Alt-Katholiken

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.
Benutzeravatar
Petur
Beiträge: 2438
Registriert: Freitag 29. Dezember 2006, 21:57
Wohnort: Ungarn

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Petur »

Johaennschen hat geschrieben:
die evangelische Ordination einstufig.
In Skandinavien und im Baltikum nicht, soweit ich weiß.
Wirklich. In diesem Fall geht es um ev.-luth. Diakone, Priester und Bischöfe, nicht "nur" um Pastoren.

Johaennschen
Beiträge: 568
Registriert: Sonntag 23. September 2007, 00:08

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Johaennschen »

Petur hat geschrieben:Dir fehlt der zündende Unterschied, mir fehlt ein Bischof im kath. Sinne. Und das ist der zündende Unterschied. ;)
Naja, Euer Bischof hat ja geschrieben:
Joachim Vobbe hat geschrieben:So können wir zusammenfassend sagen: In der Taufe und Firmung wurde in jeder und jedem von uns die Befähigung zu Diensten und Mitverantwortungen in der Kirche grundgelegt. Durch die innere Berufung zu diesem oder jenem bestimmten Dienst wird in Männern und Frauen die Befähigung zu besonderen Ämtern angelegt. Und durch Beauftragung und Anerkennung seitens der Kirche und Gemeinde und durch Handauflegung und Gebet des Bischofs wird diese Befähigung zur praktischen Ausübung freigelegt.
Dann ist es bei dem einen die Befähigung halt angelegt und beim anderen freigelegt. So what? :achselzuck:
Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht.
Nicolás Gómez Dávila

Benutzeravatar
Petur
Beiträge: 2438
Registriert: Freitag 29. Dezember 2006, 21:57
Wohnort: Ungarn

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Petur »

Johaennschen hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Dir fehlt der zündende Unterschied, mir fehlt ein Bischof im kath. Sinne. Und das ist der zündende Unterschied. ;)
Naja, Euer Bischof hat ja geschrieben:
Joachim Vobbe hat geschrieben:
Hmmm, mein Bischof ist Dr. András Veres, der Bischof der römisch-kath. Diözese Szombathely (auf Deutsch: Steinamanger) in Ungarn...

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Johaennschen hat geschrieben:Dann ist es bei dem einen die Befähigung halt angelegt und beim anderen freigelegt. So what? :achselzuck:
Sagen wir, du willst eine Tafel wischen: Muss man den Schwamm erst auspacken, oder kann man ihn auch gut innerhalb eines Pappkartons verwenden?

Johaennschen
Beiträge: 568
Registriert: Sonntag 23. September 2007, 00:08

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Johaennschen »

Mußt ihn nur ordentlich naß machen, dann geht das schon. ;)

Außerdem legt der Bischof die bereits vorhandene Befähigung ja nur zur praktischen Ausübung frei. Wenn ich die Befähigung einfach ohne seinen Segen ausübe, wo soll dann der Unterschied sein? Die Fähigkeiten bleiben doch die gleichen.
Petur hat geschrieben:Hmmm, mein Bischof ist Dr. András Veres, der Bischof der römisch-kath. Diözese Szombathely (auf Deutsch: Steinamanger) in Ungarn...
Jaja. Du weißt ja was ich meine. :gaehn:
Weiß Dein Bischof eigentlich, woran Du so glaubst? Wenn ich es richtig überblicke, leugnest Du ja mindestens ein Dogma der Kirche. :auweia:
Zuletzt geändert von Johaennschen am Samstag 18. April 2009, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.
Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht.
Nicolás Gómez Dávila

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Der vom Hl. Geist berufene, aber nicht geweihte Priester ist wie ein Schwamm, der sich noch in seiner Schachtel befindet. Die Weihe ist gewissermaßen das Auspacken, also das Freilegen.

Benutzeravatar
Petur
Beiträge: 2438
Registriert: Freitag 29. Dezember 2006, 21:57
Wohnort: Ungarn

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Petur »

Johaennschen hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Hmmm, mein Bischof ist Dr. András Veres, der Bischof der römisch-kath. Diözese Szombathely (auf Deutsch: Steinamanger) in Ungarn...
Jaja. Du weißt ja was ich meine. :gaehn:
Weiß Dein Bischof eigentlich, woran Du so glaubst? Wenn ich es richtig überblicke, leugnest Du ja mindestens ein Dogma der Kirche. :auweia:
Und zwar welches? Das Verbot der FO ist kein Dogma.

