufmerksam an der Messe teil. Plötzlich - Punkt 12 Uhr! - kam seine Frau in die Kirche geschossen, stauchte ihn mitten unter der Kommunion zusammen und schleppte ihn mit sich nach Hause.
Hier dürften zwei Fragen klar beantwortet worden sein: 1.) wer daheim die Hosen anhat, und 2.) was am Sonntag das Wichtigste ist...
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- Sebastian
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Ne, aber ich weis, wann ich anfange und, wann ich aufhöre ... Es kann dann auch mal ein, zwei Minuten mehr seinNassos hat geschrieben:ich bin noch nie auf den Gedanken gekommen, in der Liturgie irgendwelche "Abschnitte" zeitlich zu erfassen.
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Das hat bei uns aber System: Wenn der Ruf "In Frieden laßt uns hinausgehen!" erschallt, weiß man, daß die Liturgie noch gute 10-15 Minuten dauert. Tja.Sebastian hat geschrieben:Unser Priester sagt meistens: "ich mach schon gleich Schluss" um dann noch eine 15 Stunde weiter zu predigen.
Zu den Stundenlesungen vor der Liturgie: die Troparien machen ja nun wirklich nicht den Zeitunterschied. Zeit raffen oder dehnen kann man einzig während der Rezitation der Psalmen. Wenn überdies die Stunden "fertig" sind, die Proskomidie aber noch läuft, wird einfach die 6. Stunde von vorn gelesen, bis man merkt, daß die Gabenbereitung vorbei ist (also z.B. der Diakon vor die Königspforte tritt usw.).
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Äh... und das ist liturgisch sinnvoll? (Ich meine diese Frage nicht provokativ!)
Wird dann das Gleiche nochmal gebetet? Kann mir das jemand erklären?
Wird dann das Gleiche nochmal gebetet? Kann mir das jemand erklären?
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Das kann passieren, ich musste sogar schon einmal die Apostellesung (Während der Liturgie) wiederholen, weil erstens der Apostolos sehr kurz war und zweitens unser Priester mit dem "beweihräuchern" des Kirchenschifs noch nicht fertig warcantus planus hat geschrieben:Äh... und das ist liturgisch sinnvoll? (Ich meine diese Frage nicht provokativ!)
Wird dann das Gleiche nochmal gebetet? Kann mir das jemand erklären?
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Nicht unbedingt, aber es ist die Praxis. Die Alternative wäre nämlich Schweigen im Walde und daraus resultierend Gespräche, Abgelenktsein und Zerstreuung der Gemeinde.cantus planus hat geschrieben:Äh... und das ist liturgisch sinnvoll?
Konkretes Beispiel: der Bischof reist an. Er wird gleich eintreffen! Wir beginnen mit dem Stundengebet, und als es fertig ist, erfahren wir, daß er irgendwo im Stau steckt oder sich verfahren hat. Tja, was macht man nun. Es ist da relativ frei, entweder den Psalter (Kathismen) zu beten oder die (eigentlich zum "privaten" Gottesdienst gehörenden) Gebete vor der Kommunion. Bei überschaubar kurzen Verzögerungen (Gabenbereitung oder Beweihräucherung der Kirche noch im Gange) geht aber eben auch eine Wiederholung der 6. Stunde. Idealerweise setzt direkt nach dem letzten "Amen" des Lektors der Ruf des Diakon ein: "Segne, Gebieter!" und die Liturgie beginnt. Von außen betrachtet ist's auch immer so. Nur manche merken nicht, daß der Lektor hier schon "Brücken gebaut" hat, um die Kontinuität des Gebets nicht zu unterbrechen.
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Ich weis, daher doch der Zwincker und die - eher ironisch zu verstehenden - 1 bis 2 Minuten ...Nietenolaf hat geschrieben:Zu den Stundenlesungen vor der Liturgie: die Troparien machen ja nun wirklich nicht den Zeitunterschied. Zeit raffen oder dehnen kann man einzig während der Rezitation der Psalmen.
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Unsere Pfarrei ist nun "erwachsen" geworden. Seit Mai dieses Jahr beginnen wir am Sonntag um 9:30 Uhr mit den Matins und so um 10:10 in die Liturgie überzugehen. Das geht normal so bis um oder kurz vor 12:00. Sollte eine Taufe (Babies, alle anderen, meistens Erwachsenentaufen finden entweder an Pas'cha oder vor Weihnachten statt), Aufnahme in das Katechumenate (wir haben z.Z. 8 Katechumen) oder ähnliches dazukommen, sind wir so um 12:30 fertig und stürmen den Lunchroom wo das Mittagessen bereit steht und was noch wichtiger ist, der Kaffee....
BTW: mein computer ist gefixt.... ein Java update screwed up everything.
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Sieht so aus, als ob man durchaus rechtzeitig zum Mittagessen fertig sein kann, wenn man früh genug anfängt…
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Hast Du schon mal einen Meute von Orthodoxen NACH der Liturgie erlebt? Sie haben alle leere Mägen und das seit mindestens Mitternacht davor.... smarte Priester wissen [Punkt]anneke6 hat geschrieben:Sieht so aus, als ob man durchaus rechtzeitig zum Mittagessen fertig sein kann, wenn man früh genug anfängt…
Gruß
Joseph
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Re: Besucherverhalten in orthodoxen Kirchen
Eine Meute habe ich nie gesehen, die orthodoxe Gemeinde ist hier nicht groß. Aber…es gibt auch römische Katholiken, die das traditionelle eucharistische Fasten betreiben…ich gehe sonntags grundsätzlich immer mit leerem Magen in die Kirche, also weiß ich, was der "Hunger danach" bedeutet.
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