Empfängnisverhütung
Verfasst: Samstag 23. Oktober 2010, 00:06
Concerning contraceptives and other forms of birth control, differing opinions exist within the Orthodox Church. In the past birth control was in general strongly condemned, but today a less strict view is coming to prevail, not only in the west but in traditional Orthodox countries. Many Orthodox theologians and spiritual fathers consider that the responsible use of contraception within marriage is not in itself sinful. In their view, the question of how many children a couple should have, and at what intervals, is best decided by the partners themselves, according to the guidance of their own consciences
Patriarch Athenagoras pflichtete der Enzyklika "Humanae Vitae" öffentlich bei. Sein aktueller Nachfolger überläßt die Entscheidung den Ehepaaren. Kein großer Freund von Empfängnisverhütung ist Hilarion (Alfeyev) — selbst NFP sieht er kritisch.Artificial methods of birth control are forbidden in the Orthodox Church.
ad-fontes hat geschrieben:Angeregt durch diesen Beitrag:
Was sagt die Orthodoxie zur Empfängnisverhütung?
Ist das jetzt deine Privatmeinung oder die orthodoxe Lehrmeinung?Deo iuvante hat geschrieben:Abgesehen davon das es gegen Gottes willen ist (wie an anderer Stelle ja dargelegt wurde), ist die Pille, als am meisten verwendetes Verhütungsmittel, alles andere als Hamlos. Studien belegen allein in Deutschland 10.000 Krebserkrankungen welche sich auf die Pille zurückführen lassen. Und das Hormombomben für den Körper allgemein unschädlich sein sollen kann ich auch nicht so recht glauben.
Weiter gehts damit das wer keine Verantwortung für Kinder übernehmen möchte auch keinen Sex braucht. Wer keien Verantwortung für eventuelle Unfälle übernehmen möchte fährt ja auch nicht Auto und wer nicht gerne für andere Verantwrtung trägt wird ja auch nicht Abteilungsleiter, (Unter-)Offizier usw.
Das aus der gelebten Sexualität auch einer Verantwortung erwächst ist tatsächlich Lehrmeinung. Für alles was Gott uns gibt müssen wir einst Rechenschaft ablegen was wir damit/daraus gemacht haben.Mary hat geschrieben:Ist das jetzt deine Privatmeinung oder die orthodoxe Lehrmeinung?Deo iuvante hat geschrieben:Abgesehen davon das es gegen Gottes willen ist (wie an anderer Stelle ja dargelegt wurde), ist die Pille, als am meisten verwendetes Verhütungsmittel, alles andere als Hamlos. Studien belegen allein in Deutschland 10.000 Krebserkrankungen welche sich auf die Pille zurückführen lassen. Und das Hormombomben für den Körper allgemein unschädlich sein sollen kann ich auch nicht so recht glauben.
Weiter gehts damit das wer keine Verantwortung für Kinder übernehmen möchte auch keinen Sex braucht. Wer keien Verantwortung für eventuelle Unfälle übernehmen möchte fährt ja auch nicht Auto und wer nicht gerne für andere Verantwrtung trägt wird ja auch nicht Abteilungsleiter, (Unter-)Offizier usw.
Nach letzterer wurde nämlich gefragt!
"Die Orthodoxie" hat da keine einheitliche Meinung. Konsens ist einzig, dass abortiv wirkende Kontrazeptiva nicht verwendet werden sollen.ad-fontes hat geschrieben:Angeregt durch diesen Beitrag:
Was sagt die Orthodoxie zur Empfängnisverhütung?
Das ist richtig.Deo iuvante hat geschrieben: Das aus der gelebten Sexualität auch einer Verantwortung erwächst ist tatsächlich Lehrmeinung. Für alles was Gott uns gibt müssen wir einst Rechenschaft ablegen was wir damit/daraus gemacht haben.
