Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Interessant, dass der angebliche Fälscher nicht namentlich genannt ist.
Interessanter ist im übrigen, daß die
tollen Weiber nicht näher eingeordnet werden. Ihr scheint ja davon auszugehen, daß die ganz normale katholische Christen waren, bei denen halt auch Frauen predigen durften, die Predigt selbst aber gar zu beanstanden gewesen wäre.
Was nun aber, wenn es hier um eine ketzerische Sekte geht? Vielleicht haben sie die Gottheit oder Menschheit Christi geleugnet, womöglich die Trinität, das eucharistische Geschehen, die Kindstaufe, vielleicht gar daß der Gott des Alten und Neuen Testaments nicht einer sei usw. usf. All das ist doch in der damaligen Zeit durchaus vorstellbar. Vielleicht wird die angesprochene Gruppierung wegen ganz anderer theologischer Irrtümer abgelehnt und die Episode mit den
tollen Weibern dient nur zur Illustration ihrer Dreistigkeiten.
(Daß das den Leser damals überzeugt haben mag, wäre dann in der Tat kulturell bedingt.)
Was dann? Ihr wißt über Deine Kronzeugen rein gar nichts, außer daß sie etwas praktiziert haben, was Ihr auch praktiziert. Ihr begebt Euch da auf sehr dünnes Eis!
Durchaus wahrscheinlich. Paulus kann ja durchaus seine Meinung zu den Frauen geändert haben, er hat ja auch seine Meinung zu Jesus geändert...
Witzig. Aber wer oder was mag ihm da bei seiner Bekehrung zum modernen Feminismus wohl erschienen sein?
Paulus argumentiert ja an mehreren Stellen mit der Schöpfungsordnung, was sollte ihn zu Lebzeiten davon überzeugt haben, daß Jahwes Sexismus kulturell bedingt sei und der Schöpfungsbericht dadurch zu verwerfen? Hast Du da eine Idee? Die würde mich ehrlich sehr interessieren, vielleicht übersehe ich ja einen wichtigen Punkt.

Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht.
Nicolás Gómez Dávila