500 Jahre Reformation

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.

500 Jahre Reformation - Grund zur Freude?

Für mich ausnahmslos Grund zur Freude!
12
12%
Für mich nur bedingt ein Grund zur Freude!
7
7%
Für mich kein Grund zur Freude.
58
58%
Es gab gute Gründe, aber ich leide unter der Trennung!
19
19%
Mir egal!
4
4%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 100

Benutzeravatar
lutherbeck
Beiträge: 4005
Registriert: Montag 21. Dezember 2009, 09:09

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von lutherbeck » Dienstag 28. August 2012, 11:18

"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

15mula34
Beiträge: 24
Registriert: Mittwoch 29. August 2012, 22:15

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von 15mula34 » Mittwoch 29. August 2012, 22:47

Erst mal einen Guten Abend, denn ich bin neu hier.
lutherbeck hat geschrieben:Restauration zur Reformation:

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=r ... p47v_p5NQ

:D
"Die Burgvogtei, in der Martin Luther 1521/1522 als Junker Jörg das Alte Testament ins Deutsche übersetzte,"

Hät Luther da nicht das Neue Testament ins Deutsche übersetzt? :hmm:
Ich finde es aber sehr gut, dass diese Stätten restauriert werden, wenn sie nicht so verschandelt werden, wie die St Petri und Pauli Kirche in Eisleben :kotz:

Benutzeravatar
ChrisCross
Beiträge: 2645
Registriert: Freitag 22. April 2011, 23:28

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von ChrisCross » Mittwoch 29. August 2012, 22:58

Herzlich willkommen im Forum,

meines Wissens, war 1521/22 das Neue Testament fertig, mit dem Alten fing er dann unter Hilfe Melanchtns und anderer wohl später an. Man möge mich berichtigen, wenn ich mich hier irre.
Tu excitas, ut laudare te delectet, quia fecisti nos ad te et inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.
Augustinus Conf. I. 1

San Marco
Beiträge: 545
Registriert: Dienstag 7. August 2012, 10:43
Wohnort: Stuttgart

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von San Marco » Dienstag 30. Oktober 2012, 04:50

Bis 217 wird Martin Luther (geb. Luder) auf jeden Fall im modernen Medienzeitalter noch ganz schön vom Podest gestürzt werden. Ich gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren jeder halbwegs Gebildete erfahren wird, was dieser Mensch wirklich war.

Hier ein aktuelles Buch, das schon den Weg weist.

http://neuebuecher.de/kategorie/kunst-u ... =-4116859

Benutzeravatar
Hörnchen
Beiträge: 49
Registriert: Mittwoch 24. März 2010, 20:37
Wohnort: McPomm

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Hörnchen » Dienstag 30. Oktober 2012, 08:55

San Marco hat geschrieben:Bis 217 wird Martin Luther (geb. Luder) auf jeden Fall im modernen Medienzeitalter noch ganz schön vom Podest gestürzt werden. Ich gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren jeder halbwegs Gebildete erfahren wird, was dieser Mensch wirklich war.

Hier ein aktuelles Buch, das schon den Weg weist.

http://neuebuecher.de/kategorie/kunst-u ... =-4116859
Interessant an dem Buch ist ja, dass man dem Luther dort das vorwirft, was man auch der katholischen Kirche immer gerne vorwirft:
Andererseits werden bis zum Jubiläum in der Öffentlichkeit auch die dunklen Seiten Luthers so präsent sein wie nie zuvor: sein paranoider Judenhass, seine intolerante Glaubensenge, sein völlig inakzeptables Frauenbild und auch die vielfach verkrustete Mittelalterlichkeit seiner Glaubenspositionen.
Er wird doch wohl nicht zu katholisch gewesen sein? :hmm:
Keine krummen Wege, keine Abkürzungen, keine Selbstbedienung am Buffet!