Der Bischöfliche Jubiläumssynod der Russisch-Orthodoxen Kirche vom 13. - 16. Augsut 2000 hat geschrieben:XII.3. Eine religiös-sittliche Beurteilung muß auch die Frage der Empfängnisverhütung erfahren. Einige kontrazeptive Mittel besitzen eine praktisch abortive Wirkung, die bereits in den frühesten Stadien das Leben des Embryos künstlich beendet, weshalb diese Mittel dem für die Abtreibung geltenden Urteil unterliegen. Andere Mittel, die nicht mit dem Abbruch bereits beginnenden Lebens verknüpft sind, dürfen keineswegs einer Abtreibung gleichgestellt werden. Bei Begründung ihrer Haltung zu den nichtabortiven Empfängnisverhütungsmitteln lassen sich die christlichen Ehegatten von der Überzeugung leiten, daß die Weitergabe des menschlichen Lebens eines der Hauptziele des durch Gott gestifteten Ehebundes ist (vgl. X.4). Der bewußte Verzicht auf Kinder aus egoistischen Erwägungen entwertet die Ehe und ist eine unbestreitbare Sünde.
Gleichzeitig sind die Eltern auch vor Gott für die vollwertige Erziehung der Kinder verantwortlich. Ein verantwortungsbewußtes Verhältnis zur Geburt von Kindern wird u.a. auch durch eine zeitweilige Enthaltung bezeugt. Allerdings sind ebenso die Worte des Apostels Paulus an die christlichen Ehegatten im Gedächtnis zu bewahren: „Entzieht euch einander nicht, außer im gegenseitigen Einverständnis und nur eine Zeitlang, um für das Gebet frei zu sein. Dann kommt wieder zusammen, damit euch der Satan nicht in Versuchung führt, wenn ihr euch nicht enthalten könnt" (1 Kor 7.5). Es ist selbstverständlich, daß die diesbezüglichen Entscheidungen von den Ehegatten in gegenseitigem Einvernehmen und unter Hinzuziehung des Rates eines Geistlichen getroffen werden müssen. Letzterer hat in jedem Einzelfall mit pastoraler Wachsamkeit die Lebensbedingungen des Ehepaars, ihr Alter, ihre Gesundheit, die Stufe ihrer geistigen Reife sowie eine Anzahl weiterer zusätzlicher Umstände in Erwägung zu ziehen, wobei auch eine Unterscheidung zwischen jenen, die die hohen Anforderungen der Enthaltsamkeit zu „erfassen" imstande sind und jenen, denen es nicht „gegeben ist" (Mt 19.11), zu treffen und gleichzeitig für die Erhaltung und Festigung der Familie Sorge zu tragen ist.
Der Heilige Synod der Russisch-Orthodoxen Kirche verwies in seinem Beschlußpapier vom 28.10.1998 die Priester, die einen geistlichen Dienst versehen, auf die „Unzulässigkeit des Zwangs oder der Nötigung der Kinder der Kirche, gegen ihren Willen (...) auf eine eheliche Beziehung innerhalb der Ehe zu verzichten", und erinnerte die Seelsorger nachdrücklich daran, „bei der Besprechung von Fragen, die Aspekte des Ehe- und Familienlebens der Kinder der Kirche berühren, besondere Keuschheit wie auch seelsorgliche Wachsamkeit zu zeigen".