Johaennschen
Beiträge: 568
Registriert: Sonntag 23. September 2007, 00:08

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Johaennschen »

Ich dachte eher an die Unfehlbarkeit, so alt-katholisch wie Du Dich hier gibst.
Der vom Hl. Geist berufene, aber nicht geweihte Priester ist wie ein Schwamm, der sich noch in seiner Schachtel befindet. Die Weihe ist gewissermaßen das Auspacken, also das Freilegen.
Ja, das hast Du schon zwei Beiträge weiter oben geschrieben. Dein Bischof sieht es nicht so. Lies einfach nochmal, was er dazu schreibt. Stichwort: schweizerisches Amtsverständnis. So klappt es auch mit der Frauenordination. :daumen-rauf:
Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht.
Nicolás Gómez Dávila

Benutzeravatar
SpaceRat
Beiträge: 651
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 14:35
Wohnort: Kirchenkreis Aachen
Kontaktdaten:

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von SpaceRat »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Der vom Hl. Geist berufene, aber nicht geweihte Priester ist wie ein Schwamm, der sich noch in seiner Schachtel befindet. Die Weihe ist gewissermaßen das Auspacken, also das Freilegen.
Deine Metapher zündet nicht, weil sie erst dann zu einer wird, wenn man bereits eh davon überzeugt ist, was die Metapher rüberbringen soll.

Um im Bild zu bleiben:
Sowohl der evangelische als auch der katholische Schwamm wurden zum Schwamm ausgebildet, um Tafeln zu wischen. Bevor der katholische Schwamm wischen darf, muß er aber erstmal durch einen rot gefärbten katholischen Schwamm durchnäßt werden, beim evangelischen Schwamm reicht Wasser aus dem Wasserhahn.

Für das (magische) Amtsverständnis der rk. Gemeinschaft ist es also wichtiger, woher das Wasser kommt, für das evangelische ist es wichtiger, daß das Wasser sauber ist.

Am Ende stehen beide Schwämme in der wischigen Sukzession, der eine, weil er mit wischbewährtem Wasser wischt (Egal welcher Drecksfinger damit schon gewischt hat), der andere, weil er gelobt hat, nur mit sauberem Wasser zu wischen.
Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.

HagenNord
Beiträge: 95
Registriert: Samstag 21. März 2009, 14:45
Wohnort: Norddeutschland

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von HagenNord »

Ich würde gerne Erfahren wie sich Mitglieder oder Anhänger (Petur) der AK die kirchliche Zukunft vorstellt. Nach meiner Kenntnis ist sie als Notkirche gegründet worden in Ablehnung der Ergebnisse des I. Vaticanum. Durch die inzwischen eingeleiteten Änderungen (FO, Einladung zum Abendmahl, Änderung des Glaubensbekenntnis, Kirchenstruktur, u.a.) ist es für mich nicht vorstellbar, dass sie tatsächlich noch an eine praktische Rückkehr in die Große Familie der kath. Weltkirche mit immerhin fast ~1 Milliarden Menschen glaubt. Gibt es einen Synodenbeschluss eines Landes oder ein Beschluss der Utrechter Union, die die "endgültige" ggf. katholische Eigenkirchlichkeit manifestiert? Immerhin besitzt das Deutsche Bistum noch nicht einmal eine Kathedralkirche.
„Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr folgen ...“ (5. Mose 13, 5)

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Seit kurzem besitzt das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland eine Bischofskirche, nämlich "Namen Jesu" in Bonn. Die wird jetzt renoviert und geht ab 2011 in Betrieb.
Bild

DIe AK wird überflüssig, sobald Rom dieselben Reformen durchführt. Das Glaubensbekenntnis wurde übrigens nicht geändert, sondern die ursprüngliche, auch in der Orthodoxie benutzte Form wiedereingeführt (ohne filioque). Auch der Vatikan hat in "Dominus Iesus" diese Form benutzt, und es gibt auch mit Rom unierte Kirchen, die dieursprüngliche Form des Credos benutzen.

Benutzeravatar
SpaceRat
Beiträge: 651
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 14:35
Wohnort: Kirchenkreis Aachen
Kontaktdaten:

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von SpaceRat »

HagenNord hat geschrieben:Änderung des Glaubensbekenntnis
Ich musste jetzt etwas suchen, um Deinen Gedanken folgen zu können...
Es geht Dir wohl um das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel, welches von der römischen Gemeinschaft verändert wurde und das von der alt-katholischen Kirche in der Fassung der ungeteilten Kirche verwendet wird.