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 19003
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von taddeo » Dienstag 30. Oktober 2012, 11:02

ChrisCross hat geschrieben:Herzlich willkommen im Forum,

meines Wissens, war 1521/22 das Neue Testament fertig, mit dem Alten fing er dann unter Hilfe Melanchtns und anderer wohl später an. Man möge mich berichtigen, wenn ich mich hier irre.
Warum hat er eigentlich so ne überflüssige Arbeit gemacht? Kann wohl nur als Zeitvertreib während der Schutzhaft gedient haben.
(Ich war erst dieser Tage in ner Ausstellung, wo u. a. eine - katholische - deutsche Bibel von ca. 1480 ausgestellt ist, wenn ich mich recht erinnere. Ein kleines, handliches Büchlein, also sicher keine schweineteure Prachtausgabe für irgendwelche Fürstens, sondern was für jedermann, so er denn lesen konnte.)

Benutzeravatar
asderrix
Moderator
Beiträge: 3492
Registriert: Montag 21. Februar 2005, 17:15

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von asderrix » Dienstag 30. Oktober 2012, 14:25

San Marco hat geschrieben:Bis 2017 wird Martin Luther (geb. Luder) auf jeden Fall im modernen Medienzeitalter noch ganz schön vom Podest gestürzt werden. Ich gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren jeder halbwegs Gebildete erfahren wird, was dieser Mensch wirklich war.
Über so viel Realismus und Wahrhaftigkeit kannst du nur staunen, is klar.
Wenn dass mit den ganzen Heiligen der rkK gemacht würde, dass ihre menschliche Seite auch so ehrlich beleuchtet würde, hätte die Buchdruckerkunst eine neu Blüte zu erwarten.
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!

Benutzeravatar
Florianklaus
Beiträge: 3494
Registriert: Donnerstag 20. November 2008, 12:28
Wohnort: Bistum Münster

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Florianklaus » Dienstag 30. Oktober 2012, 14:28

asderrix hat geschrieben:
San Marco hat geschrieben:Bis 2017 wird Martin Luther (geb. Luder) auf jeden Fall im modernen Medienzeitalter noch ganz schön vom Podest gestürzt werden. Ich gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren jeder halbwegs Gebildete erfahren wird, was dieser Mensch wirklich war.
Über so viel Realismus und Wahrhaftigkeit kannst du nur staunen, is klar.
Wenn dass mit den ganzen Heiligen der rkK gemacht würde, dass ihre menschliche Seite auch so ehrlich beleuchtet würde, hätte die Buchdruckerkunst eine neu Blüte zu erwarten.
Unsere Heiligen sind aber keine Religionsstifter.

Benutzeravatar
Linus
Beiträge: 15073
Registriert: Donnerstag 25. Dezember 2003, 10:57
Wohnort: 4121 Hühnergeschrei

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Linus » Dienstag 30. Oktober 2012, 15:06

lutherbeck hat geschrieben:Und das ist auch mein Ansatzpunkt zum Thema - das Jubiläum wäre doch die Gelegenheit, bei der beide Seiten aufeinander zugehen könnten!
Wie soll man anlässlich dieses traurigen Juibiläums aufeinander zugehen. Ihr feiert, weil sich Luther von der Kirche losgesagt hat und einen eigenen Verein gründete, und wir - können objektiv - als positivstes Gefühl darüber nur Trauer aufbringen. Und du verlangst von uns "Bewegung" - die es im Ökumenismus ja sowieso nur unsererseits gibt. Wir lassen alles mögliche weg, damit ihr auch mitmachen könnt: Messe, Sakramente, Heiligenverehrung, Ablaß,....

WAS WILLST DUN NOCH?
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Dienstag 30. Oktober 2012, 15:28

taddeo hat geschrieben:
ChrisCross hat geschrieben:Herzlich willkommen im Forum,

meines Wissens, war 1521/22 das Neue Testament fertig, mit dem Alten fing er dann unter Hilfe Melanchtns und anderer wohl später an. Man möge mich berichtigen, wenn ich mich hier irre.
Warum hat er eigentlich so ne überflüssige Arbeit gemacht? Kann wohl nur als Zeitvertreib während der Schutzhaft gedient haben.
(Ich war erst dieser Tage in ner Ausstellung, wo u. a. eine - katholische - deutsche Bibel von ca. 1480 ausgestellt ist, wenn ich mich recht erinnere. Ein kleines, handliches Büchlein, also sicher keine schweineteure Prachtausgabe für irgendwelche Fürstens, sondern was für jedermann, so er denn lesen konnte.)
Wie weit war diese vorlutherische Volksbibel denn verbreitet?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
asderrix
Moderator
Beiträge: 3492
Registriert: Montag 21. Februar 2005, 17:15

