1) lat. kath. Kirche und der Orthodoxie
2) unierten Ostkirchen und der Orthodoxie
Ich meine hier theologische Gründe (im weitesten Sinne)
Lustig, ich wollte gerade genau dieselbe Frage stellen. Mir faellt auf, dass zB auf EWTN man so redet, als ob es zwischen katholisch und orthodox im Prinzip keinen UNterschied gibt...Juergen hat geschrieben:Was sind die heute noch bestehenden Trennungsgründe zwischen
1) lat. kath. Kirche und der Orthodoxie
2) unierten Ostkirchen und der Orthodoxie
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Ich meine hier theologische Gründe (im weitesten Sinne)
Dann vielleicht doch eher eine "deutsch-heterodoxe Kirche". Das könnte man viiiiiieel schneller realisieren.Stefan hat geschrieben:Was halten denn eigentlich Katholiken davon, wenn sich ihre Kirche als autokephale Kirche von Rom und des Ganzen Abendlandes der Orthodoxie anschließt ?
-> Sozusagen römisch-orthodox, nur zum schonmal dran gewöhnen...
Das halte ich für das geringere Problem.Cicero hat geschrieben:3. Die Frage des gesäuerten oder ungesäuerten Brotes.
*Folgende Antwort von Nietenolfas steht im Original im abgesplitteten Filioque-Thread (Jürgen)*Juergen hat geschrieben:Das halte ich für das geringere Problem.Cicero hat geschrieben:3. Die Frage des gesäuerten oder ungesäuerten Brotes.
Die unierten Ostkirchen verwenden auch gesäuertes Brot. Von westlicher Seite also kein Problem. Da hat man schon früh gesagt, daß beides möglich ist (aus westlicher Sicht).
Verurteilt denn der Osten den Westen, weil der Westen ungesäuertes Brot verwendet?
Nietenolaf hat geschrieben: Das tat noch der Hl. Patriarch Photios im 9. Jahrhundert. Trotzdem ist das vergleichsweise nur eine Kleinigkeit (im Jahr 1073 veröffentlichte der damalige Kiewer Metropolit Georgios ein theologisches Traktat, in dem er nicht weniger als 70 Verirrungen der Lateiner aufzählte).
Es gibt kein Dogma über das Brot, ob gesäuert oder ungesäuert. Es gibt aber eine Tradition, bzw. gibt es diesbezüglich deren zwei.
Dort finden sich auch eine Reihe von Literaturangaben, die ich gerne hier weitergeben möchte (falls wer Lust und Zeit hat, sich mit dem Thema oder besser den Themen ausführlich zu beschäftigen):Kunzler in [i]Archieratikon[/i] S. 69f. hat geschrieben:...Es waren im Grunde theologische Kleinigkeiten, "Adiaphora" (Dinge, deretwegen man sich eigentlich nicht streiten müßte, wie über den unterschiedlichen Gebrauch gesäuerten und ungesäuerten Brotes in der Eucharistiefeier, über Priesterehe oder Zölibat aller Geistlichen, über Fastenvorschriften o.ä.), die langsam zu entscheidenden Fragen der Rechtgläubigkeit, der "Orthodoxie", hochstilisiert wurden und im 9. Jahrhundert unter dem Patriarchen Photios zu einer ersten Kirchenspaltung, zu einem "Schisma", führten, dessen wahre Ursachen aber rein machtpolitischer Natur waren.
Erst als die lateinische Kirche in das Glaubensbekenntnis die Lehre über den Heiligen Geist einfügte, "der vom Vater und dem Sohn ausgeht", katte man in Konstantinopel einen vermeintlich dogmatischen Grund, den Abendländern die Rechtgläubigkeit abzusprechen. Man befürchtete, das Abendland trage eine andere Dreifaltigkeitslehre vor als die für die gesamte Kirche verbindliche Tradition; insbesondere liefen die Anschauungen über den Heiligen Geist auf eine Minderstellung der dritten trinitarischen Person hinaus, die mit seiner wahren Gottheit nicht zu vereinbaren sei. Aber schon auf den Verhandlungen des Konzils von Ferrara-Florenz waren die Gespräche über das "filioque" eher von gegenseitigen Mißverständnissen bestimmt als von wirklichem Dialog. Im Gegensatz zu früher ist das "filioque" heute ein Thema des ökumenischen Dialogs, das durchaus Chancen eines fruchtbaren Gesprächs in sich trägt.
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Die Vorwürfe der Griechen gegen die Lateiner sind im Grunde bis heute die gleichen, wobei natürlich in der Gegenwart, besonders nach der Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit auf dem 1. Vatikanum 1870, die Frage des päpstlichen Primats ebenso im Mittelpunkt steht wie die Frage nach dem Heiligen Geist.