Die unveränderte Fassung wird allerdings außer in der alt-katholischen Kirche auch in den orthodoxen Kirchen verwendet und auch von der evangelischen Kirche in Deutschland anerkannt.

Auch im Luthertum haben die „ökumenischen Symbole“ die Funktion, Katholizität und Apostolizität zu bezeichnen. Hier tritt aber die Spannung auf, dass die Lutheraner das NC in einer partikularen, nämlich der westlichen Fassung übernahmen, die die orthodoxen Kirchen ausschließt.
D. h., die Form widerspricht der Funktion. Das „lutherische“ NC symbolisiert faktisch gegen die mit seiner Übernahme verbundene Intention nur den Anschluss an die westliche Tradition.
Gewiss ist die Streichung des „filioque“ in lutherischer Perspektive nicht schlechthin notwendig.
Sie kann aber angestrebt werden, insofern ein Interesse an einem konfessionsübergreifenden, zumindest den großen kirchlichen Traditionen gemeinsamen „ökumenischen Bekenntnis“ lutherischerseits gut zu begründen ist.
Ein solches Bekenntnis könnte als sichtbarer Ausdruck für eine grundsätzliche Übereinstimmung im ‚wesentlich Christlichen‘ dienen, ohne dass dabei bereits Kirchengemeinschaft vorausgesetzt wäre (die ja auch zwischen lutherischer und römisch-katholischer Kirche nicht besteht, obwohl sie den Bekenntniswortlaut weitestgehend teilen).
Ein solcher Schritt ist allerdings nur unter der Voraussetzung möglich, dass das „filioque“ auch von der Orthodoxie nicht (mehr) als häretisch qualifiziert wird und dass das von den
Reformatoren mit dem „filioque“ verbundene Motiv, nämlich die soteriologisch-christologische ‚Erdung‘ der Trinitätslehre, unzweideutig festgehalten wird.


1990 beschäftigte sich die 8. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Curitiba mit der „filioque“-Frage. Generell empfiehlt sie, „das NC in Katechese und Liturgie stärker zu berücksichtigen“. Ausdrücklich hält es die Vollversammlung für angemessen „auch die Fassung von 381 (zu) gebrauchen (...), zum Beispiel bei ökumenischen Gottesdiensten.“ In Ländern mit starkem orthodoxen Bevölkerungsanteil befürwortet die Vollversammlung sogar, dass lutherische Kirchen einer landesprachlichen Fassung ohne das westliche „filioque“ zustimmen können.
Zitate: "Ökumenisch den Glauben bekennen - Das Nicaeno-Constantinopolitanum von 381 als verbindendes Glaubensbekenntnis – Stellungnahmen der VELKD –"

Und:
In der päpstlichen Erklärung "Dominus Iesus" über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche vom 6. August 2000 wird das filioque nicht verwendet.

Ich sehe da also kein ernsthaftes Problem.
Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Übrigens nochmal zu den Schwämmen: Die AKK nässt ihre Schwämme mit dem Wasser unseres Herrn Jesus Christus (apostolische Sukzession). Wenn die EKD nun Leitungswasser benutzt, sei es Gott überlassen, ob die Tafel dann sauber wird.

Benutzeravatar
SpaceRat
Beiträge: 651
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 14:35
Wohnort: Kirchenkreis Aachen
Kontaktdaten:

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von SpaceRat »

Zum Filioque noch eine Feststellung.

ELCA und der Metropolit der griechisch-orthodoxen Erzdiözese von Amerika stellen gemeinsam fest:

(8) Lutherans, together with many other Western Christians, now widely recognize that the addition of the Filioque to the Nicene Creed, which took place locally by a unilateral action of the Latin Church and without the action of an Ecumenical Council, was illegitimate and contributed to disunity among Christians. Moreover, many Lutherans are now convinced that the original Creed without the Filioque addition could and should be restored in their worship . This need not contradict the Lutheran Confessions, which commit Lutherans to "the decree of the Council of Nicaea" (CA I). It is especially important to note that this article commits Lutherans not simply to the teaching of "the synod of Nicaea," but to the decree —that is, the text— of Nicaea, and to the specific doctrinal decisions embodied in that text. But the text of "the synod of Nicaea," that is the text of A.D. 325, amplified by the First Council of Constantinople of A.D. 381, as reported in the Acts of the Council of Chalcedon (A.D. 451), does not include the Filioque. It simply says that the Holy Spirit is to ek tou patroH ekporeuomenon ("the one proceeding from the Father"), in line with the Gospel of St. John (John 15:26). On this basis, Lutherans can now acknowledge that the Filioque is not ecumenical dogma, but has the status of a local tradition which is not binding on the universal church.