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von asderrix » Dienstag 30. Oktober 2012, 17:49

Florianklaus hat geschrieben:
asderrix hat geschrieben:
San Marco hat geschrieben:Bis 2017 wird Martin Luther (geb. Luder) auf jeden Fall im modernen Medienzeitalter noch ganz schön vom Podest gestürzt werden. Ich gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren jeder halbwegs Gebildete erfahren wird, was dieser Mensch wirklich war.
Über so viel Realismus und Wahrhaftigkeit kannst du nur staunen, is klar.
Wenn dass mit den ganzen Heiligen der rkK gemacht würde, dass ihre menschliche Seite auch so ehrlich beleuchtet würde, hätte die Buchdruckerkunst eine neu Blüte zu erwarten.
Unsere Heiligen sind aber keine Religionsstifter.
Luther auch nicht, er war Reformator.
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!

San Marco
Beiträge: 545
Registriert: Dienstag 7. August 2012, 10:43
Wohnort: Stuttgart

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von San Marco » Dienstag 30. Oktober 2012, 19:43

taddeo hat geschrieben:
ChrisCross hat geschrieben:Herzlich willkommen im Forum,

meines Wissens, war 1521/22 das Neue Testament fertig, mit dem Alten fing er dann unter Hilfe Melanchtns und anderer wohl später an. Man möge mich berichtigen, wenn ich mich hier irre.
Warum hat er eigentlich so ne überflüssige Arbeit gemacht? Kann wohl nur als Zeitvertreib während der Schutzhaft gedient haben.
(Ich war erst dieser Tage in ner Ausstellung, wo u. a. eine - katholische - deutsche Bibel von ca. 148 ausgestellt ist, wenn ich mich recht erinnere. Ein kleines, handliches Büchlein, also sicher keine schweineteure Prachtausgabe für irgendwelche Fürstens, sondern was für jedermann, so er denn lesen konnte.)

Das Problem dieser Übersetzungen (es gab mehrere im 15. Jahrhundert) war, dass sie quasi simple Wort für Wort Übersetzungen ins Deutsche waren (Basis: Vulgata). Und das will heute und wollte damals keiner so richtig lesen.

Luther schaffte es mit seiner Volkssprache, das Volk auch mit seiner Übersetzung zu erreichen und war zudem wortschöpferisch tätig. Gleiches gilt für die Froschauer-Bibel (Zürcher).

Abschreckende Beispiele hier z.B.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vorlutheri ... che_Bibeln

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 31. Oktober 2012, 10:24

San Marco hat geschrieben:Luther schaffte es mit seiner Volkssprache, das Volk auch mit seiner Übersetzung zu erreichen und war zudem wortschöpferisch tätig. Gleiches gilt für die Froschauer-Bibel (Zürcher).
Die Lutherbibel ermöglichte es dem Volk, anhand der eigenen Bibel selbständig zu prüfen, was die Grundlage des christlichen Glaubens ist.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
Protasius
Moderator
Beiträge: 6045
Registriert: Samstag 19. Juni 2010, 19:13

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Protasius » Mittwoch 31. Oktober 2012, 13:16

Pilgerer hat geschrieben:
San Marco hat geschrieben:Luther schaffte es mit seiner Volkssprache, das Volk auch mit seiner Übersetzung zu erreichen und war zudem wortschöpferisch tätig. Gleiches gilt für die Froschauer-Bibel (Zürcher).
Die Lutherbibel ermöglichte es dem Volk, anhand der eigenen Bibel selbständig zu prüfen, was die Grundlage des christlichen Glaubens ist.
Hätte es vllt. gekonnt, wenn er die ganze Bibel übersetzt hätte. Aber bekanntermaßen hat der Doktor aus Wittenberg ja einige Bücher weggelassen, was ihm zufälligerweise gut in den Kram paßte, wie das Buch Baruch.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Mittwoch 31. Oktober 2012, 16:00

