Alt-Katholiken III

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Tinius
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Alt-Katholiken III

Beitrag von Tinius » Mittwoch 19. Juli 2017, 14:27

Interessantes Interview mit dem altkatholischen Bischof Matthias Ring:

http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... ohne-papst

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Niels
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Niels » Donnerstag 20. Juli 2017, 11:23

"Wir fahren gut ohne Papst."
Ist Herr Ring Rheinländer? :narr:
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Tinius » Donnerstag 20. Juli 2017, 17:28


Raphaela
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Raphaela » Freitag 21. Juli 2017, 22:21

Der altkatholische Bischof vergisst zu erwähnen, dass "dank" der kleinen Gemeinden in Süddeutschland, die Pfarrer auch für zwei bis drei Landkreise zuständig sind. Bekomme ich mit, weil ich für die Zeitung schreibe. Das laugt die Pfarrer aus, so dass sie z. B. in die benachbarte Schweiz gehen, wo die Situation besser ist. (Habe ich auch mitbekommen.)
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ad-fontes
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von ad-fontes » Sonnabend 22. Juli 2017, 10:44

Raphaela hat geschrieben:
Freitag 21. Juli 2017, 22:21
Der altkatholische Bischof vergisst zu erwähnen, dass "dank" der kleinen Gemeinden in Süddeutschland, die Pfarrer auch für zwei bis drei Landkreise zuständig sind. Bekomme ich mit, weil ich für die Zeitung schreibe. Das laugt die Pfarrer aus, so dass sie z. B. in die benachbarte Schweiz gehen, wo die Situation besser ist. (Habe ich auch mitbekommen.)
Die Bezahlung auch.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Raphaela » Donnerstag 27. Juli 2017, 20:10

ad-fontes hat geschrieben:
Sonnabend 22. Juli 2017, 10:44
Raphaela hat geschrieben:
Freitag 21. Juli 2017, 22:21
Der altkatholische Bischof vergisst zu erwähnen, dass "dank" der kleinen Gemeinden in Süddeutschland, die Pfarrer auch für zwei bis drei Landkreise zuständig sind. Bekomme ich mit, weil ich für die Zeitung schreibe. Das laugt die Pfarrer aus, so dass sie z. B. in die benachbarte Schweiz gehen, wo die Situation besser ist. (Habe ich auch mitbekommen.)
Die Bezahlung auch.
Ob die Bezahlung wirklich besser ist, ist Ansichtssache. -Dafür, dass die Preise dort höher sind, ist es angemessen.
Aber wer an der Grenze wohnt, kann gut sparen. Alle hier im Dreiländereck wissen, dass die beste Kombination folgende wäre: In Frankreich wohnen, in der Schweiz arbeiten und in Deutschland einkaufen.
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Niels
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Niels » Donnerstag 26. April 2018, 08:58

"Zahl der Altkatholiken in Deutschland geht zurück": http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... eht-zuruck
Laut einer Mitteilung des "Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland" vom Dienstag gab es 2017 bundesweit insgesamt 15.556 Altkatholiken und damit 354 weniger als im Vorjahr. 2015 hatte sich die Zahl der Mitglieder noch um 209 erhöht. Deutlich zurück ging auch die Zahl der Beitritte. Sie sank von 214 im Jahr 2016 auf 149. Die Austritte nahmen in diesem Zeitraum leicht zu und stiegen von 96 auf 108.

Der altkatholische Bischof Matthias Ring kommentierte diese Entwicklung mit den Worten: "Es könnte sein, dass die Zeiten zu Ende gehen, in denen vor allem römisch-katholische Christen in unserer Kirche eine Alternative sahen." (...)
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 26. April 2018, 09:15

richtig die meisten hängen gleich die ganze Religion an den Nagel oder wenden sich radikalen Alternativen zu die nicht unbedingt christlich sein müssen

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Sascha B.
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Sascha B. » Donnerstag 26. April 2018, 09:38

Ich sag mal so, die Brauchtumschristen welche wenig Glauben und nur schöne Feste wie Taufe, Erstkommunion, Hochzeit usw haben wollen, können gleich Römisch-Katholisch bleiben, denen sind die Inhalte dieser Konfession ja egal. Als Zielgruppe bleiben ja fast nur noch Linksliberale (laut einer diesjährigen Ausgabe von Christen heute, dem altkatholischen Magazin, stellen diese die Mehrheit), welche derzeit die theologische Linie bestimmen und daher konservative Christen verschrecken. Nur haben Linksliberale sellten Interesse an Religion, da dürften die Eintritte auch überschaubar bleiben.
Um den Frieden von oben und das Heil unserer Seelen lasset zum Herrn uns beten.
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Niels » Donnerstag 26. April 2018, 09:44