(13) In our dialogue, we have prayed and worked for fuller and more widely acknowledged unity between our churches in the Trinitarian faith. In many areas of faith in the Holy Trinity, our dialogue has reached substantial agreement. We look forward to a time when our churches will affirm the Nicene faith through common liturgical usage of the unaltered creed of A.D. 381. We trust that such common affirmation of faith will lead to the resolution of those theological differences which are still before us.

Bei einem krampfhaften Festhalten am Filioque stünde die römische Gemeinschaft sehr einsam da.
Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.

Benutzeravatar
SpaceRat
Beiträge: 651
Registriert: Samstag 19. Mai 2007, 14:35
Wohnort: Kirchenkreis Aachen
Kontaktdaten:

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von SpaceRat »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Übrigens nochmal zu den Schwämmen: Die AKK nässt ihre Schwämme mit dem Wasser unseres Herrn Jesus Christus (apostolische Sukzession). Wenn die EKD nun Leitungswasser benutzt, sei es Gott überlassen, ob die Tafel dann sauber wird.
Falsch. Die AKK näßt ihre Schwämme mit Wasser, das zwar zuerst von Jesus Christus in einem Schwamm verwendet wurde, dann aber nur von Schwamm zu Schwamm weitergereicht wurde, auch durch viele Schwämme, die Schlieren hinterlassen haben. Die evangelische Kirche benutzt Wasser, das den Lehren Jesu Christi bzgl. Wischwasser entspricht (Apostolische Sukzession in der Lehre).

Ein magisches Amtsverständnis, das einen Irrlehrer durch Handauflegen zum "richtigen" Priester machen kann, einen Diener Christi, der sein Evangelium rein und lauter verkündet und das Abendmahl einsetzungsgemäß austeilt aber zum Blender, kann und werde ich nicht akzeptieren, und wenn Dein Schwamm zehn Mal mit durchgereichtem Wasser benetzt wurde.

Ich sag es Dir ganz klar:
Der ev. Pfarrer mit lutherischem Beffchen, der mir auf Nachfrage erklärte, daß er nicht an die Realpräsenz glaubt, bliebe eben ein Irrlehrer, auch wenn er sich noch so oft vom Papst selber weihen ließe.

Wir haben eben Christi Verheißung, Zeichen und die Zusage, daß "wo zwei ... in meinem Namen versammelt sind" und ihr habt Euren Anrufbeantworterspruch, der die Urlaubsvertretung nennt. Schön.
Schmutziges Geschirr schimmelt nicht, wenn man es einfriert.

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

SpaceRat hat geschrieben: Ein magisches Amtsverständnis, das einen Irrlehrer durch Handauflegen zum "richtigen" Priester machen kann, einen Diener Christi, der sein Evangelium rein und lauter verkündet und das Abendmahl einsetzungsgemäß austeilt aber zum Blender, kann und werde ich nicht akzeptieren, und wenn Dein Schwamm zehn Mal mit durchgereichtem Wasser benetzt wurde.
Das ist ja gar nicht die Lehre der AKK, sondern der RKK, was du hier kritisierst. In der AKK müssen formelle und inhaltliche Sukzession zusammenkommen, magisches Vagantentum oder ähnliches wird abgelehnt.