Protasius hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:
San Marco hat geschrieben:Luther schaffte es mit seiner Volkssprache, das Volk auch mit seiner Übersetzung zu erreichen und war zudem wortschöpferisch tätig. Gleiches gilt für die Froschauer-Bibel (Zürcher).
Die Lutherbibel ermöglichte es dem Volk, anhand der eigenen Bibel selbständig zu prüfen, was die Grundlage des christlichen Glaubens ist.
Hätte es vllt. gekonnt, wenn er die ganze Bibel übersetzt hätte. Aber bekanntermaßen hat der Doktor aus Wittenberg ja einige Bücher weggelassen, was ihm zufälligerweise gut in den Kram paßte, wie das Buch Baruch.
Was steht denn im Buch Baruch?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
Protasius
Moderator
Beiträge: 6045
Registriert: Samstag 19. Juni 2010, 19:13

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Protasius » Mittwoch 31. Oktober 2012, 17:14

Pilgerer hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:
San Marco hat geschrieben:Luther schaffte es mit seiner Volkssprache, das Volk auch mit seiner Übersetzung zu erreichen und war zudem wortschöpferisch tätig. Gleiches gilt für die Froschauer-Bibel (Zürcher).
Die Lutherbibel ermöglichte es dem Volk, anhand der eigenen Bibel selbständig zu prüfen, was die Grundlage des christlichen Glaubens ist.
Hätte es vllt. gekonnt, wenn er die ganze Bibel übersetzt hätte. Aber bekanntermaßen hat der Doktor aus Wittenberg ja einige Bücher weggelassen, was ihm zufälligerweise gut in den Kram paßte, wie das Buch Baruch.
Was steht denn im Buch Baruch?
Ich muß mich korrigieren, das Buch Baruch fehlt zwar auch, aber das worauf ich eigentlich hatte abzielen wollen, sind die Makkabäerbücher, die z.B. die Fegefeuerlehre und das Gebet für Verstorbene enthalten (2 Makk 12, 43-46).
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

San Marco
Beiträge: 545
Registriert: Dienstag 7. August 2012, 10:43
Wohnort: Stuttgart

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von San Marco » Mittwoch 31. Oktober 2012, 17:17

Protasius hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:
San Marco hat geschrieben:Luther schaffte es mit seiner Volkssprache, das Volk auch mit seiner Übersetzung zu erreichen und war zudem wortschöpferisch tätig. Gleiches gilt für die Froschauer-Bibel (Zürcher).
Die Lutherbibel ermöglichte es dem Volk, anhand der eigenen Bibel selbständig zu prüfen, was die Grundlage des christlichen Glaubens ist.
Hätte es vllt. gekonnt, wenn er die ganze Bibel übersetzt hätte. Aber bekanntermaßen hat der Doktor aus Wittenberg ja einige Bücher weggelassen, was ihm zufälligerweise gut in den Kram paßte, wie das Buch Baruch.

http://de.wikipedia.org/wiki/Buch_Baruch

Ja.ja....Martin Luder und das Gesetz.....ein ewiges Thema.

Benutzeravatar
Moser
Beiträge: 855
Registriert: Donnerstag 4. Dezember 2008, 10:31

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Moser » Freitag 9. November 2012, 10:43