Sascha B. hat geschrieben:
Donnerstag 26. April 2018, 09:38
Ich sag mal so, die Brauchtumschristen welche wenig Glauben und nur schöne Feste wie Taufe, Erstkommunion, Hochzeit usw haben wollen, können gleich Römisch-Katholisch bleiben, denen sind die Inhalte dieser Konfession ja egal. Als Zielgruppe bleiben ja fast nur noch Linksliberale (laut einer diesjährigen Ausgabe von Christen heute, dem altkatholischen Magazin, stellen diese die Mehrheit), welche derzeit die theologische Linie bestimmen und daher konservative Christen verschrecken. Nur haben Linksliberale sellten Interesse an Religion, da dürften die Eintritte auch überschaubar bleiben.
Zutreffende Analyse, Sascha.
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von CIC_Fan » Donnerstag 26. April 2018, 09:45

wobei die Altkatholiken seit dem19 Jhd. immer eher das Liberale Segment ansprechen

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Niels
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Niels » Donnerstag 26. April 2018, 10:00

Meine Oma war mit der Tochter eines altkatholischen Bischofs befreundet und die Dame war alles andere als liberal.
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Niels » Donnerstag 26. April 2018, 10:06

Insgesamt hast Du natürlich recht.
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von aceypi » Sonntag 29. April 2018, 14:39

Sind die ca. 100 Austritte die 100 neuen Gemeindemitglieder in der neuen "christ-katholischen" Gemeinde in Saarbrücken, von denen hier https://nordiskkatolsk.no/ny-menighet-o ... -tyskland/ die Rede ist?

St. Joseph
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von St. Joseph » Sonntag 29. April 2018, 20:49

Das wird man wohl nicht so pauschal sagen können, da der Kirchenwechsel der Gemeindemitglieder in dem halben Jahr zwischen Oktober 2017 und März 2018 erfolgte. Ob der größere Teil nun in 17 oder in 18 zu verbuchen ist, kann ich nicht einschätzen.

Bonitas

Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Bonitas » Sonntag 10. Juni 2018, 14:50

Liebe Forumsmitglieder,

wie wird die Heiligenverehrung in der altkatholischen Kirche gehandhabt? Gibt es besondere Gedenktage wie in der römisch-katholischen, der anglikanischen und orthodoxen Kirchen? Werden Heilige zur Unterstützung als Fürsprecher angerufen? Gibt es eine Art Heiligsprechungsverfahren wie in der römisch-katholischen Kirche?

Vielen Dank!

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Petrus
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Petrus » Montag 11. Juni 2018, 06:16

non moriar sed vivam et narrabo opera Domini

Siard
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Siard » Montag 11. Juni 2018, 22:11

Während des Studiums habe ich regelmäßig die archivierten und natürlich die aktuellen Kirchenzeitungen der Altkatholiken (vor allem) in Deutschland gelesen. Ich an massive Auseinandersetzungen bezüglich des (alt-)katholischen Erbes, geborene Altkatholiken gegen (ehem. römische) Konvertiten, die ihre modernistischen Positionen in der AKK durchsetzten. Das Problem wurde dadurch verstärkt, daß unter den Konvertiten viele Priester waren.
Ein mir bekannter altkatholischer Priester bestätige mir, daß es diese Probleme gäbe.
Themen waren nicht zuletzt Rosenkranzgebet, Heiligen- und Marienverehrung. Weniger theoretisch bedroht (und bekämpft), als vielmehr in der Praxis.
Die unglückliche Liturgiereform ist ebenso ein sichtbares Zeichen für die Verdrängung der großen altkatholischen Tradition.

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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 12. Juni 2018, 11:05

Siard hat geschrieben:
Montag 11. Juni 2018, 22:11
Während des Studiums habe ich regelmäßig die archivierten und natürlich die aktuellen Kirchenzeitungen der Altkatholiken (vor allem) in Deutschland gelesen. Ich an massive Auseinandersetzungen bezüglich des (alt-)katholischen Erbes, geborene Altkatholiken gegen (ehem. römische) Konvertiten, die ihre modernistischen Positionen in der AKK durchsetzten. Das Problem wurde dadurch verstärkt, daß unter den Konvertiten viele Priester waren.
Ein mir bekannter altkatholischer Priester bestätige mir, daß es diese Probleme gäbe.
Themen waren nicht zuletzt Rosenkranzgebet, Heiligen- und Marienverehrung. Weniger theoretisch bedroht (und bekämpft), als vielmehr in der Praxis.
Die unglückliche Liturgiereform ist ebenso ein sichtbares Zeichen für die Verdrängung der großen altkatholischen Tradition.
die Altkatholiken haben vieles am problematischen VatikanumI richtig erkannt der katastrophale Fehler war das hemmungslose reformieren ein Fehler den die Traditionalisten nicht gemacht

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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Siard » Dienstag 12. Juni 2018, 13:20

CIC_Fan hat geschrieben:
Dienstag 12. Juni 2018, 11:05
die Altkatholiken haben vieles am problematischen VatikanumI richtig erkannt
Dies sehe ich auch so.
CIC_Fan hat geschrieben:
Dienstag 12. Juni 2018, 11:05
der katastrophale Fehler war das hemmungslose reformieren ein Fehler den die Traditionalisten nicht gemacht
Sie sind eben auch in den Strudel der sogenannten '68er Revolution geraten.
Will sagen: dem "Geist des Konzils" verfallen.

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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von CIC_Fan » Dienstag 12. Juni 2018, 14:08

wie das?

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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Niels » Sonnabend 16. Juni 2018, 09:30

Die ehemals römisch-katholischen Priester, die aus verschiedenen Gründen dazugestoßen sind, haben ihre "Ideen" mitgebracht... :blinker:
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von CIC_Fan » Sonnabend 16. Juni 2018, 09:32

Niels hat geschrieben:
Sonnabend 16. Juni 2018, 09:30
Die ehemals römisch-katholischen Priester, die aus verschiedenen Gründen dazugestoßen sind, haben ihre "Ideen" mitgebracht... :blinker:
ich meinte anno 1870

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Niels
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Niels » Sonnabend 16. Juni 2018, 10:29

@Onkel Primus: Ich bezog mich auf Siards Beitrag.
Siard hat geschrieben:Während des Studiums habe ich regelmäßig die archivierten und natürlich die aktuellen Kirchenzeitungen der Altkatholiken (vor allem) in Deutschland gelesen. Ich an massive Auseinandersetzungen bezüglich des (alt-)katholischen Erbes, geborene Altkatholiken gegen (ehem. römische) Konvertiten, die ihre modernistischen Positionen in der AKK durchsetzten. Das Problem wurde dadurch verstärkt, daß unter den Konvertiten viele Priester waren.
Ein mir bekannter altkatholischer Priester bestätige mir, daß es diese Probleme gäbe.
Siard hat geschrieben:
Onkel Primus hat geschrieben: die Altkatholiken haben vieles am problematischen VatikanumI richtig erkannt
Dies sehe ich auch so.
Dito.
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 16. Juni 2018, 20:45

Niels hat geschrieben:
Donnerstag 26. April 2018, 10:06
Insgesamt hast Du natürlich recht.
Hast du dir selbst geantwortet? Ich habe keinen Zusammenhang gesehen. Darüber war ein Post von dir.
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Sascha B. » Sonnabend 16. Juni 2018, 21:01

Liebe altkatholischen Brüder und Schwestern, mal ein paar kleine Fragen.

Ich habe gerade einen Flyer des "Förderkreis der Alt-Katholischen Kirche in Bayern" vor mir liegen.
Ich zitiere mal daraus:
Wir sind eine offne Kirche und vertreten einen freiheitlichen modernen Katholizismus. Dabei orientieren wir uns an der ungeteiteln Kirche des ersten Jahrtausends... Wir streben eine EInheit der Vielfalt an und praktizieren die eucharistische Gastfreundschaft.
Die Kirche kann ohnehin nur offen sein, wenn sie katholisch sein will. Offen für Arme und Reiche, Männer und Frauen, Dumme und Gebildete, Gesunde und Kranke, Asiaten, Afrikaner, Europäer usw usf. Das muss man nicht extra erwähnen, es sei denn man möchte anderen Unterstellen sie wären nicht "offen", sprich unkatholisch.