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Könnte die orthodoxe Seite vielleicht zunächst einmal eine zeitliche Grenze definieren?holzi hat geschrieben:Ich möchte dann mal "meine" Heiligen mit Lokalbezug nennen:
- das Kaiserpaar Heinrich II (+1024) und Kunigunde (+1033)
- der Hl. Bischof Wolfgang (+994)
Die Hl. Missionsbischöfe Erhard (+715) und Emmeram (+652) könnte man selbstverständlich auch mitzählen, sie stammen aber aus Südfrankreich. Dann auch noch die nicht ganz so bekannten Bischöfe und Äbte Gaubald, Ramwold, Tuto, die Hl. Königin Hemma etc. etc. etc.
Auch das ist eine schwierige Frage. Waren Franz von Assisi oder Katharina von Siena Häretiker?Alexej Veselov hat geschrieben:Schwieriges Thema. Einen eindeutigen Zeitpunkt kann man nicht setzen - es war ein Prozess und passierte nicht von heute auf morgen. Auch 1024 wurde damals noch nicht als das Datum verstanden, aber die Menschen brauchen halt immer ein bestimmtes Datum für ihr Denken (Schubladendenken macht auch nicht immer alles leicht).
Es geht auch bei der Frage nach der Annahme der Heiligen nicht um eine zeitliche Grenze, sondern um das Leben jedes einzelnen von ihnen - um die Richtigkeit ihres Glaubens und um ihre Taten.
Mach doch mal 'ne Analyse der Viten, wie Alexej vorgeschlagen hat. Bin gespannt, was dabei herauskommt.ad-fontes hat geschrieben:Auch das ist eine schwierige Frage. Waren Franz von Assisi oder Katharina von Siena Häretiker?
Nö. Da ist ja gar nichts Relevantes passiert.Nassos hat geschrieben:1054 gilt eigentlich nur als das offizielle Datum.
Abgesehen vom Kerfuffle in Hagia Sophia und im patriarchalen Palast ist nichts passiert.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Nö. Da ist ja gar nichts Relevantes passiert.Nassos hat geschrieben:1054 gilt eigentlich nur als das offizielle Datum.
„Offizielle“ Spaltungsdokumente, das heißt förmliche Untersagung jeder Sakramenten-Nassos hat geschrieben:Mag sein. Aber nochmal: ist es nicht das offizielle Datum?
Zwei Prälaten, ein östlicher und ein westlicher, haben einander exkommuniziert. Und?Joseph hat geschrieben:Abgesehen vom Kerfuffle in Hagia Sophia und im patriarchalen Palast ist nichts passiert.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Nö. Da ist ja gar nichts Relevantes passiert.Nassos hat geschrieben:1054 gilt eigentlich nur als das offizielle Datum.
Ruhig Leute,
weitergehen bitte, da gabs nix zu sehen....
weitergehen...
nur 'ne nichtssagende Nummer
nix Relevantes passiert
weitergehen bitte
Seit wann lehnen die Russen eigentlich die Sakramentengemeinschaft mit der RKK ab? ca. 1991?Robert Ketelhohn hat geschrieben:[ohne die sich ausdrücklich nicht anschließen-
den Russen]).
Lateiner (inkl. Protestanten) wurden bei den Russen höchst offiziell zwischen 1620 und 1667 neu getauft. Begründet wurde das durch die Verzerrung in der lat. Trinitätslehre und die Taufe durch "Begießen" (statt durch Untertauchen). Hintergrund ist aber auch (und vielleicht eher noch) die damalige Verfolgung der Orthodoxen durch die Lateiner in den "westrussischen" Gebieten gewesen. 1667 wurde die Wiedertaufe durch das Große Moskauer Konzil (1666/67) verboten und dieses Verbot später bestätigt.Robert Ketelhohn hat geschrieben:„Offizielle“ Spaltungsdokumente, das heißt förmliche Untersagung jeder Sakramenten-
gemeinschaft, datieren erst aus dem 18. Jht. (1729 römischerseits, 1750 oder 51 von
seiten der vier alten östlichen Patriarchen [ohne die sich ausdrücklich nicht anschließen-
den Russen]).
...und von allen Teilnehmern am Florentinischen Konzil hat nur St. Mark von Ephesus nicht unterschrieben. Und?Robert Ketelhohn hat geschrieben:Zwei Prälaten, ein östlicher und ein westlicher, haben einander exkommuniziert. Und?[/color]
Ich sehe den Bruch vielleicht auch nicht gleich 1054, aber 1204, das ist für mich deutlich genug.Joseph hat geschrieben:...und von allen Teilnehmern am Florentinischen Konzil hat nur St. Mark von Ephesus nicht unterschrieben. Und?Robert Ketelhohn hat geschrieben:Zwei Prälaten, ein östlicher und ein westlicher, haben einander exkommuniziert. Und?[/color]
...und von allen Bischöfen der Welt hat sich nur einer für unfehlbar erklärt. Und?