"Luther gehört allen - wenn Katholiken Reformation feiern"

http://www.katholisch.de/de/katholisch/ ... elmann.php
katholisch.de hat geschrieben: Und die katholische Kirche wird mitfeiern. Sie kann gar nicht anders. Es geht nur noch um das Wie.
[...]
Statt einer Feier trat er [Anm.: Kard. Koch] für ein Gedenken ein. Dass auch die katholische Kirche durch die Reformation eine andere geworden ist, will er nicht in den Blick nehmen. Noch nicht.
Doch die EKD kam ihm entgegen. In ihrer Kundgebung sprachen sich die 14 Kirchenparlamentarier für eine Auseinandersetzung mit den "Schatten" der Reformation aus.
[...]
Denn tatsächlich werden 217 in ganz Deutschland und darüber hinaus katholische Christen die Reformation mitfeiern, so wie schon jetzt evangelische Posaunenchöre Fronleichnamsprozessionen mitgestalten und Protestanten auf Pilgerwegen mitgehen. Kein katholischer Bischof kann ernsthaft die Beteiligung ablehnen, wenn tausende fröhlicher Menschen in fünf Jahren die Straßen von Wittenberg bevölkern und auf den Wiesen am Stadtrand eine auf dem Kopf stehende Kirche installiert ist. Wegsehen geht dann nicht mehr.

Benutzeravatar
Florianklaus
Beiträge: 3494
Registriert: Donnerstag 20. November 2008, 12:28
Wohnort: Bistum Münster

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Florianklaus » Freitag 9. November 2012, 10:58

Moser hat geschrieben:"Luther gehört allen - wenn Katholiken Reformation feiern"

http://www.katholisch.de/de/katholisch/ ... elmann.php
katholisch.de hat geschrieben: Und die katholische Kirche wird mitfeiern. Sie kann gar nicht anders. Es geht nur noch um das Wie.
[...]
Statt einer Feier trat er [Anm.: Kard. Koch] für ein Gedenken ein. Dass auch die katholische Kirche durch die Reformation eine andere geworden ist, will er nicht in den Blick nehmen. Noch nicht.
Doch die EKD kam ihm entgegen. In ihrer Kundgebung sprachen sich die 14 Kirchenparlamentarier für eine Auseinandersetzung mit den "Schatten" der Reformation aus.
[...]
Denn tatsächlich werden 217 in ganz Deutschland und darüber hinaus katholische Christen die Reformation mitfeiern, so wie schon jetzt evangelische Posaunenchöre Fronleichnamsprozessionen mitgestalten und Protestanten auf Pilgerwegen mitgehen. Kein katholischer Bischof kann ernsthaft die Beteiligung ablehnen, wenn tausende fröhlicher Menschen in fünf Jahren die Straßen von Wittenberg bevölkern und auf den Wiesen am Stadtrand eine auf dem Kopf stehende Kirche installiert ist. Wegsehen geht dann nicht mehr.
Wegsehen geht nicht. Aber mitfeiern müssen wir deswegen noch lange nicht.

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Freitag 9. November 2012, 11:01

Zu Luthers Schattenseiten zählte auch der Umgang mit den Täufern. Wie sehen deren Nachfahren heute Luther?
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Benutzeravatar
Moser
Beiträge: 855
Registriert: Donnerstag 4. Dezember 2008, 10:31

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Moser » Freitag 9. November 2012, 11:57

Pilgerer hat geschrieben:Zu Luthers Schattenseiten zählte auch der Umgang mit den Täufern. Wie sehen deren Nachfahren heute Luther?
Mennoniten und Lutheraner haben sich 21 nach einem Schuldbekenntnis des Lutherischen Weltbundes versöhnt.

Mehr dazu:

http://www.ekd.de/presse/pm17_21_dnk ... niten.html

Benutzeravatar
Maurus
Beiträge: 6813
Registriert: Donnerstag 2. März 2006, 12:56
Wohnort: Kurmainz

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Maurus » Freitag 9. November 2012, 15:34

katholisch.de hat geschrieben:Doch die EKD kam ihm entgegen. In ihrer Kundgebung sprachen sich die 140 Kirchenparlamentarier für eine Auseinandersetzung mit den "Schatten" der Reformation aus.
Was soll denn damit gemeint sein?