Robert Ketelhohn hat geschrieben:Der Bischöfliche Jubiläumssynod der Russisch-Orthodoxen Kirche vom 13. - 16. Augsut 2000 hat geschrieben:XII.3. Eine religiös-sittliche Beurteilung muß auch die Frage der Empfängnisverhütung erfahren. Einige kontrazeptive Mittel besitzen eine praktisch abortive Wirkung, die bereits in den frühesten Stadien das Leben des Embryos künstlich beendet, weshalb diese Mittel dem für die Abtreibung geltenden Urteil unterliegen. Andere Mittel, die nicht mit dem Abbruch bereits beginnenden Lebens verknüpft sind, dürfen keineswegs einer Abtreibung gleichgestellt werden. Bei Begründung ihrer Haltung zu den nichtabortiven Empfängnisverhütungsmitteln lassen sich die christlichen Ehegatten von der Überzeugung leiten, daß die Weitergabe des menschlichen Lebens eines der Hauptziele des durch Gott gestifteten Ehebundes ist (vgl. X.4). Der bewußte Verzicht auf Kinder aus egoistischen Erwägungen entwertet die Ehe und ist eine unbestreitbare Sünde.
Sondern?Robert Ketelhohn hat geschrieben:Nein.
Nein, da steht doch (wie ich oben schon geschrieben hatte):Maurus hat geschrieben: Verstehe ich das richtig, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche Verhütung ins Belieben der Eheleute stellt, solange die nicht bewusst generell auf Kindersegen verzichten wollen?
That's the "orthodox system", sorry..... Eingehen auf die Gegebenheiten der Situation jeder Familie, jedes Ehepaars im einzelnen... Weiter unten steht ja auch:Es ist selbstverständlich, daß die diesbezüglichen Entscheidungen von den Ehegatten in gegenseitigem Einvernehmen und unter Hinzuziehung des Rates eines Geistlichen getroffen werden müssen.
Es gibt übrigens, zumindest hierzulande, sehr viele russische - gläubige! - Paare mit nur einem Kind.Gleichzeitig sind die Eltern auch vor Gott für die vollwertige Erziehung der Kinder verantwortlich.
Ok, demnach kein Belieben der Eheleute, aber zumindest die grundsätzliche Möglichkeit?Mary hat geschrieben:Nein, da steht doch (wie ich oben schon geschrieben hatte):Maurus hat geschrieben: Verstehe ich das richtig, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche Verhütung ins Belieben der Eheleute stellt, solange die nicht bewusst generell auf Kindersegen verzichten wollen?
That's the "orthodox system", sorry..... Eingehen auf die Gegebenheiten der Situation jeder Familie, jedes Ehepaars im einzelnen... Weiter unten steht ja auch:Es ist selbstverständlich, daß die diesbezüglichen Entscheidungen von den Ehegatten in gegenseitigem Einvernehmen und unter Hinzuziehung des Rates eines Geistlichen getroffen werden müssen.Es gibt übrigens, zumindest hierzulande, sehr viele russische - gläubige! - Paare mit nur einem Kind.Gleichzeitig sind die Eltern auch vor Gott für die vollwertige Erziehung der Kinder verantwortlich.
Maria
Möglichkeit zu was? Ich steh grad auf dem Schlauch.... was meinst Du? Möglichkeit, zu verhüten?Maurus hat geschrieben:Ok, demnach kein Belieben der Eheleute, aber zumindest die grundsätzliche Möglichkeit?Mary hat geschrieben:Nein, da steht doch (wie ich oben schon geschrieben hatte):Maurus hat geschrieben: Verstehe ich das richtig, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche Verhütung ins Belieben der Eheleute stellt, solange die nicht bewusst generell auf Kindersegen verzichten wollen?
That's the "orthodox system", sorry..... Eingehen auf die Gegebenheiten der Situation jeder Familie, jedes Ehepaars im einzelnen... Weiter unten steht ja auch:Es ist selbstverständlich, daß die diesbezüglichen Entscheidungen von den Ehegatten in gegenseitigem Einvernehmen und unter Hinzuziehung des Rates eines Geistlichen getroffen werden müssen.Es gibt übrigens, zumindest hierzulande, sehr viele russische - gläubige! - Paare mit nur einem Kind.Gleichzeitig sind die Eltern auch vor Gott für die vollwertige Erziehung der Kinder verantwortlich.