...und 1683 wurden die Türken vor Wien geschlagen. Und?
Was die Russen im 17. Jht. betrifft, hast du recht. In dieser Haltung standen sie damalsNietenolaf hat geschrieben:Lateiner (inkl. Protestanten) wurden bei den Russen höchst offiziell zwischen 1620 und 1667 neu getauft. Begründet wurde das durch die Verzerrung in der lat. Trinitätslehre und die Taufe durch "Begießen" (statt durch Untertauchen). Hintergrund ist aber auch (und vielleicht eher noch) die damalige Verfolgung der Orthodoxen durch die Lateiner in den "westrussischen" Gebieten gewesen. 1667 wurde die Wiedertaufe durch das Große Moskauer Konzil (1666/67) verboten und dieses Verbot später bestätigt.Robert Ketelhohn hat geschrieben:„Offizielle“ Spaltungsdokumente, das heißt förmliche Untersagung jeder Sakramenten-
gemeinschaft, datieren erst aus dem 18. Jht. (1729 römischerseits, 1750 oder 51 von
seiten der vier alten östlichen Patriarchen [ohne die sich ausdrücklich nicht anschließen-
den Russen]).
Man möchte meinen, in dieser Zeit wurde eine "Sakramentsgemeinschaft" ebenso ausgeschlossen.
Ich habe keine Quelle dafür, daß sich die Russen 1750/51 aus der offiziellen Kündigung der Sakramentsgemeinschaft heraushielten. Schaue ich mir die politischen Umstände dieser Zeit in Rußland an, könnte ich es aber verstehen. Die Russische Orthodoxe Kirche war in jenen Tagen quasi einem Minister unterstellt.
ich hatte gehört, dass Katholiken kein Myron verwenden bei der Salbung. Inwieweit stimmt das?Robert Ketelhohn hat geschrieben:ohne neuerliche Myronsalbung in die russische Kirche aufzunehmen seien.
Lieber Joseph, das Ereignis von 1054 bedeutete keine Kirchenspaltung und auch keineJoseph hat geschrieben:...und von allen Teilnehmern am Florentinischen Konzil hat nur St. Mark von Ephesus nicht unterschrieben. Und?Robert Ketelhohn hat geschrieben:Zwei Prälaten, ein östlicher und ein westlicher, haben einander exkommuniziert. Und?[/color]
...und von allen Bischöfen der Welt hat sich nur einer für unfehlbar erklärt. Und?
...und 1683 wurden die Türken vor Wien geschlagen. Und?
Das ist doch etwas anderes alsRobert Ketelhohn hat geschrieben:Lieber Joseph, das Ereignis von 1054 bedeutete keine Kirchenspaltung und auch keine
Aufhebung der Sakramentengemeinschaft. Sie wurde weder von den Zeitgenossen noch
auch Jahrhunderte später als „der Bruch“ empfunden.
Sie war tatsächlich ein Schritt unter vielen auf einem lange vorher (!) begonnenen Weg all-
mählicher Entfremdung, der schließlich in jenen von mir oben angedeuteten Beschlüssen
aus dem 18. Jht. gipfelte. Erst damals wurden tatsächlich die Türen definitiv (aber hoffent-
lich doch nicht endgültig) zugeschlagen.
Danke.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Nö. Da ist ja gar nichts Relevantes passiert.
Gar nicht. Wir nennen unser Myron im Deutschen Chrisam (‹ lat. chrisma ‹ gr. χρίσμα;Nassos hat geschrieben:ich hatte gehört, dass Katholiken kein Myron verwenden bei der Salbung. Inwieweit stimmt das?Robert Ketelhohn hat geschrieben:ohne neuerliche Myronsalbung in die russische Kirche aufzunehmen seien.
Robert, es geht darum, daß man sich auf ein geschichtliches Datum geeinigt hat, das ist 1054... Ansonsten kommt es dazu, daß es soviele Daten wie es Kirchenhistoriker gibt. Jeder hat sein eigenes privates Datum... eine vernünftige Debatte ist dann nicht mehr möglich.Robert Ketelhohn hat geschrieben:Lieber Joseph, das Ereignis von 1054 bedeutete keine Kirchenspaltung und auch keine
Aufhebung der Sakramentengemeinschaft. Sie wurde weder von den Zeitgenossen noch
auch Jahrhunderte später als „der Bruch“ empfunden.
Sie war tatsächlich ein Schritt unter vielen auf einem lange vorher (!) begonnenen Weg all-
mählicher Entfremdung, der schließlich in jenen von mir oben angedeuteten Beschlüssen
aus dem 18. Jht. gipfelte. Erst damals wurden tatsächlich die Türen definitiv (aber hoffent-
lich doch nicht endgültig) zugeschlagen.[/color]