Benutzeravatar
Granuaile
Beiträge: 753
Registriert: Freitag 5. Mai 2006, 11:31
Wohnort: Zürich

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Granuaile » Freitag 9. November 2012, 15:39

Florianklaus hat geschrieben: Wegsehen geht nicht. Aber mitfeiern müssen wir deswegen noch lange nicht.
Absolut richtig. Kein vernünftiger Evangelischer erwartet von einem Katholiken, dass er die Reformation mitfeiert.
Wenn am einen oder anderen Ort die Reformationsfeierlichkeiten Anlass zum Dialog zwischen Katholiken und Evangelischen über Gemeinsames und Trennendes geben, ist dies aber auch nicht zum Vornherein abzulehnen.

Benutzeravatar
taddeo
Moderator
Beiträge: 19003
Registriert: Donnerstag 18. Januar 2007, 09:07

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von taddeo » Freitag 9. November 2012, 16:15

Granuaile hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben: Wegsehen geht nicht. Aber mitfeiern müssen wir deswegen noch lange nicht.
Absolut richtig. Kein vernünftiger Evangelischer erwartet von einem Katholiken, dass er die Reformation mitfeiert.
:daumen-rauf: Dein Wort in Gottes Ohr.
Wenn am einen oder anderen Ort die Reformationsfeierlichkeiten Anlass zum Dialog zwischen Katholiken und Evangelischen über Gemeinsames und Trennendes geben, ist dies aber auch nicht zum Vornherein abzulehnen.
:daumen-rauf: Ganz richtig - wenn es nicht aus kollektivem Zwang geschieht ("wir müssen uns ja irgendwie beteiligen"), sondern erstens freiwillig und zweitens als Dialog, also nicht als Anklage an uns Katholiken, unseren vorsintflutlichen Mist doch endlich auch über Bord zu schmeißen (wie es leider sehr oft geschieht).

Benutzeravatar
Lutheraner
Beiträge: 3914
Registriert: Donnerstag 9. November 2006, 10:50

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Lutheraner » Freitag 16. November 2012, 13:30

taddeo hat geschrieben:
ChrisCross hat geschrieben:Herzlich willkommen im Forum,

meines Wissens, war 1521/22 das Neue Testament fertig, mit dem Alten fing er dann unter Hilfe Melanchtns und anderer wohl später an. Man möge mich berichtigen, wenn ich mich hier irre.
Warum hat er eigentlich so ne überflüssige Arbeit gemacht? Kann wohl nur als Zeitvertreib während der Schutzhaft gedient haben.
(Ich war erst dieser Tage in ner Ausstellung, wo u. a. eine - katholische - deutsche Bibel von ca. 1480 ausgestellt ist, wenn ich mich recht erinnere. Ein kleines, handliches Büchlein, also sicher keine schweineteure Prachtausgabe für irgendwelche Fürstens, sondern was für jedermann, so er denn lesen konnte.)
Hm, hm, irgendwas stimmt da aber nicht. Vielleicht durften dieses kleine handliche Büchlein damals nur Kleriker lesen (die ja damals scheinbar auch nicht besonders gut Latein konnten) und ob es gut übersetzt war, wissen wir auch nicht.
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"

Benutzeravatar
Protasius
Moderator
Beiträge: 6045
Registriert: Samstag 19. Juni 2010, 19:13

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Protasius » Freitag 16. November 2012, 14:15

Lutheraner hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
ChrisCross hat geschrieben:Herzlich willkommen im Forum,

meines Wissens, war 1521/22 das Neue Testament fertig, mit dem Alten fing er dann unter Hilfe Melanchtns und anderer wohl später an. Man möge mich berichtigen, wenn ich mich hier irre.
Warum hat er eigentlich so ne überflüssige Arbeit gemacht? Kann wohl nur als Zeitvertreib während der Schutzhaft gedient haben.
(Ich war erst dieser Tage in ner Ausstellung, wo u. a. eine - katholische - deutsche Bibel von ca. 1480 ausgestellt ist, wenn ich mich recht erinnere. Ein kleines, handliches Büchlein, also sicher keine schweineteure Prachtausgabe für irgendwelche Fürstens, sondern was für jedermann, so er denn lesen konnte.)
Hm, hm, irgendwas stimmt da aber nicht. Vielleicht durften dieses kleine handliche Büchlein damals nur Kleriker lesen (die ja damals scheinbar auch nicht besonders gut Latein konnten) und ob es gut übersetzt war, wissen wir auch nicht.
Luther konnte, wenn ich mich recht erinnere, nicht damit leben, daß diese vorlutherischen Bibelübersetzungen aus der lateinischen Bibel übersetzt waren statt aus dem Griechischen oder Hebräischen. (Deshalb sind lutherische Bibeln ja auch ceteris paribus dünner als katholische Bibeln, weil die deuterokanonischen Bücher fehlen, die damals nur griechisch und lateinisch erhalten waren.)