Maria
Exakt.anneke6 hat geschrieben:Ich glaube, Maurus meinte die "Möglichkeit, den Paaren empfängnisverhütende Maßnahmen zu erlauben".
Und die Antwort auf diese Frage ist in der Tat "Ja" - in dem Rahmen, den Mary oben aufgezeigt hat. Der Grund hierfür ist darin zu sehen, dass nach orthodoxem Verständnis die Fortpflanzung nicht das alleinige Ziel der Ehe und des entsprechenden Vollzugs ist (sonst lässt sich dieser Standpunkt natürlich nicht halten).Maurus hat geschrieben:Exakt.anneke6 hat geschrieben:Ich glaube, Maurus meinte die "Möglichkeit, den Paaren empfängnisverhütende Maßnahmen zu erlauben".
Ein guter Satz.Monergist hat geschrieben:Im "Andreas-Boten" stand vor einiger Zeit: "Die Ehe ist nicht gut, weil sie Kinder bringt, sondern sie bringt Kinder, weil sie gut ist."
taddeo hat geschrieben:Ein guter Satz.Monergist hat geschrieben:Im "Andreas-Boten" stand vor einiger Zeit: "Die Ehe ist nicht gut, weil sie Kinder bringt, sondern sie bringt Kinder, weil sie gut ist."![]()
Leider kein traditionell-katholischer.
Ich glaube, da hast Du was mißverstanden. Ich will jetzt nicht den "Verhütungs-"Strang von drüben hier neu aufrollen, aber Familienplanung (im Sinne einer gewissen Regelung der Kinderzahl) ist auch katholischerseits unbestritten erlaubt. Nur die Methodik ist extrem eingeschränkt.Monergist hat geschrieben:taddeo hat geschrieben:Ein guter Satz.Monergist hat geschrieben:Im "Andreas-Boten" stand vor einiger Zeit: "Die Ehe ist nicht gut, weil sie Kinder bringt, sondern sie bringt Kinder, weil sie gut ist."![]()
Leider kein traditionell-katholischer.
Na ja, im Ranking der Hüter römisch-katholischer Glaubenswahrheiten habe ich wohl ohnehin schon bisher keinen Spitzenplatz belegt.
Wenn man allerdings mit dem orthodoxen Eheverständnis konform geht und sich nicht apodiktisch auf den Standpunkt stellt, dass christlicher Glaube in jeder Situation immer per se die "krasseste" Maximalpostion einnehmen muss, dann erschließt sich mir in der Tat nicht, wieso jeder in jeder Lebenslage ohne Ansehen der Person und der Umstände immer auf Fortpflanzung orientiert die Ehe vollziehen sollte. Das sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand, dass das nicht zielführend sein kann. Ich persönlich sehe mich beispielsweise in der Lage Kinder gut zu erziehen, nicht aber derer dreizehn. Nicht böse gemeint, aber mir erschließt sich der rk Ansatz, für eine vergleichbare Fallgestaltung bei unterschiedlichen Personen stets die selbe Antwort parat zu haben, ohne ganz allgemein überhaupt nicht.
Mal ne Frage an Euch Orthodoxe:Nassos hat geschrieben:Daher ist ein Austausch eine gute Sache. Schön Dich hier zu haben, taddeo und danke für Deine Geduld.
Aber der katholische Standpunkt....
Um das mal auf den Boden der Tatsachen zu bringen:taddeo hat geschrieben:Mal ne Frage an Euch Orthodoxe:Nassos hat geschrieben:Daher ist ein Austausch eine gute Sache. Schön Dich hier zu haben, taddeo und danke für Deine Geduld.
Aber der katholische Standpunkt....
Ein Katholik darf fast nix, aber egal, was er ausfrißt, er kann es beichten und wird von der Kirche verbindlich davon absolviert.
Ein Protestant darf fast alles, aber wenn er was ausfrißt, muß er es mit seinem Herrgott selber ausmachen.
Wie steht's damit bei Euch?