HagenNord
Beiträge: 95
Registriert: Samstag 21. März 2009, 14:45
Wohnort: Norddeutschland

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von HagenNord »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben: DIe AK wird überflüssig, sobald Rom dieselben Reformen durchführt. Das Glaubensbekenntnis wurde übrigens nicht geändert, sondern die ursprüngliche, auch in der Orthodn der oxie benutzte Form wiedereingeführt (ohne filioque). Auch der Vatikan hat in "Dominus Iesus" diese Form benutzt, und es gibt auch mit Rom unierte Kirchen, die dieursprüngliche Form des Credos benutzen.
Danke für die bisherigen Informationen - aber ich glaube nicht, dass die ca. 100.000 Mitglieder der AK, die ca. 1 Milliarden der RK davon überzeugt auf den selben Weg zu gehen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Es freut mich ausserordentlich was ich in der Internetpräsentation der Gemeinde Nordstrand gelesen habe, dass die AK in Hamburg und Osnabrück neue Gemeinden mit Hauptamtlichen Geistlichen schafft. Vielleicht schaffe ich dann auch einmal eine AK-Gemeinde zu erleben auch wenn die nächste Gemeinde dann immer noch 150 Km weg ist.
Zuletzt geändert von HagenNord am Sonntag 19. April 2009, 10:02, insgesamt 1-mal geändert.
„Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr folgen ...“ (5. Mose 13, 5)

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Ich bin ja nach wie vor der Meinung,dass die Mehrheit zumindest der deutschen RK-Mitglieder schon von den altkatholischen Inhalten überzeugt ist. Nur die Kurie im Vatikan halt nicht.

HagenNord
Beiträge: 95
Registriert: Samstag 21. März 2009, 14:45
Wohnort: Norddeutschland

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von HagenNord »

Na sind die deutschen Katholiken und das deutsche Espiskopat nicht auch besonders liberal!? In der Weltkirche sieht das sicherlich anders aus (z.B.: Polen, Spanien u.a.).
„Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr folgen ...“ (5. Mose 13, 5)

Benutzeravatar
Leguan
Altmoderator
Beiträge: 1924
Registriert: Samstag 4. März 2006, 14:30

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Leguan »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Ich bin ja nach wie vor der Meinung,dass die Mehrheit zumindest der deutschen RK-Mitglieder schon von den altkatholischen Inhalten überzeugt ist. Nur die Kurie im Vatikan halt nicht.
Diese These hatten wir in der Tat schon einmal, auch wenn der sie aufstellende User ein anderer war.
Ich halte sie nach wie vor für falsch. Ja, es gibt eine Menge formale Mitglieder der katholischen Kirche, die nicht das glauben, was die katholische Kirche lehrt, selbst unter den Kirchgängern. Aber nein, meiner Erfahrung nach, sind die nicht von altkatholischen Inhalten überzeugt, sondern von liberal-protestantischen.
Leute, die an die Auferstehung Christi, die apostolische Sukzession und die Realpräsenz im Allerheiligsten glauben, haben meiner Erfahrung nach auch keine Probleme mit den von den Altkatholiken abgelehnten Lehren. Es mag solche geben, aber das ist nur eine kleine Minderheit.
If any stupid priest or bishop in Nigeria feels he wants to copy the American model, then there is something wrong with his head. --Olubunmi Anthony Kardinal Okogie

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Leguan - Meinst du also, dass die Katholiken in Deutschland, die gegendie Unfehlbarkeit des Papstes und für die Abschaffung des Pflichtzöllibats und die Einführung der FO sind, in der Regel nicht an die Realpräsenz, ja nicht einmal an die Auferstehung glauben?

Beim Thema apostolische Sukzession habe ich den Eindruck, dass der Bevölkerungsdurchschnitt gar nicht weiss, was das eigentlich ist...

Benutzeravatar
Leguan
Altmoderator
Beiträge: 1924
Registriert: Samstag 4. März 2006, 14:30

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Leguan »

Ja, das ist mein Eindruck. Wobei die Punkte nicht als "und" sondern als "oder" zu verstehen sind, also es gibt durchaus solche, die an die Auferstehung, nicht aber an die Realpräsenz glauben.

Bei den Leuten in meinem Alter und drunter braucht man sich darüber auch nicht zu wundern, die hatten in der Regel nicht mal die Chance, daran zu glauben, weil es ihnen nie jemand erklärt hat.
If any stupid priest or bishop in Nigeria feels he wants to copy the American model, then there is something wrong with his head. --Olubunmi Anthony Kardinal Okogie

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Wie sieht es denn da mit den RK-Lehrplänen für den schulischen Religionsunterricht aus? Steht da die Realpräsenz drin? Wenn nicht, wäre da eine Beschwerde beim Vatikan denkbar?

Wer lehnt eigentlich genau offiziell die Realpräsenz ab? Nur Calvinisten, oder wer noch?