Andererseits gab es auch einige Bibeln in der damaligen Zeit, die eine exakte Wort-für-Wort-Übersetzung der Vulgata boten; das kann man natürlich nicht als wirkliche Übersetzung bezeichnen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

Pilgerer
Beiträge: 2697
Registriert: Freitag 3. Juni 2011, 00:45

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Pilgerer » Montag 26. November 2012, 14:56

Moser hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Zu Luthers Schattenseiten zählte auch der Umgang mit den Täufern. Wie sehen deren Nachfahren heute Luther?
Mennoniten und Lutheraner haben sich 21 nach einem Schuldbekenntnis des Lutherischen Weltbundes versöhnt.

Mehr dazu:

http://www.ekd.de/presse/pm17_21_dnk ... niten.html
Hätte Luther das eigentlich mitgemacht? Er war bekanntlich recht rabiat gegenüber der reformierten Konkurrenz.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

civilisation
Beiträge: 10481
Registriert: Montag 17. November 2008, 20:15

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von civilisation » Donnerstag 27. Dezember 2012, 07:54

Käßmann fordert Rücknahme der Exkommunikation Luthers
http://gloria.tv/?media=37668

Zitate schenke ich mir.

Wenn Luther allerdings seinen Irrlehren abschwört und den Wunsch hat, seine Sünden zu bereuen und in die Kirche zurückkehren will, sollte die Kirche die Exkommunikation von Martin Luther zurücknehmen.

:doktor:

Dieter
Beiträge: 2347
Registriert: Freitag 22. Juli 2011, 11:01
Wohnort: Berlin

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Dieter » Donnerstag 27. Dezember 2012, 08:47

civilisation hat geschrieben:Käßmann fordert Rücknahme der Exkommunikation Luthers
http://gloria.tv/?media=37668

Zitate schenke ich mir.

Wenn Luther allerdings seinen Irrlehren abschwört und den Wunsch hat, seine Sünden zu bereuen und in die Kirche zurückkehren will, sollte die Kirche die Exkommunikation von Martin Luther zurücknehmen.

:doktor:


Wieso muss ich eigentlich IN DER KLAUSNEREI(!) lesen, Luther habe "Irrlehren" verbreitet??? :motz:

Welchen Sinn hat eigentlich ein eigenes Unterforum wie die Klausnerei?

civilisation
Beiträge: 10481
Registriert: Montag 17. November 2008, 20:15

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von civilisation » Donnerstag 27. Dezember 2012, 08:51

Wenn sich Kässmann schon in innerkatholische Angelegenheiten reinhängt, mußt DU auch damit leben können, das hier zu lesen.

Benutzeravatar
Niels
Beiträge: 23526
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 11:13

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Niels » Donnerstag 27. Dezember 2012, 13:35

Die "Argumente" sind "bestechend":
Frau Kässmann hat geschrieben:«Das fordern ja auch Katholiken wie etwa Hans Küng»
:kugel:
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

Benutzeravatar
Marcus
Beiträge: 3028
Registriert: Dienstag 13. Juni 2006, 14:48

Re: 500 Jahre Reformation

Beitrag von Marcus » Donnerstag 27. Dezember 2012, 13:43

civilisation hat geschrieben:Wenn sich Kässmann schon in innerkatholische Angelegenheiten reinhängt, mußt DU auch damit leben können, das hier zu lesen.
Wie? :hae?: Margot Käßmann postet hier im katholischen Unterforum??? :hmm: Offenbar ist mir da etwas während meiner Abwesenheit entgangen... :pfeif:
Jesus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema