"Um die ökumenischen Beziehungen nicht zu konterkarieren“, verzichtet Bischof Ackermann darauf, den Papst um einen besonderen Ablass für die Heilig-Rock-Wallfahrt zu bitten. Damit ist die Pilgerfahrt endgültig vom Ruch einer anti-protestantischen Demonstration befreit.
Weil die Protestanten nicht an bestimmte Gnaden glauben, müssen die Katholiken darauf verzichten. Was für eine Überraschung. Ein im "ökumenischen Dialog" ja ganz selten anzutreffendes Phänomen...
[...]Der Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann, hat für die Heilig-Rock-Wallfahrt aber darauf verzichtet, einen "besonderen" Ablass zu erbitten. Nach den genannten kirchenrechtlichen Regelungen ist das aber auch nicht notwendig. Die Erwirkung eines besonderen Ablasses würde für die Bemühungen um eine ökumenische Gestaltung der Wallfahrt einen Stein des Anstoßes darstellen, denn nach wie vor ist das Stichwort "Ablass" im Gespräch zwischen Katholiken und Protestanten, auch das ist Ihnen ja sicher bekannt, als zentraler Punkt der Auseinandersetzungen zu Beginn der Reformation mit großen Sensibilitäten verbunden. Für uns bedeutet die Mitwirkung der protestantischen Glaubensbrüder und - schwestern an der Gestaltung der Wallfahrt ein hohes Gut. Eine übermäßige Betonung des kontroverstheologisch strittigen Themas könnte das gefährden. Es kommt hinzu, dass auch unter katholischen Gläubigen die Praxis und die damit verbundene Frömmigkeit des Ablasses nicht nur wenig verbreitet, sondern zunehmend unverstanden ist.[...]
In der Tat - darauf weist der Schreiber des Briefes ja hin - ist es jedem Katholiken nach wie vor möglich, durch Teilnahme an der Heilig Rock-Wallfahrt einen Ablass zu erlangen.
Bischof Ackermann tat recht daran, hier abzuwägen: Ist es wichtiger, einen weiteren (und wenn ich das richtig sehe eigentlich unnötigen) 'besonderen' Ablass zu gewähren, oder die Wallfahrt zu einem Zeichen und Instrument der christlichen Einheit zu machen. Bischof Ackermann hat sich völlig richtig entschieden.
[sarkasmus] Na, dann bin ich aber gespannt, ob wir nach der Wallfahrt mehr Einheit haben, als vorher. [/sarkasmus]
Du hast mit deinen Ausführungen nicht unrecht. Ich gebe aber zu bedenken, dass die katholische Kirche viel aufgegeben hat, um den Protestanten entgegenzukommen. Von dieser Seite kam als Gegenleistung nichts als weitere Forderungen und eine nicht abgesprochene Aufgabe aller moralischen und sonstigen Gemeinsamkeiten.
Daher müssen es auch Protestanten verstehen, dass man als Katholik diese Entscheidung kritisch sieht.
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Tradition ist das Leben des Heiligen Geistes in der Kirche. — Vladimir Lossky