Die Auferstehung ist so wichtig, die kann man nicht einfach weglassen. Da kann ich es mir echt nicht vorstellen, dass jemand nicht davon gehört hat, wenn er den Religionsunterricht besucht hat. Ich kann mir aber vorstellen, dass viele an die Auferstehung glauben, aber nicht an die Realpräsenz. Umgekehrt vorstellen kann ich es mir nicht, höchstens falls Lüdemann an die Realpräsenz glaubt?

Johaennschen
Beiträge: 568
Registriert: Sonntag 23. September 2007, 00:08

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Johaennschen »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Wer lehnt eigentlich genau offiziell die Realpräsenz ab? Nur Calvinisten, oder wer noch?
Die aus dem Anglikanertum hervorgegangenen Gruppierungen, Baptisten, Methodisten, Puritaner usw. sowie das ganze evangelikale Lager. Die Anglikaner selbst witzigerweise (angeblich) nicht mehr.
Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht.
Nicolás Gómez Dávila

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Die Anglikaner haben meines Wissens noch nie die Realpräsenz abgelehnt, auch die Methodisten tun das nicht.
United Methodist Church, in Deutschland bekannt als Evangelisch-Methodische Kirche hat geschrieben:Jesus Christ, who "is the reflection of God's glory and the exact imprint of God's very being" (Hebrews 1:3), is truly present in Holy Communion. Through Jesus Christ and in the power of the Holy Spirit, God meets us at the Table. God, who has given the sacraments to the church, acts in and through Holy Communion. Christ is present through the community gathered in Jesus' name (Matthew 18:20), through the Word proclaimed and enacted, and through the elements of bread and wine shared (1 Corinthians 11:23-26). The divine presence is a living reality and can be experienced by participants; it is not a remembrance of the Last Supper and the Crucifixion only.
Puritaner sind Calvinisten, und auch die Baptisten sind aus dem Calvinismus hervorgegangen. Die C of E hat diese Bewegungen bekämpft.

Johaennschen
Beiträge: 568
Registriert: Sonntag 23. September 2007, 00:08

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Johaennschen »

Schöne Worte sind eine Sache, die gottesdienstliche Praxis eine andere. Geh hin und schau es Dir an. Achte vor allem auf das Geschehen am Altar.

Etwas kalvinistisch sind die doch alle irgendwie, schließlich war die anglikanische Reformation eher schweizerischer, oberdeutscher Prägung. Aber sie sind doch nicht reformiert im konfessionellen Sinne, wie etwa die Schotten, oder? Dazu gibt es bei ihnen doch zu viele spezifisch englische Elemente.
Verfolgt wurden sie von der anglikanischen Kirche natürlich. Und das mit Recht, schließlich waren es Revolutionäre.
Zuletzt geändert von Johaennschen am Sonntag 19. April 2009, 23:38, insgesamt 1-mal geändert.
Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht.
Nicolás Gómez Dávila

pantaleon
Beiträge: 7
Registriert: Donnerstag 16. April 2009, 17:33

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von pantaleon »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Seit kurzem besitzt das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland eine Bischofskirche, nämlich "Namen Jesu" in Bonn. Die wird jetzt renoviert und geht ab 2011 in Betrieb.
Um Mißverständnisse zu vermeiden: Besitzer der Namen-Jesu-Kirche in Bonn ist seit langem der Staat, sprich: das Land NRW, gewesen. Genutzt wurde die Kirche in den letzten Jahrzehnten von römisch-katholischer Seite, vor allem von der Kath. Hochschulgemeinde. Die rk Kirche hatte nun vor einiger Zeit den Nutzungsvertrag mit dem Land gekündigt. Es stand im Raum das altehrwürdige Kirchengebäude einer profanen Nutzung auszusetzen. Dies stieß aber bei den Bonner Bürgern, der Stadt und dem Land NRW auf verständliche Vorbehalte. So wurde die Kirche den Altkatholiken zur Nutzung angeboten, zumal diese die Namen-Jesu-Kirche bis ca 1934 bereits genutzt hatten. Nach längerer Sondierungsphase ist nun klar: die Kirche wird von einer Stiftung unterhalten. Die Nutzung wird ab 2011 durch die Altkatholiken erfolgen, gelegentlich auch als Bischofskirche.
Da St. Remigius in Bonn, die Kirche die die römisch-katholische Hochschulgemeinde zukünftig nutzt, auch renovierungsbedürftig ist, wird die Bonner KHG die Namen-Jesu-Kirche im Jahr 2010 wiederum zwischenzeitlich nutzen.
Miserere Nobis Domine hat geschrieben: DIe AK wird überflüssig, sobald Rom dieselben Reformen durchführt. Das Glaubensbekenntnis wurde übrigens nicht geändert, sondern die ursprüngliche, auch in der Orthodoxie benutzte Form wiedereingeführt (ohne filioque). Auch der Vatikan hat in "Dominus Iesus" diese Form benutzt, und es gibt auch mit Rom unierte Kirchen, die die ursprüngliche Form des Credos benutzen.
So ist es.

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

In der anglikanischen Kirche gibt es gar kein Problem mit der Realpräsenz, es gibt auch in der Regel Kniekommunion. Welches Geschehen soll da falsch sein?

Und zum Geschehen am Altar: Die liturgischen Texte kann man online nachlesen:

moderne Version:
http://www.cofe.anglican.org/worship/li ... ayera.html

klassisch von 1662:
http://www.eskimo.com/~lhowell/bcp1662/ ... index.html

Johaennschen
Beiträge: 568
Registriert: Sonntag 23. September 2007, 00:08

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Johaennschen »

Und zum Geschehen am Altar...
Es gibt doch gar keinen. Es gibt einen Mahltisch, verstehste?
Bei den Anglikanern werden diese inzwischen (seit der Rekatholisierung) wieder als Altäre verstanden und die Tischbeine werden durch Altarbehänge versteckt. :daumen-rauf:
Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht.
Nicolás Gómez Dávila

Benutzeravatar
Petur
Beiträge: 2438
Registriert: Freitag 29. Dezember 2006, 21:57
Wohnort: Ungarn

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Petur »

pantaleon hat geschrieben:
Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Seit kurzem besitzt das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland eine Bischofskirche, nämlich "Namen Jesu" in Bonn. Die wird jetzt renoviert und geht ab 2011 in Betrieb.
Um Mißverständnisse zu vermeiden: Besitzer der Namen-Jesu-Kirche in Bonn ist seit langem der Staat, sprich: das Land NRW, gewesen.
Wie die Prager St. Vituskathedrale im Besitz des tschechischen Staates ist. Unabhängig davon, sie ist eine römisch-kath. Kirche. In diesem Sinne wird auch die Bonner Kirche ein alt-kath. Gottehaus sein.

Miserere Nobis Domine
Beiträge: 1846
Registriert: Samstag 4. April 2009, 22:17

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Die Namen-Jesu-Kirche wird von einer altkatholischen Stiftung betrieben werden. Darauf kommt es doch an, oder?


Die Realpräsenz bei den Anglikanern wurde nicht später wieder eingeführt, sondern sie steht klar in den 39 Artikeln:
The Supper of the Lord is not only a sign of the love that Christians ought to have among themselves, one to another, but rather it is a sacrament of our redemption by Christ's death: insomuch that to such as rightly, worthily, and with faith receive the same, the bread which we break is a partaking of the body of Christ, and likewise the cup of blessing is a partaking of the blood of Christ.
Hier übrigens ein anglikanischer Altar (nicht Mahltisch) aus dem Jahre 1758:
Bild

Benutzeravatar
lifestylekatholik
Beiträge: 8702
Registriert: Montag 6. Oktober 2008, 23:29

Re: Alt-Katholiken

Beitrag von lifestylekatholik »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Wie sieht es denn da mit den RK-Lehrplänen für den schulischen Religionsunterricht aus? Steht da die Realpräsenz drin?
Unser (rk) Relilehrer hat mal in einem Nebensatz zu erkennen gegeben, dass Realpräsenz Käse sei, den er nicht glaube.
Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Wenn nicht, wäre da eine Beschwerde beim Vatikan denkbar?
Als Schüler nehme ich am Unterricht teil, um was zu lernen, nicht um dem Lehrer zu sagen, wo er irrt. Als Schüler nehme ich das, was der Lehrer sagt, erstmal als richtig an und komme überhaupt nicht auf die Idee, eine Beschwerde "an den Vatikan" (oder das Bischöfliche Ordinariat) zu schicken.

Nur weil zufällig zu diesem Zeitpunkt auch noch ein Referendar mit im Raum war, der das so nicht stehenlassen wollte, wurde das Thema überhaupt weiter vertieft und eine Unterrichtseinheit daraus.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

Gesperrt Vorheriges ThemaNächstes Thema