Die Kirche ist bis heute ungeteilt, man kann den mystischen Leib des Herrn Jesus Christus nicht teilen. Es haben sich nur leider Teile von diesem Leib getrennt. Das ist dann aber keien Trennung in mehrere Teile sondern ein Verlassen des Leibes. Aber ok, ihr seht das anders und das ist euer gutes Recht.

Aber, wie bringt man die "Weihe" von Priesterinnen und Bischöfinnen in Einklang mit der in den 1000 Jahren geglaubten Lehre? Oder die "eucharistische Gastfreundschaft"? Die Teilnahme an der Kommunion war immer und überal an den Glauben und die Gemeinschaft der Kirche gebunden. Es gab dort nie eine Gastfreundschaft. Die Eucharistie ist der Höhepunkt und Kern der kirchlichen Gottesdienste, die Vereinigung des Menschen mit Christus. Das ganze kann nur in der Wahrheit fruchtbringend stattfinden. Eine Gastfreundschaft, welche dem Häretiker oder in schwerer Sünde lebenden (z.B. Sodomie) den Zugang zur Eucharistie ermöglich, führt dazu, dass dieser sich das Gericht isst. Ihr würdet diesen Menschen also Schaden zufügen. Denn praktizierte Homosexualität ist nach der schon in den ersten 1000 Jahren definierten christlichen Lehre ganz klar Sündhaft.
Zuletzt geändert von Sascha B. am Sonnabend 16. Juni 2018, 21:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Raphaela » Sonnabend 16. Juni 2018, 21:03

Vor 10 Jahren sind zum ersten Mal in Deutschland mehrere Gemeinden der Alt-Katholiken zusammengelegt worden:
https://www.suedkurier.de/region/hochrh ... 88,9765218
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Re: Alt-Katholiken III

Beitrag von Sarandanon » Mittwoch 20. Juni 2018, 19:27

Folgende Aussagen sind meine Persönliche Meinung und können sich von offiziellen Aussagen der AKKD unterscheiden.
Sascha B. hat geschrieben:
Sonnabend 16. Juni 2018, 21:01
Aber, wie bringt man die "Weihe" von Priesterinnen und Bischöfinnen in Einklang mit der in den 1000 Jahren geglaubten Lehre?
Die Entscheidung, Frauen von der Ordination auszuschließen ist die Entscheidung einzelner kirchlicher Körperschaften, die im Übrigen Teile des einen Leibes Christi sind. Fakt ist wohl, dass die Zulassung der FO in einigen christlichen Kirchen eine Zeitgeisterscheinung ist. Ich persönlich hätte mit der alleinigen Zulassung von Männern durchaus leben können. Außer der jedoch auch zeitgeistigen Aussagen in einzelnen Episteln, die man nicht direkt auf unseren Erlöser zurückführen kann, gibt es jedoch außer der römischen und orthodoxen Tradition keine Hinweise, dass Frauen nicht ebenso Priester sein können.
Sascha B. hat geschrieben:
Sonnabend 16. Juni 2018, 21:01
Oder die "eucharistische Gastfreundschaft"?
Wenn man danach geht, dass durch die Kommunion (um den Teil der Eucharistie gehts ja, welcher für einen Teil der Gläubigen verweigert wird) einer Seele evt. Schaden zugefügt wird, wird dies in der römischen Kirche unzähilge Male praktiziert. Du kannst ja mal fragen, wer zB vor der Kommunion denn gebeichtet hat. Das allein ist natürlich noch kein Grund.

Allerdings ist eine Pauschalverurteilung von Menschen, die aufgrund der Tatsache, dass sie zB geschieden und wiederverheiratet sind mit uneinsichtigen Schwerverbrechern gleichsetzt, ebenfalls der falsche Weg. Wie ich schrieb: Es geht um die Pauschalität und nicht darum, dass jemand mit Vorsatz der Sünde anheimfällt und willkürlich eine oder mehrere Ehen bricht. Diejenigen werden sich jedoch letztendlich vor unserem Schöpfer verantworten müssen und nicht vor Menschen.

Letzteres bedeutet jedoch auch nicht, dass Kirche und Lehramt durch Lehren und Seelsorgen keinen Einfluss auf die Entscheidung eines Einzelnen nehmen sollte. Einen generellen Ausschluss stelle ich mir aber eben nicht als Lösung vor, weil gerade dem (persönlichen oder unpersönlichen) Lehramt Einzelheiten einer bestimmten Existenz verborgen bleiben, die ER ganz genau kennt.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
(Augustinus Aurelius)

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