Pilgerer hat geschrieben:Autoritäten sind aber kein Selbstzweck, sondern dienen der Stärkung der Schwächeren, bis die Autorität nicht mehr notwendig ist. D.h. die Mission des Papstes ist es, alle Christen auf seinen geistlichen Stand zu bringen und zu "Mitpäpsten" zu machen. Das hat sich in der Reformation erfüllt, indem das Priestertum aller Christen Wirklichkeit wurde und somit das Ziel des Papst-Auftrages besser als zuvor erreicht wurde. Darum kann die Reformation auch als Erfüllung der Mission der Päpste gesehen werden.Protasius hat geschrieben:Die Vorrangstellung des Papstes als Nachfolger des hl. Petrus geht auf den Herrn selbst zurück (Tu es Petrus; Stärke deine Brüder).
Die Reformatoren und Postreformatoren verwarfen nicht die Lehre der heiligen apostolischen und katholischen Kirche, sondern wollten dieselbe vom Schmutz verschiedener Verunreinigungen befreien und im Sinne Gottes wiederherstellen. Es ging in der Reformation darum, die christliche Essenz innerhalb der Kirche blühen zu lassen und dem Kirchenvolk ins Bewusstsein eindringen zu lassen. Die Reformation bestand nicht nur aus Luther, sondern vielen anderen Geistlichen und Millionen Laien und Mönchen/Nonnen, die darin eine Besserung ihres geistlichen Lebens erkannten.Protasius hat geschrieben:das rechtfertigt nicht das Verwerfen der einmütigen Lehre der Kirche, der der Heiland schließlich Unfehlbarkeit verheißen hat (den Geist der Wahrheit, der euch in alle Wahrheit einführen wird); überspitzt formuliert behauptet Luther, daß diese Verheißung Gottes eine Lüge war, bis anderthalb Jahrtausende später er kommt.
Die Ethnien hatten keinen Einfluss. Eher schon war es die Himmelsrichtung. Der Osten war geographische näher an Byzanz und Moskau, der Süden und Westen war eher "weströmisch" geprägt, der Norden evangelisch. Polen wollte weder preußisch noch russisch werden und entschied sich deshalb für eine Konfession, die weder russisch noch preußisch war, nämlich katholisch. Darum ist Polen katholisch. Die Habsburger Slawenvölker blieben ebenfalls katholisch wie deren Herrscherhaus. In Jugoslawien war die Konfession entscheidend bei der Trennung zwischen Kroatien und Serbien, obwohl sie ethnisch eine einheitliche Volksgruppe sind.Dieter hat geschrieben:Bei der Herausbildung von Konfessionen haben Mentalitäten der drei großen europäischen Völkergruppen eingewirkt: katholisch in Südeuropa, evangelisch in Nordeuropa, orthodox in Osteuropa.
Polen war seit der Reformation stark protestantisch geprägt, vor allem durch Reformierte und Unitarier. Es war lange ein Ort für verfolgte Protestanten aus den Nachbarländern.
Ab ca. 1700 setzte die Rekatholisierung ein, da sich die polnischen Könige mit dem katholischen Habsburg verbündet hatten.